baustelle - baustelle - baustelle - baustelle - under construction - under construction - Seite zuletzt ergänzt am 22.6.2017

Hindafing / Welcome to Hindafing  - (6-teilige Serie á 45 Minuten für den BR)


BR Programmhighlights 2017: [...] Willkommen in Hindafing (AT). Die neue Heimatserie erzählt von dem fiktiven Ort „Hindafing“ und den Versuchen des Bürgermeisters Alfons Zischl (Maximilian Brückner), zusammen mit Biometzger Sepp Goldhammer (Andreas Giebel) der Gemeinde ein frisches Image zu verpassen. Doch dann sollen Flüchtlinge einziehen - und Zischl dafür Zugriff auf Schwarzkonten erhalten. [...]
Quelle: BR, 30.12.16

Episodenguide

Die Premiere von "Hindafing" war am Mittwoch 3. Mai 2017 im Cadillac Kino, Rosenkavalierplatz 12, 81925 München
Gezeigt wurden 2 Folgen á 45 Minuten, und natürlich waren auch die Hauptdarsteller anwesend, neben Maximilian Brückner unter anderem Katrin Röver, Andreas Giebel, Petra Berndt, Johanna Bittenbinder, Heinz Josef Braun, Bettina Mittendorfer und Ercan Karacayli.
Das Blitzlichtgewitter begann gegen 17 Uhr, Einlass ins Kino war ab 17:30 Uhr, aber nur für akkreditierte Presse und geladene Gäste, da das Cadillac/Veranda Kino am 3. Mai wegen einer geschlossenen Gesellschaft ganztägig geschlossen war.
Premierenfotos und Berichterstattung

"Hindafing" lief in Doppelfolgen ab 16. Mai 2017 dienstags ab 20:15 Uhr im BR Fernsehen. Mehr

Di 16.5. um 20:15 Uhr, Folge 1: Donau Village (geplant war Fr 3.3.17)
Di 16.5. um 21:00 Uhr, Folge 2: Schwarze Kassen (geplant war Fr 10.3.17)
Donau Village 0,67 Mio Zuschauer ab 3 Jahren = 2,9% Marktanteil ; Schwarze Kassen 0,51 Mio ZS = 4,0% MA
Die neue bayerische Dramaserie "Hindafing" kommt bei den Zuschauern gut an. Die ersten beiden Folgen lagen mit einem Marktanteil in Bayern von 7,9% und 8,3% über dem Durchschnitt. Überdurchschnittlich sei dabei auch die Akzeptanz bei den 14- bis 39jährigen gewesen (6,3 bzw. 7,5%) heißt es in einer Mitteilung des BR. Quelle: Münchner Merkur, 18.5.17

Di 23.5. um 20:15 Uhr, Folge 3: Stille Teilhaber (geplant war Fr 17.3.17)
Di 23.5. um 21:00 Uhr, Folge 4: Drogenpolitik (geplant war Fr 24.3.17)
Stille Teilhaber 0,14 Mio Zuschauer ab 3 Jahren = 3,7% Marktanteil ; Drogenpolitik 0,15 Mio ZS = 3,7% MA
Nicht rund lief es für den BR, wo die Folgen drei und vier der neuen Serie "Hindafing" zu sehen waren. Nach dem ordentlichen Start in der vergangenen Woche ging es nun ein ganzes Stück bergab: Nur noch 290.000 bzw. 280.000 Menschen sahen sich die Folgen an, national wurden lediglich 1,0 und 0,9% Marktanteil gemessen. Beim jungen Publikum sah es mit 1,3 und 1,1% nicht viel besser aus. Und auch im Sendegebiet des BR, dort konnte die Serie in der Auftaktwoche noch punkten, lief es nun für die beiden Folgen mit jeweils 3,7% nicht rund. Quelle: DWDL.de

Di 30.5. um 20:15 Uhr, Folge 5: Wahlkämpfe (geplant war Fr 31.3.17)
Di 30.5. um 21:00 Uhr, Folge 6: Energiewende (geplant war Fr 7.4.17)
Wahlkämpfe 0,17 Mio Zuschauer ab 3 Jahren = 4,3% Marktanteil ; Energiewende 0,12 Mio ZS = 3,1% MA
Nach einem soliden Auftakt kamen der neuen BR-Serie "Hindafing" viele Zuschauer abhanden. Das Finale geriet in dieser Woche vollends unter die Räder. Die Hoffnungen waren groß, doch aus Quotensicht fiel die Ausbeute für "Hindafing" ziemlich mager aus: Innerhalb von nur drei Wochen hat die neue BR-Serie mehr als zwei Drittel ihres Publikums verloren. Von den 610.000 Zuschauern, die zum Auftakt eingeschaltet hatten, blieben bei der letzten Folge am Dienstag bundesweit nur noch 180.000 Zuschauer übrig. Der Marktanteil lag bei entsprechend ernüchternden 0,6%. Enttäuschend lief's zudem mit Blick aufs junge Publikum: Hatte der Marktanteil dort zunächst noch bei immerhin 1,8% gelegen, so kamen die letzten beiden Folgen in dieser Woche nicht mehr über jeweils 0,4% hinaus. Und selbst in Bayern hielt sich das Interesse an der regional verankerten Produktion in Grenzen: Mit Marktanteilen von 4,3 und 3,1% bewegte sich "Hindafing" zum Abschied im tiefroten Bereich. Zur Erinnerung: Gestartet war die Serie noch mit Werten um acht Prozent. Quelle: DWDL.de

Aus einer Antwort des BR bezüglich der Abrufzahlen in der Mediathek - weitergeleitet von einem begeisterten Zuschauer vom anderen Ende der Welt am 7. Juni 2017:
[...] wir freuen uns immer sehr über Rückmeldungen unserer Zuschauer. Die Einschaltquoten liegen etwas unter unseren Erwartungen, sind aber dennoch mit dem Durchschnittswert zufrieden. Mit den überdurchschnittlich hohen Zugriffszahlen auf unserer Website befinden wir uns geradezu im Freudentaumel und es lässt sich hier sehr gut erkennen, dass die Flexibilität, die Sendung in der Mediathek anzusehen, bei unserer Zuschauern großen Zuspruch fand.
Über eine Fortsetzung dieser außergewöhnlichen Serie können wir Ihnen aktuell keine Antwort geben.
Toll, dass 'Hindafing' so weit verstreut auf der Welt auf Interesse gestoßen ist.
[...]

Vom 9. Mai bis 6. Juni 2017 waren alle 6 Folgen in den Mediatheken von BR und ARD zu sehen.
Auf DVD & Blu-Ray ab 1. Juni 2017 bei EuroVideo (kein Bonusmaterial). Seit 20. Juni auch auf iTunes.

Offizielle Webseite
Intro-Video “Wählen Sie Bürgermeister Zischl!“ ... oder: wie manipuliere ich Meinung Musik: "The Rest of my Days" von der Münchner Band The Exploding Voids
– Making-of the Intro (Vorspann) von Weltenwandler Designagengtur GmbH: "Für die von Kritikern hoch gelobte Serie haben wir das Intro bzw. den Opener umgesetzt. Dabei wurden aufwendig gedrehte Realszenen mit detaillierten Effekten und Animationen kombiniert": Video
– Maxi Brückner: Hindafing ist eine außergewöhnlich bayerische Satire. Mit dem zuckersüßen Klischee-Bayern hat "Hindafing" nichts zu tun: Es ist das pralle Leben, weit überzeichnet, betont Maxi Brückner, Darsteller des Bürgermeisters Alfon Zischl, der Hauptfigur in "Hindafing". BR-Video
– Maximilian Brückner spielt in "Hindafing" die Hauptrolle, Bürgermeister Alfons Zischl. "Im Kern ist er ein guter Mensch", sagt Brückner über Zischl, "aber er hat einfach zu viele Schwächen." BR-Video
– Die Qualität der Produktion und die tolle Geschichte: Zwei gute Gründe für Maxi Brückner sich für die Serie Hindafing zu entscheiden - und, so sagt der Schauspieler: "Man überlegt sich gut, ob man eine Serie macht." BR-Video
"Keine oberflächliche bayerische Gaudi" Maximilian Brückner über die Serie "Hindafing":  Er verrät im Interview was seine Rolle Alfons Zischl in der neuen Serie Hindafing für ein Problem hat, wann ein Inhalt zu einer Komödie wird und skizziert den typischen Werdegang einiger Politiker ... BR-Video
– Hindafinger unter sich: Rollen und Schauspieler
Poster & 40 Szenenfotos auf IMDb

Wenn Sie Fragen zur neuen Serie "Hindafing" im BR Fernsehen haben, Anregungen, Lob oder Kritik äußern möchten, dann nehmen Sie doch einfach Kontakt mit dem BR auf:
BR Fernsehen, Redaktion Bayerische Serie und Volkstheater, "Hindafing", Floriansmühlstr. 60, 80939 München. Oder hinterlassen Sie hier eine Nachricht.

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Beim Empfang des FilmFernsehFonds Bayern während des Filmfest München 2016 sagte Schauspieler Maximilian Brückner: „Wenn ich von einem Projekt überzeugt bin, dann arbeite ich auch mal ohne Gage. Umso schöner, wenn aus dem Projekt dann auch wirklich etwas wird - wie bei der BR-Serie Hindafing.“ Aus: Haste mal 'ne Million...? in: tz, 1.7.16

Drehstart für "Hindafing" mit Maximilian Brückner:
Für die NEUESUPER / BR-Produktion "Hindafing" steht Maximilian Brückner in der Hauptrolle noch bis Mitte September 2016 vor der Kamera. Gedreht wird in München und Umgebung.
Quelle: Agentur Lambsdorff, 26.7.16



Informationen zum Piloten, gedreht im September 2014

Episodenguide - mit weiteren Fotos
Hindafing Maximilian Brückner
Quelle: Maximilian Brückners offizielle Facebook-Seite, 26.7.16
Hindafing Maximilian Brückner
Quelle: Maximilian Brückners offizielle Facebook-Seite, 1.8.16
Auf meine besorgte Bermerkung Oiso echt jetzad. Ned scho wieda! Oda is des für d'Roin??? kam seine Antwort: Für die Rolle ;)

Besetzung:
Maximilian Brückner - Alfons Zischl, Bürgermeister
Katrin Röver - Marie Zischl, seine Ehefrau
Sylvia Eisenberger - Rosie Zischl, seine Mutter
Andreas Giebel - Sepp Goldhammer, Großmetzger
Petra Berndt - Gabi Goldhammer, seine Ehefrau
Roland Schreglmann - Moritz Goldhammer, sein Sohn
Ercan Karacayli - Erol Yildirim, Dorfpolizist
Michael Kranz - Pfarrer Krauss
Christian Lex - Schrüll
Heinz Josef Braun - Karli Spitz
Frederic Linkemann - Felix Spitz, sein Sohn
Kathrin von Steinburg - Jackie Spitz, seine Tochter
Lovis Linnartz - Sophie Spitz, ihre Tochter
Wolfgang Maria Bauer - Slomka
Joel Sansi - Amadou
Georg Maier - Zischl Senior
David Baalcke - Patrick Weihrauch
Jasmina Al Zihairi - Shari
Christian Heiner Wolf - Pater Benedikt
Johanna Bittenbinder - Angie, Zischls Sekräterin
Eli Wasserscheid - Carola Gulp
Bettina Mittendorfer - Elke, Polizistin
Jockel Tschiersch - Landrat Pfaffinger
Hassan Akkouch - Nabil
Michael Gampe - Hannes
Stab:
Drehbuch: Niklas Hoffmann und Boris Kunz
Regie: Boris Kunz
Szenenbild: Marcel Beranek
Kostümbild: Tina Keimel-Sorge
Maskenbild: Agnes Ellert, Kurosch Akhavan, Karin Steinhäuser und Karin Schedlbauer
Licht: Holger Welter
DoP: Tim Kuhn
Ton: Rainer Butschal
Schnitt: Katja Beck
Musik: David Reichelt
Casting: Daniela Tolkien
Produktionsfirma: NeueSuper GmbH & Co. KG, München
Redaktion BR: Elmar Jaeger, Programmbereichsleitung: Annette Siebenbürger
Förderung: FilmFernsehFonds Bayern (650.000,-€)
Drehzeit: Juli - Ende September 2016


Mehr bei Crew-United.com



Titelmusik: The Exploding Voids – "The Rest of my Days" (auf Soundcloud)

Gemeinsam mit dem Bayerischen Rundfunk realisieren Studenten und Absolventen 2016 die Serie "Hindafing" mit Schauspieler Maximilian Brückner. Hauptautor ist der Drehbuchstudent Niklas Hoffmann, Regie führt der HFF-Absolvent Boris Kunz.
Quelle: Hochschule für Fernsehen und Film München, Drehbuch - Abt. VI, Feb. 2016

FilmFernsehFonds Bayern - Produktionsförderung Fernsehfilm
"Hindafing" (AT) € 650.000
Produktion: Neuesuper GmbH & Co. KG, München (HFF-Absolventen Simon Amberger, Korbinian Dufter, Rafael Parente)
Sender: BR
Drehbuch: Niklas Hoffmann, Boris Kunz
Regie: Boris Kunz
• Drama. 6x45 Minuten. Hindafings Bürgermeister Alfons Zischl will in der bayerischen Provinz ein Asylheim bauen. Doch dabei geht es ihm nicht nur ums Helfen, sondern auch um das Geschäft: Der joviale Landrat Paffinger hat Zischl Zugriff auf ein Schwarzgeldkonto seines Vaters in Aussicht gestellt, wenn er die Flüchtlingsunterkunft aufbaut. Als sich Zischl auf den Kuhhandel einlässt, beginnen die Probleme, und Zischl verstrickt sich in immer ausweglosere Situationen.
Quelle: FFF Bayern, Pressemitteilung: 9,6 Mio. Euro an 36 Projekte, 3.3.16

Global Screen (the world sales unit of Bavaria Film and Telepool) hat den im September 2014 gedrehten Teaser auf seiner Webseite veröffentlicht, zusammen mit einer englischsprachigen Inhaltsbeschreibung der 6-teiligen BR-Serie mit Maximilian Brückner als Bürgermeister Alfons Zischl.
Hindafing (6 x 45 min.) / Willkommen in Hindafing / Welcome to Hindafing
HINDAFING is a German Lilyhammer, a provincial House of Cards, or a Bavarian Fargo. Character-driven, darkly comic and unexpectedly moving the first season focuses on the current German refugee crisis, but is by no means limited to that. The series is not a one-dimensional political commentary; rather it targets nepotism and ecological hysteria as well as satirizing clerical homophobia, over-the-top political correctness and the limits of monogamy.
HINDAFING tries to project an idyllic image of family values, while it struggles with its inner demons. By day, people go to the local soccer club and practice Bikram Yoga. At night, it's off to the swingers' club or a rendezvous with the local meth dealer.
The series follows the rise and fall of ballsy provincial mayor Alfons Zischl and his fictional village of Hindafing, deep in the Bavarian backwoods. A wry, contempo look at rural Germany - far from any touristy clichés - a place neither urban nor rustic, pretending to be much hipper than it actually is. The residents see themselves as family-oriented and tradition conscious free thinkers, but can't live up to these high ideals.
In short, it provides a complex look at the dark underbelly our modern society.
Quelle: Global Screen

BR dreht Serie im Olchinger Rathaus
Schon bald wird sich das Olchinger Rathaus in die Verwaltungszentrale der fiktiven Stadt Hindafing verwandeln. Der Bayerische Rundfunk dreht dort nämlich voraussichtlich vom 8. August an eine neue sechsteilige Heimatserie. Diese soll ein satirisch überspitztes Bild einer oberbayerischen Kleinstadt zeichnen und die Geschichten ihrer eigenwilligen Bewohner erzählen. Wie eine Sprecherin des BR nun bestätigt, wird Maximilian Brückner die Hauptrolle spielen. Jürgen Koller, der Geschäftsleiter im Rathaus betont: "Wir sind wahnsinnig gespannt und hoffen, dass die Serie am Ende nicht zu viel Ähnlichkeit mit Olching hat." Denn die Handlung wird wohl die Untiefen einer oberbayerischen Kommunalverwaltung aufs Korn nehmen.
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 4.8.2016

Dreharbeiten im Olchinger Rathaus
[...] Ein noch weitaus ungewöhnlicherer Dreh steht der Stadt Mitte August bevor. Das BR-Fernsehen plant für das Frühjahr 2017 eine neue Serie namens "Willkommen in Hindafing" mit den Schauspielern Maximilian Brückner und Andreas Giebel in den Hauptrollen. Es handelt sich dabei um eine Satire, die die Verstrickungen einer bayerischen Kommunalverwaltung aufs Korn nimmt. Gedreht wird unter anderem im Sitzungssaal, wo der fiktive Bürgermeister mit anderen Gemeinderatsmitgliedern debattiert. Einige Büros werden in eine Polizeistation umfunktioniert und auch die ehemaligen Zellen im Untergeschoss des Rathauses, die tatsächlich ursprünglich zur Polizeistation Olching gehörten, werden für die Dreharbeiten genutzt.
Bürgermeister Andreas Magg freut sich über diese alternativen Nutzungen des Hallenbads bzw. des Rathauses. "Es ist eine schöne Abwechslung und Olching als Filmstadt wäre ja auch nicht schlecht", erklärt er schmunzelnd. "Für Olching ist es aber natürlich auch eine gute Gelegenheit über die Grenzen des Landkreises und des Großraumes München hinaus ein stückweit bekannter zu werden."
Quelle: Olching Blog, 5.8.2016

"Willkommen in Hindafing" (AT)
Neue sechsteilige bayerische Serie für das BR Fernsehen
Maximilian Brückner, Katrin Röver, Andreas Giebel, Petra Berndt, Heinz Josef Braun und viele andere mehr stehen seit Ende Juli 2016 für die neue Serie "Willkommen in Hindafing" (AT) an verschiedenen Orten in der Umgebung Münchens vor der Kamera von Tim Kuhn. Nach einem Drehbuch von Niklas Hoffmann, Rafael Parente und Boris Kunz, der auch Regie führt, entsteht eine moderne, bayerische Heimatserie, die von den Geschichten verschiedener Einwohner des fiktiven Ortes Hindafing erzählt. Die Ausstrahlung der sechs Folgen à 45 Minuten ist für 2017 im BR Fernsehen geplant.

