
© Violet Pictures
~
~ ~ ~ ~ ~ |
Oktoberfest 1900 / Oktoberfest: Beer &
Blood
Oktoberfest: Blut und Bier (AT) / Oktoberfest:
Blood and Beer (WT) / Empire
Oktoberfest (WT)
6 Teile – Ausstrahlung in Doppelfolgen am 15., 16. und 23.
September 2020, jeweils ab 20:15 Uhr in der ARD/DasErste
Folge 1 "Die Vision" + Folge 2 "Die Zeichen der Zeit" – Di
15.9.20 ; gefolgt um 21:50 Uhr von der 30-minütigen
Dokumentation "München 1900 - Von Bierbaronen und
Künstlerfürsten"
Folge 3 "Liebe und Kapital" + Folge 4 "Anstich" – Mi 16.9.20
Folge 5 "Aufbruch in ein neues Jahrhundert" + Folge 6 "Das
Jüngste Gericht" – Mi 23.9.20
Am Dienstag 8. September fand anlässlich der Premiere in der
ARD Mediathek eine digitale Veranstaltung zur Serie statt:
„Oktoberfest 1900 – Der Live-Filmtalk“ präsentiert von Das
Erste, BR und Degeto. Unter DasErste.de/Oktoberfest1900 und auf Facebook.com/DasErste/live/
konnte man ab 19 Uhr in einem Livestream Gespräche der
Schauspieler*innen Martina Gedeck, Misel Maticevic, Francis
Fulton-Smith, Brigitte Hobmeier und Maximilian Brückner mit
den Macher*innen über die neue Event-Serie im Ersten
verfolgen und erste Ausschnitte sehen. ~
Premierenbericht
~
Den Livetalk gibt es zum Wiederschauen hier. Alle Episoden und Videos der
Serie sind noch bis 15. März 2022 in der BR Mediathek abrufbar.
Ab 1. Oktober global auf Netflix in über 190 Ländern unter dem
englischen Titel "Oktoberfest: Beer & Blood": English dubbed Trailer
Spanischer Titel: "Oktoberfest: Sangre y Cerveza" - Tráiler
Oficial en Español / Griechischer Titel: "Oktoberfest:
Μπίρα και Αίμα" / Tschechischer Titel: "Oktoberfest: Pivo a krev" /
Französicher Titel: "L’empire Oktoberfest" - Bande-annonce Française
|
Einschaltquoten
vom 15.9., ab 20:15 Uhr:
1) ARD / Oktoberfest 1900, Ep. 1+2 - 4,42 Mio Zuschauer ab 3
Jahre = 15,7% Marktanteil
2) ZDF-Zeit - 3,11 Mio ZS = 11% MA
München 1900 - Von Bierbaronen und Künstlerfürsten / ARD um
21:50 Uhr: 2,69 Mio ZS = 11,2% MA
Einschaltquoten vom 16.9., ab 20:15 Uhr:
1) ZDF / Marie Brand - 6,57 Mio Zuschauer ab 3 Jahre = 22,8%
Marktanteil
2) ARD / Oktoberfest 1900, Ep. 3+4 - 3,52 Mio ZS = 12,3% MA
Einschaltquoten vom 23.9., ab 20:15 Uhr:
1) ZDF / Der Quiz-Champion - 3,78 Mio Zuschauer ab 3 Jahre =
13,2% Marktanteil
2) ARD / Oktoberfest 1900, Ep. 5+6 - 3,45 Mio ZS = 12,1% MA
Quellen: AGF/GfK/DAP Videoscope
5,7 Millionen Mal wurde "Oktoberfest 1900" bisher in der
ARD-Mediathek abgerufen – nach nur zwei Wochen schon jetzt
ein sensationeller Erfolg. Und das Nutzungsangebot für die 6
Episoden besteht noch weiter bis zum 31. Dezember 2020.
Quelle: ARD/DasErste, 24.9.20
Bis November 2020 hatte "Oktoberfest 1900" (BR/ARD
Degeto/MDR/WDR) 8,1 Mio. Streamviews = 1,4 Mio. pro Folge.
Quelle: Presseportal der ARD, 28.12.20
Top 5 Streaming-Formate 2020: Erwachsene 14-49 Jahre /
Nettoreichweite
1. "Das Geheimnis des Totenwaldes (Folge 2)" (Das Erste,
5.12.20): 0,602 Mio. 2. "Unterleuten - Das zerrissene Dorf
(Folge 1)" (ZDF, 9.3.20): 0,590 Mio. 3. "Oktoberfest 1900
(Folge 3)" (Das Erste, 23.9.20): 0,584 Mio. 4. "Trump, meine
amerikanische Familie und ich" (Das Erste, 2.11.20): 0,574
Mio. 5. "Das Geheimnis des Totenwaldes (Folge 3)" (Das
Erste, 9.12.20): 0,569 Mio.
Quelle: AGF Videoforschung in Zusammenarbeit mit GfK, DAP,
Nielsen, ANKORDATA; VIDEOSCOPE 1.4, 01.01.2020-31.12.2020
Alle Zahlen: "Corona-Jahr 2020: Fernsehen gewinnt mehr
Publikum", Presseportal, 5.1.21
Ab 14. Januar 2021 auf Netflix Deutschland. |

Fotoquelle: Michael Kranz & Maximilian Brückner auf Instagram |
~
~ Preise und Auszeichnungen ~ ~
Romy
2021 - Glückwunsch an Klaus Steinbacher zum Gewinn der
österreichischen Kurier-Romy als beliebtester
Nachwuchsschauspieler, für seine Rolle als Roman Hoflinger
in der ARD-Serie "Oktoberfest 1900". Überreicht wurde sie
ihm Coronabedingt von Markus Freistätter im Gartenhaus der
Familie Steinbacher in Reichersbeuern in Oberbayern schon
vor einigen Tagen. „Da hockt einer im Anzug in unserer
Hütten. Was ist denn da los?“, sagt Klaus Steinbacher
und er bringt die ROMY damit wunderschön auf den Punkt. Foto
bei der Preisüberreichung in der Sendung am
15. Mai 2021 im ORF2. Alle Gewinner.
Fotos von Klaus mit seiner Romy auf Instagram. |
 |
Die
ADele
„Hörfilme“, so der Deutsche Blinden- und
Sehbehindertenverband, der den Preis jährlich
verleiht, „ermöglichen es blinden und sehbehinderten
Menschen, Filme als Ganzes wahrzunehmen und zu
genießen. Diese Filme sind mit einer
Audiodeskription (AD) versehen, die in knappen
Worten zentrale Elemente der Handlung sowie Gestik,
Mimik und Dekor beschreibt. Diese Bildbeschreibungen
werden in den Dialogpausen eingesprochen.“ |
Gratulation!!
Die ADele, der Deutsche Hörfilmpreis 2021
(Audiodeskriptions-Fassungen) in der Kategorie
Publikumspreis geht an "Oktoberfest 1900" –
Doppelfolge 1
Der Publikumspreis mit 18% der Stimmen ging an die
vom BR produzierte Audiodeskriptions-Fassung der
sechsteiligen Event-Serie "Oktoberfest 1900", Regie
Hannu Salonen. Durch die Audiodeskriptions-Fassung
ist es auch blinden und sehbehinderten Menschen
möglich, in die spannende und faszinierende
Erzählung von "Oktoberfest 1900" einzutauchen.
Den Hörfilmtext verfassten Mareike Hülsmann, Jan
Potthast und die im Frühjahr verstorbene Sabine
Ziehm. Für Redaktion und Produktion waren Elmar
Dosch und Diana Urban zuständig, für die Tonmischung
Florian Meyhöfer, Sprecher ist Friedrich Schloffer.
Video
der 19. Preisverleihung am 16. Juni 2021 in
Berlin im Studio 14 - RBB Dachlounge, moderiert von
Steven Gätjen.
Ab 3:05:10 gibt es die Laudatio
von Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands
VdK Deutschland, die den Preis virtuell an das
AD-Team rund um Bernd Benecke überreichte, ab
3:13:00 sind Maximilian Brückner und Klaus
Steinbacher per Zoom zugeschaltet.
Mehr über alle sieben
ausgezeichneten Produktionen, mit Fotos |

Verena Bentele, Steven Gätjen, Klaus
Steinbacher, Maximilian Brückner
Fotos: © DBSV/Oliver Ziebe. Quelle |
|
|

|
👏
Glückwunsch! 👏
"Oktoberfest 1900" gewann am 16. September 2021 zwei Preise
(von fünf Nominierungen - leider kein Gewinn bei Kamera,
Ausstattung und Schauspieler) beim 22. Deutschen
Fernsehpreis 2021!
Michael Klaukien gewann für 'Beste Musik' und die Serie
gewann als 'Bester Mehrteiler'.
- Produzent Michael Souvignier von Zeitsprung Pictures hielt
die Dankesrede, und erwähnte dabei dank 11 Millionen
Zuschauern eine mögliche 2. Staffel: Foto
- Regisseur Hannu Salonen bei seiner Dankesrede: Foto
- Komponist Michael Klaukien mit seiner Trophäe: Foto
- Michael Kranz (Stadtrat Urban), Mercedes Müller (Clara
Prank) und Klaus Steinbacher (Roman Hoflinger), die in
Vertretung aller Schauspieler bei der Preisverleihung im
Kölner Tanzbrunnen anwesend waren, mit der Trophäe: Foto
- Hannu Salonen: "Selten so glücklich. Der Deutsche
Fernsehpreis für den besten Mehrteiler gehört uns!!! Im
Übrigen: der für die beste Musik ebenso! Wir haben bis in
die Puppen gefeiert und statt Wiesenbier Kölsch
getrunken!": Foto
- Maximilian Brückner: 🎉🥳: Selfie – Maxi war also auch bei der
Preisverleihung, hat es aber mal wieder erfolgreich
geschafft, allen Kameras auszuweichen...🤣
- Videobotschaften der Preisträger 2021 |

v.l.n.r: Laudator Nico Hofmann; Michael
Souvignier am Mikrofon, Jana Brandt (MDR), Carolin Haasis
(ARD Degeto), Hannu Salonen, Daniela Boehm (BR), Klaus
Steinbacher, Christian Limmer, Ronny Schalk, Mercedes
Müller, Felix von Poser, Felix Cramer, Michael Kranz, Till
Derenbach, Alexis von Wittgenstein. Quelle: Violet Pictures auf Instagram |
|
👏
Gratulation zu zwei Blauen Panthern für "Oktoberfest 1900" bei der
Verleihung der Bayerischen Fernsehpreise 2021 am 13. Oktober!
Für den mit 10.000 Euro dotierten Nachwuchsförderpreis der LfA
Förderbank Bayern für den Schauspieler Klaus Steinbacher (als Roman Hoflinger) sowie
für die Auszeichnung von Felix Cramer für seine Leistung als
Kameramann. Musikalische Untermalung von der Band Dreiviertelblut,
die auch für das Titellied "Wos übrig bleibt" der Serie verantworlich
ist. Alle Preisträger
Martina Gedeck war als Beste Schauspielerin nominiert, hat
allerdings nicht gewonnen.
Die Verleihung fand Pandemiebedingt ohne Publikum im Fernsehstudio
statt, und ist heute Abend ab 22 Uhr im BR-Fernsehen zu sehen, aber
bereits jetzt in der BR-Mediathek. 13.10.21 |
Die
Deutsche Akademie für Fernsehen hat am 13. November 2021 in Berlin
den unabhängigen Branchenpreis für herausragende Einzelleistungen im
deutschen Fernsehen vergeben. Die Preise werden nicht von einer Jury
verliehen, sondern die rund 800 Mitglieder der Akademie, kreative
Film- und Fernsehschaffende aller Gewerke, stimmen intern gemeinsam
über die insgesamt 21 Gewinnerinnen und Gewinner unter ihnen ab.
"Oktoberfest 1900" war 2x nominiert und hat beide Auszeichnungen
gewonnen! 👏 Gratulation an Benedikt Herforth und Astrid Poeschke
für Szenenbild, und an Patrick Busse, Rolf Mütze, Johanna
Bischopink, Dirk Riesenfeld und Christian Laskawi für VFX, also die
Spezialeffekte. Alle
Gewinner
Regisseur Hannu Salonen gratuliert auf Instagram: "Once more Oktoberfest Beer
& Blood was able to convince its audience. We won two
DAFF-awards (German Academy for TV) for Production Design and
Visual Effects. Thanks to Benedikt Herforth, Astrid Poeschke!
Thanks to the Lavalabs-team, Rolf Mütze, Patrick Busse, Johanna
Bischopink, Dirk Riesenfeld sowie Christian Laskawi! I’m so
grateful for having these wonderful people in my team!" |
~
~ ~ ~ ~ ~
BR arbeitet an historischer
"Oktoberfest"-Serie
Das Münchner Oktoberfest ist das größte Volksfest der Welt mit einer
packenden Historie. Für den Bayerischen Rundfunk ein klarer Fall fürs
Fernsehen.
Wer hat’s erfunden? Ein Franke! Das erste große Festzelt auf der Münchner
Theresienwiese wurde tatsächlich vom Nürnberger Großgastronom Georg Lang
errichtet. 1898 ersteigerte er als Nichtmünchner über Strohmänner mehrere
Wirtsbudenplätze und realisierte seinen Traum von der Bierhalle mit
Live-Musik. Ein raffinierter Schachzug und Stoff für eine fiktionale
Miniserie, an deren Realisation der BR gemeinsam mit der ARD Degeto, dem
WDR und MDR derzeit fieberhaft arbeitet.
Die historische Reihe erzählt von den intriganten Machtkämpfen der
einflussreichen Münchner Brauereien um 1900. Um ihre streng behüteten
Schanklizenzen für die Bierzelte auf dem Oktoberfest zu verteidigen,
schrecken diese vor nichts zurück – auch nicht vor Mord. In sechs jeweils
45 Minuten langen Episoden soll Regisseur Hannu Salonen, der schon
zahlreiche Tatort-Folgen gedreht hat, die hochspannende Geschichte des
weltweit größten Volksfestes erzählen. Die einzelnen Drehorte stehen laut
BR noch nicht fest. Sicher aber ist, dass sich die Original-Wiesn nicht
als Kulisse für das historische Spektakel eignet, sondern eine eigene
Zeltstadt nachgebaut werden muss.
Am Drehbuch arbeitet derzeit noch ein Team um den Straubinger Headautor
Christian Limmer ("Sau Nummer vier"). Wiesn-Wirte-Sprecher Peter
Inselkammer hat die Verantwortlichen laut Bild-Zeitung beraten. „Ich habe
erklärt, wie das Oktoberfest abläuft, wie Lizenzen vergeben werden, wie
Verträge aussehen und wer was entscheidet“, so der 48-Jährige. Mehr
Details aber wollen die Produktionsfirmen Zeitsprung-Pictures und Violet
Pictures zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt geben.
Quelle: Astrid Kistner, Münchner Merkur, 30.1.2019

Ausschnitte aus "Oktoberfest 1900" und ein
Interview mit Maximilian Brückner darüber. Video vom BR-Filmbrunch am 17.1. aus der
Abendschau vom 20.1.2020 |
 |
Georg
Lang - Das historische Vorbild für Curt Prank:
Der wohl erste Selbstdarsteller der Wiesn, der
"Krokodilwirth" Georg Lang (1866-1904) aus Nürnberg,
errichtete 1898 auf dem Oktoberfest die "1. Bayerische
Riesenhalle" für 6.000 Personen.
Lang steckt übrigens auch hinter dem „Ein Prosit der
Gemütlichkeit. 1-2-3- g'suffa“. Dieser Trinkspruch
findet sich erstmals bei ihm in einem Liedheft, von dem er
zur Wiesn 1898 gleich 50.000 Exemplare verteilen ließ.
Als Zeichen der Verbundenheit zwischen Festwirt und
Brauerei reitet als Giebelkrönung das Münchner Kindl auf
einem Krokodil. Über die große Resonanz auf seinen
Trinkspruch "Ein Prosit der Gemütlichkeit" war Lang so
stolz, dass er ihn in kurios zerhackter Form zwischen dem
Fachwerk anbringen ließ.
Bilderquellen: Stadtarchiv München und Bavarikon |
 |

