baustelle - baustelle - baustelle - baustelle - under construction - under construction - Seite zuletzt ergänzt am 28. September 2020


© Violet Pictures
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Oktoberfest 1900

Oktoberfest: Blut und Bier
(AT) / Oktoberfest: Blood and Beer (WT) / Empire Oktoberfest (WT)

6 Teile – Ausstrahlung in Doppelfolgen am 15., 16. und 23. September 2020, jeweils ab 20:15 Uhr in der ARD/DasErste

Folge 1 "Die Vision" + Folge 2 "Die Zeichen der Zeit" – Di 15.9.20 ; gefolgt um 21:50 Uhr von der 30-minütigen Dokumentation "München 1900 - Von Bierbaronen und Künstlerfürsten"
Folge 3 "Liebe und Kapital" + Folge 4 "Anstich" – Mi 16.9.20
Folge 5 "Aufbruch in ein neues Jahrhundert" + Folge 6 "Das Jüngste Gericht" – Mi 23.9.20

Am Dienstag 8. September findet anlässlich der Premiere in der ARD Mediathek eine digitale Veranstaltung zur Serie statt: „Oktoberfest 1900 – Der Live-Filmtalk“ präsentiert von Das Erste, BR und Degeto. Unter DasErste.de/Oktoberfest1900 und auf Facebook.com/DasErste/live/ kann man ab 19 Uhr in einem Livestream Gespräche der Schauspieler*innen Martina Gedeck, Misel Maticevic, Francis Fulton-Smith, Brigitte Hobmeier und Maximilian Brückner mit den Macher*innen über die neue Event-Serie im Ersten verfolgen und erste Ausschnitte sehen.

Den Livetalk gibt es zum Wiederschauen hier. Alle Episoden und Videos der Serie sind bis Jahresende 2020 in der ARD-Mediathek.
Ab 1. Oktober global auf Netflix unter dem englischen Titel "Oktoberfest: Beer & Blood": English dubbed Trailer
Spanischer Titel: "Oktoberfest: Sangre y Cerveza" - Tráiler Oficial en Español / Griechischer Titel: "Oktoberfest: Μπίρα και Αίμα"


Einschaltquoten vom 15.9., ab 20:15 Uhr:
1) ARD / Oktoberfest 1900, Ep. 1+2 - 4,42 Mio Zuschauer ab 3 Jahre = 15,7% Marktanteil
2) ZDF-Zeit - 3,11 Mio ZS = 11% MA
München 1900 - Von Bierbaronen und Künstlerfürsten / ARD um 21:50 Uhr: 2,69 Mio ZS = 11,2% MA

Einschaltquoten vom 16.9., ab 20:15 Uhr:
1) ZDF / Marie Brand - 6,57 Mio Zuschauer ab 3 Jahre = 22,8% Marktanteil
2) ARD / Oktoberfest 1900, Ep. 3+4 - 3,52 Mio ZS = 12,3% MA

Einschaltquoten vom 23.9., ab 20:15 Uhr:
1) ZDF / Der Quiz-Champion - 3,78 Mio Zuschauer ab 3 Jahre = 13,2% Marktanteil
2) ARD / Oktoberfest 1900, Ep. 5+6 - 3,45 Mio ZS = 12,1% MA
Quellen: AGF/GfK/DAP Videoscope

5,7 Millionen Mal wurde "Oktoberfest 1900" bisher in der ARD-Mediathek abgerufen – nach nur zwei Wochen schon jetzt ein sensationeller Erfolg. Und das Nutzungsangebot für die 6 Episoden besteht noch weiter bis zum 31. Dezember 2020.
Quelle: ARD/DasErste, 24.9.20


                                                                                                                                    Fotoquelle: Michael Kranz & Maximilian Brückner auf Instagram


Kurztrailer, 00:29 Min.

Langtrailer, 00:40 Min.

BR arbeitet an historischer "Oktoberfest"-Serie
Das Münchner Oktoberfest ist das größte Volksfest der Welt mit einer packenden Historie. Für den Bayerischen Rundfunk ein klarer Fall fürs Fernsehen.
Wer hat’s erfunden? Ein Franke! Das erste große Festzelt auf der Münchner Theresienwiese wurde tatsächlich vom Nürnberger Großgastronom Georg Lang errichtet. 1898 ersteigerte er als Nichtmünchner über Strohmänner mehrere Wirtsbudenplätze und realisierte seinen Traum von der Bierhalle mit Live-Musik. Ein raffinierter Schachzug und Stoff für eine fiktionale Miniserie, an deren Realisation der BR gemeinsam mit der ARD Degeto, dem WDR und MDR derzeit fieberhaft arbeitet.
Die historische Reihe erzählt von den intriganten Machtkämpfen der einflussreichen Münchner Brauereien um 1900. Um ihre streng behüteten Schanklizenzen für die Bierzelte auf dem Oktoberfest zu verteidigen, schrecken diese vor nichts zurück – auch nicht vor Mord. In sechs jeweils 45 Minuten langen Episoden soll Regisseur Hannu Salonen, der schon zahlreiche Tatort-Folgen gedreht hat, die hochspannende Geschichte des weltweit größten Volksfestes erzählen. Die einzelnen Drehorte stehen laut BR noch nicht fest. ­Sicher aber ist, dass sich die Original-Wiesn nicht als Kulisse für das historische Spektakel eignet, sondern eine eigene Zeltstadt nachgebaut werden muss.
Am Drehbuch arbeitet derzeit noch ein Team um den Straubinger Headautor Christian Limmer ("Sau Nummer vier"). Wiesn-Wirte-Sprecher Peter Inselkammer hat die Verantwortlichen laut Bild-Zeitung beraten. „Ich habe erklärt, wie das Oktoberfest abläuft, wie Lizenzen vergeben werden, wie Verträge aussehen und wer was entscheidet“, so der 48-Jährige. Mehr Details aber wollen die Produktionsfirmen Zeitsprung-Pictures und Violet Pictures zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt geben.
Quelle: Astrid Kistner, Münchner Merkur, 30.1.2019


Ausschnitte aus "Oktoberfest 1900" und ein Interview mit Maximilian Brückner darüber. Video vom BR-Filmbrunch am 17.1. aus der Abendschau vom 20.1.2020

Georg Lang - Das historische Vorbild für Curt Prank:

Der wohl erste Selbstdarsteller der Wiesn, der "Krokodilwirth" Georg Lang (1866-1904) aus Nürnberg, errichtete 1898 auf dem Oktoberfest die "1. Bayerische Riesenhalle" für 6.000 Personen.
Lang steckt übrigens auch hinter dem  „Ein Prosit der Gemütlichkeit. 1-2-3- g'suffa“. Dieser Trinkspruch findet sich erstmals bei ihm in einem Liedheft, von dem er zur Wiesn 1898 gleich 50.000 Exemplare verteilen ließ.
Als Zeichen der Verbundenheit zwischen Festwirt und Brauerei reitet als Giebelkrönung das Münchner Kindl auf einem Krokodil. Über die große Resonanz auf seinen Trinkspruch "Ein Prosit der Gemütlichkeit" war Lang so stolz, dass er ihn in kurios zerhackter Form zwischen dem Fachwerk anbringen ließ.

Bilderquellen: Stadtarchiv München und Bavarikon

Plan des Oktoberfest-Geländes von 1898

Ein Prooosit im ersten Bierzelt
Ebensoo stattlich wie geschäftstüchtig war er, der Nürnberger Großgastronom Georg Lang (1866-1904). Dem Franken verdanken wir die Festzelte in ihrer heutigen Form.
Zunächst war das Bier in kleinen Bretterbuden ausgeschenkt worden, in denen maximal 50 Zecher Platz fanden. Lang konnte mithilfe von Strohmännern fünf solcher Wirtsbuden ersteigern. Im Jahr 1898 setzte er dann seine Vision einer Riesenhalle um – die Geburtsstunde des ersten Festzelts. Ausgeschenkt wurde das Bier der Augustiner-Brauerei. Mit der zünftigen Musik der 40-köpfigen Kapelle Original Oberlandler wurde das Zelt schnell zum beliebten Treffpunkt auf der Wiesn. Der Wirt ließ Texthefte verteilen, damit seine Gäste mitsingen konnten. Darin zu finden sind die Klassiker: „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ und „Eins, zwei, drei - g'suffa“.
Damit ist der findige Franke Georg Lang nicht nur Erfinder des heutigen Biezelts, sondern auch des ersten Wiesn-Hits ...

Quelle: tz, 21./22.9.2019, Oktoberfest-Spezial, Druckausgabe, S. 19


"Oktoberfest – Blood and Beer" ist eine Miniserie, die den Kampf zweier Wirtsdynastien um die Vormachtstellung in der Münchner Gesellschaft dicht am Abgrund des endgültigen Untergangs des eigenen Clans erzählt. Es ist auch die Geschichte vom Konflikt der Generationen, der von verletzter Ehre, Intrigen und Standesdünkel getragen wird und der Licht in die Abgeschiedenheit der Brauereien und Wirtshäuser bringt - dort, wo im Verschwiegenen die wirklich Mächtigen der Stadt ihre Geschäfte machen.
Natürlich ist es auch eine Geschichte, die von Liebe, Freundschaft, Eifersucht und Verrat handelt. Dies alles vor dem Hintergrund der aufziehenden Emanzipation von Frau und Bürgertum, eines stetig wachsenden Nationalismus, verbunden mit den unseligen Versuchen eines eigenen großdeutschen Imperialismus. Und nicht zuletzt ist es eine Geschichte von Sabotage, Denunziation, Hetze und Mord.
Quelle: Violet Pictures


The best thing about filmmaking: creating worlds of dreams. Molding the reality into fiction - magic. Here it begins. 29.1.19
Regisseur Hannu Salonen auf Instagram



Boarding Blood & Beer in Prague. A great way to enter the year 1900! 27.2.19

Born to play! OKTOBERFEST still in small - soon in large. 27.3.19

Besetzung:
Misel Maticevic - Curt Prank
Francis Fulton-Smith - Ignaz Hoflinger, der Deibl-Bräu
Martina Gedeck - Maria Hoflinger, seine Frau
Klaus Steinbacher - Roman Hoflinger, Sohn
Markus Krojer - Ludwig Hoflinger, jüngerer Sohn
Mercedes Müller - Clara, Pranks Tochter
Brigitte Hobmeier - Colina Kandl, Biermadl
Maximilian Brückner - Großbrauer Anatol Stifter, Vorstandsvorsitzender der Capital Bräu AG
Michael Kranz - Stadtrat Alfons Urban
Martin Feifel - Alfred Glogauer
Vladimir Burlakov - Gustav Fierment
Eisi Gulp - Inspektor Eder
Sibylle Canonica - Charlotte Stifter, Anatols Mutter
Michael A. Grimm - Rupprecht Kandl, Colinas Mann
Josef Staber - Maxi, sein und Colinas Sohn
Ferdinand Dörfler - Lochner-Wirt
Dan Bradford - Shamane
Urs Althaus - Häuptling Anaru
Caroline Sehm - Kaea
Irina Wanka - Elise Brockmann
Angela Ascher - Johanna, Oberkellnerin beim Lochner-Wirt
Petra Berndt - Gerdi Jakobmeyer, Bordellwirtin
Joscha Baltha - Thomas Mann
Raphael Dwinger - Arzt Dr. Kleckow
Christian Lex - Schottenhamel
Gerhard Georg Jilka - Bayerhammer
Sascha Maaz - Vorarbeiter Kapo
Jonas Stenzel - Denhardt
Andreas Pegler - Gsell
Joey Daser - Polizist
Monika Manz - Aloise, Kellnerin im "Oiden Deibl"
Hans Stadlbauer - Großbrauer Egidius Riemenschneider
Ines Hollinger - Fanny zu Reventlow
Stefanie von Poser - Anita Augspurk
Elli Ida Salonen - Glogauers Tochter
und als Gast: Pfarrer Rainer Maria Schießler von St. Maximilian im Münchner Glockenbachviertel
Stab:
Regie: Hannu Salonen
Drehbuch: Ronny Schalk und Christian Limmer mit Stephan Betz, Michael Proehl, Nikolaus Schulz-Dornburg und Christian Lex, nach einer Idee von Alexis von Wittgenstein
Kamera/DoP: Felix Cramer
Maskenbild: Jeanette Latzelsberger mit Jana Lindner und Julia Rinkl
Kostümbild: Michaela Hořejší - Horáčková
Szenenbild: Benedikt Herforth (Ep. 1-4) und Astrid Poeschke (Ep. 5+6)
Licht: Markus Thiermeyer
Ton: Tomas Belohradsky
Schnitt: Ronny Mattas
Musik: Michael Klaukien
Das Titellied "Wos übrig bleibt" ist von der Band Dreiviertelblut (Gerd Baumann und Sebastian Horn)
Casting: Anja Dihrberg
Visual Effects: LAVAlabs Moving Images
Produktionsfirma: Zeitsprung Pictures GmbH in Zusammenarbeit mit Violet Pictures in Ko-Produktion mit BR, ARD Degeto, WDR und MDR ; Czech Film Commission / Maya Production
Produzenten: Till Derenbach, Alexis von Wittgenstein, Michael Souvignier und Felix von Poser
Line Producer: Jörg-Christian Engels
Verantwortliche Redakteurinnen: Bettina Ricklefs und Daniela Boehm (BR), Carolin Haasis (ARD Degeto), Elke Kimmlinger (WDR) und Jana Brandt und Meike Götz (MDR)
Förderungen: FFF Bayern (900.000 €, März 2018), Filmstiftung NRW (600.000 €, Jan. 2018) und German Motion Picture Fund (665.316 €, 2018)
Drehzeit: 7.5. - 16.8. 2019, 66 Drehtage, davon 45 in Tschechien
Drehorte: Tschechien (Prag: Bahnhof Bubny, Třeboradice, Invalidovna, Dejvice. Brauerei Tupadly, Lázně Toušeň, Milín, Žatec), Bayern (München, Dachau und Umgebung, Landshut) und NRW (Bonn, Königswinter)

Sender: ARD + Netflix

Blut und Bier
Der Produzent Michael Souvignier spricht über die historische „Oktoberfest“-Serie der ARD
Noch bevor der erste Drehtag zur historischen Oktoberfest-Serie gestartet ist, zeigen internationale Sender reges Interesse an dem ARD-Projekt. Auf der französischen Fernsehmesse MIPTV in Cannes stellte Produzent Michael Souvignier (Zeitsprung Pictures) jetzt die zehn Millionen Euro teure Produktion vor – „ohne Trailer, nur mit ein paar Prospekten“, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung erzählt. Die Geschichte um den fränkischen Gastronomen Georg Lang, der 1900 das erste große Festzelt auf der Theresienwiese errichtete, bietet Stoff für vorerst sechs 45-minütige Episoden. Und, wenn es nach Souvignier geht, auch hoffentlich für eine Fortsetzung.
Wann und wo starten die Dreharbeiten zur Serie?
MS: Die Drehbücher sind gerade fertig geworden. Am 7. Mai legen wir in Prag los.
Entsteht in Tschechien eine zweite Theresienwiese?
MS: Das kann man so sagen. Wir bauen da gerade ein ganzes Oktoberfest auf – so wie es früher war. Das Gelände ist natürlich kleiner als die Theresienwiese. Aber wir sorgen dafür, dass man das nicht sieht.
Worum geht’s in, ja, wie heißt denn eigentlich die Serie?
MS: Noch steht der Titel nicht fest, aber Oktoberfest wird sicher drin vorkommen. Als Arbeitstitel haben wir „Blood and Beer“ („Blut und Bier“) gewählt. Die Geschichte dreht sich ja um einen Nürnberger Wirt, der sich durch verschiedene Winkelzüge und Gaunereien den Platz auf der Wiesn sichert, um das größte Zelt der Welt aufzubauen. Seine Bierburg war sechsmal größer als die damals üblichen Zelte und damit die größte Attraktion im Jahre 1900.
„Blut und Bier“ klingt dramatisch und auch nach einem Krimi. Stimmt das?
MS: Ja, das wird ein großes Familiendrama. Wir erzählen ja den Kampf der Brauer gegen die Wirte, und das sind damals wie heute lauter Familien. Es geht um Macht, Geld, Intrigen und damit auch um Gewalt. Themen, die auch nach mehr als einhundert Jahren noch aktuell sind. Schließlich hat sich der Mensch an sich nicht so sehr verändert, nur die Umstände, unter denen wir leben.
Welche Schauspieler werden wir in der Serie sehen?
MS: Eigentlich wollen wir das spannend halten, aber so viel kann ich Ihnen schon verraten: Martina Gedeck, Misel Maticevic und Francis Fulton-Smith werden gewichtige Rollen in der Produktion spielen.
Hannu Salonen, der schon den historischen Stoff „Die Hebamme“ verfilmte, führt Regie in der Serie.
MS: Ja, er ist ein Glücksgriff. Er hat mit „Arctic Circle“ eine Serie fürs skandinavische Fernsehen gemacht, die uns sehr gefallen hat. Hannu hat die Kraft, Kreativität und mentale Stärke, diesen Marathonlauf durchzustehen.
Warum ist das eine besondere Herausforderung?
MS: So eine Serie schlaucht. Wir haben weit mehr als 60 sicher anstrengende Drehtage angesetzt. Da muss man als Regisseur den Überblick behalten.
Sind Sie privat ein Fan des Münchner Oktoberfests?
MS: Absolut. Ich lebe als gebürtiger Essener in Köln und folge jedes Jahr gern den Einladungen nach München. Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass auf dem Oktoberfest enorm viele kölsche Lieder gespielt werden? So wie „Viva Colonia“? Da trifft das Rheinland auf Bayern, und das ist für mich natürlich schön.
Das Gespräch führte Astrid Kistner. OVB-Heimatzeitungen, 12.4.2019

ARD/Das Erste : Dreharbeiten zur historischen Eventserie "Oktoberfest - 1900" (AT)
Der erbitterte Kampf zweier Brauerei-Clans um gesellschaftliche und wirtschaftliche Vormachtstellung im München des Jahres 1900 stehen im Mittelpunkt der sechsteiligen, historischen Eventserie "Oktoberfest - 1900" (AT) (BR/ARD Degeto/WDR/MDR). Die Dreharbeiten haben im Mai in Prag begonnen. Vor der Kamera stehen - neben vielen anderen - Misel Maticevic, Martina Gedeck und Francis Fulton-Smith. Gedreht wird voraussichtlich noch bis Mitte August in Tschechien, Bayern und NRW. Gezeigt wird die Serie in Doppelfolgen 2020 im Ersten.
Zum namhaften Schauspieler-Ensemble gehören auch Klaus Steinbacher, Mercedes Müller, Brigitte Hobmeier, Maximilian Brückner, Markus Krojer, Martin Feifel, Michael Kranz, Vladimir Burlakov, Eisi Gulp, Petra Berndt, Michael A. Grimm u.v.a. Regie führt Hannu Salonen ("Arctic Circle", "Schuld") nach einer Idee von Alexis von Wittgenstein und den Drehbüchern von Ronny Schalk ("Dark", "Wir wollten aufs Meer") und Christian Limmer ("Hinter Kaifeck", "Sau Nummer vier. Ein Niederbayernkrimi"). Die Kamera verantwortet Felix Cramer ("Die dunkle Seite des Mondes", "Tatort: Der Himmel ist ein Platz auf Erden").
"Oktoberfest - 1900" (AT) erzählt von einer Zeit, in der die wahre Macht in München von den größten Arbeitgebern der Stadt ausgeht, den Brauereien - und von den in ihrer Gunst stehenden Wirte-Clans, die die begehrten Schank-Lizenzen für die Bierbuden auf dem Oktoberfest innehaben. Es ist auch die Geschichte vom Konflikt der Generationen, der von verletzter Ehre, Intrigen und Standesdünkel getragen wird, und der zugleich Licht in die Schattenwelt der Brauereien und Wirtshäuser bringt. Dorthin, wo im Verschwiegenen die wirklich Mächtigen der Stadt ihre Geschäfte machen.
Bettina Ricklefs, BR-Programmbereichsleiterin Spiel-Film-Serie: Als das Konzept der Miniserie zum ersten Mal auf unserem Tisch lag, hat es uns von Anfang an in den Bann gezogen. Damals wie heute ist das Münchner Bier- und Volksfest ein Magnet für Alt und Jung aus der ganzen Welt und Pulsmesser der Zeit. "Oktoberfest - 1900" (AT) führt uns in eine Zeit der aufziehenden Emanzipation von Frau und Bürgertum, es ist die Geschichte von Liebe, Freundschaft, Eifersucht und Verrat. Die Faszination dieser aufregenden Zeit um 1900 spiegelt sich im aufwendigen Setting, den historischen Kostümen und dem großartigen Cast wider und macht die Serie zu einem Event.
Michael Souvignier, Till Derenbach und Alexis von Wittgenstein, Produzenten: Eine Serie im bis heute machtbesessenen Milieu der Münchner Brauereien im Jahr 1900 zu kreieren, hat einen großen erzählerischen Reiz auf uns Produzenten ausgeübt. Ein faszinierendes Setting, das wir so noch in keiner modernen Serie gesehen haben, und dessen Derbheit und Düsternis im Kontrast zur Lebensfreude der weltberühmten Schwabinger Bohème mit Künstlern wie Kandinsky und Thomas Mann eine großartige, spannende Bühne für ein Familienepos Shakespeare´schen Ausmaßes bietet.
Inhalt / München, 1900: Als Georg Prank (Misel Maticevic), ein Großbrauer aus Franken, sich in den Kopf setzt, auf das Oktoberfest zu expandieren, geraten die Machtverhältnisse in der Stadt ins Wanken. Als "Auswärtiger" darf Prank keine Schanklizenz auf dem Oktoberfest erwerben, geschweige denn sein fränkisches Bier ausschenken. Mit Bestechung und Erpressung ergaunert Prank sich fünf aneinander liegende, damals noch maximal 300 Gäste fassende Wirts-Parzellen auf dem Oktoberfest, um darauf ein größenwahnsinniges Riesen-Zelt für sechstausend Gäste zu errichten. Ein vermessener Plan, der die kleinen Münchner Traditionsbrauereien wie das Deibel Bräu der Familie Hoflinger (Francis Fulton-Smith, Martina Gedeck, Klaus Steinbacher, Markus Krojer) an den Rand der Existenz drängt und einen brutalen Überlebenskampf auslöst, an dessen Ende alle Seiten schmerzhafte Opfer erleiden.
"Oktoberfest - 1900" (AT) ist eine Produktion von Zeitsprung Pictures in Zusammenarbeit mit Violet Pictures in Ko-Produktion mit BR, ARD Degeto, WDR und MDR für Das Erste, gefördert von dem FFF Bayern, der Filmstiftung NRW und dem German Motion Picture Fund. Den Weltvertrieb übernimmt Beta Film GmbH. Die Redaktion liegt federführend bei Bettina Ricklefs (BR) und Daniela Boehm (BR). Weitere Redakteurinnen sind Carolin Haasis (ARD Degeto), Elke Kimmlinger (WDR) und Meike Götz (MDR). Produzenten sind Michael Souvignier, Till Derenbach (Zeitsprung Pictures), Alexis von Wittgenstein (Violet Pictures) und Felix von Poser.
Zu einem Pressetermin am Set in der Nähe von Dachau wird noch gesondert eingeladen.
Pressekontakt: Regine Baschny, JUST PUBLICITY GmbH, Tel.: 089/20 20 82-60, E-Mail: r.baschny@just-publicity.com
Quellen: Pressemeldung der ARD, Pressemeldung des BR & Pressemeldung Degeto, 5.6.2019, 11:11 Uhr


Hinten (v.l.): Brigitte Hobmeier, Misel Maticevic, Mercedes Müller; sitzend (v.l.): Klaus Steinbacher, Martina Gedeck und Regisseur Hannu Salonen.
Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. "obs/ARD Das Erste/Dusan Martincek". Bildrechte: BR/Zeitsprung Pictures GmbH. Quelle: ARD/Degeto, 5.6.19

Oktoberfest • Historische Eventserie der ARD
Nein, "Oktoberfest - 1900" (so der Arbeitstitel) wird keine mittelunterhaltsame Komödie um ein tagelanges Saufgelage. Die ARD-Produktion fokussiert sich auf einen spannenden Konkurrenzkampf.
Es geht um
... das bekannteste Volkfest der Welt und um zwei Brauereifamilien, die sich einen erbitterten Konkurrenzkampf liefern.
Sollte man sehen weil
... es um das Oktoberfest geht. Das lieben schließlich nicht nur die Bayern. Dazu eine spannende Geschichte, historische Kulissen und Kostüme.
"Oktoberfest - 1900" – Die Schauspieler & ihre Rollen
– Mišel Maticevic spielt Georg Prank: Georg Prank will als Bierbrauer aus Franken auf dem Oktoberfest ausschenken und sich einen Teil des wirtschaftlichen Erfolges sichern. Das sehen die Einheimischen gar nicht gerne. Mišel Maticevic gehörte 2018 zum Hauptcast der Serie "Dogs of Berlin". Den gebürtige Berliner kennt man außerdem aus "Babylon Berlin" und weiteren TV-Formaten. Auch in einigen Kinofilmen war er zu sehen, darunter in einer Nebenrolle in "Kokowääh".
– Francis Fulton-Smith spielt Ignaz Hoflinger: Herr Hoflinger leitet mit Unterstützung seiner Frau das Münchner Deibel Bräu und versucht es gegen die unternehmensgefährdenden Maßnahmen Pranks zu verteidigen. Francis Fulton-Smith stammt auch im wahren Leben aus München. Man kennt ihn aus vielen TV-Serien, darunter als Hauptdarsteller in "Familie Dr. Kleist". Er gehörte 2019 auch zum Hauptcast einer weiteren Serie, dem SciFi-Format "Spides".
– Martina Gedeck spielt Maria Hoflinger: Frau Hoflinger ist die Matrarchin des Deibel Bräus. Auch sie tut ihr möglichstes, um das Familienunternehmen zu sichern. Martina Gedeck ist eine der renommiertesten deutschen Darstellerinnen, die sich auch im Ausland große Anerkennung mit ihrer Hauptrolle in "Das Leben der Anderen" sicherte. Die gebürtige Münchnerin kennt sich auch in Sachen Serie aus, war ab 2015 in "Tannbach" zu sehen und zuletzt in der Komödie "Arthurs Gesetz". Weitere Kino-Highlights ihrer Karriere sind "Die Wand", "Der Baader Meinhof Komplex" und "Nachtzug nach Lissabon".
Weitere Rollen:
– Klaus Steinbacher spielt ein Mitglied der Familie Hoflinger. Den in Bad Tölz geborenen Darsteller kennt man aus der Jugendserie "Der Fluch des Falken". 2018 war er in der ersten Staffel des Serien-Remakes von "Das Boot". Im Kino spielte er eine Nebenrolle in "Schwere Jungs".
– Markus Krojer spielt ein Mitglied der Familie Hoflinger. Der bayerische Darsteller gab sein Kinodebüt in Markus H. Rosenmüllers Kinofilm "Wer früher stribt ist länger tot", eine weitere Hauptrolle übernahm er in Rosenmüllers "Die Perlmuttfarbe". In TV-Serien war er bislang nur als Gastdarsteller zu sehen.
– Mercedes Müller war ab 2006 in 32 Folgen der Telenovela "Wege zum Glück" zu sehen. Einen größeren Part übernahm sie auch 2015 in "Tannbach". Eine ihrer ersten Rollen spielte die 2003 im Kinofilm "4 Freunde & 4 Pfoten".
– Brigitte Hobmeier wurde ebenfalls in München geboren. Ihr Kinodebüt gab sie 2003 in einer Hauptrolle in "Stiller Sturm", es folgten weitere Highlights auf der großen Leinwand wie 2006 die "Winterreise" neben Joseph Bierbichler und 2008 eine Hauptrolle in "Räuber Kneissl" neben "Oktoberfest"-Kollege Maximilian Brückner.
– Maximilian Brückner startete seine Karriere am Theater, trat ab 2003 dann auch vor die Kamera und war seither in vielen Kino- und TV-Produktionen zu sehen. Man kennt den Darsteller aus München unter anderem aus seiner Hauptrolle in "Räuber Kneissl" und aus "Rubbeldiekatz" mit Matthias Schweighöfer. Eine Serien-Hauptrolle übernahm Brückner 2016 in "Hindafing" und 2018 in "Arctic Circle".
– Martin Feifel war ebenfalls ein erfolgreicher Theaterdarsteller, bevor er sich Film und Fernsehen zuwandte. Den Schauspieler aus München sah man schon in sehr vielen Serien, zuletzt 2019 in der Sky-Eigenproduktion "Der Pass". Auch in Kinofilmen wirkte er mit, darunter in "Jud Süß - Film ohne Gewissen".
– Michael Kranz stammt aus Regensburg, war aber auch schon in einigen internationalen Kinoproduktionen zu sehen. Darunter in Steven Spielbergs "Die Gefährten". Seine erste Rolle übernahm er neben "Oktoberfest - 1900"-Kollege Maximilian Brückner in "Räuber Kneissl", mit ihm stand er auch für die TV-Serie "Hindafing" vor der Kamera.
– Vladimir Burlakov wurde in Moskau geboren, wuchs in Deutschland auf. Zum Hauptcast einer Serie gehörte er auch schon 2015 und 2018 in "Deutschland 83" und "Deutschland 86".
Was passiert in "Oktoberfest - 1900" – Staffel 1?
1989 in München. Ausschank und Bewirtung der Gäste des beliebten Oktoberfestes liegt in den Händen der Traditionswirte der Stadt, darunter auch der Familie Hoflinger, denen das Deibel Bräu gehört. Alles ändert sich, als Georg Prankl, ein Bierbrauer aus Nürnberg auf den Plan tritt und sich trotz allen Widerstands – mit Tricks und unbeugsamem Willen einen Platz auf der Festwiese erkämpft. Auf dem will er ein Riesenzelt errichten, das sechstausen Gästen Platz bieten soll. Dieses Vorhaben schient der Konkurrenz nicht nur größenwahnsinnig, es bringt auch kleinere Brauereien wie die der Hoflingers in arge Bedrängnis bringt.
TV & Streaming: Wann und wo kann man die Serie sehen?
Die erste Staffel der Serie wird in der ARD 2020 zu sehen sein, ein konkretes Sendedatum gibt es noch nicht.
Die Macher: Produziert wird die Serie von Zeitsprung Pictures zusammen mit BRD, ARD Degeto, WDR und MDR für das Erste. Die Regie übernimmt Finne Hannu Salonen.
Die Dreharbeiten haben im Mai 2019 begonnen.
Quelle: HÖRZU, 5.6.2019
Kostümanprobe, 5.6.2019

