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Hindafing / Welcome to Hindafing  2. Staffel der 12-teiligen Serie á 45 Minuten für den BR

Email von Arte, 9.9.19: „Wir bestätigen Ihnen, dass ARTE die Staffel 1 von "Hindafing" ab dem 24. Oktober 2019 und die 2. Staffel ab dem 7. November ausstrahlen wird.“
Meldung vom Bayerischen Fernsehen (BR): „Die 2. Staffel von "Hindafing" wird ab 26. November 2019 in Doppelfolgen im BR Fernsehen ausgestrahlt und vorab in der BR Mediathek zu sehen sein. Ab Donnerstag, 17. Oktober wird die 1. Staffel wiederholt.“ Quelle
Ausstrahlungstermine - 1. + 2. Staffel

Weltpremiere! "Hindafing" Staffel 2 / Episoden 1 & 2 / DF | Fr 8.11.2019, 20:00 - 22:10 Uhr, Hochschule für Fernsehen und Film, Audimaxx, Bernd-Eichinger-Platz 1, 80333 München – Screening und Q&A mit Cast und Crew.
Premierenfotos und Berichterstattung

[...] Die zweite "Hindafing"-Staffel kam auf über eine Million Mediatheken-Abrufe. [...] Quelle: Blickpunkt:Film, 17.1.20
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Es wird eine 2. Staffel von "Hindafing" geben!
'S gäd weida: Die Münchner Produktionsfirma NeueSuper arbeitet mit dem BR an der zweiten Staffel der preisgekrönten satirischen Drama-Serie Hindafing. In 6x45 Minuten werden die Zuschauer erleben, was aus Alfons Zischl geworden ist. Regie führt wieder Boris Kunz, der auch das Drehbuch gemeinsam mit Niklas Hoffmann und Rafael Parente geschrieben hat. Gedreht wird ausschließlich in Bayern mit dem bekannten Cast.
Produktionsförderung Fernsehfilm: "Hindafing" - Staffel 2 : EUR 685.000
Produktion: NeueSuper GmbH, München. Sender: BR
Drehbuch: Niklas Hoffmann, Boris Kunz, Rafael Parente. Regie: Boris Kunz
Drama. Nach seinem Rücktritt als Bürgermeister von Hindafing wird Alfons Zischl überraschend Landtagsabgeordneter in München. Sein Vorgänger ist über einen Skandal gestolpert und Zischl soll vor der nächsten Landtagswahl retten, was zu retten ist. Doch als er auf der Suche nach Wählerstimmen durch ein Missverständnis einem von der Pleite bedrohten, dubiosen Rüstungsunternehmen seine Unterstützung zusichert, findet er sich schnell in einem politischen Fiasko wieder. Beim Versuch aus der Sache unbeschadet wieder rauszukommen, rutscht Zischl immer tiefer hinein. Und all das, während seine Frau Marie hochschwanger ist: Alfons Zischl wird Vater eines Sohnes...
Quelle: FFF Bayern – Vergabeentscheidung vom 10.10.18


Langtrailer zur 2. Staffel "Hindafing" im BR

2. Langtrailer zur 2. Staffel "Hindafing" von NeueSuper

Besetzung:
Maximilian Brückner - Alfons Zischl, ehemals Hindafinger Bürgermeister - jetzt Landtagsabgeordneter
Katrin Röver - Marie Zischl, seine Ehefrau
Anne Schäfer - Diana Knaacke-Weibling
Andreas Giebel - Sepp Goldhammer, Großmetzger
Petra Berndt - Gabi Goldhammer, seine Ehefrau
Roland Schreglmann - Moritz Goldhammer, deren Sohn
Heinz Josef Braun - Karli Spitz, jetzt Hindafinger Bürgermeister
Johanna Bittenbinder - Angie, Zischls Sekräterin
Christian Lex - Michael Schrüll
Christian Heiner Wolf - Pater Benedikt
Michael Kranz - Pfarrer Johannes Krauss
Ursula Maria Burkhart - Ministerpräsidentin Barbara Obereder
Wilfried Hochholdinger - Dr. Schneider, Inhaber der Rüstungsfirma Röderich & Schneider
Jürgen Tonkel - Bertram Wöhler, Journalist
Joel Sansi - Amadou
Christian Hoening - Fraktionsvorsitzender Bauer
Johann Schuler - Polizeichef
Ercan Karacayli - Erol Yildirim, Polizist
Gitta Schweighöfer - Heidi Knopke, Maries Mutter
Philipp Moog - Oberst Kurz
Malene Becker - Soldatin Kim Jahn
Steffen Recks - Soldat Beierle
Aziz Capkurt - Mahmoud
Sebastian Winkler - Securitymann
Wulf Schmid Noerr - Papst
u.v.a.
Stab:
Drehbuch: Niklas Hoffmann, Rafael Parente und Boris Kunz
Regie: Boris Kunz
Casting: Daniela Tolkien
Maskenbild: Kurosch Akhavan und Agnes Ellert
SFX Maskenbild: Schwerthelm Ziehfreund
Szenenbild: Markus Dicklhuber
Kostümbild: Tina Keimel-Sorge
DoP: Tim Kuhn
Licht: Willy Kremper
Ton: Rainer Butschal
Schnitt: Katja Beck
Musik: David Reichelt ; Titelmusik: Daniel Vogelmann und Jakob Klotz
Produktionsfirma: NeueSuper GmbH & Co. KG, München, in Koproduktion mit BR, in Zusammenarbeit mit ARTE
Produzent: Rafael Parente. Producerin: Magdalena Steffenhagen
Redaktion BR: Elmar Jaeger, Arte: Uta Cappel
Förderung: FilmFernsehFonds Bayern (685.000,-€)
Drehorte: München und Umgebung, Olching, Allach, Rom (Italien)
Drehzeit: 19.2. - 30.4. 2019


Mehr bei Crew-United.com

Nach seinem Rücktritt als Bürgermeister von Hindafing wird Alfons Zischl (Maximilian Brückner) überraschend zum Landtagsabgeordneten in München berufen. Sein Vorgänger ist über einen Skandal gestolpert und Zischl soll vor der nächsten Landtagswahl retten, was zu retten ist. Doch das Leben als Abgeordneter ist härter als gedacht. Statt Ruhm und rotem Teppich in der Landeshauptstadt erwarten Zischl mühsame Fleißarbeit und lähmender Fraktionszwang im provinziellen Stimmkreis. Als er auf der Suche nach Wählerstimmen durch ein Missverständnis einem von der Pleite bedrohten, dubiosen Rüstungsunternehmen seine Unterstützung zusichert, findet er sich schnell in einem politischen Fiasko wieder. Beim Versuch aus der Sache unbeschadet wieder rauszukommen, rutscht Zischl immer tiefer hinein. Doch Zischl macht das, was er am besten kann: Er laviert in der Pampa herum, dreht an vielen Rädern und redet sich um Kopf und Kragen.
Quelle: Presseheft Die BR Filmhighlights 2019

Die TV-Premiere der sechs neuen Folgen wird bei ARTE stattfinden. Die ersten drei Episoden sind am Donnerstag, 7. November ab 20:15 Uhr am Stück zu sehen. Das zweite Dreierpack folgt eine Woche später, am 14. November. Schon ab dem 31. Oktober (bis 20. November 2019) liegen die neuen Folgen in der ARTE Mediathek bereit.
Sendetermine im BR: Ab dem 26. November 2019 dienstags um 20:15 Uhr in Doppelfolgen, zusätzlich ab dem 28. November 2019 donnerstags um 22:45 Uhr wöchentlich eine Folge.
In der BR Mediathek vom 19. November 2019 – 16. Januar 2020
Do 7.11. um 20:15 Uhr, Folge 1: Le champion caché - ARTE + Di 26.11. um 20:15 Uhr, Hidden Champion - BR
Do 7.11. um 21:05 Uhr, Folge 2: La star du jour - ARTE + Di 26.11. um 21:05 Uhr, Der Mann der Stunde - BR
Do 7.11. um 22:00 Uhr, Folge 3: Vente presque réussie - ARTE + Di 3.12. um 20:15 Uhr, Taktisches Versagen - BR
Do 14.11. um 20:15 Uhr, Folge 4: Audience papale - ARTE + Di 3.12. um 21:05 Uhr, Von ganz oben - BR
Do 14.11. um 21:05 Uhr, Folge 5: Saucisses ukrainiennes - ARTE + Di 10.12. um 20:15 Uhr, Exportweltmeister - BR
Do 14.11. um 22:00 Uhr, Folge 6: Traitement de choc - ARTE + Di 10.12. um 21:05 Uhr, Inneres und Sicherheit - BR

Das Bayerische Fernsehen (BR), ARTE und die Produktionsfirma NeueSuper würden sich sicherlich über Lob, Anregungen und Kritik freuen. Und vielleicht gibt's dann auch eine 3. Staffel ...
Kontakt BR: https://br.de/s/2eGtbem
Kontakt ARTE: https://www.arte.tv/question/
Kontakt NeueSuper: https://neuesuper.de/de/contact/

Fotos vom BR Filmbrunch am 25.1. und vom FFF Bayern Lunch am 30.1.2019

Drehbeginn am 19. Februar 2019

Maximilian Brückner: "My home is a castle. Zischl is back!!! #hindafing @neuesuper #blablabla" Quelle: Instagram

NeueSuper: "„Die F**** hat doch nur Glück!“ - mit diesen herrlichen ersten Worten läuten wir den Drehstart der 2. Staffel HINDAFING ein!" Quelle: Instagram

2. Drehtag 20.2.2019, Setbesuch des FilmFernsehfonds Bayern im Funkhaus des BR (als Landtag). Mehr Fotos

v.l. Christian Hoening (Bauer), Proudzent Rafael Parente, Christian Lex (Schüll), Anne Schäfer (Diana), Drehbuchautor Niklas Hoffmann, Gabriele Pfennigsdorf vom FFF Bayern, BR-Redakteur Elmar Jaeger, DoP Tim Kuhn, Producerin Magdalena Steffenhagen und vorne sitzend Regisseur Boris Kunz, daneben Maximilian Brückner als Alfons Zischl

v.l. Produzent Rafael Parente, Anne Schäfer, Drehbuchautor Niklas Hoffmann, Gabriele Pfennigsdorf vom FFF Bayern, BR-Redakteur Elmar Jaeger, Producerin Magdalena Steffenhagen und vorne sitzend Regisseur Boris Kunz und daneben mit Mützerl Maximilian Brückner

 
"Am Set von Hindafing (2. Staffel) - gedreht wird heute bei uns "daheim", im Funkhaus des BR": Video Maximilian Brückner: "Sometimes it’s really beautiful to stick your finger into your nose!" Quelle: Instagram


v.l. Christian Hoening (Bauer), Christian Lex (Schüll), Proudzent Rafael Parente, Anne Schäfer (Diana), Drehbuchautor Niklas Hoffmann, Gabriele Pfennigsdorf vom FFF Bayern, BR-Redakteur Elmar Jaeger, Producerin Magdalena Steffenhagen, DoP Tim Kuhn und vorne sitzend Regisseur Boris Kunz, daneben Maximilian Brückner mit Gummifinger und Mützerl als Alfons Zischl. Foto © NEUESUPER / Arvid Uhlig

Serienerfolg "Hindafing" geht weiter: Nach dem großen Erfolg der ersten Staffel stehen Maximilian Brückner, Katrin Röver, Andreas Giebel, Petra Berndt, Heinz Josef Braun und viele andere seit dieser Woche für die 2. Staffel vor der Kamera von Tim Kuhn. Nach den Drehbüchern von Niklas Hoffmann, Rafael Parente und Boris Kunz, der auch Regie führt, ist wieder Maximilian Brückner in der Rolle des Alfons Zischl zu sehen, der sich in sechs neuen Folgen als Landtagsabgeordneter in München durchschlagen muss. Gedreht wird an verschiedenen Orten in München und Umgebung. Die Ausstrahlung ist für Herbst 2019 im BR Fernsehen geplant.
Nach seinem Rücktritt als Bürgermeister von Hindafing wird Alfons Zischl (Maximilian Brückner) überraschend Landtagsabgeordneter in München. Sein Vorgänger ist über einen Skandal gestolpert, und Zischl soll vor der nächsten Landtagswahl retten, was zu retten ist. Doch das Leben als Abgeordneter ist härter als gedacht. Statt Ruhm und rotem Teppich in der Landeshauptstadt erwarten Zischl lähmender Fraktionszwang und mühsame Fleißarbeit im provinziellen Stimmkreis. Als er auf der Jagd nach Wählerstimmen durch ein Missverständnis einem von der Pleite bedrohten, dubiosen Rüstungsunternehmen seine Unterstützung zusichert, findet er sich schnell in einem politischen Fiasko wieder. Beim Versuch aus der Sache unbeschadet wieder rauszukommen, rutscht Zischl immer tiefer hinein. Doch Zischl macht das, was er am besten kann: Er laviert in der Provinz herum, dreht an vielen Rädern und redet sich um Kopf und Kragen. Und all das, während seine Frau Marie hochschwanger ist: Alfons Zischl wird Vater eines Sohnes ...
Neben dem Hauptcast spielen in weiteren Rollen Johanna Bittenbinder, Gitta Schweighöfer, Michael Kranz, Jürgen Tonkel, Philipp Moog, Roland Schreglmann, Wilfried Hochholdinger, Anne Schäfer, Christian Hoening, Christian Lex, Jockel Tschiersch, Ercan Karacayli, Hans Schuler, Sebastian Winkler u.v.a.
Gedreht wird die 2. Staffel "Hindafing" noch bis Mitte April 2019 in München und Umgebung. Die Ausstrahlung ist für Herbst 2019 in ARTE und im BR Fernsehen geplant.
Die 1. Staffel "Hindafing" war ein großer Erfolg im BR Fernsehen, speziell bei den jüngeren Zuschauern. Die "beste deutsche Serie" ("Die Welt") war schon vor der Ausstrahlung im BR Fernsehen in der ARD- und BR-Mediathek verfügbar und wurde rund 400.000 Mal abgerufen. Die 6 Folgen wurden nach ihrer Erstausstrahlung im BR Fernsehen auch im Ersten gezeigt und sind demnächst bei ARTE zu sehen. Der BR ist mit dieser horizontal angelegten schwarzhumorigen Serie neue Wege gegangen, was auch das überregionale Feuilleton in seinen Besprechungen besonders hervorhob. "Hindafing" wurde für den Deutschen Fernsehpreis 2018 nominiert und mit der renommierten österreichischen ROMY ausgezeichnet; Maximilian Brückner erhielt für seine Rolle als Bürgermeister Alfons Zischl den Bayerischen Fernsehpreis 2018 als bester Hauptdarsteller.
"Hindafing" ist eine Produktion der NEUESUPER GmbH (Produzenten: Simon Amberger, Korbinian Dufter, Rafael Parente) in Koproduktion mit dem BR (Redaktion: Elmar Jaeger, Serie) in Zusammenarbeit mit ARTE (Redaktion: Uta Cappel) gefördert vom FFF Bayern. Pressekontakt: anna.martin(at).de
Quelle: BR-Fernsehen Pressemitteilung, und Setberichte von DWDL, Quotenmeter, TV-Wunschliste, Spot-on-News, 22.2.19

v.l. Christian Hoening (Bauer), Anne Schäfer (Diana), Drehbuchautor Niklas Hoffmann, Regisseur Boris Kunz, Proudzent Rafael Parente, Christian Lex (Schüll), und vorne sitzend Maximilian Brückner mit Gummifinger und Mützerl als Alfons Zischl.
Foto © BR /Arvid Uhlig

Neubau für Hindafing
Verglaste Container vorm Olchinger Rathaus sind Kulisse für die TV-Serie - Dass es im Olchinger Rathaus eng zugeht, ist kein Geheimnis. Um einen Erweiterungsbau handelt es sich bei den verglasten Containern, die plötzlich auf dem Vorplatz aufgetaucht sind, trotzdem nicht. Sie sind Teil der Kulisse für die zweite Staffel der BR-Produktion Hindafing, die preisgekrönte Serie um den privat hoch verschuldeten und korrumpierbaren Bürgermeister Alois Zischl (Maximilian Brückner), der sich immer tiefer in ein Netz aus Intrigen verstrickt. Schon für die erste Staffel diente der charakteristische Betonbau als Drehort. In der Fortsetzung wird Alois Zischl Landrat. Vom Büro der fiktiven Kreisbehörde aus, den Containern, wird er auf seine alte Wirkungsstätte, das "Hindafinger" Rathaus schauen können.
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 12.3.19. Foto: Carmen Voxbrunner


Video von Maximilian Brückner in der Maske: "A short break" mit *Happy Pills*

Video von Maximilian Brückner in der Maske: "A cry baby"

Maximilian Brückner auf Instagram: "Ego te absolvo. @neuesuper #hindafing #blablabla"
kaledmusik: "Der Alfons schaut aber fit aus ????"
Maximilian Brückner: " 2 Stunden vorher gepumpt"


Maximilian Brückner auf Instagram: "Being ignored is part of my life. #hindafing"

Katrin Röver (r.) auf Instagram: "#hindafing2 am drehen! ?? #maximilianbrückner #gittaschweighöfer"


"Nah an Bayern, näher am Bürger, Zischl" - Olching. Instagram

"Alfons Zischl - Einer von hier"
Video von Maximilian Brückner auf Instagram: "I made it!"