Plan des Oktoberfest-Geländes von 1898
 |
|
Ein
Prooosit im ersten Bierzelt
Ebensoo stattlich wie geschäftstüchtig war er, der
Nürnberger Großgastronom Georg Lang (1866-1904). Dem
Franken verdanken wir die Festzelte in ihrer heutigen
Form.
Zunächst war das Bier in kleinen Bretterbuden ausgeschenkt
worden, in denen maximal 50 Zecher Platz fanden. Lang
konnte mithilfe von Strohmännern fünf solcher Wirtsbuden
ersteigern. Im Jahr 1898 setzte er dann seine Vision einer
Riesenhalle um – die Geburtsstunde des ersten Festzelts.
Ausgeschenkt wurde das Bier der Augustiner-Brauerei. Mit
der zünftigen Musik der 40-köpfigen Kapelle Original
Oberlandler wurde das Zelt schnell zum beliebten
Treffpunkt auf der Wiesn. Der Wirt ließ Texthefte
verteilen, damit seine Gäste mitsingen konnten. Darin zu
finden sind die Klassiker: „Ein Prosit der
Gemütlichkeit“ und „Eins, zwei, drei - g'suffa“.
Damit ist der findige Franke Georg Lang nicht nur Erfinder
des heutigen Biezelts, sondern auch des ersten Wiesn-Hits
...
Quelle: tz, 21./22.9.2019, Oktoberfest-Spezial,
Druckausgabe, S. 19 |
|
|
"Oktoberfest – Blood and Beer" ist eine Miniserie, die den Kampf zweier
Wirtsdynastien um die Vormachtstellung in der Münchner Gesellschaft
dicht am Abgrund des endgültigen Untergangs des eigenen Clans erzählt.
Es ist auch die Geschichte vom Konflikt der Generationen, der von
verletzter Ehre, Intrigen und Standesdünkel getragen wird und der Licht
in die Abgeschiedenheit der Brauereien und Wirtshäuser bringt - dort, wo
im Verschwiegenen die wirklich Mächtigen der Stadt ihre Geschäfte
machen.
Natürlich ist es auch eine Geschichte, die von Liebe, Freundschaft,
Eifersucht und Verrat handelt. Dies alles vor dem Hintergrund der
aufziehenden Emanzipation von Frau und Bürgertum, eines stetig
wachsenden Nationalismus, verbunden mit den unseligen Versuchen eines
eigenen großdeutschen Imperialismus. Und nicht zuletzt ist es eine
Geschichte von Sabotage, Denunziation, Hetze und Mord.
Quelle: Violet Pictures

The best thing about filmmaking: creating worlds
of dreams. Molding the reality into fiction - magic. Here it
begins. 29.1.19 |
Regisseur
Hannu Salonen auf Instagram

Boarding Blood & Beer in Prague. A great way
to enter the year 1900! 27.2.19 |

Born to play! OKTOBERFEST still in small - soon
in large. 27.3.19 |
Besetzung:
Misel Maticevic - Curt Prank
Francis Fulton-Smith - Ignaz Hoflinger, der Deibl-Bräu
Martina Gedeck - Maria Hoflinger, seine Frau
Klaus Steinbacher - Roman Hoflinger, Sohn
Markus Krojer - Ludwig Hoflinger, jüngerer Sohn
Mercedes Müller - Clara, Pranks Tochter
Brigitte Hobmeier - Colina Kandl, Biermadl
Maximilian Brückner - Großbrauer Anatol Stifter,
Vorstandsvorsitzender der Capital Bräu AG
Michael Kranz - Stadtrat Alfons Urban
Martin Feifel - Alfred Glogauer
Vladimir Burlakov - Gustav Fierment
Eisi Gulp - Inspektor Eder
Sibylle Canonica - Charlotte Stifter, Anatols Mutter
Michael A. Grimm - Rupprecht Kandl, Colinas Mann
Josef Staber - Maxi, sein und Colinas Sohn
Ferdinand Dörfler - Lochner-Wirt
Dan Bradford - Shamane
Urs Althaus - Häuptling Anaru
Caroline Sehm - Kaea
Irina Wanka - Elise Brockmann
Angela Ascher - Johanna, Oberkellnerin beim Lochner-Wirt
Petra Berndt - Gerdi Jakobmeyer, Bordellwirtin
Joscha Baltha - Thomas Mann
Ines Hollinger - Fanny zu Reventlow
Stefanie von Poser - Anita Augspurk
Raphael Dwinger - Arzt Dr. Kleckow
Christian Lex - Schottenhamel
Gerhard Georg Jilka - Bayerhammer
Sascha Maaz - Vorarbeiter Kapo
Monika Manz - Aloise, Kellnerin im "Oiden Deibl" der Hoflingers
Hans Stadlbauer - Großbrauer Egidius Riemenschneider
Jonas Stenzel - Denhardt
Andreas Pegler - Gsell
Joey Daser - Polizist
Elli Ida Salonen - Lulu, Glogauers Tochter
und als Gast: Pfarrer Rainer Maria Schießler von St. Maximilian
im Münchner Glockenbachviertel |
Stab:
Regie: Hannu Salonen
Drehbuch: Ronny Schalk und Christian Limmer mit Stephan Betz,
Michael Proehl, Nikolaus Schulz-Dornburg und Christian Lex, nach
einer Idee von Alexis von Wittgenstein
Kamera/DoP: Felix Cramer
Maskenbild: Jeanette Latzelsberger mit Jana Lindner und Julia
Rinkl
Kostümbild: Michaela Hořejší - Horáčková
Szenenbild: Benedikt Herforth (Ep. 1-4) und Astrid
Poeschke (Ep. 5+6)
Licht: Markus Thiermeyer
Ton: Tomas Belohradsky
Schnitt: Ronny Mattas
Musik: Michael Klaukien
Das Titellied "Wos übrig bleibt" ist von der Band
Dreiviertelblut (Gerd Baumann und Sebastian Horn)
Casting: Anja Dihrberg
Visual Effects: LAVAlabs Moving Images
Produktionsfirma: Zeitsprung Pictures GmbH in Zusammenarbeit mit
Violet Pictures in Ko-Produktion mit BR, ARD Degeto, WDR und MDR
; Czech
Film Commission / Maya Production
Produzenten: Till Derenbach, Alexis von Wittgenstein, Michael
Souvignier und Felix von Poser
Line Producer: Jörg-Christian Engels
Verantwortliche Redakteurinnen: Bettina Ricklefs und Daniela
Boehm (BR), Carolin Haasis (ARD Degeto), Elke Kimmlinger (WDR)
und Jana Brandt und Meike Götz (MDR)
Förderungen: FFF Bayern (900.000 €, März 2018), Filmstiftung NRW
(600.000 €, Jan. 2018) und German Motion Picture Fund (665.316
€, 2018)
Drehzeit: 7.5. - 16.8. 2019, 66 Drehtage, davon 45 in Tschechien
Drehorte: Tschechien (Prag: Bahnhof Bubny, Třeboradice,
Invalidovna, Dejvice. Brauerei
Tupadly, Lázně Toušeň, Milín, Žatec), Bayern (München,
Dachau und Umgebung, Landshut) und NRW (Bonn, Königswinter)
Sender: ARD + Netflix |
Design: Richard Tintelnot
Blut und Bier
Der Produzent Michael Souvignier spricht über die historische
„Oktoberfest“-Serie der ARD
Noch bevor der erste Drehtag zur historischen Oktoberfest-Serie
gestartet ist, zeigen internationale Sender reges Interesse an dem
ARD-Projekt. Auf der französischen Fernsehmesse MIPTV in Cannes stellte
Produzent Michael Souvignier (Zeitsprung Pictures) jetzt die zehn
Millionen Euro teure Produktion vor – „ohne Trailer, nur mit ein paar
Prospekten“, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung erzählt. Die
Geschichte um den fränkischen Gastronomen Georg Lang, der 1900 das erste
große Festzelt auf der Theresienwiese errichtete, bietet Stoff für
vorerst sechs 45-minütige Episoden. Und, wenn es nach Souvignier geht,
auch hoffentlich für eine Fortsetzung.
Wann und wo starten die Dreharbeiten zur Serie?
MS: Die Drehbücher sind gerade fertig geworden. Am 7. Mai legen wir in
Prag los.
Entsteht in Tschechien eine zweite Theresienwiese?
MS: Das kann man so sagen. Wir bauen da gerade ein ganzes Oktoberfest
auf – so wie es früher war. Das Gelände ist natürlich kleiner als die
Theresienwiese. Aber wir sorgen dafür, dass man das nicht sieht.
Worum geht’s in, ja, wie heißt denn eigentlich die Serie?
MS: Noch steht der Titel nicht fest, aber Oktoberfest wird sicher drin
vorkommen. Als Arbeitstitel haben wir „Blood and Beer“ („Blut und Bier“)
gewählt. Die Geschichte dreht sich ja um einen Nürnberger Wirt, der sich
durch verschiedene Winkelzüge und Gaunereien den Platz auf der Wiesn
sichert, um das größte Zelt der Welt aufzubauen. Seine Bierburg war
sechsmal größer als die damals üblichen Zelte und damit die größte
Attraktion im Jahre 1900.
„Blut und Bier“ klingt dramatisch und auch nach einem Krimi. Stimmt das?
MS: Ja, das wird ein großes Familiendrama. Wir erzählen ja den Kampf der
Brauer gegen die Wirte, und das sind damals wie heute lauter Familien.
Es geht um Macht, Geld, Intrigen und damit auch um Gewalt. Themen, die
auch nach mehr als einhundert Jahren noch aktuell sind. Schließlich hat
sich der Mensch an sich nicht so sehr verändert, nur die Umstände, unter
denen wir leben.
Welche Schauspieler werden wir in der Serie sehen?
MS: Eigentlich wollen wir das spannend halten, aber so viel kann ich
Ihnen schon verraten: Martina Gedeck, Misel Maticevic und Francis
Fulton-Smith werden gewichtige Rollen in der Produktion spielen.
Hannu Salonen, der schon den historischen Stoff „Die Hebamme“ verfilmte,
führt Regie in der Serie.
MS: Ja, er ist ein Glücksgriff. Er hat mit „Arctic Circle“ eine Serie
fürs skandinavische Fernsehen gemacht, die uns sehr gefallen hat. Hannu
hat die Kraft, Kreativität und mentale Stärke, diesen Marathonlauf
durchzustehen.
Warum ist das eine besondere Herausforderung?
MS: So eine Serie schlaucht. Wir haben weit mehr als 60 sicher
anstrengende Drehtage angesetzt. Da muss man als Regisseur den Überblick
behalten.
Sind Sie privat ein Fan des Münchner Oktoberfests?
MS: Absolut. Ich lebe als gebürtiger Essener in Köln und folge jedes
Jahr gern den Einladungen nach München. Ist Ihnen schon mal aufgefallen,
dass auf dem Oktoberfest enorm viele kölsche Lieder gespielt werden? So
wie „Viva Colonia“? Da trifft das Rheinland auf Bayern, und das ist für
mich natürlich schön.
Das Gespräch führte Astrid Kistner. OVB-Heimatzeitungen, 12.4.2019
ARD/Das Erste : Dreharbeiten zur historischen Eventserie "Oktoberfest -
1900" (AT)
Der erbitterte Kampf zweier Brauerei-Clans um gesellschaftliche und
wirtschaftliche Vormachtstellung im München des Jahres 1900 stehen im
Mittelpunkt der sechsteiligen, historischen Eventserie "Oktoberfest -
1900" (AT) (BR/ARD Degeto/WDR/MDR). Die Dreharbeiten haben im Mai in
Prag begonnen. Vor der Kamera stehen - neben vielen anderen - Misel
Maticevic, Martina Gedeck und Francis Fulton-Smith. Gedreht wird
voraussichtlich noch bis Mitte August in Tschechien, Bayern und NRW.
Gezeigt wird die Serie in Doppelfolgen 2020 im Ersten.
Zum namhaften Schauspieler-Ensemble gehören auch Klaus Steinbacher,
Mercedes Müller, Brigitte Hobmeier, Maximilian Brückner, Markus Krojer,
Martin Feifel, Michael Kranz, Vladimir Burlakov, Eisi Gulp, Petra
Berndt, Michael A. Grimm u.v.a. Regie führt Hannu Salonen ("Arctic
Circle", "Schuld") nach einer Idee von Alexis von Wittgenstein und den
Drehbüchern von Ronny Schalk ("Dark", "Wir wollten aufs Meer") und
Christian Limmer ("Hinter Kaifeck", "Sau Nummer vier. Ein
Niederbayernkrimi"). Die Kamera verantwortet Felix Cramer ("Die dunkle
Seite des Mondes", "Tatort: Der Himmel ist ein Platz auf Erden").
"Oktoberfest - 1900" (AT) erzählt von einer Zeit, in der die wahre Macht
in München von den größten Arbeitgebern der Stadt ausgeht, den
Brauereien - und von den in ihrer Gunst stehenden Wirte-Clans, die die
begehrten Schank-Lizenzen für die Bierbuden auf dem Oktoberfest
innehaben. Es ist auch die Geschichte vom Konflikt der Generationen, der
von verletzter Ehre, Intrigen und Standesdünkel getragen wird, und der
zugleich Licht in die Schattenwelt der Brauereien und Wirtshäuser
bringt. Dorthin, wo im Verschwiegenen die wirklich Mächtigen der Stadt
ihre Geschäfte machen.
Bettina Ricklefs, BR-Programmbereichsleiterin Spiel-Film-Serie: Als das
Konzept der Miniserie zum ersten Mal auf unserem Tisch lag, hat es uns
von Anfang an in den Bann gezogen. Damals wie heute ist das Münchner
Bier- und Volksfest ein Magnet für Alt und Jung aus der ganzen Welt und
Pulsmesser der Zeit. "Oktoberfest - 1900" (AT) führt uns in eine Zeit
der aufziehenden Emanzipation von Frau und Bürgertum, es ist die
Geschichte von Liebe, Freundschaft, Eifersucht und Verrat. Die
Faszination dieser aufregenden Zeit um 1900 spiegelt sich im aufwendigen
Setting, den historischen Kostümen und dem großartigen Cast wider und
macht die Serie zu einem Event.
Michael Souvignier, Till Derenbach und Alexis von Wittgenstein,
Produzenten: Eine Serie im bis heute machtbesessenen Milieu der Münchner
Brauereien im Jahr 1900 zu kreieren, hat einen großen erzählerischen
Reiz auf uns Produzenten ausgeübt. Ein faszinierendes Setting, das wir
so noch in keiner modernen Serie gesehen haben, und dessen Derbheit und
Düsternis im Kontrast zur Lebensfreude der weltberühmten Schwabinger
Bohème mit Künstlern wie Kandinsky und Thomas Mann eine großartige,
spannende Bühne für ein Familienepos Shakespeare´schen Ausmaßes bietet.
Inhalt / München, 1900: Als Georg Prank (Misel Maticevic), ein
Großbrauer aus Franken, sich in den Kopf setzt, auf das Oktoberfest zu
expandieren, geraten die Machtverhältnisse in der Stadt ins Wanken. Als
"Auswärtiger" darf Prank keine Schanklizenz auf dem Oktoberfest
erwerben, geschweige denn sein fränkisches Bier ausschenken. Mit
Bestechung und Erpressung ergaunert Prank sich fünf aneinander liegende,
damals noch maximal 300 Gäste fassende Wirts-Parzellen auf dem
Oktoberfest, um darauf ein größenwahnsinniges Riesen-Zelt für
sechstausend Gäste zu errichten. Ein vermessener Plan, der die kleinen
Münchner Traditionsbrauereien wie das Deibel Bräu der Familie Hoflinger
(Francis Fulton-Smith, Martina Gedeck, Klaus Steinbacher, Markus Krojer)
an den Rand der Existenz drängt und einen brutalen Überlebenskampf
auslöst, an dessen Ende alle Seiten schmerzhafte Opfer erleiden.
"Oktoberfest - 1900" (AT) ist eine Produktion von Zeitsprung Pictures in
Zusammenarbeit mit Violet Pictures in Ko-Produktion mit BR, ARD Degeto,
WDR und MDR für Das Erste, gefördert von dem FFF Bayern, der
Filmstiftung NRW und dem German Motion Picture Fund. Den Weltvertrieb
übernimmt Beta Film GmbH. Die Redaktion liegt federführend bei Bettina
Ricklefs (BR) und Daniela Boehm (BR). Weitere Redakteurinnen sind
Carolin Haasis (ARD Degeto), Elke Kimmlinger (WDR) und Meike Götz (MDR).
Produzenten sind Michael Souvignier, Till Derenbach (Zeitsprung
Pictures), Alexis von Wittgenstein (Violet Pictures) und Felix von
Poser.
Zu einem Pressetermin am Set in der Nähe von Dachau wird noch gesondert
eingeladen.
Pressekontakt: Regine Baschny, JUST PUBLICITY GmbH, Tel.: 089/20 20
82-60, E-Mail: r.baschny@just-publicity.com
Quellen: Pressemeldung
der ARD, Pressemeldung des BR & Pressemeldung Degeto, 5.6.2019, 11:11 Uhr

