baustelle - baustelle - baustelle - baustelle - under construction - under construction - Seite zuletzt ergänzt am 20. Okt. 2018

Der Mordanschlag  - 2x90 Minuten fürs ZDF

Teil 1 am Montag, 5. Nov. 2018, um 20:15 Uhr. Teil 2 am Mittwoch, 7. Nov. 2018 um 20:15 Uhr. Im Anschluss um 21:45 Uhr noch die zugehörige Dokumentation von Michael Jürgs und Florian Hartung.

"Der Mordanschlag" (The Assassination) hatte auf dem 36. Münchner Filmfest am 3.7.2018 im Carl-Orff-Saal im Gasteig Weltpremiere in der Reihe 'Neues Deutsches Fernsehen'. Das Filmfest München präsentierte beide Teile hintereinander in einer dreistündigen Vorführung. (ab 18 J.) Quelle: Filmfest München 2018
Insgesamt wurden 16 deutsche TV Filme in der Reihe 'Neues Deutsches Fernsehen' für den Wettbewerb um den Bernd Burgemeister Fernsehpreis ausgewählt; als bester Film wurde "Rufmord", Regie: Viviane Andereggen/ZDF, ausgezeichnet.

"Der Mordanschlag" und "Das schönste Paar" werden bei den 60. Nordischen Filmtagen in Lübeck (30.10. - 4.11.2018) in der Reihe 'Filmforum' gezeigt.
CineStar Filmpalast Stadthalle, Mühlenbrücke 11, 23552 Lübeck ▶️ Karten ab 27.10.
"Das schönste Paar" am Do, 1.11. ab 22:15 Uhr im CineStar 7. Mehr Infos im Katalog
"Der Mordanschlag" am Fr, 2.11. ab 19 Uhr (beide Teile mit Pause) im CineStar 7. Mehr Infos im Katalog
 
Pressemappe des ZDF-2-Teilers "Der Mordanschlag": Infos, Fotos und Interviews mit Regisseur & Kameramann Miguel Alexandre, den Hauptdarsteller*innen Petra Schmidt-Schaller, Jenny Schily und Ulrich Tukur, den Schauspielern Maximilian Brückner, Suzanne von Borsody, Stefanie Stappenbeck, Christoph Bach, Bernadette Heerwagen und Alexander Held, Roman- & Drehbuchautor André Georgi und den Produzenten Jutta Lieck-Klenke, Dietrich Kluge und Ulf Israel.
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Zur Zeit entwickelt das ZDF einen Event-Zweiteiler mit dem Arbeitstitel "Der Mordanschlag" nach dem Buch von André Georgi. Das ZDF will die Geschichte des Attentats an Detlev Rohwedder, dem ersten Chef der Treuhandanstalt verfilmen.
Vor 25 Jahren wurde Detlev Rohwedder, der damalige Chef der Treuhandanstalt, von der RAF in seinem Wohnhaus erschossen. Die Frage nach dem Hintergrund der Tat stellt sich bis heute - erst recht nach den jüngsten ungeklärten Raubüberfällen der dritten RAF-Generation. Wer steckte wirklich hinter diesem Mord? 1991 ist Rohwedder einer der meistgefährdeten Männer des wiedervereinigten Deutschland: Zielscheibe der RAF, verhasst bei Teilen der DDR-Bevölkerung und im Konflikt mit westdeutschen Unternehmen, die alles dafür tun, dass ihnen im Osten keine Konkurrenz erwächst. (ZDF-Pressedesk, April 2016)

Besetzung:
Ulrich Tukur - Hans-Georg Dahlmann
Petra Schmidt-Schaller - Sandra Wellmann, seine Assistentin
Jenny Schily - Bettina Pohlheim
Christoph Bach - Klaus Gelfert
Maximilian Brückner - Andreas Kawert, leitender BKA-Ermittler
Bernadette Heerwagen - Iris Kawert, künftige Ex von Andreas
Stefanie Stappenbeck - Marion Burckhart
Franziska Hartmann - Miriam Wellmann, Sandras Schwester
Suzanne von Borsody - Sandras und Miriams Mutter
Jona Eisenblätter - Markus, Sandras Sohn
Marko Dyrlich - SEK-Einsatzleiter
Richard Sammel - Albert Wegner, Vorsitzender der deutschen Vereinsbank
Antonio Wannek - Stentner
Jörg Pose - Jacobi
Franziska Walser - Irene, Ehefrau von Hans-Georg Dahlmann
Natalia Rudziewicz - Julia Dahlmann, deren Tochter
Leopold Ferdinand Schill - Benjamin, Julias Sohn
Peter Benedict - Andreas Niedeck, Wirtschaftsanwalt
Alexander Held - Thomas Rautenbach
Thomas Lawinky - Harald Damisch
Paul Herwig - 19
Hansjürgen Hürrig - Minister Fahrenberg
Anna Schäfer - Frau Wegner
Nils Dörgeloh - Gerichtsmediziner
Stephanie Müller-Hagen - Assistentin von Rautenbach
Michael Fritz Schumacher - Jonas, Polizist und Iris neuer Freund
Roland Silbernagl - Hess
Philine Steuer - Wegners Tochter
Julian Weigend - Gereon
Nikolai Kinski - Lars Oehmke, Markus' Vater
Uke Bosse - Polizist
Stab:
Regie und Kamera: Miguel Alexandre
Drehbuch: André Georgi
Szenenbild: Benedikt Herforth
Kostümbild: Petra Neumeister
Maskenbild: Kerstin Stattmann und Martha Ruess
Licht: Tobias Speidel
Ton: Jörg Krieger
VFX Supervisor: Frank Kaminski
Casting: Rebecca Gerling und Patrick Dreikauss
Standfotos: Gordon Mühle
Schnitt: Marcel Peragine
Musik: Wolfram de Marco
Produktionsfirma: Network Movie Film- und Fernsehproduktion
Produzenten: Jutta Lieck-Klenke, Dietrich Kluge und Ulf Israel
Redaktion ZDF: Wolfgang Feindt
Drehzeit: 15.8. - 20.10.2017 (48 Drehtage)
Drehorte: Berlin, Potsdam, Frankfurt/M., Oleśnica (Polen)

Quelle: Crew-United


22.8.17 Maximilian Brückner: Selfie vom Set von heute: Grüße aus dem BKA-Sitzungsraum Berlin 1991.
Auf Instagram hat er dasselbe Setselfie gepostet.