v.l.n.r.: Rafael Parente (Produzent), Maximilian Brückner (Alfons Zischl), Sylvia Eisenberger (Rosi Zischl), Katrin Röver (Marie Zischl), Joel Sansi (Amadou), Boris Kunz (Regie), Tim Kuhn (Kamera)
Foto: NEUESUPER / Günther Reisp
Im Mittelpunkt steht der korrumpierbare Bürgermeister Zischl, der zwar clever jedwede Situation für sich zu nutzen weiß, sich aber letztlich in seinen Intrigen immer weiter verheddert und gegen den irgendwann dann sogar die örtliche Polizei Ermittlungen anstellt. Anhand des Hindafinger Mikrokosmos entwirft die Serie ein dramatisch zugespitztes und satirisch überhöhtes Bild des ländlichen Bayerns, abseits von touristischen Klischees.
Zum Inhalt:
Die kleine Gemeinde Hindafing, inmitten veralteter Industrie und touristisch kaum erschlossen, versucht ein neues Image aufzubauen. Der junge Bürgermeister Alfons Zischl (Maximilian Brückner) verfolgt dazu mit dem unternehmerischen Landwirt und Bio-Metzger Sepp Goldhammer (Andreas Giebel) schon länger den ehrgeizigen Plan, in ihrem Ort ein modernes Shoppingcenter zu errichten, das vom Erfolg der aktuellen Ökotrends profitiert: das Donau Village. Doch dann macht die Landespolitik Zischl einen Strich durch die Rechnung, denn Hindafing muss 50 Flüchtlinge aufnehmen. Im Gegenzug soll der verschuldete Bürgermeister Zugriff auf die Schwarzkonten seines verstorbenen Vaters erhalten.
Die Ankunft der Flüchtlinge und die damit entstehenden Turbulenzen geben den Anstoß für zahlreiche weitere Geschichten: Da ist der junge, ebenso enthusiastische wie unerfahrene Pfarrer Krauss (Michael Kranz) mit seiner Liebesgeschichte zu dem jungen Afrikaner Amadou (Joel Sansi). Da sind die beiden Ehefrauen Gabi Goldhammer (Petra Berndt) und Marie Zischl (Katrin Röver), für die sich plötzlich ganz neue Aufgabengebiete auftun. Da ist der türkischstämmige Dorfpolizist Erol Yildirim (Ercan Karacayli), der sich alleinerziehend um seine beiden Kinder kümmert und alsbald gegen Bürgermeister Zischl nicht nur wegen dessen vermeintlicher Verstrickungen ins Drogenmilieu zu ermitteln beginnt. Und da ist der Betreiber des Vereinsheims, Karli Spitz (Heinz Josef Braun), dessen junge, von allen begehrte Tochter Jackie (Kathrin von Steinburg) sich nicht daran erinnern kann, wer der Vater ihrer Tochter ist.
In weiteren Rollen spielen Bettina Mittendorfer, Jockel Tschiersch, Hassan Akkouch, Sylvia Eisenberger, Roland Schreglmann, Jasmina Al Zihairi, Frederic Linkemann, Johanna Bittenbinder, Eli Wasserscheid, Wolfgang Maria Bauer, Georg Maier u.v.a. Gedreht wird die Serie voraussichtlich noch bis Ende September 2016.
"Willkommen in Hindafing" (AT) ist eine Produktion der NEUESUPER Produktions GmbH (Produzent: Rafael Parente) in Koproduktion mit dem BR (Redaktion: Elmar Jaeger, Bayerische Serie und Volkstheater, Programmbereichsleitung: Annette Siebenbürger, Unterhaltung und Heimat) gefördert vom FFF Bayern.
Quelle: Pressemitteilung BR zum Drehstart, 5.8.2016

- Drehstart von "Willkommen in Hindafing": Maximilian Brückner, Katrin Röver, Andreas Giebel, Petra Berndt, Heinz Josef Braun und viele andere mehr stehen seit Ende Juli 2016 für die neue FFF-geförderte Serie "Willkommen in Hindafing" (AT) an verschiedenen Orten in der Umgebung Münchens vor der Kamera. FilmFernsehFonds Bayern, 5.8.2016
- Hindafing träumt vom Shoppingcenter: Der BR dreht eine neue, "satirisch überhöhte" Serie über ein fiktives oberbayerisches Dorf. Mit der seit 2007 laufenden täglichen Serie "Dahoam is Dahoam" bedient der Bayerische Rundfunk ein eher konservatives Publikum. Nun will der Münchner Sender dem Sujet des dörflichen Lebens in Oberbayern eine deutlich schrägere Note verpassen. Münchner Merkur, 6.8.2016 und tz, 8.8.2016 u.d.T. BR plant eine neue Heimatserie mit dem Ex-Tatort-Kommissar Maximilian Brückner
- "Willkommen in Hindafing": Bayerischer Rundfunk dreht Flüchtlingsserie und erfindet dafür ein Dorf. Focus.de, 8.8.2016
- Drehstart für neue BR-Serie: In der Umgebung von München entsteht aktuell für den Bayerischen Rundfunk die neue sechsteilige Produktion (jeweils 45 Minuten) "Willkommen in Hindafing" (AT). Blickpunkt Film|Mediabiz.de, 9.8.2016

Olching - Filmreifes Rathaus
Eine neue Serie des Bayerischen Rundfunks setzt die Untiefen einer fiktiven Verwaltung satirisch in Szene. Bei der Suche nach möglichst abwegigen Drehorten ist die Stadt erste Wahl des Produktionsteams.
Vom Himmel regnet es Bindfäden und unter den Plastikpavillons auf dem Schotterplatz beim Olchinger Rathaus drängt sich die Crew des Bayerischen Rundfunks beim Mittagessen um die Bierbänke. Pure Tristesse. "Gerade so ein Wetter freut uns total", sagt Rafael Parente. Er ist der Produzent der neuen BR-Serie "Willkommen in Hindafing", die momentan im Olchinger Rathaus gedreht wird. "In Hindafing steht ein Rathaus aus Beton und es regnet viel." Schlichte Worte, die doch eine Idee der Bildsprache des neuen Sechsteilers entstehen lassen. Denn die "moderne Heimatserie" soll, so sagt es Parente, auf satirische Weise "mal ein anderes Bild des ländlichen Bayerns" zeigen. Das ganze orientiere sich stilistisch an den Verfilmungen der Brenner-Krimis von Wolf Haas, in denen Josef Hader die Hauptrolle spielt. "Land ist nicht nur Lederhose und grüne Wiesen, sondern Funktionskleidung und Swingerclubs", sagt der Produzent, der selbst in Puchheim aufgewachsen ist.
Gemeinsam mit Niklas Hoffmann und Boris Kunz hat Parente das Drehbuch entwickelt. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der junge Bürgermeister Alfons Zischl, gespielt von Maximilian Brückner. Die fiktive bayerische Gemeinde, inmitten veralteter Industrie und touristisch kaum erschlossen, versucht ihr Image aufzupolieren. Zu diesem Zweck macht Zischl gemeinsame Sache mit dem Landwirt und Bio-Metzger Sepp Goldhammer, gespielt von Andreas Giebel. Gemeinsam wollen Rathauschef und Landwirt im Ort ein modernes Shopping-Center errichten, das vom Erfolg des gerade grassierenden Ökotrends profitieren soll. Doch dann muss Hindafing plötzlich 50 Flüchtlinge aufnehmen und alles kommt anders als geplant.
Die Idee zu "Willkommen in Hindafing" wurde bereits vor etwa zwei bis drei Jahren geboren. Damals hat der BR gemeinsam mit der Hochschule für Fernsehen und Film über eine Ausschreibung nach "jungen Fernsehstoffen" gesucht. "Zu diesem Zeitpunkt war die Flüchtlingskrise sehr aktuell", sagt Parente. Deshalb sei sie als Aspekt aufgegriffen worden, allerdings dominiere sie den Plot nicht. Erzählt werde ein Sammelsurium an Themen. "Geschäftemacherei, natürlich Vetternwirtschaft", sagt Parente. Assoziativ fällt auch der Ortsname Miesbach, wobei Hindafing und seine Einwohner frei erfunden sind. "Erzählt wird aber auch die Geschichte der Frau, die von ihrem Mann nicht das bekommt, was sie will und sich deswegen nachts heimlich auf den Weg zur Autobahnraststätte macht."
Das alles spielt sich vor einer Kulisse ab, die Bayern fernab von geranienbehangenen Holzbalkonen zeigt. Vielmehr war es dem Produktionsteam ein Anliegen, klischeefreie und in diesem Sinne möglichst "abwegige" Motive zu finden. Das Olchinger Rathaus war da erste Wahl. Natürlich sei es bei der Auswahl der Drehorte, die in ganz Bayern verstreut liegen, ein Vorteil gewesen, dass die jungen Filmemacher, allesamt Anfang 30, selbst zum großen Teil aus der Region stammen. "Und natürlich hat uns das geprägt", sagt Parente über das Aufwachsen auf dem Land.
Überrascht waren Parente und seine Kollegen darüber, dass die Drehortsuche so unkompliziert abgelaufen ist. Vorbehalte habe es nicht gegeben. "Zum Teil stehen ja schon sehr freche Dinge im Drehbuch", erklärt der Produzent. Ein Beispiel? "Naja, der Bürgermeister hat in seiner Freizeit ein latentes Drogenproblem."
Die Schauspieler für das Projekt zu gewinnen, war für Parente, Boris Kunz und Niklas Hoffmann, die zusammen das Drehbuch geschrieben haben, kein Problem. Ziemlich schnell hätten sie gutes Feedback auf die Bücher bekommen. So gut, dass die Darsteller bei den Testaufnahmen ehrenamtlich mitgewirkt haben. "Zum Glück haben wir sehr gute Schauspieler", betont auch Kunz. Unter ihnen etwa Katrin Röver, Petra Berndt und Heinz Josef Braun. Sie erleichterten und bereicherten die Dreharbeiten ungemein.
Hindafing Set in Olching
Und Action: Maximilian Brückner, Produzent Rafael Parente und Regisseur Boris Kunz (v.l.) besprechen vor dem Olchinger Rathaus die letzten Details.
Foto: Günther Reger
Der Regen reißt ab, der Dreh geht weiter. In der Schwojerstraße taucht Maximilian Brückner auf - auf seiner Stirn eine blutige Schramme. Unter seiner Regenjacke trägt er einen piefigen hellblauen Anzug, während das Produktionsteam die Plane von einem Polizeiauto zieht. Hinter dem Einsatzfahrzeug steht ein offenbar in Eile abgestellter wuchtiger Geländewagen halb auf der Fahrbahn, halb auf dem Bürgersteig. Bilder, die zumindest auf die Ausstrahlung 2017 neugierig machen. "Es wird am Ende sehr zugespitzt sein", verspricht Parente. Und voller schwarzem Humor.
Von Julia Bergmann, Olching in: Süddeutsche Zeitung, 10. August 2016, 17:47 Uhr

Andreas Schwaiger ("Dahoam is Dahoam", "Willkommen bei den Hartmanns") dreht im August 2016 eine Gastrolle in der neuen BR-Serie "Hindafing" u.a. mit Petra Berndt und Maximilian Brückner in den Hauptrollen unter der Regie von Boris Kunz. Gedreht wird im Münchner Umland, das Casting macht Daniela Tolkien.
Ab 3.3.2017 wird im BR wöchentlich um 21:00 ausgestrahlt.
Quelle: A. Schwaigers Agentur Frederking Management

Hindafing Maximilian Brückner
Quelle: Maximilian Brückners offizielle Facebook-Seite, 12.8.16
Hindafing Maximilian Brückner
Quelle: Maximilian Brückners offizielle Facebook-Seite, 17.8.16
Hindafing-Set Maximilian Brückner
Quelle: Maximilian Brückners offizielle Facebook-Seite, 23.8.16

'Teamwork-Filmservice' hat einige Fotos vom Dreh von Hindafing in und um Olching auf seine Facebook-Seite gesetzt.
10. August: Und wieder leicht historisch angehaucht..... Für die neue Produktion "Hindafing" sind wir für einige Drehtage im Einsatz. Fotos
16. August: Grüße der Niederlassung München. Fotos
17. August: Der Eingang zum Hindafinger Polizeiposten (im Olchinger Rathaus). Dank dem Autokennzeichen ist jetzt auch klar dass dieser fiktive Ort im Einzugsbereich von Ingolstadt liegt. Foto


Auch Andreas Magg, der Bürgermeister von Olching hat drei Bilder vom Set von Hindafing auf seine Facebook-Seite gesetzt. Im echten Olchinger Rathaus wurde unter anderem für das Polizeirevier und das Rathaus der fiktiven Gemeinde Hindafing gedreht. Fotos

Quelle: Maximilian Brückners offizielle Facebook-Seite, 29.8.16


Quelle: Frederic Linkemann, Instagram 21.8.16
Maxi hat das Foto auf seiner offiziellen Facebook-Seite so kommentiert: Hart, härter....Hindafing

v.r. Frederic Linkemann, Petra Berndt, Andreas Giebel, Roland Schreglmann, Regisseur Boris Kunz, Maximilian Brückner, Heinz Josef Braun, Katrin Röver
Quelle: Frederic Linkemann, Instagram 1.9.16
Filmkulisse: Olching statt Bayernkitsch
Als ausgesprochen schön gilt das Olchinger Rathaus nicht. Doch genau deshalb dient es nun als Kulisse für eine neue Fernsehserie des Bayerischen Rundfunks (BR). Ein Kamerateam war drei Tage lang vor Ort.
Am Set neben dem Rathaus herrscht gerade Mittagspause, als plötzlich heftiger Regen einsetzt. Das Fernsehteam deckt sich beim Catering mit Essen ein und flüchtet sich unter drei Pavillons ins Trockene. „Es klingt vielleicht seltsam, aber der Regen freut uns gerade total“, sagt Produzent Rafael Parente. „Ein Beton-Rathaus und viel Regen - so ist Hindafing.“
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v.l. Produzent Rafael Parente, Regisseur Boris Kunz, Maximilian Brückner (Alfons Zischl) und DoP Tim Kuhn
Hindafing ist der fiktive Ort, in dem die neue Serie "Willkommen in Hindafing" spielt, die voraussichtlich im Laufe des Jahres 2017 im BR ausgestrahlt wird. „Das ist aber erst mal nur der Arbeitstitel“, erzählt Parente, der zusammen mit Niklas Hoffmann und Regisseur Boris Kunz auch die Drehbücher verfasst hat. Der Name des Ortes ist freilich schon fix. Muss er auch sein, wegen der Kulisse: An den Schautafeln des Olchinger Rathauses steht nämlich in großen Lettern "Information Hindafing". Und davor steht ein Wahlkampfplakat für einen gewissen Bürgermeister Alfons Zischl.
Das Rathaus ist der Arbeitsplatz eben jenes leicht korrumpierbaren Gemeindechefs, dargestellt von Maximilian Brückner. Der will zusammen mit Landwirt und Bio-Metzger Sepp Goldhammer ein neues Shopping-Center errichten, wird aber von der Ankunft von 50 Flüchtlingen ausgebremst. Die Flüchtlings-Thematik dient dabei jedoch nur als Aufhänger für zahlreiche andere Geschichten und Verstrickungen auf politischer und auch zwischenmenschlicher Ebene in dem fiktiven Ort.
Insgesamt 46 Drehtage sind für die sechs Folgen á 45 Minuten angesetzt. An 15 Tagen ist das Fernsehteam in Olching unterwegs, drei davon am und im Rathaus. Los geht's meistens um 9 Uhr. „Dann gehen die Schauspieler in die Maske und das Team hält seine Vorbesprechung“, erzählt Regisseur Kunz. Kameramann Tim Kuhn rückt dabei die Vorstellungen des Regisseurs ins rechte Bild. Sieben bis acht Stunden lang heißt es dann: Kamera läuft, und Action. „Ich habe das Glück, dass ich mit guten Schauspielern arbeiten darf“, sagt Kunz. Da müsse er nur Kleinigkeiten korrigieren. „Die meisten Szenen sind in zwei bis drei Takes im Kasten.“
Die Figuren der Serie sind ambivalent gezeichnet. „Jeder hat etwas Gutes und etwas Böses an sich“, sagt Parente. Dazu passt auch, dass Hindafing eben nicht das pittoreske bayerische Dorf sein soll, wie man es aus vielen Heimatserien kennt. „Wir wollten visuell etwas anderes machen“, sagt Parente. "Weg vom bayerischen Landhaus-Stil." In Bayern würden schließlich kaum noch Ortschaften diesem Klischeebild entsprechen. „Nicht alles ist immer Chiemgau, viele Orte sind wie Olching mit Neubaugebieten und 70er-Jahre-Häusern.“
Aus diesem Grund habe man auch kein Rathaus an einem hübschen Platz mit einem schönen Brunnen davor gesucht. „Wir wollten eher abwegige Kulissen finden.“ Dass der BR daraufhin in Olching anfragte, ist kein Zufall. Parente ist in Puchheim aufgewachsen und kennt die Region. „Das Rathaus hier hat uns als Kulisse gut gefallen und war erste Wahl“, sagt der Produzent und Autor. Die Stadt habe sich der Anfrage gegenüber gleich sehr offen gezeigt - „trotz mancher frecher Drehbuchinhalte“, wie Parente sagt.
So habe Hauptfigur Zischl beispielsweise ein latentes Drogenproblem. Das jedoch schreckte den echten Rathaus-Chef Andreas Magg nicht ab, sein Amtsgebäude zur Verfügung zu stellen. Für das Filmteam ist die Kulisse gleich mehrfach wertvoll. „Wir drehen dort nicht nur die Rathaus-Szenen“, sagt Parente. Die Räume im Inneren dienen auch als Kulisse für eine Polizeistation.
Nach drei Tagen ist der Spuk vorbei: An den Schaukästen steht wieder der Name der Stadt Olching, das Wahlplakat von Alfons Zischl ist verschwunden - und auch der Rathauschef hat kein latentes Drogenproblem mehr.
Quelle: Drehtage im Rathaus, Münchner Merkur, 2.9.16

FFF Bayern besucht das Set von "Willkommen in Hindafing"
Zurzeit finden die Dreharbeiten der FFF-geförderten TV-Serie "Willkommen in Hindafing" in München und Umgebung statt. FFF-Geschäftsführer Klaus Schaefer und Fernsehförderreferentin Gabriele Pfennigsdorf besuchten das Team am Set in Baierbrunn und verschafften sich einen Eindruck von den Dreharbeiten.
Nach einem Drehbuch von Niklas Hoffmann, Rafael Parente und Boris Kunz, der auch Regie führt, entsteht eine moderne, bayerische Heimatserie, die von den Geschichten verschiedener Einwohner des fiktiven Ortes Willkommen in Hindafing erzählt. Im Mittelpunkt der Serie steht der korrumpierbare Bürgermeister Zischl, der zwar clever jedwede Situation für sich zu nutzen weiß, sich aber letztlich in seinen Intrigen immer weiter verheddert und gegen den irgendwann sogar die örtliche Polizei Ermittlungen anstellt. Anhand des Hindafinger Mikrokosmos entwirft die Serie ein dramatisch zugespitztes und satirisch überhöhtes Bild des ländlichen Bayerns, abseits von touristischen Klischees.
Die Dreharbeiten in und um München dauern noch bis Ende September 2016. Die Ausstrahlung der der sechs Folgen à 45 Minuten ist für 2017 im BR Fernsehen geplant.

v.l.: Darsteller Maximilian Brückner, Klaus Schaefer, Darsteller Andreas Giebel, Gabriele Pfennigsdorf, Regisseur Boris Kunz und Produzent Rafael Parente.
"Willkommen in Hindafing" (AT) ist eine Produktion der NEUESUPER Produktions GmbH (Produzent: Rafael Parente) in Koproduktion mit dem BR (Redaktion: Elmar Jaeger, Bayerische Serie und Volkstheater, Programmbereichsleitung: Annette Siebenbürger, Unterhaltung und Heimat) gefördert vom FFF Bayern.
Quelle: FilmFernsehFonds Bayern, 6.9.16

Setbesuch Hindafing: Der BR lädt herzlich ein zum Set-Termin im Motiv „Loft“ für die neue Serie WILLKOMMEN IN HINDAFING (AT), die noch bis Ende September gedreht und voraussichtlich 2017 im BR Fernsehen ausgestrahlt wird.
Für Fotos und O-Töne anwesende Darsteller: Maximilian Brückner, Andreas Giebel, Katrin Röver und Petra Berndt. Ausserdem: Boris Kunz (Regie), Rafael Parente (Produzent NeueSuper) und Elmar Jaeger (Redakteur BR)
Am Donnerstag, 8. September 2016 ab 16:30 Uhr Fototermin & Interviews / Boschetsrieder Str. 129, 81379 München (U-Bahn Station Aidenbachstraße oder Machtelfingerstraße)
Anmeldung mit diesem Formular bei der Pressestelle des BR. Vollständige Pressemeldung der HFF München, 2.9.2016