Hinten (v.l.): Brigitte Hobmeier, Misel
Maticevic, Mercedes Müller; sitzend (v.l.): Klaus Steinbacher,
Martina Gedeck und Regisseur Hannu Salonen.
Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke
honorarfrei. "obs/ARD Das Erste/Dusan Martincek". Bildrechte:
BR/Zeitsprung Pictures GmbH. Quelle: ARD/Degeto, 5.6.19 |
Oktoberfest • Historische Eventserie der ARD
Nein, "Oktoberfest - 1900" (so der Arbeitstitel) wird keine
mittelunterhaltsame Komödie um ein tagelanges Saufgelage. Die
ARD-Produktion fokussiert sich auf einen spannenden Konkurrenzkampf.
Es geht um
... das bekannteste Volkfest der Welt und um zwei Brauereifamilien, die
sich einen erbitterten Konkurrenzkampf liefern.
Sollte man sehen weil
... es um das Oktoberfest geht. Das lieben schließlich nicht nur die
Bayern. Dazu eine spannende Geschichte, historische Kulissen und
Kostüme.
"Oktoberfest - 1900" – Die Schauspieler & ihre Rollen
– Mišel Maticevic spielt Georg Prank: Georg Prank will als Bierbrauer
aus Franken auf dem Oktoberfest ausschenken und sich einen Teil des
wirtschaftlichen Erfolges sichern. Das sehen die Einheimischen gar nicht
gerne. Mišel Maticevic gehörte 2018 zum Hauptcast der Serie "Dogs of
Berlin". Den gebürtige Berliner kennt man außerdem aus "Babylon Berlin"
und weiteren TV-Formaten. Auch in einigen Kinofilmen war er zu sehen,
darunter in einer Nebenrolle in "Kokowääh".
– Francis Fulton-Smith spielt Ignaz Hoflinger: Herr Hoflinger leitet mit
Unterstützung seiner Frau das Münchner Deibel Bräu und versucht es gegen
die unternehmensgefährdenden Maßnahmen Pranks zu verteidigen. Francis
Fulton-Smith stammt auch im wahren Leben aus München. Man kennt ihn aus
vielen TV-Serien, darunter als Hauptdarsteller in "Familie Dr. Kleist".
Er gehörte 2019 auch zum Hauptcast einer weiteren Serie, dem
SciFi-Format "Spides".
– Martina Gedeck spielt Maria Hoflinger: Frau Hoflinger ist die
Matrarchin des Deibel Bräus. Auch sie tut ihr möglichstes, um das
Familienunternehmen zu sichern. Martina Gedeck ist eine der
renommiertesten deutschen Darstellerinnen, die sich auch im Ausland
große Anerkennung mit ihrer Hauptrolle in "Das Leben der Anderen"
sicherte. Die gebürtige Münchnerin kennt sich auch in Sachen Serie aus,
war ab 2015 in "Tannbach" zu sehen und zuletzt in der Komödie "Arthurs
Gesetz". Weitere Kino-Highlights ihrer Karriere sind "Die Wand", "Der
Baader Meinhof Komplex" und "Nachtzug nach Lissabon".
Weitere Rollen:
– Klaus Steinbacher spielt ein Mitglied der Familie Hoflinger. Den in
Bad Tölz geborenen Darsteller kennt man aus der Jugendserie "Der Fluch
des Falken". 2018 war er in der ersten Staffel des Serien-Remakes von
"Das Boot". Im Kino spielte er eine Nebenrolle in "Schwere Jungs".
– Markus Krojer spielt ein Mitglied der Familie Hoflinger. Der
bayerische Darsteller gab sein Kinodebüt in Markus H. Rosenmüllers
Kinofilm "Wer früher stribt ist länger tot", eine weitere Hauptrolle
übernahm er in Rosenmüllers "Die Perlmuttfarbe". In TV-Serien war er
bislang nur als Gastdarsteller zu sehen.
– Mercedes Müller war ab 2006 in 32 Folgen der Telenovela "Wege zum
Glück" zu sehen. Einen größeren Part übernahm sie auch 2015 in
"Tannbach". Eine ihrer ersten Rollen spielte die 2003 im Kinofilm "4
Freunde & 4 Pfoten".
– Brigitte Hobmeier wurde ebenfalls in München geboren. Ihr Kinodebüt
gab sie 2003 in einer Hauptrolle in "Stiller Sturm", es folgten weitere
Highlights auf der großen Leinwand wie 2006 die "Winterreise" neben
Joseph Bierbichler und 2008 eine Hauptrolle in "Räuber Kneissl" neben
"Oktoberfest"-Kollege Maximilian Brückner.
– Maximilian Brückner startete seine Karriere am Theater, trat ab 2003
dann auch vor die Kamera und war seither in vielen Kino- und
TV-Produktionen zu sehen. Man kennt den Darsteller aus München unter
anderem aus seiner Hauptrolle in "Räuber Kneissl" und aus
"Rubbeldiekatz" mit Matthias Schweighöfer. Eine Serien-Hauptrolle
übernahm Brückner 2016 in "Hindafing" und 2018 in "Arctic Circle".
– Martin Feifel war ebenfalls ein erfolgreicher Theaterdarsteller, bevor
er sich Film und Fernsehen zuwandte. Den Schauspieler aus München sah
man schon in sehr vielen Serien, zuletzt 2019 in der Sky-Eigenproduktion
"Der Pass". Auch in Kinofilmen wirkte er mit, darunter in "Jud Süß -
Film ohne Gewissen".
– Michael Kranz stammt aus Regensburg, war aber auch schon in einigen
internationalen Kinoproduktionen zu sehen. Darunter in Steven Spielbergs
"Die Gefährten". Seine erste Rolle übernahm er neben "Oktoberfest -
1900"-Kollege Maximilian Brückner in "Räuber Kneissl", mit ihm stand er
auch für die TV-Serie "Hindafing" vor der Kamera.
– Vladimir Burlakov wurde in Moskau geboren, wuchs in Deutschland auf.
Zum Hauptcast einer Serie gehörte er auch schon 2015 und 2018 in
"Deutschland 83" und "Deutschland 86".
Was passiert in "Oktoberfest - 1900" – Staffel 1?
1989 in München. Ausschank und Bewirtung der Gäste des beliebten
Oktoberfestes liegt in den Händen der Traditionswirte der Stadt,
darunter auch der Familie Hoflinger, denen das Deibel Bräu gehört. Alles
ändert sich, als Georg Prankl, ein Bierbrauer aus Nürnberg auf den Plan
tritt und sich trotz allen Widerstands – mit Tricks und unbeugsamem
Willen einen Platz auf der Festwiese erkämpft. Auf dem will er ein
Riesenzelt errichten, das sechstausen Gästen Platz bieten soll. Dieses
Vorhaben schient der Konkurrenz nicht nur größenwahnsinnig, es bringt
auch kleinere Brauereien wie die der Hoflingers in arge Bedrängnis
bringt.
TV & Streaming: Wann und wo kann man die Serie sehen?
Die erste Staffel der Serie wird in der ARD 2020 zu sehen sein, ein
konkretes Sendedatum gibt es noch nicht.
Die Macher: Produziert wird die Serie von Zeitsprung Pictures zusammen
mit BRD, ARD Degeto, WDR und MDR für das Erste. Die Regie übernimmt
Finne Hannu Salonen.
Die Dreharbeiten haben im Mai 2019 begonnen.
Quelle: HÖRZU, 5.6.2019
Kostümanprobe,
5.6.2019

Maximilian Brückner: Don’t talk to
me!!! #bloodandbeer #oktoberfest #blablabla. Instagram |

Maximilian Brückner: Man in black
#blablabla. Instagram |
|

Curt Prank (Mišel Maticevic) |
"Empire
Oktoberfest" (WT)
Original title: "Oktoberfest"
Format: 6 x one hour, HD
Limited Series
Oktoberfest is a 6-part limited series portraying two beer brewer
dynasties fighting for domination of the famous beer festival in
Munich.
Set in Munich in 1898, the story revolves around a young girl who
falls in love with a poor brewer's son against her father's
wishes, who himself is a rich mobster who has come to town to try
and bully his way into the inner circle of Munich's brewer
dynasties. Soon blood is shed and the young brewer has to fight
desperately in order to protect his own family from his love's
father.
A thrilling drama about intrigues, emancipation, love and class
conceits that sheds light on the secluded world of breweries and
pubs - the places where Munich's truly powerful secretly carry out
their affairs - set against the backdrop of the world-famous,
iconic beer spectacle.
Source: Beta Film |
Beta
Film builds “Empire Oktoberfest” (WT) |

Curt Prank (Mišel Maticevic) |

Die Hoflingers (v.l.): Markus Krojer, Martina
Gedeck, Klaus Steinbacher |
Shooting is underway for Beta Film’s new high-end series "Empire
Oktoberfest" (WT) by Hannu Salonen (Shades of Guilt, Arctic Circle) for
BR/ARD Degeto. The thrilling six-hour series about the fierce battle
between two family breweries, set in Munich in 1900, stars Mišel Maticevic
(Babylon Berlin), Martina Gedeck (Academy Award-winning Lives of Others)
and the up-and-coming talents Klaus Steinbacher (Das Boot) and Mercedes
Mueller (Passenger 23). The drama sheds light on a chapter in the history
of the world-famous, iconic public festival, where Munich's truly powerful
secretly carry out their affairs. Shooting in Bavaria, North
Rhine-Westphalia and Prague, the Zeitsprung/Violet Pictures-production
will be wrapped mid-August. Beta Film handles the world sales and will
present first images at MIPCOM in Cannes this fall.
Producers Michael Souvignier, Till Derenbach and Alexis von Wittgenstein:
“The power-obsessed milieu of Munich’s breweries in 1900 is a fascinating
setting for a series. The contrast between roughness, gloom and the ease
of the world-famous Schwabing bohemia with eccentric artists such as
Wassily Kandinsky and Thomas Mann is a great, exciting stage for a family
epic of Shakespearian scale.”
Empire Oktoberfest (WT) portrays two beer-brewing dynasties fight for
domination of the famous beer festival. The story revolves around a young
girl who falls in love with a poor brewer's son. Their feelings are
against her father's wishes - a rich mobster, who has come to town to try
and bully his way into the inner circle of Munich's brewery dynasties.
Soon, blood is being shed and the young brewer has to fight desperately to
protect his own family from his love's father.
Empire Oktoberfest (WT) is produced by Zeitsprung Pictures in cooperation
with Violet Pictures in co-production with BR, ARD Degeto, WDR and MDR for
Das Erste, supported by FFF Bayern, Film- und Medienstiftung NRW and
German Motion Picture Fund.
For further information: Dorothee Stoewahse Tel: + 49 89 67 34 69 15 Cell:
+ 49 170 63 84 627 press@betafilm.com, www.betafilm.com
Source: Beta Film, 6.6.2019 - Also in Variety & Deadline
"Empire Oktoberfest": drama alemão sobre briga de cervejarias entra em
produção
A produção da série Empire Oktoberfest (título provisório) já está em
andamento.
O drama alemão ambientado na cidade de Munique em 1900 será protagonizado
por Martina Gedeck (A Vida dos Outros) e ainda contará com Mišel Maticevic
(Babylon Berlin), Klaus Steinbacher (O Barco) e Mercedes Mueller
(Passenger 23). A série é produzida pela Beta Film e será lançada
internacionalmente na Mipcom em outubro.
Empire Oktoberfest contará a feroz batalha entre duas cervejarias que
lutam pelo domínio do famoso festival, onde os poderosos de Munique
realizam seus negócios secretamente. A história centrará em torno de uma
jovem que se apaixona pelo filho pobre de um cervejeiro. O casal terá seu
como empecilho para o seu relacionamento o pai da menina, um rico mafioso
que chegou à cidade para integrar à força ao fechado e poderoso círculo
das dinastias de cervejeiros de Munique.
"O contraste entre a aspereza, a melancolia e a facilidade da boemia
mundialmente famosa de Schwabing com artistas excêntricos como Wassily
Kandinsky e Thomas Mann é um grande palco para um épico familiar de escala
shakespeariana", declararam os produtores Michael Souvignier, Till
Derenbach e Alexis Von Wittgenstein em um comunicado. Eles ainda
declararam que um ambiente obcecado pelo poder das cervejarias de Munique
em 1900 é um cenário fascinante para uma série.
A série contará com 6 episódios e as filmagens serão realizadas na
Baviera, Renânia do Norte-Vestfália e Praga.
Este texto foi escrito por Rafaela Ferreira da Silva via nexperts. (Fontes
Variety), Minha Série (Brasil), 13.6.2019