30.8.17 Maximilian Brückner heute auf Instagram: Man kann uns auch für lustige Kindergeburtstage buchen. #RolandSilbernagl #RichardSammel #TheStrain #derMordanschlag #ZDF Setfoto

Offizielle Drehstartmeldung des ZDF-2-Teilers:
Eine junge Frau, die in die Fänge des Terrorismus gerät und ein Attentat auf den Treuhandchef plant: In Berlin haben die Dreharbeiten für den zweiteiligen ZDF-Politthriller "Der Mordanschlag" (AT) begonnen, der angelehnt an wahre Ereignisse der frühen 90er Jahre eine fiktionale Geschichte erzählt.
Das Drehbuch schrieb André Georgi. Unter der Regie von Miguel Alexandre spielen neben Petra Schmidt-Schaller und Ulrich Tukur, Maximilian Brückner, Jenny Schily, Stefanie Stappenbeck, Christoph Bach, Franziska Hartmann, Suzanne von Borsody, Peter Benedict, Franziska Walser, Alexander Held, Bernadette Heerwagen, Richard Sammel und viele andere.
Berlin zu Beginn der 90er Jahre: das Mordopfer Hans-Georg Dahlmann (Ulrich Tukur) ist als Chef der Treuhandanstalt einer der meistgefährdeten Männer des wiedervereinigten Deutschlands. Zielscheibe der RAF, verhasst bei Teilen der DDR-Bevölkerung und im Konflikt mit westdeutschen Unternehmen, die alles dafür tun, dass ihnen im Osten keine Konkurrenz erwächst. An seiner Seite: die junge Assistentin Sandra Wellmann (Petra Schmidt-Schaller), die er im Vorstellungsgespräch kennen lernt und einstellt.
Doch Sandra Wellmann verfolgt heimlich einen ganz anderen Plan: Als Mitglied der RAF in der dritten Generation wurde sie bei Dahlmann als Informantin ein geschleust, um den Terroristen Bettina Pohlheim (Jenny Schily) und Klaus Gelfert (Christoph Bach) Informationen zu den Aufenthaltsorten und Sicherheitsbestimmungen von Dahlmann zu liefern. Während Sandra sich einarbeitet und Vertrauen zu Dahlmann aufbaut, wird ein Anschlag auf den Vorsitzenden der deutschen Vereinsbank Wegner (Richard Sammel) ausgeübt, der dabei ums Leben kommt.
Der leitende BKA-Ermittler Andreas Kawert (Maximilian Brückner) übernimmt die Ermittlung und versucht auch Dahlmann als nächstes potentielles Opfer zu schützen. Plötzlich im Zentrum der Macht, beginnt Sandra Wellmann, an dem zu zweifeln, wofür sie eigentlich steht. Ein Wettrennen mit der Zeit beginnt.
"Der Mordanschlag" (AT) ist eine ZDF-Auftragsproduktion der Network Movie Film- und Fernsehproduktion, Hamburg. Produzenten sind Jutta Lieck-Klenke und Dietrich Kluge. Die Redaktion im ZDF hat Wolfgang Feindt. Die Dreharbeiten in Berlin, Frankfurt am Main, Düsseldorf und Breslau dauern bis Mitte Oktober 2017. Ein Sendetermin steht noch nicht fest.

Jenny Schily spielt die RAF-Terroristin Bettina Polheim, die Sandra Wellmann auf Treuhandchef Hans-Georg Dahlmann ansetzt; Maximilian Brückner spielt den leitenden BKA-Ermittler. obs/ZDF/Gordon Mühle
Jenny Schily spielt die RAF-Terroristin Bettina Polheim, die Sandra Wellmann auf Treuhandchef Hans-Georg Dahlmann ansetzt; Maximilian Brückner spielt den leitenden BKA-Ermittler Andreas Kawert. Foto: obs/ZDF/Gordon Mühle

Vollständige ZDF-Pressemeldung (mit dem Foto von Jenny Schily und Maximilian Brückner), 30.8.17


Quelle: Michael Fritz Schumacher, 1.9.17

Selfies am 28. Sept.2017

"Man hat das Gefühl man ist im Schwarzwald!!!" #berlin #wannsee #mordanschlag #zdf #raf #inspektorermitteltimhexenhaus

Selfie von seinem Drehschluss für diese Woche in Berlin von "Der Mordanschlag".

Berlin zu Beginn der Neunzigerjahre: Treuhandchef Hans-Georg Dahlmann (Ulrich Tukur) macht sich viele Feinde mit seiner Aufgabe, die Staatsbetriebe der untergegangenen DDR in die Privatwirtschaft zu überführen. Auch seine neu eingestellte Assistentin Sandra Wellmann (Petra Schmidt-Schaller) gehört dazu. Sie ist von der RAF (Jenny Schily als Bettina Polheim und Christoph Bach als Klaus Gelfert) eingeschleust worden, um Dahlmann auszuspionieren. Doch der Mord an dem Chef der deutschen Vereinsbank Albert Wegner (Richard Sammel) lenkt die Aufmerksamkeit des Bundeskriminalamtes (Maximilian Brückner als leitender Ermittler Andreas Kawert) auf mögliche weitere Opfer. Während Wellmann und Dahlmann Vertrauen miteinander schließen, ändert sich der Auftrag der Terroristin…. Die Unsicherheiten und die schwelende Gewalt in einer Umbruchsgesellschaft zeigt dieser Zweiteiler, den Network Movie, Jutta Lieck-Klenke, im Auftrag des ZDF produziert hat.
Quelle (mit Fotos): Webseite von Network Movie