Maximilian Brückner: Don’t talk to me!!! #bloodandbeer #oktoberfest #blablabla. Instagram

Maximilian Brückner: Man in black #blablabla. Instagram


Curt Prank (Mišel Maticevic)
"Empire Oktoberfest" (WT)
Original title: "Oktoberfest"
Format: 6 x one hour, HD
Limited Series
Oktoberfest is a 6-part limited series portraying two beer brewer dynasties fighting for domination of the famous beer festival in Munich.
Set in Munich in 1898, the story revolves around a young girl who falls in love with a poor brewer's son against her father's wishes, who himself is a rich mobster who has come to town to try and bully his way into the inner circle of Munich's brewer dynasties. Soon blood is shed and the young brewer has to fight desperately in order to protect his own family from his love's father.
A thrilling drama about intrigues, emancipation, love and class conceits that sheds light on the secluded world of breweries and pubs - the places where Munich's truly powerful secretly carry out their affairs - set against the backdrop of the world-famous, iconic beer spectacle.
Source: Beta Film
Beta Film builds “Empire Oktoberfest” (WT)

Curt Prank (Mišel Maticevic)

Die Hoflingers (v.l.): Markus Krojer, Martina Gedeck, Klaus Steinbacher
Shooting is underway for Beta Film’s new high-end series "Empire Oktoberfest" (WT) by Hannu Salonen (Shades of Guilt, Arctic Circle) for BR/ARD Degeto. The thrilling six-hour series about the fierce battle between two family breweries, set in Munich in 1900, stars Mišel Maticevic (Babylon Berlin), Martina Gedeck (Academy Award-winning Lives of Others) and the up-and-coming talents Klaus Steinbacher (Das Boot) and Mercedes Mueller (Passenger 23). The drama sheds light on a chapter in the history of the world-famous, iconic public festival, where Munich's truly powerful secretly carry out their affairs. Shooting in Bavaria, North Rhine-Westphalia and Prague, the Zeitsprung/Violet Pictures-production will be wrapped mid-August. Beta Film handles the world sales and will present first images at MIPCOM in Cannes this fall.
Producers Michael Souvignier, Till Derenbach and Alexis von Wittgenstein: “The power-obsessed milieu of Munich’s breweries in 1900 is a fascinating setting for a series. The contrast between roughness, gloom and the ease of the world-famous Schwabing bohemia with eccentric artists such as Wassily Kandinsky and Thomas Mann is a great, exciting stage for a family epic of Shakespearian scale.”
Empire Oktoberfest (WT) portrays two beer-brewing dynasties fight for domination of the famous beer festival. The story revolves around a young girl who falls in love with a poor brewer's son. Their feelings are against her father's wishes - a rich mobster, who has come to town to try and bully his way into the inner circle of Munich's brewery dynasties. Soon, blood is being shed and the young brewer has to fight desperately to protect his own family from his love's father.
Empire Oktoberfest (WT) is produced by Zeitsprung Pictures in cooperation with Violet Pictures in co-production with BR, ARD Degeto, WDR and MDR for Das Erste, supported by FFF Bayern, Film- und Medienstiftung NRW and German Motion Picture Fund.
For further information: Dorothee Stoewahse Tel: + 49 89 67 34 69 15 Cell: + 49 170 63 84 627 press@betafilm.com, www.betafilm.com
Source: Beta Film, 6.6.2019 - Also in Variety & Deadline

Raphael Dwinger (Dr. Kleckow) und Michael Kranz (Stadtrat Urban) in Kostüm und Maske. Invalidovna/Prag, 7.6.19 –

"Empire Oktoberfest": drama alemão sobre briga de cervejarias entra em produção
A produção da série Empire Oktoberfest (título provisório) já está em andamento.
O drama alemão ambientado na cidade de Munique em 1900 será protagonizado por Martina Gedeck (A Vida dos Outros) e ainda contará com Mišel Maticevic (Babylon Berlin), Klaus Steinbacher (O Barco) e Mercedes Mueller (Passenger 23). A série é produzida pela Beta Film e será lançada internacionalmente na Mipcom em outubro.
Empire Oktoberfest contará a feroz batalha entre duas cervejarias que lutam pelo domínio do famoso festival, onde os poderosos de Munique realizam seus negócios secretamente. A história centrará em torno de uma jovem que se apaixona pelo filho pobre de um cervejeiro. O casal terá seu como empecilho para o seu relacionamento o pai da menina, um rico mafioso que chegou à cidade para integrar à força ao fechado e poderoso círculo das dinastias de cervejeiros de Munique.
"O contraste entre a aspereza, a melancolia e a facilidade da boemia mundialmente famosa de Schwabing com artistas excêntricos como Wassily Kandinsky e Thomas Mann é um grande palco para um épico familiar de escala shakespeariana", declararam os produtores Michael Souvignier, Till Derenbach e Alexis Von Wittgenstein em um comunicado. Eles ainda declararam que um ambiente obcecado pelo poder das cervejarias de Munique em 1900 é um cenário fascinante para uma série.
A série contará com 6 episódios e as filmagens serão realizadas na Baviera, Renânia do Norte-Vestfália e Praga.
Este texto foi escrito por Rafaela Ferreira da Silva via nexperts. (Fontes Variety), Minha Série (Brasil), 13.6.2019


Agentur unitone: Eisi sendet liebe Grüße vom Set. Den Herrn daneben müsstet ihr auch kennen.
Eisi Gulp (r.) mit echtem Bart und Maxi (l.) mit angeklebtem Kunsthaar. Instagram, 27.6.19

Dreharbeiten in Landshut: Die Burg Trausnitz als Filmkulisse
Ab Montag, 15. Juli werden dort voraussichtlich eine Woche lang Szenen für die neue historische ARD-Eventserie mit dem Arbeitstitel (AT) „Oktoberfest – 1900“ aufgenommen. Diese wird von Zeitsprung Pictures in Zusammenarbeit mit Violet Pictures und in Ko-Produktion mit dem Bayerischen Rundfunk, ARD Degeto, dem Westdeutschen Rundfunk und dem Mitteldeutschen Rundfunk für Das Erste produziert.
Im Mittelpunkt der sechsteiligen, historischen Eventserie steht der erbitterte Kampf zweier Brauerei-Clans um die gesellschaftliche und wirtschaftliche Vormachtstellung im München des Jahres 1900. Die Dreharbeiten haben übrigens bereits im Mai in Prag begonnen. Gedreht wird voraussichtlich noch bis Mitte August; neben Landshut sind auch andere Orte in Bayern sowie in Tschechien und Nordrhein-Westfalen als Schauplätze vorgesehen. Vor der Kamera stehen zahlreiche bekannte Schauspieler wie Mišel Matičević, Francis Fulton-Smith, Klaus Steinbacher, Mercedes Müller, Maximilian Brückner, Brigitte Hobmeier und nicht zuletzt auch die in Landshut aufgewachsene Martina Gedeck.
Oberbürgermeister Alexander Putz: „Für unsere Stadt ist das natürlich beste Imagewerbung“, sagt er. „Einer breiten Öffentlichkeit immer wieder zur besten Sendezeit die einzigartige Schönheit Landshuts und Sehenswürdigkeiten wie die Burg Trausnitz präsentieren zu können, ist viel wert - das lässt sich in Geld gar nicht ausdrücken.“ Putz hofft darauf, dass die Eventserie „Oktoberfest – 1900“ (AT), die voraussichtlich in drei Doppelfolgen 2020 im Ersten ausgestrahlt werden soll, dabei hilft, den Bekanntheitsgrad Landshuts weiter zu steigern und insbesondere noch mehr Touristen in die Stadt zu locken.
Wieso ausgerechnet Landshut als Drehort ausgewählt wurde? „Wir haben nach einer imposanten Location gesucht, die wir als Münchner Bierkeller erzählen können“, so der Produzent der Serie, Alexis von Wittgenstein. Der alte, imposante Weinkeller im Berg der Burg Trausnitz könnte sich in einen Bierkeller verwandeln.
Die am Montag anlaufenden Dreharbeiten für „Oktoberfest – 1900“ (AT) gehen indes mit kleineren Verkehrsbehinderungen im Bereich der Burg Trausnitz und des Hofgartens einher. So wird von Montag, 15. Juli, 7 Uhr, bis voraussichtlich Samstag, 20. Juli, 5 Uhr, eine vier Parkreihen umfassende absolute Haltverbotszone am Hofgartenparkplatz eingerichtet. Der Bereich ist mit den entsprechenden Zeitangaben ausgeschildert. Ein absolutes Haltverbot gilt außerdem von Freitag, 19. Juli, 17 Uhr, bis Samstag, 20. Juli, 5 Uhr, auf der Edmund-Jörg-Straße in einem insgesamt rund 45 Meter umfassenden Abschnitt entlang der Anwesen Haus-Nummer 13 bis 17. Im selben Zeitraum wird darüber hinaus in Absprache mit der Burgverwaltung der Wehrgang zur Trausnitz temporär gesperrt. Die Stadt Landshut bittet alle Anwohner und Besucher der betroffenen Bereiche um Verständnis für die mit den Dreharbeiten verbundenen Unannehmlichkeiten.
Quellen: Wochenblatt, 10.7.2019 und IDoWa, 11.7.2019

[Tournage] "Empire Oktoberfest" à Prague! – – Dreharbeiten von "Empire Oktoberfest" in Prag!

L’Oktoberfest, ça vous dit quelque chose? Si vous êtes un amateur de bière, ce nom évoque forcément quelque chose 🍻 Et si on faisait une série sur l’Oktoberfest en revenant aux origines de ce festival de la bière en Allemagne? Grâce à Beta Film (co-producteur et distributeur de la série), j’ai eu l’immense chance de me retrouver sur le tournage de la série "Empire Oktoberfest". C’est une série allemande dont une partie se tourne à Prague. Je me suis alors retrouvée plongée en plein décor de l’Oktoberfest de 1900 en République Tchèque. J’ai découvert le savoir-faire allemand en matière de séries télévisée ainsi qu’une belle collaboration entre les équipes allemandes de la série et les équipes tchèques sur place. De cette expérience sensationnelle, j’ai ramené des interviews passionnantes ainsi que de belles photos et vidéos. Allez, c’est parti pour un article au son de la fanfare en plein milieu de l’Oktoberfest de 1900.

"Empire Oktoberfest", c’est avant tout un drama qu’une série purement historique
Oktoberfest est une série de 6 épisodes centrée sur deux dynasties de brasseurs de bière se battant pour l’hégémonie du célèbre festival de la bière à Munich. L’histoire se déroule à Munich en 1898 et raconte l’histoire d’une jeune fille qui tombe amoureuse du fils d’un pauvre brasseur contre le gré de son père, lui-même un riche gangster venu en ville pour tenter de se faire une place au sein des dynasties de brasseurs de Munich. Rapidement le sang coule et le jeune brasseur doit se battre pour protéger sa propre famille du père de son dulcinée.

Oktoberfest, sagt es Ihnen etwas? Wenn Sie ein Bierliebhaber sind, erinnert Sie dieser Name unweigerlich an etwas 🍻 Was wäre, wenn wir aus dem Oktoberfest eine Serie zu den Ursprüngen dieses Bierfestivals in Deutschland machen würden? Dank Beta Film (Co-Produzent und Verleiher der Serie) hatte ich großes Glück, das Set der Serie "Empire Oktoberfest" zu besuchen können. Es ist eine deutsche Serie, die teilweise in Prag gedreht wird. Ich befand mich mitten in der Oktoberfestlandschaft von 1900 in der Tschechischen Republik. Ich entdeckte das deutsche Know-how bei Fernsehserien sowie die gute Zusammenarbeit zwischen den deutschen Teams der Serie und den tschechischen Teams vor Ort. Von dieser sensationellen Erfahrung habe ich spannende Interviews sowie wunderschöne Fotos und Videos mitgebracht.

"Oktoberfest Empire" ist vor allem ein Drama, eine rein historische Serie
Oktoberfest ist eine Serie mit 6 Folgen, die sich mit zwei Dynastien von Bierbrauern befassen, die um die Herrschaft über das berühmte Bierfestival in München kämpfen. Die Geschichte spielt 1898 in München und erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens, das sich gegen den Willen seines Vaters - selbst ein reicher Gangster, der in die Stadt kam, um sich einen Platz in den Münchner Brauerdynastien zu erkämpfen - in den Sohn eines armen Brauers verliebt. Schnell fließt das Blut und der junge Brauer muss kämpfen, um seine eigene Familie vor dem Vater seiner Liebsten zu schützen.

Curt Prank (Mišel Maticevic)
Je suis arrivée à Prague la veille de la visite du tournage "Empire Oktoberfest". Après une visite de la ville, dîner avec toute l’équipe de la série et surtout réalisation des premières interviews.

Interview vidéo réalisateur et directeur de photographie - en anglais
Rencontre avec Felix Cramer, directeur de la photographie, et Hannu Solonen, un réalisateur finlandais qui travaille en Allemagne depuis des années. Avec eux, j’ai échangé sur le défi de tourner dans un décor d’époque, comment on adapte la caméra à un tournage 1900 et l’apport de la ville de Prague dans cette série sur l’Oktoberfest.

Ich kam am Tag vor dem "Empire Oktoberfest" Setbesuch in Prag an. Nach einem Besuch der Stadt konnte ich mit dem gesamten Team der Serie zu Abend essen, und die ersten Interviews führen.

Videointerview mit Regisseur und Kameramann - auf Englisch
Mein Treffen mit Kameramann Felix Cramer, und Hannu Solonen, einem finnischen Regisseur, der seit Jahren in Deutschland arbeitet. Mit ihnen tauschte ich mich über die Herausforderung des Filmens in einem historischen Zeitraum aus, wie man die Kamera an ein 1900er Shooting und den Beitrag der Stadt Prag in dieser Serie anpasst.
Interview vidéo scénographe et producteur - en anglais
Après j’ai continué avec une interview réunissant le Benedikt Herforth, le scénographe et un des producteurs Till Derenbach de la société de production Zeitsprung Pictures GmbH. On a discuté de comment réaliser un décor de 1900, le nombre de gens qui travaillent dessus et de l’avenir des décors pour une éventuelle saison 2.

Videointerview mit Szenenbildner und Produzent - auf Englisch
Anschließend führte ich ein Interview mit Szenenbildner Benedikt Herforth und Produzent Till Derenbach von der Produktionsfirma Zeitsprung Pictures GmbH. Wir diskutierten, wie man ein 1900-Set herstellt, wie viele Leute daran arbeiten und wie die Sets für eine mögliche 2. Staffel aussehen würden.
Interview vidéo de l’acteur Mišel Maticevic - en anglais
Le lendemain, je me suis retrouvée sur le tournage en plein milieu des décors. Je ne suis jamais à l’Oktoberfest actuel mais celui de 1900 m’a bien plu. Comme une foire d’antan, on y trouve toutes sortes de jeux, des spectacles comme la femme à barbe et aussi des petites échoppes toutes mignonnes qui vendent des fleurs, des cartes postales ou autres souvenirs du lieu. J’ai eu la chance d’assister à la fanfare comprenant les 400 figurants comme expliqué dans les vidéos. En plus, ils avaient bien du courage ces figurants qui devaient être à la préparation à 2h du matin et tourner sous un soleil de plomb en tenue historique ce qui veut dire manches longues et jupes longues à frout-frout pour mesdames et costumes trois pièces pour messieurs. Ils ont répété le défilé de la fanfare plusieurs fois afin que notre réalisateur Hannu Solonen puisse avoir tous les angles possibles. Avant que la fanfare entre en piste, le personnage de Curt Prank est présent. Interprété par le comédien d’origine croate Mišel Maticevic, j’ai pu m’entretenir avec lui entre deux prises.

Videointerview mit dem Schauspieler Mišel Maticevic - auf Englisch
Am nächsten Tag befand ich mich mitten auf dem Set. Ich war noch nie auf dem aktuellen Oktoberfest, aber ich mochte das von 1900. Wie in früheren Zeiten gibt es alle möglichen Spiele, Shows wie die bärtige Frau und auch kleine Läden, in denen Blumen, Postkarten oder andere Souvenirs des Ortes verkauft werden. Ich hatte das Glück, am Einzug der Blaskapelle teilzunehmen, zusammen mit den 400 Statisten, wie in den Videos erklärt wird. Die Statisten, die sich bereits ab 2 Uhr morgens vorbereiten und in historische Kostüme schlüpfen mussten, was lange Ärmel und lange Röcke mit vielen Unterröcken für Damen und dreiteilige Anzüge für Herren bedeutete, mussten Durchhaltevermögen beweisen, da in der prallen Sonne gedreht wurde. Der Einmarsch der Blaskapelle wurde mehrmals wiederholt, damit Regisseur Hannu Solonen ihn aus verschiedenen Blickwinkel filmen konnte. Der Einmarsch wird von Curt Prank angeführt. Zwischen zwei Einstellungen konnte ich mit dessen Darsteller, dem kroatischen Schauspieler Mišel Maticevic sprechen.
Interview scénariste et producteur
Enfin, ma journée s’est achevée par une interview de scénariste en chef, Ronny Schalk, qui a aussi travaillé sur la série allemande "Dark" et d’un autre producteur Alexis von Wittgenstein. Cet entretien permet d’en savoir plus sur la genèse du projet Oktoberfest qui vient d’une idée d’Alexis von Wittgenstein.

Question: Alexis, vous avez eu l’idée d’une série sur l’Oktoberfest et vous avez recruté Ronny pour le job...
Alexis von Wittgenstein: «J’ai grandi à Munich et l’Oktoberfest a toujours fait partie de ma vie. Parfois, c’était une partie importante de ma vie surtout quand j’étais un ado. Un de mes meilleurs amis vient d’une famille de brasseur et je savais qu’il y avait des histoires intéressantes autour de ce monde. On a fait des recherches et on a découvert qu’il y avait des histoires riches dans ces 200 ans d’Oktoberfest avec aussi de nombreux conflits intéressants. Je l’ai couché sur papier en 10 pages ce qui n’était pas un script mais des intrigues et des chiffres. Puis, nous avons cherché les experts, les scénaristes, ces génies. Ronny a été le premier scénariste recruté de l’équipe. Il a fait "Dark" auparavant mais à ce moment-là, la série n’était pas encore diffusée. ça été de l’intuition. Puis, lors de Noël 2016, nous nous sommes enfermés pendant une semaine».
Ronny Schalk: «On avait la storyline, on avait les personnages et ça nous a pris une semaine pour créer l’histoire».
Alexis von Wittgenstein: «On part d’une personnalité historique et on imagine : et si ce gars avait une fille?»

Interview mit Drehbuchautor und Produzent
Mein Tag endete mit einem Interview mit dem Hauptdrehbuchautor Ronny Schalk, der auch an der deutschen Serie "Dark" und mit einem der Produzenten, Alexis von Wittgenstein, arbeitete. In diesem Interview erfahren Sie mehr über die Entstehung des Oktoberfest-Projekts, das auf einer Idee von Alexis von Wittgenstein basiert.

Frage: Alexis, du hattest die Idee einer Serie auf dem Oktoberfest und hast Ronny für den Job rekrutiert...
Alexis von Wittgenstein: «Ich bin in München aufgewachsen und das Oktoberfest war schon immer ein Teil meines Lebens. Manchmal war es ein wichtiger Teil meines Lebens, besonders als ich ein Teenager war. Einer meiner besten Freunde stammt aus einer Brauerfamilie und ich wusste, dass es in dieser Welt interessante Geschichten gibt. Wir haben recherchiert und entdeckt, dass es in diesen 200 Jahren Oktoberfest auch viele interessante Konflikte gab. Ich habe es in 10 Seiten auf Papier gebracht, noch kein Drehbuch, sondern nur Geschichten, Intrigen und Zahlen. Dann haben wir nach den Experten, den Drehbuchautoren, diesen Genies gesucht. Ronny war der erste angeworbene Drehbuchautor im Team. Er hat vorher an "Dark" gearbeitet, aber zu diesem Zeitpunkt war die Serie noch nicht gesendet worden. Es war eine Eingebung. Dann, während Weihnachten 2016, haben wir uns für eine Woche eingesperrt.»
Ronny Schalk: «Wir hatten die Handlung, wir hatten die Charaktere und es dauerte eine Woche, um die Geschichte zu erstellen.»
Alexis von Wittgenstein: «Wir gehen von einer historischen Persönlichkeit aus und stellen uns vor: Was wäre, wenn dieser Kerl eine Tochter hätte?»
Ronny Schalk: «C’est basé sur de vrais gens mais c’est seulement basé sur eux et après vous broder. Cette série est véritablement centrée sur les personnages. Les intrigues viennent des personnages. Puis, vous avez envie de parler de l’époque et tout particulièrement sur les personnages féminins».
Ronny Schalk: «C’est le moment parfait car c’est le changement de siècle. C’est un nouveau siècle qui arrive et le début de la modernisation. C’est parfait car vous avez l’écart avec la modernisation, un nouveau horizon. Puis, vous avez cette guerre incessante entre la modernisation et la tradition. C’était idéal pour un drama».
Le triangle vertueux auteur - réalisateur - producteur
Ronny Schalk: «Souvent au titre de scénariste, vous écrivez trop de texte. Hannu (réalisateur) est venu me dire, ils peuvent jouer cette partie parce que je n’arrivais pas à me séparer de certains dialogue».
Alexis von Wittgenstein: «Nous avons essayé de suivre le modèle scandinave qui d’avoir une vision partagée entre le réalisateur, l’auteur et le producteur. Un triangle qui a bien marché».

J’espère que mon récit de tournage et toutes les informations collectées sur la série "Empire Oktoberfest" vous donneront autant que moi envie de découvrir cette série allemande qui s’annonce prometteuse. Je remercie les équipes de Beta Film pour avoir fait confiance à une envoyée spéciale française pour couvrir cette série.
Lubiie @ Lubie-en-Série, 16 juillet 2019

Ronny Schalk: «Es basiert auf echten Menschen, aber es basiert nur auf ihnen und und dann findet sich deren Geschichten. Diese Serie konzentriert sich wirklich auf die Charaktere. Die Intrigen kommen von den Charakteren. Dann möchten wir über die Epoche und insbesondere über die weibliche Charaktere erzählen.»
Ronny Schalk: «Es ist die perfekte Zeit, weil es die Jahrhundertwende ist. Es ist ein neues Jahrhundert und der Beginn der Modernisierung. Es ist perfekt, weil Sie die Lücke mit der Modernisierung haben, einen neuen Horizont. Dann haben Sie diesen unerbittlichen Krieg zwischen Modernisierung und Tradition. Es war ideal für ein Drama.»
Das tugendhafte Dreieck - Autor - Regisseur - Produzent
Ronny Schalk: «Oft schreibst du als Drehbuchautor zu viel Text. Hannu (Regisseur) kam, um mir zu sagen, dass sie diese Rolle spielen können, weil ich mich nicht von einigen Dialogen trennen konnte.»
Alexis von Wittgenstein: «Wir haben versucht, dem skandinavischen Modell einer gemeinsamen Vision zwischen Regisseur, Autor und Produzent zu folgen. Ein Dreieck, das gut funktioniert hat.»