Agentur unitone: Eisi sendet liebe Grüße vom
Set. Den Herrn daneben müsstet ihr auch kennen.
Eisi Gulp (r.) mit echtem Bart und Maxi (l.) mit angeklebtem
Kunsthaar. Instagram,
27.6.19 |
Dreharbeiten in Landshut: Die Burg
Trausnitz als Filmkulisse
Ab Montag, 15. Juli werden dort voraussichtlich eine Woche lang Szenen für
die neue historische ARD-Eventserie mit dem Arbeitstitel (AT) „Oktoberfest
– 1900“ aufgenommen. Diese wird von Zeitsprung Pictures in Zusammenarbeit
mit Violet Pictures und in Ko-Produktion mit dem Bayerischen Rundfunk, ARD
Degeto, dem Westdeutschen Rundfunk und dem Mitteldeutschen Rundfunk für
Das Erste produziert.
Im Mittelpunkt der sechsteiligen, historischen Eventserie steht der
erbitterte Kampf zweier Brauerei-Clans um die gesellschaftliche und
wirtschaftliche Vormachtstellung im München des Jahres 1900. Die
Dreharbeiten haben übrigens bereits im Mai in Prag begonnen. Gedreht wird
voraussichtlich noch bis Mitte August; neben Landshut sind auch andere
Orte in Bayern sowie in Tschechien und Nordrhein-Westfalen als Schauplätze
vorgesehen. Vor der Kamera stehen zahlreiche bekannte Schauspieler wie
Mišel Matičević, Francis Fulton-Smith, Klaus Steinbacher, Mercedes Müller,
Maximilian Brückner, Brigitte Hobmeier und nicht zuletzt auch die in
Landshut aufgewachsene Martina Gedeck.
Oberbürgermeister Alexander Putz: „Für unsere Stadt ist das natürlich
beste Imagewerbung“, sagt er. „Einer breiten Öffentlichkeit immer wieder
zur besten Sendezeit die einzigartige Schönheit Landshuts und
Sehenswürdigkeiten wie die Burg Trausnitz präsentieren zu können, ist viel
wert - das lässt sich in Geld gar nicht ausdrücken.“ Putz hofft darauf,
dass die Eventserie „Oktoberfest – 1900“ (AT), die voraussichtlich in drei
Doppelfolgen 2020 im Ersten ausgestrahlt werden soll, dabei hilft, den
Bekanntheitsgrad Landshuts weiter zu steigern und insbesondere noch mehr
Touristen in die Stadt zu locken.
Wieso ausgerechnet Landshut als Drehort ausgewählt wurde? „Wir haben nach
einer imposanten Location gesucht, die wir als Münchner Bierkeller
erzählen können“, so der Produzent der Serie, Alexis von Wittgenstein. Der
alte, imposante Weinkeller im Berg der Burg Trausnitz könnte sich in einen
Bierkeller verwandeln.
Die am Montag anlaufenden Dreharbeiten für „Oktoberfest – 1900“ (AT) gehen
indes mit kleineren Verkehrsbehinderungen im Bereich der Burg Trausnitz
und des Hofgartens einher. So wird von Montag, 15. Juli, 7 Uhr, bis
voraussichtlich Samstag, 20. Juli, 5 Uhr, eine vier Parkreihen umfassende
absolute Haltverbotszone am Hofgartenparkplatz eingerichtet. Der Bereich
ist mit den entsprechenden Zeitangaben ausgeschildert. Ein absolutes
Haltverbot gilt außerdem von Freitag, 19. Juli, 17 Uhr, bis Samstag, 20.
Juli, 5 Uhr, auf der Edmund-Jörg-Straße in einem insgesamt rund 45 Meter
umfassenden Abschnitt entlang der Anwesen Haus-Nummer 13 bis 17. Im selben
Zeitraum wird darüber hinaus in Absprache mit der Burgverwaltung der
Wehrgang zur Trausnitz temporär gesperrt. Die Stadt Landshut bittet alle
Anwohner und Besucher der betroffenen Bereiche um Verständnis für die mit
den Dreharbeiten verbundenen Unannehmlichkeiten.
Quellen: Wochenblatt, 10.7.2019 und IDoWa, 11.7.2019
[Tournage]
"Empire Oktoberfest" à Prague! – – Dreharbeiten von "Empire
Oktoberfest" in Prag!
 |
L’Oktoberfest,
ça vous dit quelque chose? Si vous êtes un amateur de bière, ce
nom évoque forcément quelque chose 🍻 Et si on faisait une série
sur l’Oktoberfest en revenant aux origines de ce festival de la
bière en Allemagne? Grâce à Beta Film (co-producteur et
distributeur de la série), j’ai eu l’immense chance de me
retrouver sur le tournage de la série "Empire Oktoberfest". C’est
une série allemande dont une partie se tourne à Prague. Je me suis
alors retrouvée plongée en plein décor de l’Oktoberfest de 1900 en
République Tchèque. J’ai découvert le savoir-faire allemand en
matière de séries télévisée ainsi qu’une belle collaboration entre
les équipes allemandes de la série et les équipes tchèques sur
place. De cette expérience sensationnelle, j’ai ramené des
interviews passionnantes ainsi que de belles photos et vidéos.
Allez, c’est parti pour un article au son de la fanfare en plein
milieu de l’Oktoberfest de 1900.
"Empire Oktoberfest", c’est avant tout un drama qu’une série
purement historique
Oktoberfest est une série de 6 épisodes centrée sur deux dynasties
de brasseurs de bière se battant pour l’hégémonie du célèbre
festival de la bière à Munich. L’histoire se déroule à Munich en
1898 et raconte l’histoire d’une jeune fille qui tombe amoureuse
du fils d’un pauvre brasseur contre le gré de son père, lui-même
un riche gangster venu en ville pour tenter de se faire une place
au sein des dynasties de brasseurs de Munich. Rapidement le sang
coule et le jeune brasseur doit se battre pour protéger sa propre
famille du père de son dulcinée. |
|
Oktoberfest,
sagt es Ihnen etwas? Wenn Sie ein Bierliebhaber sind, erinnert Sie
dieser Name unweigerlich an etwas 🍻 Was wäre, wenn wir aus dem
Oktoberfest eine Serie zu den Ursprüngen dieses Bierfestivals in
Deutschland machen würden? Dank Beta Film (Co-Produzent und
Verleiher der Serie) hatte ich großes Glück, das Set der Serie
"Empire Oktoberfest" zu besuchen können. Es ist eine deutsche
Serie, die teilweise in Prag gedreht wird. Ich befand mich mitten
in der Oktoberfestlandschaft von 1900 in der Tschechischen
Republik. Ich entdeckte das deutsche Know-how bei Fernsehserien
sowie die gute Zusammenarbeit zwischen den deutschen Teams der
Serie und den tschechischen Teams vor Ort. Von dieser
sensationellen Erfahrung habe ich spannende Interviews sowie
wunderschöne Fotos und Videos mitgebracht.
"Oktoberfest Empire" ist vor allem ein Drama, eine rein
historische Serie
Oktoberfest ist eine Serie mit 6 Folgen, die sich mit zwei
Dynastien von Bierbrauern befassen, die um die Herrschaft über das
berühmte Bierfestival in München kämpfen. Die Geschichte spielt
1898 in München und erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens,
das sich gegen den Willen seines Vaters - selbst ein reicher
Gangster, der in die Stadt kam, um sich einen Platz in den
Münchner Brauerdynastien zu erkämpfen - in den Sohn eines armen
Brauers verliebt. Schnell fließt das Blut und der junge Brauer
muss kämpfen, um seine eigene Familie vor dem Vater seiner
Liebsten zu schützen. |

Curt Prank (Mišel Maticevic)
|
Je
suis arrivée à Prague la veille de la visite du tournage "Empire
Oktoberfest". Après une visite de la ville, dîner avec toute
l’équipe de la série et surtout réalisation des premières
interviews.
Interview
vidéo réalisateur et directeur de photographie - en anglais
Rencontre avec Felix Cramer, directeur de la photographie, et
Hannu Solonen, un réalisateur finlandais qui travaille en
Allemagne depuis des années. Avec eux, j’ai échangé sur le défi de
tourner dans un décor d’époque, comment on adapte la caméra à un
tournage 1900 et l’apport de la ville de Prague dans cette série
sur l’Oktoberfest. |
|
Ich
kam am Tag vor dem "Empire Oktoberfest" Setbesuch in Prag an. Nach
einem Besuch der Stadt konnte ich mit dem gesamten Team der Serie
zu Abend essen, und die ersten Interviews führen.
Videointerview
mit Regisseur und Kameramann - auf Englisch
Mein Treffen mit Kameramann Felix Cramer, und Hannu Solonen, einem
finnischen Regisseur, der seit Jahren in Deutschland arbeitet. Mit
ihnen tauschte ich mich über die Herausforderung des Filmens in
einem historischen Zeitraum aus, wie man die Kamera an ein 1900er
Shooting und den Beitrag der Stadt Prag in dieser Serie anpasst. |
Interview
vidéo scénographe et producteur - en anglais
Après j’ai continué avec une interview réunissant le Benedikt
Herforth, le scénographe et un des producteurs Till Derenbach de
la société de production Zeitsprung Pictures GmbH. On a discuté de
comment réaliser un décor de 1900, le nombre de gens qui
travaillent dessus et de l’avenir des décors pour une éventuelle
saison 2. |
|
Videointerview
mit Szenenbildner und Produzent - auf Englisch
Anschließend führte ich ein Interview mit Szenenbildner Benedikt
Herforth und Produzent Till Derenbach von der Produktionsfirma
Zeitsprung Pictures GmbH. Wir diskutierten, wie man ein 1900-Set
herstellt, wie viele Leute daran arbeiten und wie die Sets für
eine mögliche 2. Staffel aussehen würden. |
Interview
vidéo de l’acteur Mišel Maticevic
- en anglais
Le lendemain, je me suis retrouvée sur le tournage en plein milieu
des décors. Je ne suis jamais à l’Oktoberfest actuel mais celui de
1900 m’a bien plu. Comme une foire d’antan, on y trouve toutes
sortes de jeux, des spectacles comme la femme à barbe et aussi des
petites échoppes toutes mignonnes qui vendent des fleurs, des
cartes postales ou autres souvenirs du lieu. J’ai eu la chance
d’assister à la fanfare comprenant les 400 figurants comme
expliqué dans les vidéos. En plus, ils avaient bien du courage ces
figurants qui devaient être à la préparation à 2h du matin et
tourner sous un soleil de plomb en tenue historique ce qui veut
dire manches longues et jupes longues à frout-frout pour mesdames
et costumes trois pièces pour messieurs. Ils ont répété le défilé
de la fanfare plusieurs fois afin que notre réalisateur Hannu
Solonen puisse avoir tous les angles possibles. Avant que la
fanfare entre en piste, le personnage de Curt Prank est présent.
Interprété par le comédien d’origine croate Mišel Maticevic, j’ai
pu m’entretenir avec lui entre deux prises. |
|
Videointerview
mit dem Schauspieler Mišel Maticevic
- auf Englisch
Am nächsten Tag befand ich mich mitten auf dem Set. Ich war noch
nie auf dem aktuellen Oktoberfest, aber ich mochte das von 1900.
Wie in früheren Zeiten gibt es alle möglichen Spiele, Shows wie
die bärtige Frau und auch kleine Läden, in denen Blumen,
Postkarten oder andere Souvenirs des Ortes verkauft werden. Ich
hatte das Glück, am Einzug der Blaskapelle teilzunehmen, zusammen
mit den 400 Statisten, wie in den Videos erklärt wird. Die
Statisten, die sich bereits ab 2 Uhr morgens vorbereiten und in
historische Kostüme schlüpfen mussten, was lange Ärmel und lange
Röcke mit vielen Unterröcken für Damen und dreiteilige Anzüge für
Herren bedeutete, mussten Durchhaltevermögen beweisen, da in der
prallen Sonne gedreht wurde. Der Einmarsch der Blaskapelle wurde
mehrmals wiederholt, damit Regisseur Hannu Solonen ihn aus
verschiedenen Blickwinkel filmen konnte. Der Einmarsch wird von
Curt Prank angeführt. Zwischen zwei Einstellungen konnte ich mit
dessen Darsteller, dem kroatischen Schauspieler Mišel Maticevic
sprechen. |
Interview
scénariste et producteur
Enfin, ma journée s’est achevée par une interview de scénariste en
chef, Ronny Schalk, qui a aussi travaillé sur la série allemande
"Dark" et d’un autre producteur Alexis von Wittgenstein. Cet
entretien permet d’en savoir plus sur la genèse du projet
Oktoberfest qui vient d’une idée d’Alexis von Wittgenstein.
Question: Alexis, vous avez eu l’idée d’une série sur
l’Oktoberfest et vous avez recruté Ronny pour le job...
Alexis von Wittgenstein: «J’ai grandi à Munich et l’Oktoberfest a
toujours fait partie de ma vie. Parfois, c’était une partie
importante de ma vie surtout quand j’étais un ado. Un de mes
meilleurs amis vient d’une famille de brasseur et je savais qu’il
y avait des histoires intéressantes autour de ce monde. On a fait
des recherches et on a découvert qu’il y avait des histoires
riches dans ces 200 ans d’Oktoberfest avec aussi de nombreux
conflits intéressants. Je l’ai couché sur papier en 10 pages ce
qui n’était pas un script mais des intrigues et des chiffres.
Puis, nous avons cherché les experts, les scénaristes, ces génies.
Ronny a été le premier scénariste recruté de l’équipe. Il a fait
"Dark" auparavant mais à ce moment-là, la série n’était pas encore
diffusée. ça été de l’intuition. Puis, lors de Noël 2016, nous
nous sommes enfermés pendant une semaine».
Ronny Schalk: «On avait la storyline, on avait les personnages et
ça nous a pris une semaine pour créer l’histoire».
Alexis von Wittgenstein: «On part d’une personnalité historique et
on imagine : et si ce gars avait une fille?» |

|
Interview
mit Drehbuchautor und Produzent
Mein Tag endete mit einem Interview mit dem Hauptdrehbuchautor
Ronny Schalk, der auch an der deutschen Serie "Dark" und mit einem
der Produzenten, Alexis von Wittgenstein, arbeitete. In diesem
Interview erfahren Sie mehr über die Entstehung des
Oktoberfest-Projekts, das auf einer Idee von Alexis von
Wittgenstein basiert.
Frage: Alexis, du hattest die Idee einer Serie auf dem Oktoberfest
und hast Ronny für den Job rekrutiert...
Alexis von Wittgenstein: «Ich bin in München aufgewachsen und das
Oktoberfest war schon immer ein Teil meines Lebens. Manchmal war
es ein wichtiger Teil meines Lebens, besonders als ich ein
Teenager war. Einer meiner besten Freunde stammt aus einer
Brauerfamilie und ich wusste, dass es in dieser Welt interessante
Geschichten gibt. Wir haben recherchiert und entdeckt, dass es in
diesen 200 Jahren Oktoberfest auch viele interessante Konflikte
gab. Ich habe es in 10 Seiten auf Papier gebracht, noch kein
Drehbuch, sondern nur Geschichten, Intrigen und Zahlen. Dann haben
wir nach den Experten, den Drehbuchautoren, diesen Genies gesucht.
Ronny war der erste angeworbene Drehbuchautor im Team. Er hat
vorher an "Dark" gearbeitet, aber zu diesem Zeitpunkt war die
Serie noch nicht gesendet worden. Es war eine Eingebung. Dann,
während Weihnachten 2016, haben wir uns für eine Woche
eingesperrt.»
Ronny Schalk: «Wir hatten die Handlung, wir hatten die Charaktere
und es dauerte eine Woche, um die Geschichte zu erstellen.»
Alexis von Wittgenstein: «Wir gehen von einer historischen
Persönlichkeit aus und stellen uns vor: Was wäre, wenn dieser Kerl
eine Tochter hätte?» |
Ronny
Schalk: «C’est basé sur de vrais gens mais c’est seulement basé
sur eux et après vous broder. Cette série est véritablement
centrée sur les personnages. Les intrigues viennent des
personnages. Puis, vous avez envie de parler de l’époque et tout
particulièrement sur les personnages féminins».
Ronny Schalk: «C’est le moment parfait car c’est le changement de
siècle. C’est un nouveau siècle qui arrive et le début de la
modernisation. C’est parfait car vous avez l’écart avec la
modernisation, un nouveau horizon. Puis, vous avez cette guerre
incessante entre la modernisation et la tradition. C’était idéal
pour un drama».
Le triangle vertueux auteur - réalisateur - producteur
Ronny Schalk: «Souvent au titre de scénariste, vous écrivez trop
de texte. Hannu (réalisateur) est venu me dire, ils peuvent jouer
cette partie parce que je n’arrivais pas à me séparer de certains
dialogue».
Alexis von Wittgenstein: «Nous avons essayé de suivre le modèle
scandinave qui d’avoir une vision partagée entre le réalisateur,
l’auteur et le producteur. Un triangle qui a bien marché».
J’espère que mon récit de tournage et toutes les informations
collectées sur la série "Empire Oktoberfest" vous donneront autant
que moi envie de découvrir cette série allemande qui s’annonce
prometteuse. Je remercie les équipes de Beta Film pour avoir fait
confiance à une envoyée spéciale française pour couvrir cette
série.
Lubiie @ Lubie-en-Série,
16 juillet 2019 |
|
Ronny
Schalk: «Es basiert auf echten Menschen, aber es basiert nur auf
ihnen und und dann findet sich deren Geschichten. Diese Serie
konzentriert sich wirklich auf die Charaktere. Die Intrigen kommen
von den Charakteren. Dann möchten wir über die Epoche und
insbesondere über die weibliche Charaktere erzählen.»
Ronny Schalk: «Es ist die perfekte Zeit, weil es die
Jahrhundertwende ist. Es ist ein neues Jahrhundert und der Beginn
der Modernisierung. Es ist perfekt, weil Sie die Lücke mit der
Modernisierung haben, einen neuen Horizont. Dann haben Sie diesen
unerbittlichen Krieg zwischen Modernisierung und Tradition. Es war
ideal für ein Drama.»
Das tugendhafte Dreieck - Autor - Regisseur - Produzent
Ronny Schalk: «Oft schreibst du als Drehbuchautor zu viel Text.
Hannu (Regisseur) kam, um mir zu sagen, dass sie diese Rolle
spielen können, weil ich mich nicht von einigen Dialogen trennen
konnte.»
Alexis von Wittgenstein: «Wir haben versucht, dem skandinavischen
Modell einer gemeinsamen Vision zwischen Regisseur, Autor und
Produzent zu folgen. Ein Dreieck, das gut funktioniert hat.»
Ich hoffe, dass meine Filmgeschichte und alle Informationen, die
ich über die Serie "Empire Oktoberfest" gesammelt habe, bei Ihnen
genauso viel Interesse an dieser vielversprechenden deutsche Serie
wecken werden wie bei mir. Ich danke den Beta Film-Teams dafür,
dass sie einer französischen Spezialkorrespondentin für die
Berichterstattung über diese Serie vertraut haben.
Lubiie @ Lubie-en-Série,
16. Juli 2019 (Übersetzung mit Google & Bing) |