Inhalt:
- Teil 1: Berlin zu Beginn der 90er Jahre. Hans-Georg Dahlmann ist als Chef der Treuhandanstalt einer der meistgefährdeten Männer des wiedervereinigten Deutschlands. An seiner Seite seine junge Assistentin Sandra Wellmann, die heimlich einen Plan verfolgt: Als RAF-Mitglied in der dritten Generation wurde sie bei Dahlmann eingeschleust, um den Terroristen Bettina Polheim und Klaus Gelfert Informationen über Dahlmann zu liefern. Sandra lernt dessen idealistische Beweggründe und Integrität zu schätzen - ihr Weltbild gerät ins Wanken. Als ein tödlicher Anschlag auf den Vorsitzenden der deutschen Vereinsbank ausgeübt wird, findet der leitende BKA-Ermittler Andreas Kawert heraus, dass Dahlmann das nächste Opfer sein soll. Die RAF muss ihren Plan ändern: Sandra soll das Attentat nun selbst verüben.
- Teil 2: Plötzlich fallen Schüsse: Dahlmann stirbt und seine Frau wird schwer verletzt. Mit Bettina Polheims Hilfe gelingt Sandra die Flucht vor dem BKA, und sie wird zur meistgesuchten Terroristin Deutschlands. Als Bettina und Sandra ihren ehemaligen Stasi-Ausbilder aufgespürt haben, wird der vor ihren Augen erschossen. Die beiden erfahren, von wem der Mordauftrag an Dahlmann gekommen sein könnte: Dr. Andreas Niedeck, ein westdeutscher Wirtschaftsanwalt. Oder haben ehemalige Stasimitarbeiter das Attentat ausgeführt und der RAF in die Schuhe geschoben? Der dritte Verdächtige ist Lars Oehmke, ein angeblich im Libanon verstorbener RAF-Terrorist. Doch er lebt und ist nach Deutschland zurückgekehrt. Dann bekommt das BKA den Hinweis, dass Sandra und Bettina in Norddeutschland Pässe und Geld entgegen nehmen wollen. Für Sandra und Bettina ist es die letzte Chance zur Flucht und für das BKA die letzte Chance, die Wahrheit über das Attentat auf Dahlmann herauszufinden.
Quelle: ZDF Pressemappe - Das ZDF auf dem Filmfest München 2018

Der Mordanschlag
Berlin zu Beginn der Neunzigerjahre: Treuhandchef Hans-Georg Dahlmann macht sich viele Feinde mit seiner Aufgabe, die Staatsbetriebe der untergegangenen DDR in die Privatwirtschaft zu überführen. Auch seine neu eingestellte Assistentin Sandra Wellmann gehört dazu. Sie ist von der RAF eingeschleust worden, um Dahlmann auszuspionieren. Doch der Mord an einem Bankchef lenkt die Aufmerksamkeit des Bundeskriminalamtes auf mögliche weitere Opfer. Während Wellmann und Dahlmann Vertrauen miteinander schließen, ändert sich der Auftrag der Terroristin. Die Unsicherheiten und die schwelende Gewalt in einer Umbruchsgesellschaft zeigt diese zweiteilige TV-Produktion. Das Filmfest München präsentiert beide Teile hintereinander in einer dreistündigen Vorführung am 3. Juli 2018.
Quelle: 36. Filmfest München 2018, 3.5.18

The Assassination (Attempted Murder)
Berlin in the early 1990s: Hans-Georg Dahlmann is making a lot of enemies as head of the agency charged with privatizing eastern Germany's formerly state-owned businesses. His newly hired assistant, Sandra Wellmann, is one of these enemies. She has been planted in the agency by the RAF terrorist organization to spy on Dahlmann. When the head of a bank is murdered, the Federal Criminal Police Office starts to consider who might be next. As Wellmann and Dahlmann come to trust each other, the terrorist's mission is redefined. This two-part TV movie portrays the uncertainty and latent violence in a society undergoing seismic change. Filmfest München will show both parts back-to-back in a three-hour presentation on July 3, 2018.
Source: 36th Filmfest Munich 2018, 5/3/18


- Fotos von der Premiere beim 36. Filmfest München am 3.7.2018 im Carl-Orff-Saal im Gasteig -


Sooo – das 36. Filmfest München 2018 ist nun auch zu Ende und ich seh' endlich wieder Tageslicht und Sonne!
Ich habe gute und unterhaltsame (und ein paar fade) Filme gesehen, habe mich unter anderem durch diverse Epochen der französischen Geschichte und mit Rittern und Kokosnüssen gekämpft, habe die Bemühungen von Frauen einiger Epochen und Kontinente verfolgt, ihren Platz in der von Männern dominierten Welt zu finden und zu behalten, bin vor Australiens Küsten gesurft, habe die Geheimnisse der Wüste Thar und der Kapverdischen Inseln erforscht, habe mir von Filmemachern Geheimnisse des Filmemachens erklären lassen, war Samstagmorgens bei Jane Austen's "Sense and Sensibility" samt einem äußert unterhaltsamen Q&A und durfte hinterher die wunderbare Emma Thompson kennenlernen, und war bei der Premiere des ZDF-Zweiteilers "Der Mordanschlag" am 3. Juli im Gasteig.

Es hat mich wieder arg gefreut, dort den Maximilian Brückner mal wiederzusehen, und netterweise gab er mir das Gefühl, er würde sich auch freuen.
Den Mittagsempfang des ZDF im Hugo's hatte er ausgelassen, er war stattdessen beim Surfen auf der Eisbachwelle im Englischen Garten, wo ich ihn zufällig gesehen aber nicht gefilmt hatte, wofür er mir gedankt hat. Als ich ihm zum lange überfälligen und verdienten Preisgewinn gratulieren wollte, erntete ich ein sehr großes Fragezeichen als Antwort. „Welcher Preis??“ „Ähh, der Bayerische Fernsehpreis für Hindafing!“ „Ach so – ja Danke!“ Und damit gingen wir zur normalen – nicht-roter-Teppich-Unterhaltung über. Er wurde aber gleich drauf für die Fotos und Interviews auf dem Roten Teppich gebraucht und daher habe ich mich bei der Programmerin Ulrike Frick bedankt, dass sie es auch heuer wieder geschafft hatte, einen Film mit Maxi fürs Programm des Filmfests zu finden.