Ich hoffe, dass meine Filmgeschichte und alle Informationen, die ich über die Serie "Empire Oktoberfest" gesammelt habe, bei Ihnen genauso viel Interesse an dieser vielversprechenden deutsche Serie wecken werden wie bei mir. Ich danke den Beta Film-Teams dafür, dass sie einer französischen Spezialkorrespondentin für die Berichterstattung über diese Serie vertraut haben.
Lubiie @ Lubie-en-Série, 16. Juli 2019 (Übersetzung mit Google & Bing)

Photos: Dusan Martincek – Beta Film

Königswinter. Auf Schloss Drachenburg finden ab der kommenden Woche erneut Dreharbeiten für eine große Fernsehproduktion statt.
Fernsehteams geben sich auf Schloss Drachenburg die Klinke in die Hand, die einzigartige Kulisse ist begehrt bei Filmschaffenden. Das Anwesen dient Anfang August als Set für Szenen der historischen Eventserie „Oktoberfest 1900“. Während der Auf- und Abbauarbeiten und an den eigentlichen Drehtagen komme es von Montag, 5. August, bis Samstag, 14. August, teils zu Einschränkungen bei Besichtigungen. Darauf weist die Schloss Drachenburg gGmbH hin.
An den Aufbautagen – Montag bis Mittwoch, 5. bis 7. August – könne es in Schlossbereichen zeitweise zu Umlenkungen der Besucher kommen. Am Donnerstag und Freitag, 8./9. August, sowie am Montag und Dienstag, 12./13. August, werde das Schloss alleine von der Filmproduktion genutzt; der museale Teil des Schlosses bleibe an diesen Drehtagen geschlossen.
Der Park, die Wagenhalle mit der Ausstellung zur Geschichte des Naturschutzes in Deutschland, die Ausstellung zur Schlossgeschichte, der Nordturm sowie die Sonderausstellung in der Vorburg „heimat.nrw“ seien aber zu besichtigen. Auch am Samstag und Sonntag, 10./11. August, sei ein Besuch von Schloss und Park möglich. Der Abbau des Drehsets ist für Mittwoch, 14. August, geplant; an diesem Tag sei die Schlossbesichtigung möglich, kurze Einschränkungen seien aber erneut denkbar.
„Oktoberfest 1900“ erzählt von einer Zeit, in der die wahre Macht in München von den größten Arbeitgebern der Stadt ausgeht: den Brauereien. „Oktoberfest 1900“ ist eine Gemeinschaftsproduktion von Zeitsprung Pictures und Violet Pictures in Co-Produktion mit BR, ARD Degeto, WDR und MDR für Das Erste. Das Projekt wird gefördert vom FilmFernsehFonds Bayern, der Filmstiftung NRW und dem German Motion Picture Fund.
Quelle: General-Anzeiger Bonn, 30.7.2019
Auf Schloss Drachenburg sind vier Drehtage (8., 9., 12. und 13. August) angesetzt. Das Team reise mit rund 100 Leuten an, so Produzent Michael Souvignier. Am Montag 5.8. würde mit dem Aufbau des Sets begonnen. „Unser Oktoberfest spielt 1900. Da muss man immer Bauwerke nehmen, die älter sind“, erklärt Souvignier die Drehort-Wahl. Und Schloss Drachenburg sei ein wunderschönes Motiv. „Wir drehen im Innern ganze Szenen, aber auch Außenszenen.“ Für Besucher von Schloss Drachenburg bedeuten die Filmarbeiten allerdings Einschränkungen. So bleibt an den Drehtagen der museale Teil geschlossen, Park, Wagenhalle, die Ausstellung zur Schlossgeschichte, der Nordturm sowie die Sonderausstellung in der Vorburg sind hingegen geöffnet. An den Aufbautagen (5. bis 7. August) sowie am Abbautag (14. August) muss man nur mit Einschränkungen rechnen. Am 10. und 11. August – also zwischen den Drehtagen – ist ein Besuch von Schloss und Park Drachenburg wie gewohnt möglich. Mit etwas Glück können die Königswinterer ab nächster Woche dann sogar so manchen Schauspieler treffen. Denn nicht nur das Team, auch die Stars der Serie würden in unmittelbarer Nähe des Drehortes untergebracht werden, wie Produzent Michael Souvignier verrät.
Quelle: Express Bonn, 1.8.2019

Am Set der historischen Eventserie "Oktoberfest 1900" (AT) fand gestern ein Pressetermin mit Förderern und Produzenten statt.
In Bayern und Nordrhein-Westfalen wird noch bis Mitte August die sechsteilige historische Eventserie mit dem Arbeitstitel "Oktoberfest - 1900" gedreht, die im kommenden Jahr in Doppelfolgen im Ersten ausgestrahlt wird. Bei einem Pressetermin besuchten gestern u.a. Förderer und Produzenten das Set in der Nähe von Dachau.

Am Set von "Oktoberfest - 1900" (AT): die Darsteller Brigitte Hobmeier, Vladimir Burlakov, Martina Gedeck, Mercedes Müller und Markus Krojer (sitzend, v.l.n.r.), Gabriele Pfennigsdorf (FFF), Daniela Boehm (BR), Dorothee Erpenstein (FFF), Meike Götz (MDR), Produzent Michael Souvignier (Zeitsprung Pictures), Bettina Ricklefs (BR), Produzent Alexis von Wittgenstein (Violet Pictures), Produzent Felix von Poser, Drehbuchautor Ronny Schalk, Produzent Till Derenbach (Zeitsprung Pictures), Kameramann Felix Cramer, Regisseur Hannu Salonen, Moritz Herzogenberg (Beta Film) sowie die beiden Darsteller Misel Maticevic und Klaus Steinbacher (stehend, v.l.n.r.). Bild: BR/Zeitsprung Pictures/Stephan Pick
Quelle: BlickpunktFilm, 1.8.2019




Fotos: Ursula Düren / dpa / picturedesk.com

"Man muss das spüren, das Derbe"
Mit großem Aufwand dreht der BR eine historische Serie, die 2020 ins Fernsehen kommt. Sie handelt vom Oktoberfest und dem rasanten Wandel des Biergeschäfts um die Jahrhundertwende.
Drehort ist ein altes, verlassenes Wirtshaus in der Blumenstr. 18 in Deutenhausen im Landkreis Dachau, es riecht muffig nach feuchtem Holz, in den Raum neben der Wirtsstube dringt nur wenig Tageslicht. Hier haben sich etwa zehn Leute der Filmcrew postiert, sie blicken gebannt auf zwei Monitore, während die Brauerswitwe und Wirtin Maria Hoflinger, gespielt von Martina Gedeck, mit einer Brotzeit die düstere Stube betritt, in der ein paar Bierdimpfl hocken.
Ein Mann kommt herein, Schnauzbart, Gehrock, herrische Manieren. Die ganz in Schwarz gekleidete Wirtin bringt zwei Bierkrüge, man verhandelt. Das Gespräch läuft schief, am Ende wirft der Mann, der Brauunternehmer Curt Prank (Mišel Matičević), missmutig eine Münze auf den Tisch und geht. Maria Hoflinger steckt das Geld beiläufig in den Beutel, der an ihrem Gürtel hängt.
Die Szene, die am gestrigen Mittwoch in Deutenhausen gedreht wurde, ist Teil einer sechsteiligen historischen Serie, die im nächsten Jahr im Ersten in Doppelfolgen auf den TV-Bildschirm kommt. "Oktoberfest - 1900" lautet der Arbeitstitel des Filmprojekts, und nach allem, was am Set zu sehen und zu hören ist, wird es ein großes Drama, in dessen Mittelpunkt der Kampf zweier Brauerei-Clans um die wirtschaftliche und gesellschaftliche Vormachtstellung in München steht.
Worum es unter anderem geht, ist in der kurzen Szene in der Wirtsstube schon mal angedeutet: Auf der einen Seite das alte München, die Tradition, der bodenständige Deibel-Bräu der Familie Hoflinger, und auf der anderen Seite die neue Zeit, der sogenannte Fortschritt, die industrielle Bierproduktion, mit welcher der aus Berlin stammende und über Franken nach München gekommene Großbrauer Curt Prank - historisches Vorbild ist der Großgastronom Georg Lang, der 1898 die erste riesige Oktoberfesthalle errichtet hat - die Stadt und nicht zuletzt die Wiesn beglücken will.

Stadtrat Urban (Michael Kranz, links) und Clara Prank (Mercedes Müller) mit ihrem Vater Curt Prank (Mišel Matičević).
"Es geht um den Wandel", sagt Mitproduzent Alexis von Wittgenstein, der die Idee zu der Serie hatte. Und was würde den Wandel, von dem Bayern und vor allem München in der Zeit um die Jahrhundertwende ergriffen worden ist, besser verkörpern, als das Brauereiwesen, damals der größte Arbeitgeber in der Stadt?
Die kapitalistische Dynamik schuf unerbittlich Fakten: Die kleinen Brauereien gingen eine nach der anderen zugrunde, übrig blieben die großen Produktionsstätten der Bierbarone, die das Bier in industrieller Manier brauten - und dies in einer Stadt, die ständig wuchs, die umtriebig war, konservativ und fortschrittlich, und in der, jenseits des ökonomischen Treibens, die Boheme den Aufbruch in die künstlerische Moderne unternahm.
Die Regie führt Hannu Salonen, der sich unter anderem mit der Ferdinand von Schirach-Verfilmung "Schuld" einen Namen gemacht hat. "Es darf kein zu glatter Film werden", sagt er. "Er muss nach etwas schmecken, muss nach was riechen, man muss das spüren, das Derbe." Der kurze Trailer, der am Set zu sehen war, nährt die Hoffnung, dass dies gelingen könnte.
Allein die Kulissen sind beeindruckend. Irgendwo im tschechischen Hinterland hat man eine alte Brauerei gefunden, die noch so aussieht, wie die Kleinbrauerein im alten München ausgesehen haben könnten. Und dann das Oktoberfest von anno 1900, das man nach historischen Fotos in Prag aufgebaut hat. Schauspielerin Brigitte Hobmeier, die das zum Höhenflug ansetzende Biermadl Colina Kandl (die schöne Coletta Möritz, die "Schützenliesl", lässt da aus dem Jenseits grüßen) verkörpert, war geradezu überwältigt, als sie die Wiesn-Replik auf einer Wiese in Prag betrat: "Die Kulisse war so groß, so bombastisch, und alles sah so lebendig aus."

Der Steyrer Hans, der "Bayerische Herkules", der einen 528 Pfund schweren Stein mit dem Finger lupfen konnte, war der Erfinder des Einzugs der Wiesnwirte.


Colina Kandl (Brigitte Hobmeier) spricht auf dem Podium in der Oktoberfest-Gasse vor der neuen Bierburg von Curt Prank.
Man darf ja nicht zu viel verraten, aber mit schlechtem Gewissen sei hier gesagt, dass es in dieser Serie nicht ohne Blutvergießen abgehen wird und dass auch Freunde und Freundinnen dramatischer Liebesgeschichten nicht zu kurz kommen werden. Hin und hergerissen zwischen familiärer Pflicht und amourösen Gefühlen ist nicht zuletzt die Großbrauerstochter Clara Prank, in deren Rolle Mercedes Müller schlüpft.
Überhaupt ist zu hören, dass die Drehbuchautoren Ronny Schalk und Christian Limmer Frauenfiguren geschaffen haben, die sich nicht in die traditionelle Rolle der Ehefrau und Mutter fügen wollen. Vor allem Maria Hoflinger, die tapfere Witwe, ist eine Frau, die gleichsam bis zur letzten Patrone kämpft, um ihre Familienbrauerei zu retten. "Sie ist sehr brachial, und sie führt einen großen Kampf", sagt ihre Darstellerin Martina Gedeck. "Sie ist seelisch verletzt und traumatisiert, aber daraus schöpft sie auch Kraft."

Das Brauerei-Ehepaar Maria Hoflinger (Martina Gedeck) und Ignaz Hoflinger (Francis Fulton-Smith).


Ignaz Hoflinger und die Bordell-Besitzerin Gerdi (Petra Berndt) bei einer geheimnisvollen Absprache.
Natürlich muss man abwarten, ob die pulsierende und vor Antagonismen fast berstende Stadt, die München um 1900 war, in der Serie mehr ist als nur pittoreske Kulisse. Produzent Alexis von Wittgenstein und Drehbuchautor Ronny Schalk versichern, sich in die historische Materie vertieft zu haben. Auch das Proletariat, das zu dieser Zeit in München politisches Selbstbewusstsein entwickelt, wird im Film vorkommen, und es versteht sich fast von selbst, dass auch die Boheme ein Rolle spielt.

Ignaz Hoflinger (Francis Fulton-Smith)


Ludwig Hoflinger (Markus Krojer)
Ludwig Hoflinger (Markus Krojer), der Sohn der Brauereibesitzerin, liebäugelt sogar mit dem freien, die Konventionen sprengenden Leben, das die Künstlerinnen, Künstler, Spinner, Käuze und Mitläufer in Schwabing führen. Und die Bohemen, verrät Wittgenstein, wird sich schon am folgenden Drehtag in Gestalt einer ihrer prominentesten Akteure am Drehort zeigen. Franziska zu Reventlow (Ines Hollinger), die schöne geistreiche Gräfin, bekommt ihren Auftritt. Es ist alles vorbereitet, damit München endlich mal wieder richtig leuchtet.
Quelle: Wolfgang Görl, Süddeutsche Zeitung, 1.8.2019. Fotos: Dusan Martincek/BR

Setfotos vom FilmFernsehFonds Bayern – – Mehr Fotos der Schauspieler –


Maximilian Brückner: Meet lovely Mr Stifter. You won’t like him. #Octoberfest #blood&beer #blablabla. Instagram, 5.8.19

Maximilian Brückner vor Schloss Drachenburg: My home is my castle #octoberfest #blood&beer #blablabla Video auf Instagram, 11.8.19. Morgen und übermorgen wird dort noch gedreht.

– Ehre, Intrigen und jede Menge Bier - Der erbitterte Kampf zweier Brauerei-Clans um gesellschaftliche und wirtschaftliche Vormachtstellung im München des Jahres 1900 steht im Mittelpunkt der historischen Eventserie "Oktoberfest - 1900", die nächstes Jahr in der ARD läuft. Ein BR-Drehbericht (mit den ersten bewegten Bildern) vom Set in Deutenhausen am 31. Juli, mit Interviews mit Mišel Matičević, Martina Gedeck und Brigitte Hobmeier in "Abendschau" im Bayerischen Fernsehen, am 6.8.2019, 18:00 Uhr, 4 Min. Video
– Regisseur Hannu Salonen: Empire Oktoberfest looking into the abyss. Five remaining shooting days. Today Klaus Steinbacher alias Roman got “done”. Looking forward to finalize the 1st Season! Foto auf Instagram, 7.8.19
– Klaus Steinbacher: klappe zu kladde zu abgedreht. 2 Fotos (auch mit Mercedes Müller und Michael Kranz) auf Instagram, 7.8.2019

Die neue Serie "Oktoberfest - 1900" zeigt das Volksfest von einer ganz anderen Seite
Gerade sind am "Drachenfels" in der Nähe von Bonn die Dreharbeiten zur Eventserie "Oktoberfest - 1900" zu Ende gegangen. "Das Thema ist ungeheuer spannend, da das Oktoberfest mal von einer ganz anderen Seite her betrachtet wird", sagte Schauspielerin Martina Gedeck der Deutschen Presse-Agentur. In dem Sechsteiler, der die Entstehung des weltbekannten Volksfests um 1900 erzählt, spielt sie eine der Hauptrollen: "Eine weibliche Hiobsfigur, die alles verliert und sich gegen ihr Schicksal aufbäumt." [...]
"Oktoberfest" entstand in 66 Drehtagen an Locations in Deutschland und Tschechien. [...] Die über zehn Millionen Euro teure Produktion wird voraussichtlich Ende nächsten Jahres bei der ARD zu sehen sein. Sowohl Martina Gedeck als auch Produzent Michael Souvignier betonen die Aktualität des Stoffs: Schließlich gehe es um turbokapitalistische Marktmechanismen und den Widerstand dagegen.
Vollständiger Artikel u.a. in Stern, Focus, 10.8.2019

Regisseur Hannu Salonen: Empire Oktoberfest - one more day to go! You might think we ran out of actors. That’s a misunderstanding. They are still there. But this scene is about one man building the DREAM. Instagram, 12./13.8.19

Dreharbeiten zu „Oktoberfest – 1900“ beendet
Nach Dreharbeiten in Prag und Bayern wurde in Nordrhein-Westfalen „Oktoberfest - 1900“ (AT) abgedreht. Die von der Filmstiftung geförderte sechsteilige historische Serie unter der Regie von Hannu Salonen wurde von der Kölner Zeitsprung Pictures mit u.a. Mišel Matičević, Martina Gedeck, Brigitte Hobmaier und Maximilian Brückner produziert. In NRW wurde u.a. auf der Drachenburg gedreht.

v.l. Regisseur Hannu Salonen, Mišel Matičević, Michael Kranz, Irina Wanka, Produzent Till Derenbach, Sigrid Strohmann (Film- und Medienstiftung NRW) und Produzent Michael Souvignier am Set von „Oktoberfest - 1900“ auf der Drachenburg
© Zeitsprung Pictures
Zum Inhalt: Das Oktoberfest ist eine weltweit bekannte und beliebte Institution. Doch kaum einer weiß etwas über seine Anfänge. Das wollen wir ändern: anhand unseres Protagonisten Georg Prank erleben wir, wie ein Auswärtiger aus Nürnberg erbittert um ein Zelt und die nötige Schanklizenz auf dem Münchener Oktoberfest kämpft. Als Zuschauer werfen wir hier nicht nur einen spannenden Blick in die Zeit um 1898, sondern auch hinter die Kulissen des bekannten Festes, wo auch vor Mord nicht Halt gemacht wird!
Regisseur Hannu Salonen drehte nach den Büchern von Ronny Schalk und Christian Limmer, die auf eine Idee von Alexis von Wittgenstein zurückgehen. Vor der Kamera von Felix Cramer stehen Mišel Matičević, Martina Gedeck, Francis Fulton-Smith Klaus Steinbacher, Mercedes Müller, Brigitte Hobmeier, Maximilian Brückner, Markus Krojer und Martin Feifel.
Im kommenden Jahr werden Doppelfolgen im Ersten ausgestrahlt. Zeitsprung Pictures produziert in Zusammenarbeit mit Violet Pictures und in Ko-Produktion mit BR, ARD Degeto, WDR und MDR. Gefördert wird die Serie der Film- und Medienstiftung NRW, dem FFF Bayern sowie dem German Motion Picture Fund.
Quelle: Film und Medien Stiftung NRW, 28.8.2019


Betafilm wird die Serie auf den MIPCOM Markets - The World's Entertainment Content Market, 14-17 October 2019, Palais des Festivals, Cannes, Frankreich internationalen Käufern präsentieren.
Ein Trailer wurde dafür auch angekündigt, aber hier ist erstmal der Werbeprospekt:

Empire Oktoberfest
1900. Munich's Oktoberfest. A traditional annual celebration of the long-since-faded Bavarian royalty. After already running for nearly a century, it is a major source of income – especially for the city's brewery bosses. Many are reliant on the profits made from selling beer at the Oktoberfest, as is the small family brewery headed by Ignaz and Maria Hoflinger (Francis Fulton-Smith and Martina Gedeck). When Curt Prank (Mišel Maticevic), a new player, comes to town, his ruthless acquisition methods upset the balance of power. Resisting his shadowy buy-out, Maria soon pays a bloody price for sticking to her guns. The thirst for revenge leads to a devastating and vicious war breaking out among Munich's beer mafia, revealing the ugly face that lurks behind the festive façade of the Oktoberfest. Yet in the chaos, a forbidden love between Maria's elder son Roman (Klaus Steinbacher) and Curt's beautiful daughter Clara (Mercedes Müller) is blossoming…
Quelle


Clara Prank (Mercedes Müller) und ihr Vater Curt (Mišel Maticevic) begrüssen Elise Brockmann (Irina Wanka), im Hintergrund Colina Kandl (Brigitte Hobmeier)

Interview mit Prop Master Johannes Wild
FTA: „Oktoberfest 1900“ haben Sie als Prop Master betreut. Wie war der Ablauf?
Johannes Wild: Alles beginnt mit dem Lesen des Drehbuchs. Und das oft und genau. Das Drehbuch ist sozusagen das „Gesetz“. Bei historischen Produktionen wie „Oktoberfest 1900“ um die Jahrhundertwende gehört zur Vorbereitung, wie bei Szenenbild und Set Decoration, das Einarbeiten in die jeweilige Epoche und das Auffrischen der Stilkunde. Dann geht es an die Kleinigkeiten, das „zwischen den Zeilen“ lesen und das Erfassen von Zusammenhängen, die sich vielleicht erst zwanzig Szenen später ergeben. Im Moment wo etwas Bedeutung erhält, auch im Hintergrund, bei Schauspielern und Komparsen gleichermaßen, ist es mein Ding. So fällt bei „Oktoberfest 1900“ in einem Bild auf dem Festplatz eine Menge in meinen Aufgabenbereich: Besucher die Eis essen, eine Maß trinken, am Schießstand mit Gewehren ihr Können testen oder Dosen werfen. In der Vorbereitung muss jedes Detail bis zu jedem einzelnen bedeutungsvollen Knopf bedacht werden, es muss klar sein was gebraucht wird und wie es zu kalkulieren ist. Danach kann man arbeiten. Fatal ist die Methode „trial and error“. Unterm Strich ist das für die Produktion sehr teuer und für alle Beteiligten mühsam.
Mit einigem Vorlauf werden die Key Props vorbereitet. Bei „Oktoberfest 1900“ war das unter anderem die Zunftlade der Bierbrauer, in welcher das bayerische Reinheitsgebot verwahrt wird. Das Original steht im Museum. Also geht es ans fotografieren, abmessen, Entwurf zeichnen, technische Anforderungen klären und eine Kalkulation für die Anfertigung erstellen. Wichtig sind zwei Punkte: Der Szenenbildner ist für die Optik der Spielrequisiten verantwortlich, das heißt es muss in sein Konzept passen. Zum anderen in mein Budget.
FTA: Auch wenn alles besprochen und die Szene aufgelöst ist, spontane Änderungen am Drehtag gibt es. Bereiten Sie abweichende Lösungen vor?
Johannes Wild: Ein Film entsteht am Set. Änderungen gehören zum Prozess und Ziel ist ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann. Die Lösung? Die beste Lösung ist die, dass man vorbereitet ist.
FTA: Wo ziehen Sie die Grenze zwischen guter Ausstattung und Budget-Kompromiss?
Johannes Wild: Bleiben wir bei der Zunftlade: Drei Hände sollen nacheinander jeweils einen Schlüssel in das jeweilige Schloss stecken und drehen, woraufhin sich die Truhe mit dem Reinheitsgebot öffnet. Es gibt die Lade im Original als Vorbild. Damit alles wie beschrieben funktioniert, fertigt man eine Truhe nach dem Vorbild an, das ja im Museum unerreichbar ist.
Der Kompromiss ist folgender: Es lässt sich eine schöne alte Truhe finden, unter Umständen kann man sie etwas modifizieren, wobei man höchstwahrscheinlich bei den drei funktionierenden Schlössern schon Abstriche machen muss und behaupten es sei diese Zunftlade. Es ist aber nicht diese Lade und das Bild kann in dieser Form nicht realisiert werden.
FTA: Muss man einen gewissen Anspruch durchsetzen?
Johannes Wild: Mein Anspruch ist: Ich mache es perfekt. Ich stelle etwas bereit, womit man arbeiten kann. Bei einem Schriftinsert wie hier um 1900 muss alles stimmen: Das Papier, die Farbe, die Tinte, die Feder und schließlich auch der Text. Um historische Genauigkeit führt kein Weg herum, vor der Erfindung und Verbreitung des Feuerzeugs, gab es kein Feuerzeug.
Und natürlich ist das nicht das Einzige, das zu bedenken ist. Braucht man ein historisches Fahrrad als Spielrequisit darf es beispielsweise kein Unikat sein zu dem es keine Ersatzteile mehr gibt. Wenn es angedreht ist und etwas kaputt geht, muss man sich mit einem von vorneherein vermeidbarem Problem auf Zeitkosten aller auseinandersetzen. Mein Anspruch ist dafür zu sorgen, dass alles funktioniert und Unwägbarkeiten, wie sie bei einem Dreh mit Tieren oder alten Autos immer auftreten können, möglichst gering zu halten. Das heißt auch die Manpower vor Ort zu haben.
Letztlich muss meine Arbeit nicht nur gut aussehen, sondern auch etwas können. Bei Anfertigungen muss der Schauspieler damit spielen können. Wenn man da schon anfängt einzuschränken – bitte nicht in diese Achse drehen, den Schlüssel bitte nur in einem gewissen Winkel nutzen, da sonst die Mechanik nicht mehr funktioniert oder bitte nicht runterfallen lassen, das gibt es nur einmal – das muss schief gehen. Im Endeffekt hat man nicht geliefert. Zusammengefasst möchte ich dazu beitragen, dass eine Produktion läuft, die Schauspieler sich wohl fühlen, der Regisseur arbeiten und inszenieren kann und dazu ein schönes Handwerk abliefern.
FTA: Ein Riesenzelt für 6000 Personen und die Erschaffung einer kompletten Brauerei waren Mammutprojekte für die Ausstattung. Was war für Sie als Prop Master besonders intensiv in der Vorbereitung?
Johannes Wild: Ohne vorab schon zu viel verraten zu wollen - das war absolut das Bereitstellen einer funktionierenden Dampfmaschine mit der Technik und dem Look des 19. Jahrhunderts. Besonders intensiv war die Vorbereitung durch eine enge Abstimmung mit den Bereichen Stunts (Personenbeteiligung) und Special Effects (Action!). Dazu gehört eine gemeinsame Probe, die auf Video festgehalten wird und bei der alle Möglichkeiten und Erfordernisse gemeinsam erarbeitet und eintretende Eventualitäten bedacht werden. Dann machen sich alle an die Feinarbeit damit das Zusammenspiel am Drehtag einwandfrei funktioniert. In meiner Position habe ich den Umgang mit dem Gerät und den technischen Zustand geklärt, die Vorlaufzeit eingegrenzt bis die Maschine heiß und einsatzbereit ist, den Transport mit Zeit und Kosten kalkuliert und so weiter. Funktion ist aber nur das Eine. Wie gesagt muss es etwas können UND gut aussehen, denn natürlich geht es bei uns auch um die Optik. Die Dampfmaschine war perfekt instandgehalten. Die gesamte Szene sollte eher schmuddelig sein. Mit viel Feingefühl spricht man die reversible Umgestaltung mit dem Eigentümer ab und zieht einen Patineur seines Vertrauens heran um die Maschine dem Fabrikstandort und den auf Dauer ausgestoßenen Rußpartikeln entsprechend zu gestalten. Vorbereitung und Rückbau kosten auch hier wieder Zeit und Budget, was beides einzuplanen ist. Als Prop Master investiert man viel Zeit in diese Sachen.
FTA: Was bedeutet der Fundus für Sie als Prop Master und für das Department?
Johannes Wild: Die FTA ist ein magischer Ort, weil man oft Schätze entdeckt, die man gar nicht vermuten würde. Immer wieder findet man in den untersten Regalen und hintersten Ecken einmalige Dinge. Das weckt den Jagdinstinkt. Und bereitet Freude. Der Fundus ist die Basis für die Ausstattung. Als Prop Master habe ich vorwiegend mit technischen Anfertigungen und Verbrauchsrequisiten zu tun, wenn zum Beispiel etwas zerstört werden soll in mehrfacher Ausführung. Tatsächlich war ich aber bisher für jede Produktion im Fundus.
Komplettes Interview: Film- und Theaterausstattung (FTA), 12.11.2019

Maximilian Brückner: "Empire Oktoberfest ist ein bisschen 'Peaky Blinders'-mässig. Ich spiele einen Brauerei-Mächtigen, ein ganz eiskaltes Schwein. Ein Manager oder CEO. Ich habe ihn ein bisschen androgyn angelegt; er bewegt sich wie eine Schlange. Ich hatte nur 8 Drehtage, aber es war eine großartige Nebenrolle." Quelle: Glotz und Gloria - Der COSMO Serien-Podcast, 15.11.2019



Clara Prank (Mercedes Müller) und der ihr von ihrem Vater als Ehemann zugedachte Anatol Stifter, Vorstandsvorsitzender der Capital Bräu AG (Maximilian Brückner)
Foto: BR/ARD Degeto/MDR/WDR/Zeitsprung Pictures GmbH/Dusan Martincek


Zukunft der ARD - Auch digital das Erste?
Prestige-Serien wie "Oktoberfest 1900" sind zuerst online zu sehen: Die ARD will "größtes frei zugängliches Streamingangebot" sein.
[...] Einen 44-prozentigen Anteil von Informationsprogrammen, hohe Glaubwürdigkeit laut einer WDR-Studie und eine "verdammte Verantwortung für den Geisteszustand dieser Republik" bescheinigte ARD-Programmdirektor Volker Herres seinem Sender bei der Vorstellung des Jahresprogramms 2020 in Hamburg. Neben der erprobten Methode, "die emotionale Kraft des Fiktionalen in Kombination mit Dokus oder Talk einzusetzen", kündigte Herres an, die ARD werde künftig "mehr und mehr Sendungen vorab online stellen". [...] Im fiktionalen Bereich wurden vier zeitgeschichtliche Stoffe vorgestellt, die unter dem Label "Große Geschichte(n) im Ersten" laufen und allesamt in der Mediathek Premiere feiern sollen: Der Dreiteiler "Unsere wunderbaren Jahre" (Regie: Elmar Fischer) erzählt nach dem Roman von Peter Prange eine Familiengeschichte im Nachkriegsdeutschland, "Das Geheimnis des Totenwaldes" behandelt in ebenfalls drei Teilen einen über 30 Jahre ungelösten Kriminalfall. Der Zweiteiler "Der Überläufer" nach Siegfried Lenz wurde von Florian Gallenberger adaptiert; der Sechsteiler "Oktoberfest 1900" (u. a. mit Martina Gedeck, Maximilian Brückner, Misel Maticevic) handelt vom Kampf zweier Brauerei-Clans im München des Jahres 1900. [...] Quelle: Peter Luley, Spiegel online, 3.12.2019