"Wilkommen in Hindafing" - Besuch bei den BR-Dreharbeiten
Hinterfotzig in Hindafing - In München und Umgebung realisiert der BR derzeit eine etwas andere Rathausserie mit Maximilian Brückner
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Ein weiterer Bericht von diesem Setbesuch mit einem weiteren Foto, auf Reisetravel
Die etwas andere Serie
Gedreht wird derzeit in Obersendling, in einer Gegend, die durch Hochhäuser, Fabrikhöfe und mehrspurige Straßen geprägt ist.
Nichts also, was sich mit dem fiktiven Ortsnamen „Hindafing“ assoziieren ließe. Aber an dieser neuen Serie ist manches anders als in anderen Serien des Bayerischen Fernsehens. Nichts also, was sich mit dem fiktiven Ortsnamen „Hindafing“ assoziieren ließe. Aber in dieser neuen Serie ist manches anders als in anderen Serien des Bayerischen Fernsehens, deren Schauplätze kleinere oder größere Dörfer waren oder sind. Das fängt schon damit an, dass das Rathaus kein historisches Gebäude ist, sondern ein wenig anheimelnder Zweckbau aus den Siebzigern (für den das Rathaus von Olching im Landkreis Fürstenfeldbruck Pate stand).
Und so überrascht es nicht, dass auch die Hauptfigur der Produktion mit dem Arbeitstitel „Willkommen in Hindafing“ ein von der (Fernseh-)Norm abweichender Typ ist: Bürgermeister Alfons Zischl, gespielt von Maximilian Brückner, „verstrickt sich in die Intrigen, die er selbst spinnt“, erklärt Regisseur Boris Kunz den versammelten Journalisten bei einer improvisierten Pressekonferenz auf dem Seitenstreifen der Boschetsrieder Straße. Hindafing liegt, so wollen es die Macher, „irgendwo zwischen Ingolstadt und der tschechischen Grenze“. Der neu gewählte Rathauschef verfolgt zusammen mit dem unternehmerisch veranlagten Landwirt und Metzger Sepp Goldhammer (Andreas Giebel) „ambitionierte Projekte“, wie den Bau eines Shoppingchenters und eines Windparks.
Eine wichtige Rolle spielen auch die Ehefrauen der beiden, verkörpert von Katrin Röver und Petra Berndt, ein türkischstämmiger Polizist, der „deutscher ist als alle Deutschen“, und ein junger Pfarrer in einer persönlichen Krise. Die Geschichte werde einen „überspitzte, schwarzhumorigen Ton“ haben, ergänzt Produzent Rafael Parente, der zusammen mit Niklas Hoffmann und Regisseur Kunz das Drehbuch schrieb. Seine kurze Vorschau lässt ahnen, dass das Trio nicht viel ausgelassen hat an kleinen und großen Katastrophen. Bürgermeister Zischl habe ein Drogenproblem, (nicht nur) seine Frau eine Affäre - „ganz viele Dinge, wie sie jeden Tag überall in Deutschland passieren“.
Während Crew und Journalisten in ein „Loft“ im obersten Stock eines Lagerhauses wechseln, dem eigentlichen Set dieses Tages, spricht Elmar Jaeger, für die Produktion verantwortlicher BR-Redakteur, stolz vom etwas anderen Erzählton in „Willkommen in Hindafing“. Die Serie soll die ländliche Realität spiegeln, wie sie in Skandalen wie beispielsweise der gesponserten Geburtstagsfeier eines Mandatsträgers Schlagzeilen machten. Auch die Flüchtlingsproblematik und das umstrittene „Fracking“ würden nicht ausgespart, so Jaeger. Alle diese Themen sollen den Hintergrund der Handlung - „getragen von sehr guten Schauspielern“ bilden. Einer von ihnen ist Hauptdarsteller Maximilian Brückner.
Während die Szene einer riesigen, hellen Sofalandschaft, Schauplatz eines Techtelmechtels zwischen Marie Zischl (Röver) und einem Kunstprofessor, der - aus höchst eigennützigen Motiven - die Bilder seiner Angebeteten ganz groß herausbringen will, drinnen vorbereitet wird, schüttelt Hauptdarsteller Brückner draußen auf der Dachterrasse auf die Frage nach Vorbildern seiner Figur den Kopf. Wer dieser Alfons Zischl sei, das wisse er selbst noch nicht so genau, sagt der 37-Jährige. Auf jeden Fall einer, der darauf aus sei, für sich immer das schönste Stück aus der Torte herauszusuchen - „typisch menschlich, nicht typisch bayerisch“, wie er betont.
„Da geht's ans Eingemachte“, beschreibt er den schwierigen Spagat zwischen Überspitzung und dem für die Glaubwürdigkeit nötigen Realismus. Viele Gedanken um die Eigenschaften seines Charakters mache er sich nicht, gesteht Brückner: „Ich bin ein Instinktschauspieler.“ Was nicht zu verwechseln sei mit Schlampigkeit: „I stell mi ned hi und sag an Text auf, bloß weil d'Zeit ned langt.“ Dabei habe er noch nie so wenig Zeit gehabt, lässt der Münchner durchblicken: „Wir sind am Limit. Aber weil hier jeder mit Enthusiasmus dabei ist, kriegen wir's hin.“
Gedreht wird bis Ende September. Die Ausstrahlung der sechs Folgen ist für 2017 geplant.

Quelle: Maximilian Brückners offizielle Facebook-Seite, 7.9.16
von Rudolf Ogiermann
Foto(s): Thomas & Thomas / dpa
Quellen: Münchner Merkur & tz, OVB, 10./11.9.16

14 Fotos und ein Video vom Setbesuch am 8. September, in "Mittags in ..." im BR von Julia Binder
tz
Scans: EFi

Neue Fernsehserie - Twin Peaks in Oberbayern
Ein Bürgermeister, seine Frau, der Biometzger - und ihre teils zwielichtigen Machenschaften im fiktiven Dorf Hindafing: Das sind die Zutaten für eine neue BR-Serie, die in München und Umgebung gedreht wird.
Von der Terrasse des Luxuslofts in der Boschetsrieder Straße sind hohe Fabrikgebäude, ein Supermarkt und ein fußballfeldgroßer Parkplatz zu sehen. Außenaufnahmen stehen im Motiv "Loft" in München Obersendling für "Willkommen in Hindafing" vermutlich nicht im Drehplan. Im mondänen Inneren der Dachgeschosswohnung - das volle Programm neureicher Dekadenz samt drei Meter langem Aquarium - dreht der Bayerische Rundfunk seit Juli einige Szenen der neuen Fernsehserie.

Maximilian Brückner, Petra Berndt, Katrin Röver und Regisseur Boris Kunz. Foto: Julia Bender/BR

Maximilian Brückner, Petra Berndt und Katrin Röver. Foto: Florian Peljak/SZ
Maximilian BrücknerNach einem Drehbuch von Niklas Hoffmann, Rafael Parente und Boris Kunz, der auch Regie führt, entsteht so in München und Umgebung momentan die sechsteilige Serie um den Bürgermeister Alois Zischl Junior (Maximilian Brückner), seine Frau Marie Zischl (Katrin Röver), den Biometzger Sepp Goldhammer (Andreas Giebel) und ihre - nicht immer legalen - Machenschaften. Die Serie um das fiktive Dorf Hindafing war vor zwei Jahren als Studien-Projekt von Studenten der Filmhochschule (FHH) München in Kooperation mit dem BR entstanden.
Hindafing sei ein kleiner Ort zwischen Ingolstadt und der tschechischen Grenze, erklärt Regisseur Boris Kunz. Ein Ort, der touristisch nicht erschlossen sei und jetzt ein neues Image aufbauen wolle, so Kunz weiter. Der Filmemacher, der schon mit seinem Abschlussfilm "Drei Stunden" 2012 bei den Internationalen Hofer Filmtagen auf sich aufmerksam machte, hat für das Dorf in den ersten sechs Folgen auch so einiges geplant: Bürgermeister Alois Zischl Junior hat zusammen mit dem Biometzger Sepp Goldhammer nämlich eine Idee, wie der kleine beschauliche Ort wieder auf die touristische Landkarte kommen könnte.
Nicht ganz ohne Hintergedanken planen die beiden Macher ein Shoppingcenter, das ganz auf die aktuellen Ökotrends ausgerichtet ist und wieder mehr Besucher nach Hindafing bringen soll. Als nun 50 Flüchtlinge in den kleinen Ort kommen, nimmt die Story eine radikale Wendung und gewinnt an Brisanz und Härte. Der Produzent und Co-Autor Rafael Parente fasst die narratorische Stoßrichtung der Serie zusammen: "Wir versuchen, aktuelle Themen zu streifen, politische Diskussionen anzureißen und unsere Figuren dabei zu begleiten, wie sie damit umgehen."
Auch das Figurenkonstrukt macht klar, dass es hier nicht um eine Heimatserie im klassischen Sinne geht: Neben einem homosexuellen Priester, der sich in einen Afro-Amerikaner verliebt, einem türkischen Polizisten, der preußisch-korrekt sein Dorf maßregelt, und den Ehefrauen der Macher-Männer, die systematisch Affären pflegen, ist die Hauptfigur, der Bürgermeister Alois Zischl Junior, auch noch schwer drogensüchtig. Lauter brisante Themen, Konstellationen und Diskurse also, für die dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen sonst oft der Mut fehlt. Referenzpunkte sind für die Produktion amerikanische Erfolgsserien wie "Breaking Bad", "House Of Cards" oder "Mr. Robot".
Alois Zischl ist als eine für solche Serien typische ambivalente Figur angelegt - ähnlich einem Walt White aus "Breaking Bad" oder Francis Underwood aus "House Of Cards" immer zwischen gut und böse schwankend, immer haarscharf vor der Katastrophe. Eine Rolle, die Maximilian Brückner ganz schnell an diesem Projekt gereizt hat: "Im Grunde ist er ein guter Kerl. Aber er muss auch manchmal unsympathisch sein. Sonst spielt man nur so einen Budenzauber", sagt er. Brückner, der selbst schon im Gemeinderat seines Heimatdorfs Riedering saß, verkörpert den jungen Bürgermeister und will seiner Rolle Intensität und Tiefe verleihen: "Du musst die Szenen, die hart sind, auch richtig hart spielen. Wenn das nur so eine Gaudi-Nummer ist, wird es einfach langweilig. Hier geht's ans Eingemachte."
In Tonfall und erzählerischem Stil möchte die linear erzählte Serie um die Hauptfigur Zischl Junior wie ein Roman Kapitel für Kapitel den Mikrokosmos Hindafing nutzen, um satirisch und überspitzt über das Leben in der Provinz zu erzählen. Der Ansatz sei es, beschreibt Produzent Rafael Parente das künstlerische Konzept der Produktion, das Landleben satirisch, schwarzhumorig und modern zu beleuchten. Es solle um ein reales Bayern gehen, sagt Parente, fernab von Postkarten-Idylle, Holzvertäfelung und Alpen-Panorama-Ästhetik.
In der Geschichte um die Intrigen und Spielchen des Bürgermeisters kommen in "Willkommen in Hindafing" die kleinen Geheimnisse und vergrabenen Leichen der Dorfgemeinde wieder ans Licht: "Tagsüber trifft man sich im Hasenzüchterverein und nachts eben im Swinger-Club." Wie in David Lynchs Mystery-Serie "Twin Peaks" aus den Neunzigern verstecken sich auch hier einige düstere Rätsel hinter der idyllischen Fassade. Die Ausstrahlung der Serie im Bayerischen Fernsehen ist für das Jahr 2017 geplant.
Von Stefan Sommer. Quelle: Süddeutsche Zeitung, 13.10.16


Das Team: Florian Kamhuber, Boris Kunz, Niklas Hoffmann, Moritz Wos, Joanna Klinger, Ulrike Kraus-Ringelmann, Jacqueline JayJay, Michael Kosyk, Patrick Wosien, Christina Christl Neher, Ringo Hermann, Marion Littich, Stefan Netzer, Bartosz Batura, Stephie Anna Wiehler, Max Greil, Marlene Piller,Felix Schmittenbecher, Tim Kuhn, Thomas Tröger, Rebecca Meining, Olivier Mo, Florian Lederer, Franziska Hurm, Micha Lang, Björn Mayer, Holger Welter, Bastian Huber, Ralf Hauschild, Vincent Oktay, Robin Schmid, Boris Heide, Rainer Hutchal, Calvin Holm, Marcel Beranek, Attila Makai, Daniló Gerul, David Reichelt, Clemens Lehmann, Bettina Berghammer, Pit Philipp, Tom Demiraldo, Naira Cavero, Susanna Haneder, Helga Berthold, Tina Keimen-Sorge, Kurosch-Oliver Akhavan, Agnes Ellert, Karin Schedlbauer, Katja Beck, Andreas Pfohl, Viktoria Vanillevodka
Quelle: NeueSupers Facebook-Seite


Quelle: Maximilian Brückners offizielle Facebook-Seite, 29.9.16



Quelle: Maximilian Brückners offizielle Facebook-Seite

Hindafing-Nachdreh
Video mit seiner Maskenbildnerin Agnes

Quelle: Maximilian Brückners offizielle Facebook-Seite, 20.12.16


Meine Frage: "Nachdreh zu Hindafing? Oder ist der Clip von den Dreharbeiten im Sommer?" hat Maxi mit "Ein kleiner Nachdreh!" beantwortet.

Der Bayerische Rundfunk hat am 23. Januar 2017 beim traditionalen BR-Filmbrunch im Literaturhaus München die Film- und Fernseh-Highlights 2017 präsentiert.
Hindafing-Besetzung
v.l. Andreas Giebel, Petra Berndt, Heinz-Josef Braun, Johanna Bittenbinder, Katrin Röver, Maximilian Brückner und BR-Redakteur Elmar Jäger. Foto: Tobias Hase/dpa

Foto: Hannes Magerstaedt/Getty Images
Hindafing - Katrin Röver + Maximilian Brückner
Quelle: Presseheft BR-Filmhighlights 2017


Mehr Fotos mit Maximilian Brückner und Video mit den Hauptdarstellern von Hindafing (ab ca. 4:23 min)

Themen der FilmNewsBayern #1/2017 des FilmFernsehfonds Bayern: "Katharina Luther", Dan Maag über Pantaflix, Sven Pannicke und Dominik Trimborn über die neue Niederlassung von RISE | Visual Effects Studios in München, 25 Jahre Bayerisches Filmzentrum Geiselgasteig, bald 50 Jahre Hochschule für Fernsehen und Film München, Interview mit Wolfgang Emmer von Icebird Studios, "Hindafing" von NEUESUPER (S. 24-25 → Scans s.u. und in voller Größe im Album „Willkommen in Hindafing (AT)“ auf Facebook), "Eine unerhörte Frau" von Hans Steinbichler, produziert von Lailaps Pictures GmbH, Berlinale-Premiere von Die Häschenschule - Der Film, Fotos von der Preisverleihung "Drehort des Jahres", von der Filmtheater Prämienverleihung, vom Mediengespräch im Englischen Garten und "De la classe" - der Bayerische Filmpreis. Voilà! Zum Download
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'Drama Series Days' auf der Berlinale
Überwiegend verheißungsvoll wird die nähere TV-Serien-Zukunft, wenn es nach den Projekten der diesjährigen 'Drama Series Days' geht. Aus Deutschland sorgt vor allem die BR-Serie "Willkommen in Hindafing" für eine positive Überraschung.
Die beiden deutschen Beiträge der Drama Series Days brauchten sich vor der internationalen Konkurrenz nicht zu verstecken. Positiv überraschte vor allem der von Neuesuper für den Bayerischen Rundfunk produzierte Sechsteiler "Willkommen in Hindafing" – von seinen Machern nicht ganz zu Unrecht als bayerische Antwort auf "Fargo" bezeichnet. Ex-"Tatort"-Kommissar Maximilian Brückner glänzt als korrupter, koksender, inkompetenter Provinzbürgermeister, der seine große Stunde gekommen glaubt, als er in seinem Ort ein Flüchtlingsheim unterbringen soll. Das Autorentrio Niklas Hoffmann, Boris Kunz und Rafael Parente hat herrlich skurrile Figuren geschaffen, deren Beziehungsgeflecht gerade so weit ins Absurde getrieben wird, dass Denkanstöße zur gesellschaftlichen Gegenwart noch erkennbar sind.
aus: Vom bayerischen "Fargo" zur Serienkiller-Jagd mit Freud auf DWDL.de, 16.2.17

Welcome to Hindafing
Quelle: Global Screen (mit Trailer)

Quelle: IMDb

Pressetag in Hamburg am 7. April 2017

Quelle: Maximilian Brückners offizielle Facebook-Seite

Quelle: BR-Bayerischer Rundfunk auf Twitter

So böse (und komisch) kann eine Heimat-Serie sein
Hindafing, ein bayerisches Idyll? Von wegen: Ein korrupter Bürgermeister sorgt in der BR-Serie für jede Menge Drama. Und die irre Story samt tollen Stars für außergewöhnliche Unterhaltung.
Es geht um Drogen, Affären, Korruption und Flüchtlingspolitik. Eine explosive Mischung, die sich in der bayerischen Provinz für Enthüllungen sorgt, die besonders Bürgermeister Zischl und seinen Spezln zum Verhängnis werden könnte.
Sollte man sehen weil Kleinstadtpolitik hier mal nix mit Kleintierzüchterverein und Frühlingsfestplanung zu tun hat. Hier geht's um Geldgier und Machthunger, die zusammen eine ganze Gemeinde in die komische Katastrophe treiben. Und wenn dann noch der talentierte Maximilian Brückner und Kabarettist Andreas Giebel in den Hauptrollen zu sehen sind, ist der etwas andere Heimatabend gesichert.
Neues zu Staffel 2? Ob es eine zweite Staffel zur bayerischen Serie geben wird, steht noch in den Sternen. Doch wenn die erste Staffel im Mai 2017 ein Erfolg wird, ist sicher nichts unmöglich und weitere TV-Skandale aus Hindafing denkbar.
Vollständiger Artikel von Claudia Donald in Hörzu, 12.4.17