"Call me Braveheart!" NEUESUPER #hindafing #blablabla.
Maximilian Brückner (in blau und mit Mütze) auf Instagram

Als Bürgermeister von Hindafing ist Alfons Zischl, alias Maximilian Brückner, gescheitert. Aber als Held der BR-Serie Hindafing feiert er Erfolge. Jetzt kommt die zweite Staffel. Dabei trifft der Hauptdarsteller auf BAYERN 3-Frühaufdreher Sebastian Winkler bei einer Jagdeinladung der - leider nur fiktiven - bayerischen Ministerpräsidentin. Sendetermin voraussichtlich Herbst 2019.

Video von Maximilian Brückner auf Instagram: "Zischl is back, back again!"

BR Fernsehen: Mit der Nase sieht man besser ??
BAYERN 3-Frühaufdreher Sebastian Winkler durfte mit dem großartigen Maximilian Brückner in der neuen Staffel von Hindafing drehen: Clip.

Drehbericht aus Hindafing - Breaking Bad in Bayern ... again
4 Min.-Video aus der BR-Abendschau am 2.4.2019, 18 Uhr
Online bis 1.4.2020


"Vips in the City" traf Maximiilian Brückner in München zum Interview über die 2. Staffel von "Hindafing" und seine Rolle als Alfons Zischl: Video

Video von Maximilian Brückner auf Instagram: "The Beast" #hindafing #neuesuper #blablabla


Video von Maximilian Brückner auf Instagram: ROMA meets Hindafing!!!
Alfons Zischl will wohl eigentlich zum Papast und macht derweil die Piazza Navona in Rom unsicher ?? Oder wie Maxi dazu meint: ...zum Drehen die Hölle!!!
Nach dem Dreh - Abendessen in Rom am 8. April 2019
  
Katrin Röver auf Instagram (Fotos in groß): #hindafing2 #rom #boriskunz - fisch #katrinroever - spaghetti #maximilianbrueckner - aqua #timkuhn - laptop, the crew and the #photobomb - kellner #neuesuper


Jürgen Tonkel auf Facebook: Sehr gute Laune bei den Dreharbeiten zu Hindafing mit den Kollegen Maxi Brückner und Wilfried Hochholdinger!!, 18.4.19



Die 2. Staffel von "Hindafing" hat Drehende. Und das könnte Maxis letzte Klappe sein!
Maximilian Brückner auf Instagram: "I love my car" #Hindafing #NEUESUPER #blablabla, 25.4.19




Maximilian Brückner auf Instagram: "All good things come to an end." #blablabla, 29.4.19


Maximilian Brückner auf Instagram: "Always make yourself comfortable #hindafing #blablabla - Hab grad das Foto gefunden", 17.5.19


"Hindafing" - 2. Staffel: Sechs Fragen an Maximilian Brückner zur Fortsetzung


Quelle: BR Pressemitteilung, 1.10.19. Foto: BR/NeueSuper/Arvid Uhlig
Was begeistert Sie persönlich an der Serie "Hindafing"? Was macht für Sie die Rolle von Alfons Zischl als korrupten und intriganten Bürgermeister so interessant?
MB: Ein gewisser Grad an Anarchie Szenen soweit zu treiben, dass sie wirklich weh tun, ohne sie weich zu spülen.
Wie würden Sie die Veränderung von Alfons Zischl von Staffel 1 zu Staffel 2 beschreiben?
MB: Die Staffel 2 hat einen ganz klaren Bogen und ist damit runder und stimmiger ohne an Härte zu verlieren. Mir war ganz wichtig, dass es am Schluss richtig weh tut und der Kreis sich schließt.
"Hindafing" ist eine bayrische Serie und auch in Bayern produziert. Warum denken Sie, ist "Hindafing" nicht nur für Bayern interessant?
MB: Das Bayerische ist ja nur eine Färbung, der Plot könnte überall spielen. Betrogen wird überall auf der Welt und in der Politik am meisten. Was man heute an den Klima-nicht-Beschluss unserer Regierung sieht.
Sie sind selbst in Bayern aufgewachsen. Haben Sie dort eventuell ähnliche Erfahrungen mit dem Leben in einem kleinen Dorf wie "Hindafing" gemacht? Zum Beispiel mit dieser speziellen Gemeinschaft, die ein Dorf verbindet?
MB: Hindafing hat eigentlich in der 2. Staffel keine Bedeutung bzw. eine sehr untergeordnete Rolle. Zischl wohnt in München und arbeitet im Landtag.
Sie wurden 2008 selbst bei den Kommunalwahlen in Ihrer Heimatgemeinde in den Gemeinderat gewählt. Hat Sie dieses Ereignis bei der Entscheidung, die Rolle von Alfons Zischl anzunehmen beeinflusst?
MB: Nein.
"Hindafing" greift aktuelle Probleme, wie zum Beispiel die Flüchtlingspolitik oder die Energiewende auf. Wie ist Ihrer Meinung nach, der Umgang in der Serie mit diesen Themen gelungen?
MB: Offensichtlich nicht gut genug, wenn man den Umgang mit den jeweiligen Themen heute betrachtet. Auch wenn wir in unserer Serie weit gehen, reicht es oft nicht die politische Realität einzuholen.

Während sich die 1. Staffel der satirischen Dramaserie "Hindafing" rund um den Aufstieg und Fall des Provinzbürgermeisters Alfons Zischl (Maximilian Brückner) drehte, befördert die 2. Staffel Zischl in den Bayerischen Landtag. Sein Vorgänger ist über einen Skandal gestolpert und Zischl soll vor der Landtagswahl retten, was zu retten ist.

"Hindafing" - Inhalt - 2. Staffel
Nach seinem Rücktritt als Bürgermeister von Hindafing ist Alfons Zischl überraschend Landtagsabgeordneter in München geworden. Sein Vorgänger ist über einen Skandal gestolpert, und Zischl soll vor der nächsten Landtagswahl retten, was zu retten ist. Doch das Leben als Abgeordneter ist härter als gedacht. Statt Ruhm und rotem Teppich erwarten Zischl in der Landeshauptstadt lähmender Fraktionszwang und mühsame Fleißarbeit in seinem provinziellen Wahlkreis. Doch als er auf Drängen des Fraktionsvorsitzenden einem von der Pleite bedrohten, dubiosen Rüstungsbetrieb seine Unterstützung zusichert, findet er sich schnell in einem politischen Fiasko wieder. Beim Versuch aus der Sache unbeschadet wieder rauszukommen, rutscht Zischl immer tiefer hinein. Und all das, während seine Frau Marie hochschwanger ist: Alfons Zischl wird Vater eines Sohnes ...

So wirklich ernst nimmt Zischl in der Landespolitik aber niemand, bezahlbare Wohnungen in München sind Mangelware, und selbst sein Arbeitsplatz ist nahezu unverändert geblieben: Zwei Tage die Woche sitzt Zischl mit seiner Sekretärin Angie (Johanna Bittenbinder) in seinem Wahlkreisbüro, einem Container neben dem Hindafinger Rathaus, in dem jetzt sein alter Rivale Karli Spitz (Heinz-Josef Braun) das Bürgermeisteramt bekleidet.

Karli Spitz (Heinz Josef Braun) zeigt Alfons Zischl (Maximilian Brückner) die Pläne für seinen Hindafinger Bahnhof. Bild: © NEUESUPER / Arvid Uhlig
Und natürlich dauert es nicht lange, bis Zischl sich wieder in einem Geflecht aus Versprechungen verstrickt, denn praktisch jeder will etwas von ihm: Sein alter Spezl Sepp Goldhammer (Andreas Giebel) will neue Schlachthöfe bauen und ein Naturschutzgebiet zu Bauland umwandeln, der Fraktionsvorsitzende Bauer will, dass Zischl dem maroden Rüstungsbetrieb Röderich & Schneider zu neuem Aufschwung verhilft, und Karli Spitz will, dass Hindafing endlich einen Bahnhof bekommt und an den Regionalverkehr angeschlossen wird.

Fraktionsvorsitzender Bauer (Christian Hoening) erklärt Alfons Zischl (Maximilian Brückner) die Prioritäten der Partei. Bild: © NEUESUPER / Arvid Uhlig

Dr. Schneider (Wilfried Hochholdinger) begrüßt den Landtagsabgeordneten Alfons Zischl (Maximilian Brückner) bei der Betriebsversammlung seiner Firma. Bild: © NEUESUPER / Arvid Uhlig
Doch die Unterstützung des Rüstungsbetriebs erweist sich für Zischl als tickende Zeitbombe, und als er Sepp Goldhammer dazu bringt, in die marode Firma zu investieren, beginnt für Zischl eine desaströse Abwärtsspirale, in deren Verlauf er sich mit alten Widersachern, ukrainischen Separatisten, Reichsbürgern und sogar den letzten Überresten der RAF herumschlagen muss.

Unterdessen geht auch Zischls Privatleben den Bach hinunter, denn seine schwangere Frau Marie (Katrin Röver) wird durch Zischls neues Arbeitspensum nicht nur massiv vernachlässigt, sondern bildet neuerdings auch eine unheilige Allianz mit ihrer verschollen geglaubten Mutter Heidi (Gitta Schweighöfer), die ein dunkles Geheimnis mit sich herumträgt und Zischl mit ganz neuen Problemen konfrontiert.

Die schwangere Marie Zischl (Katrin Röver) und ihr Mutter Heidi Knopke (Gitta Schweighöfer). Bild: © NEUESUPER / Arvid Uhlig

Im Krankenhaus liest Alfons Zischl (Maximilian Brückner) von dem Skandal in der Waffenfirma. Bild: © NEUESUPER / Arvid Uhlig
Und in all dem Chaos rückt die Geburt von Zischls erstem Sohn immer näher. Doch auch hier tun sich unerwartet düstere Geheimnisse auf, und Zischl wird schließlich von seiner eigenen Vergangenheit eingeholt ...
Auch bei den Goldhammers läuft es alles andere als rund. Gabi (Petra Berndt) macht Sepp seine patriarchale Machtposition streitig, und die Rückkehr ihres verlorenen Sohnes Moritz (Roland Schreglmann) bringt nicht den lang ersehnten Familienfrieden, sondern stürzt die Schlachterfamilie endgültig ins Chaos.

Alfons Zischl (Maximilian Brückner) inzwischen mit Perücke nach der Chemotherapie wegen seines vorgetäuschten Prostatakrebs und Sepp Goldhammer (Andreas Giebel). Bild: © NEUESUPER / Arvid Uhlig

Fraktionsvorsitzender Bauer (Christian Hoening) und Michael Schrüll (Christian Lex) präsentieren Alfons Zischl (Maximilian Brückner) die neue Linie der Partei. Bild: © NEUESUPER / Arvid Uhlig
"Hindafing" Staffel 2 legt noch eins drauf und setzt sich dabei erneut satirisch überhöht und zugespitzt mit aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen auseinander, zu denen Alle einen Bezug finden. Und das in altgewohnter Manier mit einem bitterbösen Blick auf die Provinz Bayerns, ihre Bürger und ihre Landeshauptstadt. Quelle - BR


"Welcome to Hindafing" - Season 2
After resigning as mayor of the provincial village of Hindafing and despite his penchant for flops, failures and a string of bad luck, Alfons Zischl almost accidentally ends up becoming a representative in the Bavarian State Parliament in Munich. Yet even in this official position he quickly finds himself knee-deep in further political and personal fiascos...
Of course he must keep his nose to the grindstone for his provincial constituency, and of course it doesn’t take long before Zischl ends up entangling himself in a web of promises he cannot keep. Practically everybody wants a piece of him: His old buddy Sepp Goldhammer wants to build new slaughterhouses on a nature preserve and needs the local zoning changed; the party leader in parliament, Mr.Bauer, is asking Zischl to help get a derelict armaments factory back up and running; furthermore, Hindafing is also supposed to finally be getting a railway station and be connected to the regional transportation network. But Zischl’s support for the armaments factory becomes a ticking time bomb for him – after talking Sepp Goldhammer into investing in the ailing firm, one disaster follows the next, and this downward spiral leads him back to face old adversaries, Ukrainian separatists, “Imperial citizens” who question the legitimacy of the German government, and even some of the last dregs of the Baader-Meinhoff Gang.
And if that weren’t enough, Zischl’s personal life has also taken a turn for the worst. His pregnant wife, Marie, feels neglected due to his even heavier workload and has formed an unholy alliance with her long-lost mother, who carries a dark secret. Amidst this chaos, the birth of Zischl’s first son is rapidly approaching, but even here unexpected dark secrets come to the fore before Zischl past finally catches up to him ...
A complex, Fargo-style look at the dark underbelly of our modern Western society: Character-driven, darkly comic and unexpectedly moving. The second season continues its pointed, satiric look at modern political and social issues that everyone can relate to.
Source: Global Screen
Ausstrahlungstermine 2019/20 – 1. + 2. Staffel

Arte France: „Hindafing“ - Un village bavarois un peu différent Cette série satirique bavaroise met en scène un maire parvenu, cumulant des problèmes de drogue et une poisse monumentale, qui entraîne un village entier dans ses propres magouilles. „Hindafing“ brosse avec un humour grinçant le portrait d’un microcosme provincial où s’entremêlent les excès de notre époque.
Saison 1 et 2 en français dans l'Arte médiathèque: Saison 1 (au 6/11/19) ; Saison 2 (au 20/11/19)

"Hindafing" - Staffel 2: Fangschuss auf die Ministerpräsidentin
In sechs neuen Folgen der BR-Serie glänzt Maximilian Brückner erneut als skrupelloser Provinzpolitiker Alfons Zischl, der es nun durch einen Zufall sogar in den Bayerischen Landtag geschafft hat. [...] Daran, dass Zischl ein schrankenloser Machtmensch ist, hatte man schon in der ersten Staffel der Serie gewöhnt. Die unter anderem mit dem Romy-Preis ausgezeichnete Produktion hatte sich - vor allem durch ihre Nutzung in der BR-Mediathek, wo sich sogenanntes Binge-Watching anbietet - schnell zum Kult-Gegenstand gemauert. „Hindafing“, befanden auch die Kritiker, kann es durchaus mit den US-Vorbildern und deren stets vielschichtig changierenden Helden aufnehmen. Ehrensache, dass die Macher (Drehbuch: Niklas Hoffmann, Rafael Parente, Boris Kunz) nicht nur den Hauptdarsteller Maximilian Brückner, der für seine schonungslose Darstellung eines Koks-süchtigen Widerlings 2018 den Bayerischen Fernsehpreis erhielt, auch in den neuen Folgen wieder schillernd glänzen lassen.
Vollständiger Artikel von Rupert Sommer im Weser-Kurier, 11.10.19

Pressetermin von Maximilian Brückner für "Hindafing 2" im Hotel Savoy in Berlin, Suite 511 'Henry Miller' am 16.10.2019

soehnleinbspricht: Bei #henrymiller den „Maxi“ treffen! #maximilianbrückner #hindafing #hindafing2 #interview #bayerischerrundfunk #netflix #tv #serie #neuestaffel
Fotos von und mit Stefan Kuhlmann auf Instagram


Sau cool war’s anscheinend gestern auf der Premiere der 2. Staffel von Hindafing! Laura (Auszubildende Kauffrau für audiovisuelle Medien) hat sogar noch Maximilian Brückner getroffen.
Quelle: BR-Auszubildende auf Instagram, 23.10.19

Video mit Interviews mit Maximilian Brückner, Katrin Röver und Petra Berndt von der Premiere von "Hindafing 2" im Münchner Funkhaus am 22. Oktober 2019.
Gute Geschichten in Serie - das ist Hindafing auch in der zweiten Staffel. Und in der dreht sich natürlich auch wieder alles um den Ex-Bürgermeister Zischl und seine großen politischen Ambitionen, die ihn in den Landtag bringen und in die Stadt. Video (4 Min.)