Fotos vom BR Filmbrunch im Literaturhaus München am 17. Januar 2020

Regisseur Hannu Salonen: Today was the last day of the main mixing of Oktoberfest 1900 - Beer & Blood. Instagram, 19.4.2020

Zuerst online, dann im TV: Das Erste zeigt Event-Serie "Oktoberfest 1900" im September 2020
Im September kämpfen im Ersten zwei Bierdynastien im Jahr 1900 um die Vormachtstellung beim Oktoberfest. Der Sender wird dann an drei Tagen die Event-Serie "Oktoberfest 1900" zeigen, zuvor gibt es die Folgen schon in der Mediathek zu sehen.
Schon vor etwas mehr als zwei Jahren ist bekannt geworden, dass die ARD gemeinsam mit Zeitsprung Pictures und Violet Pictures an einer historischen Event-Serie über das Oktoberfest arbeitet. Im vergangenen Jahr sind die Dreharbeiten gestartet und nun hat man angekündigt, wann die sechs produzierten Folgen zu sehen sein werden. Alle Episoden sind am 8. September ab 20:15 Uhr online first in der Mediathek zu sehen und stehen dort bis Ende des Jahres zum Abruf bereit. Die lineare TV-Ausstrahlung folgt einige Tage später. Das Erste zeigt die sechsteilige Event-Serie am 15. und 16. September sowie am 23. September jeweils um 20:15 Uhr. Im Anschluss an die ersten beiden Episoden beleuchtet die 30-minütige Dokumentation "München 1900" am 15. September um 21:45 Uhr die historischen Hintergründe der Serie.
"Oktoberfest 1900" spielt in München im Jahr 1900. Der Nürnberger Großbrauer und Gastronom Curt Prank (Mišel Matičević) plant, fünf aneinander liegende Budenplätze auf dem Oktoberfest zu übernehmen. Was er nicht mit Geld kaufen kann, wird mit Erpressung und Bestechung beschafft. Denn er hat ein größenwahnsinniges Ziel: eine Bierburg für 6000 Gäste auf dem Oktoberfest zu errichten. Sein vermessener Plan drängt die kleinen Münchner Traditionsbrauereien, wie das Deibel Bräu der Hoflingers (Francis Fulton-Smith, Martina Gedeck), an den Rand der Existenz. Doch die unerwartete Liebe zwischen Curt Pranks Tochter Clara (Mercedes Müller) und dem Hoflinger Sohn Roman (Klaus Steinbacher) gefährdet seine Machenschaften. Es beginnt ein brutaler Überlebenskampf unter anderem mit Pranks schärfstem Konkurrenten und Gegenspieler Anatol Stifter (Maximilian Brückner), an dessen Ende alle Seiten schmerzhafte Opfer bringen müssen, der aber auch neue, hart erstrittene Chancen bietet, etwa für die "Biermadl" wie Colina Kandl (Brigitte Hobmeier).
Die Event-Serie ist eine Produktion von Zeitsprung Pictures in Zusammenarbeit mit Violet Pictures, in Koproduktion mit dem BR (federführend), der ARD Degeto, dem MDR und WDR für die ARD. Regie führt Hannu Salonen nach einer Idee von Alexis von Wittgenstein und den Drehbüchern von Ronny Schalk und Christian Limmer. Die Kamera verantwortet Felix Cramer. Gefördert wurde die Serie vom FFF Bayern, der Film- und Medienstiftung NRW und dem German Motion Picture Fund. Insgesamt kamen so mehr als 1,5 Millionen Euro zusammen.
Quelle: Timo Niemeier, DWDL.de, 16.7.20

"Oktoberfest - 1900": Ausstrahlungstermine für historische Miniserie stehen fest
Das Oktoberfest fällt in diesem Jahr Corona-bedingt aus. Da kommt es ganz gelegen, dass die ARD in jenem Zeitraum als Ersatz die bereits vor mehr als zwei Jahren angekündigte historische Miniserie über den erbitterten Kampf zweier Brauerei-Clans zeigt. Die genauen Ausstrahlungstermine von liegen jetzt vor: Das Erste zeigt die sechsteilige Event-Serie an drei Abenden in Doppelfolgen: am 15., 16. und 23. September jeweils ab 20:15 Uhr - Im Anschluss an die ersten beiden Episoden wird um 21:45 Uhr die 30-minütige Dokumentation "München 1900" gezeigt. Wer nicht so lange warten möchte, kann auch auf die ARD Mediathek zurückgreifen, wo die komplette Serie ab dem 8. September um 20:15 Uhr zur Verfügung steht.
Die Serie spielt im Jahr 1900 - einer Zeit, in der die wahre Macht in München von den größten Arbeitgebern der Stadt ausgeht, den Brauereien. Und von den in ihrer Gunst stehenden Wirte-Clans, die die begehrten Schanklizenzen für die Bierbuden auf dem Oktoberfest innehaben. Die Serie erzählt vom Konflikt der Generationen, der von verletzter Ehre, Intrigen und Standesdünkel getragen wird, und der zugleich Licht in die Schattenwelt der Brauereien und Wirtshäuser bringt - wo im Verschwiegenen die wirklich Mächtigen der Stadt ihre Geschäfte machen. Der Mehrteiler erzählt einen modernen Mythos über schicksalhafte Liebe und den unaufhaltsamen Aufstieg des Kapitalismus.
Curt Prank (Mišel Matičević), ein Großbrauer aus Franken, setzt sich in den Kopf, auf das Oktoberfest zu expandieren. Dadurch geraten die Machtverhältnisse in der Stadt ins Wanken. Denn als "Auswärtiger" darf Prank keine Schanklizenz auf dem Oktoberfest erwerben, geschweige denn sein fränkisches Bier ausschenken. Doch mittels Bestechung und Erpressung ergaunert sich Prank fünf aneinanderliegende, damals noch maximal 300 Gäste fassende Wirts-Parzellen auf dem Oktoberfest, um darauf ein größenwahnsinniges Riesen-Zelt für 6.000 Gäste zu errichten. Dieser vermessene Plan drängt Münchner Traditionsbrauereien wie das Deibel Bräu der Familie Hoflinger (Francis Fulton-Smith, Martina Gedeck, Klaus Steinbacher, Markus Krojer) an den Rand der Existenz. Die unerwartete Liebe zwischen Curt Pranks Tochter Clara (Mercedes Mülle) und dem Hoflinger-Sohn Roman (Klaus Steinbacher) gefährdet jedoch seine Machenschaften. Ein brutaler Überlebenskampf beginnt, unter anderem mit Pranks schärfstem Konkurrenten und Gegenspieler Anatol Stifter (Maximilian Brückner), an dessen Ende alle Seiten schmerzhafte Opfer bringen müssen, der aber auch neue, hart erstrittene Chancen bietet, etwa für die "Biermadl" wie Colina Kandl (Brigitte Hobmeier). "Eine Serie im bis heute machtbesessenen Milieu der Münchner Brauereien im Jahr 1900 zu kreieren, hat einen großen erzählerischen Reiz auf uns Produzenten ausgeübt. Ein faszinierendes Setting, das wir so noch in keiner modernen Serie gesehen haben, und dessen Derbheit und Düsternis im Kontrast zur Lebensfreude der weltberühmten Schwabinger Bohème mit Künstlern wie Kandinsky und Thomas Mann eine großartige, spannende Bühne für ein Familienepos Shakespeare'schen Ausmaßes bietet", so das Produzententrio Michael Souvignier, Till Derenbach und Alexis von Wittgenstein. Zum namhaften Schauspielensemble zählen außerdem noch Martin Feifel, Michael Kranz, Vladimir Burlakov, Eisi Gulp, Petra Berndt und Michael A. Grimm.
Regie führte Hannu Salonen nach einer Idee von Alexis von Wittgenstein und den Drehbüchern von Ronny Schalk und Christian Limmer. Gedreht wurde in Tschechien, Bayern und NRW. "Oktoberfest - 1900" ist eine Produktion von Zeitsprung Pictures und Violet Pictures in Ko-Produktion mit BR, ARD Degeto, WDR und MDR für Das Erste.
Quelle: Glenn Riedmeier, wunschliste.de, 16.7.20



Oktoberfest-Einzug Dreh in Prag, 7.8.2019. Foto: Alexis von Wittgenstein


Episodenübersicht:
1. Die Vision
Der Nürnberger Großbrauer und Gastronom Curt Prank (Misel Maticevic) plant, mit Hilfe des Handlangers Alfred Glogauer (Martin Feifel) und des Münchner Stadtrats Alfons Urban (Michael Kranz) fünf Budenplätze auf dem Oktoberfest zu ergaunern. Er will eine „Bierburg“ für 6.000 Gäste errichten - 20 Mal so groß wie die üblichen Bierbuden auf dem Oktoberfest. Und das als Auswärtiger! Ein Affront gegen die Münchner Brauergilde. Nur einer weigert sich, seinen Budenplatz zu verkaufen: Ignaz Hoflinger (Francis Fulton-Smith), Inhaber der kleinen traditionsbewussten Deibel Brauerei, der mit seiner Frau Maria (Martina Gedeck) und den beiden Söhnen Roman (Klaus Steinbacher) und Ludwig (Markus Krojer) auch das Wirtshaus „Zum Oiden Deibel“ betreibt. Ein paar Wochen später reist Pranks Tochter Clara (Mercedes Müller) voller Erwartung auf die pulsierende Großstadt München mit der Kutsche aus Nürnberg an. Umso enttäuschter ist sie, als sie sich in der Obhut von Colina Kandl (Brigitte Hobmeier), ihrer neuen Anstandsdame, wiederfindet. Doch Clara ahnt sofort, dass Colina keine echte Gouvernante ist. Tatsächlich arbeitete sie bisher als Biermadl und hat, um an die gut bezahlte Stelle zu kommen, ihre Referenzen gefälscht. Als Clara herausfindet, dass Colina auf ein Fest gehen will, droht sie, Colina auffliegen zu lassen, wenn sie sie nicht mitnimmt. Auf dem Fest lernt Clara, die sich als Stubenmädchen ausgibt, Ignaz‘ Sohn Roman Hoflinger kennen und beginnt einen provokanten Flirt, der leidenschaftlich endet. Zum Entsetzen von Colina, die darauf achten sollte, dass Clara den richtigen Umgang pflegt. Dieser ist in Pranks Augen der Vorstandsvorsitzende der Capital Bräu AG, Anatol Stifter (Maximilian Brückner), den Clara bereits auf einem Empfang zu ihren Ehren in der Prankschen Villa kennengelernt hat. Unterdessen unternimmt Glogauer im Auftrag von Prank erneut einen vergeblichen Versuch, Ignaz Hoflinger vom Verkauf seines Budenplatzes zu überzeugen. Während Roman und Clara miteinander schlafen, greift Glogauers Rottweiler Ignaz an und bezwingt ihn mit einem alles verändernden Biss.


Foto: BR/ARD Degeto/MDR/WDR/Zeitsprung Pictures GmbH/Felix Cramer

2. Die Zeichen der Zeit
Als Roman am Morgen nach der leidenschaftlichen Nacht zu Hause ankommt, findet er seine Mutter Maria und seinen Bruder Ludwig völlig verstört in der Brauerei vor. Sein Vater ist tot. Inspektor Eder (Eisi Gulp) von der Gendarmerie hat Ignaz‘ Kopf bei einem an der Isar kampierenden Stamm von Samoanern vorgefunden, die im Rahmen einer Völkerschau auf dem Oktoberfest als „Kannibalen“ präsentiert werden sollen. Der Mord an Ignaz Hoflinger war für Prank notwendig, allerdings ist er über das Aufsehen, das Ignaz‘ Tod erregt, nicht begeistert. Aber er hat bereits zu viel Geld in die Konstruktion seines Riesenbierzelts investiert. Um den Schein zu wahren, taucht er mit seiner Tochter Clara bei Ignaz‘ Leichenschmaus auf. Dort wird Anatol Stifters Interesse an Clara ein zweites Mal geweckt. Beim Kondolieren ist Roman ziemlich überrascht, dass er sich erneut der attraktiven jungen Frau gegenübersieht, die er vor kurzem noch als „Bedienstete“ kennengelernt hat, wieder fühlen sich beide sehr zueinander hingezogen. Währenddessen begreift Maria Hoflinger, dass der Wiesn-Budenplatz, an dem ihre Existenz hängt, auf ihren Mann Ignaz ausgestellt war. Das bedeutet, dass der Platz nun unter den Münchner Wirten neu versteigert werden muss. Maria setzt ihre letzten Geldreserven bei der Auktion ein, um den Platz zu behalten. Doch wieder einmal gewinnt Prank. Dieser erpresst Stadtrat Urban und die Bordell-Besitzerin Gerdi (Petra Berndt), damit Maria überboten wird. Nun hat Prank endlich alle fünf Budenplätze, um den Grundstein seiner gigantischen Bierburg legen zu können. Die Hoflingers stehen vor ihrem geschäftlichen Ruin, und Maria ahnt langsam, wer wirklich hinter dem Mord an ihrem Mann stecken könnte. In der Zwischenzeit freundet sich Ludwig mit dem Künstler Fierment (Vladimir Burlakov) an. Dieser führt Ludwig in die Welt der Schwabinger Bohème ein. Fierment ermuntert Ludwig, der lieber Künstler als Wirt sein will, weiterhin zu zeichnen. Ludwig will nun beides mit einer neuen Geschäftsidee verbinden. Auch gegen den Willen seiner Mutter. Clara kämpft unterdessen mit den Folgen ihrer leidenschaftlichen Nacht.

Ludwig (Markus Krojer) und Roman Hoflinger (Klaus Steinbacher) beim Leichenschmaus zur Beerdigung ihres Vaters Ignaz im Wirtshaus "Zum Oiden Deibel"


Maria Hoflinger (Martina Gedeck) mit Curt Prank (Mišel Matičević) und Anatol Stifter (Maximilian Brückner) beim Leichenschmaus zur Beerdigung ihres Ehemanns Ignaz in ihrem Wirtshaus "Zum Oiden Deibel"


Die Bordellbesitzerin Gerdi (Petra Berndt) ersteigert den frei gewordenen Oktoberfestbudenplatz der Hoflingers im Münchner Rathaus
Fotos: BR/ARD Degeto/MDR/WDR/Zeitsprung Pictures GmbH/Stephan Pick

3. Liebe und Kapital
Um den größenwahnsinnigen Bierburg-Plänen des „zuagroasten“ Prank Einhalt zu gebieten, bewirkt Stifter mit dem Mandat des Münchner Bierkartells beim Magistrat, dass ab sofort nur noch Münchner Bier auf dem Oktoberfest ausgeschenkt werden darf. Das bringt Prank in Zugzwang. Bei einer Unterredung mit Stifter lässt dieser durchblicken, dass er bereit sei, Prank mit Bier aus seiner Münchner Capital Brauerei zu versorgen - wenn Prank ihm seine Tochter Clara zur Frau gibt. In der Villa Prank erkennt Colina mit Entsetzen, dass Clara schwanger ist. Als Clara Roman von ihrer Schwangerschaft erzählt, reagiert dieser ablehnend und überfordert. Clara ist verzweifelt und erfährt zu allem Überfluss auch noch von Pranks Absichten, sie mit Anatol Stifter zu verheiraten. Ihr bleibt nur die Flucht nach vorn, und sie gesteht ihrem Vater die Schwangerschaft. Prank, außer sich vor Wut, befördert die ihren Pflichten als Anstandsdame nicht nachgekommene Colina Kandl an die Luft und stellt Clara zur Rede. Diese willigt, dem Vater zuliebe und um ihre Ehre zu wahren, desillusioniert in die Ehe mit Stifter ein. Weil Ludwig spürt, dass Roman Clara liebt, redet er seinem Bruder ins Gewissen, als Vater zu seinem Kind zu stehen. Maria hört das Gespräch mit. Da sie Prank hinter der Ermordung ihres Mannes Ignaz vermutet, gibt sie die Information über Claras Schwangerschaft an die Presse weiter. Als die Wahrheit über Stifters schwangere Braut das Titelblatt ziert, ist Prank gedemütigt. Nun ist die Engelmacherin die einzige Möglichkeit, Claras Entehrung zu verhindern, Pranks Bierengpass zu überbrücken und die Hochzeit mit Stifter noch zu retten. Clara flieht jedoch in letzter Sekunde in die ungewisse Nacht Münchens. Als Roman am nächsten Morgen in der Villa Prank auftaucht, um Clara um Verzeihung zu bitten und ihr einen Antrag zu machen, lässt ihn Prank seine Wut spüren.

Der Vorstandsvorsitzende der Capital Bräu AG, Anatol Stifter (Maximilian Brückner), erläutert dem Münchner Braukartell seine Strategie Prank zu kontrollieren


Stadtrat Urban (Michael Kranz) und Curt Prank (Mišel Matičević)

Fotos: BR/ARD Degeto/MDR/WDR/Zeitsprung Pictures GmbH/Stephan Pick
4. Anstich
Das Oktoberfest beginnt, und Prank steht massiv unter Druck: Der Vorrat an Münchner Bier schwindet, weil Stifter ihn wegen der geplatzten Hochzeit mit Clara nicht länger unterstützt. Er will versuchen, eine andere Bierquelle unter den Großbrauern des Kartells aufzutun. Zudem beauftragt er seinen Handlanger Glogauer herauszufinden, wo er die Hoflingers am empfindlichsten treffen kann. Er will Rache! Nach Pranks Angriff wacht Roman im Krankenhaus auf. Sofort konfrontiert er seinen Bruder Ludwig mit dem Vorwurf, Claras Schwangerschaft an die Zeitschrift „Simplicissimus“ verraten zu haben. Er bricht mit Ludwig und seiner Mutter Maria und begibt sich auf die Suche nach Clara, die inzwischen Unterschlupf bei ihrer ehemaligen Gouvernante Colina gefunden hat. Glogauer findet heraus, dass Ludwig sich Hals über Kopf in Fierment verliebt hat. Er nutzt diese Erkenntnis und setzt Fierment unter Gewaltandrohung dermaßen unter Druck, dass dieser einwilligt, Ludwig in eine Falle zu locken. Quälende Zahnschmerzen und der psychische Druck auf Prank sind mittlerweile so stark, dass dieser in seiner Bierburg zusammenbricht. Im Delirium erscheint ihm seine verstorbene Frau. Sie redet ihm ins Gewissen, um Frieden zu schließen und um Clara nicht ganz zu verlieren. Als hätte sich dadurch etwas gelöst, gibt er seine Rachepläne gegen die Hoflingers auf. Um den Biernachschub zu sichern, greift er nun zu einem Trick. Prank kauft mit Hilfe von Urban die kleine, bankrotte Münchner Hasenberger Brauerei und lässt sein eigenes Nürnberger Bier als Hasenberger Bier umetikettieren. Nach langem Suchen findet Roman Clara über Colina, die mittlerweile in der Lochner-Wiesn-Bude singt und arbeitet. Die schwangere Clara nimmt Romans Entschuldigung an, und sie beschließen, die Stadt zu verlassen. Unterdessen hat Fierment Ludwig zu einem sinnlichen Fest in sein Schwabinger Atelier gelockt. Als es zum Sex zwischen den beiden kommt, filmt Glogauer die Szenerie durch ein Loch in der Wand.



Fotos: BR/ARD Degeto/MDR/WDR/Zeitsprung Pictures GmbH/Dusan Martincek
5. Aufbruch in ein neues Jahrhundert
Beflügelt von einer spirituellen Begegnung mit seiner verstorbenen Frau und deren Ermahnungen, lässt Prank den Hoflingers über Stadtrat Urban einen neuen Wiesn-Platz zukommen. Er besteht darauf, dass die Hoflingers nicht erfahren, wem sie diesen zu verdanken haben. Maria und Ludwig Hoflinger können ihr Glück kaum fassen und eröffnen nun ihre neue Wiesn-Bude. Außerdem lässt Prank Glogauer wissen, dass er nichts mehr gegen die Hoflingers unternehmen soll. Nun muss Glogauer einen neuen Käufer für das brisante Filmmaterial suchen. Somit wechselt er die Seiten, ausgerechnet zu Anatol Stifter. Währenddessen findet Colinas Ehemann Rupprecht (Michael A. Grimm), der ihren Sohn Maxi (Josef Staber) im Schlepptau hat, sie auf der Wiesn in der Lochner-Bude. Sie hatte Maxi vor dem gewalttätigen Trinker Rupp bei Freunden in Sicherheit gebracht und ihm monatlich Geld aus München geschickt, damit er in die Schule gehen kann. Nun ist Rupp wieder da und fordert von Colina ihr hart erarbeitetes Geld und das Eheversprechen ein. Glogauer schmuggelt das brisante Filmmaterial von Ludwigs Abenteuer mit Fierment in das Oktoberfestzelt mit dem Cinematographen; dem gesamten Publikum werden die intimen Bilder vorgeführt. Was für eine Schande für die Familie Hoflinger! Ludwig flüchtet vor den Gendarmen zu Fierment, doch als er dessen Verrat erkennt, stürzt er sich aus dem Fenster des Ateliers in den Tod. Die Nachricht erreicht Roman und Clara auf dem Land. Beim Begräbnis treffen die beiden auf die hasserfüllte Maria. Sogar Ludwigs Tod kann Roman und Maria nicht wieder versöhnen. Mittlerweile hat Stifter den Stadtrat Urban mit dem Versprechen, ihn zum Bürgermeister zu machen, auch auf seine Seite gezogen. Pranks Münchner Hasenberger Brauerei wird daraufhin von Urban einer Razzia unterzogen. Sein Etikettenschwindel fliegt auf, und seine Bierburg auf dem Oktoberfest wird geschlossen. Als Prank verbittert und einsam in seiner Villa sitzt, erscheint Maria wie von Sinnen und zu allem entschlossen mit einem Messer in der Hand. Sie fordert Rache für das Leid ihrer Familie.

Rupprecht Kandl (Michael A. Grimm), der Lochner-Wirt (Ferdinand Dörfler), Colina Kandl und ihr Sohn Maxi (Josef Staber)
Foto: BR/ARD Degeto/MDR/WDR/Zeitsprung Pictures GmbH/Felix Cramer


Anatol Stifter (Maximilian Brückner) besticht Stadtrat Urban (Michael Kranz), im kommenden Jahr allen Großbrauereien eine Bierburg zuzugestehen. Foto: BR/ARD Degeto/MDR/WDR/Zeitsprung Pictures GmbH/Julie Vrabelová


Maria Hoflinger (Martina Gedeck versucht Curt Prank (Mišel Matičević) in seiner Villa zu ermorden und sich damit für den Tod ihres Mannes Ignaz und ihres Sohnes Ludwig zu rächen

Fotos: BR/ARD Degeto/MDR/WDR/Zeitsprung Pictures GmbH/Dusan Martincek


Die 'Kannibalen' aus Samoa sind Teil der Völkerschau
6. Das Jüngste Gericht
Das Bierkartell hat sichergestellt, dass im nächsten Jahr nur noch die sieben größten Münchner Brauereien eine Lizenz für eine Bierburg auf dem Oktoberfest erhalten. Sowohl Prank als auch die Hoflingers werden daran keinen Anteil haben. Prank ist nicht aus München, seine Münchner Hasenberger Brauerei wurde geschlossen. Und das Deibel Bräu hat nicht die Kapazitäten, um genügend Bier für ein großes Bierzelt zu brauen. Maria, die sich nach dem Mordversuch an Prank in der Psychiatrie aufhält, verweigert Roman die Entscheidungsgewalt über die Geschäfte der Familienbrauerei. Letzten Endes ist es Clara, die pragmatisch handelt. Die einzige Chance, die sie haben, ist es, sich mit ihrem Vater zusammen zu schließen. Auf diese Weise hat Prank Zugang zu einer Brauerei, die in München ansässig ist, und Roman erhält die finanziellen Mittel, die Produktion so zu erhöhen, dass er auf dem nächsten Oktoberfest zusammen mit Prank eine Bierburg bekommt. Um dies zu gewährleisten, besticht Roman schweren Herzens den Leiter der Psychiatrie, um Maria zu entmündigen. Auch Prank muss sicherstellen, dass nichts der Fusion im Weg steht. Er entledigt sich Glogauers, damit man ihn nicht mit dem Mord an Ignaz Hoflinger in Verbindung bringen kann, und hinterlässt dabei ein Beweisstück zu Lasten Glogauers. Inspektor Eder informiert Roman Hoflinger, dass der Samoaner-Häuptling aus dem Gefängnis entlassen wurde und ein gewisser Glogauer und sein Hund für den Mord an seinem Vater verantwortlich sind. Colinas Biermadl-Streik wird zum vollen Erfolg. Doch zu Hause drangsaliert sie ihr Mann Rupp täglich. Sie beschließt, zusammen mit ihrem Sohn Maxi zu Clara zu fliehen. Rupp ertappt Clara und Colina beim Packen, versucht sie mit allen Mitteln aufzuhalten und wird dabei von den Frauen in Notwehr getötet. Roman erweist sich als äußerst gewieft und präsentiert vor dem Bierkartell belastendes Material, das Stifter dabei zeigt, wie er das Reinheitsgebot umgangen und sein Münchner Capital Bräu Bier mit Zucker gepantscht hat. Damit verdrängen sie Stifters Zelt vom Oktoberfest und schaffen Platz für die neue Prank-Hoflinger Bierburg. Als Prank bei der Hochzeit von Roman und Clara mit Glogauers Rottweiler auftaucht, fällt es Roman wie Schuppen von den Augen: Sein zukünftiger Schwiegervater und Geschäftspartner hat seinen Vater Ignaz auf dem Gewissen, mit dessen Tod das ganze Unheil begann. Der Trauspruch besiegelt nun den Pakt mit dem Teufel.