Photos: Dusan Martincek – Beta Film |
Königswinter. Auf Schloss Drachenburg finden ab der kommenden Woche
erneut Dreharbeiten für eine große Fernsehproduktion statt.
Fernsehteams geben sich auf Schloss Drachenburg die Klinke in die Hand,
die einzigartige Kulisse ist begehrt bei Filmschaffenden. Das Anwesen
dient Anfang August als Set für Szenen der historischen Eventserie
„Oktoberfest 1900“. Während der Auf- und Abbauarbeiten und an den
eigentlichen Drehtagen komme es von Montag, 5. August, bis Samstag,
14. August, teils zu Einschränkungen bei Besichtigungen. Darauf weist die
Schloss Drachenburg gGmbH hin.
An den Aufbautagen – Montag bis Mittwoch, 5. bis 7. August – könne es in
Schlossbereichen zeitweise zu Umlenkungen der Besucher kommen. Am
Donnerstag und Freitag, 8./9. August, sowie am Montag und Dienstag,
12./13. August, werde das Schloss alleine von der Filmproduktion genutzt;
der museale Teil des Schlosses bleibe an diesen Drehtagen geschlossen.
Der Park, die Wagenhalle mit der Ausstellung zur Geschichte des
Naturschutzes in Deutschland, die Ausstellung zur Schlossgeschichte, der
Nordturm sowie die Sonderausstellung in der Vorburg „heimat.nrw“ seien
aber zu besichtigen. Auch am Samstag und Sonntag, 10./11. August, sei ein
Besuch von Schloss und Park möglich. Der Abbau des Drehsets ist für
Mittwoch, 14. August, geplant; an diesem Tag sei die Schlossbesichtigung
möglich, kurze Einschränkungen seien aber erneut denkbar.
„Oktoberfest 1900“ erzählt von einer Zeit, in der die wahre Macht in
München von den größten Arbeitgebern der Stadt ausgeht: den Brauereien.
„Oktoberfest 1900“ ist eine Gemeinschaftsproduktion von Zeitsprung
Pictures und Violet Pictures in Co-Produktion mit BR, ARD Degeto, WDR und
MDR für Das Erste. Das Projekt wird gefördert vom FilmFernsehFonds Bayern,
der Filmstiftung NRW und dem German Motion Picture Fund.
Quelle: General-Anzeiger Bonn, 30.7.2019
Auf Schloss Drachenburg sind vier Drehtage (8., 9., 12. und 13. August)
angesetzt. Das Team reise mit rund 100 Leuten an, so Produzent Michael
Souvignier. Am Montag 5.8. würde mit dem Aufbau des Sets begonnen. „Unser
Oktoberfest spielt 1900. Da muss man immer Bauwerke nehmen, die älter
sind“, erklärt Souvignier die Drehort-Wahl. Und Schloss Drachenburg sei
ein wunderschönes Motiv. „Wir drehen im Innern ganze Szenen, aber auch
Außenszenen.“ Für Besucher von Schloss Drachenburg bedeuten die
Filmarbeiten allerdings Einschränkungen. So bleibt an den Drehtagen der
museale Teil geschlossen, Park, Wagenhalle, die Ausstellung zur
Schlossgeschichte, der Nordturm sowie die Sonderausstellung in der Vorburg
sind hingegen geöffnet. An den Aufbautagen (5. bis 7. August) sowie am
Abbautag (14. August) muss man nur mit Einschränkungen rechnen. Am 10. und
11. August – also zwischen den Drehtagen – ist ein Besuch von Schloss und
Park Drachenburg wie gewohnt möglich. Mit etwas Glück können die
Königswinterer ab nächster Woche dann sogar so manchen Schauspieler
treffen. Denn nicht nur das Team, auch die Stars der Serie würden in
unmittelbarer Nähe des Drehortes untergebracht werden, wie Produzent
Michael Souvignier verrät.
Quelle: Express Bonn, 1.8.2019
Am Set der historischen Eventserie "Oktoberfest 1900" (AT) fand gestern
ein Pressetermin mit Förderern und Produzenten statt.
In Bayern und Nordrhein-Westfalen wird noch bis Mitte August die
sechsteilige historische Eventserie mit dem Arbeitstitel "Oktoberfest -
1900" gedreht, die im kommenden Jahr in Doppelfolgen im Ersten
ausgestrahlt wird. Bei einem Pressetermin besuchten gestern u.a. Förderer
und Produzenten das Set in der Nähe von Dachau.

Am Set von "Oktoberfest - 1900" (AT): die
Darsteller Brigitte Hobmeier, Vladimir Burlakov, Martina Gedeck,
Mercedes Müller und Markus Krojer (sitzend, v.l.n.r.), Gabriele
Pfennigsdorf (FFF), Daniela Boehm (BR), Dorothee Erpenstein
(FFF), Meike Götz (MDR), Produzent Michael Souvignier
(Zeitsprung Pictures), Bettina Ricklefs (BR), Produzent Alexis
von Wittgenstein (Violet Pictures), Produzent Felix von Poser,
Drehbuchautor Ronny Schalk, Produzent Till Derenbach (Zeitsprung
Pictures), Kameramann Felix Cramer, Regisseur Hannu Salonen,
Moritz Herzogenberg (Beta Film) sowie die beiden Darsteller
Misel Maticevic und Klaus Steinbacher (stehend, v.l.n.r.). Bild:
BR/Zeitsprung Pictures/Stephan Pick
Quelle: BlickpunktFilm, 1.8.2019 |
Fotos: Ursula Düren / dpa / picturedesk.com
"Man muss das spüren, das Derbe"
Mit großem Aufwand dreht der BR eine historische Serie, die 2020 ins
Fernsehen kommt. Sie handelt vom Oktoberfest und dem rasanten Wandel des
Biergeschäfts um die Jahrhundertwende.
Drehort ist ein altes, verlassenes Wirtshaus in der Blumenstr. 18 in Deutenhausen im
Landkreis Dachau, es riecht muffig nach feuchtem Holz, in den Raum neben
der Wirtsstube dringt nur wenig Tageslicht. Hier haben sich etwa zehn
Leute der Filmcrew postiert, sie blicken gebannt auf zwei Monitore,
während die Brauerswitwe und Wirtin Maria Hoflinger, gespielt von Martina
Gedeck, mit einer Brotzeit die düstere Stube betritt, in der ein paar
Bierdimpfl hocken.
Ein Mann kommt herein, Schnauzbart, Gehrock, herrische Manieren. Die ganz
in Schwarz gekleidete Wirtin bringt zwei Bierkrüge, man verhandelt. Das
Gespräch läuft schief, am Ende wirft der Mann, der Brauunternehmer Curt
Prank (Mišel Matičević), missmutig eine Münze auf den Tisch und geht.
Maria Hoflinger steckt das Geld beiläufig in den Beutel, der an ihrem
Gürtel hängt.
Die Szene, die am gestrigen Mittwoch in Deutenhausen gedreht wurde, ist
Teil einer sechsteiligen historischen Serie, die im nächsten Jahr im
Ersten in Doppelfolgen auf den TV-Bildschirm kommt. "Oktoberfest - 1900"
lautet der Arbeitstitel des Filmprojekts, und nach allem, was am Set zu
sehen und zu hören ist, wird es ein großes Drama, in dessen Mittelpunkt
der Kampf zweier Brauerei-Clans um die wirtschaftliche und
gesellschaftliche Vormachtstellung in München steht.
Worum es unter anderem geht, ist in der kurzen Szene in der Wirtsstube
schon mal angedeutet: Auf der einen Seite das alte München, die Tradition,
der bodenständige Deibel-Bräu der Familie Hoflinger, und auf der anderen
Seite die neue Zeit, der sogenannte Fortschritt, die industrielle
Bierproduktion, mit welcher der aus Berlin stammende und über Franken nach
München gekommene Großbrauer Curt Prank - historisches Vorbild ist der
Großgastronom Georg Lang, der 1898 die erste riesige Oktoberfesthalle
errichtet hat - die Stadt und nicht zuletzt die Wiesn beglücken will.

Stadtrat Urban (Michael Kranz, links) und Clara
Prank (Mercedes Müller) mit ihrem Vater Curt Prank (Mišel
Matičević). |
"Es geht um den Wandel", sagt Mitproduzent Alexis von Wittgenstein, der
die Idee zu der Serie hatte. Und was würde den Wandel, von dem Bayern und
vor allem München in der Zeit um die Jahrhundertwende ergriffen worden
ist, besser verkörpern, als das Brauereiwesen, damals der größte
Arbeitgeber in der Stadt?
Die kapitalistische Dynamik schuf unerbittlich Fakten: Die kleinen
Brauereien gingen eine nach der anderen zugrunde, übrig blieben die großen
Produktionsstätten der Bierbarone, die das Bier in industrieller Manier
brauten - und dies in einer Stadt, die ständig wuchs, die umtriebig war,
konservativ und fortschrittlich, und in der, jenseits des ökonomischen
Treibens, die Boheme den Aufbruch in die künstlerische Moderne unternahm.
Die Regie führt Hannu Salonen, der sich unter anderem mit der Ferdinand
von Schirach-Verfilmung "Schuld" einen Namen gemacht hat. "Es darf kein zu
glatter Film werden", sagt er. "Er muss nach etwas schmecken, muss nach
was riechen, man muss das spüren, das Derbe." Der kurze Trailer, der am
Set zu sehen war, nährt die Hoffnung, dass dies gelingen könnte.
Allein die Kulissen sind beeindruckend. Irgendwo im tschechischen
Hinterland hat man eine alte Brauerei gefunden, die noch so aussieht, wie
die Kleinbrauerein im alten München ausgesehen haben könnten. Und dann das
Oktoberfest von anno 1900, das man nach historischen Fotos in Prag
aufgebaut hat. Schauspielerin Brigitte Hobmeier, die das zum Höhenflug
ansetzende Biermadl Colina Kandl (die schöne Coletta Möritz, die
"Schützenliesl", lässt da aus dem Jenseits grüßen) verkörpert, war
geradezu überwältigt, als sie die Wiesn-Replik auf einer Wiese in Prag
betrat: "Die Kulisse war so groß, so bombastisch, und alles sah so
lebendig aus."

Der Steyrer Hans, der "Bayerische Herkules", der
einen 528 Pfund schweren Stein mit dem Finger lupfen konnte, war
der Erfinder des Einzugs der Wiesnwirte. |
|

Colina Kandl (Brigitte Hobmeier) spricht auf dem
Podium in der Oktoberfest-Gasse vor der neuen Bierburg von Curt
Prank. |
Man darf ja nicht zu viel verraten, aber mit schlechtem Gewissen sei hier
gesagt, dass es in dieser Serie nicht ohne Blutvergießen abgehen wird und
dass auch Freunde und Freundinnen dramatischer Liebesgeschichten nicht zu
kurz kommen werden. Hin und hergerissen zwischen familiärer Pflicht und
amourösen Gefühlen ist nicht zuletzt die Großbrauerstochter Clara Prank,
in deren Rolle Mercedes Müller schlüpft.
Überhaupt ist zu hören, dass die Drehbuchautoren Ronny Schalk und
Christian Limmer Frauenfiguren geschaffen haben, die sich nicht in die
traditionelle Rolle der Ehefrau und Mutter fügen wollen. Vor allem Maria
Hoflinger, die tapfere Witwe, ist eine Frau, die gleichsam bis zur letzten
Patrone kämpft, um ihre Familienbrauerei zu retten. "Sie ist sehr
brachial, und sie führt einen großen Kampf", sagt ihre Darstellerin
Martina Gedeck. "Sie ist seelisch verletzt und traumatisiert, aber daraus
schöpft sie auch Kraft."

Das Brauerei-Ehepaar Maria Hoflinger (Martina
Gedeck) und Ignaz Hoflinger (Francis Fulton-Smith). |
|

Ignaz Hoflinger und die Bordell-Besitzerin Gerdi
(Petra Berndt) bei einer geheimnisvollen Absprache. |
Natürlich muss man abwarten, ob die pulsierende und vor Antagonismen fast
berstende Stadt, die München um 1900 war, in der Serie mehr ist als nur
pittoreske Kulisse. Produzent Alexis von Wittgenstein und Drehbuchautor
Ronny Schalk versichern, sich in die historische Materie vertieft zu
haben. Auch das Proletariat, das zu dieser Zeit in München politisches
Selbstbewusstsein entwickelt, wird im Film vorkommen, und es versteht sich
fast von selbst, dass auch die Boheme ein Rolle spielt.