Die Premierenvorstellung der beiden Teile von "Der Mordanschlag" fand im Carl-Orff-Saal statt, der etwa zu ¾ besetzt war. Das konnte aber nicht an der Fußball-WM liegen, denn Deutschland war bereits nach der Vorrunde ausgeschieden. Die Begrüßung durch die Festivalleiterin Diana Iljine fiel wegen technischer Probleme aus, es ging daher sofort mit den Filmen los.
Die 180 Minuten dieser beiden Teile am Stück waren schon heftig, aber die Schauspieler und vor allem die Schauspielerinnen lieferten Beeindruckendes ab. Laut Inhaltsbeschreibung des ZDF geht es um Anschläge der 3. Generation der RAF auf Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in den 1990-Jahren, und die Ermittlung der dafür Verantwortlichen. Aber eigentlich entpuppt es sich als die Porträts von starken Frauen, auf allen Seiten – bei den Opfern, bei den Ermittlern und ganz besonders bei den Tätern. Das Spannende sind die psychologischen Beziehungen der Frauen untereinander und wie von 2018 auf die Stellung der Frauen damals geblickt wird. Maximilian Brückner als Andreas Kawert, leitender BKA-Ermittler steht zwischen allen Fronten – seine Ehe ist am Zerbrechen, aber die zukünftige Ex ist die zuständige Tatortermittlerin und inzwischen mit einem Kollegen liiert, er entdeckt Lücken in der Sicherheit der zu beschützenden Personen und Lücken in der Geheimhaltung der Ermittlungen, wird aber von verschiedenen Seiten daran behindert, dem auf den Grund zu kommen, und selbst als er die vermutlich Verantwortlichen ausgemacht hat, wird er daran gehindert, diese zu enthüllen. Lang nachwirkend ist die Großaufnahme seines Gesichts in dem es brodelt, wie bei einem Dampfkochtopf kurz bevor der Deckel abgesprengt wird. Dann schaltet er den Fernseher aus und verlässt das Zimmer. Und der Film ist zu Ende.
Zu sehen im ZDF dann an zwei Abenden im November 2018.

Nach der Vorstellung bedankte sich Regisseur Miguel Alexandre beim Publikum dass wir bis zum Schluss ausgehalten hätten, und dann baten die Produzenten Jutta Lieck-Klenke, Dietrich Kluge und Ulf Israel die anwesenden Crewmitglieder und Schauspieler Jenny Schily, Stephanie Stappenbeck, Franziska Walser, Petra Schmidt-Schaller, Natalia Rudziewicz, Bernadette Heerwagen, Michael Fritz Schumacher, Roland Silbernagl, Richard Sammel, Antonio Wannek, Komponist Wolfram de Marco, Kostümbildnerin Petra Neumeister, Szenenbildner Benedikt Herforth, Cutter Marcel Peragine, Drehbuchautor André Georgi und ZDF-Redakteur Wolfgang Feindt auf die Bühne – Maxi war nicht in der Vorstellung, er musste nach dem Roten Teppich gleich weiter zum Empfang der Bavaria Film im Künstlerhaus am Lenbachplatz.
© EFi, 8. Juli 2018


Der Mordanschlag – Die Dokumentation
Vor 25 Jahren wurde Detlev Rohwedder, der damalige Chef der Treuhandanstalt, in seiner Villa in Düsseldorf erschossen. Bis heute ist ungeklärt, wer hinter dem Attentat steckt. Unter Verdacht steht die RAF.
1991 ist Rohwedder einer der meistgefährdeten Männer des wiedervereinigten Deutschland. Seine Aufgabe ist es, die 8000 ehemaligen DDR-Betriebe zu privatisieren - oder abzuwickeln. In Teilen der Bevölkerung ist er dafür verhasst - genau wie bei vielen westdeutschen Unternehmen, die neue Konkurrenz im Osten fürchten oder dort eigene Interessen verfolgen.
Diese Dokumentation wird im Anschluss an den 2. Teil des ZDF-Spielfilms „Der Mordanschlag“ Anfang November 2018 ausgestrahlt. Sie stellt die Ereignisse in einen zeitgeschichtlichen Kontext und lässt dabei Zeitzeugen zu Wort kommen - darunter auch Freunde und Wegbegleiter von Detlev Rohwedder.
Der Film entstand in enger Zusammenarbeit mit Michael Jürgs. Der Hamburger Journalist und ehemalige Chefredakteur des „Stern“ hat mehrfach zum Fall Rohwedder publiziert.
Regie: Florian Hartung, Produktion: Februar Film GmbH, 45 Min.
Quelle: FebruarFilm