Colina Kandl (Brigitte Hobmeier) als Anführerin des Biermadl-Streik gegen die Bierpreiserhöhung


Colina Kandl (Brigitte Hobmeier) verhandelt mit Stadtrat Alfons Urban (Michael Kranz) und dem Vorstandsvorsitzenden der Capital Bräu AG, Anatol Stifter (Maximilian Brückner), über die Bierpreiserhöhung

Das Brautpaar Clara (Mercedes Müller) und Roman (Klaus Steinbacher) blickt in der Kirche geschockt auf Curt Pranks Begleitung
Fotos: BR/ARD Degeto/MDR/WDR/Zeitsprung Pictures GmbH/Dusan Martincek


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"Oktoberfest 1900" – Ja, ist denn schon Sommerloch? In der "Bild"-Zeitung [s.u.] empören sich Oktoberfestwirte über eine ARD-Serie. Die sei „rufschädigend“, es drohten „schlimme Darstellungen“.
Der Sommer, wir wissen es, birgt viele Gefahren: Aggressive Insekten, hilflose E-Roller-Piloten – und dann ist da noch jenes Loch, das besonders an den ganz heißen Tagen um sich greift und jede Besonnenheit zu verschlingen droht. Das Sommerloch eben.
Da kann es schon einmal passieren, dass die Menschen außer sich geraten, gerade dann, wenn ein Zeitungsreporter in der Nähe ist. Und dann ist auch noch – und sei es aus professionellen Gründen – Alkohol im Spiel. Mallorca wäre fast schon zum deutschen Bundesland erklärt worden in einem ähnlichen Moment, oder das Ungeheuer von Loch Ness zum biologischen Faktum – nun hat es das altehrwürdige Oktoberfest erwischt. Nicht allein, dass es von Corona bedroht ist. Nun droht ihm auch noch die ARD. Münchner Wiesn-Wirte haben sich in der "Bild"-Zeitung, dem Zentralorgan des Sommerlochs, voller Zorn über die ARD-Serie "Oktoberfest 1900" geäußert. Festwirt Christian Schottenhamel nennt die Serie „rufschädigend“. „Auch wenn es eine fiktive Darstellung sein soll, ist diese negative Darstellung schlimm“, sagte Schottenhamel. „Unsere Gäste werden denken: Das ist heute auch so.“
Die Serie spielt nach ARD-Angaben im München des Jahres 1900. Darin gehe es um einen Großbrauer aus Franken, der sich in den Kopf setzt, auf das Oktoberfest zu expandieren. Dort geraten anschließend die Machtverhältnisse so sehr ins Wanken, dass ein erbitterter Kampf zweier Brauerei-Clans um gesellschaftliche und wirtschaftliche Vormachtstellung ausgetragen werde.
Der Münchner Wirtschaftsreferent und Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner (CSU) kritisierte in der "Bild": „Ein Oktoberfest nur auf ein machtbesessenes Milieu zurückzudrehen, um Publikum zu generieren, ist total daneben. Es hat mit der Wirklichkeit nichts zu tun.“ Er wolle prüfen lassen, ob es den Wirte-Krieg, der 1898 stattgefunden haben soll und auf dem die Serie basiere, wirklich gegeben hat.
Der Sprecher der Wiesn-Wirte, Peter Inselkammer, habe sich vor den Dreharbeiten mit den Filmemachern getroffen. „Ich habe gehofft, dass durch meine Erläuterungen schlimme Darstellungen verhindert werden.“ Der Produzent der Serie, Michael Souvignier, versuchte, die Bedenken auszuräumen. Er betonte, es handele sich um eine fiktionale, historische Serie: „Es gibt keinen Grund, sich Sorgen zu machen.“
Wirklich? Es wäre doch allzu enttäuschend, wenn es sich beim Oktoberfest um eine völlig harmlose Veranstaltung handeln würde. Ohne Dramen. Ohne „schlimme Darstellungen“. Ohne Alkohol womöglich. Niemand würde hingehen.
Und ja, falls Sie sich gefragt haben: auch diese Meldung ist dem Sommerloch geschuldet. 😉
Quelle: Spiegel, 6.8.20

Riesenärger um neue TV-Serie "Oktoberfest 1900". „Unverfroren und total daneben“ - Wiesn-Chef und Wirte sauer über Darstellung von Geldgier. Die neue ARD-Mini-Serie "Oktoberfest 1900" (ab September im TV und auf Netflix) über das größte Volksfest der Welt verärgert schon vor Ausstrahlung den Wiesn-Chef und die Festwirte. Lesen Sie exklusiv mit BILDplus [und am 6.8. in der Druckausgabe], was der Münchner Wirtschaftsreferent und Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner/CSU („Ein Oktoberfest nur auf ein machtbesessenes Milieu zurückzudrehen, um Publikum zu generieren, ist total daneben und unverfroren. Es hat mit der Wirklichkeit nichts zu tun.“) sowie die Wirte Christian Schottenhamel und Peter Inselkammer* den Machern vorwerfen. Und was Produzent Michael Souvignier dazu sagt.
Quelle: Bild, 5.8.20
* Wiesn-Wirte-Sprecher Peter Inselkammer hat die Verantwortlichen laut Bild-Zeitung beraten. „Ich habe erklärt, wie das Oktoberfest abläuft, wie Lizenzen vergeben werden, wie Verträge aussehen und wer was entscheidet“, so der 48-Jährige. Münchner Merkur, 30.1.19

Verzerrte Darstellung? „Rufschädigend“: Wiesnwirte sauer über BR-Serie "Oktoberfest 1900"
München - In unserer Stadt gibt es viele gute Menschen. Die reinsten und edelsten unter ihnen aber sind die selbstlosen Wiesnwirte, die (fast) jedes Jahr Zelte auf der Theresienwiese errichten lassen und den Durst der Münchner mehr oder weniger mit Freibier stillen, um am Ende mit Riesenverlusten dazustehen und von Bürokraten schikaniert zu werden.
Daher ist die obergärige Empörung über die ARD-Serie "Oktoberfest 1900" nur zu verständlich. Sie wird zwar erst im September ausgestrahlt, Festwirt Christian Schottenhamel nennt den erbitterten Kampf zweier Brauerei-Clans um gesellschaftliche und wirtschaftliche Vormachtstellung im München des Jahres 1900 in "Bild" am Donnerstag [s.o.] aber schon jetzt „rufschädigend“.
Sein Kollege, der Wirtesprecher Peter Inselkammer habe sich vor dem Dreh mit den Filmemachern getroffen. „Ich habe gehofft, dass durch meine Erläuterungen schlimme Darstellungen verhindert werden“, sagte er zu "Bild". Michael Souvignier, Produzent der Serie, betonte, es handle sich um eine fiktionale, historische Serie: „Es gibt keinen Grund, sich Sorgen zu machen.“
Die macht sich Schottenhamel trotzdem, weil bei den Zuschauern ja immer was hängen bleibe. „Auch wenn es eine fiktive Darstellung sein soll, ist diese negative Darstellung schlimm", sagte er. "Unsere Gäste werden denken: Das ist heute auch so.“

Die Großbrauer des Braukartells tagen in den Brauereikatakomben, um darüber zu beraten, wie man mit den neumodischen Bierburgplänen umgeht. Foto: Stephan Pick/BR
Wo kämen wir da hin, denkt sich die CSU, die immer in der ersten Reihe steht, wenn es ums Bier und ums Verbieten geht. Der dieser ruhmreichen Partei angehörende städtische Wirtschaftsreferent und Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner kritisiert: „Ein Oktoberfest nur auf ein machtbesessenes Milieu zurückzudrehen, um Publikum zu generieren, ist total daneben. Es hat mit der Wirklichkeit nichts zu tun.“
Was Wirklichkeit ist, bestimmt in Bayern die CSU. Und wieso darf die ARD überhaupt erfundene Geschichten senden? Baumgärtner will allen Ernstes „historisch prüfen lassen“, ob es den Wirte-Krieg von 1898, auf dem die Handlung der Serie basieren soll, wirklich gegeben hat. „Davon ist uns hier nichts bekannt.“
"Prüfen lassen" ist eine schöne Formulierung. Wenn Baumgärtner ein Buch lesen könnte und den Unterschied zwischen Fiktion und Wirklichkeit kennen würde, wäre er nicht Wiesn- sondern Kulturreferent. Wir möchten jetzt ungern eine Historiker-Kommission arbeitslos machen, die für den vielbeschäftigten CSU-Mann den legendären Stadtmuseumskatalog "Das Oktoberfest. Einhundertfünfundsiebzig Jahre Bayerischer National-Rausch" von 1985 durchblättert. Oder auch Abendzeitung online oder die Homepage der Kapelle des Augustiner-Festzelts googelt.
Dort hat man, im Unterschied zur Rathaus-CSU, schon mal von Georg Lang [das historische Vorbild für Misel Maticevics Curt Prank] gehört. Um mehr Sitzplätze für die Besucher und Raum für eine Musikkapelle zu schaffen, hatte sich der eigentlich nicht Wiesn-berechtigte Nürnberger "Krokodilwirt" 1898 über Strohmänner fünf Budenplätze gesichert und eine "Bierburg" errichtet.
Davor war das Bier in kleinen Bretterbuden ausgeschenkt worden, in denen maximal 50 Personen Platz fanden. Lang schenkte Augustiner aus und stellte als erster Trachten-Kapellen an. Damit die Gäste mitsingen konnten, verteilte er Texthefte, in denen auch „Ein Prosit, ein Prosit der Gemütlichkeit! Eins, zwei, drei – g’suffa“ zu finden war, geschaffen von einem gewissen Bernhard Dittrich – einem Sachsen aus Chemnitz.
Die heutigen Wiesnwirte denken – natürlich – niemals an die Maximierung des Bierkonsums. Andererseits könnte man auf die Idee kommen, dass an dem „machtbessenen Milieu“ der Wiesnwirte doch was dran sein könnte. Warum springt eigentlich nach der Aufregung einiger Gastronomen gleich der städtische Wiesn-Referent als beflissener Fernsehkritiker im Quadrat?
Artikel von Robert Braunmüller in der Abendzeitung München, 6.8.20
🍺 Danke lieber Herr Braunmüller für's Graderücken der Geschichte! 😃 Der Artikel vom Spiegel über die Füllung des Sommerlochs war schon gut, aber Ihr Artikel toppt das noch! ~ EFi


Quelle: Maximilian Brückner auf Instagram
"Oktoberfest 1900" - Hier entfaltet sich das ganze menschliche Drama: Ein Gespräch mit den Produzenten Alexis von Wittgenstein, Michael Souvignier und Till Derenbach, den Drehbuchautoren Christian Limmer und Ronny Schalk, dem Regisseur Hannu Salonen sowie der federführenden BR-Redakteurin Daniela Boehm.
– Alle Episoden enthalten zu Beginn den Hinweis, dass die Event-Serie auf wahren Begebenheiten beruht. Was an der erzählten Geschichte ist tatsächlich historisch verbürgt, was Fiktion? Und gibt es auch Mischformen bei Personen oder bestimmten Ereignissen?
Alexis von Wittgenstein: Als gebürtiger Münchner hat mich der Mythos Oktoberfest schon als kleiner Junge fasziniert. Unzählige Anekdoten und Legenden ranken sich um das größte Volksfest der Welt. Irgendwann verdichteten sich diese Geschichten zu der Idee, eine TV-Serie zu kreieren, die aus diesem Reichtum schöpft, aber doch eine ganz eigene Saga erzählt. Besonders in ihren Bann gezogen hat meinen Mit-Produzenten Felix von Poser und mich vor allem die Geschichte des Underdogs Georg Lang. Der Nürnberger Gastro-Unternehmer mit dem vielsagenden Beinamen 'Krokodil-Wirt' hatte sich zur Jahrhundertwende über Strohmänner fünf Budenplätze auf dem Oktoberfest ergaunert, um darauf ein völlig größenwahnsinniges Vorhaben zu realisieren: den Bau einer 'Bierburg' für bis zu 6.000 Gäste – und das als 'Auswärtiger'. Ein Vorstoß, der das Antlitz des Münchner Oktoberfests nachhaltig bis heute verändert hat. Langs Bier-Hymne 'Ein Prosit der Gemütlichkeit' hallt heute noch durch die Bierzelte auf dem Oktoberfest. Georg Lang diente uns als Inspiration für die Figur Curt Prank, die aber ansonsten nichts gemein hat mit dem realen Georg Lang. Eine weitere Persönlichkeit der Wiesn-Historie ist Coletta Möritz. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts arbeitete Coletta Möritz als Biermadl in Münchner Gaststätten und auf dem Oktoberfest. Ohne festes Gehalt lebten die Biermadl damals allein vom Trinkgeld und rutschten regelmäßig in die Gelegenheitsprostitution ab. Um ihr Gehalt aufzubessern, stand Coletta Möritz dem Maler Kaulbach für ein Bild Modell, das sie quasi über Nacht überall in München bekannt machte. Sie wurde gewissermaßen das erste bayerische Pin-up-Girl. Durch die Hochzeit mit einem Münchner Wirt stieg Coletta Möritz schließlich in bessere Kreise auf und wurde zum Idol für ihre Standesgenossinnen. Später wurde ihr das Lied 'Schützen-Lisl' gewidmet, das bis heute ein beliebter Schunkelschlager auf der Wiesn ist. In unserer Serie hat uns Coletta Möritz zur Figur Colina Kandl inspiriert. Auch sie hat jedoch ansonsten keine Übereinstimmung mit der historischen Persönlichkeit Coletta Möritz.
– Der Titel 'Oktoberfest 1900' lässt vermuten, dass es sich dabei um ein Historienstück über das weltbekannte Volksfest in München handelt. Aber die Event-Serie ist ja weit mehr als das. Was war Ihnen vor allem wichtig zu erzählen? Worum ging es Ihnen besonders bei der Entwicklung der Geschichte?
Michael Souvignier: Die Marke Oktoberfest mit all ihren Assoziationen ist eine großartige Projektionsfläche, um unsere Serie zu etablieren. Vor dem Hintergrund der aufziehenden Emanzipation von Frau und Bürgertum in schwierigen Zeiten erzählen wir den Kampf des Nürnberger Großbrauer und Gastronomen Curt Prank, die größte Bierburg auf der Wiesn aufzustellen. Dazu sind ihm alle Mittel recht. So handelt unsere Serie von Eifersucht, Sabotage, Mord und Verrat, aber ebenso von Liebe und Zusammenhalt. Hier entfaltet sich das ganze menschliche Drama und ist damit gar nicht mehr ein Historienstück, sondern heutiger, als man sich dies auf den ersten Blick vorzustellen vermag. Wir erzählen diese überaus üppige Serie mit Freude und Kraft, einem grandiosen Schauspielerensemble und auch hinter den Kulissen in allen Bereichen nur mit den Besten der Besten.
– 'Oktoberfest 1900' blickt über den Bierkrugrand hinaus in die Welt der Schwabinger Bohème, die München legendär gemacht hat, die Zeit also, in der das künstlerische München noch etwas galt. Von Franziska zu Reventlow bis hin zu Thomas Mann, dem Simplicissimus und dem Kosmiker-Kreis lichtert 'Wahnmoching' durch den Film. Warum haben Sie dieses nicht unbedingt bierzeltaffine Künstlervölkchen in die Geschichte mit einbezogen und inwiefern erhellt es die Welt des Oktoberfestes, die Sie in Szene setzen?
Alexis von Wittgenstein: Selbst als jemand, der in München aufgewachsen ist, war mir nicht bewusst, was für eine Hammerstadt München an der Schwelle zum 20. Jahrhundert war. Zu den oben Genannten tummelten sich auch so faszinierende Persönlichkeiten wie Wassily Kandinsky, Rainer Maria Rilke und sogar Wladimir Iljitsch Lenin im sagenumwobenen Stadtteil Schwabing. Als Gegenentwurf zum preußisch-industriellen Berlin war München damals geradezu ein Künstler-Mekka. Wenn man so will, feierte die Party-Crowd, die in den 20ern Berlin bevölkert hat, vor dem Ersten Weltkrieg gesammelt in München ihre Orgien. Wie hätte man diese goldene Zeit ignorieren können, wenn man die Chance erhält, seiner Heimatstadt eine historische TV-Serie zu widmen? Aus Filmemacher-Sicht war es uns aber auch ein Anliegen, eine Serie zu kreieren, die sich heutig anfühlt und die Zuschauer mit Themen erreicht, die uns alle in unserem Alltag beschäftigen: Konflikte beim Generationenumbruch, der Umgang der Gesellschaft mit Homosexualität, die Überwindung von vorgefertigten Geschlechterrollen oder die Verwirklichung eines selbstbestimmten Lebensentwurfs, wie ihn uns vor 120 Jahren schon so ureigene Charaktere wie das damalige Münchner 'It-Girl' Fanny zu Reventlow vorlebte. Die Schwabinger Bohème dient uns auch visuell als Gegenpol zu den pittoresken Bogenhauser Villen der Brauereibesitzer und den matschigen Gassen der Brauereiarbeiter-Ghettos in Haidhausen und Giesing. Sie ist das notwendige Ventil zwischen den bei uns ständig aufeinandertreffenden archaischen Kräften des ungehemmten Kapitalismus und traditioneller Familienstrukturen. Und sie lässt uns in unserer Geschichte immer mal wieder aufatmen zwischen den Ränkespielen der Mächtigen und Skrupellosen, bis sie selbst zum Parkett für Intrigen und Verrat wird.
– Die reale Handlung scheint an vielen Stellen durchbrochen und überlagert von einer beinahe mythischen Dimension. Am stärksten sind die Anklänge – auch in den gewählten Musikzitaten – an Wagners 'Ring des Nibelungen': Der Prank-Wotan vor seiner Walhall-Bierburg – inwiefern ist 'Oktoberfest 1900' auch ein Mythosspiel? Und warum diese paradigmatische Überhöhung?
Christian Limmer: Wir entfernen uns von der Realität an vielen Stellen der Geschichte auf der einen Seite, auf der anderen sind wir im Kern sehr den realen Ereignissen verbunden. Unsere Figuren entspringen in ihren Wesenszügen den archaischen Strukturen jeder Geschichte seit Anbeginn der Menschheit und sind trotzdem sehr real und identifizierbar. Dieser Kontrast erforderte sowohl ein adäquates Narrativ, als auch die entsprechende musikalische Untermalung.
– 'Folge deinem Totem' – auch das Unheimliche und Dämonische spielt eine große Rolle im Film. Am stärksten in der Art und Weise, wie die Wiesn-Attraktion der Kannibalengruppe inszeniert ist, aber auch an vielen anderen Stellen. Warum dieser Blick auf das größte Vergnügungsfest der Welt durch die dunkle Brille einer Traumlogik?
Ronny Schalk: 'Fortschritt versus Tradition' ist der Grundkonflikt der Serie wie auch der Moderne, in der sie spielt. 'Kannibalen der Südsee', 'Mohren aus Feuerland', 'Hottentotten' – sogenannte 'Völkerschauen' waren um die Jahrhundertwende extrem en vogue, auch auf dem Oktoberfest. Die archaische Freude an solchen Schauen, die man heute als verwerflich und zurecht politisch vollkommen inakzeptabel empfindet, war damals ganz normal, vielleicht die extremste Form von Traditionalismus, aber auch Wegbereiter eines europäischen Rassismus. Auffällig ist, dass diese Dinge gerade zu Beginn der Moderne so gefragt waren – ein Ausdruck von kolonialistischer Überlegenheit, aber auch Entfremdung. Der moderne Mensch sehnte sich plötzlich nach dem Grusel des Archaischen, ohne zu wissen, warum. In seiner abenteuerlichen Theatralik und Übertriebenheit des 'Fremden' war das in der Schausteller-Branche der damaligen Zeit vergleichbar mit einem Exploitation-Horrorfilm. Damals nannte man es 'Menschenzoo' und machte es zur Jahrmarktsattraktion. Das Dämonische, Heidnische, das Fremde, wie auch immer man das bezeichnen will, war bis in die 30er Jahre der abenteuerliche Nervenkitzel schlechthin, Angst auf dem sicheren Terrain des Vergnügens. 'Folge deinem Totem', ein Slogan auf dem Handzettel einer dieser Völkerschauen, zieht sich wie ein Motto durch die Serie. Ironischerweise wissen unsere Figuren mit dem Begriff 'Totem' gar nichts anzufangen, aber er scheint sie magisch anzuziehen. Man kann das als Spiegel lesen. Im übertragenen Sinn sind sie selbst die Kannibalen.
– Was kann uns die Verfilmung dieser Münchner Epoche um 1900 vergegenwärtigen? Für was steht in diesem Zusammenhang das Oktoberfest quasi als ein Sinnbild?
Daniela Boehm: Technischer und wissenschaftlicher Fortschritt, z.B. durch die Elektrizität, haben die Industrialisierung mit großen Schritten vorangetrieben. Emanzipation und die Reformierung der Gewerkschaften waren große Errungenschaften dieser Zeit. Vergegenwärtigen kann uns die Verfilmung den schnellen Wandel der Zeit und dass es bis heute wichtig ist, einige Traditionen zu pflegen und zu erhalten. Schließlich gilt das Reinheitsgebot in ganz Bayern und die Betriebsvorschrift, nur Münchner Bier auf dem Oktoberfest auszuschenken, bis heute.
– Eine vielschichtige Produktion wie 'Oktoberfest 1900' eröffnet für einen Regisseur viele Spielräume bei der visuellen Umsetzung. Was war Ihnen bei der Regiearbeit besonders wichtig?
Hannu Salonen: Zwei Aspekte möchte ich gern hervorheben. Zum einen: Es war mir wichtig, dass die Kamera sehr aktiv an der Erzählung teilnimmt, am Witz, an der Saftigkeit der Geschehnisse. Eigentlich ist die Kamera beinahe ein eigenständiger Charakter. Die Kamera verschafft dem Zuschauer aktiv Zugang zu den Figuren und deren Empfindungen und Emotionen, zeigt Welten auf, ohne sich zu verstecken. Nah an den Figuren zu sein war für mich essentiell; aber dann auch zuweilen in die 'Gottesperspektive' zu springen, aus der heraus man wunderbar hinunterschauen kann, wie die verschiedenen Figuren wie auf einem Schachbrett miteinander ringen. Zum anderen ging es mir sehr darum, den Weg aller Figuren nachvollziehbar und verständlich zu machen. Warum handeln sie so und nicht anders? Dass auch der Zuschauer dabei bisweilen Geschmack daran findet und mit einem Fuß auf die 'dunkle Seite' tritt, war essentiell. Das Urteil über das Handeln der Figuren sollte dem Zuschauer überlassen werden. Dieses Urteil will ich als Regisseur nicht vorwegnehmen. Was macht einen Mann wie Curt Prank aus? Das zeigen wir auf. Jeder kann und soll dann selber zu einem moralischen Urteil gelangen. Aus diesem Grund war es für mich wichtig, Licht und Schatten zu zeigen, Helligkeit und Dunkelheit. Diesen Kontrast herauszuarbeiten, fand ich bei der Umsetzung wichtig. So gibt es auf der einen Seite das sehr helle und fröhliche Oktoberfest, aber wir zeigen auch die Abgründe. Dementsprechend sind das Licht und der Look sehr unterschiedlich, bisweilen hell und freundlich, aber oft auch sehr dunkel und mit hohem Kontrast. Wir haben immer das Extreme gesucht in der Bild- und Lichtgestaltung, passend zu den Gefühlen unserer Protagonisten.
– Gewalt spielt eine große Rolle im Film. Selbstzweck ist sie freilich nicht. Worin besteht ihr inhaltlicher wie ästhetischer Aussagewert?
Ronny Schalk: Die Serie hieß in früheren Fassungen 'Blut und Bier', das erklärt vielleicht einiges. Wie wir wissen, musste alles das, was wir Zivilisation, Kultur und Fortschritt nennen, die Werte also, mit denen wir leben und die wir unter dem Begriff Freiheit zusammenfassen, zu großen Teilen erstmal erkämpft und immer wieder reformiert werden. Von Leuten, die buchstäblich bereit waren, ihr Leben dafür zu geben. Curt Prank, einer unserer Hauptcharaktere – eine echte Gründerfigur – bringt es auf den Punkt: 'Fortschritt ist in der Geschichte der Menschheit eine Geschichte des Blutes.' Das ist zwar ironisch gemeint, zieht sich aber wie ein roter Faden durch die Handlung: Fortschritt überwindet Tradition. Beides fordert seine Daseinsberechtigung in einer Zeit des Umbruchs ein, eines wachsenden Liberalismus. Einschneidend, korrupt und durchaus brutal. Die Möglichkeiten der Industrialisierung, der Gründerzeit des Kapitalismus, waren technologisch betrachtet revolutionär. Wer die Zeichen der Zeit erkannt hatte, musste schneller und stärker sein als sein Konkurrent. Genau davon handelt die Geschichte. Und davon, wie viel Menschlichkeit dabei auf der Strecke bleibt. Gewalt, physisch wie auch psychisch, ließ sich da dramaturgisch kaum verhindern.
– Horizontales Erzählen gehört heute bei Event-Serien wie 'Oktoberfest 1900' zum State of the Art. Es fällt darüber hinaus auf, dass die Handlung nicht einfach chronologisch forterzählt, sondern parallel konstruiert ist, etwa in der Entwicklung der Schicksale der einzelnen Figuren – teilweise in Schnitt und Gegenschnitt. Was ist der Gewinn einer solchen Technik parallelisierender Engführung für die Figurencharakteristik einerseits und die Dramaturgie andererseits.
Christian Limmer: Die Sehgewohnheiten der Zuschauer haben sich in den letzten Jahren enorm gewandelt. Durch digitale Techniken und Videospiele ist das asynchrone Erzählen allgegenwärtig, und nicht jeder Schritt der Geschichte muss an der Stelle stehen, die seiner chronologischen Logik entspricht. Die Zuschauer werden dadurch gezwungen, aufmerksam zu zuschauen und Verbindungen herzustellen, die auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind. Am Ende erfordert das eine stärkere Anteilnahme der Zuschauer und bewirkt eine intensivere Reise mit den Figuren.
– Bei der Figurengestaltung fällt auf, dass einige Personen in ihrer Reaktions- und Redeweise in der historischen Zeit verhaftet sind, andere durchaus aus ihrem Geschichtsrahmen heraustreten und ansatzweise modern interpretiert werden. Warum haben Sie sich zu einer solchen behutsamen Aktualisierung entschlossen?
Hannu Salonen: Essentiell für mich war, angesichts einer sehr großen historischen Produktion nicht etwa in Ehrfurcht vor jener 'Historie' zu verfallen. Wichtig war, keine Angst zu haben. Vielmehr hatte ich das Gefühl, dass ich aus dem historischen Kontext ausbrechen muss, um auch eine Energie, Witz und Wucht zuzulassen, die mir notwendig erschien. Unser Film nimmt sich historisch nicht total ernst, setzt auf vielen Ebenen eine moderne Brille auf und geht sehr gezielt mit den gestalterischen Mitteln um. Dabei ist die Serie in Sachen Ausstattung äußerst detailgetreu und so weit historisch korrekt, wie es nur ging. Dabei war mir von vornherein klar, dass die Serie kein folkloristisches Stück werden darf: weder erzählerisch noch visuell. Die Wiesn sollte die Bühne bleiben, vor der sich das Leben und die Zeitgeschichte abspielen. Sie sollte eine Kulisse sein, hinter der sich auch die menschlichen Abgründe zeigen. Dazu ist sie tatsächlich eine ziemlich perfekte Bühne.
Ronny Schalk: Unser Ansatz war nie, mit der Serie eine historisch genaue Punktlandung zu setzen, sondern eher den Spirit der Zeit einzufangen, sprich: eine Serie zu machen, die uns über ein ganzes Jahrhundert mit diesen Leuten, ihren Konflikten und Empfindungen verbindet. Was interessiert uns da wirklich? Wie sie gesprochen haben oder was mir ihre Gefühle über mich im Hier und Jetzt erzählen? Insofern haben wir einige Figuren sprachlich mit einem gewissen Kolorit ausgestattet, andere mit einer Haltung, die bewusst eine Brücke zu uns herüber schlägt.
– Ähnliches gilt auch für den Einsatz der Musik. Von der Opernarie bis zum englischsprachigen Song, immer wieder tritt die Musik aus dem historischen Rahmen heraus und spielt teilweise in die Gegenwart hinein. Warum haben Sie sich für diese Musikauswahl entschieden?
Michael Souvignier: Die Musik zu nutzen, um übergreifend Historie und Gegenwart zu vermischen, ist eine wunderbare Form und zeigt: Auch eine Geschichte aus dem Jahre 1900 ist nicht antiquiert oder verstaubt, sondern ganz im Gegenteil – der Kern des Inhaltes ist heute ebenso relevant und für die Zuschauer nachvollziehbar. Diese Botschaft soll mit der Musik neben Rhythmus und dramaturgischer Spannung erreicht werden.
– Authentische historische Drehorte der Münchner Wirklichkeit um 1900 zu finden, ist kein leichtes Unterfangen. Sie sind deshalb auf andere Drehorte ausgewichen bzw. haben sich teilweise mit Animationen beholfen. Wo ist der Film tatsächlich entstanden, was hat den Ausschlag für die Drehorte gegeben und welches waren die besonderen produktionstechnischen Herausforderungen bei der historisch möglichst authentischen Realisierung des Stoffes?
Till Derenbach: Wir haben uns einer langen und intensiven Motivsuche unterworfen, um den unterschiedlichen Anforderungen der Drehorte gerechtzuwerden. Unsere Suche erstreckte sich vom Baltikum, Polen, Tschechien bis nach Ungarn. Letztlich fiel die Wahl auf Tschechien, wo wir die 'Wiesn' außerhalb Bayerns gefunden haben – einen großen alten Güterbahnhof in Prag, auf dem das Oktoberfest 1900 aufgebaut werden konnte. Gleichzeitig haben wir eine alte Brauerei mit Rampe, Innenhof, Eingangstor, Schuppen und viel Historie in der vorhandenen Bausubstanz gefunden. Mit diesem Suchergebnis konnten wir die Drehorte außerhalb Deutschlands erst festlegen. Die Suche nach dem 'Deibel Bräu'-Motiv hat Monate gedauert, um alle in den Drehbüchern beschriebenen Szenen an einem Ort umsetzen zu können. Die tschechische Bier-Tradition war ein weiterer Grund der Entscheidung, und die Nähe zur bayerischen Architektur sowie die Vielzahl der historischen Drehorte in Tschechien hat letztendlich den Ausschlag gegeben. Ergänzend zu Tschechien fanden wir aber auch in München an Originalschauplätzen wie dem Rathaus und in der Umgebung in Dachau und Landshut geeignete Drehorte. Selbst in Nordrhein-Westfalen haben wir in einem wunderschönen Motiv das München von 1900 aufleben lassen. Unablässig ist die Vorabrecherche, die Malereien, Graphiken, Zeichnungen und Fotos zu studieren, die Bücher erforschen, um nahe an den Kern oder zumindest die Vorstellung dessen zu gelangen, was ein modernes und dennoch historisch authentisches Bild der damaligen Zeit wiedergibt. Heute sind wir überzeugt, dass das Bild vom Oktoberfest um 1900, welches im Be sonderen unser Szenenbildner Benedikt Herforth kongenial mit seinem Team entworfen hat, sehr nah am Original ist und ein absolut authentisches Bild wiedergibt. So war das im Jahr 1900 auf der Wiesn!
– 'Oktoberfest 1900' ist eines der großen Highlights im Programm des Ersten in diesem Jahr, das der Bayerische Rundfunk federführend mit der ARD Degeto, dem MDR und WDR in Auftrag gegeben und betreut hat. Was ist für Sie als federführende Redaktion das Besondere an diesem Projekt, und welche neuen Perspektiven eröffnet der filmische Blick zurück auf die Gegenwart dieses heute weltgrößten Volksfests und seines Stellenwerts?
Daniela Boehm: Die Geschichte des Oktoberfests beginnt im Jahr 1810 mit dem Hochzeitsfest von König Ludwig I. und Therese von Sachsen-Hildburghausen. Die Serie erzählt von der Grundsteinlegung um 1900, ab der sich das Oktoberfest mit dem Bau des ersten Riesenzeltes schrittweise vom Volksfest zum heutigen Massen-Event entwickelt hat. Dieser Abschnitt der Oktoberfest-Geschichte wurde noch nie verfilmt und ist somit eine Weltpremiere. Von damals bis heute entwickelte sich die sogenannte 'Wiesn' zu einem der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren Münchens und hat somit schon immer einen sehr hohen Stellenwert. Perspektivisch sind wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Wandel durch den stetigen Fortschritt nicht aufzuhalten. Umso wichtiger ist es, in der heutigen Zeit, eine Balance zwischen Fortschritt und Tradition zu finden und zu bewahren.
Quelle: Die Macher im Gespräch



Die Darsteller und ihre Rollen:
Mišel Matičević - Curt Prank, Martina Gedeck - Maria Hoflinger, Francis Fulton-Smith - Ignatz Hoflinger, Klaus Steinbacher - Roman Hoflinger, Markus Krojer - Ludwig Hoflinger, Mercedes Müller - Clara Prank, Brigitte Hobmeier - Colina Kandl, Maximilian Brückner - Anatol Stifter, Martin Feifel - Alfred Glogauer, Michael Kranz - Alfons Urban, Vladimir Burlakov - Gustav Fierment sprechen über ihre Rollen.