Hindafing : Weiss-blauer Wahnsinn – Exzesse, Manipulation und Missverständnisse
Auch in der zweiten „Hindafing“-Staffel sorgt Alfons Zischl (Maximilian Brückner) für Chaos – dieses Mal im Bayerischen Landtag.
Maximilian Brückner: "Die hohen Erwartungen an eine Fortsetzung haben nicht nur die Zuschauer, sondern auch wir Schauspieler." Und er fügt hinzu: "Mir gefällt die zweite Staffel sogar noch besser. Wir trauen uns mehr, weil wir wissen, wohin wir wollen." [...] "Satire ist natürlich immer Überzeichnung", so Brückner. "Wenn man heute Politiker weltweit anschaut, weiß ich langsam aber nicht mehr, was man da noch überzeichnen kann. Noch ist „Hindafing“ Satire - wir werden sehen, wie lange noch."
Den Drehbuchautoren Boris Kunz, Rafael Parente und Niklas Hoffmann ist es gelungen, auch die Fortsetzung nicht als bayerische Gaudi daherkommen zu lassen, sondern sie offenbaren, auf abstruse und entlarvende Weise, menschliche Abgründe. Für Brückner Voraussetzung, die Hauptrolle anzunehmen: "Wäre diese Tragik nicht abgebildet, wäre „Hindafing“ keine Satire, sondern Klamauk. Und das interessiert mich als Schauspieler nicht."
[...] Denn am Ende sind wir, Politiker und Nicht-Politiker, in Bayern und woanders, in der Provinz und in der Stadt, vor allem eines: menschlich. Das zu beobachten gelingt der Serie auf bitterböse Weise.
Von Karoline Nuckel. In: Arte-Magazin, November 2019, S.18/19

Arte-Programmheft zur 2. Staffel

Wo Zischl kotzt - Die in Olching gedrehte zweite Staffel von "Hindafing" läuft im Fernsehen auf Arte / BR
Wer lange genug in der Kommunalpolitik ist oder sie beobachtet, wer sich in den Fluren und Stiegenhäusern des Landtags schon mal verlaufen hat, der könnte eine solche Story höchstens träumen. Alfons Zischl, Bürgermeister in einem Dorf, das so aussieht wie Olching, aber Hindafing heißt, wird in den Landtag gewählt, schießt der Ministerpräsidentin in den Rücken und wird selbst zur Zielscheibe von Terroristen. Das ist, in aller Kürze und um nur wenig zu verraten, der Inhalt der zweiten Staffel von "Hindafing". Weitere sechs Teile der Serie über Zischl und den Metzger Goldhammer, über Islamisten und Rechtsradikale, über die Rote Armee Fraktion geht es, nur über eines nicht: die Liebe. Dafür ist umso mehr Action und blutiges Spektakel geboten.
Hindafing, das ist "Breaking Bad" in Olching. Einige Stunden wirklich gute Unterhaltung wird jenen geboten, die für tiefschwarzen Humor und grauslige Szenen anfällig sind, die Zischls Macho-Gehabe und sein Gespinst aus Versprechungen, leeren Drohungen und glatten Lügen mögen. Die Zuschauer können mit dem großartigen, Maximilian Brückner in der Hauptrolle des Alfons Zischl mitleiden, den verschlagenen und geschundenen Protagonisten beim Kotzen nach der Chemotherapie zusehen und stets erwarten, dass dessen Ende droht und die Serie vorzeitig vorbei ist. Doch Brückner spielt den Ex-Bürgermeister von Hindafing und neuen Landtagsabgeordneten in seinem Bürocontainer vor dem Hindafinger Rathaus, das so aussieht wie das Olchinger, so überzeugend, dass man ihm ständig aus der Patsche helfen möchte. So wie seine Sekretärin Angie. Eine kleine, aber so herzlich-naive Rolle für Johanna Bittenbinder, die dem Alfons, bei dessen Geburt sie dabei war, zu unerwarteten Telefonkonferenzen verhilft und ihm treu ergeben ist, auch als er sie rauswirft.
Den Dreck, den Zischl in Olching, nein: Hindafing, hinterlässt, räumen vor allem die Goldhammers weg. Petra Berndt als Gabi und Andreas Giebel als Sepp können einem den Appetit schon richtig versauen, wenn sie die Opfer eines schief gegangenen Waffendeals handwerklich sauber verarbeiten. "Der Geschmack in der Wurst kommt nicht vom Fleisch", sagt Sepp Goldhammer bis zu den Oberarmen im Blut, und Gabi schüttet einen Eimer Gewürzsalz dazu.
Mit Olching hat Hindafing nichts zu tun. Niklas Hofmann, Rafael Parente und Boris Kunz, die für das Drehbuch verantwortlich zeichnen, müssen nicht betonen, dass die Figuren und Schauplätze frei erfunden sind. Die Themen, die in Hindafing (Regie: Boris Kunz) aufgearbeitet werden, lehnen sich an aktuelle an. Was so in Großmetzgereien passiert, weiß ja keiner so genau, wie die Waffenhersteller via Vatikan die Sturmgewehre verticken, dürfte auch nicht allen geläufig sein, und wie es im Landtag zugeht, ja das wissen doch eigentlich auch nur wenige. Wie gut, dass es den Alfons Zischl gibt, durch den alles ans Licht kommt. Nur mit der Liebe, da tun sich alle schwer in Hindafing. Der Alfons und seine schwangere Marie, der Sepp und seine Gabi, die schwulen Pfarrer, und auch für den salafistischen Goldhammer-Sohn Moritz gibt es aus dramaturgischen Gründen keinen zweiten Kuss von Soldatin Kim. Hindafing, das ist kein Platz für die Liebe. Nur im furiosen Finale blitzt etwas durch.
Die beiden Staffeln von "Hindafing", werden derzeit in der Arte-Mediathek angeboten, die komplette zweite Staffel läuft von Dienstag, 26. November, an jeweils von 20:15 Uhr an in Doppelfolgen im Bayerischen Fernsehen. In der Mediathek ein Fest für alle, die gerne komaglotzen, von einer Folge zur nächsten, einen halben Sonntag lang oder auch mal eine Nacht durch. Dann aber könnte der Zuschauer so elend aussehen wie der Abgeordnete aus Olching, nein: Hindafing.
Von Erich C. Setzwein in Süddeutsche Zeitung, 4.11.19


Von Maximilian Brückner: #Hindafing #Hindafing2
Zischl - kommt ihm blos nicht in die Quere!

"Hindafing", die zweite Staffel - Hier fliegt die Kuh. Auch die Fortsetzung von „Hindafing“ zeigt Bayern als weiß-blauen Wahnsinn
Auf einer Treibjagd schießt er versehentlich die Ministerpräsidentin ins Koma. Dann geht er in der Schwitzhütte auf einen Meskalin-Trip à la Carlos Castaneda. In der zweiten Staffel der Politgroteske „Hindafing“ um einen korrupten Landtagsabgeordneten liegen Politik und Wahnsinn dicht beieinander.
Alfons Zischl (Maximilian Brückner) ist ein Opportunist ohne Ideale und Verantwortungsgefühl. Um sich medienwirksam ins Gespräch zu bringen, lässt der Ex-Bürgermeister des Kuhdorfs Hindafing sich mit dem Chef einer angeschlagenen High-Tech-Schmiede ablichten.
Was die Firma produziert? Für Details hat Zischl wie immer keine Zeit. Dumm nur, dass er beim Rundgang durch den Betrieb plötzlich ein martialisches Sturmgewehr in Händen hält – im Blitzlichtgewitter der Reporter. Als unfreiwilliger Waffenlobbyist scheint die Karriere des angehenden Landtagsabgeordneten jäh beendet zu sein.
Doch dann beschließt die bayerische Polizei eine massive Aufrüstung. Zischl, der Trottel, ist dank seiner Beziehungen Mann der Stunde. Prompt manövriert das eulenspiegelhafte Schlitzohr sich in neue Probleme.
Die zweite Staffel der Politserie „Hindafing“ [Arte, Donnerstag, 20:15 Uhr] knüpft dort an, wo die erste aufhörte. In einem Atemzug mit „Fargo“ wurde die anarchische Provinzposse genannt, die auch als bajuwarische Antwort als „Breaking Bad“ bezeichnet wurde.
Vergleiche mit US-Vorbildern sind allerdings nicht hilfreich. „Hindafing“ ist eine Mundart-Serie. Doch nicht nur der bayerische Akzent, für Ohren nördlich des Mains zuweilen nur mit Mühe verständlich, garantiert eine bizarre Form von Authentizität.
Vor allem die Themen sind eine Blütenlese von Aufregern der vergangenen Jahre. Es geht um das Hickhack um das untaugliche Sturmgewehr G36 und um einen islamistischen Schläfer, der von einem Neonazi in der Bundeswehr zum Reichsbürger umgepolt wird. Natürlich sind das Klischees, was denn sonst? Doch diese werden hemmungslos gegen den Strich gebürstet.
Sogar das Auftauchen uralter RAF-Terroristen, die für ihr Fluchtauto erst einmal ein Starthilfekabel benötigen, kauft man dieser Serie ab. Untermalt von David Reichelts jazzigem, immer leicht verbogen klingendem Soundtrack setzt die Geschichte von Niklas Hoffmann, Rafael Parente und Boris Kunz (der auch Regie führt) immer dann noch einen drauf, wenn man glaubt, es könne nicht noch absurder kommen.
Den drei Absolventen der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München gelingen albtraumhafte Bilder, wie man sie in einer deutschen Serie selten sieht. Selbst vor einer Splatter-Einlage schreckt die Serie nicht zurück. Und in der wohl schönsten Szene bekommt Zischl sogar eine Ohrfeige vom Papst höchstpersönlich. Begründung: „Wenn du schon bescheißt, dann bescheiß bitte richtig!“
Mit Verve spielt Maximilian Brückner diesen gehetzten Antihelden, der von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt. Jede seiner Notlügen zieht einen noch größeren Schwindel nach sich. Um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, lässt der kerngesunde Zischl gar eine Chemotherapie über sich ergehen. Worauf er mit seiner hochschwangeren Frau um die Wette kotzt.
Vor allem die Themen sind eine Blütenlese von Aufregern der vergangenen Jahre. Es geht um das Hickhack um das untaugliche Sturmgewehr G36 und um einen islamistischen Schläfer, der von einem Neonazi in der Bundeswehr zum Reichsbürger umgepolt wird. Natürlich sind das Klischees, was denn sonst? Doch diese werden hemmungslos gegen den Strich gebürstet.
Nein, politisch korrekt ist diese sechsteilige Serie, die rechte und linkte Diskurse lustvoll durch den Kakao zieht, nicht. Gediegene Unterhaltung für ein Prime-Time-Publikum sollte man auch nicht erwarten: „Wir sind hier nicht beim ‚Tatort'“, heißt es einmal beiläufig.
„Hindafing“ zeigt, welches Potenzial in den Öffentlich-Rechtlichen steckt. Mit dieser Serie lässt der Bayerische Rundfunk die Kuh fliegen. Ohne falsche Rücksichtnahme auf guten Geschmack und hohe Einschaltquoten.
Von Manfred Riepe in Der Tagesspiegel, Berlin, 6.11.19