André Georgi - Making of...
Im August 2018 erscheint André Georgis Thriller "Die letzte Terroristin". Der Thriller wird anschließend unter dem Titel "Der Mordanschlag" auch als TV-Zweiteiler [Anfang November 2018 im ZDF] zu sehen sein. Entstanden sind beide Fassungen parallel – der Autor gewährt an dieser Stelle Einblicke in seine Werkstatt:
Filmfest München, im Sommer 2018. Das Kino ist voll, eine Branchenveranstaltung plus schmoozing. Konkurrenz, Nervosität, Kleidchen mit wenig Kleid, Anzüge mit viel schwarz, gut gekühltes Wasser, man sagt hier »mit Gas«, kein Popcorn: Die Premiere des ZDF-Zweiteilers Der Mordanschlag. 180 Minuten RAF, Treuhand, Wende.
Ein paar Reihen vor mir sitzt Petra Schmidt-Schaller. Sie war die erste, die vor anderthalb Jahren zugesagt hatte, die RAF-Terroristin Sandra Wellmann zu spielen, meine »letzte Terroristin«. Die Drehbücher waren fertig, der Roman aber, den ich parallel zu den Drehbüchern schreiben wollte – Die letzte Terroristin – dümpelte irgendwo im ersten Viertel vor sich hin, weil ich ihn einem komplizierten Leben als Drehbuchautor abtrotzen musste. Dann weitere Zusagen, Ulrich Tukur, Maximilian Brückner, Jenny Schily. Dann die Drehorte, schließlich Fotos der Inneneinrichtungen und der Kostüme. Der Roman hatte immer mehr Mühe, sich gegen den Film zu wehren.
Nein, der BKA-Ermittler Kawert wäre ohne Maximilian Brückner kein Bayer gewesen. Ja, Sandra wäre ohne die Kostümbildner wahrscheinlich anders gekleidet gewesen. Und eine spätere Generation von LiteraturwissenschaftlerInnen wird möglicherweise feststellen, dass diese besonders gründliche Romanverfilmung sogar die Reclam-Hefte im Arbeitszimmer von Dahlmanns Bonner Villa, die der Roman beschreibt, übernimmt. Eine Arbeitshypothese könnte allerdings auch sein, dass der Romanautor in den sakralen Ort der Filmproduktion, den Schneideraum, zur Rohschnittbeschau gebeten wurde.
Ein paar Stunden vor der Premiere habe ich Petra Schmidt-Schaller zum ersten Mal getroffen. Ein Presseessen. Sie kommt einen Tick zu spät, weil die Bahn einen Personal- oder sonstigen Schaden hatte, reicht mir die Hand, ich drücke. Es ist wie immer in Anwesenheit von Schauspielerinnen und Schauspielern: Der Autor ist plump, gerade heute besonders gut genährt, sehr wenig ätherisch und hat irgendwie Angst, was kaputt zu machen. Es folgt Smalltalk mit Betonung auf »small«, wer nach Subtext sucht, panscht lange vergeblich im Schlamm und findet irgendwann vielleicht dann doch das Schlüsselchen zum Kern dieser grundsätzlich nicht einfachen Beziehung von SchauspielerInnen und AutorInnen: Hab ich die Figur erschaffen oder Du? Der Autor mit dem kräftigen Händedruck ist parteiisch. Mit den Worten des Dichters: »Madame Bovary – c’est moi!«
In einem Drehbuch sind die Sätze zwischen den Dialogzeilen kurz und spröde, äußere Abläufe in Realtime, Gebrauchsanweisungstexte, adressiert an Hände und Füße. Im Roman habe ich mich am Dialog des Drehbuchs entlang gehangelt und ihn übernommen. Aus den Gebrauchsanweisungen aber wurde Prosa, die sich für anderes als Hände und Füße interessiert.
Im Schneideraum habe ich zum ersten Mal die Garagenszene gesehen: Im Halbdunkel telefoniert Sandra von einem Funktelefon aus mit ihrer Vergangenheit, die auch ihre Zukunft sein soll (eine sülzende Formulierung zur Spoilervermeidung). Zwischen Benzinmief und Motten verliert sie völlig den Halt und alles, was sie und ihre Welt im Innersten zusammenhält. Deepest shitpoint. Ich habe den Dialog gehört, den ich geschrieben hatte. Zwischen diesen Dialogsätzen aber – neben, unter, über ihnen oder wo auch immer – zerfällt Sandras Leben auf Petra Schmidt-Schallers Gesicht. Was sie dort macht, ist Magie und eines der größten Geschenke, die ich in meinem Autorenleben bekommen habe. Fortan konnte es keinen Unterschied mehr zwischen Sandra und Petra Schmidt-Schaller geben. Ab jetzt ging es nicht mehr um die Farbe von Sandras Pulli oder welche Bücher in welchem Regal stehen. Die Momente zwischen den Dialogen, der selbstbestimmte Ort der Prosa, waren plötzlich durch das Gesicht einer Schauspielerin besetzt, der sich meine Sandra an den Hals geworfen hatte. Vor mir lagen noch zweihundert weitere Romanseiten.
Im Kino sitzt der Regisseur neben mir. Aber weil die Tonaussteuerung im Kino anders als im Fernsehen ist, muss er mitten im Film an die Regler des Tonpults. Der Platz links neben mir wird also frei. Ich weiß nicht warum und wo sie her kam – aber nach einer Weile setzt sich Petra Schmidt-Schaller neben mich.
Kurze Zeit später läuft die Garagenszene.
Theaterschauspieler müssen auf der Bühne brennen wie eine Fackel, damit im Publikum das Glimmen eines Streichholzes ankommt. Ein Kino aber ist etwas anderes als ein Schneideraum, und eine brennende Fackel wirkt hier wie ein loderndes Feuer. Vor allem aber ist der Unterschied zwischen Brennen und Verbrennen plötzlich nicht mehr klar. Das ist der Ort, an dem das wirkliche Schauspielen wohnt. Und zugleich auch der Ort des wirklichen Schreibens. Für Situationen wie diese hält der moderne Mann immer ein paar Tränchen zum Löschen bereit.
Ich schaue zur Seite, Sandra Wellmann sitzt neben mir und lächelt mir mit Petras Augen zu.
Madame Bovary?
Das sind wir.
Quelle: Logbuch - Suhrkamp Verlag
André Georgi: "Die letzte Terroristin" - Thriller (nach seinem Drehbuch für "Der Mordanschlag" mit Petra Schmidt-Schaller, Ulrich Tukur, Maximilian Brückner und Jenny Schily)
Inhalt: Eine Frau in den Fängen des Terrorismus, unterwegs in einer waghalsigen Mission. Ihr Zielobjekt: einer der meistgehassten Männer der wiedervereinigten Republik. Ihr Gegenspieler: ein unter Druck geratener BKA-Ermittler. In die Enge getrieben steht sie plötzlich vor einer Entscheidung, die nicht nur ihr eigenes Leben verändern wird ...
Berlin, 1991: Treuhandchef Hans-Georg Dahlmann muss die Staatsbetriebe der untergegangenen DDR in die Privatwirtschaft überführen und ist der meistgefährdete Mann nach der Wende: Verhasst im Osten, im Konflikt mit westdeutschen und internationalen Unternehmen, potenzielles Zielobjekt der RAF.
BKA-Mann Andreas Kawert ist der jüngsten Generation der Terrorgruppe auf der Spur. Hinweise verdichten sich, dass ein Attentat auf Dahlmann bevorsteht. Eine Frau rückt in den Fokus des Ermittlers. Doch ist er wirklich hinter der Richtigen her? Und wird er es schaffen, das Attentat zu verhindern?