Maximilian Brückner ist Anatol Stifter: »Die Figur des Großbrauers Anatol Stifter ist für mich wie ein freies Radikal in diesem historischen Thriller. Bei dieser Figur sollte man nie zu wissen glauben, was sie als Nächstes vorhat. Sie ist die stille dritte Kraft. Ein bisschen wie ein Skorpion, der abwartet und zum richtigen Zeitpunkt schnell und effektiv zuschlägt.«



Foto: BR/ARD Degeto/MDR/WDR/Zeitsprung Pictures GmbH / Dusan Martincek

  Videos:
  - Mercedes Müller spielt Clara Prank | 04:54 Min.
  - Klaus Steinbacher ist Roman Hoflinger | 06:48 Min.
  - Maximilian Brückner über Anatol Stifter | 06:15 Min.
  - Misel Maticevic als Curt Prank | 04:52 Min.
  - Brigitte Hobmeier über ihre Rolle Colina Kandl | 04:41 Min.
  - Irina Wanka als Elise Brockmann | 04:13 Min.
  - Ein Rundgang durch die Außenkulisse | 02:56 Min.
  - Set-Besuch bei den Dreharbeiten | 03:06 Min.
Quelle: Das Erste, Presseheft



Regisseur Hannu Salonen auf Instagram, 14.8.20


Auf der Suche nach großen Serien-Stoffen, die auch international reüssieren könnten, musste man irgendwann auf das Oktoberfest kommen: Bier, das beliebteste alkoholische Getränk zwischen Garmisch und Flensburg, dazu ein Prosit auf die sprichwörtliche Gemütlichkeit – und dann dieses an Trink- und Sangesritualen reiche, größte Volksfest der Welt, das jährlich über sechs Millionen Besucher aus aller Herren Länder anlockt – gibt es etwas Deutscheres?! Aus dem einstmals lokalen Rummel mit einfachen Bretterbuden, das als ein deftiges Freizeitvergnügen für die kleinen Leute galt, ist heute eine touristische Massenveranstaltung geworden: ein globales, internationales Event. Die sechsteilige Serie „Oktoberfest 1900“ erzählt von einem Wendepunkt in der Geschichte der Wiesn, die seit 1810 zum bayerischen Brauchtum gehört. Auf dem Weg ins 20. Jahrhundert setzte sich der Fortschritt gegen die in Bayern so gern kultivierte Tradition durch: Ausgerechnet ein „Zugereister“, der Nürnberger Gastro-Unternehmer Georg Lang, revolutionierte das Volksfest mit dem Bau einer „Bierburg“ für 6000 Gäste. Dieser weitsichtige Geschäftsmann diente als Inspirationsquelle für die Hauptfigur der viereinhalbstündigen BR-Serie, koproduziert von der Degeto, dem MDR und WDR, die an drei Abenden (innerhalb von acht Tagen) im Ersten ausgestrahlt wird.
Im Mittelpunkt steht Curt Prank (Misel Maticevic), ein Visionär des aufsteigenden Kapitalismus. Um seine Bierburg bauen zu können, benötigt er fünf Budenplätze. Die einheimischen Brauer wollen zwar keine auswärtige Konkurrenz und die kleinen Wirte, die ums Überleben kämpfen, erst recht nicht, doch mit Hilfe eines Stadtrats (Michael Kranz) kommt Prank seinem Traum näher. Nur einer, Ignatz Hoflinger (Francis Fulton-Smith), will seinen Budenplatz nicht verkaufen. Wenig später schwimmt sein Schädel in der Isar. Seine verschuldete Witwe (Martina Gedeck) will unbedingt ihren Platz auf der Wiesn behalten, wird allerdings durch eine Intrige ausgebootet. Ihre beiden Söhne, der Brauerei-affine Roman (Klaus Steinbacher) und Ludwig (Markus Krojer), dessen Herz mehr für die Kunst schlägt, müssen mitansehen, wie sich ihre Mutter zunehmend von ihnen entfremdet und im Wahnsinn zu enden droht. Sie hält den Nürnberger Großbrauer für den Mörder ihres Mannes. Ganz falsch liegt sie damit nicht. Und nun hat ihr Sohn Roman auch noch Pranks Tochter Clara (Mercedes Müller) geschwängert. Im Kampf gegen das Münchner Bier-Kartell würde Prank mit den Hoflingers gern gemeinsame Sache machen, doch noch hat die narrische Witwe das Sagen. Aber da gibt es ja noch den Münchner Großbrauer Anatol Stifter (Maximilian Brückner). Der hat durchgesetzt, dass nur heimisches Bier beim Oktoberfest ausgeschenkt werden darf, damit er nun sein Gebräu an Prank gewinnbringend verkaufen kann. Bei dem Geschäft ist er gar nicht mal so gierig, verlangt aber als persönliche Zugabe Claras Hand.
Die Charaktere stecken voller Eigen-Sinn. Einige sind wuchtig, verschlagen, geheimnisvoll, zeigen ihre dunkle Seite. Besonders Misel Maticevics Prank ist eine Figur von großer Ambivalenz: Obwohl er immer wieder einen Mann fürs mörderisch Grobe (Martin Feifel) für seine Dienste in Anspruch nimmt und er seinen Schwiegersohn in spe eines Abends brutal zusammenschlägt, sammelt der ehemalige Bordellbesitzer im Gegensatz zur verlogenen feinen Münchner Gesellschaft mit ihrem Standesdünkel zunehmend Sympathiepunkte. Prank ist zwar alles andere als eine klassische Identifikationsfigur, doch Maticevic gibt ihn charismatisch. Auch der jugendliche Liebhaber ist keiner, den der Zuschauer in sein Herz schließt; dafür ist er anfangs viel zu wankelmütig. Deutsche Produktionen haben also – was die Zeichnung der „Helden“ angeht – etwas gelernt von den internationalen Premium-Serien. Lichtblicke im Macho- und Macher-Imperium des Jahres 1900 bieten neben dem jüngsten Hoflinger-Spross, der seine Liebe zur Schwabinger Bohème, insbesondere zu einem polygamen Lebemann (Vladimir Burlakov), entdeckt, zwei Weibsbilder: zum einen Colina Kandl (Brigitte Hobmeier), die falsche Anstandsdame im Hause Prank, die nicht ganz unschuldig ist an der vermaledeiten Schwangerschaft und sich deshalb fortan als Biermadl auf dem Oktoberfest verdingen muss – und dort nicht nur frivol singend Karriere macht. Sie ist einer realen Person nachempfunden: Coletta Möritz, die – wenn man so will – als das erste bayerische Pin-up-Girl bezeichnen könnte. Die andere ist die von Mercedes Müller verkörperte Clara, die zwar aus Trotz Stifters Heiratsantrag zustimmt, sich ihr Baby dann allerdings doch nicht nehmen lassen will. Eine willensstarke Porzellan-Schönheit, die nicht zerbricht an den Machtspielen der Männer: eine Wunsch-Projektion. Wie alle Figuren in der Serie ist auch sie 'bigger than life'.
„Diese Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten“, verrät ein Insert vor jeder Folge. Das mögen die Zuschauer des öffentlich-rechtlichen Fernsehens gerne lesen. „Oktoberfest 1900“ ergeht sich dann aber erfreulicherweise nicht in einer naturalistischen Darstellung der realen Wiesn-Wirklichkeit jener an gesellschaftlichen Umbrüchen reichen Jahrhundertwende. Das namhafte Autorenteam um Ronny Schalk und Christian Limmer sowie Regisseur Hannu Salonen machen hier vielmehr aus deutscher Kulturgeschichte einen wilden filmischen Ritt, der es mit internationalen Serien aufnehmen kann. Im Detail sind die Geschichten, die hier erzählt werden, nicht themengesteuert, stattdessen wird die Historie mit archaischen narrativen Motiven ausstaffiert: Hass, Eifersucht, Verlust, Verrat, Liebe, Triebe, Intrigen, Sabotage. Ein Sohn schwängert die Tochter des Mannes, der für den Tod seines Vaters verantwortlich ist. Die Mutter verstößt diesen Sohn, wird über die Ereignisse irre und von ihrem eigenen Fleisch und Blut entmündigt. Die Erzählung verläuft sich nicht in den Niederungen einer rustikalen weißblauen Seifenoper, sondern die Konflikte werden mit Shakespearscher Wucht ausgelebt, mal als große Oper, in der Prank einen Zeremonienmeister von Wagnerscher Größe gibt, mal mehr im schmuddeligen Western-Look. Wenn die Kandl singt, ist der Saloon nicht weit. Dazu knallen die Maßkrüge, da schwappt das Bier, die Masse grölt – und Prank, der Herrscher über den kollektiven Rausch, bleibt hinter seiner Maske ganz kühler Geschäftsmann: „Ich will hier keinen mehr geradeaus gehen sehen. Ich möchte, dass die Leute saufen, bis sie umfallen.“
Noch ein wenig beiläufiger als in den österreichischen Serien „Freud“ und „M - Eine Stadt sucht einen Mörder“ fließt der Zeithorizont in „Oktoberfest 1900“ ein. Zu den Diskursen jener Jahre gehören die kapitalistischen Verheißungen des freien Wettbewerbs, die Emanzipation der Frauen oder die Reformierung der Gewerkschaften, die in der Serie allerdings keine größere Rolle spielt. Dafür schwingt am Rande des (melo)dramatischen Treibens die kolonialistische Überlegenheit des Westens in die Handlung hinein: So gerät zu Beginn der Häuptling eines Samoa-Stammes, der als „die Kannibalen der Südsee“ auf der Wiesn rassistisch zur Schau gestellt wird, unter Mordverdacht. Auch die kulturellen Errungenschaften jener Jahre finden in den Geschichten der Serie ihren Niederschlag. Die Kinematographie steckt in den Kinderschuhen und Filme wie „Die Reise zum Mond“ finden großen Anklang auf dem Oktoberfest. Und um offenbar die Befürchtung zu zerstreuen, in der Serie könnte es zu volkstümlich und zu historisch verstaubt zugehen, haben die Macher auch die Gegenkultur, die weniger bierzeltaffine Schwabinger Künstlerszene und den obrigkeitskritischen „Simplicissimus“, in die Handlung eingebaut. „Wenn man so will, feierte die Party-Crowd, die in den Zwanzigern Berlin bevölkert hat, vor dem Ersten Weltkrieg gesammelt in München ihre Orgien“, so Produzent Alexis von Wittgenstein. Ein Hauch Babylon München also.
Optisch dominiert in „Oktoberfest 1900“ in den ersten drei Folgen das Dunkle und Düstere, das Rätselhafte und Unheimliche. Das entspricht ganz der undurchsichtigen Hauptfigur und der Handlung: dem zwielichtigen Geschacher der Großkopferten aus Wirtschaft und Politik, dem egoistischen Getriebe um Schanklizenzen, dem brutalen Mord am alten Hoflinger. Immer wieder schälen sich die Gesichter und Körper aus der schwach beleuchteten Szenerie. Extreme Kontraste und hohe Schwarzwerte, Licht-, Schatten- und Farbenspiele sowie eine sehr bewegliche Kamera fordern und beglücken zugleich das Auge des Zuschauers. Regisseur Salonen, der den Anthologie-Serien „Verbrechen“ und „Schuld“ nach den Geschichten von Ferdinand von Schirach einen klaren, reduzierten Look gab, darf für die Zeitsprung-Pictures-Produktion nun für deutsche Verhältnisse in die Vollen gehen. Dabei arbeiten der gebürtige Finne, Kameramann Felix Cramer („Die Braut im Schnee“ / „Tatort - Ich töte niemand“) und Cutter Ronny Mattas („Ku’damm 56 + 59“) gern mit kraftvollen, temporeichen Parallel-Montagen: Am Ende von Folge 1, „Der Visionär“, werden Sex und Gewalt miteinander verschnitten. Hier das Stöhnen der Lust, dort ein grausiger Todeskampf. Auch Folge 3, „Liebe und Kapital“, endet blutig. Zwar entkommt Clara den Klauen der Engelmacherin, doch dafür schlägt der unberechenbare Prank ihren Liebhaber beinahe tot. Mit Folge 4, „Anstich“, wird die Anmutung der Serie heller. Die Wiesn macht die Bilder bunter, in den Innenszenen aber dominieren – den dramatischen Ereignissen angemessen – nach wie vor mehr die Schatten als das Licht. Mag das Sujet auf dem Papier auch typisch öffentlich-rechtlich erscheinen, „Oktoberfest 1900“ würde auch Netflix & Co alle Ehre machen.
Quelle: tittelbach.tv, 28.8.2020





Quelle in voller Grösse: FilmFörderFonds Bayern, Film News Bayern #3, Sept. 2020, S. 28-31

Verbrechen, Machtkämpfe, Intrigen: So hart ging es auf dem Oktoberfest 1900 zu
Das Oktoberfest 2020 fällt aus - nicht aber im Ersten. Die Eventserie „Oktoberfest 1900“ spürt der Vergangenheit der Wiesn nach - mit großen Familiendramen, einem machthungrigen Zuagroasten und beeindruckender Atmosphäre.
Bis das Oktoberfest in München abgesagt wird, muss einiges passieren. In 210 Jahren Historie des Festes, das in der ganzen Welt bekannt ist, taten der Feierlaune einzig Kriege, Cholera und die Inflation in den 1920er-Jahren einen Abbruch - bis das Coronavirus die Welt überrollte und eine Wiesn 2020 unmöglich machte. Ganz ohne ihr geliebtes Oktoberfest müssen aber weder die Münchner noch alle zuageroasten Feierwütigen auch in diesem Jahr nicht auskommen. Die sechsteilige Serie „Oktoberfest 1900“ blickt ab Dienstag, 15. September, nicht nur in die Vergangenheit des Volksfestes, sondern lässt auch das pulsierende München um die Jahrtausendwende aufleben.
Bis einander jedoch vor dem Fernseher zugeprostet werden darf, um dem historischen Oktoberfest beizuwohnen, geht einige Zeit ins Land. Regisseur Hannu Salonen lässt seinen Drehbuchautoren Ronny Schalk („Dark“) und Christian Limmer viel Raum zur Charakterzeichnung, was sich mit zahlreichen ambivalenten Rollen mit teils imponierender Tiefe bezahlt macht. Besonders Mišel Matičević, der bereits in „Babylon Berlin“ den charismatischen Bösewicht gab, stiehlt als fränkischer Bierbaron Curt Prank allen die Show. Moralisch korrumpiert, größenwahnsinnig und ohne Rücksicht auf Verluste will sich der Nürnberger Brauer seinen großen Traum erfüllen: eine „Bierburg“ auf der Wiesn mit Platz für 6.000 Gäste.

Dafür ist es ihm sogar ein willkommenes Mittel zum Zweck, dem blasierten Widerling Anatol Stifter (Maximilian Brückner) die Hand seiner hübschen Tochter Clara (Mercedes Müller) zu versprechen. Die junge Dame hat jedoch ihren ganz eigenen Kopf - sehr zum Leidwesen Colina Kandels (Brigitte Hobmeier), die auf Geheiß Pranks auf Clara aufpassen soll. Unter der Machtgier des Wiesnvisionärs zu leiden hat aber vor allem die alteingesessene Brauerfamilie Hoflinger um Patriarch Ignatz (Francis Fulton-Smith) und seine Ehefrau Maria (Martina Gedeck).
Wirtschaftlich stehen die Hoflingers mit dem traditionellen Deibel Bräu in Giesing mit dem Rücken zur Wand. Hohe Schulden nehmen der Familie die Luft zum Atmen, einzig der Budenplatz auf der Wiesn gibt Anlass zur Hoffnung. Auch intern kriselt es: Der älteste Sohn der Famlie, Roman (Klaus Steinbacher), will expandieren und auch Bier in Flaschen verkaufen, um mehr Kunden zu erreichen. Für Familienoberhaupt Ignatz kommt dieses Aufbegehren einem Affront gleich. Der sensible Feingeist Ludwig (Markus Krojer) träumt hingegen von einer Ausbildung an der Kunstakademie, statt in der Familíenwirtschaft hinter dem Tresen zu stehen - erst recht, nachdem ihm der Schwabinger Maler Gustav Fierment (Vladimir Burlakov) den Kopf verdreht.
Von der ARD als „High-End-Serie auf internationalem Niveau“ angepriesen, wird „Oktoberfest 1900“ den hohen Erwartungen in der Tat gerecht. Dank großartiger Kulissen - die Wiesn wurde auf einem alten Prager Güterbahnhof nachgestellt - und einem stimmigen Kostümbild fühlt man sich in die Zeit um die Jahrtausendwende zurückversetzt. Dann kontrastieren pompöse Stadtvillen mit Springbrunnen im Garten, dekadenter Empfangshalle und brav arbeitendem Hauspersonal mit den schmutzigen Gassen des Arbeiterviertels Giesing und dem avantgardistischen Gebaren der Schwabinger Bohème bei ihren Partys in schmucken Altbauwohnungen.

Aufgebrochen werden die Rollenbilder der bodenständigen Giesinger und exaltierten Schwabinger schließlich durch die Hoflinger-Brüder: Während sich Roman ganz in der Tradition von „Romeo und Julia“ in die scheinbar unerreichbare Clara verliebt, entdeckt Ludwig sich und seine Sexualität in der Kunstszene Schwabings. „Wir haben alles, was damals politisch oder im Kunstbereich Münchens interessant war oder die Großfamilien, das Magistrat und das liberal-republikanische Dasein anging, recherchiert und daraus unsere Geschichte entwickelt“, beschrieb Drehbuchautor Ronny Schalk die Genese der Serie bei einem Settermin im vergangenen Jahr.
Auch in der Figurenzeichnung ließ man sich von realen Vorbildern inspirieren. Als Vorlage für Curt Prank diente der Nürnberger Wiesnwirt Georg Lang, der 1898 das erste Mega-Bierzelt errichtete und mit dem „Prosit der Gemütlichkeit“ auch musikalisch seine Spuren hinterließ. Das Biermadl Colina Kandl, überzeugend verkörpert von der Münchner Schauspielerin Brigitte Hobmeier, ist angelehnt an das Leben von Coletta Mörlitz, die anno dazumal als erstes bayerisches Pin-Up Girl von sich reden machte.
Dieses Zusammenspiel aus historischer Genauigkeit, künstlerischer Freiheit und einem Füllhorn an gesellschaftlichen Reizthemen der damaligen Zeit zeichnet „Oktoberfest 1900“ aus. Sein Übriges tut der gekonnt getimte Wechsel zwischen Genreelementen: Neben klassischem Familien- und Historiendrama finden sich mit zahlreichen Aufnahmen nebelverhangener Gassen auch Kennzeichen des Film noir. Hinzukommen explizite Gewaltexzesse in der Tradition des Gangsterdramas, die trotz ihrer Drastik die Handlung vorantreiben und nicht nur zum Selbstzweck inszeniert sind. „Der Film muss nach etwas schmecken, nach etwas riechen, man muss das Derbe spüren“, betonte Regisseur Salonen. Ziel erfüllt.
Das Erste zeigt „Oktoberfest 1900“ in Doppelfolgen am Dienstag, 15. September, Mittwoch, 16. September, und Mittwoch, 23. September, jeweils ab 20.15 Uhr. Bereits ab Dienstag, 8. September, gibt es alle Episoden in der ARD Mediathek zu sehen.
Von Julian Weinberger im Weser-Kurier, 1.9.2020

Eine spannende Event-Serie für Wiesn-Freunde und andere
"Oktoberfest 1900" - Der Kampf um das größte Volksfest der Welt
Die Wiesn-Wirte haben sich schon aufgeregt. „Rufschädigend“ sei die Serie. Die Zuschauer könnten glauben, dass es heute noch immer so brutal zugehe. Eine bessere Werbung hätten sich die Macher wohl nicht wünschen können.
Die Männer mit ihren Federn und Baströcken am Isar-Strand verwirren einen am Anfang etwas. Eine Rückblende in die Zeit der Bajuwaren? Nein, die schauten nicht so aus wie diese "Wilden" aus der Südsee, aus Deutsch-Samoa. Was das mit der Wiesn zu tun hat? Viel. Denn ab 1875 wurden dort Völkerschauen mit Menschen aus aller Welt immer populärer, die letzte fand übrigens 1959 statt. Solche "Kannibalen" gaben einem das Gefühl, was Besseres zu sein, und zuzutrauen war ihnen eh alles, selbst ein Mord am ehrwürdigen Giesinger Gasthof- und Brauereibesitzer Ignatz Hoflinger (Francis Fulton-Smith).
"Oktoberfest 1900" heißt die an historische Gegebenheiten angelehnte Eventserie, für die Alexis von Wittgenstein das Konzept entwickelt hat. Ab 15. September wird sie an drei Abenden jeweils mit Doppelfolgen im Ersten ausgestrahlt. Unter der Regie von Hannu Salonen spielt eine Riege von erstklassigen Schauspielern mit. Geht es nach Maximilian Brückner, der einen korrupten, reichen Bierbrauer namens Anatol Stifter verkörpert, sollte man sich das nicht entgehen lassen: „Ein Thriller, ein Drama, eine Komödie - da ist alles drin.“ Noch dazu, wo in diesem Jahr das größte Volksfest der Welt coronabedingt ausfallen muss.
Die Handlung:
Hoflinger ist das erste Opfer des aus Nürnberg stammenden Aufsteigers Curt Prank (Misel Maticevic). Mit seiner Tochter Clara (Mercedes Müller) ist er nach München gezogen, um seinen Traum von der "Bierburg" für 6.000 Gäste zu verwirklichen. 20 Mal so groß wie die sonst üblichen Bierbuden auf dem Oktoberfest soll sie sein. Dafür braucht er die entsprechende Stellfläche; um diese zu kriegen, ist ihm jedes Mittel recht. Kommt er mit Bestechung nicht weiter, hilft ihm sein Mann fürs Grobe (Martin Feifel). Den Gastronom gab es tatsächlich. Er hieß Georg Lang, und in seiner Bierhalle erklang auch erstmals das Trinklied „Ein Prosit auf die Gemütlichkeit“.
Die Hoflinger-Witwe (Martina Gedeck) kämpft derweil ums Überleben der Deibel-Brauerei und um das ihre Familie voraussichtlich sanierende Wiesn-Geschäft. Die Hoffnung möge weiterleben in ihren beiden Söhnen und in „ihrem guten Bier“, hat ihr der Pfarrer bei der Trauerfeier gewünscht. In diese Nebenrolle ist sogar ein echter Priester mit Erfahrung als Wiesn-Kellner geschlüpft: Rainer Maria Schießler.
Auch starke Frauen sind vertreten:
Wie aus einem kraftvollen Sud für ein süffiges Märzenbier haben die Macher aus dem Vollen geschöpft. In den Prager Studios wurde ein München zur Prinzregentenzeit geschaffen mit düsteren Ecken samt farbenprächtigem Oktoberfest, das nichts von der Bussi-Stadt hatte. Dafür gab es eine Schwabinger Boheme mit Kandinsky, Thoma und Gräfin Reventlow. Als diese Künstler beim "Oiden Deibel" im Arbeiterviertel Giesing zu Gast sind, treffen zwei Welten aufeinander. Mittendrin Wirtssohn Ludwig, der als Zeichner für den "Simplicissimus" entdeckt wird und dessen damals noch strafbare Homosexualität ihn erpressbar macht.
Das Bierkartell mag eine Sache der Männer sein, die unter sich die Regeln ausmachen. So gilt seit der Jahrhundertwende, dass nur das Bier von Münchner Brauereien auf der Wiesn ausgeschenkt werden darf. Doch es gibt auch starke Frauen in diesem Mehrteiler. Brigitte Hobmeier spielt das Biermadl Colina Kandl, das mit List zur Anstandsdame von Pranks Tochter wird. Als sie später in ihren Job als Bedienung zurückkehrt, weiß der Wirt die rothaarige Schöne auf Plakaten zu vermarkten, die sie Bierkrüge tragend auf einem Fass zeigen wie die Schützenliesl. Sie wiederum nutzt ihre Bekanntheit, um für sich und ihre Kolleginnen per Streik bessere Löhne auszuhandeln.
Vielseitige Serie:
Liebe, Intrige, Gewalt und Humor - die Serie nimmt einen mit in eine andere Zeit und lässt in Abgründe blicken. Die Wiesn-Besucher kriegen von all dem, was im Hintergrund abgeht, nichts mit. Sie wollen nur - so wie heute auch - für einige Stunden dem Alltag entfliehen.
Deshalb ein Prost auf dieses Fernsehevent. Den verärgerten Wiesn-Wirten sei geraten: „Schwoabts es obe!“ (Spült es runter) - am besten mit einem kühlen Wiesn-Bier, das es zumindest im Handel auch dieses Jahr geben soll.
Barbara Just, KNA/Domradio.de, 3.9.2020