"Anzuecken schadet nicht"
Der Schauspieler Maximilian Brückner über den Mut zur Bösartigkeit, über Satire in den Zeiten von Donald Trump und Boris Johnson und die große Angst vor der Langeweile
Während im amerikanischen "Fargo", im britischen "Broadchurch" oder im norwegischen "Lillehammer" regelmäßig wunderbar abgründige, titelgebende Seriengeschichten blühen, veröden bayerische Dörfer eher in platten Witzen und braven Erzählungen.
Umso strahlender funkelte da im Frühjahr 2017 die Serie "Hindafing", die das Bayerische Fernsehen in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Film und Fernsehen und der Münchner Produktionsfirma "Neue Super" produziert hat: Darin verkörperte Maximilian Brückner, 40, Alfons Zischl, einen Bürgermeisterkandidaten, der sich im Wahlkampf mit allen virulenten Themen der Zeit rumschlagen musste, von Gammelfleisch-Skandalen bis Nachhaltigkeit, von Offshore-Konten über die Flüchtlingskrise zu Windenergie und Fracking. Ohne Rücksicht auf das, was deutschen Fernsehzuschauern angeblich nicht zuzumuten ist, driftete die Serie zwischen Heimatkrimi, Provinzposse und Politsatire aus der bayerischen Gemütlichkeit in den absoluten Wahnsinn.
Ein Gespräch mit dem in München geborenen Hauptdarsteller Maximilian Brückner, der in der zweiten Staffel als Alfons Zischl aus der Lokalpolitik in die Landespolitik aufsteigt.
SZ: Herr Brückner, wie haben Sie reagiert, als Ihnen die recht freche Serie Hindafing vor drei Jahren angeboten wurde?
Maximilian Brückner: Die habe ich erst mal abgesagt. Ich fand die ersten Bücher leider todlangweilig. Man wusste immer, was passiert, alles war völlig vorhersehbar und ging mir auch nicht weit genug. Wo es anfängt wehzutun, hörte es immer schon auf. Dann haben wir uns zusammengesetzt und das ganze Buch zerlegt, es wurde besser, und beim Drehen passiert ja dann auch noch ganz viel. Mir sind da alle Ideen willkommen, auch wenn sie vom Koch kommen.
Sie hatten gar keine Befürchtungen, dass das in Bayern zu weit gehen könnte?
Nein, gar nicht. Für mich kann es nicht weit genug gehen. Ich finde, wir waren noch brav. Andererseits bin ich aber auch froh, dass wir in einer Demokratie leben und in Bayern so was drehen können und dann auch noch Preise dafür bekommen. Das ist ja heute nicht mehr selbstverständlich. In anderen Ländern landen Sie damit bestimmt im Gefängnis, schon mit weit weniger satirischen Sachen. Und wenn man Donald Trump und Boris Johnson anschaut, weiß man gar nicht, wie man das noch persiflieren sollte. Wenn man sich die politische Landschaft anguckt, national und international, dann kann man das fast nicht mehr übertreiben. Es ist ja toll, dass die Realität so viel hergibt, aber es ist schon auch erschreckend.
"Eine moralische, innere Grenze? Nein!"
Haben Sie gezögert, sich auf eine zweite Staffel einzulassen?
Davor hatte ich enorme Angst, schon weil ich mich immer wahnsinnig schnell langweile. Die Figuren kennt man jetzt schon, da muss der Plot dann doch sehr gut und auch härter sein. Mir war es wichtig, dass es bei dieser ganzen Überhöhung und Überspitzung am Schluss einen Schlag in die Magengrube gibt, für den Zuschauer und für die Figur. Zu klamaukig sollte das auf keinen Fall werden, und ich finde, dass die zweite Staffel jetzt auch sehr viel tiefer geht und viel härter ist.
Sie mögen das ja auch, ein bisschen zu provozieren, schon am Anfang mit Ihrem Filmdebüt "Männer wie wir" über ein Coming-out im Fußballverein?...
Das sind doch gerade die interessanten Sachen. Solche Fragen habe ich mir nie gestellt, ich lese etwas, finde es interessant oder nicht, und ein bisschen anzuecken, schadet ja nicht.
Gibt es eine Figur, die Ihnen zu weit ginge, sagen wir mal, ein Kinderschänder?
So eine moralische, innere Grenze? Nein! Es muss halt gut geschrieben sein und darf so etwas nicht verherrlichen. Ein gutes Buch oder ein guter Film sollten der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten, und wenn das Thema wichtig ist und ich Teil des Spiegels bin, jederzeit! Das ist ja auch mein Beruf, meine Pflicht. Hindafing ist Satire, kommt leicht daher, aber das Lachen bleibt dir schnell im Hals stecken. So wie Molière, der hat immer gesagt, bring die Leute zum Lachen, dann geht der Kopf auf, und dann haust du ihnen in den Magen. Und das finde ich gerade in unseren Zeiten ganz besonders wichtig. Vor 20 Jahren wären koksende Politiker in einer Serie völlig absurd gewesen. Heute werden Politiker mit Crystal Meth erwischt. Wir denken uns da ja keine wilden Geschichten aus.
Alfons Zischl legt auch in den aussichtslosesten Situationen einen irrwitzigen Zweckoptimismus an den Tag: Wie viel steckt davon in Ihnen?
Fast nichts, aber es gefällt mir gerade gut, in solche Figuren einzutauchen, die völlig anders sind als ich. Gerade habe ich die Serie Oktoberfest gedreht, in der ich wieder etwas ganz anderes spiele, lustigerweise den einzigen Preußen, den Chef einer riesigen Brauerei und ein total gefühlloses, kaltes Schwein. Das war toll.
Macht es nicht ungeheuren Spaß, diesen Zischl zu spielen, der sich unablässig um Kopf und Kragen redet?
Ehrlich gesagt finde ich die Pausen immer am interessantesten, wenn einem mal nicht viel einfällt. Wenn wir uns hier unterhalten und ich höre mit dem Reden auf, entsteht sofort eine Spannung, die Augen machen plötzlich viel mehr. Auch Aggressivität wirkt viel gefährlicher, wenn sie von einem ruhigen Menschen ausgeht. Da muss man nicht rumschreien oder rumrennen.
Woran liegt es wohl, dass bayerische Filme und Serien auch über die Freistaat-Grenzen hinaus gut funktionieren?
Ist das wirklich so? Das Lokale hat einfach immer so einen ganz eigenen Reiz, die Leute stehen auf solche Eigenheiten, das gilt ja auch für finnische und skandinavische Formate. Dazu kommt, dass Bayern ein relativ großes Land ist, mit relativ viel Geld, und darum kann auch viel hier produziert werden. Es gibt sehr gute bayerische Filme, ich schau die auch gern an, aber mir hat da immer die Boshaftigkeit gefehlt. Da sind uns die Österreicher meilenweit voraus, nehmen Sie Die Piefke Saga, ein uraltes Ding, von 1990 und ganz bitterböse. Da schichten sie Müll auf und bauen daraus Skipisten. Auch Serien wie "Braunschlag", oder die Filme von Wolfgang Murnberger, da gibt's einige gute Sachen. Unser Ansporn war, so etwas hinzukriegen.
Ursprünglich wollten Sie Arzt werden. Was hat Ihre Mutter auf die Idee gebracht, Ihnen das Schauspielen nahezulegen?
Wahrscheinlich hatte sie Mitleid mit den armen Patienten. Wir haben auf dem Land so ein bisschen Theater gespielt, das hat Spaß gemacht, aber ernsthaft in Erwägung gezogen habe ich das nie. So mit 16 ging es eher darum, dass das bei den Mädchen gut ankam. Zum Vorsprechen bin ich dann einfach mal so gegangen, ohne großen Ehrgeiz, und wurde gleich genommen. Ich hätte das sicher nicht noch mal probiert, wenn es nicht geklappt hätte. Jetzt bin ich saufroh und dankbar, weil ich ein tolles Leben und wirklich großen Spaß dabei habe.
Hindafing, Staffel 2, Arte 2x3 Folgen am 7. & 14.11. ab 20.15 Uhr/Mediathek ab 1.11. Oder im BR ab 26.11. dienstags Doppelfolgen, 20.15 Uhr, bzw. ab 28.11. donnerstags, 22.45 Uhr. Mediathek ab 19.11.19
Interview von Anke Sterneborg in Süddeutsche Zeitung, 6.11.19, Online / 7.11.19, Druckausgabe S. 25


Alfons Zischl (Maximilian Brückner, links) und Karli Spitz (Heinz Josef Braun) besiegeln ihren Waffenstillstand. Bild: © BR/NEUESUPER / Arvid Uhlig