Suhrkamp Taschenbuch 4780, 362 Seiten. ISBN: 978-3-518-46780-0
D: ca. 14,95 €, A: ca. 15,40 €, CH: ca. 21,90 SFr. Gepl. Erscheinen: 13.08.2018
Quelle: Suhrkamp Verlag


Aus der ZDF-Pressemappe des 2-Teilers "Der Mordanschlag": Inhalt - Teil 1 (5. Nov. 2018):
Berlin zu Beginn der 90er Jahre. Hans-Georg Dahlmann ist als Chef der Treuhandanstalt einer der meistgefährdeten Männer des wiedervereinigten Deutschlands: Zielscheibe der RAF, verhasst bei Teilen der Bevölkerung der ehemaligen DDR und im Konflikt mit westdeutschen und internationalen Unternehmen, die alles dafür tun, dass ihnen aus dem Osten Deutschlands keine Konkurrenz erwächst. An seiner Seite: seine junge Assistentin Sandra Wellmann, die er im Vorstellungsgespräch kennenlernt und einstellt.
Doch Sandra verfolgt heimlich einen ganz anderen Plan: Als Mitglied der RAF in der dritten Generation wurde sie bei Dahlmann als Informantin eingeschleust, um den Terroristen Bettina Polheim und Klaus Gelfert Informationen zu den Aufenthaltsorten und Sicherheitsbestimmungen von Dahlmann zu liefern. Bald aber gerät Sandras Weltbild ins Wanken: Als sie gemeinsam mit Dahlmann einen Skandal um die geplante Privatisierung eines ehemals staatlichen Chemiewerks in Gehrsberg aufklärt, lernt sie Dahlmanns idealistische Beweggründe, seine Integrität und große Geschicklichkeit kennen und schätzen.
Während Sandra sich einarbeitet und Vertrauen zu Dahlmann aufbaut, wird ein Anschlag auf den Vorsitzenden der deutschen Vereinsbank ausgeübt, der dabei ums Leben kommt. Der leitende BKA-Ermittler Andreas Kawert übernimmt die Ermittlung. Als er den Attentätern näherkommt, findet er heraus, dass sie Dahlmann als nächstes potenzielles Opfer im Visier haben. Unter Kawerts Ermittlungsdruck muss die RAF ihren Plan ändern: Sandra soll das Attentat nun selbst verüben. Und die Chancen für ein erfolgreiches Attentat stehen gut, denn Dahlmann vertraut Sandra inzwischen so sehr, dass er sie sogar zu sich nach Hause einlädt, um sie seiner Familie vorzustellen. Wie wird Sandra sich entscheiden?

Inhalt - Teil 2 (7. Nov. 2018):
Plötzlich fallen Schüsse: Dahlmann stirbt und seine Frau wird schwer verletzt. Mit Bettina Polheims Hilfe gelingt Sandra eine halsbrecherische Flucht vor dem BKA, das sie für die Attentäterin hält. Sandra wird zur meistgesuchten Terroristin Deutschlands. Die beiden wollen in den Libanon fliehen und suchen Hilfe bei der ehemaligen Stasi, die der RAF vor der Wende Versteck und Ausbildung geboten hatte. Jetzt aber, kurz nach der Wende, sind die Stasi-Leute selbst untergetaucht und setzen alles daran, nicht enttarnt zu werden.
Bettinas ehemaliger Stasi-Ausbilder Damisch, den Bettina Polheim und Sandra aufgespürt haben, wird erschossen, bevor er ihnen helfen kann. Aber die beiden erfahren noch, von wem der Mordauftrag an Dahlmann gekommen sein könnte: Dr. Andreas Niedeck, ein Wirtschaftsanwalt, hatte im Auftrag eines Firmenkonsortiums versucht, mit Hilfe von Scheinfirmen das Gehrsberger Chemiewerk zu kaufen. Dahlmann hatte versucht, den Kauf mit allen Mitteln zu verhindern. Er wollte vermeiden, dass die Gehrsberger Chemieindustrie, statt erneut aufgebaut zu werden, ausgeschlachtet und verramscht werden würde. Hat Niedeck das Attentat auf Dahlmann befohlen, weil Dahlmann Wirtschaftsinteressen im Weg stand oder haben ehemalige Stasimitarbeiter es ausgeführt und der RAF in die Schuhe geschoben?
Und es gibt noch einen weiteren Verdächtigen im Hintergrund: Lars Oehmke, ein angeblich im Libanon verstorbener RAF-Terrorist, lebt und ist ohne Wissen von Bettina und Sandra nach Deutschland zurückgekehrt. Verfolgt er einen eigenen Mordplan? Steckt doch die RAF hinter dem Mord an Dahlmann?
Auch das BKA schwankt zwischen den verschiedenen Theorien zur Tat. Kawert, der leitende Ermittler, hält Sandra und Bettina Polheim im Gegensatz zu seinem Vorgesetzten für unschuldig. Da bekommt das BKA den Hinweis, dass Sandra und Bettina auf einem Provinzbahnhof in Norddeutschland auftauchen werden, um Pässe und Geld entgegen zu nehmen. Für Sandra und Bettina ist das die letzte Chance zur Flucht. Und für das BKA die letzte Chance, das Attentat auf Dahlmann aufzuklären.