Bayern, einmal anders bitte!
Hindafing, irgendein Kaff in Oberbayern. Leider sieht es hier nicht so schön aus. Keine sattgrünen Wiesen vor weißblauem Himmel. Auch jene bärbeißigen und doch liebenswerten Originale, die hier vielleicht noch einen netten Mord aufklären könnten, sucht man vergebens. Nein, die BR-Serie "Hindafing" ist anders als jene Stoffe, die auf Heimattümelei, Postkartenbilder und Geschichten von der Stange setzen. Sollte man das in drei dienstäglichen Doppelfolgen ausgestrahlte Werk junger Filmschaffender beschreiben, man müsste absurd klingende Vergleiche wie den Mix aus Gerhard Polt und "Breaking Bad" ins Felde führen. Maximilian Brückner, den man einst beim Saarländischen "Tatort" als Kommissar nicht mehr haben wollte, spielt grandios einen Bürgermeister im verzweifelten Draufgänger-Modus.
Wer das Landleben kennt, jene Mischung aus gegenseitiger Hilfe und Erniedrigung, weiß, wie es Alfons Zischl (Maximilian Brückner) geht. Auf der Beerdigung seines Vaters, im Ort war er wohl immer jener, der das Sagen hatte, bekommt der junge Bürgermeister noch einmal vorgehalten, was für ein großer Mann der Verstorbene war - während der Sohn weiter gegen sein Image als Würstchen ankämpfen muss.
Der kinderlos mit einer seltsam stoischen Malerin (Katrin Röver) Verheiratete arbeitet fieberhaft an der Realisierung seines Prestige-Projekts, des neuen Einkaufszentrums "Donau Village". Während Zischl private Geldsorgen drücken, schlägt ihm der mafiöse Landrat Pfaffinger (Jockel Tschiersch) ein unsauberes Geschäft vor. Sollte Zischl seine Pläne fürs fast fertige Einkaufszentrum eine Weile auf Eis legen, damit in den Räumlichkeiten Flüchtlinge untergebracht werden können, bekäme der Bürgermeister Zugriff auf vom Vater in Übersee geparkte Schwarzgeld-Millionen.
Blöderweise hat Zischl junior vielen Geschäftsleuten seiner Stadt längst konkrete Versprechungen gemacht, die von einer baldigen Eröffnung des "Donau Village" abhängen. Vor allem der korrupte Biofleisch-Händler Sepp Goldhammer (Andreas Giebel) kämpft mit harten Bandagen. Jedoch ist er nicht der einzige im Ort, der Alfons Zischl in der Hand hat. Fast scheint es, als würde jeder in dieser feinen Gemeinde Druck auf den Bürgermeister ausüben, was diesen zu einem wahren Parforce-Ritt in Sachen Kopf-retten zwingt.
Das irre Drehbuch zu "Hindafing" entstammt der Feder junger, ehemaliger Filmhochschüler, die sich mit diesem Stoff an einem Kreativwettbewerb des BR beteiligten. Gott sei Dank wurde die Qualität des Drehbuchs von Niklas Hoffmann, Rafael Parente und Boris Kunz (auch Regie) frühzeitig erkannt. "Hindafing" wurde als besonderes Projekt gefördert und als Sechsteiler mit viereinhalb Stunden Spielzeit ausgestattet. Eine der Stärken der Serie, neben ihrer genauen Beobachtung des auf gegenseitigen Abhängigkeiten beruhenden Landlebens, sind die Ernsthaftigkeit und der Realismus, mit denen hanebüchene Geschichten auch in ihren irrsten Wendungen erzählt werden. Fast glaubt man, noch einmal die besten Sketche aus Gerhard Polts Kultserie "Fast wia im richtigen Leben" mitzuerleben.
Gerade wenn man weiß, wie schnell solche satirischen Stoffe den Deutschen ins Lächerliche, Überzogene abkippen, muss man bewundern, wie der BR seine böse Heimatserie gegen den Mainstream konsequent anders inszenierte. Wenn das deutlich sanftere "Mord mit Aussicht" im Ersten Bruce Springsteen wäre, könnte man "Hindafing" als Frank Zappa der deutschen TV-Serie bezeichnen. Weil Zappa jedoch abseits seiner provokanten Ferkeleien zwar geniale, aber zu komplizierte Musik machte, um der Masse zu gefallen, läuft "Hindafing" im Bayerischen Fernsehen anstatt im Ersten.
Doch wer weiß? Auch US-Serien wie "Breaking Bad" schienen anfangs viel zu abgefahren, um für einen Mainstream-Erfolg in Frage zu kommen. Wie man weiß, kam es anders. Dem deutschen Serienwesen, zumindest jenem mit kleinem Budget, sollte "Hindafing" ein großes Vorbild sein.
Von Eric Leimann, Weser-Kurier, 21.4.17

Photo: Günther Reisp. Quelle: IMDb
Schrill-schräger Serien-Blick auf Bayern
Im Mittelpunkt steht die kleine fiktive Gemeinde Hindafing mit ihrem selbstherrlichen und hoch verschuldeten Bürgermeister Alfons Zischl (Maximilian Brückner). Der will mit seinem alten Spezl, Bioschlachter Sepp Goldhammer (Andreas Giebel), an der Stelle der alten Kriegskonservenfabrik der Goldhammers ein modernes Bio-Shopping-Paradies errichten, das den klangvollen Namen Donau Village trägt. Alles läuft nach Plan. Doch dann macht Landrat Pfaffinger (Jockel Tschiersch) dem verschuldeten Bürgermeister ein unmoralisches, aber äußerst verlockendes Angebot. Zischl soll Zugriff auf die Schwarzgeldkonten seines verstorbenen Vaters erhalten, wenn er im Gegenzug in Hindafing 50 Flüchtlinge aufnimmt. Als Ort würde sich am besten das Gebäude eignen, in dem eigentlich das Donau Village geplant war. Zischl lässt sich auf den Deal ein und fordert so nicht nur den Unmut von Sepp Goldhammer heraus. Auch seine Frau Marie (Katrin Röver), die leidenschaftlich gerne malt und eine kleine Galerie im Center bekommen soll, und Vereinsmeier Karli Spitz (Heinz Josef Braun), dessen Tochter Jackie (Kathrin von Steinburg) dort einen Friseursalon eröffnen will, sind von den Plänen des Bürgermeisters alles andere als begeistert und schießen zurück. Kaum sind die Flüchtlinge angekommen, werden die Turbulenzen immer größer. Pfarrer Krauss (Michael Kranz) verliebt sich in den jungen Afrikaner Amadou (Joel Sansi), der türkischstämmige Dorfpolizist Erol Yildirim (Ercan Karacayli) ermittelt heimlich gegen Zischl wegen dessen Verstrickungen ins Drogenmilieu, Karli Spitz will sich plötzlich wieder daran erinnern, wer vor Jahren seine Tochter (Spitzname: die unbefleckte Empfängnis) geschwängert hat und ein zwielichter Typ namens Slomka (Wolfgang Maria Bauer) will beim Bürgermeister Drogenschulden eintreiben. Und auch Goldhammer hat so seine Probleme: Auf seinem Hof entdecken Inspekteure ukrainische Fleischabfälle. Alles bio - oder was?
So mancher Kommunalpolitiker dürfte entsetzt sein: So durchgeknallt hat man wohl noch nie einen Bürgermeister gesehen. Der kokst, was das Zeug hält, ist korrupt, machtgeil, spielt jeden gegen jeden aus, weiß clever jede Situation für sich zu nutzen. Doch, und das macht den besonderen Reiz der Serie aus, letztlich verheddert er sich stets selbst in seinen Intrigen. Man merkt den Machern an vielen Stellen an, welche Serien sie beeinflusst und wohl auch inspiriert haben (das wird schon äußerst gelungenen Vorspann sichtbar). Da ist Walter White aus „Breaking Bad“, der sich auch immer mehr hinein reitet und ähnlich geschunden durch die Szenerie stolpert wie Alfons Zischl. Da ist Frank Underwood in „House Of Cards“, der für den Machterhalt auch - obgleich anders - über Leichen geht. Da ist „Twin Peaks“, eine Kleinstadt, hinter deren idyllischer Fassade sich ein Labyrinth aus Sex, Drogen, Lügen und Gewalt verbirgt. All das findet man auch in dem Ort „Hindafing“. Das Dorf ist nur auf den ersten Blick ein bayerisches Idyll. Hier gibt es Kokain, Affären, Korruption, Machthunger, Geldgier und Flüchtlingspolitik als Spielball eigener Interessen. Das alles reißt Bürgermeister Zischl in die Katastrophe. Durch seine Intrigen und Spielchen kommen Stück für Stück kleine Geheimnisse, alte Sünden und vergrabene Leichen der Dorfgemeinde ans Licht.
Das ist teilweise angenehm verschachtelt erzählt. Das Drehbuch stammt von Niklas Hoffmann, Rafael Parente (beide konzipierten auch die ZDFneo-Serie „Blockbustaz“) und Boris Kunz (der drehte die Tragikomödie „Daniels Asche“ und als HFF-Abschlussfilm die Liebeskomödie „Drei Stunden“), der hier auch Regie führt. So richtig rund und flüssig ist das alles noch nicht immer. Zu schwankend ist die Qualität der einzelnen Szenen, manches wirkt unausgegoren, anderes - wie beispielsweise die Szene auf dem Fußballplatz - gerät ein wenig hölzern. Doch der innovative Anteil überwiegt deutlich. Viele Sequenzen stecken voll sprudelnder Ideen, sind schrill, schräg und herrlich pointiert. Da stimmt das Timing. Was die Macher wollen, ist spür- und sichtbar, auch wenn manch Straffung der Serie gut getan hätte.
So eine ambivalente Figur wie diesen Alfons Zischl gab es früher in deutschen Serien nicht, hier haben die Vorbilder aus den USA eine Menge in Bewegung gebracht. Zischl schwankt stets zwischen Gut und Böse, agiert immer haarscharf vor der Katastrophe. Ein guter Kerl und ein Kotzbrocken zugleich, zu dem man Empathie entwickelt kann, aber im nächsten Moment als Zuschauer sofort wieder auf (moralische) Distanz geht. Maximilian Brückner („Pregau“) gibt dieser Rolle Intensität und Tiefe, spielt die harten Szenen auch richtig hart. Ob ihm dabei seine Erfahrung als Gemeinderat seines Heimatdorfs Riedering geholfen hat, sei mal dahin gestellt. Die Serie lebt von der Überhöhung des Lebens in der Provinz, von der Überspitzung der agierenden Charaktere, will das Landleben satirisch, schwarzhumorig und modern beleuchten. Keine Postkarten-Idylle, keine Alpen-Panorama-Ästhetik, man spielt auch nicht einmal mit den bekannten Motiven. Der Mikrokosmos Hindafing ist von Regisseur Kunz atmosphärisch gut eingefangen, die Locations mit viel Überlegung ausgewählt. Das fängt schon beim Rathaus an, das kein historisches Gebäude ist, sondern eine typische Bausünde aus den siebziger Jahren, ein liebloser, kalter Zweckbau in Beton.
Der Traum vieler Dörfer vom Aufschwung durch Ansiedelung moderner Unternehmen oder den Bau eines großen Einkaufszentrums nimmt die Serie als Ausgangsidee. Dabei spielt sie mit aktuellen Ökotrends genauso wie mit der Angst mancher Gemeinden vor der Aufnahme von Flüchtlingen. Was am Anfang witzig beginnt, nimmt im Verlauf der sechs Folgen deutlich an Brisanz und Härte zu. „Wir versuchen, aktuelle Themen zu streifen, politische Diskussionen anzureißen und unsere Figuren dabei zu begleiten, wie sie damit umgehen“, sagt Rafael Parente. Herrlich frech, frisch und politisch alles andere als korrekt ist das Figurenkonstrukt: Der Priester homosexuell, der türkische Polizist preußisch-korrekt und „deutscher als die Deutschen“, der Bürgermeister drogensüchtig, korrupt und ein Weiberheld, die Frauen treiben es ähnlich bunt wie die „Vorstadtweiber“, der Biometzger (eine Rolle wie geschnitzt für Andreas Giebel!) ein Betrüger. Man traut sich was... und das tut der Serie gut. Man merkt dem jungen Team seinen anderen soziokulturellen Hintergrund an: Hier wird nicht so verschmitzt und liebevoll erzählt wie es in Bayern beispielsweise ein Franz X. Bogner („Schexing“) macht, bei diesen jungen Wilden geht es zur Sache. Dabei gelingt der Spagat zwischen Überspitzung und dem für die Glaubwürdigkeit des Ganzen nötigen Realismus nicht immer, aber die Einarbeitung kleiner und großer Themen - von der Flüchtlingsproblematik über „Fracking“ bis zu kleinen Skandalen wie der gesponserten Geburtstagsfeier des Miesbacher Ex-Landrats Kreidl - machen die Serie zu einem durchdachten Vergnügen auf der Höhe der Zeit. Und die teilweise jazzig angehauchte Musikuntermalung (Musik: David Reichelt) gibt der Produktion auch eine besondere Klang-Note.
4,5 von 6 Sternen
Von Volker Bergmeister, Tittelbach.tv, 25.4.17

Hindafing
Eigentlich will Alfons Zischl (Maximilian Brückner), Bürgermeister des bayerischen Provinznestes Hindafing, mit dem Öko-Shoppingcenter „Donau Village“ ganz groß rauskommen. Und mit den Drogen aufhören wollte er eigentlich auch. Doch als er das Familienerbe auf einem Schwarzgeldkonto in Panama entdeckt, muss er seine Pläne ändern. An das Geld kommt der hochverschuldete Hallodri nur, wenn er den Landrat Pfaffinger (Jockel Tschiersch) ins Boot holt. Und der braucht gerade dringend eine Flüchtlingsunterkunft. Also quartiert Zischl kurzerhand Asylbewerber im Rohbau ein, sehr zum Ärger von Dorfschlachter Goldhammer (Andreas Giebel), der im „Donau Village“ seine Gammelfleisch-Produkte als Ökowurst verkaufen wollte. Nur privat, in der Ehe mit Marie (Katrin Röver), läuft es super für Zischl. Solange sie nicht die Drogen findet. Oder Wind von einer alten Affäre bekommt, mit der Zischl von Karli Spitz (Heinz Josef Braun), dem einflussreichen Chef des Kaninchenzüchtervereins erpresst wird. Und das ist alles erst der Anfang...
Herrlich schräg und abgrundtief schwarz: In „Hindafing“ verheddert sich ein liebenswerter, aber korrupter Provinzbürgermeister, gespielt von Maximilian Brückner („Wer früher stirbt ist länger tot“, „Räuber Kneißl“), in einem Netz selbstgestrickter Intrigen und löst dabei nicht nur politische Erdbeben aus.
Für die Mini-Serie (6 x 45 Minuten) konnten die Produzenten Rafael Parente, Simon Amberger und Korbinian Dufter, die schon mit der Kultserie „Blockbustaz“ Aufsehen erregten, einen bayerischen All-Star-Cast mit Andreas Giebel („München 7 - Zwei Polizisten und ihre Stadt“, „Räuber Kneißl“), Petra Berndt („Rossini“, „Herr Ober!“), Katrin Röver (Residenztheater München) und vielen anderen gewinnen. Regie führt Boris Kunz.
Quelle: LimeLight PR, Presse-Betreuung der TV-Ausstrahlung

Die Premiere von "Hindafing" war am Mittwoch 3. Mai 2017 im Cadillac Kino, Rosenkavalierplatz 12, 81925 München
Das Blitzlichtgewitter begann gegen 17 Uhr, Einlass ins Kino war ab 17:30 Uhr, aber nur für akkreditierte Presse, geladene Gäste und Gewinner von Eintrittskarten, da das Kino wegen einer geschlossenen Gesellschaft ganztägig geschlossen war. Gezeigt wurden 2 Folgen á 45 Minuten.
Fotos: Neue Super


v.l. Gabriele Pfennigsdorf (stellv. Geschäftsführerin FFF Bayern), Regisseur Boris Kunz, Maximilian Brückner. Katrin Röver, Petra Berndt, Andreas Giebel und Ronald Schreglmann
Foto: Ralph Wilschewski / BR


Fotos: Axel Redder
Hauptdarsteller Maximilian Brückner (Mitte) u.v.l.n.r.: Autor Niklas Hoffmann, die Produzenten Korbinian Dufter und Rafael Parente, BR-Fernsehdirektor Reinhard Scolik, Gabriele Pfennigsdorf (stellv. Geschäftsführerin FFF Bayern) und Produzent Simon Amberger
Foto: MediaBiz/Blickpunkt:Film | TV, Foto des Tages



Maximilian Brückner und der Moderator der Premiere Tom Meiler (BR).
Foto - in gross: Neue Super

Premierenberichterstattung und mehr Fotos:
BR-Video vom roten Teppich der Premiere, mit Interviews mit Regisseur Boris Kunz, Maximilian Brückner, Andreas Giebel, Heinz Josef Braun, Johanna Bittenbinder und BR-Fernsehdirektor Dr. Reinhard Scolik
Fotos vom roten Teppich und hier
– Premierenfotos auf Maxis Facebook-Seite: hier und hier
– 3.5. mittags Interview mit Maximilian Brückner im BR3 Radio mit Brigitte Theile: Video. Vollständiges Interview am Di 16.5. ab 19 Uhr auf Bayern 3 Radio in "Mensch Theile": BR-Podcast
– 3.5.nachmittags in der BR Rundschau: In Bayern gibt es einen neuen Ort, und der heißt Hindafing. Es ist eine reale Filmkulisse und die Bürger sind echte Schauspieler. Maximilian Brückner spielt den leidlich korrupten Bürgermeister: Video
BR-Video von der Premiere
– Fotos des FFF Bayern hier, hier und hier
– Noch mehr Fotos von der Premiere, zu finden auf Instagram unter #Hindafing
Weitere Premierenfotos von Neue Super
– Andreas Giebel auf der "Blauen Couch" in Radio Bayern 1 bei Gabi Fischer: BR-Podcast
Interview-Video mit Maxi und Video von der Premiere von 'Vips in the City'


Cast & Crew von "Hindafing" nach der Premierenvorstellung. Foto - in gross: Neue Super