Ignaz Hoflinger (Francis Fulton-Smith) |
|

Ludwig Hoflinger (Markus Krojer) |
Ludwig Hoflinger (Markus Krojer),
der Sohn der Brauereibesitzerin, liebäugelt sogar mit dem freien, die
Konventionen sprengenden Leben, das die Künstlerinnen, Künstler, Spinner,
Käuze und Mitläufer in Schwabing führen. Und die Bohemen, verrät
Wittgenstein, wird sich schon am folgenden Drehtag in Gestalt einer ihrer
prominentesten Akteure am Drehort zeigen. Franziska zu Reventlow (Ines
Hollinger), die schöne geistreiche Gräfin, bekommt ihren Auftritt. Es ist
alles vorbereitet, damit München endlich mal wieder richtig leuchtet.
Quelle: Wolfgang Görl, Süddeutsche Zeitung, 1.8.2019. Fotos: Dusan
Martincek/BR
– Setfotos vom FilmFernsehFonds Bayern – – Mehr Fotos der Schauspieler –

Maximilian Brückner: Meet lovely Mr Stifter.
You won’t like him. #Octoberfest #blood&beer #blablabla.
Instagram,
5.8.19 |

Maximilian Brückner vor Schloss Drachenburg: My
home is my castle #octoberfest #blood&beer #blablabla
Video
auf Instagram, 11.8.19. Morgen und übermorgen wird dort
noch gedreht. |
– Ehre, Intrigen und jede Menge Bier - Der erbitterte Kampf zweier
Brauerei-Clans um gesellschaftliche und wirtschaftliche Vormachtstellung
im München des Jahres 1900 steht im Mittelpunkt der historischen
Eventserie "Oktoberfest - 1900", die nächstes Jahr in der ARD läuft. Ein
BR-Drehbericht (mit den ersten bewegten Bildern) vom Set in Deutenhausen
am 31. Juli, mit Interviews mit Mišel Matičević, Martina Gedeck und
Brigitte Hobmeier in "Abendschau" im Bayerischen Fernsehen, am 6.8.2019,
18:00 Uhr, 4 Min. Video
– Regisseur Hannu Salonen: Empire Oktoberfest looking into the abyss.
Five remaining shooting days. Today Klaus Steinbacher alias Roman got
“done”. Looking forward to finalize the 1st Season! Foto auf Instagram, 7.8.19
– Klaus Steinbacher: klappe zu kladde zu abgedreht. 2 Fotos (auch
mit Mercedes Müller und Michael Kranz) auf Instagram, 7.8.2019
Die neue Serie "Oktoberfest - 1900" zeigt das Volksfest von einer ganz
anderen Seite
Gerade sind am "Drachenfels" in der Nähe von Bonn die Dreharbeiten zur
Eventserie "Oktoberfest - 1900" zu Ende gegangen. "Das Thema ist
ungeheuer spannend, da das Oktoberfest mal von einer ganz anderen Seite
her betrachtet wird", sagte Schauspielerin Martina Gedeck der
Deutschen Presse-Agentur. In dem Sechsteiler, der die Entstehung des
weltbekannten Volksfests um 1900 erzählt, spielt sie eine der Hauptrollen:
"Eine weibliche Hiobsfigur, die alles verliert und sich gegen ihr
Schicksal aufbäumt." [...]
"Oktoberfest" entstand in 66 Drehtagen an Locations in Deutschland und
Tschechien. [...] Die über zehn Millionen Euro teure Produktion wird
voraussichtlich Ende nächsten Jahres bei der ARD zu sehen sein. Sowohl
Martina Gedeck als auch Produzent Michael Souvignier betonen die
Aktualität des Stoffs: Schließlich gehe es um turbokapitalistische
Marktmechanismen und den Widerstand dagegen.
Vollständiger Artikel u.a. in Stern, Focus, 10.8.2019

Regisseur Hannu Salonen: Empire Oktoberfest -
one more day to go! You might think we ran out of actors.
That’s a misunderstanding. They are still there. But this
scene is about one man building the DREAM. Instagram, 12./13.8.19 |
Dreharbeiten zu „Oktoberfest – 1900“ beendet
Nach Dreharbeiten in Prag und Bayern wurde in Nordrhein-Westfalen
„Oktoberfest - 1900“ (AT) abgedreht. Die von der Filmstiftung geförderte
sechsteilige historische Serie unter der Regie von Hannu Salonen wurde von
der Kölner Zeitsprung Pictures mit u.a. Mišel Matičević, Martina Gedeck,
Brigitte Hobmaier und Maximilian Brückner produziert. In NRW wurde u.a.
auf der Drachenburg gedreht.

v.l. Regisseur Hannu Salonen, Mišel Matičević,
Michael Kranz, Irina Wanka, Produzent Till Derenbach, Sigrid
Strohmann (Film- und Medienstiftung NRW) und Produzent Michael
Souvignier am Set von „Oktoberfest - 1900“ auf der Drachenburg
© Zeitsprung Pictures |
Zum Inhalt: Das Oktoberfest ist eine weltweit bekannte und beliebte
Institution. Doch kaum einer weiß etwas über seine Anfänge. Das wollen wir
ändern: anhand unseres Protagonisten Georg Prank erleben wir, wie ein
Auswärtiger aus Nürnberg erbittert um ein Zelt und die nötige Schanklizenz
auf dem Münchener Oktoberfest kämpft. Als Zuschauer werfen wir hier nicht
nur einen spannenden Blick in die Zeit um 1898, sondern auch hinter die
Kulissen des bekannten Festes, wo auch vor Mord nicht Halt gemacht wird!
Regisseur Hannu Salonen drehte nach den Büchern von Ronny Schalk und
Christian Limmer, die auf eine Idee von Alexis von Wittgenstein
zurückgehen. Vor der Kamera von Felix Cramer stehen Mišel Matičević,
Martina Gedeck, Francis Fulton-Smith Klaus Steinbacher, Mercedes Müller,
Brigitte Hobmeier, Maximilian Brückner, Markus Krojer und Martin Feifel.
Im kommenden Jahr werden Doppelfolgen im Ersten ausgestrahlt. Zeitsprung
Pictures produziert in Zusammenarbeit mit Violet Pictures und in
Ko-Produktion mit BR, ARD Degeto, WDR und MDR. Gefördert wird die Serie
der Film- und Medienstiftung NRW, dem FFF Bayern sowie dem German Motion
Picture Fund.
Quelle: Film und Medien Stiftung NRW, 28.8.2019

|
Betafilm wird die Serie auf den MIPCOM
Markets - The World's Entertainment Content Market, 14-17 October
2019, Palais des Festivals, Cannes, Frankreich internationalen
Käufern präsentieren.
Ein Trailer wurde dafür auch angekündigt, aber hier ist erstmal
der Werbeprospekt:
Empire Oktoberfest
1900. Munich's Oktoberfest. A traditional annual celebration of
the long-since-faded Bavarian royalty. After already running for
nearly a century, it is a major source of income – especially for
the city's brewery bosses. Many are reliant on the profits made
from selling beer at the Oktoberfest, as is the small family
brewery headed by Ignaz and Maria Hoflinger (Francis Fulton-Smith
and Martina Gedeck). When Curt Prank (Mišel Maticevic), a new
player, comes to town, his ruthless acquisition methods upset the
balance of power. Resisting his shadowy buy-out, Maria soon pays a
bloody price for sticking to her guns. The thirst for revenge
leads to a devastating and vicious war breaking out among Munich's
beer mafia, revealing the ugly face that lurks behind the festive
façade of the Oktoberfest. Yet in the chaos, a forbidden love
between Maria's elder son Roman (Klaus Steinbacher) and Curt's
beautiful daughter Clara (Mercedes Müller) is blossoming…
Quelle |

Clara Prank (Mercedes Müller) und ihr Vater Curt
(Mišel Maticevic) begrüssen Elise Brockmann (Irina Wanka), im
Hintergrund Colina Kandl (Brigitte Hobmeier) |
Interview mit Prop Master Johannes Wild
FTA: „Oktoberfest 1900“ haben Sie als Prop Master betreut. Wie war der
Ablauf?
Johannes Wild: Alles beginnt mit dem Lesen des Drehbuchs. Und das oft und
genau. Das Drehbuch ist sozusagen das „Gesetz“. Bei historischen
Produktionen wie „Oktoberfest 1900“ um die Jahrhundertwende gehört zur
Vorbereitung, wie bei Szenenbild und Set Decoration, das Einarbeiten in
die jeweilige Epoche und das Auffrischen der Stilkunde. Dann geht es an
die Kleinigkeiten, das „zwischen den Zeilen“ lesen und das Erfassen von
Zusammenhängen, die sich vielleicht erst zwanzig Szenen später ergeben. Im
Moment wo etwas Bedeutung erhält, auch im Hintergrund, bei Schauspielern
und Komparsen gleichermaßen, ist es mein Ding. So fällt bei „Oktoberfest
1900“ in einem Bild auf dem Festplatz eine Menge in meinen
Aufgabenbereich: Besucher die Eis essen, eine Maß trinken, am Schießstand
mit Gewehren ihr Können testen oder Dosen werfen. In der Vorbereitung muss
jedes Detail bis zu jedem einzelnen bedeutungsvollen Knopf bedacht werden,
es muss klar sein was gebraucht wird und wie es zu kalkulieren ist. Danach
kann man arbeiten. Fatal ist die Methode „trial and error“. Unterm Strich
ist das für die Produktion sehr teuer und für alle Beteiligten mühsam.
Mit einigem Vorlauf werden die Key Props vorbereitet. Bei „Oktoberfest
1900“ war das unter anderem die Zunftlade der Bierbrauer, in welcher das
bayerische Reinheitsgebot verwahrt wird. Das Original steht im Museum.
Also geht es ans fotografieren, abmessen, Entwurf zeichnen, technische
Anforderungen klären und eine Kalkulation für die Anfertigung erstellen.
Wichtig sind zwei Punkte: Der Szenenbildner ist für die Optik der
Spielrequisiten verantwortlich, das heißt es muss in sein Konzept passen.
Zum anderen in mein Budget.
FTA: Auch wenn alles besprochen und die Szene aufgelöst ist, spontane
Änderungen am Drehtag gibt es. Bereiten Sie abweichende Lösungen vor?
Johannes Wild: Ein Film entsteht am Set. Änderungen gehören zum Prozess
und Ziel ist ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann. Die Lösung? Die
beste Lösung ist die, dass man vorbereitet ist.
FTA: Wo ziehen Sie die Grenze zwischen guter Ausstattung und
Budget-Kompromiss?
Johannes Wild: Bleiben wir bei der Zunftlade: Drei Hände sollen
nacheinander jeweils einen Schlüssel in das jeweilige Schloss stecken und
drehen, woraufhin sich die Truhe mit dem Reinheitsgebot öffnet. Es gibt
die Lade im Original als Vorbild. Damit alles wie beschrieben
funktioniert, fertigt man eine Truhe nach dem Vorbild an, das ja im Museum
unerreichbar ist.
Der Kompromiss ist folgender: Es lässt sich eine schöne alte Truhe finden,
unter Umständen kann man sie etwas modifizieren, wobei man
höchstwahrscheinlich bei den drei funktionierenden Schlössern schon
Abstriche machen muss und behaupten es sei diese Zunftlade. Es ist aber
nicht diese Lade und das Bild kann in dieser Form nicht realisiert werden.
FTA: Muss man einen gewissen Anspruch durchsetzen?
Johannes Wild: Mein Anspruch ist: Ich mache es perfekt. Ich stelle etwas
bereit, womit man arbeiten kann. Bei einem Schriftinsert wie hier um 1900
muss alles stimmen: Das Papier, die Farbe, die Tinte, die Feder und
schließlich auch der Text. Um historische Genauigkeit führt kein Weg
herum, vor der Erfindung und Verbreitung des Feuerzeugs, gab es kein
Feuerzeug.
Und natürlich ist das nicht das Einzige, das zu bedenken ist. Braucht man
ein historisches Fahrrad als Spielrequisit darf es beispielsweise kein
Unikat sein zu dem es keine Ersatzteile mehr gibt. Wenn es angedreht ist
und etwas kaputt geht, muss man sich mit einem von vorneherein
vermeidbarem Problem auf Zeitkosten aller auseinandersetzen. Mein Anspruch
ist dafür zu sorgen, dass alles funktioniert und Unwägbarkeiten, wie sie
bei einem Dreh mit Tieren oder alten Autos immer auftreten können,
möglichst gering zu halten. Das heißt auch die Manpower vor Ort zu haben.
Letztlich muss meine Arbeit nicht nur gut aussehen, sondern auch etwas
können. Bei Anfertigungen muss der Schauspieler damit spielen können. Wenn
man da schon anfängt einzuschränken – bitte nicht in diese Achse drehen,
den Schlüssel bitte nur in einem gewissen Winkel nutzen, da sonst die
Mechanik nicht mehr funktioniert oder bitte nicht runterfallen lassen, das
gibt es nur einmal – das muss schief gehen. Im Endeffekt hat man nicht
geliefert. Zusammengefasst möchte ich dazu beitragen, dass eine Produktion
läuft, die Schauspieler sich wohl fühlen, der Regisseur arbeiten und
inszenieren kann und dazu ein schönes Handwerk abliefern.
FTA: Ein Riesenzelt für 6000 Personen und die Erschaffung einer kompletten
Brauerei waren Mammutprojekte für die Ausstattung. Was war für Sie als
Prop Master besonders intensiv in der Vorbereitung?
Johannes Wild: Ohne vorab schon zu viel verraten zu wollen - das war
absolut das Bereitstellen einer funktionierenden Dampfmaschine mit der
Technik und dem Look des 19. Jahrhunderts. Besonders intensiv war die
Vorbereitung durch eine enge Abstimmung mit den Bereichen Stunts
(Personenbeteiligung) und Special Effects (Action!). Dazu gehört eine
gemeinsame Probe, die auf Video festgehalten wird und bei der alle
Möglichkeiten und Erfordernisse gemeinsam erarbeitet und eintretende
Eventualitäten bedacht werden. Dann machen sich alle an die Feinarbeit
damit das Zusammenspiel am Drehtag einwandfrei funktioniert. In meiner
Position habe ich den Umgang mit dem Gerät und den technischen Zustand
geklärt, die Vorlaufzeit eingegrenzt bis die Maschine heiß und
einsatzbereit ist, den Transport mit Zeit und Kosten kalkuliert und so
weiter. Funktion ist aber nur das Eine. Wie gesagt muss es etwas können
UND gut aussehen, denn natürlich geht es bei uns auch um die Optik. Die
Dampfmaschine war perfekt instandgehalten. Die gesamte Szene sollte eher
schmuddelig sein. Mit viel Feingefühl spricht man die reversible
Umgestaltung mit dem Eigentümer ab und zieht einen Patineur seines
Vertrauens heran um die Maschine dem Fabrikstandort und den auf Dauer
ausgestoßenen Rußpartikeln entsprechend zu gestalten. Vorbereitung und
Rückbau kosten auch hier wieder Zeit und Budget, was beides einzuplanen
ist. Als Prop Master investiert man viel Zeit in diese Sachen.
FTA: Was bedeutet der Fundus für Sie als Prop Master und für das
Department?
Johannes Wild: Die FTA ist ein magischer Ort, weil man oft Schätze
entdeckt, die man gar nicht vermuten würde. Immer wieder findet man in den
untersten Regalen und hintersten Ecken einmalige Dinge. Das weckt den
Jagdinstinkt. Und bereitet Freude. Der Fundus ist die Basis für die
Ausstattung. Als Prop Master habe ich vorwiegend mit technischen
Anfertigungen und Verbrauchsrequisiten zu tun, wenn zum Beispiel etwas
zerstört werden soll in mehrfacher Ausführung. Tatsächlich war ich aber
bisher für jede Produktion im Fundus.
Komplettes Interview: Film- und Theaterausstattung (FTA), 12.11.2019
Maximilian Brückner: "Empire Oktoberfest ist ein bisschen 'Peaky
Blinders'-mässig. Ich spiele einen Brauerei-Mächtigen, ein ganz
eiskaltes Schwein. Ein Manager oder CEO. Ich habe ihn ein bisschen
androgyn angelegt; er bewegt sich wie eine Schlange. Ich hatte nur 8
Drehtage, aber es war eine großartige Nebenrolle." Quelle: Glotz und Gloria - Der COSMO Serien-Podcast,
15.11.2019
|