Live-Filmtalk mit den Schauspieler*innen Martina Gedeck, Misel Maticevic, Francis Fulton-Smith, Brigitte Hobmeier und Maximilian Brückner, dem Regisseur Hannu Salonen und Kreativen aus Redaktion und Produktion am 8. September, ab 19 Uhr auf DasErste.de/Oktoberfest1900 und auf Facebook.com/DasErste/live/
Danach alle 6 Folgen in der ARD-Mediathek
Am 15., 16., und 23. September in Doppelfolgen im linearen Fernsehen der ARD/Das Erste, jeweils ab 20:15 Uhr

Bierkrieg in München! Unrund, aber wuchtig: Die ARD stellt noch vor TV-Ausstrahlung ihre Eventserie "Oktoberfest 1900" in der Mediathek bereit. Sorgt die Serie für einen Skandal? „Ein Prosit der Gemütlichkeit“? Ach was! Erpressung, Mord, Korruption: Das sind jetzt nur drei von vielen möglichen Attributen ähnlichen Kalibers, die auf die Miniserie "Oktoberfest 1900" zutreffen. Der Schauspieler Maximilian Brückner hat vielleicht Recht, wenn er sagt, dass noch nie in einer deutschen Serie das gesamte Personal so rau dargestellt wurde. Der Sechsteiler "Oktoberfest 1900" zeigt, was passiert, wenn ein so wichtiger Wirtschaftszweig wie die Bierproduktion vom Kapitalismus mal eben durch die Konzentrationspresse gedreht wird. Die einzelnen Akteure wehren sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mittel gegen ihre existenzielle Bedrohung. [...] "Oktoberfest 1900" ist sehenswert. Das Barocke an der Erzählung, das Überbordende an Handlung sorgen nicht nur für Störer im Genuss der Serie, die Wucht der Geschichte überwältigt auch die Zuschauer. Ob die Handlung ganz plötzlich in Gewalt kippt, ob Schwabings Künstlerszene eine Kneipe stürmt und bei Drogen und Bier eine wilde Partynacht feiert, bis die Polizei den Laden stürmt: langweilig wird einem hier nicht.
Vollständiger Artikel von Jürgen Wittner auf Kulturnews, 7.9.2020

Serienevent über die Wiesn: "Oktoberfest 1900" und die Geburt des Bierzelts
Kein Oktoberfest auf der Theresienwiese 2020. Aber in der ARD Mediathek kämpfen zwei Bierdynastien um die Vormachtstellung auf dem größten Volksfest der Welt. Die Serie "Oktoberfest 1900" wagt eine Zeitreise ins alte München.
Zwei Männer sitzen an einem überdimensionierten Modell des Oktoberfests. Macht, Gier, aber auch Zukunfts-Visionen liegen in der Luft. Es sind die ersten Minuten der Serie "Oktoberfest 1900". In sechs Episoden wird die Geschichte des Nürnberger Großbrauer und Gastronom Curt Prank (Mišel Matičević) erzählt, der plant, fünf kleine Budenplätze auf dem altehrwürdigen Oktoberfest zu übernehmen um seinen größenwahnsinnigen Traum zu verwirklichen - dafür geht er über Leichen. Sein Ziel: „Ich möchte das Oktoberfest neu erfinden. Die Zeiten der kleinen Wirtsbuden sind vorbei. Ich baue eine Bude für 6.000 Menschen. Eine Burg, eine Festung! 6.000 Plätze. Das ist die Zukunft.“
So visionär sein Bierburg-Vorhaben ist, so erbost ist die Welle der Kritik, die in München über ihn hereinbricht: Sein vermessener Plan drängt die kleinen Münchner Traditionsbrauereien, wie das Deibel Bräu der Hoflingers (unter anderem Francis Fulton-Smith, Martina Gedeck), an den Rand der Existenz. Und die Münchener Großbrauer sorgen sich um das bayerische Reinheitsgebot - und vor allem um ihre gesellschaftliche und wirtschaftliche Vormachtstellung.
Das Leben schreibt die besten Geschichten, und so beruht diese Erzählung auf wahren Begebenheiten: Tatsächlich wurde das Bier im 19. Jahrhundert auf dem Oktoberfest noch in kleinen Buden ausgeschenkt. Um mehr Sitzplätze und Platz für eine Musikkapelle zu schaffen, hatte sich 1898 der Wirt Georg Lang aus Nürnberg über Strohmänner fünf Budenplätze gesichert und errichtete hier seine riesige "Bierburg". Der Beginn der großen Bierhallen auf der Theresienwiese.
Ob den Wirte-Krieg daraufhin so stattgefunden hat, ist zwar nicht überliefert, aber die Serie entspinnt aus dieser revolutionären Veränderung diverse Handlungsstränge: Eine Romeo-und Julia-Geschichte in der Curt Pranks Tochter Clara (Mercedes Müller) unerwartet eine leidenschaftliche Liaison mit dem Hoflinger-Sohn Roman (Klaus Steinbacher) eingeht. Der Kampf um die Vormachtstellung zwischen Prank sowie seinem schärfsten Konkurrenten und Gegenspieler Großbrauer Anatol Stifter, herrlich entrückt und brutal gewinnorientiert gespielt von Maximilian Brückner. Und auch die tatsächlich prekäre Lage der "Biermadel" wird erzählt, für die stellvertretend Brigitte Hobmeier als toughe Colina Kandl kämpft.
Kämpfe ziehen sich wie ein roter Faden durch "Oktoberfest 1900": Großbrauer gegen Kleinbrauer, Brauer gegen Wirte, die Bohème gegen die spießige Bürgerlichkeit, Männer gegen Frauen, Jung gegen Alt und - dafür steht die Zeit um 1900 ganz besonders - der Kampf zwischen noch starker Tradition und noch frischer Moderne.
Ein besonderer Streitpunkt ist das Flaschenbier: Ignaz Hoflinger: „Ein Bier aus der Flasche ist kein Bier. Ein gescheites Bier kommt aus dem Fass.“ Und sein Sohn Roman antwortet: „Wir müssen exportieren. Und dafür müssen wir Geld ausgeben, investieren. Einen Kredit aufnehmen. Das macht man heute so.“
Es gibt keine Hänger in diesen sechs Episoden, das Tempo ist von Anfang an hoch und hält bis zum Ende. Die Story um Macht, Intrigen, Familienzusammenhalt und Liebe von den Drehbuchautoren Christian Limmer, Michael Proehl und Ronny Schalk zieht in den Bann und die Figurenentwicklungen sind spannend und vielfältig - erfreulich vor allem, wie viele starke, fortschrittliche Frauen-Charaktere gezeigt werden.
„Mein Vater hat mir alles beigebracht übers Brauen - ich wollte so werden wie er. Dann kam der Ignatz. Ernst hat er mich genommen und stark waren wir zusammen. Bis du gekommen bist. Dann war ich keine Brauerin mehr, dann war ich Mutter.“ – Maria Hoflinger, gespielt von Martina Gedeck, zu ihrem Sohn Roman.
Passend zur Zeit um 1900 ist der Look düster, schmutzig und die Kulisse der dreckigen Gassen, vollen Wirtshäuser und des farbenprächtigen Oktoberfests braucht sich nicht hinter historischen Produktion aus dem Ausland zu verstecken.
Und auch wenn einige Wiesenwirte die Serie "rufschädigend" und "diese negative Darstellung schlimm" finden, macht es großen Spaß, sich in diesem Jahr wenigstens auf dem Bildschirm aufs Oktoberfest zu träumen.
Artikel von Marie Müller auf BR KulturBühne, 7.9.2020

ARD-Serie "Oktoberfest 1900" - Bier her, Bier her, oder I fall um, fallera
Blut, Betrug - und noch a Maß, bittschön! Mit der sechsteiligen Serie "Oktoberfest 1900" liefert die ARD ein opulentes Meisterstück.
Als eine Ersatzdroge eigener Art wird die Sache sowieso funktionieren: Heuer, wie der Bayer sagt, findet das Oktoberfest Corona-bedingt nicht statt. Einige Millionen Liter Bier werden nicht ausgeschenkt, viele Promis werden sich nicht mit ihren Tracht-Experimenten blamieren, unzählige Alkoholvergiftungen bleiben aus. Und das ist natürlich nur eine kleine Auswahl der düsteren Aspekte des Treibens auf der Münchner Wiesn, das sich binnen 210 Jahren zum größten, wohl auch bekanntesten Volksfest der beinahe zivilisierten Menschheit entwickelt hat.
Betrugsversuch beim Ausschank, sexuelle Übergriffe, Schlägereien sonst eher friedlicher Leute gehören unbedingt dazu - und die zuletzt aufgezählten, vornehmlich männlichen Vergnügungen bilden so auch das dramaturgische Skelett der sechsteiligen Serie, in der nicht nur viel Gerstensaft, sondern auch viel Blut vergossen wird. Sie ist nicht heiter. Aber eindrucksvoll.
Das liegt weniger am Drehbuch, das ziemlich vorhersehbar funktioniert. In finsterer Entschlossenheit werden hier zwei Familien gegeneinander getrieben, die stur in den Verhaltensweisen ihrer Milieus verhaftet sind: Der Nürnberger Großbrauer und skrupellose Geschäftsmann Curt Prank, der auf der Wiesn eine "Bierburg" für 6000 Gäste errichten will, zwanzig Mal so groß wie die üblichen Bierbuden auf dem Oktoberfest, und der seine Tochter in die höheren Kreise zu verheiraten beabsichtigt. Und die katholisch-kleinbürgerliche Familie Hoflinger, deren Deibl-Brauerei im kapitalistischen wie korrupten Verdrängungskampf unterzugehen droht.
Hier wird gemordet, dort gebetet, hier wird bestochen und dort am Ende das Messer gezückt. Zudem finden, als wär's ein Stück von Shakespeare, die Kinder der verfeindeten Familien in Liebe zueinander, und so nimmt das Drama seinen geregelten Verlauf.
Andererseits: Um diesen Romeo-und-Julia-Plot herum entwickelt der Regisseur Hannu Salonen, der einige "Tatorte" für den Saarländischen Rundfunk produziert hat, ein komplexes und faszinierend abstoßendes Gesellschaftspanorama der bayrischen Hauptstadt um die vorletzte Jahrhundertwende. Die Boheme- und Künstlergruppe im Schwabinger "Wahnmoching" - starring: Thomas Mann und Franziska zu Reventlow - hat exzessiv schwüle Auftritte, die herrschaftliche Münchner Oberschicht dreht sich in ihren überdekorierten Villen spätfeudal um sich selbst, das Proletariat schwitzt und leidet wie gemalt. Sogar die kolonialistische Liebe zum horriblen Naturmenschen hat ihren historisch korrekten Auftritt: Auf dem "Oktoberfest 1900" werden "echte Kannibalen aus Deutsch-Samoa" vorgeführt - und natürlich erst mal für eine der diversen Untaten im Wiesn-Kampf verantwortlich gemacht.
Die Geschichte spielt sich in erheblichem Tempo ab. Kurze Szenen, harte Schnitte sorgen für eine vorwärtsdrängende Atmosphäre, die exzellente Kamera (Felix Cramer) überrascht mit ambitionierten Perspektiven, die Musik (Michael Klaukien) durch Stilreichtum und Ironie - wie der Untermalung einer Wahnmochinger Orgie mit einer Variation des psychodelischen Beatles-Hit "Lucy in the Sky with Diamonds". Vor allem Licht und Soundtrack überführen das Drama immer wieder in traum- und märchenhafte Sequenzen, machen die Künstlichkeit, als wär's ein Caravaggio, zur Kunst und die Raserei zum Genuss.
Und schließlich sorgt das exzellente Ensemble dafür, dass das schauerliche Spektakel beklemmend bleibt bis zum Schluss: Mišel Matičević und Martina Gedeck als Antipoden geradezu antikischer Gewalt, die jungen Liebenden Mercedes Müller und Klaus Steinbacher als facettenreiche Verkörperungen adoleszenten Eigensinns; Maximilian Brückner als lasterhafter Intrigant, die überragende Brigitte Hobmeier als gequälte Heldin aus dem Proletariat - durchweg, bis in die Nebenrollen hinein, ist das Schauspiel intensiv und subtil zugleich.
Die Körper und ihre Schmerzen und Leidenschaften regieren, vom entzündeten Zahn bis zur entfesselten Libido, von der Selbstzucht der versteiften Bürger bis zur Hinterzimmerparty ihrer queeren Kinder: ein hitzig inszeniertes Fest des kühlen Blicks auf Vorfahren, die man sich vom Leibe halten will.
Die sechs Folgen von "Oktoberfest 1900" sind ab 15. September im Ersten zu sehen und stehen bereits jetzt in der ARD-Mediathek. Netflix hat die internationalen Rechte erworben und wird die Serie ab dem 1. Oktober unter dem Titel "Oktoberfest - Beer & Blood" weltweit in neun Sprachen auswerten.
Artikel von Elke Schmitter im Spiegel, 8.9.2020

Serie "Oktoberfest 1900": Bayerischer Bierkampf
Auf dem Oktoberfest wird ja ausgiebig die Gemütlichkeit besungen. Aber die Wiesnwirte zeigten sich Anfang August von ihrer ungemütlichen Seite: Die ARD-Serie "Oktoberfest 1900" ließ sie erzürnen - schon Wochen vor der Ausstrahlung. „Auch wenn es eine fiktive Darstellung sein soll, ist diese negative Darstellung schlimm“, sagte Festwirt Christian Schottenhamel. „Unsere Gäste werden denken: Das ist heute auch so.“ Und der zuständige Münchner Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) kündigte gar an, die faktische Grundlage der fiktiven Serie "historisch prüfen" zu lassen. Deutschlandweit griffen sommerloch-geplagte Medien die lustige Posse auf, "Oktoberfest 1900" erhielt somit beste kostenlose PR.
Ab heute (8.9.20) ist die sechsteilige Serie in der ARD-Mediathek zu sehen, eine Woche später im Ersten. Warum die ganze Aufregung? "Oktoberfest 1900" erzählt von erbitterten Kämpfen der Brauer und Wirte um die Jahrhundertwende. Es fließt nicht nur viel Bier, sondern auch viel Blut. Sollten die Zuschauer, wie Wiesnwirt Schottenhamel annimmt, also tatsächlich denken, dass es noch heute so zugeht wie in dieser fiktiven Variante des Jahres 1900 - dann müssten sie den Wirten zutrauen, sich für eine Wiesn-Konzession gegenseitig umzubringen.
Die Hauptfigur von "Oktoberfest 1900" ist dazu nämlich bereit. Sie basiert auf einer realen Figur, dem Nürnberger Großgastronomen und Brauer Georg Lang, der die Wiesn um die Jahrhundertwende revolutionieren wollte. Bis dahin standen dort viele kleine Bierbuden. 1898 ergaunerte Lang fünf von deren Stellplätzen und baute darauf seine "Bierburg" mit Musikkapelle und Platz für 6.000 Gäste. Außerdem brachte er das Lied "Ein Prosit der Gemütlichkeit" auf die Wiesn und erfand den Zuruf "Oans, zwoa, gsuffa", der bis heute den Zweck erfüllt, dass es meistens nicht bei ein, zwei Maß bleibt.
Die von Mišel Matièeviæ gespielte Serien-Version dieses Georg Lang heißt Curt Prank und ist unübersehbar stark überzeichnet: Er will den Erfolg um jeden Preis - Gewalt, Erpressung, Mord und Totschlag inbegriffen. Damit macht er sich selbstredend Feinde: das Kartell der Münchner Großbrauer samt dem zwielichtigen Anatol Stifter (Maximilian Brückner) und das Giesinger Brauer-Ehepaar Hoflinger (Martina Gedeck und Francis Fulton-Smith). Dann verlieben sich Pranks großbürgerlich erzogene Tochter (Mercedes Müller) und der deftig zupackende Sohn der Hoflingers (Klaus Steinbacher), und die Konfliktlage wird noch komplizierter.
„Dramaturgisch ist es natürlich sehr viel interessanter, wenn antagonistische Kräfte aufeinanderprallen, als wenn alle nur zusammen schunkeln“, sagt der Münchner Produzent Alexis von Wittgenstein. Er hatte die Idee, eine historische Serie über das Oktoberfest zu drehen. Gemeinsam mit seinem Münchner Mit-Produzenten Felix von Poser und Headautor Christian Limmer entwickelte er sein Konzept weiter, und aus der über 200-jährigen Geschichte der Wiesn wählten sie die Jahre um 1900. „Wir haben versucht, den richtigen Zeitpunkt zu finden, der auch in die Gegenwart wirkt“, sagt Christian Limmer. „Und wir entdeckten die Geschichte von Georg Lang.“
Diese war aber nur ein Grund, warum die Macher ihre Oktoberfest-Saga in die Zeit um 1900 legten. „Das war der Beginn der Moderne, wie wir sie kennen, in kapitalistischer, kultureller, gesellschaftlicher Sicht. Es war der Aufbruch ins 20. Jahrhundert“, sagt Ronny Schalk, der als Autor zum Projekt stieß. „In den Jahren um 1900 war so viel im Umschwung“, ergänzt Christian Limmer. „Da gab es die Anfänge der Frauenbewegung, die Schwabinger Bohème, so viele Themen, die uns in die Hände gespielt haben.“
So haben viele historische Figuren Auftritte in "Oktoberfest 1900", darunter Fanny zu Reventlow, Thomas Mann oder das Münchner Biermadl Coletta Möritz, der später der Wiesn-Hit "Schützenliesl" gewidmet wurde. Letztere inspirierte die Macher zu der Figur Colina Kandl, die von Brigitte Hobmeier gespielt wird. „Erst gab es sogar noch mehr Figuren, aber wir mussten reduzieren, sonst hätten wir zehn Folgen drehen müssen“, sagt Limmer. „Bei Albert Einstein taten wir das schweren Herzens, weil wir die Geschichte seines Vaters toll fanden.“ Dessen Elektrotechnische Fabrik erleuchtete das Oktoberfest in den 1890ern mit Bogenlampen.
Um das Projekt mit diesem prallen Stoff voranzutreiben, hatte sich Alexis von Wittgenstein mit dem Kölner Produzenten Michael Souvignier zusammengetan. Der BR sagte 2016 schon beim ersten Meeting zu, aber die Entwicklung und die Finanzierung des Großprojekts dauerten lang. „Man braucht sehr viel Geld, um eine historische Serie zu inszenieren“, sagt Wittgenstein. „Und durch die Streaming-Dienste haben wir einen ganz anderen Wettbewerb als noch vor zehn Jahren. Die deutschen Serien wollen sich an internationalen Serien messen lassen.“ Die Produzenten sammelten das nötige Geld bei vielen Stellen ein: beim BR, bei ARD Degeto, MDR und WDR, bei einer tschechischen und drei deutschen Filmförderungen.
Die internationalen Rechte erwarb Netflix - mit Blick auf den Weltmarkt war es sicher eine kluge Idee, eine Geschichte über das Oktoberfest zu erzählen. „Das ist eine weltweite Marke aus Bayern, die ungeschützt ist“, sagt Wittgenstein. „Die Überlegung, wie man aus Deutschland heraus etwas schaffen kann, das Relevanz hat für die Welt, war ein Hintergedanke, aber nicht der Motor.“
Um nicht bereits für das deutsche Publikum untertiteln zu müssen, sprechen die Figuren Hochdeutsch oder bestenfalls mit bairischer Färbung. Gedreht wurde von Mai bis August 2019 unter der Regie von Hannu Salonen. In den Bavaria Filmstudios wurden das Interieur einer Schwabinger Bohème-Wohnung und einer Haidhausener Arbeiterwohnung gebaut, in Dachau Wirtshausszenen inszeniert. Gedreht wurde außerdem im Münchner Rathaus und in den Isarauen, und die unterirdischen Gewölbe, in denen sich die Großbrauer treffen, fanden die Location Scouts in Katakomben unter Landshut.
Außerdem wurde in Nordrhein-Westfalen gedreht und in Tschechien. „Wir mussten zwangsläufig dorthin ausweichen, weil 2019 extrem viel gedreht wurde und es sehr schwierig war, in Deutschland für so einen langen Zeitraum ein komplettes Team zusammenzustellen. Der Fachkräftemängel war eine richtig große Hürde“, sagt Wittgenstein. Zudem fand man in Tschechien eine unsanierte Brauerei mit Sudhaus. Auf einem stillgelegten Bahnareal in Prag wurde eine Oktoberfestgasse gebaut, und in einem Studio die Innenszenen des Festzelts gedreht. Der Rest dieses historischen Oktoberfests ist mit visuellen Effekten am Computer entstanden.
Die feiernden Menschen aber waren aus Fleisch und Blut. „Wir haben drei Tage lang mit 300 komplett ausstaffierten Komparsen gedreht“, sagt Wittgenstein. „Die Drehtage fingen morgens um 2 Uhr an und dauerten den ganzen Tag.“ Bekamen die Komparsen wenigstens Bier, um bei passender Laune zu bleiben? „Nur Alkoholfreies, sonst wären sie nach zwei Stunden eingeschlafen“, sagt Wittgenstein. „Die Armen hatten auch tolles Essen vor sich stehen und durften es nicht essen.“
Das Ergebnis wirkt nicht historisch, sondern ziemlich heutig, auch in der Sprache. „Es ist weniger ein Historienfilm, sondern ein Familienepos, das vor historischem Setting stattfindet. Wir wollten uns nicht sklavisch an historische Gegebenheiten halten, sondern in einer mikroskopischen Welt eine Geschichte erzählen, die jetzt noch interessant ist“, sagt Ronny Schalk.
Fragt man nach fiktiver Inspiration, nennen die Macher die Gangster-Serie "Peaky Blinders" oder "Der Pate", vor allem aber betonen sie ihr Ziel, etwas Eigenes zu schaffen. „Es sollte sich abheben von dem, was wir sonst so sehen“, sagt Limmer. „Ich wollte nichts machen, was wie "Boardwalk Empire" aussieht, aber ich wollte das Gefühl haben, mit "Boardwalk Empire" mithalten zu können.“ Die jüngere Wiesn-Geschichte hat immerhin dazu geführt, dass die Macher ihren Blick auf die interessante Welt hinter den Kulissen lenkten. „Was mich auch inspiriert hat, war die Geschichte von Sepp Krätz, der die Konzession für das Hippodrom verloren hat“, sagt Alexis von Wittgenstein beim Interviewtag. „Es war spannend: Wer bekommt dann die Konzession? Ohne die Hintergründe genau zu kennen, fühlt es sich schon ein wenig danach an, als ob das ein innerer Kreis ist.“
Der fiktive Personenkreis seiner Serie soll länger als nur für sechs Folgen auf dem Bildschirm zu sehen sein - die erste Staffel endet offen. „Wir hoffen, dass die Serie in den kommenden Jahren dann parallel zum Oktoberfest läuft“, sagt Wittgenstein. Falls das Publikum den Daumen hebt und tatsächlich eine zweite Staffel gedreht wird: Ob die Macher dann nächstes Jahr wieder auf die (unfreiwillige) PR-Unterstützung der Wiesn-Wirte zählen können?
Artikel von Dominik Petzold in der AZ München, 8.9.2020

~ Premiere ~
Einstündiger Live-Filmtalk als Premiere von "Oktoberfest 1900" mit Martina Gedeck, Brigitte Hobmeier, Francis Fulton-Smith, Maximilian Brückner, Regisseur Hannu Salonen, den Produzenten Till Derenbach von Zeitsprung Pictures und Alexis von Wittgenstein von Violet Pictures, Drehbuchautor Ronny Schalk, und per Video aus Berlin zugeschaltet Misel Maticevic am Dienstag 8. September 2020 ab 19 Uhr im Literaturhaus München, Moderation Christina Wolf. ~ Den Livetalk gibt es zum Wiederschauen hier. Alle Episoden und Videos der Serie sind in der ARD-Mediathek. ~

v.l. Produzent Till Derenbach von Zeitsprung Pictures, Drehbuchautor Ronny Schalk, Moderatorin Christina Wolf, Schauspielerin Martina Gedeck und Produzent Alexis von Wittgenstein von Violet Pictures

v.l. Maximilian Brückner, Brigitte Hobmeier, Christina Wolf, Francis Fulton-Smith und Regisseur Hannu Salonen

"Prost" an Ende der Gesprächsrunde. v.l. Maximilian Brückner, Brigitte Hobmeier, Christina Wolf, Francis Fulton-Smith, Martina Gedeck und im Insert Misel Maticevic. Screenshots: EFi

Fotos: Felix Hörhager / dpa / picturedesk.com


v.l. Maximilian Brückner, Brigitte Hobmeier, Martina Gedeck, Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Francis Fulton-Smith
Meine Meinung:
Ich habe gestern sowohl den Livetalk geschaut - vielleicht hätte man den Gesprächsteilnehmer*innen die Fragen vorher geben sollen, dann wären es weniger "ähs" geworden, und eher Aussagen zur Serie - aber geschenkt, als auch hinterher alle sechs Folgen am Stück, per Beamer auf einer 3x5 Meter Leinwand.
Die Serie ist beeindruckend, visuell und darstellerisch. Das erklärt auch warum z.B. Brigitte Hobmeier schon nach dem Lesen ihrer ersten Szene sofort zugesagt hatte, und ihre Colina ist wirklich ganz bezaubernd und amüsant. Maximilian Brückner gibt den Anatol Stifter dermaßen widerlich überzeugend gut, dass man ihn 'neihauen könnte - aber vermutlich täte dem Stifter das so richtig gefallen, also lieber nicht. Maxi kann nicht schlecht spielen, und Widerlinge mag er offenbar ganz besonders. Für Zartbesaitete gibt es viel Blut und noch mehr Morde, aber die meisten "Tatorte" sind grausiger. Bei Ausstattung, Kostümen und den zumeist unaufdringlichen visuellen Effekten wurde Wert auf authentische Durchführung gelegt, und das Geld dafür ist gut angelegt. Auch alle Rollen sind gut, und zum Teil überraschend, besetzt und die Beziehungen untereinander funktionieren. Ein junges Liebespaar mit noch unverbrauchten Schauspielern (Mercedes Müller und Klaus Steinbacher) ist endlich eine Abwechslung zum Üblichen.
Die Geschichte ohne Unterbrechungen zu sehen bringt das atemlose Gefühl der 16 Tage Oktoberfest überzeugend auf den Schirm, aber im Fernsehen wären 4,5 Stunden am Stück dann doch zu lange.
Was allerdings nervt, ist die ebenso permanente wie nervtötende *Musik- und Gesinge*-Beschallung jeder Szene - ich meine damit aber nicht Brigitte Hobmeiers schöne Gesangseinlagen oder das Titellied. Ob es aber eine Fortsetzung braucht ... ich glaub eher nicht. ~ EFi, 9.9.2020


Landshut: ARD-Serie "Oktoberfest 1900" in der Burg Trausnitz gedreht

Der Vorstandsvorsitzende der Capital Bräu AG, Anatol Stifter (Maximilian Brückner) erklärt seine Strategie vor dem Münchner Braukartell in den Brauereikatakomben
Fotos: ARD Degeto/BR/MDR/WDR/Zeitsprung Pictures GmbH/Stephan Pick