Maximilian Brückner: "Hey, das sieht verdammt gut aus!"
Der ehemalige "Tatort"-Kommissar und überzeugte Oberbayer Maximilian Brückner spielt in der brillanten BR-Serie "Hindafing" einen ländlichen Bürgermeister, der um seine Existenz kämpft.
Es ist bezeichnend für die deutsche Serien-Kultur. Eine Gruppe Kreativer, sie kommt gerade von der Filmhochschule, schafft im Rahmen eines Nachwuchswettbewerbs die mit interessanteste deutsche TV-Serie der letzten Jahre. In "Hindafing" (ab Dienstag, 16. Mai, 20.15 Uhr, Bayerisches Fernsehen) spielt der ehemalige Saarbrücker "Tatort"-Kommissar Maximilian Brückner einen jungen Dorfbürgermeister, dem alle Felle davon schwimmen. Selten hat man solch einen irren Trip im deutschen Fernsehen verfolgen dürfen. Angesiedelt zwischen Thriller und Satire, gepaart mit einer fast dokumentarischen Beobachtungsgabe - auch Maximilian Brückner ist spürbar begeistert. Der 38-Jährige, verheiratet, aber noch kinderlos, spricht mit Leidenschaft über die Serie "Hindafing", die einen exponierten Sendeplatz im Ersten verdient hätte.
teleschau: Herr Brückner, wie entsteht eine so innovative Serie wie "Hindafing"?
Maximilian Brückner: In diesem Fall war sie das Ergebnis einer Ausschreibung vom Bayerischen Rundfunk. Die Macher von "Hindafing" sind ganz jung. Sie kommen frisch von der Filmhochschule. Ich war mit 38 fast der Älteste bei diesem Projekt.
teleschau: Wie sind Sie mit dem Stoff in Berührung gekommen?
Brückner: Ich wurde gefragt (lacht). Damals war so eine Geschichte in den Medien - von einem Bürgermeister, der sich Crystal Meth reingepfiffen hatte. Gleichzeitig gab es kaum ein größeres Thema als die Flüchtlingsproblematik. Das Buch war damals nur ein Teaser, es war noch lange nicht fertig. Die Bedingungen waren wie bei einem Studentenfilm. Trotzdem dachte ich, das kann man mal machen. Als ich die ersten gedrehten Szenen sah, wusste ich: Hey, das sieht verdammt gut aus!
teleschau: Das heißt, "Hindafing" hat diesen Wettbewerb des Bayerischen Rundfunks gewonnen?
Brückner: Nein, die haben beim BR schnell die Qualität des Ganzen erkannt, es aus dem Wettbewerb herausgenommen und es finanziell ausgestattet. Sechs Drehbücher sind so entstanden.
teleschau: Warum unterscheidet sich dieser Stoff von anderen deutschen Serien?
Brückner: Es ist diese unglaubliche Mischung aus Humor und Boshaftigkeit. Das ist wie bei Molière. Es bringt dich zum Lachen, dadurch geht der Kopf auf. Und dann kommt der Mann mit Hammer und Nagel - und schlägt das Ding ganz tief rein.
teleschau: Man könnte "Hindafing" auch als Mischung aus Gerhard Polt und "Breaking Bad" bezeichnen. Was halten Sie davon?
Brückner: Damit kann ich durchaus etwas anfangen. Polt schafft es ja, einfache Leute extrem sauber und detailreich zu zeichnen. Und er braucht nur kurze Szenen dafür. Dazu kommt eine Handlung mit Drogen, Wahnsinn und Kriminalität. Wir sind eine Generation, die mit "Fargo" oder "Breaking Bad" sozialisiert wurde. Natürlich findet man solche Stoffe gut. Andererseits bringt es nichts, etwas nachzumachen. Hier ist es gelungen, etwas ganz Eigenes zu kreieren.
teleschau: Sie meinen, die Kreuzung eines intelligenten, bösen US-Thrillers mit der genauen Beobachtung der bayerischen Landbevölkerung?
Brückner: Ich finde gar nicht, dass die Serie so wahnsinnig bayerisch oder ländlich ist. Es geht um Menschen, die alle auf ihren Vorteil bedacht sind. Egal ob Bürgermeister, Metzger oder Flüchtling. Jeder versucht, aus seinem Leben das Beste herauszuschlagen. Dabei zuzusehen, offenbart eine gewisse Tragik. Es geht um das große Hamsterrad des Lebens. Aber das Personal, das da strampelt, gibt es überall.
teleschau: In Regionalkrimis oder anderen Formaten, die eine bestimmte Gegend als Kulisse nutzen, sehen diese Schauplätze immer besonders schön und stimmungsvoll aus. Ihr oberbayerisches Dorf kommt dagegen ziemlich reizlos daher ...
Brückner: Genau. Es war uns wichtig, diesen Mythos der Lieblichkeit zu zerstören. Schöne Naturbilder hätten von der Handlung abgelenkt. "Hindafing" betont die Langeweile, das Austauschbare, aber auch Globalisierte der Provinz. Nicht umsonst geht es um ein geplantes Einkaufszentrum namens "Donau Village".
teleschau: Sind Sie froh mittlerweile, kein "Tatort"-Kommissar mehr zu sein? Immerhin haben Sie nun mehr Zeit für Projekte wie dieses.
Brückner: Ich bin dem "Tatort" vor allem dankbar. Die Rolle gab mir einen Bekanntheitsschub, über den sich jeder Schauspieler in Deutschland freut. Von meiner Seite sind da keine negativen Gefühle. Ich finde jetzt in der Tat mehr Zeit für spannende Projekte. So spiele ich auch wieder Theater, zur Zeit "Baumeister Solness" von Henrik Ibsen am Volkstheater in München.
teleschau: Sie leben wie Ihre Hauptfigur, der Bürgermeister von "Hindafing", in der oberbayerischen Provinz. Man hat den Eindruck, dass Sie oft bayerische Rollen spielen. Weil sie ein überzeugter Heimatliebender sind?
Brückner: Letztes Jahr drehte ich "Luther" fürs ZDF, das läuft im Herbst. Und dann noch "Tannbach" in Tschechien, da war ich viel unterwegs. Insofern freue ich mich immer, wenn etwas vor der Haustür angeboten wird. Gut muss es natürlich sein. Als Schauspieler ist es wichtig, regelmäßig die eigene Komfortzone zu verlassen und sich Dingen zu stellen, die man nicht einfach mit Routine wegwuppt. Nur so bleibt der Beruf spannend und man selbst auf einem guten Niveau.
teleschau: Sie waren selbst mal lokalpolitisch aktiv, stimmt das?
Brückner: Nein, es wäre übertrieben, dies zu behaupten. Ich war mal für einige Monate im Gemeinderat meiner alten Kommune. Einfach, weil ich dort groß geworden bin. Damals dachte ich, ich gebe dem Dorf etwas zurück, indem ich mich für mehr Mülltonnen oder ähnlich praktische Dinge engagiere (lacht). Dann aber bin ich umgezogen.
teleschau: Sie konnten also keine eigenen Erfahrungen aus der Politik in die Serie einbringen?
Brückner: Nein, aber darum ging es auch kaum. Ich glaube, in viereinhalb Stunden Serie haben wir zwei kurze Sitzungen des Gemeinderats im Drehbuch. "Hindafing" ist die irre Geschichte eines Mannes, der zufällig Bürgermeister auf dem Land ist. Es ist keine Serie über die Ränkespiele der Lokalpolitik.
teleschau: Trotzdem wird viel vom Gemauschel erzählt, dem Prinzip vom Geben und Nehmen, mit dem auf dem Land doch vor allem Politik gemacht wird ...
Brückner: Es geht immer um einen Kompromiss der Interessen. Ich finde, dass Politiker in der öffentlichen Wahrnehmung oftmals viel zu schlecht wegkommen. Denn viele machen schon einen ordentlichen Job, und sie werden trotzdem dafür angefeindet.
teleschau: Würden Sie es noch mal in der Politik versuchen wollen?
Brückner: Nein, ich kann mir das nicht vorstellen. Auch weil ich zu gerne Schauspieler bin.
teleschau: Nahmen Sie sich beim Spielen einen bestimmten Politiker zum Vorbild?
Brückner: Man schafft ja so nichts Eigenes. Keine Figur, die lebt. Es wäre dann eher eine Parodie. Das schlimmste, was mir hätte passieren können, wäre, dass mein Bürgermeister alle, die zusehen, an einen bekannten Politiker erinnert (lacht).
teleschau: Sind die Menschen in der Wirklichkeit so böse, wie "Hindafing" sie macht?
Brückner: Satire lebt vom Überspitzen. Natürlich wird alles ein bisschen überhöht. Trotzdem stimmt es, dass jeder Mensch auf seinen Vorteil bedacht ist. Das ist ja auch nicht verwerflich, die Natur funktioniert so. Es ist halt die Frage, mit welchen Mitteln man seine Ziele verfolgt.
teleschau: Klassisch gute Menschen gibt es in der Serie nur sehr wenige. Der schwule Pfarrer fällt einem ein ...
Brückner: Ja, das ist eine schöne Idee des Drehbuchs. Das einzige normale, nette Pärchen in der Serie, ist ein homosexuelles Paar aus zwei katholischen Geistlichen. Dagegen leben jene, die offiziell als normal gelten, durch und durch in kranken Beziehungen.
teleschau: Letztendlich ist "Hindafing" also eine deprimierende Serie, weil sie an einem hässlichen Ort von bösen Menschen erzählt?
Brückner: Nein, die Serie ist sehr unterhaltsam - auch weil es an allen Ecken und Enden des Bösen kräftig menschelt. Wir sind nicht "House of Cards", wo das Böse kalt und berechnend daherkommt. Das ist für mich eine deprimierte, wenn auch brillante Serie. Allein, weil es ein Geniestreich ist, dass Zuschauer mit einer Hauptfigur fiebern, die kalt und völlig empathielos ist. Das muss man erst mal schaffen. Wir dagegen zeigen Menschen, die man so ähnlich aus dem echten Leben kennt. Und denen man gerne zuschaut.
Von Eric Leimann, Teleschau/MSN Nachrichten, 4.5.17

Crystal Meth im Gemeinderathaus: Der Wahnsinn - Nie war weniger Lokalkolorit in einer bayerischen Serie
Der Himmel ist nicht weiß-blau, sondern grau, der Biometzger verkauft Fleischabfälle und jeder erpresst jeden: "Hindafing" seziert die amigohafte bayerische Lokalpolitik so hinterfotzig wie brillant.
Die Schrammen in Alfons Zischls Gesicht werden von Folge zu Folge mehr. Der Bürgermeister der fiktiven bayerischen Gemeinde Hindafing, Schauplatz der neuen und gleichnamigen BR-Serie, ist schwer gezeichnet. Er nimmt Crystal Meth, um die Reden beim Kleintierzuchtverein durchzustehen, sein Mercedes wurde gepfändet, sein Freund hat ihn entführen und in eine Tiefkühltruhe sperren lassen und sein Dealer hat ihm den Zeigefinger abgebissen. Man sieht Alfons Zischl sein Elend bald an.
Hindafing, die lange angekündigte BR-Serie, die im vergangenen Sommer entstand, ist von diesem Dienstag an - für die early adopter des BR-Programms - schon in der Mediathek des Senders zu sehen. Vom 16. Mai an läuft sie in Doppelfolgen in der Primetime und, mit Unterbrechung der Tagesschau, nach der harmlosen Vorabendserie Dahoam is dahoam.
Größer könnte der Kontrast nicht sein. Hindafing, irgendwo zwischen Ingolstadt und der tschechischen Grenze, ist alles andere als Postkarten-Bayern. Die Serienmacher zeichnen ein hässliches Bild vom Land und seinen Bewohnern. Der Himmel der Bayern ist hier nicht weiß-blau, sondern grau, am Horizont sieht man Stromtrassen statt Berge. Der sogenannte Biometzger verkauft Fleischabfälle aus der Ukraine, und seine Frau meint den Lkw-Strich, wenn sie sich nach dem Abendessen zum "Hot Yoga" verabschiedet. Sogar die Kirche ist ganz unkatholisch schmucklos. Bis auf den Dialekt, von dem die Figuren manchmal willkürlich in die Hochsprache wechseln, gibt es in Hindafing kein Lokalkolorit.
Weil ihr Windpark kein Geld abwirft, ist nicht nur die Gemeinde, sondern auch Zischl selbst pleite und als Politiker mehr Witzfigur denn Respektsperson geworden. Das "Donau Village", Bayerns größtes Bio-Shoppingcenter, das er in einer ehemaligen Konservenfabrik eröffnen will, soll ihm dennoch die Wiederwahl sichern.
Bereits im vergangenen Jahr war es ein Vergnügen, Maximilian Brückner, 38, in dem österreichisch-deutschen Krimi-Vierteiler Pregau (ORF und ARD) dabei zuzusehen, wie er sich immer mehr in Lügen verstrickte. In Hindafing sind es seine privaten wie politischen Versprechungen, aus denen er sich irgendwann nicht mehr herausreden kann. Seinem Freund, dem Biometzger Goldhammer, hat er zugesagt, dass er im Einkaufszentrum Bayerns größte Fleischtheke eröffnen darf, seiner passiv-aggressiven Ehefrau und wenig talentierten Malerin ebendort einen "Showroom" für ihre Bilder und der Mutter seines geheimen unehelichen Kindes einen Friseurladen. Gleichzeitig verspricht er dem Landrat, dass er Flüchtlinge im "Village" unterbringt, wenn der ihm Zugang zu den Offshore-Millionen seines toten Vaters verschafft. Nach und nach fliegt alles auf, bis irgendwann jeder jeden erpresst.
Bei jeder neuen deutschen Serie, zumindest wenn es kein Krimi ist (bei Hindafing gibt es mit einer Virtual-Reality-App, mit der man den Tod von Zischls Vater aufklären soll, allerdings quasi ein Krimi-Spin-off), vergleichen die Macher seit ein paar Jahren ihre Projekte mit erfolgreichen Vorbildern aus den USA. Es gab schon sogenannte deutsche Antworten auf Twin Peaks (Weinberg), Breaking Bad (Morgen hör ich auf, Blochin) und House of Cards (Die Stadt und die Macht). Als "bayerische Antwort auf Fargo" bezeichneten die Macher von Hindafing ihre Serie auf der Berlinale, in den Medien fielen Twin Peaks und House of Cards als Größenordnung.
Nun ergeben sich solche Assoziationen in Hindafing durchaus. Die Abgründe auf dem Land und die surrealen Traumsequenzen, wenn Zischl im Drogenrausch mit einem ausgestopften Fisch oder seinem toten Vater spricht, sowie das metallische Zischen, wenn er sich sein Crystal Meth durch die Nase zieht, erinnern an Twin Peaks, und auch, dass man sich über weite, düstere Strecken hinweg stets fragt, ob nicht mal jemand das Licht anschalten kann. Bei ambivalenten Figuren wie Zischl kann man Frank Underwood aus House of Cards oder Walter White aus Breaking Bad heranziehen, dabei ähnelt er in seinem Bemühen, sich aus dem Schlamassel zu ziehen, am meisten Lester Nygaard in der ersten Staffel von Fargo.
Tatsächlich muss man die Vergleiche aber gar nicht von so weit her bemühen. Hindafing seziert die amigohafte Lokalpolitik - samt konspirativen Saunasitzungen mit dem Landrat - so schön wie einst Der Bulle von Tölz, nur sehr viel derber und bösartiger. Die Handlung ist so wild, die Figuren sind so hinterfotzig und die Wendungen fast so bizarr wie in der österreichischen Satireserie Braunschlag von David Schalko und die absurden Dialoge erinnern an Gerhard Polt. Als muslimische Flüchtlinge in der Metzgerei arbeiten sollen und sich weigern, Schweine zu schlachten, wundert sich die Frau des Metzgers: "Aber des is' doch alles bio!"
Und doch ist Hindafing völlig eigen. Klug, aber nicht verkopft, derb und politisch unkorrekt. Oft geht es schief, wenn eine Serie viel auf einmal will - doch in Hindafing passen Amigo-Geschäfte, Wahlbetrug, Schwarzgeld, Drogen, Flüchtlinge, Fracking und Inzest in eine einzige kleine Gemeinde, auch weil die Serie vieles nur andeutet.
Für den BR ist die Serie eine mutige Produktion. Die Idee entstand in Zusammenarbeit mit Studenten der HFF München. Produzent Rafael Parente und Autor Niklas Hoffmann entwickelten zusammen die Sitcom Blockbustaz (ZDF neo) und bewiesen darin bereits ausgezeichneten Humor. Hindafing steigert von Folge zu Folge Tempo und Wahnsinn, sodass es fast schade ist, dass man manche Nebenrollen nicht besser kennenlernt, etwa den Polizisten Erol Yıldırım mit türkischen Wurzeln und Ausländerphobie, oder den jungen Pfarrer, der sich in einen afrikanischen Flüchtling verliebt. Am Ende kann man die Serie auch als Metapher auf die große Politik sehen, spätestens wenn Zischl seinen Wahlspruch vorstellt: "Mir schaffen des." Hoffentlich auch eine zweite Staffel.
Von Kathrin Hollmer, Süddeutsche Zeitung, 9.5.17

Serien-Meisterwerk "Hindafing" Bauern hammerbreit im Renditerausch
Der Freistaat als failed state: Die Krimi-Groteske "Hindafing" mit Maximilian Brückner verwandelt die bayerische Provinz in einen Hexenkessel voll Drogen und Gewalt. "Fargo" lässt grüßen.
Die Provinz ist ein grausamer Ort, das wissen wir längst. Seit den "Jagdszenen aus Niederbayern", seit "Fargo". Seit Filmen und Serien, in denen das Unzivilisierte und Unbeherrschbare, die Gier und der Trieb aus Kuhbauern und Kleinstadtseelen herausbrechen. Der Horizont ist weit, die Niedertracht gewaltig.
Potenziert werden solche Provinzalbträume noch einmal, wenn die Provinz vorgibt, eigentlich keine Provinz zu sein. So wie das jetzt die sechsteilige Serie "Hindafing" zeigt, in der das Hinterland zum Versuchslabor für neue Märkte und neue Industrien umgebaut wird und die Kreisstadthäuptlinge glauben, endlich das große Rad mitdrehen zu können. Provinz progressiv, Kommunalpolitiker auf Koks, Bauern hammerbreit im Renditerausch.
Ja, das kleine Hindafing will Investorentraum sein. Seine Kommunalpolitiker machen alles möglich. Na ja, fast alles. Zum Beispiel einen Windpark - leider auf halber Strecke abgewickelt, traurig stehen die Türme ohne Rotorblätter im bayerischen Nirgendwo. Oder ein Bio-Shoppingcenter - dessen Fertigstellung sich leider hinzieht, da es um die Ökostandards drumherum schlecht bestellt ist. Oder eine Frackingstation - die sich in Planung befindet, obwohl so eine Anlage doch so gar nicht mit der benachbarten Müsli-Mall verträglich ist.
Ruinen des Aufschwungs, wohin man in Hindafing schaut. Für die meisten von ihnen ist Jungbürgermeister Alfons Zischl (Maximilian Brückner) verantwortlich. Gerade hat Zischl seinen Vater und Amtsvorgänger unter die Erde gebracht, jetzt hat er freie Bahn für seine verwegenen Geschäftsideen. Hindafing soll endlich Metropolregion werden.
Zischl träumt den Traum so vieler Kommunalbosse - den der Provinz als Zukunftsmotor. Im ZDF läuft an diesem Dienstag zum Thema die Reportage "Der Bürgermeister-Macher", wo es um junge Provinzpolitiker geht, die mit allen Mitteln des modernen Selbstmarketings an die Macht wollen. Provinz 3.0.
Aber, so muss sich in "Hindafing" Machtmensch Zischl fragen, wie drückt man zwischen dickschädeligen Bauern und Starkbierbrauern auf die Tube, um die Geschäftsmodelle der kommenden Tage durchzusetzen? In den sich sowieso stetig verändernden Großstädten lässt sich leichter reagieren auf die sozialen und ökonomischen Umbrüche, Ländlichkeit aber steht für Gleichmaß und Gemütlichkeit, die Umverteilungsprozesse kommen fern der Städte unversöhnlicher daher.
Den Schöpfern von "Hindafing" gelingt es, urdeutsche - oder sogar: urbayerische - Topoi mit höchsten internationalen Serienstandards zu kombinieren. Hier trifft die Provinzschnurre aufs Kleinstadtgangsterkintopp, "Der Bulle von Tölz" auf "Lilyhammer". Oder eben, da wird schamlos direkt zitiert, auf "Fargo": Wie im US-Serienvorbild setzen Niklas Hoffmann und Rafael Parente (Buch) und Boris Kunz (Buch und Regie) die brutale, unsentimentale Mechanik der Groteske in Bewegung, durch die Politiker, Landwirte und Zugereiste zu Figuren in einem bitterbösen Gesellschaftsspiel werden.
Gut oder schlecht, das ist hier nicht die Frage, jeder versucht, für sich Gewinn aus der Lage zu schlagen. Der Landrat, der in der Gemengelage eine politisch opportune Frackinganlage durchdrückt, ebenso wie der Flüchtling, der den Bürgermeister unter Druck setzt, weil er weiß, dass der 30 Euro Tagespauschale für ihn kassiert, oder der landlose Landwirt, der in Drogen macht.
Der BR-Sechsteiler "Hindafing" ist nach der am Montag gestarteten TNT-Produktion "4 Blocks", einer "Sopranos"-Variation in Berlin-Neukölln, bereits die zweite deutsche Serie in diesem Frühjahr, die auf internationalem Niveau inszeniert ist. "Hindafing" kommt satirisch überhöht und lustvoll ausgeschmückt daher - und greift doch mit untrüglichem Gespür für die Realität die Verwerfungen auf, die fehlgeschlagene Provinzträumereien hinterlassen. Der stolze Freistaat wird hier zum failed state samt Crystal-Meth-Küchen und gewaltbereitem Bauernprekariat, der die sozialen Brennpunkte der Städte wie Idyllen wirken lässt. Bavaria Noir.
Wer die Großstadt für einen Hort der Sünde, der Verbrechen und der blutig in der Realität aufschlagenden Großmannsträume hält, wird mit dieser Serie eines Besseren belehrt. Der wahre Hexenkessel heißt Hindafing.
Von Christian Buß, Spiegel online, 9.5.17