Clara Prank (Mercedes Müller) und der ihr von
ihrem Vater als Ehemann zugedachte Anatol Stifter,
Vorstandsvorsitzender der Capital Bräu AG (Maximilian Brückner)
Foto: BR/ARD Degeto/MDR/WDR/Zeitsprung Pictures GmbH/Dusan
Martincek |
|
Zukunft der ARD - Auch digital das Erste?
Prestige-Serien wie "Oktoberfest 1900" sind zuerst online zu sehen: Die
ARD will "größtes frei zugängliches Streamingangebot" sein.
[...] Einen 44-prozentigen Anteil von Informationsprogrammen, hohe
Glaubwürdigkeit laut einer WDR-Studie und eine "verdammte Verantwortung
für den Geisteszustand dieser Republik" bescheinigte ARD-Programmdirektor
Volker Herres seinem Sender bei der Vorstellung des Jahresprogramms 2020
in Hamburg. Neben der erprobten Methode, "die emotionale Kraft des
Fiktionalen in Kombination mit Dokus oder Talk einzusetzen", kündigte
Herres an, die ARD werde künftig "mehr und mehr Sendungen vorab online
stellen". [...] Im fiktionalen Bereich wurden vier zeitgeschichtliche
Stoffe vorgestellt, die unter dem Label "Große Geschichte(n) im Ersten"
laufen und allesamt in der Mediathek Premiere feiern sollen: Der
Dreiteiler "Unsere wunderbaren Jahre" (Regie: Elmar Fischer) erzählt nach
dem Roman von Peter Prange eine Familiengeschichte im
Nachkriegsdeutschland, "Das Geheimnis des Totenwaldes" behandelt in
ebenfalls drei Teilen einen über 30 Jahre ungelösten Kriminalfall. Der
Zweiteiler "Der Überläufer" nach Siegfried Lenz wurde von Florian
Gallenberger adaptiert; der Sechsteiler "Oktoberfest 1900" (u. a. mit
Martina Gedeck, Maximilian Brückner, Misel Maticevic) handelt vom Kampf
zweier Brauerei-Clans im München des Jahres 1900. [...] Quelle: Peter
Luley, Spiegel online, 3.12.2019
Regisseur Hannu Salonen: Today was the last day of the main mixing of
Oktoberfest 1900 - Beer & Blood. Instagram, 19.4.2020
Zuerst online, dann im TV: Das Erste zeigt Event-Serie "Oktoberfest 1900"
im September 2020
Im September kämpfen im Ersten zwei Bierdynastien im Jahr 1900 um die
Vormachtstellung beim Oktoberfest. Der Sender wird dann an drei Tagen die
Event-Serie "Oktoberfest 1900" zeigen, zuvor gibt es die Folgen schon in
der Mediathek zu sehen.
Schon vor etwas mehr als zwei Jahren ist bekannt geworden, dass die ARD
gemeinsam mit Zeitsprung Pictures und Violet Pictures an einer
historischen Event-Serie über das Oktoberfest arbeitet. Im vergangenen
Jahr sind die Dreharbeiten gestartet und nun hat man angekündigt, wann die
sechs produzierten Folgen zu sehen sein werden. Alle Episoden sind am 8.
September ab 20:15 Uhr online first in der Mediathek zu sehen und stehen
dort bis Ende des Jahres zum Abruf bereit. Die lineare TV-Ausstrahlung
folgt einige Tage später. Das Erste zeigt die sechsteilige Event-Serie am
15. und 16. September sowie am 23. September jeweils um 20:15 Uhr. Im
Anschluss an die ersten beiden Episoden beleuchtet die 30-minütige
Dokumentation "München 1900" am 15. September um 21:45 Uhr die
historischen Hintergründe der Serie.
"Oktoberfest 1900" spielt in München im Jahr 1900. Der Nürnberger
Großbrauer und Gastronom Curt Prank (Mišel Matičević) plant, fünf
aneinander liegende Budenplätze auf dem Oktoberfest zu übernehmen. Was er
nicht mit Geld kaufen kann, wird mit Erpressung und Bestechung beschafft.
Denn er hat ein größenwahnsinniges Ziel: eine Bierburg für 6000 Gäste auf
dem Oktoberfest zu errichten. Sein vermessener Plan drängt die kleinen
Münchner Traditionsbrauereien, wie das Deibel Bräu der Hoflingers (Francis
Fulton-Smith, Martina Gedeck), an den Rand der Existenz. Doch die
unerwartete Liebe zwischen Curt Pranks Tochter Clara (Mercedes Müller) und
dem Hoflinger Sohn Roman (Klaus Steinbacher) gefährdet seine
Machenschaften. Es beginnt ein brutaler Überlebenskampf unter anderem mit
Pranks schärfstem Konkurrenten und Gegenspieler Anatol Stifter (Maximilian
Brückner), an dessen Ende alle Seiten schmerzhafte Opfer bringen müssen,
der aber auch neue, hart erstrittene Chancen bietet, etwa für die
"Biermadl" wie Colina Kandl (Brigitte Hobmeier).
Die Event-Serie ist eine Produktion von Zeitsprung Pictures in
Zusammenarbeit mit Violet Pictures, in Koproduktion mit dem BR
(federführend), der ARD Degeto, dem MDR und WDR für die ARD. Regie führt
Hannu Salonen nach einer Idee von Alexis von Wittgenstein und den
Drehbüchern von Ronny Schalk und Christian Limmer. Die Kamera verantwortet
Felix Cramer. Gefördert wurde die Serie vom FFF Bayern, der Film- und
Medienstiftung NRW und dem German Motion Picture Fund. Insgesamt kamen so
mehr als 1,5 Millionen Euro zusammen.
Quelle: Timo Niemeier, DWDL.de, 16.7.20
"Oktoberfest - 1900": Ausstrahlungstermine für historische Miniserie
stehen fest
Das Oktoberfest fällt in diesem Jahr Corona-bedingt aus. Da kommt es ganz
gelegen, dass die ARD in jenem Zeitraum als Ersatz die bereits vor mehr
als zwei Jahren angekündigte historische Miniserie über den erbitterten
Kampf zweier Brauerei-Clans zeigt. Die genauen Ausstrahlungstermine von
liegen jetzt vor: Das Erste zeigt die sechsteilige Event-Serie an drei
Abenden in Doppelfolgen: am 15., 16. und 23. September jeweils ab 20:15
Uhr - Im Anschluss an die ersten beiden Episoden wird um 21:45 Uhr die
30-minütige Dokumentation "München 1900" gezeigt. Wer nicht so lange
warten möchte, kann auch auf die ARD Mediathek zurückgreifen, wo die
komplette Serie ab dem 8. September um 20:15 Uhr zur Verfügung steht.
Die Serie spielt im Jahr 1900 - einer Zeit, in der die wahre Macht in
München von den größten Arbeitgebern der Stadt ausgeht, den Brauereien.
Und von den in ihrer Gunst stehenden Wirte-Clans, die die begehrten
Schanklizenzen für die Bierbuden auf dem Oktoberfest innehaben. Die Serie
erzählt vom Konflikt der Generationen, der von verletzter Ehre, Intrigen
und Standesdünkel getragen wird, und der zugleich Licht in die
Schattenwelt der Brauereien und Wirtshäuser bringt - wo im Verschwiegenen
die wirklich Mächtigen der Stadt ihre Geschäfte machen. Der Mehrteiler
erzählt einen modernen Mythos über schicksalhafte Liebe und den
unaufhaltsamen Aufstieg des Kapitalismus.
Curt Prank (Mišel Matičević), ein Großbrauer aus Franken, setzt sich in
den Kopf, auf das Oktoberfest zu expandieren. Dadurch geraten die
Machtverhältnisse in der Stadt ins Wanken. Denn als "Auswärtiger" darf
Prank keine Schanklizenz auf dem Oktoberfest erwerben, geschweige denn
sein fränkisches Bier ausschenken. Doch mittels Bestechung und Erpressung
ergaunert sich Prank fünf aneinanderliegende, damals noch maximal 300
Gäste fassende Wirts-Parzellen auf dem Oktoberfest, um darauf ein
größenwahnsinniges Riesen-Zelt für 6.000 Gäste zu errichten. Dieser
vermessene Plan drängt Münchner Traditionsbrauereien wie das Deibel Bräu
der Familie Hoflinger (Francis Fulton-Smith, Martina Gedeck, Klaus
Steinbacher, Markus Krojer) an den Rand der Existenz. Die unerwartete
Liebe zwischen Curt Pranks Tochter Clara (Mercedes Mülle) und dem
Hoflinger-Sohn Roman (Klaus Steinbacher) gefährdet jedoch seine
Machenschaften. Ein brutaler Überlebenskampf beginnt, unter anderem mit
Pranks schärfstem Konkurrenten und Gegenspieler Anatol Stifter (Maximilian
Brückner), an dessen Ende alle Seiten schmerzhafte Opfer bringen müssen,
der aber auch neue, hart erstrittene Chancen bietet, etwa für die
"Biermadl" wie Colina Kandl (Brigitte Hobmeier). "Eine Serie im bis heute
machtbesessenen Milieu der Münchner Brauereien im Jahr 1900 zu kreieren,
hat einen großen erzählerischen Reiz auf uns Produzenten ausgeübt. Ein
faszinierendes Setting, das wir so noch in keiner modernen Serie gesehen
haben, und dessen Derbheit und Düsternis im Kontrast zur Lebensfreude der
weltberühmten Schwabinger Bohème mit Künstlern wie Kandinsky und Thomas
Mann eine großartige, spannende Bühne für ein Familienepos
Shakespeare'schen Ausmaßes bietet", so das Produzententrio Michael
Souvignier, Till Derenbach und Alexis von Wittgenstein. Zum namhaften
Schauspielensemble zählen außerdem noch Martin Feifel, Michael Kranz,
Vladimir Burlakov, Eisi Gulp, Petra Berndt und Michael A. Grimm.
Regie führte Hannu Salonen nach einer Idee von Alexis von Wittgenstein und
den Drehbüchern von Ronny Schalk und Christian Limmer. Gedreht wurde in
Tschechien, Bayern und NRW. "Oktoberfest - 1900" ist eine Produktion von
Zeitsprung Pictures und Violet Pictures in Ko-Produktion mit BR, ARD
Degeto, WDR und MDR für Das Erste.
Quelle: Glenn Riedmeier, wunschliste.de, 16.7.20
|

Oktoberfest-Einzug Dreh in Prag, 7.8.2019. Foto:
Alexis von Wittgenstein |
|
Episodenübersicht:
1. Die Vision (Vision)
Der Nürnberger Großbrauer und Gastronom Curt Prank (Misel Maticevic)
plant, mit Hilfe des Handlangers Alfred Glogauer (Martin Feifel) und des
Münchner Stadtrats Alfons Urban (Michael Kranz) fünf Budenplätze auf dem
Oktoberfest zu ergaunern. Er will eine „Bierburg“ für 6.000 Gäste
errichten - 20 Mal so groß wie die üblichen Bierbuden auf dem Oktoberfest.
Und das als Auswärtiger! Ein Affront gegen die Münchner Brauergilde. Nur
einer weigert sich, seinen Budenplatz zu verkaufen: Ignaz Hoflinger
(Francis Fulton-Smith), Inhaber der kleinen traditionsbewussten Deibel
Brauerei, der mit seiner Frau Maria (Martina Gedeck) und den beiden Söhnen
Roman (Klaus Steinbacher) und Ludwig (Markus Krojer) auch das Wirtshaus
„Zum Oiden Deibel“ betreibt. Ein paar Wochen später reist Pranks Tochter
Clara (Mercedes Müller) voller Erwartung auf die pulsierende Großstadt
München mit der Kutsche aus Nürnberg an. Umso enttäuschter ist sie, als
sie sich in der Obhut von Colina Kandl (Brigitte Hobmeier), ihrer neuen
Anstandsdame, wiederfindet. Doch Clara ahnt sofort, dass Colina keine
echte Gouvernante ist. Tatsächlich arbeitete sie bisher als Biermadl und
hat, um an die gut bezahlte Stelle zu kommen, ihre Referenzen gefälscht.
Als Clara herausfindet, dass Colina auf ein Fest gehen will, droht sie,
Colina auffliegen zu lassen, wenn sie sie nicht mitnimmt. Auf dem Fest
lernt Clara, die sich als Stubenmädchen ausgibt, Ignaz‘ Sohn Roman
Hoflinger kennen und beginnt einen provokanten Flirt, der leidenschaftlich
endet. Zum Entsetzen von Colina, die darauf achten sollte, dass Clara den
richtigen Umgang pflegt. Dieser ist in Pranks Augen der
Vorstandsvorsitzende der Capital Bräu AG, Anatol Stifter (Maximilian
Brückner), den Clara bereits auf einem Empfang zu ihren Ehren in der
Prankschen Villa kennengelernt hat. Unterdessen unternimmt Glogauer im
Auftrag von Prank erneut einen vergeblichen Versuch, Ignaz Hoflinger vom
Verkauf seines Budenplatzes zu überzeugen. Während Roman und Clara
miteinander schlafen, greift Glogauers Rottweiler Ignaz an und bezwingt
ihn mit einem alles verändernden Biss.
|

Foto: BR/ARD Degeto/MDR/WDR/Zeitsprung Pictures
GmbH/Felix Cramer |
|
2. Die Zeichen der Zeit (Sign of the Times)
Als Roman am Morgen nach der leidenschaftlichen Nacht zu Hause ankommt,
findet er seine Mutter Maria und seinen Bruder Ludwig völlig verstört in
der Brauerei vor. Sein Vater ist tot. Inspektor Eder (Eisi Gulp) von der
Gendarmerie hat Ignaz‘ Kopf bei einem an der Isar kampierenden Stamm von
Samoanern vorgefunden, die im Rahmen einer Völkerschau auf dem Oktoberfest
als „Kannibalen“ präsentiert werden sollen. Der Mord an Ignaz Hoflinger
war für Prank notwendig, allerdings ist er über das Aufsehen, das Ignaz‘
Tod erregt, nicht begeistert. Aber er hat bereits zu viel Geld in die
Konstruktion seines Riesenbierzelts investiert. Um den Schein zu wahren,
taucht er mit seiner Tochter Clara bei Ignaz‘ Leichenschmaus auf. Dort
wird Anatol Stifters Interesse an Clara ein zweites Mal geweckt. Beim
Kondolieren ist Roman ziemlich überrascht, dass er sich erneut der
attraktiven jungen Frau gegenübersieht, die er vor kurzem noch als
„Bedienstete“ kennengelernt hat, wieder fühlen sich beide sehr zueinander
hingezogen. Währenddessen begreift Maria Hoflinger, dass der
Wiesn-Budenplatz, an dem ihre Existenz hängt, auf ihren Mann Ignaz
ausgestellt war. Das bedeutet, dass der Platz nun unter den Münchner
Wirten neu versteigert werden muss. Maria setzt ihre letzten Geldreserven
bei der Auktion ein, um den Platz zu behalten. Doch wieder einmal gewinnt
Prank. Dieser erpresst Stadtrat Urban und die Bordell-Besitzerin Gerdi
(Petra Berndt), damit Maria überboten wird. Nun hat Prank endlich alle
fünf Budenplätze, um den Grundstein seiner gigantischen Bierburg legen zu
können. Die Hoflingers stehen vor ihrem geschäftlichen Ruin, und Maria
ahnt langsam, wer wirklich hinter dem Mord an ihrem Mann stecken könnte.
In der Zwischenzeit freundet sich Ludwig mit dem Künstler Fierment
(Vladimir Burlakov) an. Dieser führt Ludwig in die Welt der Schwabinger
Bohème ein. Fierment ermuntert Ludwig, der lieber Künstler als Wirt sein
will, weiterhin zu zeichnen. Ludwig will nun beides mit einer neuen
Geschäftsidee verbinden. Auch gegen den Willen seiner Mutter. Clara kämpft
unterdessen mit den Folgen ihrer leidenschaftlichen Nacht.