Kawert (Maximilian Brückner) findet Gereons Leiche (Julian Weigend
Kawert (Maximilian Brückner, l.) findet Gereons Leiche (Julian Weigend, liegend) - mit RAF-Zeichen auf der Brust. Keine Spuren, abgesehen von ein paar Fingerabdrücken am Gedeons Gürtel - können sie helfen den Mörder zu finden? © ZDF/Gordon Mühle
Kawert (Maximilian Brückner) ermittelt am Tatort des Anschlages auf Bankier Albert Wegner.
Andreas Kawert (Maximilian Brückner, vorne M.) ermittelt am Tatort des Anschlages auf Bankier Albert Wegner. Die Bombe wurde wahrscheinlich von einer Lichtschranke ausgelöst - ein Bekennerschreiben der RAF wurde gefunden. © ZDF/Gordon Mühle

Maximilian Brückner (Andreas Kawert, leitender BKA-Ermittler) über das inhaltliche Interesse an Film und Rolle: Ich fand die private Seite des Ermittlers interessant. Das Problem, jeden Tag zur Arbeit gehen zu müssen und seine Ex-Frau samt neuem Freund am Arbeitsplatz anzutreffen.

Andreas Kawert (Maximilian Brückner) und seine Noch-Ehefrau Iris (Bernadette Heerwagen)
Andreas Kawert (Maximilian Brückner) und seine Noch-Ehefrau Iris (Bernadette Heerwagen) sind am Tatort des Anschlages auf Bankvorsitzenden Albert Wegner. Bei der Spurensicherung wurde ein Bekennerschreiben der RAF gefunden. Die Explosion wurde durch eine Lichtschranke ausgelöst, was auf neueste Methoden und modernste Mittel der Terroristen deutet. BKA-Experten sind ratlos: wie konnte ein Lichtsignal beim helllichten Tage funktionieren? © ZDF/Gordon Mühle
Kawert (Maximilian Brückner) redet ernsthaft mit Treuhandchef Dahlmann (Ulrich Tukur)
Kawert (Maximilian Brückner) redet ernsthaft mit Treuhandchef Dahlmann (Ulrich Tukur, r.): Es steht fest, das nächste Ziel der Terroristen ist Dahlmann. Auf zufällig gefundenem Abschusszettel der RAF steht Vorsitzender der Treuhandgesellschaft an der ersten Stelle. Sandra (Petra Schmidt-Schaller) versucht rauszufinden, was BKA-Leuten bekannt ist. © ZDF/Gordon Mühle

Interview mit Maximilian Brückner im Radio O-Ton (3:38 Min):
1. Herr Brückner, die Umstände zum Mord an Detlev Karsten Rohwedder sind nach wie vor ungeklärt. Sowohl die RAF als auch alte DDR-Seilschaften kommen für den Anschlag auf den Treuhand-Chef in Frage. Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie das Drehbuch gelesen haben?
Es war völlig verblüffend. Ich hatte so ein Halbwissen oder ein Viertelwissen von der Schule, wenn da überhaupt noch Zeit ist für diesen Teil der neueren deutschen Geschichte. Und als ich das Buch gelesen habe, hat mich das umgehauen. Dass man sein Kind stehen lässt für eine politische Überzeugung, das ist schon der Hammer, das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Deswegen fand ich das so interessant. Und was ich an meiner Figur so interessant fand: Bei dem passiert ja eigentlich gar nichts. Das fand ich irgendwie schon wieder gut und dachte, das ist ja auch eine Herausforderung. Denn der rennt ja jedes Mal gegen die Wand. Und das muss man ja auch spielen können, ohne dass die Leute sagen: Jetzt wird es mir zu fad. Das empfand ich als Herausforderung. (0:43)
2. Im Anschluss an den zweiten Teil von „Der Mordanschlag“ zeigt das ZDF zudem noch eine Dokumentation, die den wahren Umständen des Attentats auf den Grund zu gehen versucht. Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht die Aufarbeitung des Falles fast drei Jahrzehnte später?
Ich finde das ganz wichtig. Um einfach noch mal einen Überblick zu bekommen und dann noch in Zusammenhang mit der Dokumentation, die ja im Anschluss kommt, um das Ganze noch mal in Wissen und Nicht-Wissen und Fakten und Nicht-Fakten einzuordnen, das finde ich toll. Denn mir war das alles nicht bewusst. Das ist ja so ein bisschen Verschwörungstheoriemäßig. Ich bin eigentlich ein sehr rationaler Mensch und ich will an so etwas eigentlich gar nicht glauben. Aber manchmal sind verschiedene Fakten einfach so absurd, dass man sagen muss: Das kann jetzt nicht reiner Zufall gewesen sein. Keine Ahnung, was da los war. Aber das macht es ja gerade spannend, dass es keine klare Antwort darauf gibt. (0:36)
3. Der Film spielt im Jahr 1991. Warum ist er aus Ihrer Sicht auch heute noch so aktuell und relevant?
Ich glaube, das Problem, dass sich die Leute radikalisieren, geht nie weg. Ich finde es ja wahnsinnig toll, wenn man für eine Idee auf die Straße geht und dafür kämpft. Aber es gibt auch eine Gratwanderung und irgendwann überschreitet man eine Linie. Und die überschreiten die halt maßlos. (0:16)
4. Die von Petra Schmidt-Schaller gespielte Sandra Wellmann geht ja sogar soweit, ihr Kind sitzen zu lassen, um ihrer Ideologie zu folgen. Für Sie nachvollziehbar?
Sein Kind für eine politische Überzeugung hinten stehen zu lassen, beziehungsweise seine Kinder wie die Ulrike Meinhof - also ich kann mir das nicht vorstellen. Denn das einzige, was aus meinem Gefühl Sinn macht, sind Kinder. Das ist ja die Zukunft. Wenn nicht die etwas verändern können, wer dann? (0:18)
5. Ulrich Tukur spielt den Treuhand-Chef, der im ZDF-Film Hans-Georg Dahlmann heißt. Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit ihm erlebt?
Ich habe ja meine ersten Filme mit ihm gedreht und das war ja auch ein Grund, warum ich sofort zugesagt habe. Nein, er hat einfach einen Charme und schafft es, dieses Historische einzubauen und hat einfach so eine Leichtigkeit dabei, das hat nie so etwas von: Mir geht es so schlecht und ich leide. Das kann er einfach, er ist ein Gesamtkunstwerk. (0:23)
6. Wie war es denn für Sie, in die Zeit, Anfang der 1990er Jahre einzutauchen, speziell was die Kostüme betrifft?
Das war grauenhaft, die wurden ja damals völlig verarscht, was die Klamotten betrifft (lacht). Alles zu groß und in diesen grau-in-grau-Tönen, also ich finde es grauenhaft. Ich weiß, das kommt jetzt wieder, aber ich bin schon mehr ein Freund von kräftigen Farben. Aber irgendwie war es auch wieder cool, denn es ist ja ein historischer Film und es macht schon Spaß, historisch zu drehen. (0:21)
Interview: Hannes Brühl