Wenn sogar die Franken einem Oberbayern Komplimente machen, dann heißt das schon was!
Maximilian Brückner: "Tatort"-Aus als Karrieresprungbrett
Schauspieler Maximilian Brückner kann auch ohne "Tatort". Das beweist er einmal mehr mit seiner neuen TV-Serie "Hindafing".
Ein Ende ist immer auch ein Anfang. Diese Weisheit trifft auf die Karriere des bayerischen Schauspielers Maximilian Brückner (38) ebenfalls zu. Denn nach dem "Tatort"-Aus - er spielte von 2006 bis 2012 den bayerischen Saarland-Ermittler Franz Kappl -, verschwand er nicht etwa wie manch anderer Kollege in der Versenkung. Stattdessen spielte Brückner in tollen Filmen, Reihen, Serien und Mini-Serien mit und zeigte darin vor allem eines:
Die erstaunliche Wandelbarkeit seines Gesichts. Vom blauäugigen Engelchen bis zum hinterfotzigen Teufel verkörpert er jede Rolle glaubhaft. Schön zu sehen beispielsweise in Gerhard Polts Kinokomödie "Und Äktschn!" (2013), dem Krimi "München Mord - Die Hölle bin ich" (2014, ZDF), dem historischen Mehrteiler "Tannbach - Schicksal eines Dorfes" (2015, ZDF), der Krimikomödie "Schwarzach 23 und die Hand des Todes" (2015, ZDF). Absolut sehenswert war er aber auch im Mehrteiler "Mörderisches Tal - Pregau" (2016, ZDF), der bei der Goldenen Kamera als Bester Mehrteiler/Miniserie nominiert war.
Und nun startet eine neue, brillante TV-Satireserie mit Maximilian Brückner in der Hauptrolle: In "Hindafing" spielt er Alfons Zischl, den korrupten und intriganten Bürgermeister der fiktiven bayerischen Gemeinde Hindafing. Er hat Schulden, Drogenprobleme, viele Flüchtlinge unterzubringen und zudem droht eine Vaterschaftsklage: Kurzum: Es läuft nicht ideal...
Zu sehen sind die - vorerst - sechs Folgen mit der Creme de la Creme der bayerischen Schauspielszene ab 16. Mai immer dienstags als Doppelfolge um 20:15 Uhr im Bayerischen Fernsehen. Und wer nicht bis nächste Woche warten möchte, kann bereits ab dem heutigen 9. Mai alle Folgen auf einmal in der BR-Mediathek sehen.
Quelle: InFranken.de, 9.5.17

Bingewatching: Brachland Bayern "Hindafing"
Wenn eine Serie als das "bayerische Fargo" angekündigt wird, kann das eigentlich nur nach hinten losgehen. Tut es aber nicht. Schon nach dem Vorspann fragt man sich: Sieht so eine BR-Produktion aus? Nein, tut sie nicht. Der coole Anstrich von Hindafing ist der Kooperation mit der Hochschule für Film und Fernsehen geschuldet (beide Kameraleute studieren an der HFF) sowie dem Einfluss der Münchner Produktionsfirma Neue Super, die schon mit der ZDFneo-Serie Blockbustaz einen unkonventionellen TV-Blick bewiesen hat. Hindafing zeigt, was herauskommt, wenn Produzent, Regisseur und Drehbuchautor gemeinsam in einem Writers Room an den Büchern arbeiten: eine rasant erzählte, schwarzhumorige Schelmengeschichte aus dem Hinterland der A9.
Es geht um einen Bürgermeister (Maximilian Brückner), der Crystal-Meth-abhängig ist, hoch verschuldet, es allen recht machen will und es sich damit mit allen verdirbt. Das Meth-Labor und die Sparkasse sind in einem Wohnwagen untergebracht und stehen in einer Landschaft, die es an Trostlosigkeit ohne Weiteres mit den Landschaften aus Fargo oder Breaking Bad aufnehmen kann. In diesem Bayern blüht gar nichts: Der vom Bürgermeister initiierte Windpark steht als kopfloser Betonpfeiler auf der Wiese, es gibt ein marodes Fußball-Vereinsheim, ein überdimensioniertes Bio-Einkaufszentrum und ein gruseliges Beton-Rathaus, wie es nur deutsche Siebziger-Jahre-Architektur hervorbringen konnte.
Großartig ist die Serie vor allem deshalb, weil sie Themen wie Flüchtlingsunterbringung, Gammelfleischskandale, Panama Papers, Demenz und Korruption federleicht und wie nebenbei unterzubringen versteht. Dazu groovt völlig losgelöst ein Freejazz-Soundtrack. Maximilian Brückner als manischer Bürgermeister erinnert in seinen besten Momenten - um einen weiteren Superlativ zu bemühen - an Franz Xaver Kroetz' legendären Baby Schimmerlos aus Kir Royal. Kurz: Für Süddeutsche ist Hindafing ein Muss, für alle anderen wünscht man sich vom BR höchstens noch Untertitel.
Von Carolin Ströbele, Zeit online

Zischls Wahlplakat
So seriös gibt er sich nur auf dem Wahlplakat: Hindafings Bürgermeister Alfons Zischl (Maximilian Brückner). Foto: Günther Reisp/BR
„Bscheiß richtig - bevor dich die andern bscheißen“. In der neuen BR-Satire "Hindafing" spielt Maximilian Brückner einen korrumpierten Bürgermeister
Hindafings Alt-Bürgermeister ist tot. Was dem Junior - aktueller Bürgermeister des kleinen bayerischen Dorfes - eigentlich ganz gelegen kommt. Hochverschuldet und drogenabhängig setzt er große Erwartungen in das Erbe des Verstorbenen. Dumm nur, dass die Millionen auf einem Offshore-Konto versteckt sind. Einzig Landrat Pfaffinger könnte Alfons Zischl den Zugriff auf das väterliche Schwarzgeldkonto im Ausland verschaffen - aber nur, wenn Zischl dafür Flüchtlinge im Ort aufnimmt.
Infrage kommt da allerdings nur die alte Kriegskonservenfabrik am Dorfrand, die eigentlich ein schickes Bio-Shoppingparadies werden soll: Mit dem Donau Village will sich Zischl bei den Dorfbewohnern für eine zweite Amtszeit empfehlen. Statt neuer Autobahnanbindung (die hat Zischl seinem Spezl versprochen, damit der sich am Projekt beteiligt) und Beauty-Salon für Jackie (den hat Zischl deren Vater versprochen, damit der sich im Gemeinderat nicht gegen das Projekt stellt) nun also 50 Flüchtlinge. Eine Entscheidung, die Zischl, der sich immer tiefer in seine windigen Versprechen verstrickt, noch bereuen wird.
Schwarze Kassen, Intrigen, Drogen oder Erpressungen wegen eines außerehelichen Kindes: Die neue Serie "Hindafing", die das Bayerische Fernsehen ab dem 16. Mai immer dienstags ab 20.15 Uhr in Doppelfolgen zeigt, lässt nichts aus. Eine bayerische Satire, nennt sie Maximilian Brückner, der den korrumpierten Bürgermeister Zischl spielt. Eine, die die Wahrheit zuspitzt. „Aber wer weiß, manchmal ist die Realität ja schlimmer als die Fantasie.“
Wie schlimm die Realität ist, könnte der 38-jährige Brückner durchaus selbst wissen. Der Schauspieler, vielen bekannt als Boandlkramer im Kult-Stück "Der Brandner Kaspar und das ewige Leben" am Münchner Volkstheater oder als ehemaliger Tatort-Kommissar im Saarland, machte vor Jahren selbst mal einen Ausflug in die Politik. Ein gutes Jahr saß er für die CSU im Riederinger Gemeinderat (Landkreis Rosenheim) bis er in eine Nachbargemeinde zog und sein Mandat abgab. Parallelen zur Serie sieht er aber nicht: „Für mich ist diese Zeit einfach zu weit weg“, sagt Brückner der Staatszeitung. Außerdem ginge es in Hindafing ja weniger um Gemeinderatssitzungen, sondern um das Zwischenmenschliche. „Um das Aufeinandertreffen von Menschen, von denen jeder seinen eigenen Kampf ausficht“, betont Brückner.
Gekämpft wird in Hindafing tatsächlich mit allen Mitteln. Und dennoch, Brückner empfindet für seine Figur durchaus Sympathie. „Vom Kern her ist der Zischl ein Guter, er weiß es nur noch nicht“, meint er. Denn schließlich sei er kein kalt kalkulierender Mensch, wie Kevin Spacey, der als Präsidentenanwärter in der US-Serie "House of Cards" über Leichen geht. „Der Zischl ist voller Leidenschaft, er brennt für etwas, und das macht ihn doch auf eine gewisse Art und Weise sympathisch.“ Das sei ja auch kein untypischer Werdegang von Politikern. „Man fängt mit einem guten Ansatz an und endet dann etwas korrumpiert in einer Ecke.“
Allerdings brennt der Alfons Zischl vor allem für seinen eigenen Vorteil. „Natürlich!“, sagt Brückner. „Das ist doch menschlich, dass jeder versucht, sein Stück vom großen Kuchen des Lebens abzukriegen.“ Die Frage sei nur, wie weit man dafür gehen würde.
Und Bürgermeister Alfons Zischl geht weit - sehr weit sogar. Denn vielleicht hat er sich den Ratschlag seines Spezls Goldhammer (Andreas Giebel) zu sehr zu Herzen genommen. Der brüllt ihn an: „Ihr Politiker seids doch alle die gleichen Verbrecher. Und wenn du schon bscheißt, dann bscheiß bittschön richtig - und zwar bevor dich die andern bscheißen.“
Von Angelika Kahl, Bayerische Staatszeitung, 12.5.17

Bayern zeigt, wie's geht!
Ein Bürgermeister in Bedrängnis. Hindafing - Kann der Bayrische Rundfunk geile Serien? Ja!
Im Mittelpunkt der äußerst "bayrischen" Serie stehen die fiktive Gemeinde "Hindafing" und der sehr korrumpierbare Bürgermeister Zischl, der zwar clever jede Situation für sich zu nutzen weiß, sich aber letztlich in seinen Intrigen und Drogen immer weiter verheddert.
Es könnte nicht aktueller zugehen in dieser Serie, die uns ins Bayrische führt. Ein Bürgermeister also, verstrickt in alles, was die derzeitige Politik auch zu bieten hat: Korruption im Amt, Wahl-Betrug, Schulden, "Bio"-Schweinezucht, Inzest und Fremdgehen, Asylbewerber sowie ein brennendes Asylheim ("weil es in Sachsen ja auch so gemacht wird")...
Das Anfangs-Konzept ging aus einer Serienausschreibung des Bayerischen Rundfunks gemeinsam mit der Hochschule für Fernsehen und Film München hervor. Die Bücher zur Serie nach und nach entstanden im "Writers' Room" der Produktionsfirma Neuesuper. Wie bei skandinavischen Serien auch sind die einzelnen Folgen im "Shared-Vision-Prinzip" entstanden.
Das ist spannend! Schon Ende Juli 2016 haben die Schauspieler Maximilian Brückner, Katrin Röver, Andreas Giebel, Petra Berndt, Heinz Josef Braun und viele andere für die Serie "Hindafing" an verschiedenen Orten in der Umgebung Münchens gedreht - jetzt endlich sind alle Folgen im Kasten und durchaus sehenswert!
Achtung Spoiler! "Hindafing", inmitten veralteter Industrie und touristisch langweilig, versucht, sich ein cooles Image zu geben. Bürgermeister Zischl (großartig: Maximilian Brückner) verfolgt mit Landwirt und Bio-Metzger Sepp Goldhammer (Andreas Giebel) schon länger den ehrgeizigen Plan, in ihrem Ort ein modernes Shoppingcenter zu errichten, das vom Erfolg der aktuellen Ökotrends profitiert: das "Donau Village".
Doch die bayrische Landespolitik macht dem ambitionierten Crystal-Fan Zischl einen Strich durch die Rechnung, denn Hindafing muss 50 Flüchtlinge aufnehmen...
In dieser Serie steckt alles, was man irgendwo schon gesehen hat, aber eben auf Bayrisch: "Der Bulle von Tölz" - nur sehr viel derber und böser. Die Figuren sind so hinterfotzig wie bei "Breaking Bad", die Wendungen sind fast so bizarr wie Fargo...
Aber: Hindafing ist völlig eigen! Die Serie macht Spaß, sie ist klug, derb und politisch wunderbar unkorrekt. Die Flüchtlinge haben schon ihren Deutschkurs hinter sich - ganz im Gegenteil zu den bayrisch zischelnden Hauptfiguren - das ist nur eine "Schräge" in den ganzen fiktiven, aber doch möglichen bayrischen Amigo-Szenen...
Quelle: Tag24, 13.5.17

Hindafing – Interview mit Maximilian Brückner
Maximilian BrücknerMorgen am 16. Mai 2017 startet im BR-Fernsehen die bitterböse Serie Hindafing. Wir haben mit Hauptdarsteller Maximilian Brückner gesprochen und ihm einige Details zur Serie entlockt.
Hindafing vereint jedes bayrische Klischee, das eine kleine Provinzstadt haben kann. Du bist in Bayern geboren und aufgewachsen, wie siehst du das? Ist Hindafing wirklich Satire oder doch Alltag?
MB: Es ist natürlich überspitzt. Aber manchmal ist die Realität schlimmer als jede Satire (lacht). Die ersten zwei Episoden sind noch ganz brav. Die fünfte Episode liefert den Höhepunkt der Satire, wo einem das Lachen im Hals stecken bleibt. Die Serie fängt mit Klischees an und wird dann immer härter, was ich großartig finde.
Sechs Episoden sind angekündigt. Wird es anschließend eine zweite Staffel geben?
MB: Man muss erst einmal sehen, ob die Leute die Serie überhaupt annehmen. Hindafing ist ja mal was ganz anderes, als die bekannten Formate. Der Lokalkolorit wird bei uns nicht durch die schönen Berge, sondern durch die hässlichen Spannwerke und Industriegebiete bedingt. Der Handlungsort der Serie ist daher nicht zwangsläufig auf Bayern festgelegt, sondern könnte auch irgendwo anders spielen.
Was hat dich an der Rolle des korrupten Bürgermeisters Alfons gereizt?
MB: Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, den Bürgermeister zu spielen. Alfons nimmt Christal Meth, hat ein schweres Drogenproblem. Schulden hat er auch noch. Er versucht, alles für sich zu nutzen und fällt über die Fallstricke, die er anderen legt, selbst drüber. Und man fragt sich: Wie kommt er aus diesem Wahnsinn eigentlich wieder raus?
Wie viel Alfons steckt in dir, oder wie viel Maximilian in Alfons?
MB: Das ist aber eine gemeine Frage (lacht). Ich versuche eigentlich immer Rollen zu finden, die von mir selbst ein bisschen weiter weg sind. Mir macht es total Spaß, da einzutauchen und zu überlegen, wie ich die Figur anlegen kann. Was ist das für ein Typ? Wie reagiert er? Und wie will man dieser Figur trotz allem, was sie macht, noch folgen?
Hattest du die Möglichkeiten während des Drehs eigene Ideen umzusetzen?
MB: Der Dreh hat sehr viel Spaß gemacht und ich konnte mich überall mit einbringen. Das lag auch daran, dass wir ein sehr junges Team waren und wenig Geld hatten. Dennoch sieht das Resultat gut aus. Auch unsere Filmmusik hat einen ganz eigenen Stil. Es gibt viele Kleinigkeiten, die man so noch nicht gesehen hat.
Die Drogenszenen sind sehr extrem. Es gibt eine Szene, in der Alfons das ganze Gesicht voller Koks hat. Erzähl was darüber.
MB: Das haben wir mit Puderzucker dargestellt. Davor haben wir es mit Milchpulver und weißem Tabak versucht. Den Tabak musste ich aber schon einmal bei einem anderen Filmproduktion verwenden und hatte anschließend drei Tage Kopfweh. Da war das Milchpulver schon angenehmer als der Tabak. Im Film sieht das immer alles sehr lustig aus, wenn man die Szene aber fünf bis sechsmal dreht, hat man die Nase wirklich voll davon (lacht). Zum Glück vergisst man so etwas immer wieder sehr schnell und nur die schönen Erinnerungen bleiben im Kopf.
Kommen dir einige der Serien-Figuren aus Deinem Alltag bekannt vor?
MB: Solche Vergleiche kommen mir selten in den Sinn. Aber ich bin sehr begeistert von dem Cast der Serie. Das Pfarrer-Pärchen ist irgendwie das einzig normale in dem ganzen Irrsinn. Und das, obwohl sie durch ihre Sexualität in einem solchen Dorf erst einmal Randfiguren sind. Und alle anderen, die den bürgerlichen Normalantlitz haben, entwickeln sich zu völlig irren Persönlichkeiten.
Alfons Mutter ist eine sehr wichtige Bezugsperson, die er stets in Schutz nimmt.
MB: Mir war sehr wichtig, dass deutlich wird, dass Alfons seine Frau und seine Muter über alles liebt. Für sie tut er alles und er steht 100%ig zu ihnen. Das ist ein Punkt, mit dem man sehr gut arbeiten kann und aus dem sich sehr gute weitere Thematiken entwickeln. Wir haben auch den Drogenkonsum nicht nur als berauschend dargestellt, sondern zeigen, was Crystal Meth mit einem macht. Alfons baut ja körperlich sehr ab.
Bei den ersten Episoden sind Politik, Religion und Familie die Grundthemen. Dann kommen Korruption, Drogenkonsum, Gammelfleischskandal, Flüchtlingsproblematik und vieles mehr hinzu.
MB: Zu Beginn werden erst einmal alle Charaktere aufgestellt. Anschließend werden alle aufeinander losgelassen und dann entsteht das Chaos.
Du wohnst selbst auf dem Land. Wie wichtig ist für Dich das Leben in einer kleinen Gemeinde?
MB: Es gibt Vor- und Nachteile, genauso wie in der Großstadt. Aber ich finde das Leben außerhalb entspannend. Man braucht seine Ruhe, wenn man viel unterwegs ist. Ich mag den Kontrast zwischen den Welten.
Vielen herzlichen Dank für Deine Zeit.
Von Sandy Kolbuch, BlengaOne, 15.5.17