Anatol Stifter (Maximilian Brückner, l.) und die anderen Münchner Großbrauer haben Curt Prank (Misel Maticevic, r.) unter einem Vorwand vor das Braukartell geladen, um ihn zu demütigen

Oben, hoch über den Dächern Landshuts, liegt er - der Bierkeller des Münchner Bierkartells beim Oktoberfest um die Jahrhundertwende. Geheime Dinge werden dort im Bierkeller besprochen, wenn Maximilian Brückner alias Anatol Stifter seine Pläne vorm Bierkartell darlegt. Münchner Bierkartell? Bierkeller? Hoch oben über Landshut? Klingt komisch, ist aber so: In den unterirdischen Weinkellern der Burg Trausnitz hat im Juli 2019 ein großes Drehteam um Regisseur Hannu Salonen seine Kameras und Technik aufgebaut. Diese imposanten Räume liegen nicht weit von der Landshuter Altstadt entfernt. Der echte Weinkeller kann übrigens nur bei Sonderführungen besichtigt werden.
Vollständiger Artikel von Claudia Hagn in Landshuter Zeitung, 11.9.2020

Gangs von München - Grandioser Regie-Streich: Die Miniserie "Oktoberfest 1900" mit Mišel Matičević ist weit mehr als ein prominent besetztes Sittengemälde
Wenn es sich nicht gerade um epochale Ereignisse handelt, stellt sich bei historischen TV-Stoffen stets die Frage: Warum sollten sich Fernsehzuschauer im 21. Jahrhundert für einen Kampf ums Münchener Oktoberfest vor 120 Jahren interessieren? Diese famos besetzte Bier-und Blut-Saga braucht jedoch nur wenige Augenblicke, um jeden Zweifel zu tilgen. Das liegt auch an der auf wahren Begebenheiten basierenden epischen Handlung, die alsbald Shakespeare-Format annimmt.
Zu einem „Event“, das den Vergleich mit "Babylon Berlin" durchaus nicht scheuen muss, wird "Oktoberfest 1900" jedoch durch die Inszenierung Hannu Salonens. Dank der famosen Bild- und Lichtgestaltung von Kameramann Felix Cramer fasziniert das mitunter deftig-saftige Sittengemälde mit optischen Anleihen bei wesensfremden Genres wie dem Western oder dem Horrorfilm.
Diese originelle Art der Umsetzung war Salonens Idee. Der gebürtige Finne hat ab 1992 an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin studiert und lebt seit vielen Jahren am Bodensee. Er hat zunächst viel für die ARD-Sonntagskrimireihen "Tatort" und "Polizeiruf 110" gearbeitet, in den vergangenen Jahren aber vor allem fürs ZDF gedreht, darunter die zweite Staffel der Reihe "Schuld" nach Ferdinand von Schirach und einige Beiträge für "Die Toten vom Bodensee" sowie vor allem die im Februar ausgestrahlte Serie "Arctic Circle".
Ein Drehbuch, sagt Salonen, enthalte in der Regel keine Anweisungen für die Umsetzung, das sei Sache des Regisseurs. „Gute Drehbücher zeichnen sich allerdings durch eine bestimmte Tonalität aus, die mich in diesem besonderen Fall dazu inspiriert hat, gewisse Stilmittel anzuwenden.“
Bei den historischen Stoffen, die ihm bislang angeboten wurden, sei das nur ganz selten der Fall gewesen. „Meist stellten die Drehbücher in solchen Fällen eine sehr ernsthafte Auseinandersetzung dar, was oft dazu führt, dass die Verfilmungen wie historische Dokumentationen aussehen, aber ein Film über die Folklore des Oktoberfestes hätte mich überhaupt nicht interessiert.“
Das Drehbuch von Ronny Schalk und Christian Limmer habe ihm die Chance eröffnet, einen Film zu drehen, der sich dank expressiver Stilmittel grundlegend von anderen Werken dieser Art unterscheide ("Oktoberfest 1900", Dienstag, 15. 9., Mittwoch, 16. und 23. 9., jeweils in Doppelfolgen ab 20 Uhr 15 im Ersten). „Im öffentlich-rechtlichen Historienfilm versteckt sich die Kamera gern, aber in "Oktoberfest 1900" steht sie bewusst im Vordergrund, sie wird zu einer weiteren Hauptfigur; und das hat natürlich auch Einfluss auf die Erzählweise.“
Auf diese Weise, hofft er, hole der Film den Zuschauer aus seiner distanzierten Beobachterposition heraus und befördert ihn mitten hinein ins Geschehen. Er wird gewissermaßen Teil der Geschichte. „Aber dann lösen wir diese Illusion unerwartet wieder auf und wechseln in eine Art göttliche Perspektive.“
Zwischendurch erinnert die Geschichte allerdings auch an ein Mafia-Epos im Stil von Martin Scorseses "Gangs of New York". Dazu passt das zentrale Motiv, denn im Grunde erzählt "Oktoberfest 1900" die Geschichte einer Rache. Curt Prank musste in jungen Jahren hilflos mit ansehen, wie sein Vater grausam erschlagen wurde. Mit der entsprechenden Rückblende beginnt die erste Folge. Vierzig Jahre später ist aus dem Kind ein Mann geworden, der bei der Durchsetzung seiner Ziele über Leichen geht.
Prank (Mišel Matičević), ehemaliger Bordellbesitzer aus Nürnberg, hat eine Vision: Anstelle von fünf kleinen Buden will er auf der Theresienwiese eine „Bierburg“ errichten, in der 6000 Menschen Platz finden. Mithilfe von Bestechung und Auftragsmord bekommt er den nötigen Platz.
"Bier und Blut" lautete der Arbeitstitel dieses TV-Projekts, und blutig geht es zwischendurch in der Tat zu. Hintergründig geht es jedoch auch um Rassismus. Der Mord wird Kannibalen aus Polynesien in die Schuhe geschoben. Sie sind die Attraktion des Oktoberfests im Jahr 1900. Diese Ebene, erzählt Salonen, sei in den Büchern nur leicht angedeutet gewesen. Die Samoaner seien „erst beim Drehen und dann noch stärker im Schneideraum zu mythischen Figuren geworden, weil sie als Einzige das unmoralische Handeln der Akteure durchschauen“.
Letztlich gehe es in der Serie um den dünnen Firnis der Zivilisation und das dünne Eis unserer Moralvorstellungen. Jede Figur trete mindestens einmal auf die dunkle Seite.
Für die ARD ist "Oktoberfest 1900" ein äußerst ungewöhnliches Projekt, was sich auch am Interesse von Netflix zeigt. Der Streamingdienst wird die Serie auf dem Weltmarkt anbieten. Umso dankbarer ist Salonen, dass er seine „für öffentlich-rechtliche Verhältnisse durchaus extravaganten Vorstellungen realisieren durfte“.
Artikel von Tilmann P. Gangloff in Der Tagesspiegel, 14.9.2020

"Oktoberfest 1900": Das Bierzelt als menschlicher Abgrund
Die neue ARD-Serie zerlegt den urbayerischen Mythos von Geselligkeit und Folklore. Die Wiesn ist nichts als Geschäft – und mit Darstellern wie Mišel Matičević, Martina Gedeck und Klaus Steinbacher ein mitreißendes Spektakel über Niedertracht in Tracht.
Oktoberfest 1900 klingt allein Dank der Jahrhundert wendenden Jahreszahl nach einer Serie, die historische Fragen aufwirft. Dabei stellt sie vor allem eine Grundsatzfrage, die heute so aktuell ist, wie sie es schon im Circus Maximus des alten Rom war: Was genau feiert der Mensch eigentlich, wenn er Feste feiert?
Der Feiernde hat darauf viele Antworten: Wir feiern das Miteinander, das Zusammenkommen, die Hochzeit, den Geburtstag, das erfolgreiche Quartal. Wir tanzen, wir küssen uns, wir liegen uns in den Armen. Wir feiern das Leben. Wir ziehen uns dafür gut an oder wir ziehen uns spontan aus. Wir drehen durch. Wir besaufen uns.
Eine andere Perspektive auf das Feiern hat der Wirt. Für ihn ist all das ein Geschäft – und wenn das Münchner Oktoberfest das größte Volksfest der Welt ist, dann ist es natürlich auch eines der größten Geschäfte. Genau darauf fokussiert die neue ARD-Serie Oktoberfest 1900, in der das Bier eher appetithemmend aussieht.
Der Nürnberger Bierbrauer Curt Prank, unfassbar böse gespielt von Mišel Matičević, kommt im Jahr 1899 nach München, um die Wiesn zu revolutionieren. Aus den kleinen Saufstadeln will er große Bierburgen machen, tatsächlich die Vorläufer der heutigen Bierzelte. Er zieht damit den Hass der Münchner Brauereien auf sich, ein Männerbund aus herrschsüchtigen Despoten wie sie niederträchtiger nicht sein könnten, angeführt vom Super-Intriganten Anatol Stifter, sehr witzig gespielt von Maximilian Brückner. Dass da neben dem Bier auch bald Blut fließen wird, lässt sich dem Stellungskrieg um Schanklizenzen auf der Theresienwiese schnell entnehmen.
Wo große Geschäfte gemacht werden, entstehen Abhängigkeiten. Die werden in Oktoberfest 1900 vor allem über die Frauenfiguren erzählt. Die bei Familie Prank für die Erziehung der Tochter engagierte Anstandsdame Colina Kandl, ganz toll gespielt von Brigitte Hobmeier, ist das eigentliche Zentrum der Serie. Sie verkehrt in allen Schichten, die sich auf der Wiesn begegnen – und als einer der wenigen guten Menschen spiegelt sich in ihrem Kampf ums Überleben die Bösartigkeit der anderen. “You wanted it darker”, hört man Leonard Cohen an einer Stelle heiser singen.
Die Anstrengungen der Anstandsdame bei der Erziehung der Prank'schen Tochter Clara (Mercedes Müller) reichen jedoch nicht weit genug, um sie von einem Tête-à-Tête mit dem Sohn der Hoflinger-Brauerei abzuhalten, ausgerechnet der Endgegner ihres Vaters. Die Hoflingers an sich sind eine so spannende Familie, dass man aus ihnen eine eigenständige Serie als bayerisches Anti-Buddenbrooks hätte machen können. Aber auch so genügt die Rolle des Sohnes Roman Hoflinger (super Typ: Klaus Steinbacher) zu der größten Hoffnung auf eine zweite Staffel. Aber auch der schneidige Sohnemann ist natürlich böse genug, gegen die eigene Mutter (Martina Gedeck) ins Feld zu ziehen. Es geht halt ums Geschäft.
Dass zu all den eingefangenen Schichten des historischen Münchens auch die Schwabinger Bohème zählt, in der hübsche junge Menschen Nietzsche zitieren und sich in vom Absinth getragenen Sex-Orgien vereinigen, stellt den Anspruch von Oktoberfest 1900 klar: In der ARD-Primetime mindestens so zu glänzen, dass die ARD-Mediathek sich anfühlt wie die coolen Produktionen von Sky, siehe "Babylon Berlin", die einstige Über-Serienschmiede HBO oder eben Netflix. Dort wird Oktoberfest 1900 übrigens international ausgespielt werden. Das riesige Freilichtmuseum Bayern mal ein wenig zu entfolklorisieren, macht mit dieser Serie jedenfalls bösen Unterhaltungsspaß. Es spricht für die Erzählhaltung, dass es ausgerechnet die heutigen Wiesnwirte waren, die als Erste in der BILD-Zeitung gegen Oktoberfest 1900 stänkerten. Die Abgründe sind tief, die Dialoge scharf, die Schnitte schnell, wenn es passt, und die Bilder einladend. Nicht zum Feiern, aber zum Hinschauen. Das Bier sieht wirklich unappetitlich aus.
“Oh Bruada, schau hin”, das ist ein altes Tiroler Volkslied, das zu Beginn der ersten Folge der Serie von einem Chor angestimmt wird, nachdem ein am Isarufer vor der Stadt kampierender “Kannibalen”-Stamm einen abgetrennten Schädel aus dem Wasser zieht. Ja, schau hin, Bruada, wie sich der Mensch beim Feiern auf der Wiesn in einer Bierpfütze spiegelt. Oder schau jetzt auf die leere Theresienwiese, wo eigentlich in den nächsten Tagen Anstich gewesen wäre und in zweieinhalb Wochen rund sechs Millionen Besucher gekommen wären, um – nun ja – zu feiern. Schau hin, wie da jetzt irgendwo in der Abendsonne auf der leeren Wiese im Staub eine kleine Yogagruppe den Sonnengruß macht. Recht friedlich. Aber Yoga, Ruhe und Self-Awareness, auch das soll ja ein Geschäft sein.
Artikel von Ulf Pape auf GQ Germany, 15.9.2020




"Oktoberfest 1900" – Der TV-Mehrteiler begeistert: Video
2:59 Min.-Bericht aus der "Brisant"-Sendung vom 16.9.2020, ab 17:35 Uhr in der ARD, mit Ausschnitten aus der Serie, und Interviewschnipseln mit Mišel Matičević am Set in Prag, mit Maximilian Brückner und Regisseur Hannu Salonen nach dem Premieren-Live-Talk vorm Münchner Literaturhaus, und mit Brigitte Hobmeier in einem Münchner Biergarten.
„Entweder werde ich des Landes verwiesen - zumindest in Bayern, oder ich werde zum Ehrenbürger. Ich weiß es noch nicht so genau.“ Hannu Salonen



Colina Kandl auf dem Werbeplakat für die Wiesnbude vom Lochner-Bräu, gemalt von Gustav Fierment

English dubbed Netflix-Trailer for "Oktoberfest 1900" – The 6-part series will be available internationally thru Netflix from Oct 1 on under the title "Oktoberfest: Beer & Blood": A young girl falls in love with a poor brewer's son. Their relationship is opposed by the girl's father, a rich mobster who has come to town to try to bully his way into the inner circle of Munich's brewery dynasties. Deceit, betrayal and murder ensue when two powerful family breweries go to war over the world-famous beer festival in early 20th-century Munich.

"Oktoberfest: Beer and Blood": Interview with series director Hannu Salonen
We chatted with Oktoberfest Beer and Blood director Hannu Salonen about his bold, provocative, and thrilling new series, releasing on Netflix Oct. 1!
As we dive headfirst into fall, Netflix is gearing up to release another German series that is sure to enthrall audiences across the globe. Oktoberfest Beer and Blood is a captivating historical retelling of the bloody events in the famous German celebration’s early years.
I had the chance to chat with the series director Hannu Salonen (Arctic Circle) via an email interview. I also watched the first few episodes of the series, and I think audiences will enjoy it!
Before diving into the interview, let me tell you a little about the series. Co-written by Ronny Schalk of Dark fame, Oktoberfest Beer and Blood centers around Curt Prank, a show master and brewer who wants to change Munich traditions. Beer becomes a mediator between all of the characters as they fight for power. Family battles, secrets, and power struggles make it evident that there is no beer without the cost of blood.
Not only is Oktoberfest Beer and Blood a visually stunning period piece, but it has a lot of surprising comedic moments, heart, romance, and shocking violence. Who knew beer would be so dramatic?
Show Snob: Oktoberfest is such a renowned festival nowadays, we have a theme park here, not sure if you’ve heard of it, Busch Gardens — which promotes Anheuser-Busch — where it’s one of the themes in a section of the park. But I’ve never known much about its history despite its enduring popularity. What sparked the idea to explore Oktoberfest’s evolution, and what made you think it would serve as a great crime drama?
Hannu Salonen: Besides German engineering art, Oktoberfest is one of the best known German brands globally and the largest folk fest on earth. But even here, people are not familiar with the origins of Oktoberfest. It wasn’t always about those huge tents for 10,000 people. It was quite the opposite. It was more of a bunch of wooden huts with some farmers showing off their cows and bulls along with a horse race. We show the transition from one state into another: a man named Georg Lang came to town and changed everything about Oktoberfest. He was called “Crocodile Georg,” because he wore boots made out of crocodile leather. It was practically impossible for an outsider to operate business-wise during Oktoberfest, but he managed to pull through. In 1898, he built the first huge tent for 6,000 people. He was also a show business guy and established the idea with the big band, whereas before his era, only some lonesome piano men and fiddlers had been playing in the huts. Additionally, he invented THE drinking song called “Prosit auf die Gemütlichkeit” (“Cheers to the coziness”). Obviously, Georg Lang served us as a kind of a prototype in this social Darwinist game where the survival of the strongest prevails. It’s interesting to me because it feels like even today there’s a type of a hush about this guy – he was and stayed a stranger. He was like a knife in the flesh of the mighty ones of Munich at that time and scarcely anybody knows this backstory. One of my producers who originates from Munich dug out the character during his search for intriguing aspects about Oktoberfest.
Show Snob: Watching Oktoberfest Beer and Blood, I was reminded of some of the other big crime dramas like Boardwalk Empire and The Sopranos. Did any of those series serve as an inspiration for the show?
HS: I gain inspiration from series that adventure into the true depths of its characters and lets them dive into potentially dark and murky waters of missing dignity, where moral and ethics share a certain biblical or at least a mythical dimension in terms of its universality. So in this genre, you quickly end up with the kind of visual language and approach that relates to that “Biblicality”. It’s about very archaic features of the human condition – a touch of Shakespeare always resonates underneath. I didn’t seek to take after any given show, least of all a masterpiece like The Sopranos.
Show Snob: Speaking of, Curt Prank is a really layered, complicated man at the forefront of this show, what were your goals when creating his character?
HS: The process wasn’t black and white. The complexity of life and morals were always bound to stay in the foreground and it was essential to show the inner contradictions of each character. Each of them will become flawed, most of them are stained with blood in the course of the show, at least in terms of ethics. In the case of Prank, I really wanted to characterize a self-made man with an extremely poor background and a childhood as an orphan without a home. A man who has faced an uphill battle, but managed to entirely become someone else. For me, Prank is like a king of entertainment, a pop star of his time. But it was always about the engine inside of him, the motor – what does this man actually want to compensate? Of course, he’s a “the end justifies the means” type of guy, but he certainly just wants to be a good father and an accepted and beloved member of the establishment. It’s tragic that he probably never will achieve that status by not having the right pedigree.
Show Snob: I was surprised by how many genuinely humorous moments there were in the series, did you guys create the series with the intention of blending genres?
HS: I see myself as a big child in a sandbox playing with my characters. The sandbox is the setting, in our case, Oktoberfest. The shovel is perhaps the molding device, it defines the style and the genre. I just love having different shovels. I make them go together although they differ in size, color and form. Humor and irony are, to a certain extent, essential to the whole series. I wanted to be free and stay childish about the fact that it’s a period piece. Lots of times the period stuff tends just to be awestruck by history or the setting alone not waging into the dimension of being courageous enough to mold that world according to your needs. I didn’t want to make a documentary, it wasn’t about observing the events from a distance. The opposite was my goal – to dive into the middle of the whole mess. I wanted the audience to really feel it, not just be casual observers. Humor is the funny thing here. This isn’t an easy subject in Germany. I originate from Finland which culturally has a very dark, kind of low-profile and very ironic sense of humor. Self-irony is not really a very German character trait. Nobody understood my jokes when I first came here, but my friends here are totally different though, modern, self-reflecting people with tons of humor. I find it kind of funny when this murky character Glogauer gets the beer tap struck straight into his leg at the end of episode one. The blood starts pouring from the tap and he struggles to turn it off. That scene was cut to a bare minimum for broadcast. I hope we get more confident with what we show on TV because in the tests the audience loved it.
Show Snob: Could you foresee Oktoberfest Beer and Blood running for several seasons?
HS: There’s definitely a bunch of intriguing stuff still to be told, but sometimes there are moments where things tend to repeat themselves and the conflict ceases to vary. As far as I’ve understood, the fourth season of Ozark will be the last. I love Ozark but I think it’s reasonable to bring it to a grand end instead of repeating the same conflicts manifesting similar predicaments. Head writer Ronny Schalk, DP Felix Cramer, and I would love to keep having other adventures and accept new challenges.
Show Snob: Do you think there might be a difference in the way American audiences respond to Oktoberfest Beer and Blood versus German audiences?
HS: I think this might be the case, even in Germany since the country is extremely heterogeneous. The North is very different from the South. The Bavarians will see the show with different eyes. Some people that hate the folk festival Oktoberfest might not even take a peek because they despise the beer drinking and bad behaving of today. But, of course, the show isn’t about that – it’s really about much bigger things that might be considered as universal. That’s why the series might then again be perceived in a quite similar way in America as in Europe despite the cultural differences. The difference is that to the Bavarians it’s the holy cow here. I’ve always said I’ll either be made an honorary citizen of the free state of Bavaria or I’ll be expelled. But seriously, I could imagine Oktoberfest Beer and Blood being quite accessible to American audiences. Ultimately, it’s a Bavarian western.
Show Snob: Was there anything you guys wanted to have in the series you were unable to do because of budgetary constraints?
HS: A whole bunch of things! If I started to specify them, it’d take days. It’s always about the thin line between storytelling and production value. Neither one must suffer whatever financial constraints you might have. There’s just no excuse, you have to fulfill both. It’ll always mean struggle but that’s what I like about it: you stay creative in the search for optimal solutions. The silver lining is that struggle forces you to be innovative.
Show Snob: What are you most excited for people to see and what do you hope viewers take away from the show?
HS: I am very thrilled to see if large audiences embrace such a radical approach to a period piece, which, for me, was the only proper way to approach the series. How can you make a show about a character like Prank without having his energy level? I want to be fearless. If you have fear you just don’t get there. I could imagine that some people might reflect upon our story in terms of what it means to a society when morals and ethics eradicate. What it means if you selfishly just pursue your own benefits. We see that the characters have in some way stepped over to the dark side. There’ll always be an excuse for doing the wrong thing. It’d be great if Oktoberfest Beer and Blood manages to provide a remedy for a plain but difficult task: doing the right thing.
Interview from Mads Lennon on Show Snob, 24.9.2020

Netflix's Oktoberfest drama tastes like "Peaky Blinders" plus beer - Pour a glass of deliciously dark new Netflix show "Oktoberfest: Beer and Blood", brewed from lust and murder.
What are the ingredients for a perfectly-brewed beer? At Oktoberfest, all you need is hops, yeast, water, lust, betrayal and murder. Bottoms up!
"Oktoberfest: Beer and Blood" is Netflix's gleefully dark new drama about the early years of the famous beer festival. It isn't a documentary or a staid period story - packed with buttoned-up old-timey folk being deliciously nasty to each other. This razor-sharp romp through the cut-throat world of beer brewing plays more like "Peaky Blinders" with a creamy foam head. "Deadwood" in lederhosen. "Boardwalk Empire" with subtitles.
Streaming on Netflix Oct. 1, Beer and Blood opens in 1900 with the city of Munich about to hold its famous celebration of Germany's revered beer-brewing tradition. But there's a new face in town with bold new ideas. Mr. Prank is an outsider with a cunning plan: to replace small tasting booths with a vast beer palace holding 6,000 revelers. As he bullies his way into Munich society and onto the Oktoberfest map, only one rival stands in his way: the small but stubborn family-run Devil's Brew brewing outfit. And when the beer flows, so does the blood...
From a startlingly unexpected opening image to a shot of candy floss melting away in a blood-filled puddle as childhood innocence is brutally swept away, Beer and Blood is packed with striking imagery. Director Hannu Salonen, cinematographer Felix Cramer and their crew fill the screen with swaggering visual style, making use of deep shadows and vertiginous drone shots over epic sweeping vistas. The visuals evoke a luxurious society where pitiless savagery lurks beneath the stiff collars and stiffer mustaches. Everyone's greedy and scheming and dangerous in a show that's lurid and knowing and cheerfully venal. Cheers!
While it's not as mind-bending as Netflix's acclaimed German drama "Dark" - also written by Beer and Blood co-creator Ronny Schalk - the bustling cast of characters in the opening episode takes a bit of concentration. But the various conflicts soon become clear as the characters plot their way into each others' lives. It's loosely based on the true story of Georg Lang, an out-of-towner who pioneered the cavernous beer tents we associate with Oktoberfest today. But it's a history of beer brewing in the same way "Breaking Bad" is a chemistry lesson.
As the ambitious and devious brewer Mr. Prank, Misel Maticevic towers over the early episodes. But a subplot involving his daughter and her mysterious chaperone is absorbingly played by Mercedes Müller and Brigitte Hobmeier, two women with their own secrets circling each other in a zesty battle of wills. And Martina Gedeck, who you may have seen in 2006 Oscar winner "The Lives of Others", gives a delightfully steely performance as a brewing matriarch who refuses to tap out.
One of the main themes in this turn-of-the-century story is old versus new: Whether it's son trying to persuade father to switch from kegs to bottled beer, or ruthless outsider dragging Oktoberfest into a new century no matter who he has to hurt, tradition and modernity are pitched against each other - violently, of course.
Crisp and refreshing and sure to leave you dizzy - or maybe with a sore head - Oktoberfest: Beer and Blood is a tasty tall glass of greed, desire and ruthless manipulation. Bartender: keep 'em coming!
Review from Richard Trenholm on CNet, 25.9.2020

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  Trivia:
Im vielfach preisgekrönten Film "Wer früher stirbt ist länger tot" von Marcus H. Rosenmüller aus dem Jahr 2006 spielt Markus Krojer die Hauptrolle des Sebastian Schneider, der sich verantwortlich für den Tod seiner Mutter fühlt, weil sie bei seiner Geburt starb. Nach Aussage seines großen Bruders Franz (Franz-Xaver Brückner) muss Sebastian deswegen und auch noch wegen seiner anderen 2713 ungesühnten Untaten nach seinem Tod ins Fegefeuer. Also versucht er alles Mögliche und Unmögliche um unsterblich zu werden. Klaus Steinbacher (damals noch Klausi) spielt einen seiner Klassenkameraden.
Fotoquelle: Klaus Steinbacher auf Instagram

1867 war der Oberpfälzer Schreiner Michael Schottenhamel, verheiratet mit einer Münchner Wirtstochter zum ersten Mal mit seiner Bierbude, die Platz für 50 Gäste bot auf der Wiesn vertreten. Dann 1896 begründete Michael I. mit seiner prächtigen Festhalle für den "Schützen-Wirth", die bereits 1.500 Plätze hatte, entworfen vom damaligen Münchner Stararchitekten Gabriel von Seidl, die Ära der Bierzeltarchitektur. Zwar begann die Ära der Bierburgen mit dem Bau des Winzerer Fähndls bereits 1895, dem schon im Jahr darauf mit dem Schottenhammelschen (sic!) Schützenwirt ein weiteres großes, architektonisch anspruchsvolles Zelt folgte, doch handelte es sich hierbei um abseits des Wirtsbudenrings gelegene Schützenzelte, die nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit standen. Das Oktoberfest profitierte von den neuesten technischen Errungenschaften jener Zeit: Zum allerersten Mal wurde das Schottenhamel-Zelt von elektrischem Licht beleuchtet. Zuständig für das Einschrauben der Glühbirnen war ein 17-jähriger Auszubildender namens Albert. Die seinem Vater gehörende elektrotechnische Fabrik J. Einstein & Cie war mit der Installation der elektrischen Anlage beauftragt worden.
Die Figur der Colina Kandl ist angelehnt an Coletta Möritz (1860-1953), Biermadl im Sterneckerbräu im Tal Nr. 54, heute Nr. 38, die als 'Schützen-Lisl', 1881 gemalt von Friedrich August von Kaulbach, als das erste Pin-Up Bayerns gilt. 1882 heiratete sie den Gastwirt Franz Xaver Buchner, der mehrere Wirtschaften in München besaß, und 1897 wurde sie dann Festwirtin auf der Theresienwiese und damit zum Vorbild für alle Biermadl und Bedienungen. 1900 wurde in München der „Verein für die Rechte der Biermadl“ gegründet.


Seite erstellt am 5. Juni 2019 von EFi ; zuletzt ergänzt im September 2020
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