Maximilian Brückner im „Hindafing“-Interview: „Eine Szene wird erst richtig böse, wenn der Schmerz beginnt“
So niederträchtig wie in der bayrischen Satire „Hindafing“ sah man ihn noch nie: Schauspieler Maximilian Brückner im Gespräch über seine „Tatort“-Vergangenheit, korrupte Politiker, die positiven Seiten des Klimawandels, seine Familie und das Geheimnis guter Serien.
Seine bekannteste Rolle liegt rund eine Dekade zurück: 2006 sorgte der Schauspieler Maximilian Brückner für Schlagzeilen, als er mit 27 Jahren der bis dahin jüngste „Tatort“-Kommissar aller Zeiten wurde. Als Franz Kappl ermittelte er sechs Jahre lang an der Seite von Gregor Weber (Stefan Deininger) in Saarbrücken, nach sieben Krimis war im Januar 2012 Schluss für das ungleiche Paar.
Brückner wurde 1979 in München geboren. Nach einer Schauspielausbildung erhielt er ein Engagement am Münchner Volkstheater, trat zudem in anderen Häusern und seit 2003 auch im Fernsehen auf. Der heute 40-Jährige lebt mit seiner Frau und einer gemeinsamen Tochter in einem Dorf in Oberbayern und baut dort gerade mit seinen Brüdern am Ausbau des Mehrfamilienhaus. Seit 2017 ist Brückner in einer erfrischend unkonventionellen Satire zu sehen: In der BR-Produktion „Hindafing“ spielt er den korrupten, populistischen und Crystal Meth konsumierenden Lokalpolitiker Alfons Zischl, der in der ersten, sechs Folgen umfassenden Staffel um jeden Preis Bürgermeister werden will. Er geht dafür buchstäblich über Leichen und schlägt sich mit Reizthemen wie Fracking, Gammelfleisch, Flüchtlingsheimen, Schwarzgeldkonten und Kunstschwindel herum. Dieser bissige Schwarzhumor kam an: In der Presse hieß es nicht selten, „Hindafing“ sei die deutsche Antwort auf „Breaking Bad“ oder „Fargo“.
In der zweiten Staffel, die dieser Tage im BR sowie auf Arte und in deren Mediatheken startet, stolpert der tragische Held Zischl weiter nach oben. Diesmal geht es in noch hanebüchenerem Storytelling um Waffenhandel, Terror, Krankenaktenfälschungen, Reichsbürger und rechte Parteien – man könnte fast meinen, die Drehbuchautoren Niklas Hoffmann, Boris Kunz und Rafael Parente hätten eine Glaskugel gehabt, als sie die sechs neuen Folgen schrieben. Wir haben mit Brückner über Donald Trump, deutsche Serien und darüber gesprochen, wie die „Fridays for Future“-Bewegung Einfluss auf eine eventuelle dritte Staffel „Hindafing“ sowie auf die Zukunft seiner Tochter haben könnte – und welchen Einfluss der Klimawandel schon jetzt auf ihn und seine Familie hat.
Musikexpress.de: Korrupt, unfähig, narzisstisch, karrieregeil und voller Lügen: Ist Donald Trump ein Vorbild für Alfons Zischl, ihre Lokalpolitikerfigur in „Hindafing“?
Maximilian Brückner: Nein, Trump ist kein Vorbild. Dieser Mensch sollte für nichts ein Vorbild sein. Vergleichbar aber sind er und Zischl: Beide stolpern herum und kommen trotzdem nach oben. Über Trump aber kann man nicht mehr lachen. Bis zu einem gewissen Grad fand ich ihn unterhaltsam und lustig. Aber er ist ein ganz gefährlicher Demagoge. Er ist wie ein kleines Kind, das man auf den Thron gesetzt hat, sich für Ludwig den 14. hält und nicht kapiert, dass nicht alle sputen, wenn er was sagt.
Ein Blick bis nach Großbritannien und zu Boris Johnson reicht ja schon: „Hindafing“ ist erschreckend aktuell. Habt ihr das so konkret in den Drehbüchern bedacht? Du hast ja nicht mitgeschrieben…
MB: Doch, habe ich. Wir arbeiten sehr eng zusammen, mir ist das wichtig. Am Ende von Staffel 2 erkennst du einen ganz klaren Bogen. Ich finde: Da wo man hinspuckt, muss man auch wischen. Das geht nicht von selbst weg. Du kannst ganz viel Schrott machen, kannst überhöhen, überspitzen, übertreiben, Klamauk drehen – aber am Schluss muss es einen Magenschwinger ganz tief unten geben.
Und den gibt es offenbar in „Hindafing“. Für die Figur oder die Zuschauer?
MB: Den kriegen beide ab. Der Bogen ist diesmal stärker. In Staffel 1 stolperte der Zischl nur. Jetzt stolpert er in größerem Stil. Ob über Themen wie Waffenhandel, Fleisch-Rückruf, Lebensmittelskandale – die Politik liefert so viel Stoff, das ist gar nicht aufzuarbeiten!
Wann hast du persönlich zum letzten Mal gelogen?
MB:Das dürfte schon eine Weile her sein. Ich lüge nicht viel, weil ich es selber nicht mag. Aber wann das war… Man lügt ja den ganzen Tag irgendwo oder spielt Theater, aber konkret fällt mir nichts ein. Ich müsste also lügen, wenn ich sagen würde, ich wüsste eine Lüge!
Bist du denn ein guter Lügner?
MB: Naja, ich bin Schauspieler. Wenn ich nicht gut lügen könnte, wäre ich fehl am Platz. Du weißt ja jetzt auch nicht, ob ich gelogen habe, als ich sagte, ich könne mich an keine Lüge erinnern! Eine Lüge fällt mir nun aber doch ein: Ich habe ein Drehbuch abgesagt. Mit einer anderen Begründung als der wahren.
Eine Höflichkeitslüge.
MB: Wenn du Kinder hast, merkst du ja, wie unverdorben wir Menschen am Anfang sind. Bis wir ihnen dieses Spiel von Gesellschaft beibringen. Das ist eigentlich nichts anderes als ein ständiges Anlügen.i>
Deine Tochter ist erst 2,5. Du hast selbst sieben Geschwister und sagtest mal, dass du auch viele Kinder haben willst. Willst du ihnen diesen Stress nicht lieber ersparen?
MB: Im Gegenteil. Viele Kinder sind toll. Bis heute gehe ich am liebsten mit meinen Brüdern weg – wenn ich mal weg gehe. Wir quatschen auch nicht in einer Tour. Es geht um das Zusammensein, um den Verbund. Das ist ein Gefühl von einem Netz mit doppeltem Boden. Ich kann schon runterfallen. Aber ich werde nie richtig aufschlagen. Außer es ist etwas Gesundheitliches, das man nicht im Griff hat. Du musst mit vielen Familienmitgliedern immer aufeinander eingehen. Wir leben in einem Mehr-Generationen-Haus. Das hört sich toll an und ist es auch, aber es ist auch Arbeit. Wie in einer Beziehung.
Man fühlt sich als eines von acht Geschwistern nicht zu wenig gesehen und wahrgenommen?
MB: Das kann ich nicht beurteilen: Ich war der Erstgeborene. Dafür hatte ich aber auch immer die Verantwortung. Jeder hat und findet seinen Platz, jeder davon hat Vor- und Nachteile. Ich hatte immer neue Klamotten, die anderen mussten sie auftragen. Dafür stand ich gerade, wenn etwas schieflief. Weil ich aufpassen musste. Das ist in etwa so, wie wenn man Haare hat oder eine Glatze: Man muss es hinnehmen.
2006 wurdest du mit 27 Jahren der bis dahin jüngste „Tatort“-Kommissar aller Zeiten, 2012 endete deine Rolle. Angeblich, so hieß es damals offiziell, weil die Geschichte auserzählt sei. Gab es auch andere Gründe?
MB: Das interessiert dich auch noch 2019? Echt jetzt? (lacht) Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich ganz froh über das Ende gewesen bin. Weil es mich nach einer Zeit langweilt, die immer gleiche Rolle zu spielen. Weiterhin bin ich aber wahnsinnig dankbar für die Erfahrung. Es war ja damals noch immer eine Art Ritterschlag, „Tatort“-Kommissar zu werden.
Keine Leere oder Zukunftsangst danach?
MB: Bei mir ist es immer so: Eine Tür fällt zu, eine andere geht auf. Über das Ende des „Tatort“ war ich nicht böse. Wenn du dafür belegt bist, kannst du bestimmte andere Projekte nicht annehmen.
Du bist also froh, nicht der nächste Jo Gerner in „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ geworden zu sein, dessen Schauspieler Wolfgang Bahro seit über 25 Jahren diese Rolle spielt?
MB: Ich als Schauspieler strebe danach, viel und Verschiedenes zu drehen. Wenn jemand über Dekaden eine Rolle halten kann, ist das aber auch eine Riesenleistung. Ich könnte es nicht.
Es ist auch eine Generationenfrage. Unsere Eltern haben selbstverständlich 40 Jahre den gleichen Job gehabt. Für uns unvorstellbar.
MB: Die Welt dreht sich schneller, die Zeitabläufe sind kürzer geworden. Sonntagabend „Tatort“ und Nachrichten, Montag bis Freitag zur Arbeit, dann Wochenende – diese Ruhe gibt es in unserer Generation kaum noch. Dass der Sonntag noch heilig ist, freut mich persönlich trotzdem: Wenn ich weiß, dass keiner arbeitet, habe auch ich kein schlechtes Gewissen, es nicht zu tun.
Franz Kappl war immer etwas langweilig und bieder. Alfons Zischl ist das Gegenteil davon. Hast du auch wegen der erwarteten Action die Rolle angenommen?
MB: Der BR schrieb 15.000 Euro pro Produktionsfirma für ein neues Format aus. Die „Neue Super“ war damals noch ganz frisch. Sie schilderten mir ihre Idee eines Bürgermeisters, der Crystal Meth nimmt und Leute bescheißt. Wir haben einen Teaser gedreht, der dem BR gefiel. Die Produktionsfirma schrieb deshalb die Drehbücher weiter, die ich leider nicht gut fand. Ich wusste in jeder Szene, was als nächstes passieren würde. Wir haben uns zusammengesetzt und das Buch zerpflückt. Wie gut die Firma ist, lernte ich in diesem Prozess: Eigentlich ist es unmöglich, aus einem schlechten Buch ein so gutes zu machen.
Gab es Vorbilder?
MB: Mein Wunsch war: Ich will die Österreicher nachmachen. Es muss wehtun. Die Szene muss weitergehen, wenn der Schmerz beginnt. Erst dann wird es richtig böse.
Wen meinst du mit „Österreicher“?
MB: Ich meine die Wolf-Haas-Verfilmungen. Auch „Altes Geld“, „Braunschlag“ oder „Die Piefke-Saga“. Diese Produktionen sind allesamt viel böser mit sich, der Politik und der Gesellschaft umgegangen, als es Filmemacher gerade in Bayern taten. Da kamen stets nette Filme bei raus, die man sich anschauen konnte. Aber böse waren die nie.
Zur 1. Staffel hieß es oft, „Hindafing“ sei das deutsche „Breaking Bad“ oder „Fargo“. Waren US-Serien wie diese auch Vorbilder?
MB: Ja, klar. Ist die Frage, was du in US-Serien siehst: Es gibt Hochglanzformate, in denen Models den ganzen Tag gut aussehen und belanglose Sätze sagen. Die interessieren mich nicht. Mich interessieren die Coen Brothers. Die stehen für einen ganz anderen Film. Sie zeigen das echte Amerika, die andere Seite. Nicht das, was Amerika gerne von sich in der Welt präsentiert. Sie gehen weiter, sie überspitzen. Wie auch Tarantino. Sowas wollte ich machen.
Was macht diese Serien und Filme noch so gut?
MB: Vieles wirkt grausam belanglos. Es gibt Szenen, da geht der Plot keinen Meter weiter. Es gibt ganze Folgen, in denen der Plot stehen bleibt. Aber die sind teilweise so schräg gespielt…
Zum Beispiel die „Fliegen“-Folge in „Breaking Bad“.
MB: Genau sowas meine ich. Dieses Strukturdenken ist so überholt: „Das muss so sein, dies muss dahin, so wird es gemacht, so wurde es schon immer gemacht…“ Das ist Käse. Es gibt Szenen, die so geil gespielt sind, dass es völlig egal ist, ob der Plot gerade vorangetrieben wird oder nicht. Man hat so viele Möglichkeiten, gerade bei Serien.
Gibt es eine Szene, auf die du bei „Hindafing“ besonders stolz bist oder extrem krass findest?
MB: Ich habe viel dafür gekämpft, dass Zischl [Achtung, kleiner Spoiler, Anm.] die Haare verliert. Für diese Krebsnummer. Ich mag alles, was wir da gemacht haben, auch wenn es immer Abstriche gibt oder ich mir hier oder da mehr gewünscht hätte. Grundsätzlich verfolgen wir alle eine Richtung. Produzent Rafael Parente, die Autoren Boris Kunz und Niklas Hoffmann und ich hängen sehr eng zusammen.
Die 3. Staffel wird bereits geschrieben. Wie lange kann diese Story um einen tragischen Helden tragen? Klar, Zischl könnte Bundeskanzler werden. Irgendwann aber ist selbst der beste Witz auserzählt.
MB: Das ist eine der Fragen, die wir beantworten müssen. Wir müssen mit der Lokalität ganz woanders hin. Du musst einen Ort finden, der die Fantasie der Menschen so frei macht, dass sie glauben: Okay, dort könnte alles passieren. Wie weit kann Satire gedreht werden? Ab wann wiederholt man sich selbst? Das ist die Gefahr jeder Serie. Wenn wir weitermachen und es wirklich eine dritte Staffel geben wird, müssen wir einen ganz neuen Ansatz finden. Wobei: Das, was gerade mit Trump, Johnson und Co. passiert – wie soll man da noch gegen anstinken können?
Wobei Seehofer, Scheuer und Co. die viel näherliegenden Ziele für „Hindafing“ darstellen.
MB: Klar. Aber letztendlich steht Zischl für eine Politiker-Richtung. Ihm geht es nicht wirklich um Politik. Ihn interessieren die Partei, die nächsten Wahlen und die Wähler. Aber nicht die Inhalte. Politiker sind da anscheinend sehr flexibel. Deswegen fällt es vielen ja auch so schwer, genug Vertrauen zu finden und bestimmte Politiker zu wählen. Weil man nie weiß, was da kommt.
Leben wir also gerade in einer Zeit, in der Wähler schneller politisch verdrossen werden könnten?
MB: Im Gegenteil. Die Lager spalten sich gerade: Mit „Fridays for Future“ finden völlig gewaltfrei gigantische Demos statt. Die Politik merkt oder muss merken, dass ihr die Jungen davonlaufen. Und zwar scharenweise. Das mag wieder abnehmen. Aber wenn der nächste Sommer wieder so knallheiß wird und stellenweise das Wasser knapp wird… Das Klimaverhalten lässt sich nicht verhandeln. Denen brennt der Hut und sie denken noch immer, sie könnten Politik wie seit 100 Jahren machen. Bei dem Thema gibt es keinen Kompromiss.
Das Klimapaket…
MB: Ich fliege nicht mehr, ich fahre nur noch in den Urlaub. Ich werde auch keinen verurteilen, der es anders macht. Hierher, von München nach Berlin, fuhr ich gestern mit dem Zug, anstatt heute früh zu fliegen. Ich steige nur noch in terminlichen Notfällen in den Flieger. In Deutschland gibt es wahnsinnig schöne Ecken für den Urlaub, auch Frankreich, Italien und so weiter sind mit dem Auto oder dem Zug erreichbar. Es ändert sich gerade so viel.
Du warst also ein Vielflieger?
MB: Natürlich, ich fand das ganz normal und habe mir nichts dabei gedacht.
Wäre deine Tochter alt genug, dürfte sie bei „Fridays For Future“ mitdemonstrieren?
MB: Unbedingt. Aber ich hoffe, dass es bis dahin erledigt ist. Das Problem wird nicht gelöst sein, aber die Gesellschaft darf sich nicht weiter spalten. Der Weg des geringsten Widerstandes ist keine Option mehr, jeder muss in seinem Alltag irgendetwas ändern. Wenn alle, bestimmte Kleinigkeiten ändern würden, wäre die Auswirkung enorm.
In der Stadt hat man gut reden. Im Dorf bist du ohne Auto aufgeschmissen.
MB: Da hilft auch der Bus nicht weiter. Da geht es um E-Autos, Photovoltaik, Biogasanlagen, solche Themen. Nimm nur Plastik: 75 Prozent recyceln wir angeblich. 50 Prozent kommt in das Recyclingsystem. Und davon bleiben 20 Prozent übrig, die wirklich wiederverwendet werden.
Selbst im Bioladen kriege ich mein Waschmittel nicht ohne Plastikverpackung, aber immerhin einer aus recyceltem Plastik.
MB: Aber was das für ein guter Gedanke ist! Der war vorher nicht in den Köpfen drin. So mächtig kann eine Idee sein. Das ist wie ein Virus: Vor 15 Jahren hat keiner ernsthaft über solche Fragen nachgedacht. Da warst du froh, wenn der Müll aus den Augen war.
Leben wir gerade in einer guten oder schlechten Zeit, um Kinder in die Welt zu setzen?
MB: Es ist immer die richtige Zeit. Man sollte das nicht abwägen. Sonst hätte man bereits die Hoffnung verloren und alles aufgegeben. Vielleicht ist ja auch ein Kind dabei, das eines Tages erfinden wird, wie man sämtlichen Müll in Energie verwandeln kann, wer weiß das schon. Aber wenn sich jemand trotzdem gegen Kinder entscheidet, kann er das ruhig machen [lacht].
In der ersten Staffel kamen die realen Bezüge Schlag auf Schlag. Es ging um Flüchtlinge, Fracking, Gammelfleisch, die Kirche. Jetzt geht es um Waffenhandel, den Mietmarkt, Korruption, Krankheiten, Reichsbürger und Parteien, die am rechten Rand fischen – kommt noch explizit ein Dreh zur Klimakrise?
MB: Der Witz ist ja, dass wir nichts von alldem wussten, als wir die Drehbücher teilweise vor Jahren schrieben. Aber die Politik tut einem ja oft den Gefallen, dass Dinge genau im „richtigen“ Moment passieren. Aber es passiert in der Weltpolitik auch so viel Wahnsinniges, dass man mit nichts mehr falsch liegen kann.
Wäre das Klimathema denn eines für eine kommende Staffel?
MB: Ganz bestimmt. Aber da werden wir in den kommenden Jahren noch mehr sehen. Ich hoffe, dass sich die Bewegung nicht zu sehr radikalisiert. Dann tun sich Wände auf und es wird ein Überzeugungskampf. Das macht mir ein bisschen Angst. Jetzt finde ich es super: Sie gehen auf die Straße, machen von ihrem Grundrecht Gebrauch und müssen niemanden um Erlaubnis bitten.
Ich weiß seit Jahren, dass es außer „schmeckt gut“ keinen Grund dafür gibt, Fleisch zu essen. Aufgehört habe ich erst vor ein paar Monaten.
MB: Ganz schaffe ich das noch nicht. Aber wir reduzieren den Fleischkonsum. Selbst das hätte ich nie gedacht.
Das Problem von „Hindafing“ ist nicht die Serie selbst, sondern ihre Vermarktung. Sie steht nicht mit einem Knall auf einem großen Streamingdienst. Die neue Staffel wird zuerst auf Arte gezeigt, dann im BR-Programm, dazwischen landet sie bereits in der ARD-Mediathek. Ärgert dich das?
MB: Ich bin froh, dass der BR den Mut hatte, diese Serie zu machen. Ich habe 2018 den Bayrischen Fernsehpreis für meine Rolle in „Hindafing“ bekommen. Man kann über Bayern oder Deutschland denken, was man will, aber hey: Wir leben in einem Land, in dem man so eine Serie zeigen darf. In der Türkei wärst du dafür unter Folter zur Todesstrafe verurteilt worden. Bei allen existierenden Gräben freue ich mich also sehr, Teil von so einem Projekt sein zu können. Und dass man dafür sogar eine Auszeichnung kriegt. Vielleicht hat das Sendechaos aber auch einen anderen Vorteil: „Hindafing“ ist und bleibt ein Insidertipp, der von hinten kommt. Wenn du bei Netflix den ersten großen Knall nicht überlebst, bist du schnell wieder weg. So ein „Bäm“ wäre mir trotzdem lieber, aber das ist nicht meine Suppe.
Dank „Hindafing“ hat sich auch der Ruf deutscher Serien verbessert. Früher hieß es immer, dass Deutschland Serien wie „Sopranos“, „Breaking Bad“ und Co. nicht mal ansatzweise hinbekäme. Mittlerweile gibt es immerhin „4 Blocks“, „Dark“ oder „Skylines“. Woran liegt’s?
MB: Wir kriegen doch nur das Gute aus den USA herüber zu uns. Da werden auch zu 80 Prozent Serien gedreht, die hier kein Mensch sieht, das muss man auch mal bedenken. Bei uns gibt es wenig Geld. Von den damit gemachten Serien werden natürlich einige scheitern. Ich wäre aber vorsichtig damit, dem Amerikanismus nachzueifern. Man muss seine eigene Farbe behalten. Das schaffen viele deutsche Serien sehr gut. Ich fand zum Beispiel auch „Das Boot“ super.
Der Grund dafür, dass deutsche Produktionen besser werden, liegt also nicht darin, dass die Macher kreativer geworden sind, sondern dass sie mehr Freiraum und mehr Geld kriegen?
MB: Ja, das glaube ich auch. Und ein Vertrauen, nicht immer in diesen alten Schemen zu drehen. Ich sagte es bereits: Einfach mal eine Szene oder eine ganze Folge stehen lassen. Einfach nur, weil sie genial anzuschauen ist.
Fabian Soethof, MusikExpress, 7.11.19


Alfons Zischl (Maximilian Brückner) auf der Jagd. Bild: © BR/NEUESUPER / Arvid Uhlig

Diana Knaacke-Weibling und Alfons Zischl. Foto: Anne Schäfer auf Instagram
Starke 2. Staffel von "Hindafing" - Das Sturmgewehr der deutschen Demokratie ist wieder da
Er schießt wie das G36 um die Ecke und trifft doch irgendwie ins Schwarze: Maximilian Brückner gibt erneut die Koksnase. "Hindafing" ist eine Analogie auf den Wahnwitz des Politikbetriebs.
Von der Vollpleite zum politischen Coup und wieder zurück zur Vollpleite sind es oft nur ein paar Nasen Koks oder Crystal Meth. Der Ex-Bürgermeister Anton Zischl (Maximilian Brückner), der schon so ziemlich breit von seiner eigenen Wichtigkeit ist, aber mit den illegalen Substanzen seine natürliche Machtbesoffenheit noch einmal zu potenzieren weiß, führt diese Aufwind-und-Absturz-Bewegungen in der krassesten Form auf.
Jetzt geht "Hindafing", die um ihn herum gebaute Satireserie, in die zweite Staffel. Zischl ist inzwischen von der Kommunal- in die Landespolitik aufgestiegen, und gleich am Anfang der neuen sechs Folgen legt er wieder einen typischen Zischl-Stunt hin.
Weil ihn bislang niemand in seinem neuen Münchner Wahlkreis kennt, läuft er bei einer Protestveranstaltung in einer dort ansässigen Fabrik auf, um Reden gegen die anstehende Abwicklung zu halten. Zischl spielt den Kümmerer, großer Auftritt, die Presse ist auch da. Problem: Er vergaß, sich zuvor darüber zu informieren, was die Fabrik eigentlich produziert. Dass das vor allem schadhafte Sturmgewehre sind, schmälert die Publicity doch erheblich.
Doch ein Zischl gibt nicht auf. Ohne Einladung schummelt er sich im Anschluss auf die Jagdgesellschaft der Ministerpräsidentin, und auf einmal steht da direkt vor ihm ein kapitaler Hirsch, auf den er anlegt - um dann aus Versehen die Ministerpräsidentin schwer anzuschießen. Zischl kann seine Täterschaft verschleiern, man geht von einem terroristischen Anschlag aus. Auf einmal wird in Bayern, wo man eigentlich gerade voll auf Digitalisierung und Bio-Wirtschaft gesetzt hat, wieder die olle innere Sicherheit zum großen Thema. Und Zischl mit seiner maroden Waffenbutze zum Mann der Stunde.
Die vom Bayerischen Fernsehen produzierte Serie "Hindafing" (in der Arte-Mediathek und ab Donnerstag im linearen Programm) funktioniert in ihren besten Momenten wie Billy Wilders Satire "Eins Zwei Drei": Es ist ein großer entfesselter Schabernack, der vor dem authentischen gesellschaftlichen Lauf der Zeit zum Funkeln gebracht wird. Die Brillanz der Serienschöpfer Rafael Parente, Niklas Hoffmann und Boris Kunz (waren zum Teil auch die Köpfe hinter der Sky-Serie "Acht Tage") liegt auch darin, wie sie es schaffen, den Zeitgeist aufblitzen zu lassen, um ihn dann unter dem anarchisch entfesselten Plot zu begraben.
In der ersten Staffel ging es darum, wie Zischl als Provinzbürgermeister von der "Metropolregion Hindafing" träumte und dann doch nur Ruinen von Biosupermärkten und Flüchtlingsheimen hinter sich ließ. In der zweiten geht es nun darum, wie sich der Ex-Provinzfürst mit seinen Unterstützern aus der Metzgerinnung in einem politischen Betrieb durchzusetzen versucht, wo alle nur noch von Neuen Medien, Biotechnologie und Diversity sprechen.
Wie es dem Neuen gegenüber mitleidig auf den Punkt gebracht wird: "Die Frau Ministerpräsidentin interessiert sich einfach nicht für Ihre Wurstwirtschaft. Barbara Obereder steht für Zukunftsthemen, Digitalisierung, Hightech, Internet, Twitter-Themen, verstehen's."
Der Mann hat keine Chance, aber er nutzt sie. Da darf man gerne noch mal auf die Sache mit dem schadhaften deutschen Waffenmaterial zurückkommen, mit dem die Serienmacher auf die realen Vorfälle um das HK G36 anspielen: Der Landtagsabgeordnete Zischl ist eine Art Sturmgewehr der deutschen Demokratie - er schießt unfreiwillig um die Ecke und trifft doch irgendwie ins Schwarze. So klamaukig die zweite Staffel von "Hindafing" daherkommt, so ist sie doch auch eine schöne Analogie auf den derzeitigen Parteienbetrieb im Land.
Weil gerade wieder so viel über die K-Frage diskutiert wird: Der superwendige Zischl wäre eigentlich auch ein guter Kanzlerkandidat in Zeiten, da Politik in der Wahrnehmung vieler Menschen nur noch als Mischung aus unwahrscheinlichen Zufällen und wahnwitzigem Macht-Ping-Pong wahrgenommen wird. Wir hoffen auf eine dritte Staffel, Zischl muss Kanzler werden.
Von Christian Buß, Spiegel online, 7.11.19