Maximilian Brückner über seine Liebe zur Mundart
Er wohnt mit seinen Brüdern auf einem Bauernhof in Oberbayern. Maximilian Brückner spielt von „Luther“ bis „Männer wie wir“ große Rollen. Im Interview verrät der Schauspieler, weshalb er sich immer wieder Zeit für Volkstümliches nimmt. Ab Dienstag ist er in der BR-Reihe „Hindafing“ zu sehen. Darin spielt er einen korrupten Bürgermeister in der Provinz. Dann wird er erpresst.
Maximilian Brückner sieht aus, als könne er kein Wässerchen trüben. Umso erstaunlicher ist, dass er ständig abgründige Rollen spielt wie Alfons Zischl, der sich als korrupter Bürgermeister des Provinznestes „Hindafing“ ab Dienstag (20.15 Uhr, BR) von Folge zu Folge näher an den Abgrund stößt. Ein Gespräch über Lokalpolitik, Heimatdialekt und die Schönheit des Scheiterns.
Herr Brückner, wenn Sie wählen müssen - was wäre der bislang wichtigste und wegweisendste Film Ihrer Karriere?
MB: Das war 2003, mein erster, „Männer wie wir“. Ich kam damals frisch von der Schauspielschule, durfte sofort die Hauptrolle eines großen Kinofilms spielen – und dann auch noch einen schwulen Fußballer. Ich hatte sofort einen Namen und war drin. Drin zu bleiben ist zwar manchmal schwieriger, als drin zu sein, aber der Start war schon mal perfekt – obwohl es oberflächlich betrachtet nur eine Komödie ist.
Welchen Stellenwert hat im Vergleich da Ihr „Räuber Kneißl“ fünf Jahre später?
Warum der?
Weil Sie darin nicht nur einen Schurken mit reiner Seele spielen, sondern auch noch in Ihrer Mundart.
Stimmt schon. Zuletzt hatte ich mit „Pregau“ eine ähnliche Figur in der Gegenwart, die ohne es zu wollen immer tiefer in eine kriminelle Spirale gerät. Vorm Kneißl dagegen war ich tatsächlich viel öfter die Unschuld vom Lande. Trotzdem verlaufen auch Schauspielerleben in Phasen. Vorige Woche erst stand ich als Ibsens Baumeister Solness auf der Bühne, ein älterer Herr um die 60 mit schwerer Midlife Crisis, den halt ein jüngerer wie ich spielt. Meine Rollenauswahl lässt sich vermutlich darauf reduzieren, dass ich Wohlfühlzonen vermeide.
Wie jetzt, in „Hindafing“.
Ganz genau. Wobei Alfons Zischl wie Räuber Kneißl Mundart spricht, aber keine reine Seele hat. Es ist aber völlig offen, wohin es ihn im Strudel aus Korruption und Vetternwirtschaft in der Provinzpolitik treibt.
Die kennen Sie als Dorfbewohner ja auch aus eigener Erfahrung.
Grundsätzlich wird es die in viel schlimmerer Form geben. Es ist verglichen mit meiner eigenen realen Umgebung eine heillose Überspitzung.
In der Sie selbst sogar mal kommunalpolitisch aktiv waren.
Aber wirklich nur ganz kurz und pragmatisch, weil ich die Leute dort halt kannte, wie es auf dem Dorf eben so ist.
Die berüchtigte Amigo-Wirtschaft der CSU haben Sie nicht erlebt?
Nein! Deshalb hat meine Realität mit dieser Serie überhaupt nix zu tun. Zumal Alfons Zischl im Grunde gar nicht am System scheitert, sondern an all den selbst gestellten Fallen, in die er hineintappt. Fernsehen kann natürlich auch in aller Ruhe funktionieren, aber die permanente Eskalation einer heillos überforderten Figur finde ich fesselnd. Zumal man ihn ständig packen, durchschütteln und da rausholen möchte.
Sie empfinden Sympathie für ihn?
Es ist ja das Geheimnis jeder schlüssigen Filmfigur, dass das Publikum selbst dann Empathie empfindet, wenn sie abgründig ist. Nehmen Sie Francis Underwood in „House of Cards“, bei dem das Publikum mitfiebert, ob er es nach oben schafft, obwohl das ein skrupelloser Zyniker ist, der für sein Ziel sogar tötet. Da ist es doch kein Wunder, wenn man den kleinen Zischl aus Hindafing mag. Wobei mir anders als Kevin Spacey bei dessen Figur das Menschliche an meiner wichtig war. Eigentlich will er das Gute, aber die Gier ist stärker und der Drang, aus dem Schatten des übermächtigen Vaters herauszutreten.
Kennen Sie es als ältestes von acht Geschwistern, sich behaupten zu müssen?
Nein. Wir sind zwar alles andere als stets harmonisch; das schafft man ja nicht mal in Zweierbeziehungen. Aber die Grundlage ist solide genug, um bei allen notwendigen Auseinandersetzungen am Ende immer gut miteinander klarzukommen.
Wohnen Sie noch mit zwei Brüdern auf dem Bauernhof in Oberbayern?
Brüder ja, Bauernhof klingt zu sehr nach Landwirtschaft. Wir haben ein bisschen Kleinvieh, das war's.
Apropos Kleinvieh: Warum läuft „Hindafing“ im Dritten, nicht Ersten Programm?
Weil es in seiner Besonderheit hervorragend auf diesen Sendeplatz passt. Am Anfang geht es ja noch gemächlich los, aber mit jeder weiteren Folge nimmt alles so absurd Fahrt auf, dass es für die ARD vielleicht etwas zu wild ist.
Suchen Sie als Hauptrollenschauspieler manchmal gezielt nach solchen Abseiten?
Ich suche weder das eine noch das andere, schließe aber auch nichts aus. Nachdem ich zum Beispiel Martin Luther gespielt habe, mache ich jetzt ein Low-Budget-Projekt fürs Kino. Dabei bin ich mir allerdings auch des riesigen Glückes bewusst, diese Wahl zu haben.
Nutzen Sie die auch, um Ihre Bandbreite zu erweitern?
Ich drehe jedenfalls keine schlecht geschriebene Komödie, weil ich grad was mit Humor zur Primetime brauche. Dann mach ich lieber weiter gute Krimis, danach besteht hierzulande ohnehin ständig Bedarf, gerade in meinem Alter. Oder ich spiele Theater, um mich wieder mehr der Gefahr auszusetzen, auf die Schnauze zu fallen.
Schon mal passiert?
Mit Schillers „Die Räuber“, ja. Das hat mich aber eher angestachelt, wieder aufzustehen und weiterzumachen. Solange dich die Niederlage nicht zerstört, macht sie dich anders als Erfolg nur stärker.
Von Jan Freitag/RND, Hannoversche Allgemeine, 15.5.17

Kopf in der Schlinge! Zum Start von "Hindafing":
Dem BR ist mit "Hindafing" und Maximilian Brückner in der Hauptrolle eine tolle Miniserie über die Provinz gelungen.
In der Kleinstadt können die Verflechtungen zwischen Politik, Wirtschaft, Vereins- und Privatleben einem schon mal zum Strick um den Hals werden. Das weiß niemand besser als Alfons Zischl. Der steckt mittendrin. Immer. In der neuen Mini-Serie "Hindafing" des Bayerischen Rundfunks sehen wir ihm sechs Folgen lang genüsslich beim Versuch zu, immer wieder irgendwie den Kopf aus der Schlinge zu ziehen.
Zischl (großartig gespielt von Maximilian Brückner) ist Bürgermeister von Hindafing, einem freudlosen Kaff in der grauen bayerischen Provinz. Hier finden sich keine Postkartenmotive, hier wird das knallharte Leben gelebt.
Ja, es gibt auch im Bayerischen Rundfunk ein Bayern jenseits des Dahoam-is-dahoam-Sterilität und des Geraniengerankes vor Alpenkulisse. Und die "Hindafing"-Autoren Niklas Hoffmann, Rafael Parente und Boris Kunz (der auch Regie führt) kosten diese Freiheit aus - zur Freude des Zuschauers. Diese Serie ist ein rarer Fernseh-Glücksfall.
Zischl ist pleite, sein schwerreicher Vater hat ihm keinen Cent hinterlassen. Während der Trauerfeier für Zischl senior nimmt die Bank dem Junior das Auto weg. "Alfons Zischl hat Schulden, hat ein Drogenproblem, hat eine Frau, die er unterstützen will", sagt Brückner über seine Rolle. "Das ist eigentlich das einzig Positive an dem, dass er Geld braucht. Er versucht, es mit allen Mitteln zu beschaffen, scheitert aber ständig dran."
Die Rettung: Das Öko-Shopping-Center "Donau Village"
Zischls Hoffnung ruht auf dem geplanten Öko-Shopping-Center "Donau Village". Da wollen alle irgendwie ihren Platz haben: Allen voran der fies-feiste Fleischer Goldhammer (Andreas Giebel). Dann Zischls schöne malende Gattin Marie (Katrin Röver) ebenso wie die örtliche Friseurin.
Und jetzt auch noch 50 Flüchtlinge, erst einmal. Die drückt der Landrat Pfaffinger (Jockel Tschiersch) dem armen Zischl auf - und das kurz vor der Wahl! Da ist allerlei unter einen Hut zu bringen. Mit einer Mischung aus Mitleid und Genugtuung verfolgt man die Versuche des armen Zischl, über die Runden zu kommen. Das macht großen Spaß.
Zwischen Dietl und "Breaking Bad"
Die Figuren sind kunstvoll überspitzt, ohne sie zu Kasperlfiguren zu machen. Die Themen kennt jeder, der sich je auch nur eine Minute lang mit dem Leben in seiner Stadt beschäftigt hat. "Hindafing" bewegt sich sehr kurzweilig irgendwo zwischen Komödie, Satire und Drama, zwischen Dietl, Polt und "Breaking Bad".
Von Philipp Seidel, Abendzeitung München, 15.5.17

Hindafing - da, wo's wehtut
Am Dienstag startet im BR die Heimatserie Hindafing mit Maximilian Brückner in der Hauptrolle. Wir haben mit ihm über das Projekt gesprochen.
Der Bürgermeister ist auf Droge, der Landrat mafiös und der örtliche Biometzger korrupt - willkommen in Hindafing, einem bayerischen Kaff, wie es in keinem Buche steht. Geadelt wird das fiktive Dorf mit einer hundsgemeinen Heimatserie, die das BR Fernsehen am Dienstag in Doppelfolgen startet. Maximilian Brückner (38) spielt in dieser rabenschwarzen Reihe den cracksüchtigen Bürgermeister Alois Zischl, der sich in einem Geflecht aus unsauberen Geschäften und Intrigen verstrickt. Im tz-Gespräch erklärt der frischgebackene Vater, warum sein Herz für Hindafing schlägt.

Maximilian BrücknerHerr Brückner, Sie haben schon so viele Filme gemacht, aber noch nie eine Serie!
Maximilian Brückner: Ja, das stimmt. Ich habe sogar immer gesagt, eine Serie kommt für mich nicht infrage. Aber es hat sich auf diesem Gebiet in den vergangenen Jahren einfach dermaßen viel getan, ich bin selbst ein Serien-Junkie geworden.
Was genau hat Sie umgestimmt?
Brückner: Das Tolle an Serien ist, dass sie ein ganz anderes Universum aufmachen als ein Film, in dem ein Hauptdarsteller durch 90 Minuten gepeitscht wird, und die Nebenschauspieler werden, mal mehr, mal weniger, auf ein Mindestmaß geschrumpft. Bei einer Serie kann eine Nebenfigur, die drei Folgen nur da saß und in die Gegend geschaut hat, auf einmal einen Abgrund auftun. Das ist doch spannend!
Apropos Abgrund. Davon gibt es in "Hindafing" eine ganze Menge, nicht zuletzt bei Ihrer Figur. Stellen Sie uns diesen Bürgermeister Alfons Zischl doch mal vor.
Brückner: Der Alfons Zischl ist ein drogensüchtiger Bürgermeister, der einen Haufen Schulden und Probleme hat und versucht, alles und jeden zu bescheißen, um seine Sachen durchzusetzen - am Ende seinen kleinen wahren guten Kern aber wiederfindet. Er ist ein bisschen wie der Tom von Tom & Jerry, der anderen Mausefallen stellt und dann aber selbst dauernd reintappt. Hindafing ist allerdings keine Komödie, sondern eine Satire. Es fängt lustig an und wird immer härter und am Ende meist tragisch.
Zischl ist ein, Entschuldigung, richtiges Arschloch. Korrupt, berechnend, ausschließlich auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Als Zuschauer mag man ihn trotzdem irgendwie ganz gern.
Brückner: Ja, ich glaube, das liegt daran, dass er seine Frau liebt. Für die würde er alles tun. Ich denke, das gibt ihm beim Zuschauer und bei seinen Mitmenschen sozusagen eine Menge Kredit.
Sie meinen, die Beziehung zu ­seiner Frau legt den guten Kern in ihm offen?
Brückner: Ja, das denke ich. Und genau diese Bandbreite finde ich so großartig an ihm. Auf der einen Seite kann ich ihn verletzlich zeigen, und dann wieder voll auf die Kacke hauen (lacht).
Das Team hinter der Serie ist auffällig jung.
Brückner: Ja, und das merkt man! Der ganze Haufen, vom Autor bis zum Produzenten, das sind alles junge Leute. Die sind sozialisiert mit Netflix, mit Amazon und den Serien, die dort laufen. Mir macht das Riesenspaß, mit denen zu arbeiten. Die Musik ist cool, und auch die Kamera ist super. Da steckt einfach ganz viel Herzblut drin. So ist ein ganz eigener Kosmos entstanden. Ich habe nicht das Gefühl, dass wir irgendwas kopieren.
Ein bisschen was von Fargo steckt aber schon in Hindafing, oder?
Brückner: Ja, vielleicht. Aber trotzdem ist es was ganz anderes. Etwas Neues.
Und gleichzeitig sehr bayerisch. Wie viel Wahrheit steckt in den Geschichten, die von ganz fieser Politik erzählen, von Erpressung, Korruption...?
Brückner: Natürlich ist Hindafing eine Satire, eine Überspitzung. Aber manchmal glaube ich ja, dass die Realität immer noch schlimmer ist als jede satirische Überhöhung. Was kriegen wir schon mit? (lacht).
Sie waren selbst mal politisch aktiv...
Brückner: Na ja, politisch aktiv... ich war mal Gemeinderat für einen kurzen Zeitraum. Wir erzählen in Hindafing aber nicht nur von der Politik. Der Metzger in Hindafing will auch das größte Stück vom Kuchen des Lebens. Genauso wie der Flüchtling oder eben der Bürgermeister.
Daran ist ja auch erst mal nichts Falsches, oder?
Brückner: Eben. Die Frage ist, wo ist die Grenze. Wie weit geht einer dafür, seine Interessen durchzusetzen? Wann setzen Skrupel ein? Um diese Fragen geht es. Und jeder, der in einem Dorf groß geworden ist, weiß, wie es in diesem Mikrokosmos manchmal zugeht. Menschen können ganz toll sein, solidarisch und lieb. Aber Menschen können auch sehr, sehr böse sein. Das macht das Leben so interessant.
Man hat Bayern selten so hässlich in Film und Fernsehen gesehen wie hier. Normalerweise wird vor schönster Alpenkulisse gedreht, selbst gemordet wird unter strahlend weiß-blauen Himmel.
Brückner: Das darf es meinetwegen auch alles gerne weiterhin geben. Nur wir wollten ganz bewusst davon weg. Denn es gibt auch was anderes in Bayern. Ecken, die nicht so schön sind, industriell verwahrlost, kaputt gemacht. Die gehören auch dazu. Und passen eben gut zu der Bösartigkeit, von der wir erzählen. Man muss auch mal dahin gehen, wo es wehtut.
Von Stefanie Thyssen, tz + Münchner Merkur, 16.5.17 Maximilian Brückner mit tz-Redakteurin Stefanie Thyssen

Wie in Bayern die beste deutsche Serie entstand
Fegefeuer vor Ingolstadt: „Hindafing“ ist cool. „Hindafing“ ist „Fargo“ ohne Schnee. Eine deutsche Serie mit Weltklasseniveau, versteckt in Bayern 3, erzählt die Apokalypse eines bayerischen Dorfes.
Deutschland, das vergisst der gemeine Metropolenbewohner ja nur allzu gern und lächelt milde darüber, besteht zu neunzig Prozent aus Provinz. Und wenn der gemeine Metropolenbewohner mal da hin fährt, so nach Brandenburg oder ins Sauerland oder in die Vordereifel, da staunt er, ist irritiert, und dann schreibt er Texte in Zeitungen, als wäre er Ethnologe.
Und manchmal wundert er sich, dass es die Briten und die Amerikaner, deren Länder auch zu mindestens Dreivierteln aus Provinz bestehen, schaffen, aus dieser seltsamen Krume die wunderbarsten Fernsehserien keimen zu lassen. „Happy Valley“ zum Beispiel. Oder „Fargo“.
Soviel Gegend in Deutschland, so wenig Geschichten
Böse und wild und zynisch, hart und herrlich. Serien, die mehr erklären übers Land und überhaupt das momentane Menschenwesen als, sagen wir, Texte herumreisender Metropolenbewohner. Und der wiederum grübelt vor allem darüber nach, warum solche Geschichten aus der Gegenwart der deutschen Gegend nicht zu bekommen sind.
Jetzt müssen wir kurz mal aufs Land schalten. Nach Bayern. Da liegt ein Dorf mitten im landschaftlichen Nirgendwo. Da wuchs auf einmal - der bayerische Rundfunk lässt das manchmal zu, wenn er vergisst, dass er ja ein großer deutscher Fernsehtanker ist und deswegen prinzipiell mutlos -, was sonst nur in Yorkshire und im Mittleren Westen wächst.
Zwischen Ingolstadt und der tschechischen Grenze befinden wir uns. Alles platt um das Kaff herum. Man müsste eigentlich ganz viel Weitsicht haben. Hat man aber nicht. Und das kann nicht am Windpark liegen. Den hat Hindafing - so heißt die ländliche Metropole in der gleichnamigen Serie, der herrlichsten (Provinz-)Serie, die es in diesem Jahr zu sehen gibt - natürlich auch.
Man hält viel auf Nachhaltigkeit und den ganzen anderen Sprechmist, den ehrgeizige Provinzpolitiker gern auffahren, um ihre Modernität zu beweisen und ihre Visionslosigkeit zu verstecken. Er hat aber keine Propeller, der Windpark. Bloß ein Haufen Stümpfe steht herum im Land.
Der Windpark ist eine der großen Rosinen, die Bürgermeister Alfons Zischl (Maximilian Brückner ohne Rücksicht auf Verluste) erst im Kopf hatte und dann in seine Gegend gestreut hat. Aus denen aber, wie das mit Rosinen eben so ist, natürlich nichts wächst.
Im Verlauf der sechs Folgen, in denen man dem zunehmenden Verzappeln des Alfons Zischl in jenen Fäden zusieht, die er sich selbst für sein politisches Fortkommen um die Beine bindet, wird sich noch einiges als fruchtloses Trockenprojekt erweisen.
Aus Nazi-Ruine wird Shoppingtempel
Das „Donauvillage“ des örtlichen Bioschlachters Goldhammer (der herrlichstes Gammelfleisch aus dem Osten unter sein Ökohack mixt), das in einer Nazi-Bauruine eingebaut werden soll, was nicht passiert, weil der Landrat Zischl nötigt Flüchtlingen Unterkunft zu gewähren. Dann soll da noch eine Frackinganlage entstehen mit Hilfe des Chinesen. Huang heißt er.
Eine Autobahnzufahrt müsste gebaut werden. Das wird aber auch nichts. Geht alles schief und schiefer.
Man muss sich die Entstehung von „Hindafing“ übrigens ungefähr so vorstellen: Niklas Hoffmann, Boris Kunz und Rafael Parente von der Münchner Filmhochschule hatten eine Idee. Der Bayerische Rundfunk hatte Interesse. Dann wurden sie in einen Writer’s Room gesperrt. Und ein paar Wochen darin mit Kost und Logis vergessen.
Als sie wieder herauskamen, war der Sechsteiler geschrieben, die Produktionsaufgaben verteilt. Es konnte losgehen. So ungefähr. Und sie hatten Narrenfreiheit. Das hoffen wir wenigstens für sie. Das Ergebnis sieht ganz danach aus, als hätte ihr Werk nicht durch sämtliche öffentlich-rechtlichen Mäkelinstanzen gehen müssen.
Und so löst es ein, was um Weihnachten herum das auf hohem Niveau im Klischeesumpf steckengebliebene „Pregau“ nur rudimentär einzulösen in der Lage war. Jene Untergeher-Provinz-Serie des ZDF aus dem Salzburgischen, in der sich Maximilian Brückner als Dorfpolizist Hanns Bucher in der ungefähr gleichen Fargo-Ähnlichkeitsmechanik verfing und von ihm zermalmt wurde wie jetzt als Zischl Alfons. Bloß sind hier die Klischees entschlackter, nackter, böser und lustiger.
Syrer können besser Deutsch als Bayern
Ein schwuler Priester verkracht sich mit Benedikt, womit nicht der Papst, sondern des Priesters geliebter Kollege gemeint ist. Die Flüchtlinge können besser Deutsch als die Bayern und wissen ganz genau, wenn Subventionsbetrug mit ihnen getrieben wird.
Betrogen werden sowieso alle. Eine ungeklärte Vaterschaft verfolgt den Bürgermeister. Der türkischstämmige Polizist namens Erol (!) sitzt in einem Akt der Überintegriertheit mit seinen Kindern in Tracht bei den Kaninchenzüchtern herum.
Die Panamapapers wehen vorbei. Coole Klagelieder hängen über den entsättigten Bildern. Der örtliche Drogenkocher (größter Kunde: Kollege Zischl) wohnt in einem ausrangierten Waggon wie weiland bei Erich Kästner der Nichtraucher. Jedenfalls so lange, bis der in die Luft fliegt.
Der Zischl Alfons sitzt am Ende mitten im See seiner Politik in einem Boot mit mehr Löchern drin, als er Finger hat, was unter anderem daran liegt, dass ihm irgendwann einer abgebissen wird. Und immer wenn er droht, die Linie zu verlieren, zieht er sich eine aus schneeweißem Pulver auf dem Schreibtisch rein. Das muss er ziemlich häufig tun. Was ihn nur noch wahnsinniger macht.
Und dann ist auch noch Wahlkampf. Vielleicht ging alles einstmals damit los, dass Alfons Zischl der Sohn von Alfons Zischl ist, was dazu führt, dass er in seinem Kaff immer der Junior bleiben wird, immer der Kleine, da kann er groß denken, wie er will. Das soll ja vorkommen, ich kenne das.
Sperrt die drei nochmal - mit artgerechter Haltung versteht sich - in den Writer’s Room, wünscht man sich. Vielleicht in Stuttgart. Und lasst sie erst raus, wenn sie einen Zehnteiler fertig haben für den nächsten, neuen Provinz-„Tatort“ aus Württemberg. Auch Fernsehkritiker dürfen ja mal Rosinen im Kopf haben.
Von Elmar Krekeler, Welt/N24, 16.5.17