Andreas Kawert (Maximilian Brückner) und sein Kollege Stentner (Antonio Wannek)
Andreas Kawert (Maximilian Brückner, r.) und sein Kollege Stentner (Antonio Wannek, l.) sichern die Spuren im Vorgarten der Dahlmanns Nachbarn. Der Attentäter musste ein Profi gewesen sein, um so einen präzisen Schuss zu tätigen. Wird es BKA gelingen, den Täter zu fassen? © ZDF/Gordon Mühle
Andreas Kawert (Maximilian Brückner) und Marion Burckhardt (Stefanie Stappenbeck), eine Kollegin von BKA
Andreas Kawert (Maximilian Brückner) verzweifelt langsam: Er geht immer wieder alles durch und achtet auf jedes Detail, doch die Terroristen sind ihm immer einen Schritt voraus. Marion Burckhardt (Stefanie Stappenbeck), eine Kollegin von BKA, versucht Kawert mit allen Mitteln zu unterstützen. © ZDF/Gordon Mühle
Quelle: ZDF-Pressemappe

"Der Mordanschlag" - Kühne Annäherung an den Fall Rohwedder. Der spannende Zweiteiler erzählt die Ermordung des Treuhand-Chefs Detlev Rohwedders 1991 durch die RAF nach. Dies allerdings in einer tollkühnen Mischung aus Fakten und Spekulationen.
Die Ermordung des - echten - ehemaligen Treuhandchefs Rohwedder, der durch das einzige nicht kugelsichere Fenster seines Hauses in Düsseldorf von einem Scharfschützen getötet wurde, gehört zu den mythischen Kriminalgeschichten Deutschlands. Offiziell - und in den Augen einer Mehrheit von Experten - wurde Rohwedder von Terroristen der dritten RAF-Generation ermordet. 2001 konnte dank neuer DNA-Analysen ein Haar des 1993 auf einem Bahnhof in Bad Kleinen zu Tode gekommenen Wolfgang Grams auf einem Handtuch nachgewiesen werden, das am Rohwedder-Tatort zurückgelassen wurde.
Tatsächlich hat sich die RAF zu der Tat bekannt. Es existieren aber auch Theorien, dass die Stasi Rohwedder ermorden ließ. Eben jene These befeuert das Drehbuch André Georgis („Unter anderen Umständen“) ziemlich kräftig.
Einerseits zeichnet der Krimi-erfahrene Autor ziemlich originalgetreu Fakten des echten Treuhandchef-Mordes fiktional nach. In einem Nebenstrang baut er den tödlichen Sprengstoffanschlag auf Deutsche Bank-Chef Alfred Herrhausen vom November 1989 in seinen Stoff ein. Andererseits ist das fiktionale Favorisieren der Stasi-These oder die Hatz der Staatsschützer (gespielt von unter anderem Maximilian Brückner, Stefanie Stappenbeck, Bernadette Heerwagen) auf die Terroristen ziemlich frei erfunden - was einen gefährlichen Genremix aus erdachtem Thriller-TV und Geschichtsfernsehen ergibt.
Sind den Terroristen auf der Spur: die Beamten Andreas Kawert (Maximilian Brückner) und Marion Burckhardt (Stefanie Stappenbeck)
Sind den Terroristen auf der Spur: die Beamten Andreas Kawert (Maximilian Brückner) und Marion Burckhardt (Stefanie Stappenbeck). © ZDF/Gordon Muehle
Dass der Event-erfahrene Regisseur Miguel Alexandre („Die Frau vom Checkpoint Charlie“, „Arthur & Claire“) den vor Stars strotzenden Zweiteiler tatsächlich spannend und authentisch wirkend inszenierte, macht das Problem nicht besser. Absolutes Pflichtprogramm sollte daher der an Teil zwei anschließende Dokumentarfilm „Der Mordanschlag - Die Dokumentation“ (Mittwoch, 7.11., 21.45 Uhr) sein, der die Fakten des echten Rohwedder-Mordes noch einmal sortiert.
Quelle: Eric Leimann, Weser-Kurier, 12.10.18

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Trivia
: Mit Ulrich Tukur spielte Maxi 2007 in "Mein alter Freund Fritz", mit Roland Silbernagl 2015 in "Spuren des Bösen - Liebe", mit Bernadette Heerwagen 2014 in "München Mord - Die Hölle bin ich", ebenso wie mit Alexander Held, ausserdem 2015-2018 in "Tannbach"-Staffel 1+2, 2006 in "Mozart - Ich hätte München Ehre gemacht" und 2005 in "Sophie Scholl - Die letzten Tage".

Seite erstellt am 23. Aug. 2017 von EFi ; zuletzt ergänzt am 20.10.18 zurück zum Fernsehen zurück zu
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