Die Welt- und Crewpremiere der 2. Staffel von "Hindafing" war am Freitag, 8. November 2019 beim 5. Seriencamp Festival in der Hochschule für Fernsehen und Film in München.
Gezeigt wurden die Folgen 1 und 3, diese vor allem deswegen weil der Regisseur Boris Kunz (nach eigener Aussage auf der Bühne) die Reaktion von Publikum auf einige Szenen erleben wollte. Außerdem wird während des Fernsehens ja meist noch gleichzeitig etwas anderes gemacht, wie Bügeln, Zeitungslesen, Spielen mit Kindern und Haustieren, so dass die Aufmerksamkeit nicht immer und ausschließlich bei der Handlung bleibt, daher sei das Fehlen der 2. Episode wie im echten Leben. Beinahe alle Schauspieler der 2. Staffel sowie die Mitglieder der Crew waren anwesend. Unter den Gästen waren auch Darsteller der BR-Serie "Dahoam is Dahoam", der jetzige BR-Programmdirektor Dr. Reinhard Scolik (dem ich nicht nur zur 2. Staffel, sondern auch zu seinem Wagemut sie zu produzieren, gratulierte und der mir im Gespräch verriet, dass er in einer möglichen 3. Staffel Alfons Zischls Zukunft in Brüssel sieht), Gabriele Pfennigsdorf, Förderreferentin vom FFF Bayern und Prof. Bettina Reitz, jetzt Präsidentin der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München, und 2015 damals noch als Fernsehdirektorin des Bayerischen Rundfunks, zuständig für die Bewilligung der Produktion der 1. Staffel von "Hindafing". Moderation: Vanessa Schneider von 'Puls'.


Programmheft, Seriencamp Festival 2019, S. 32



l.-r. Christian Hoening, Roland Schreglmann, Ercan Karacayli, Wilfried Hochholdinger, Johanna Bittenbinder, Joel Sansi, Maximilian Brückner, Petra Berndt, Katrin Röver, ?, Heinz-Josef Braun, Andreas Giebel, ?, Christian Lex, Christian Heiner Wolf und Jürgen Tonkel

Maximilian Brückner und Katrin Röver
Foto: Felix Hörhager/dpa/picture-alliance/Newscom

l.-r. Roland Schreglmann, Ercan Karacayli, Johanna Bittenbinder, Joel Sansi, Maximilian Brückner, Petra Berndt, Katrin Röver, Heinz-Josef Braun, Andreas Giebel

Maximilian Brückner beim Anlauf auf den Roten Teppich. Fotos: Felix Baab/Seriencamp2019


Fotos: Alexander Pohl/ImagoImages & Hannes Magerstaedt/Getty




l.-r. Maximilian Brückner und die Produzenten Rafael Parente, Simon Amberger und Korbinian Dufter von NeueSuper

l.-r. Maximilian Brückner, die Produzenten Rafael Parente, Simon Amberger und Korbinian Dufter, Drehbuchautor Niklas Hoffmann und Regisseur Boris Kunz

l.-r. Aziz Capkurt, Heinz-Josef Braun, Jürgen Tonkel, Christian Hoening, Christian Lex, Steffen Recks, Petra Berndt, Katrin Röver, Wilfried Hochholdinger, Maximilian Brückner, Produzenten Simon Amberger und Korbinian Dufter, Drehbuchautor Niklas Hoffmann

l.-r. Wilfried Hochholdinger, Maximilian Brückner, Produzenten Simon Amberger und Korbinian Dufter, Drehbuchautor Niklas Hoffmann, Regisseur Boris Kunz, Andreas Giebel, Produzent Rafael Parente, Joel Sansi. Von hinten zu sehen: Moderatorin Vanessa Schneider von 'Puls'

l.-r. Produzent Korbinian Dufter, Drehbuchautor Niklas Hoffmann, Regisseur Boris Kunz, BR-Redakteur Elmar Jaeger, Andreas Giebel, Arte-Redakteurin Uta Cappel, Produzent Rafael Parente

l.-r. Christian Lex, Ursula Maria Burkhart, Steffen Recks, (verdeckt Roland Schreglmann), Petra Berndt, Katrin Röver, Wilfried Hochholdinger, Maximilian Brückner, Produzenten Simon Amberger und Korbinian Dufter
Und hinterher gabs noch Party.

Serieasten.TV - Das SerienSprechzimmer: Podcast mit Maximilian Brückner zur 2. Staffel von HINDAFING!

Die Serie vom Bayerischen Rundfunk "Hindafing" geht in die zweite Runde. Wir konnten den wahnsinnig talentierten wie auch charmanten Hauptdarsteller Maximilian Brückner zur Season 2, der Serie und seine Rolle des Alfons Zischl sprechen. 17 unterhaltsame und lehrreiche Minuten auf YouTube

Serien-Podcast: Beim Seriencamp Festival 2019 - Wo liegt "Hindafing"? Von Emily Thomey und Jörn Behr
Auf Einladung des Podcasts "Skip Intro" (Puls/BR) waren Jörn und Emily beim Seriencamp 2019 in München. Auf dem Festival haben sie u.a. Maximilian Brückner getroffen, der mit seiner großartigen Politsatire "Hindafing" jetzt in die zweite Staffel gegangen ist. Im Interview sprechen die drei über Schauspieleregos, Körperlichkeit, Improvisation, Satire - und warum eine Fortsetzung der Serie so schwer war und ist.
[...] Zudem gab es eine echte Premiere mit Stargästen: Cast und Crew der bayerischen Politsatire "Hindafing" ließen sich zu Recht für den Auftakt der zweiten Staffel feiern. Die Serie um den korrupten, verkoksten, chaotischen, windigen Lokalpolitiker Alfons Zischl legt in den neuen Folgen nochmal eine Schippe drauf. Nach Flüchtlingen, Windenenergie, Fracking, Gammelfleisch und abgebissenen Fingern in Staffel 1 sind jetzt auch die RAF, Schläfer, Reichsbürger, Waffenexporte und Menschenfleisch ein Thema.
Trotz dieser wilden Mischung funktioniert die Serie dank tollem Cast, gutem Humor und cleveren Dialogen. Sie wird getragen vom großartigen Hauptdarsteller Maximilian Brückner ("Resturlaub", Ex-"Tatort"-Kommissar in Saarbrücken), den wir gut gelaunt als Gast unserer neuen Folge begrüßen konnten. Wir sprechen darüber, wie er die Drehbücher zuerst schlecht fand („Zu vorhersehbar und brav“), wie die Realität mit Donald Trump („Ein Hornochse mit dem Englisch eines Drittklässlers!“) oder Boris Johnson die Drehbuchideen eingeholt hat, wie er sich am Set verhalten hat („Ich kann schon etwas anstrengend sein“) oder warum Probieren und auch mal Scheitern dazugehört: „Wie soll etwas Gutes entstehen, wenn man sich nichts traut?“

Glotz und Gloria - Der COSMO Serien-Podcast, 1 Stunde (Verfügbar bis 14.11.2020).
Ab Minute 18 gehts um "Hindafing", und ab ca. Minute 25 kommt Maxi dazu.
"Godfather of Harlem" (Epix/Magenta TV), "Hindafing" und wie Antihelden in ihrer Hood aufräumen - mit Emily Thomey und Jörn Behr (Glotz und Gloria)
Bumpy Johnson (Forest Whitaker) in "Godfather of Harlem" und Alfons Zischl (Maximilian Brückner) in "Hindafing": Diese beiden Männer verfolgen mindestens zu Beginn ihrer Serien gute Ziele mit minder guten Mitteln. Was fesselt uns an diesen Helden, die gar keine sind? Skip Intro – der Serienpodcast von Puls, Vanessa Schneider, 15.11.19

Die zweite "Hindafing"-Staffel ist so bizarr wie die Realität
Maximilian Brückner schlawinert sich als Alfons Zischl auch in der zweiten Staffel von "Hindafing" mit allerlei verdrehten Wahrheiten durch die bayerische Landespolitik. Die bizarre Serien-Handlung wurde dabei immer wieder von der Realität eingeholt.
Bürgermeister Alfons Zischl (Maximilian Brückner) hat die Schnauze voll: Fracking, ausgerechnet in Hindafing – dem Ort, den er mit Windenergie und einem ehrgeizigen Wirtschaftsprojekt zur Metropolregion befördern wollte. Das Umweltrisiko ist inakzeptabel, das muss selbst der durch und durch korrupten Zischl einsehen. Und so steht am Ende der ersten Staffel der bayerischen Polit-Satire "Hindafing" das Ende seiner Karriere als Bürgermeister.
Doch wer so wendig ist wie Alfons Zischl, fällt meist nach oben: In der zweiten Staffel der BR-Serie "Hindafing" begegnen wir Zischl ausgerechnet im Bayerischen Landtag wieder, als frischgebackenem Abgeordneten. Und die Herausforderungen, die hier auf ihn warten, sind der Größe seines Egos dabei durchaus angemessen: Erst verheddert er sich in einen versehentlichen Mordanschlag auf die bayerische Ministerpräsidentin, dann gerät Zischl in eine fraktionsinterne Intrige. Das Attentat auf die Ministerpräsidentin spielt den sicherheitspolitischen Zielen seiner Kolleg*innen in die Karten – und der bayerischen Rüstungsindustrie. Mit einem "Polizeiaufrüstungsgesetz" soll die innere Sicherheit wieder hergestellt werden – und natürlich soll die Ausrüstung der Polizei von bayerischen Rüstungsunternehmen kommen.
Innere Sicherheit, Geschlechterverhältnisse und Spezlwirtschaft sind die großen Themen der zweiten Staffel von "Hindafing". Sie werden in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit und mit unvorhersehbaren Wendungen miteinander verknüpft. So bizarr manche Zusammenhänge auf den ersten Blick erscheinen: Ihre Ideen sammeln die drei Serienschöpfer und Autoren Niklas Hoffmann, Rafael Parente und Boris Kunz in der Realität. Der Skandal um das fehlerhafte Sturmgewehr G36 wird in "Hindafing" ebenso persifliert wie der absurde Umgang mit der Rüstungsindustrie, die von Politikern wie jede andere große Branche behandelt wird – obwohl dort tödliche Waffen hergestellt werden. Für die Serienmacher eine komödiantische Steilvorlage, so Regisseur Boris Kunz: "Das fanden wir spannend. Wie gehen Menschen damit um, für die es Normalität ist, Waffen herzustellen?"
Während des Drehs habe die Realität die drei Autoren auch immer wieder eingeholt. Ein Handlungsstrang über Reichsbürger in der Bundeswehr etwa stellte sich als fast prophetisch heraus: Während der Dreharbeiten wurde ein Elitesoldat von der Bundeswehr suspendiert, weil er als Extremist mit Nähe zur Reichsbürger-Bewegung aufgefallen war. Und auch Vorfälle rund um zwei den Reichsbürgern nahe stehende Beamte bei der Chiemgauer Polizei lieferten den Autoren Inspiration, so Boris Kunz: "Wir haben das irgendwie eine Stufe weiter getrieben und dann festgestellt: Okay, das scheint tatsächlich auch zu passieren!"
Besonders Hauptdarsteller Maximilian Brückner ist als impulsiv-planloser Zischl eine Wucht. Wie schon in der ersten Staffel hat er die Figur Zischl während der Dreharbeiten mitgestaltet, ihr Kanten und Extreme verliehen, die das Drehbuch gar nicht vorgesehen hatte. Brückners Spaß an der Rolle überträgt sich in jeder Minute auf das Publikum. Als Landtagsabgeordneter schlafwandelt Alfons Zischl tollpatschig durch das politische Minenfeld und löst diverse Katastrophen aus, die er mit immer komplizierteren Lügen einzudämmen versucht. Seine politischen Ziele sind im Grunde ehrenwert, aber seine verführbare und bestechliche Persönlichkeit lassen ihn am Abgrund tanzen.
Wirklich böse ist dieser Antiheld aber auch in der zweiten Staffel trotz aller Unzulänglichkeiten nicht, erzählt Boris Kunz. Die Autoren hätten angesichts der aktuellen politischen Lage überlegt, etwas mehr mit der Frage zu spielen: "Wie sehr würde sich Zischl zur Not auf die dunkle Seite begeben? Für die zweite Staffel haben wir da noch mal eine Antwort gefunden. Wer weiß, ob die in Zukunft vielleicht doch noch mal anders aussieht?"
Bisher steht eine dritte Staffel noch in den Sternen. Aber nach zwei so unterhaltsamen und überraschenden Serien-Staffeln ist es für einen Abschied von Alfons Zischl und seinem Katastrophenstadl noch viel zu früh. Wer weiß, vielleicht sehen wir Zischl ja auf dem Weg ins Kanzleramt oder als Parlamentarier in Brüssel wieder?
Vanessa Schneider auf BR24 Kultur, 16.11.19

Interview zur Polit-Satire: Wie realistisch ist „Hindafing“, Maximilian Brückner?

„Natürlich ist das Satire, eine Überhöhung, eine Übertreibung“. Die Serie „Hindafing“ nimmt die bayerische Lokalpolitik herrlich aufs Korn. In der Hauptrolle: Maximilian Brückner – der Schauspieler im Gespräch.