"Breaking Bad" als Bauerntheater - darum lohnt sich "Hindafing"
Können deutsche Serien mit amerikanischen mithalten? Der Sechsteiler "Hindafing" hat zwar Anklänge an bekannte US-Vorbilder, findet aber einen ganz eigenen Ton. Und besticht mit einem Hauptdarsteller auf Weltniveau.
Die Serie ist so eigenständig, dass kein Vergleich greift. "Hindafing" trifft einen ganz eigenen Ton, ist im positiven Sinne eine Heimatserie. Sie verfügt über den typisch derben bayerischen Humor, gesprochen wird ausschließlich Dialekt, wodurch sich Zuschauer nördlich des Weißwurstäquators in manchen Situationen Untertitel wünschen.
Formal lässt sich der Mehrteiler keinem Genre zuordnen. Am ehesten kann man "Hindafing" als Politserie bezeichnen. Im Zentrum steht Bürgermeister Zischl, der von einem Schlamassel in den nächsten gerät und sich mit jedem Problem, das er löst, zwei neue schafft. Die Geschichte seines täglichen Überlebenskampfes wird ins Groteske gesteigert und trägt Züge von Schwank und Bauerntheater, zweier urbayerischer Traditionen, derer sich schon Marcus H. Rosenmüller 2005 in seinem Erfolgsfilm "Wer früher stirbt ist länger tot" bediente.
Das wird auch durch das Casting unterstrichen, das bajuwarische Charakterköpfe versammelt, die man sonst im deutschen Fernsehen nicht zu sehen bekommt. Etwa Andreas Giebel als grobschlächtigen Metzger Sepp Goldhammer. Als dessen Frau Gabi tritt Petra Berndt in die Tradition barocker bayerischer Schauspielerinnen wie Cleo Kretschmer oder Marianne Sägebrecht.
Das Enselmble glänzt bis in die Nebenfiguren: Erol Yildirim als türkischstämmiger Polizist, der bei der Einhaltung der Gesetze deutscher ist als alle anderen. Oder der von Michael Kranz gespielte Pfarrer, der sich in einen afrikanischen Flüchtling verliebt. Über allem steht jedoch die Leistung von Maximilian Brückner, der die komplette Klaviatur an Emotionen und Verhaltensweisen beherrscht. Der dämonisch grinsend den Teufel geben kann, im nächsten Moment alle mit seinem Charme um den Finger wickelt, um dann als Häuflein Elend Mitleid zu wecken vermag. Brückners Performance steht gleichrangig neben der großer amerikanischer Seriendarsteller, ob es Bryan Cranston als Walter White ist oder James Gandolfini als Tony Soprano.
Die Idee zur Serie entstand zusammen mit Studenten der HFF München. Produzent Rafael Parente und Autor Niklas Hoffmann haben zuvor schon die Sitcom "Blockbustaz" für ZDFneo entwickelt. Für den BR hat sich der Mut ausgezahlt, etwas Unkonventionelles zu wagen. Die Kritiken sind euphorisch, und die am Dienstag ausgestrahlte Auftaktfolge lockte allein im Verbreitungsgebiet des Bayerischen Fernsehens 310.000 Zuschauer, was einem Marktanteil von 7,9 Prozent entspricht.
Bei so viel Zuspruch darf man schon jetzt auf eine zweite Staffel hoffen. Zwar wird Bürgermeister Zischl seine Pechsträhne bis zum Schluss nicht mehr verlassen. Für das deutsche Fernsehen ist "Hindafing" jedoch ein Glücksfall - der sich gerne zur Glückssträhne ausweiten darf.
Von Carsten Heidböhmer, Stern, 18.5.17

Tracht trifft Niedertracht: Die neue bayerische Fernsehserie "Hindafing". Die Serie überzeugt mit lässiger Bösartigkeit und wunderbar giftigem Humor. Radiobeitrag von Karsten Umlauf auf SWR2

Irre Provinzpolitikgroteske "Hindafing": Das Amt des überforderten Provinzpolitikers ist trotz aller Übertreibung so real, dass es nicht nur Alfons Zischl Junior schmerzt, sondern auch das Publikum. Kein Wunder, dass er sich sein Schicksal schönschnupft, wenngleich mit Meth, dem Koks der Gosse. Dass dieses Elend dennoch ein Hochgenuss ist, liegt auch am Hauptdarsteller: Maximilian Brückner. Vollständiger Artikel auf Neues Deutschland.de

"Jetzt rama dir des Arschloch aus!" Regisseur Boris Kunz hat verraten, bei welchen Serien er sich was abgeschaut hat und welcher bayerische Ort für "Hindafing" Pate stand. Interview auf Puls.de

High-End-Drama im BR: "Hindafing": Ein tiefschwarzer Blick in die bayerische Seele. Im Gespräch mit DWDL.de äußern sich die Produzenten Simon Amberger, Rafael Parente und Korbinian Dufter von der Neuesuper zu den prominenten Vergleichen im Vorfeld, einer möglichen Fortsetzung und zum internationalen Vertrieb. Interview auf DWDL.de

– Auch die Schweizer Presse schreibt lobend über "Hindafing", wie z.B. 'Der Tagesanzeiger' vom 23. Mai 2017: Crystal Meth im Gemeinderathaus [...] «Hindafing» seziert die amigohafte Lokalpolitik - samt konspirativen Saunasitzungen mit dem Landrat - so schön wie einst «Der Bulle von Tölz», nur sehr viel derber und bösartiger. Die Handlung ist so wild, die Figuren sind so hinterfotzig und die Wendungen fast so bizarr wie in der österreichischen Satireserie «Braunschlag» und die absurden Dialoge erinnern an Gerhard Polt. [...]

– Sogar den Österreichern gefällt Hindafing! Kritik von Radio FM4, Wien: Ein Näschen gefällig?

Über "Hindafing" nach Hollywood? Regisseur Boris Kunz im Interview
Auf Walter White, Frank Underwood und Lester Nygaard folgt - wer hätte das gedacht? Alfons Zischl! Der von Maximilian Brückner verkörperte, drogen- und gefallsüchtige Dorfbürgermeister kann es, wie die bundesweite TV-Kritik befindet, mit den Serienhelden von "Breaking Bad", "House of Cards" und "Fargo" aufnehmen. Das korrupte Gemeindeoberhaupt und die nicht minder durchtriebenen Bewohner des titelgebenden Provinzdorfs "Hindafing" verzücken seit zwei Wochen Fernsehpublikum wie Feuilleton. Im Rampenlicht steht damit auch der Mann, der diese rasant erzählte, schwarzhumorige Heimatsatire miterschaffen hat: Boris Kunz aus Prien am Chiemsee. Im Autorenkollektiv mit Rafael Parente und Niklas Hoffmann blickt der 37-jährige Regisseur, der in Ising (Landkreis Traunstein) aufgewachsen ist, in die politischen Abgründe der bayerischen Provinz.
Die Heimatzeitung wollte von Boris Kunz wissen, wie er es geschafft hat, mit seiner Krimi-Groteske ein Seriendebüt hinzulegen, dem internationales Topnivau bescheinigt wird.
Ob SZ, FAZ, Spiegel oder Die Zeit - die Kritik liebt "Hindafing". Überrascht Sie die überschwängliche Resonanz?
Boris Kunz: Man hofft, dass es gut ankommt. Aber dass es so viel und so einhelliges Lob gibt, damit hätten wir nicht gerechnet. Dazu die hohen Einschaltquoten und Mediathek-Klickzahlen - sehr schön!
"Hindafing" zeigt Bayern von seiner finstersten Seite. Trotzdem laufen Sie zur Prime-Time - nach der Wohlfühl-Serie "Dahoam is dahoam".
Kunz: 20.15 Uhr war von Anfang an geplant. Aber es hat mich schon gefreut, dass es auch dabei geblieben ist. Der Sender hätte, als es fertig war, ja auch sagen können: ,Das ist aber schon ganz schön düster. Das wäre doch eher was für 22 Uhr!‘ Aber sie wollten die Serie als besonderes Produkt auch besonders hervorheben.
Dass Ihre Serie und Ihr Protagonist, der korrupte, drogenabhängige Dorfbürgermeister Zischl, dem Freistaat und seinen gewählten Volksvertretern ein falsches, negatives Image verpassen, haben kürzlich niederbayerische Bürgermeister bei einer Gemeindetagsversammlung beklagt...
Kunz: Wir zeigen doch nur einen speziellen Bürgermeister. Für eine Geschichte sucht man sich ja eher ein Extrem als den unspektakulären Normalfall aus. Das ist natürlich politisch unkorrekte Überhöhung. Aber als Serienmacher ist es nicht unsere Aufgabe, die Realität eins zu eins abzubilden, sondern Geschichten zu erzählen, die Spaß machen. Man kann aber auch nicht behaupten, dass es in Bayern keine korrupten Bürgermeister geben würde.
Die "Hindafinger" hackeln sich in wunderbar authentischem Bairisch. Sie sprechen aber Hochdeutsch ...
Kunz: Ja, ich bin durch mein Elternhaus eher Hochdeutsch aufgewachsen. Aber den bairischen Dialekt kenne ich aus meinem Umfeld in der Kindheit. Bei manchen Dialogen war es meine Freundin, die mir geholfen hat, weil sie ein paar lässige, derbe bayerische Sprüche auf Lager hat. Aber vor allem lebt man da vom Input der Schauspieler, die ja alle g’standene Bayern sind. Ich lasse denen beim Drehen gerne die Freiheit, sich ihre Texte mundgerecht zu machen, eigene Ideen einzubringen. Und wenn sich der Schlachter Goldhammer dann wieder über seinen Buam aufregt, dann haut ein Andreas Giebel schon mal eine sauber improvisierte Schimpftirade raus, die man vorher so nie ins Drehbuch schreiben könnte.
Hinter "Hindafing" steht ein junges Team. Das Drehbuch haben Sie zu dritt geschrieben. Warum?
Kunz: In den USA und auch in Skandinavien sind solche, wie man es nennt, Writers Rooms mit zehn oder mehr Leuten schon Standard. Das konnten wir uns nicht leisten. Aber auch zu dritt geht es einfach schneller. Man kommt auf mehr Ideen, schaukelt sich beim Ideensammeln gegenseitig hoch, bekommt sofort Feedback. Das funktioniert super. Der gebeutelte Bürgermeister geht trotz des ganzen Chaos’ mit ganz guten politischen Karrierechancen aus der Abschlussfolge raus. Steht da ein Frank-Underwood-artiger Aufstieg bevor, sprich: kommt eine zweite Staffel? Oder enden "Hindafing"-Abhängige wie der Zischl auf Crystal-Meth-Entzug?
Kunz: Wir hoffen sehr auf eine zweite Staffel und auf grünes Licht vom BR. Wir stehen schon in den Startlöchern, um uns wieder in den Writers Room zu setzen, und haben einige Ideen. Das Ende ist absichtlich so gemacht, dass es befriedigend ist, also ohne den totalen Cliffhanger. Aber eben auch so, dass man mit allen Figuren gut weitererzählen kann.
Abgesehen von der "Hindafing"-Fortsetzung - was sind Ihre Ziele und Träume als Regisseur?
Kunz: Ich finde Serien wahnsinnig spannend, habe aber auch ein paar Kinostoffe auf Lager. Das Fantasy-Genre würde mich sehr reizen. Nur stehen einem da in Deutschland die nötigen Budgets kaum zur Verfügung. Ich würde auch gerne etwas machen, das überhaupt nicht mehr lustig, sondern einfach nur dramatisch ist.
Bei Ihren ersten Filmen haben Sie für ein paar Szenen noch Ihre Freunde als Schauspieler engagiert. Jetzt in "Hindafing" dirigieren Sie Größen wie Brückner, Giebel, Bittenbinder. Sind Sie selbst überrascht, wie schnell es voran geht.
Kunz: Gefühlt ist es eher so, dass man denkt, es könnte noch schneller vorwärts gehen. Aber natürlich ist es ein tolles Gefühl, wenn es von Projekt zu Projekt immer professioneller, die Herausforderung immer größer wird.
Mit der Endstation Hollywood?
Kunz (lacht): Die allermeisten Regisseure würden lügen, wenn sie sagen, sie denken nie an Hollywood und sind zufrieden damit, immer in Deutschland zu bleiben. Weniger weil Hollywood an sich so toll wäre. Aber einfach, weil es in Deutschland immer noch relativ schwer ist, Filme und Serien zu machen. Man sehnt sich einfach nach mehr Möglichkeiten.
Dann leben Sie ihre Sehnsucht doch mal aus: Wenn Sie die freie Auswahl hätten, welche Schauspielerin und welcher Schauspieler würden die Hauptrollen spielen in Ihrem nächsten Film?
Kunz: Da gibt es eine ganze Menge. Wer mir spontan einfällt: Cate Blanchett und Viggo Mortensen.
Das Bayerische Fernsehen zeigt "Hindafing" seit 16. Mai immer dienstags ab 20.15 Uhr. Am 30. Mai nimmt die Provinz-Posse mit der letzten Doppelfolge ihr vorläufiges Ende. Wer den Serieneinstieg verpasst hat, sollte die Mediathek des BR ansteuern. Dort kann man noch bis Dienstag, 6. Juni, die sechs Folgen online anschauen.
Von Thomas Thois, Passauer Neue Presse, 30.5.17

Super Rezension zur DVD/Blu-ray-Veröffentlichung, 1.6.17. Leider kein Bonusmaterial auf DVD oder BD

Hindafing wird auch im nördlichen Teil Deutschlands gemocht!
"Der ARD wird ja immer wieder - und das natürlich zurecht - vorgeworfen, Serien zu produzieren, die sich vorrangig an älteres Publikum richten. Natürlich gibt es Ausnahmen, und auch moderne Geschichten schaffen es ins Programm. Im Fall der sechsteiligen Serie „Hindafing“ hat zum Beispiel der Bayerische Rundfunk (ja, wirklich!) ein wirkliches Serien-Highlight geschaffen. Dass es dienstagabends im Dritten Programm ausgerechnet gegen die quotenstarken Serien im Ersten versendet worden ist, ist dagegen schon wieder traurig und unverständlich. „Hindafing“ hätte einen sehr viel prominenteren Ausstrahlungsplatz verdient. „Hindafing“ wischt so ziemlich jedes Klischee beiseite. Die Serie ist spannend und modern ins Bild gesetzt - optisch und inhaltlich durchaus auf internationalem Niveau. Maximilian Brückner - bekannt aus dem Saarland-„Tatort“ - spielt den Verwaltungschef, der zwischen den Stühlen sitzt und dem alles irgendwie entgleitet." Quelle: RTZapper aus Oranienburg, 2.6.17

Zischl Hindafing
Unnachahmlich knappe Dialoge, wie sie vielleicht nur das bayerische Idiom zustande bringt: »Wos is’n des?«, fragt der Hindafinger Großmetzger Sepp Goldhammer, als er den Bürgermeister Alfons Zischl und den Ortspolizisten Erol nächtens am lokalen Wasserreservoir mit einem eindeutig als menschlichen Körper zu identifizierenden Paket erwischt. »Wos is wos?«, fragt Zischl zurück. Um schließlich doch noch hinzuzufügen: »Des is nix!«
"Hindafing" ist ein wunderbarer Glücksfall, eine Serie so abgründig, witzig und gegen den fernsehüblichen Strich gebürstet, dass man kaum glauben mag, dass tatsächlich der BR dahinter steckt. Schließlich kennt man den Sender vorrangig als Produzenten von weißblauen Seichtigkeiten wie der Dauerserie "Dahoam is Dahoam". Vom dortigen Setting könnte das von Niklas Hoffmann, Boris Kunz und Rafael Parente gemeinsam geschriebene "Hindafing" kaum weiter entfernt sein: ein farbloser, trister Ort zwischen Autobahnen, zersiedelten Landschaften und Industrieruinen. Nicht pittoreske Milchviehbetriebe oder eine hübsche Dorfkirche prägen den fiktiven Ort, sondern ein dubioser Großschlachtbetrieb und der hässliche Rathaus-Betonklotz, in dem Bürgermeister Zischl residiert. Und erst der Himmel: Der ist hier grau oder vielleicht auch mal weiß - aber niemals, wirklich niemals weiß-blau.
Was nun ganz und gar nicht bedeutet, dass hier nicht der typisch süddeutsche Größenwahn zuhause wäre: Zischl hat mit einem gigantischen Windrad-Projekt bereits viel Geld in den Sand gesetzt, weshalb er der strukturschwachen Gemeinde nun mit dem Bio-Einkaufscenter "Donauvillage" zu neuem Glanz verhelfen möchte. Blöd nur, dass der leicht korrumpierbare, Crystal Meth schnupfende Bürgermeister innerhalb kürzester Zeit vom halben Ort erpresst wird und sich zunehmend im Netz seiner zahlreichen Intrigen und Amigo-Geschäfte verheddert. Maximilian Brückner spielt diesen zwischen Selbstüberschätzung und Verzweiflung hin und her strauchelnden Lokalpolitiker großartig: Stets leicht nervös, mal aalglatt, dann wieder fast offenherzig - aber immer von der Sehnsucht getrieben, das ganz große Rad zu drehen.
Mitleid muss man mit diesem rückgratlosen Hallodri nicht haben, im Gegenteil: Es macht einen Heidenspaß, Zischl dabei zuzusehen, wie er sich immer noch weiter in den Abgrund manövriert, wo man doch schon längst meinte, bereits am Tiefpunkt angelangt zu sein. Die Zuneigung des Zuschauers gehört ihm dennoch ganz und gar. Auch dem Rest des Casts gelingt es bravourös, die durchweg ambivalent angelegten Figuren glaubhaft zum Leben zu erwecken. So vermögen auch die weit verbreitete Hinterfotzigkeit und die mitunter recht rabiate Verfolgung der jeweiligen Eigeninteressen die Sympathien fürs Hindafinger Personal nur unwesentlich zu schmälern. Das liegt nicht zuletzt an der recht lakonischen, gänzlich unsentimentalen Erzählhaltung, die selbst große Themen wie Gammelfleisch, Schwarzgeldgeschäfte, Drogenhandel und Flüchtlinge leicht und beiläufig zu integrieren weiß. In "Hindafing", das mit seinem Figurenarsenal und schwarzen Humor ein wenig an die österreichische Serie "Braunschlag" erinnert, in diversen Details und Stimmungen aber auch auf US-Serien wie "Breaking Bad", "Fargo" oder "Twin Peaks" verweist, werden (Fernseh-)Sehgewohnheiten unterlaufen, dass es eine wahre Freude ist. Dazu kommen eine hohe Dosis hintersinnigen Humors, die wahnsinnig komische Katz-und-Maus-Beziehung zwischen Bürgermeister und Dorfpolizist, eine liebevoll gestaltete Bildsprache und dazu noch richtige Cliffhanger am Ende jeder Folge. All dies tröstet auch über die etwas enttäuschende, allzu abstruse sechste (und bislang letzte) Folge hinweg. Ansonsten gilt: Eine kleine Straffung hie und da, und man könnte "Hindafing" ein kleines großes Meisterwerk nennen.
Von Katharina Zeckau, Film-Dienst #13/2017, 22.6.17

Seite erstellt im Juli 2016 von EFi; zuletzt ergänzt am 20.6.2017 weiter zum
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