Ganz klar: Hindafing gibt es gar nicht. Jedenfalls nicht als realen Ort. Die Serie nimmt die bayerische Lokalpolitik aufs Korn, spielt „irgendwo zwischen Ingolstadt und der tschechischen Grenze“. Am 26. November startet im Bayerischen Rundfunk die zweite Staffel von „Hindafing“ (um 20:15 Uhr in Doppelfolgen, zusätzlich ab dem 28. November). Hauptdarsteller der Satire ist Maximilian Brückner (40) – er spielt den korrupten Bürgermeister Alfons Zischl.
„Hindafing“ geht in die zweite Staffel. Was bedeutet das für Sie?
Ich habe mich gefreut, aber ich hatte wahnsinnige Angst vor der zweiten Staffel. Bei der ersten Staffel haben wir einen „Schuss ins Blaue“ gemacht. Bei der zweiten Staffel habe ich mir selber extremen Druck gemacht, weil die erste Staffel so erfolgreich war.
Der Bürgermeister wechselt in die Landespolitik. Was ändert sich dadurch?
In der Landespolitik weht für Alfons Zischl ein anderer Wind. Die Menschen und Mechanismen sind viel durchtriebener. Die sind Profis und kennen sich alle. Das eine war die Kreisliga und das ist jetzt schon Bundesliga. In der ersten Staffel stolpert Zischl mehr oder weniger durch alles durch. Zischl mutiert praktisch von der armen Sau zum Schwein.
Wie haben Sie Zischl angelegt?
Zischl ist ein kleiner Fuchs, tollpatschig ohne Ende, aber nicht ungefährlich. Ich habe ihn eher aus dem Bauch heraus gespielt und wollte jemanden spielen, den man mag, obwohl er ein Arschloch ist. Ich wollte die Leute emotional an die Figur binden. Er ist ein Stehaufmännchen und gibt nicht auf. Das ist beachtlich. Leider wird er von Anerkennung und auch von Macht getrieben. Er liebt seine Frau und gleichzeitig hintergeht er sie. Er lügt und irgendwann glaubt er die Lügen sogar.
Sie waren selbst sechs Monate lang in einem Gemeinderat. Sind Sie also halber Politiker?
Im Gemeinderat redet man darüber, wo kommt ein Radweg hin, und wo stellt man eine Mülltonne auf. Das hat nichts mit Politik zu tun. Aber grundsätzlich laufen viele Sachen falsch. Es gibt keinen Tag mehr, wo ich nicht die Zeitungen aufschlage und die Hände über dem Kopf zusammenschlage. Es muss sich einiges verändern.
Wie realistisch ist „Hindafing“?
Natürlich ist das Satire, eine Überhöhung, eine Übertreibung. Aber manchmal überholt uns die Realität. Diese Geschichten inklusive der Figuren sind ja allesamt nicht frei erfunden. Das hat es alles schon einmal gegeben.
Sie wohnen gemeinsam mit Ihren Eltern und drei Geschwistern auf einem Mehrgenerationenhof. Wie muss man sich das vorstellen?
Total harmonisch. Doch es ist wie in einer Beziehung: Man muss viel miteinander reden und auch Kompromisse eingehen. Aber ich finde es als Lebensform großartig. Ich bin viel von zu Hause weg und weiß, meine Familie ist so besser aufgehoben, als wenn wir irgendwo alleine wären.
Sind Sie Selbstversorger?
Wir haben Schafe, Ziegen, Hühner, Enten, Gänse und ein paar Kühe. Wir haben unser eigenes Fleisch und eine Mühle. Wir produzieren mit einer eigenen Turbine selber Strom, aber Milch und Käse machen wir nicht. Das ist mit sehr viel Arbeit verbunden. Manchmal fahre ich mit dem alten Traktor raus und genieße den Geruch des frisch gemähten Grases. Das ist halt einfach mein Hobby. Ein anderer geht Golf spielen oder fährt in den Urlaub.


Maximilian Brückner auf einem Gepäckwagerl im Berliner Hotel Savoy beim Interviewtermin am 16. Oktober 2019. Fotos: Charles Yunck
BZ Berlin, 17.11.19

"Die Frühaufdreher" im B3 Radio hatten heute Morgen (19.11.19) Maximilian Brückner zu Gast, der über sein Leben auf dem Land und über die 2. Staffel von „Hindafing“ sprach, die seit heute in der Mediathek des BR zu sehen ist.
Hier der Podcast mit 35 Minuten Ausschnitten aus der Sendung mit den Moderatoren Sebastian Winkler (der in der 1. Folge „Hidden Champion“ einen Kurzauftritt als Security Man bei der Jagdeinladung der Ministerpräsidentin hat), Simone Faust und Philipp Kleininger.
Maxi spricht zwischen 9.20-16.05 und 27-31.40 Min.: "Dienstag im Bayern3 Land"

supersimmefaust (Simone Faust) auf Instagram, 19.11.19:
Danke für Deinen Besuch @bruecknermaximilian @bayern3. Hat Spaß gemacht!
#hindafing #2.staffel #dealeroderspieler #baguetteroulette #frühaufdreher #5-9 #radio #moderieren

v.l. Philipp Kleininger, Simone Faust, Maximilian Brückner, Sebastian Winkler

Maximilian Brückner im Interview: Wettlauf mit dem Irrsinn der realen Welt
Noch härter, noch abgründiger: Ab Dienstag, 26. November, zeigt das BR-Fernsehen die neuen Folgen der zweiten "Hindafing"-Staffel. Hauptdarsteller Maximilian Brückner outet sich im Interview als Serien-Junkie und verrät, warum er zunächst arg mit der Provinzgroteske ziemlich haderte.
Abgründige Charakterköpfe zu spielen, damit ist Maximilian Brückner, der 40-jährige Absolvent der Otto-Falckenberg-Schule in München, noch nie schlecht gefahren. Seine Paraderolle, die ihn zum Theaterstar in seiner Heimatstadt München machte: der Boandlkramer in Kurt Wilhelms Stück "Der Brandner Kaspar und das ewig' Leben". Es ist ein volkstümliches Spiel, aber eben auch eines der letzten Dinge und nicht so ganz fern vom Horror. Als eine "Mischung aus Pumuckl, Marilyn Manson und Gollum aus 'Herr der Ringe" beschrieb Brückner seinen perfiden Boandlkramer einmal selbst. Auch sein Provinzdesport Alfons Zischl aus der ersten "Hindafing"-Staffel war mit den weit aufgerissenen Augen und dem Koks unter der Nase, wie Kinder einen Milch-Bart tragen, eine Mischung aus einer grotesken und einer sehr gefährlichen Figur. In der zweiten Staffel der BR-Erfolgsserie darf Maximilian Brückner noch tiefer schürfen. Er hat seinen Zischl, der es mittlerweile zum Landtagsabgeordneten in München gebracht hat, noch fieser, verdorbener, auf gut Bairisch: "hinterfotziger", aber gleichzeitig auch verletzlicher und streckenweise sogar bemitleidenswerter angelegt. Im BR-Fernsehen sind die neuen Folgen ab Dienstag, 26. November, um 20:15 Uhr, zu sehen.
teleschau: Herr Brückner, Gratulation zur zweiten "Hindafing"-Staffel. Die neuen Folgen kommen noch drastischer rüber - ist Ihnen das bewusst?
Maximilian Brückner: Ja. Ich sage das jetzt nicht nur, weil ich als Beteiligter natürlich parteiisch bin: Ich finde selbst, dass die zweite Staffel einen Zacken besser, schärfer und tiefer geworden ist.
teleschau: Vor einiger Zeit war noch zu hören, dass Sie sich nicht wirklich um eine Rolle in einer Serie gerissen hätten.
Maximilian Brückner: Stimmt. Eine Serienrolle hätte ich mir noch vor gar nicht so langer Zeit überhaupt nicht vorstellen können.
teleschau: Wie kam's zu Ihrem Umdenken?
Maximilian Brückner: Man muss einfach sehen, dass sich die Serie in den vergangenen Jahren, angetrieben auch durch Netflix, Sky und Amazon, unfassbar stark verändert hat. Ich will die gängigen Vorabendserien nicht schlecht machen. Die müssen, was den Zeit- und Geld-Aufwand angeht, mit ganz anderen Größen haushalten. Aber wenn mir so eine Produktion angeboten wurde, winkte ich dann doch lieber ab - auch wenn es immer wieder mal Ausnahmeerscheinungen gab. Es stimmen mir sicher viele zu, wenn ich sage: Noch vor wenigen Jahren hatte die Serie bei weitem nicht den Stellenwert, den sie heute hat.
teleschau: Was genau ist heute anders?
Maximilian Brückner: Die Leute haben mittlerweile gemerkt, welches Potenzial in einer Serie stecken kann. Mit ihr lässt sich ja eine ganze Welt aufbereiten. Plötzlich entwickeln sich aus Nebenrollen, von denen zuvor nur dreimal ganz kurz etwas zu sehen war, umfangreiche Handlungsstränge. Eine Serie ist ein Universum, das man erschafft - und das sich in alle Richtungen ausdehnen kann. Ich finde auch den Mut der Serienmacher beeindruckend. Oft hat man sich doch als Zuschauer gerade erst mit einer bestimmten Figur identifiziert - schon rollt plötzlich wie bei "Game of Thrones" ihr Kopf. Man bekommt einen Schock und drückt sofort den Schalter, um sich die nächste Folge anzusehen. Serien sind heutzutage sehr intelligent.
teleschau: Das hört sich aber mehr als nur nach der professionellen Sicht eines Schauspielers aufs Dramaturgische an. Sie wirken, als steckte in Ihren auch privat ein Serien-Junkie.
Maximilian Brückner: Natürlich. Bin ich. Mich fasziniert aber auch das Konzept dahinter.
teleschau: Wie meinen Sie das?
Maximilian Brückner: Etwa die Cliffhanger. Total spannend, finde ich. Ein Cliffhanger ist ja nichts anders als ein emotionales Loch, an dessen Abgrund ich den Zuschauer hinführe. Und mit dem Abgrund muss er irgendwie fertig werden. Diesen extremen Mut, Geschichten so zu erzählen, haben die Serien beflügelt. Beim Film ist das viel schwieriger, weil man da maximal 120 Minuten zur Verfügung hat. In dieses Zeitkorsett muss dann alles hineingepresst werden. Und so bleiben Nebenfiguren oft wirklich nur Nebenfiguren, die den Hauptfiguren irgendwie dienen müssen. Beim Serienerzählen haben sich viel mehr Möglichkeiten ergeben - und viel mehr Radikalität. Seitdem liebe ich Serien.
teleschau: Aus Schauspielersicht: Wie viel reizvoller ist es denn, einen richtig schwierigen Charakter wie Ihren Alfons Zischl aus "Hindafing" zu spielen?
Maximilian Brückner: Über den Zischl habe ich mich natürlich sehr gefreut. Mich beeindruckt auch, dass der BR überhaupt so ein Thema zugelassen hat. Das betrifft ja auch die Art, wie wir filmen. Die Verantwortlichen hinter "Hindafing" arbeiten für eine sehr junge Produktionsfirma - und mit einem nicht mehr ganz so jungen Hauptdarsteller. Sie stehen für eine Radikalität, die ich früher immer bei den Österreichern beneidete.
teleschau: Sie spielen etwa auf die Serien "Braunschlag" oder "Altes Geld" von David Schalko an?
Maximilian Brückner: Unter anderem. Allerdings gab's auch viel früher schon sehr krasse Sachen aus Österreich. Nehmen Sie die "Piefke-Saga". Oder die "Kottan ermittelt"-Krimis. Schräg und vor allem gnadenlos! So lange habe ich mich gefragt: Warum kriegen wir so etwas eigentlich nicht hin? Mit der "Hindafing"-Produktionsfirma Neuen Super ging das plötzlich. Da stecken eben auch Leute wie der Produzent Rafael Parente dahinter, die beruflich mit Netflix groß geworden sind.
teleschau: Eines der Hauptmerkmale der modernen Serie, ist die Beobachtung, dass man mit dem Grundvertrauen in den Hauptprotagonisten als Zuschauer lieber vorsichtig sein sollte. Mit seinen vielen dunklen Seiten ist Zischl ja schon ein Musterbeispiel für diesen neuen gebrochenen Typ.
Maximilian Brückner: Bei ihm fragt man sich schon immer wieder: Wie weit kann man den Bogen überspannen? Die Kunst bei Zischl ist eine Gratwanderung. Wie weit sind die Zuschauer bereit, bei ihm mitzugehen? Aber das kennt man ja auch etwa aus "House of Cards". Dort hat man es mit abgrundtief bösen, widerlichen Menschen zu tun. Und trotzdem fiebert man mit, ob und wie sie nach oben kommen. Völlig idiotisch eigentlich! Es gibt eine Faszination des Abgründigen. "Hindafing" ist richtig scharf und hart - aber halt auch Satire. Der Humor ist immer noch die Maske, die wir uns überstülpen. Mir war schon wichtig, dass man Zischl in den neuen Folgen genau beobachten kann und trotzdem nicht weiß, in welche Richtung er abdriften wird. Die neue Macht, die er erhalten hat, macht etwas mit einem Menschen.
teleschau: Parallelen zur realen, überdrehten Politikerwelt drängen sich geradezu auf.
Maximilian Brückner: Oft dachte ich mir zunächst, dass wir mit unseren Stoffen vielleicht ja doch ziemlich weit gehen. Aber dann schaut man sich die politische Landschaft an und denkt sich: Wir drehen mit "Hindafing" im Vergleich ja eher eine Doku. Wenn man die Realität betrachtet, kann man das, was wir gedreht haben, ja fast nicht mehr als Satire bezeichnen.
teleschau: Sie konkurrieren stark mit dem Irrsinn der Welt - mit immer neuen Schlagzeilen rund um leider sehr reale Polit-Clowns.
Maximilian Brückner: Was da draußen gerade in dieser Welt passiert, ist doch wirklich unfassbar. Man merkt immer stärker, dass das Geschehen leider nicht mehr komisch ist. Allerdings muss man auch sagen: Reale Politiker liefern uns leider halt auch mehr als genügend Material.
teleschau: Alfons Zischl kriegt in "Hindafing 2" eine deutlich größere Bühne - als Landtagsabgeordneter in München.
Maximilian Brückner: Es weht jetzt ein anderer Wind - in der Stadt. Mir war immer wichtig, dass wir nicht in Hindafing bleiben. Ich war schon bei der ersten Staffel nicht ganz glücklich mit der Situierung. Ich wollte keine Serie über einen Bürgermeister in einem Dorf erzählen. Mir schwebte schon mehr vor. Und einschränken lassen wollte ich mich nicht. Mittlerweile ist "Hindafing" aber fast schon ein stehender Begriff für Chaos geworden. Insofern passt's.
teleschau: Die zweite Staffel spielt ja auch gar nicht mehr viel im fiktiven Hindafing.
Maximilian Brückner: Eigentlich so gut wie gar nicht mehr. Der Name hat sich aber bei den Leuten eingebrannt. Und mittlerweile mag ich ihn auch. Der Irrsinn im Kleinen gleicht ja auch dem im Großen.
teleschau: Auf dem politischen Parkett der Landeshauptstadt muss sich Zischl mit seinem Fraktionsvorsitzenden und weiteren intriganten Kollegen herumschlagen. Zu einem Gespräch mit der Ministerpräsidentin kommt es erst gar nicht. Er ist in der Hauptstadt zunächst einmal ein kleineres Würstel, oder?
Maximilian Brückner: Zischl kommt aus der Kreisliga. Und plötzlich muss er vielleicht noch nicht ganz in der Bundesliga, aber irgendwo dazwischen mitspielen. Das überfordert ihn total. Er stolpert ja oft in Sachen rein. Die rasche Wandlung bleibt ein Wesenszug seines Charakters. Man weiß einfach lange nicht, was mit ihm passiert. Und das gefällt mir gut. Aus meiner Sicht kann man den Klamauk und die ganzen Überspitzungen - wenn heutzutage überhaupt noch Überspitzungen möglich sind - durchaus machen. Aber die Figuren müssen für mich immer Tiefe haben. Am Schluss kriegt der Zischl - wie auch die Zuschauer einen Schlag in die Magengrube.
Rupert Sommer, MSN.de, 20.11.19

Deutsche Regionalkrimis auf Weltniveau: Welcome to Hindafing
Das deutsche „Fargo“ mit Spuren von „Breaking Bad“ und „House of Cards“ – so haben viele die erste Staffel der BR-Serie „Hindafing“ beschrieben. Im Mittelpunkt: der unfähige, korrupte, koksende Landtagsabgeordnete Alfons Zischl. Nun folgt Staffel 2.
„Ich schwöre, dass ich meine ganze Kraft dem Erfolg des Freistaates Bayern widme und mein Amt unparteiisch, gewissenhaft und unbestechlich getreu der Verfassung und den Gesetzen zum Wohle des Volkes führen werde.“
Hochgefallen ohne wesentliche Verluste. Das trifft die Karriere des Ex-Bürgermeisters aus Hindafing und Neu-Landtagsabgeordneten Alfons Zischl wohl am besten. Sein Vorgänger im Landtag ist wegen des Besitzes von Kinderpornographie verhaftet worden, Zischl als Nachrücker muss sich aber an den rauen Ton in der Machtzentrale noch gewöhnen – auch wenn klar ist, dass die Interessen für ihn die gleichen geblieben sind: Geklüngel mit den Kumpels vom Dorf, allen voran dem Wurstfabrikanten Goldhammer und dessen Versuch, dank Globalisierung den chinesischen Leberwurstmarkt umzukrempeln und eine Wurstfabrik am Rande des Naturschutzgebietes zu bauen. Doch die Uhren im Landtag ticken etwas schneller als in der bayrischen Provinz.
„Herr Zischl, Sie sind ein Kämpfer. Das gefällt mir. Wenn es nach mir geht, können wir das ganze Naturschutzgebiet zubetonieren. Aber die Frau Ministerpräsidentin interessiert sich einfach nicht für Ihre Wurstwirtschaft. Barbara Obereder steht für Zukunftsthemen. Digitalisierung, Hightech, Internet. Twitterthemen. Sie müssen noch lernen, woher der Wind weht. Und wenn er sich dreht, Zischl, dann müssen Sie sich mitdrehen.“
Wenn Zischl eines kann, dann ist es sich Drehen und Wenden. Egal ob um 90, 180 oder 360 Grad. Immerhin hat er Großes vor, will es mindestens bis zum Staatssekretär schaffen, Punkte sammeln bei der Ministerpräsidentin und schwenkt um auf die Förderung eines maroden Rüstungsunternehmens in der Region, das ausgerechnet Schrottwaffen an die Bundeswehr verkauft hat.
„War das jetzt ein friendly fire in Afghanistan? Hab ich 10 Millionen in Schrott investiert. Schauen sie halt selber. Schießt das für sie ungenau? Mitten ins Schwarze.“
Die Serienmacher um Boris Kunz, Niklas Hoffmann und Rafael Parente holen mit ihrer Satire zum Rundumschlag aus. Es geht um einen Jagdunfall und ein vermeintliches Attentat auf die Ministerpräsidentin; um illegale Waffengeschäfte mit Rumänien und dem Vatikan, die Angst vor Überfremdung; das Ausleben von Radikalen – egal ob linksextrem mit der RAF oder der Rückkehr eines deutschen Schläfers aus Afghanistan, der bei der Bundeswehr untertauchen will und in seiner Naivität bei der Reichswehr landet; und um die Absurditäten des deutschen Wohnungsmarktes.
Zischls hochschwangere Frau hat ihn betrogen, er selbst hat sich eine Krebserkrankung ausgedacht – in Hindafing gibt es eben nichts, was es nicht gibt. Und das ist fulminant provinziell.
Maximilian Brückner als Alfons Zischl spielt das alles absolut schmerzfrei, aus dem Bauch heraus. Zwei Staffeln lang hatte er jetzt Zeit, die Figur aktiv mitzugestalten. Mit allen Ecken und Kanten – und genau die genießt er in seinem Spiel. Die Kamera ist immer eng an ihm dran, jederzeit bereit ihn und seine Eitelkeiten zu entlarven.
Hanebüchen ist das Wort, was „Hindafing“ wohl am besten beschreibt. Aber in der absoluten Übertreibung liegt die Stärke dieser bissigen Politsatire – die immer wieder, so scheint es, von der Realität eingeholt wurde. Für die bayrische Provinz ist das alles ziemlich viel.
Anna Wollner, Deutschlandfunk Kultur, 23.11.19

Maximilian Brückner: "Ich bin ein reiner Bauch-Schauspieler". Er spricht über die Kunst, Leute mitzuziehen, den Vergleich mit "Breaking Bad" und Satire, die von der Realität oft gar nicht mehr so weit weg zu sein scheint. Ein Gespräch mit Gregor Hoppe auf Radio Bayern 2, 24.11.19


BR Abendschau, 25.11.2019, 18:00 Uhr - Zu Gast im Studio bei Christoph Deumling: Maximilian Brückner.
Nicht erst durch die BR-Serie "Hindafing" ist Maximilian Brückner bekannt geworden, aber für seine Rolle des korrupten Politikers Alfons Zischl hat er den Bayerischen Fernsehpreis erhalten. Interviewclip

Der Wahnsinn geht weiter - Maximilian Brückner kehrt als korrupter Lokalpolitiker zurück
In der zweiten Staffel von "Hindafing" hat es der bayerische Lokalpolitiker Alfons Zischl in den Landtag geschafft, und noch immer denkt er nur an seine eigene Karriere. Eine lustige Serie - die es ziemlich ernst meint.
Es war eine der großen Überraschungen des Fernsehjahres 2017: Mit "Hindafing" gelang dem Bayerischen Rundfunk ein wahres Kleinod. Eine satirische Serie über einen bayerischen Lokalpolitiker, der sich immer tiefer in ein Netz aus Drogen und Korruption verstrickt. "Breaking Bad" als Bauerntheater - so charakterisierte der stern damals den Sechsteiler. Denn der Protagonist, Bürgermeister Alfons Zischl aus dem fiktiven Städtchen Hindafing, war schwer Crystal-Meth-abhängig.
Zu Beginn der zweiten Staffel ist alles anders: Zischl, grandiosen gespielt von Maximilian Brückner, ist mittlerweile clean und werdender Vater. Zwar hat er die Wiederwahl als Bürgermeister verpasst, dafür ist er als Nachrücker in den Bayerischen Landtag eingezogen. Doch auch in München verfolgt er vor allem ein Ziel: Das eigene berufliche Fortkommen. Er spekuliert auf einen Posten als Staatssekretär.
Dafür muss er aber die Ministerpräsidentin Barbara Obereder auf seine Seite ziehen. Die interessiert sich aber für ganz andere Themen: Eine Wurstfabrik mitten im Naturschutzgebiet, wie Zischl plant, ist mit der Regierungschefin nicht zu machen. Ihre Priorität gilt Zukunftsthemen und Digitalisierung.
Als Zischl von den finanziellen Problemen einer High-Tech-Firma in seinem Wahlkreis hört, sieht er seine Chance gekommen: Er verspricht, die Arbeitsplätze zu retten - und erfährt zu spät, dass es sich um eine Waffenfabrik handelt. Wie der Provinzpolitiker nun den Imageschaden in einen Triumph umwandelt, das zeigt den wahren Opportunisten - der sein Fähnchen immer in den Wind hält.
Bei allem Vergnügen, den auch die zweite Staffel von "Hindafing" bereitet, hat die Serie einen ernsten Kern. Politik, so die subtile Botschaft, ist zu ernst und zu wichtig, um sie Egomanen und Karrieristen zu überlassen. Ein Schelm, wer jetzt an den amtierenden Ministerpräsidenten Bayerns denkt.
Carsten Heidböhmer, Stern, 25.11.19
Maximilian Brückner zur 2. Staffel der Serie "Hindafing"

Foto: Maximilian Brückner bei der Premiere der 2. Staffel von "Hindafing" am Seriencamp Festival in der HFF München am 8.11.19. dpa/Felix Hörhager
Der bayerische Heimatfilm lässt es ja gemeinhin eher ruhig angehen. Die Ausnahme ist die Serie "Hindafing" vom Bayerischen Rundfunk, in der Maximilian Brückner den korrupten Bürgermeister einer bayerischen Kleinstadt spielt. Als Alfons Zischl muss er sich da mit Drogenproblemen, Flüchtlingsströmen und Polit-Possen auseinandersetzen. Am Dienstag startet die zweite Staffel - wieder mit Maximilian Brückner, obwohl der von der ganzen Sache erst mal gar nicht so viel gehalten hat. Interviewclip von rbb, 26.11.19

"Hindafing"-Fortsetzung: Hat sich das Warten gelohnt?
Eine Fleischfabrik im Naturschutzgebiet (inklusive "Leberwurst-Christmas-Edition"), Sturmgewehrproduktion und Waffenhandel ("Das klingt doch super, Handgranaten direkt aus der Region"), ehemalige RAF-Mitglieder, die ihr dilettantisches Unwesen treiben, Faschisten und Reichsbürger, die zu Terroristen werden und umgekehrt sowie sinnfreie Jagd auf prachtvolle Wildtiere: Auch in der zweiten Staffel der lang ersehnten, preisgekrönten, bitterbösen bayerischen Satireserie "Hindafing" (Staffel 1, 2017) werden jede Menge unangenehme gesellschaftliche Auswüchse unserer Zeit fein säuberlich seziert und mehr oder weniger appetitlich aufgetischt.
Was sollte man aus Staffel eins wissen?
Alfons Zischl (Maximilian Brückner) ist der korrupte, intrigante und verlogene Bürgermeister der fiktiven bayerischen Gemeinde Hindafing. Er hat Schulden und Drogenprobleme. Außerdem muss er ganz schnell viele Flüchtlinge in der Gemeinde unterbringen. Die einzige Möglichkeit ist ausgerechnet die alte Kriegskonservenfabrik des Fleischhändlers Sepp Goldhammer (Andreas Giebel), in der dieser aber das Bio-Shoppingparadies "Donau Village" entstehen lassen will. Unterdessen will Dorfpolizist Erol (Ercan Karacayli) Zischl Verwicklungen in Drogengeschäfte und Menschenhandel nachweisen. Sogar als er längst vom Dienst suspendiert ist, stellt er ihm nach.
Eines Tages durchsucht Erol das vermeintlich leere Haus des Bürgermeisters. Doch sowohl Zischl als auch der afrikanische Flüchtling und Künstler Amadou (Joél Sansi) sind zuhause. Denn Amadou malt inzwischen für Zischls Ehefrau Marie (Katrin Röver), die seine Kunst wiederum als die ihre verkauft. Als die drei Männer aufeinandertreffen, passiert ein Unglück, das Amadou nicht überlebt. Zischl und Erol lassen seine Leiche heimlich verschwinden, doch Dorfpfarrer Krauss (Michael Kranz), der sich unsterblich in Amadou verliebt hat, hört nicht auf, ihn zu suchen.
Darum geht's in Staffel zwei
Während die erste Staffel mit der Beerdigung von Alfons Zischls Vater, dem Alt-Bürgermeister von Hindafing, begann, sitzt die Trauergemeinde zu Beginn der zweiten Staffel am Sarg seiner Mutter. Alfons Zischl ist nun Landtagsabgeordneter in München und den Drogen nicht mehr so zugetan, seit seine Frau schwanger ist. Das Leben als Abgeordneter ist jedoch härter als gedacht. Statt Ruhm und rotem Teppich in der Landeshauptstadt erwarten Zischl mühsame Fleißarbeit und lähmender Fraktionszwang im provinziellen Stimmkreis.
Als er auf der Suche nach Wählerstimmen durch ein Missverständnis einem, von der Pleite bedrohten, dubiosen Rüstungsunternehmen seine Unterstützung zusichert, findet er sich in einem politischen Fiasko wieder. Beim Versuch, unbeschadet aus der Sache herauszukommen, rutscht Zischl immer tiefer hinein. Kurzum: Es läuft abermals nicht ideal für ihn und doch halten sich Pech und Glück wieder in etwa die Waage...
Lohnt sich das Einschalten?
Ja, denn die zweite Staffel ist fast noch besser, bissiger, vielseitiger und leidenschaftlicher gespielt als die erste. Story und Dialoge (Niklas Hoffmann, Boris Kunz, Rafale Parente), Schauspieler und Regie (Boris Kunz), Musik, Kamera, Schnitt - da passt einfach alles zusammen. Wer Staffel eins mochte, wird die neuen Folgen lieben. Zu sehen sind die sechs neuen Episoden in Doppelfolgen immer dienstags ab 20:15 Uhr im Bayerischen Rundfunk. Los geht's am heutigen 26. November.
spot on news, 26.11.19


Soundtrack

erschienen bei Südpolrecords, 29.11.2019
1. Now We Have a Problem!
2. Mahmud Service
3. Trap
4. Hunting
5. Desperate
6. Cancer
7. Manipulation
8. Conspiracy
9. Dealing Weapons
10. Stand in Line
11. Pressure
12. Achivements
13. We're broke
14. Drugs
15. Hidden Champion
16. Proof of Identity
17. The Audience
18. Confession
19. Arrest
20. Sheep and Wolves
21. Hidden Attack
22. Delivering Messages
23. Not Again
24. The Man of the Hours
25. Tactical Failure
26. Fear of Loss
27. Finale



"Hindafing" 2. Staffel
DVD: 2 Discs, Blu-ray: 1 Disc
Format: Dolby, PAL; Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1); Region 2; Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1; FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: EuroVideo Medien GmbH; Erscheinungstermin: 5. Dezember 2019


Welche Serien wollen wir? Best of Streaming 2019
In diesem Jahr ist die Produktion von Serien durch die Decke gegangen. Vornweg sind dabei längst nicht mehr die klassischen Sender. Welche Produktionen sind besonders bemerkenswert? Eine subjektive Auswahl.
Gottesbeweis: „Hindafing“ (BR/ARTE) – Mit der katholischen Kirche hat Ex-Bürgermeister Alfons Zischl (Maximilian Brückner) nichts am Hut. Obwohl der frisch nachgerückte Abgeordnete des Bayerischen Landtags den Eid auf die Verfassung („gewissenhaft“, „unbestechlich“) für alle Fälle mit religiösem Bonusgesuch spricht. Gott, hilf ihm doch, wie all den anderen Karrieristen auch: etwa beim Sturmgewehr-Waffendeal mit dem Vatikan. Die separatistischen Ukrainer, eigentliche Adressaten des Geschäfts, landen derweil als Kollateralschaden in der Export-Blutwurst der Bio-Schlachtfabrikantenbetrüger Gaby und Sepp Goldhammer (Petra Berndt und Andreas Giebel). Deren Sohn Moritz (Roland Schreglmann), als IS-Schläfer zur Bundeswehr eingerückt, gerät bei der Truppe in eine Reichsbürger-Verschwörung und konvertiert schon wieder. Is eh alles wurscht, so ideologisch. Mit „Hindafing“ wird Serienereignis, was man im deutschen Fernsehen lange für unmöglich hielt. Kommunal- und Landespolitik, Wirtschaftsinteressen, Illoyalitäten, kleine und große Hinterfotzigkeiten, Wohnungsmarktkrise, Frauenförderung, Netzwerken, die Kirche als homoerotischer Saunaclub, absonderliche Flüchtlingsintegration, Sex, Drogen & Alkohol – und trotz der grotesken Überzeichnung ein Personal, das bei aller Abgefeimtheit nur ins Herz geschlossen werden kann. „Hindafing“ von Niklas Hoffmann, Rafael Parente und Boris Kunz ist mehr als „West Wing“ im Lodentaschen-Satireformat. Funkensprühende Dialoge, modern gefilmt, rasant geschnitten, wird fast jede Szene kommentiert durch die Jazzmusik von David Reichelt. Dazwischen Maximilian Brückner, dessen verfluchte Präsenz einen vom Saulus zum Paulus machen könnte. Seinem Zischl heiligt der Zweck jedes Mittel, aber irgendeine Leiche kommt immer dazwischen. Ehre sei allen Beteiligten. So wahr ihnen Gott helfe.
Trostspender: „The Crown“ (Netflix); Selbstheilung: „This is US“ (ProSieben); Familienhölle: „Succession“ (HBO); Wächterpreis: „Watchmen“ (HBO/SKY Atlantic); Treuer Diener: „Pennyworth“ (Starzplay); Tausend Tode: „Matrjoschka“ (Netflix); Chaostheorie: „Good Omens“ (Amazon Prime); Himmelfahrt: „Preacher“ (Amazon); Das beste Date: „The Umbrella Academy“ (Netflix); Frankfurt live: „Skylines“ (Netflix).
Quelle: Frankfurter Allgemeine, 31.12.19

[...] Die zweite "Hindafing"-Staffel kam auf über eine Million Mediatheken-Abrufe. [...] Quelle: Blickpunkt:Film, 17.1.20

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