Ludwig (Markus Krojer) und Roman Hoflinger (Klaus
Steinbacher) beim Leichenschmaus zur Beerdigung ihres Vaters
Ignaz im Wirtshaus "Zum Oiden Deibel" |
|

Maria Hoflinger (Martina Gedeck) mit Curt Prank
(Mišel Matičević) und Anatol Stifter (Maximilian Brückner) beim
Leichenschmaus zur Beerdigung ihres Ehemanns Ignaz in ihrem
Wirtshaus "Zum Oiden Deibel" |

Die Bordellbesitzerin Gerdi (Petra Berndt)
ersteigert den frei gewordenen Oktoberfestbudenplatz der
Hoflingers im Münchner Rathaus |
|

Roman Hoflinger (Klaus Steinbacher) wird überboten
und verliert den Budenplatz am Oktoberfest |
Fotos: BR/ARD Degeto/MDR/WDR/Zeitsprung Pictures
GmbH/Stephan Pick
3. Liebe und Kapital (Love and Capital)
Um den größenwahnsinnigen Bierburg-Plänen des „zuagroasten“ Prank Einhalt
zu gebieten, bewirkt Stifter mit dem Mandat des Münchner Bierkartells beim
Magistrat, dass ab sofort nur noch Münchner Bier auf dem Oktoberfest
ausgeschenkt werden darf. Das bringt Prank in Zugzwang. Bei einer
Unterredung mit Stifter lässt dieser durchblicken, dass er bereit sei,
Prank mit Bier aus seiner Münchner Capital Brauerei zu versorgen - wenn
Prank ihm seine Tochter Clara zur Frau gibt. In der Villa Prank erkennt
Colina mit Entsetzen, dass Clara schwanger ist. Als Clara Roman von ihrer
Schwangerschaft erzählt, reagiert dieser ablehnend und überfordert. Clara
ist verzweifelt und erfährt zu allem Überfluss auch noch von Pranks
Absichten, sie mit Anatol Stifter zu verheiraten. Ihr bleibt nur die
Flucht nach vorn, und sie gesteht ihrem Vater die Schwangerschaft. Prank,
außer sich vor Wut, befördert die ihren Pflichten als Anstandsdame nicht
nachgekommene Colina Kandl an die Luft und stellt Clara zur Rede. Diese
willigt, dem Vater zuliebe und um ihre Ehre zu wahren, desillusioniert in
die Ehe mit Stifter ein. Weil Ludwig spürt, dass Roman Clara liebt, redet
er seinem Bruder ins Gewissen, als Vater zu seinem Kind zu stehen. Maria
hört das Gespräch mit. Da sie Prank hinter der Ermordung ihres Mannes
Ignaz vermutet, gibt sie die Information über Claras Schwangerschaft an
die Presse weiter. Als die Wahrheit über Stifters schwangere Braut das
Titelblatt ziert, ist Prank gedemütigt. Nun ist die Engelmacherin die
einzige Möglichkeit, Claras Entehrung zu verhindern, Pranks Bierengpass zu
überbrücken und die Hochzeit mit Stifter noch zu retten. Clara flieht
jedoch in letzter Sekunde in die ungewisse Nacht Münchens. Als Roman am
nächsten Morgen in der Villa Prank auftaucht, um Clara um Verzeihung zu
bitten und ihr einen Antrag zu machen, lässt ihn Prank seine Wut spüren.

Der Vorstandsvorsitzende der Capital Bräu AG,
Anatol Stifter (Maximilian Brückner), erläutert dem Münchner
Braukartell seine Strategie Prank zu kontrollieren |
|

Stadtrat Urban (Michael Kranz) und Curt Prank
(Mišel Matičević)
Fotos: BR/ARD Degeto/MDR/WDR/Zeitsprung Pictures GmbH/Stephan
Pick |
4. Anstich (First Tapping)
Das Oktoberfest beginnt, und Prank steht massiv unter Druck: Der Vorrat an
Münchner Bier schwindet, weil Stifter ihn wegen der geplatzten Hochzeit
mit Clara nicht länger unterstützt. Er will versuchen, eine andere
Bierquelle unter den Großbrauern des Kartells aufzutun. Zudem beauftragt
er seinen Handlanger Glogauer herauszufinden, wo er die Hoflingers am
empfindlichsten treffen kann. Er will Rache! Nach Pranks Angriff wacht
Roman im Krankenhaus auf. Sofort konfrontiert er seinen Bruder Ludwig mit
dem Vorwurf, Claras Schwangerschaft an die Zeitschrift „Simplicissimus“
verraten zu haben. Er bricht mit Ludwig und seiner Mutter Maria und begibt
sich auf die Suche nach Clara, die inzwischen Unterschlupf bei ihrer
ehemaligen Gouvernante Colina gefunden hat. Glogauer findet heraus, dass
Ludwig sich Hals über Kopf in Fierment verliebt hat. Er nutzt diese
Erkenntnis und setzt Fierment unter Gewaltandrohung dermaßen unter Druck,
dass dieser einwilligt, Ludwig in eine Falle zu locken. Quälende
Zahnschmerzen und der psychische Druck auf Prank sind mittlerweile so
stark, dass dieser in seiner Bierburg zusammenbricht. Im Delirium
erscheint ihm seine verstorbene Frau. Sie redet ihm ins Gewissen, um
Frieden zu schließen und um Clara nicht ganz zu verlieren. Als hätte sich
dadurch etwas gelöst, gibt er seine Rachepläne gegen die Hoflingers auf.
Um den Biernachschub zu sichern, greift er nun zu einem Trick. Prank kauft
mit Hilfe von Urban die kleine, bankrotte Münchner Hasenberger Brauerei
und lässt sein eigenes Nürnberger Bier als Hasenberger Bier
umetikettieren. Nach langem Suchen findet Roman Clara über Colina, die
mittlerweile in der Lochner-Wiesn-Bude singt und arbeitet. Die schwangere
Clara nimmt Romans Entschuldigung an, und sie beschließen, die Stadt zu
verlassen. Unterdessen hat Fierment Ludwig zu einem sinnlichen Fest in
sein Schwabinger Atelier gelockt. Als es zum Sex zwischen den beiden
kommt, filmt Glogauer die Szenerie durch ein Loch in der Wand.
Fotos: BR/ARD Degeto/MDR/WDR/Zeitsprung Pictures
GmbH/Dusan Martincek
5. Aufbruch in ein neues Jahrhundert (Dawn of a new Century)
Beflügelt von einer spirituellen Begegnung mit seiner verstorbenen Frau
und deren Ermahnungen, lässt Prank den Hoflingers über Stadtrat Urban
einen neuen Wiesn-Platz zukommen. Er besteht darauf, dass die Hoflingers
nicht erfahren, wem sie diesen zu verdanken haben. Maria und Ludwig
Hoflinger können ihr Glück kaum fassen und eröffnen nun ihre neue
Wiesn-Bude. Außerdem lässt Prank Glogauer wissen, dass er nichts mehr
gegen die Hoflingers unternehmen soll. Nun muss Glogauer einen neuen
Käufer für das brisante Filmmaterial suchen. Somit wechselt er die Seiten,
ausgerechnet zu Anatol Stifter. Währenddessen findet Colinas Ehemann
Rupprecht (Michael A. Grimm), der ihren Sohn Maxi (Josef Staber) im
Schlepptau hat, sie auf der Wiesn in der Lochner-Bude. Sie hatte Maxi vor
dem gewalttätigen Trinker Rupp bei Freunden in Sicherheit gebracht und ihm
monatlich Geld aus München geschickt, damit er in die Schule gehen kann.
Nun ist Rupp wieder da und fordert von Colina ihr hart erarbeitetes Geld
und das Eheversprechen ein. Glogauer schmuggelt das brisante Filmmaterial
von Ludwigs Abenteuer mit Fierment in das Oktoberfestzelt mit dem
Cinematographen; dem gesamten Publikum werden die intimen Bilder
vorgeführt. Was für eine Schande für die Familie Hoflinger! Ludwig
flüchtet vor den Gendarmen zu Fierment, doch als er dessen Verrat erkennt,
stürzt er sich aus dem Fenster des Ateliers in den Tod. Die Nachricht
erreicht Roman und Clara auf dem Land. Beim Begräbnis treffen die beiden
auf die hasserfüllte Maria. Sogar Ludwigs Tod kann Roman und Maria nicht
wieder versöhnen. Mittlerweile hat Stifter den Stadtrat Urban mit dem
Versprechen, ihn zum Bürgermeister zu machen, auch auf seine Seite
gezogen. Pranks Münchner Hasenberger Brauerei wird daraufhin von Urban
einer Razzia unterzogen. Sein Etikettenschwindel fliegt auf, und seine
Bierburg auf dem Oktoberfest wird geschlossen. Als Prank verbittert und
einsam in seiner Villa sitzt, erscheint Maria wie von Sinnen und zu allem
entschlossen mit einem Messer in der Hand. Sie fordert Rache für das Leid
ihrer Familie.

Rupprecht Kandl (Michael A. Grimm), der
Lochner-Wirt (Ferdinand Dörfler), Colina Kandl und ihr Sohn Maxi
(Josef Staber)
Foto: BR/ARD Degeto/MDR/WDR/Zeitsprung Pictures GmbH/Felix
Cramer |
|

Anatol Stifter (Maximilian Brückner) besticht
Stadtrat Urban (Michael Kranz), im kommenden Jahr allen
Großbrauereien eine Bierburg zuzugestehen. Foto: BR/ARD
Degeto/MDR/WDR/Zeitsprung Pictures GmbH/Julie Vrabelová |

Maria Hoflinger (Martina Gedeck versucht Curt
Prank (Mišel Matičević) in seiner Villa zu ermorden und sich
damit für den Tod ihres Mannes Ignaz und ihres Sohnes Ludwig zu
rächen
Fotos: BR/ARD Degeto/MDR/WDR/Zeitsprung Pictures GmbH/Dusan
Martincek |
|

Die 'Kannibalen' aus Samoa sind Teil der
Völkerschau |
6. Das Jüngste Gericht (Last Judgement)
Das Bierkartell hat sichergestellt, dass im nächsten Jahr nur noch die
sieben größten Münchner Brauereien eine Lizenz für eine Bierburg auf dem
Oktoberfest erhalten. Sowohl Prank als auch die Hoflingers werden daran
keinen Anteil haben. Prank ist nicht aus München, seine Münchner
Hasenberger Brauerei wurde geschlossen. Und das Deibel Bräu hat nicht die
Kapazitäten, um genügend Bier für ein großes Bierzelt zu brauen. Maria,
die sich nach dem Mordversuch an Prank in der Psychiatrie aufhält,
verweigert Roman die Entscheidungsgewalt über die Geschäfte der
Familienbrauerei. Letzten Endes ist es Clara, die pragmatisch handelt. Die
einzige Chance, die sie haben, ist es, sich mit ihrem Vater zusammen zu
schließen. Auf diese Weise hat Prank Zugang zu einer Brauerei, die in
München ansässig ist, und Roman erhält die finanziellen Mittel, die
Produktion so zu erhöhen, dass er auf dem nächsten Oktoberfest zusammen
mit Prank eine Bierburg bekommt. Um dies zu gewährleisten, besticht Roman
schweren Herzens den Leiter der Psychiatrie, um Maria zu entmündigen. Auch
Prank muss sicherstellen, dass nichts der Fusion im Weg steht. Er
entledigt sich Glogauers, damit man ihn nicht mit dem Mord an Ignaz
Hoflinger in Verbindung bringen kann, und hinterlässt dabei ein
Beweisstück zu Lasten Glogauers. Inspektor Eder informiert Roman
Hoflinger, dass der Samoaner-Häuptling aus dem Gefängnis entlassen wurde
und ein gewisser Glogauer und sein Hund für den Mord an seinem Vater
verantwortlich sind. Colinas Biermadl-Streik wird zum vollen Erfolg. Doch
zu Hause drangsaliert sie ihr Mann Rupp täglich. Sie beschließt, zusammen
mit ihrem Sohn Maxi zu Clara zu fliehen. Rupp ertappt Clara und Colina
beim Packen, versucht sie mit allen Mitteln aufzuhalten und wird dabei von
den Frauen in Notwehr getötet. Roman erweist sich als äußerst gewieft und
präsentiert vor dem Bierkartell belastendes Material, das Stifter dabei
zeigt, wie er das Reinheitsgebot umgangen und sein Münchner Capital Bräu
Bier mit Zucker gepantscht hat. Damit verdrängen sie Stifters Zelt vom
Oktoberfest und schaffen Platz für die neue Prank-Hoflinger Bierburg. Als
Prank bei der Hochzeit von Roman und Clara mit Glogauers Rottweiler
auftaucht, fällt es Roman wie Schuppen von den Augen: Sein zukünftiger
Schwiegervater und Geschäftspartner hat seinen Vater Ignaz auf dem
Gewissen, mit dessen Tod das ganze Unheil begann. Der Trauspruch besiegelt
nun den Pakt mit dem Teufel.

Colina Kandl (Brigitte Hobmeier) als Anführerin
des Biermadl-Streik gegen die Bierpreiserhöhung |
|

Colina Kandl (Brigitte Hobmeier) verhandelt mit
Stadtrat Alfons Urban (Michael Kranz) und dem
Vorstandsvorsitzenden der Capital Bräu AG, Anatol Stifter
(Maximilian Brückner), über die Bierpreiserhöhung |

Das Brautpaar Clara (Mercedes
Müller) und Roman (Klaus Steinbacher) blickt in der Kirche geschockt
auf Curt Pranks Begleitung
Fotos: BR/ARD Degeto/MDR/WDR/Zeitsprung Pictures GmbH/Dusan Martincek
|
~ ~
~ ~ ~ ~
 |
|
"Oktoberfest 1900" – Ja, ist denn schon Sommerloch? In der "Bild"-Zeitung
[s.u.] empören sich Oktoberfestwirte über eine ARD-Serie. Die sei
„rufschädigend“, es drohten „schlimme Darstellungen“.
Der Sommer, wir wissen es, birgt viele Gefahren: Aggressive Insekten,
hilflose E-Roller-Piloten – und dann ist da noch jenes Loch, das besonders
an den ganz heißen Tagen um sich greift und jede Besonnenheit zu
verschlingen droht. Das Sommerloch eben.
Da kann es schon einmal passieren, dass die Menschen außer sich geraten,
gerade dann, wenn ein Zeitungsreporter in der Nähe ist. Und dann ist auch
noch – und sei es aus professionellen Gründen – Alkohol im Spiel. Mallorca
wäre fast schon zum deutschen Bundesland erklärt worden in einem ähnlichen
Moment, oder das Ungeheuer von Loch Ness zum biologischen Faktum – nun hat
es das altehrwürdige Oktoberfest erwischt. Nicht allein, dass es von
Corona bedroht ist. Nun droht ihm auch noch die ARD. Münchner Wiesn-Wirte
haben sich in der "Bild"-Zeitung, dem Zentralorgan des Sommerlochs, voller
Zorn über die ARD-Serie "Oktoberfest 1900" geäußert. Festwirt Christian
Schottenhamel nennt die Serie „rufschädigend“. „Auch wenn es eine
fiktive Darstellung sein soll, ist diese negative Darstellung schlimm“,
sagte Schottenhamel. „Unsere Gäste werden denken: Das ist heute auch
so.“
Die Serie spielt nach ARD-Angaben im München des Jahres 1900. Darin gehe
es um einen Großbrauer aus Franken, der sich in den Kopf setzt, auf das
Oktoberfest zu expandieren. Dort geraten anschließend die
Machtverhältnisse so sehr ins Wanken, dass ein erbitterter Kampf zweier
Brauerei-Clans um gesellschaftliche und wirtschaftliche Vormachtstellung
ausgetragen werde.
Der Münchner Wirtschaftsreferent und Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner (CSU)
kritisierte in der "Bild": „Ein Oktoberfest nur auf ein
machtbesessenes Milieu zurückzudrehen, um Publikum zu generieren, ist
total daneben. Es hat mit der Wirklichkeit nichts zu tun.“ Er wolle
prüfen lassen, ob es den Wirte-Krieg, der 1898 stattgefunden haben soll
und auf dem die Serie basiere, wirklich gegeben hat.
Der Sprecher der Wiesn-Wirte, Peter Inselkammer, habe sich vor den
Dreharbeiten mit den Filmemachern getroffen. „Ich habe gehofft, dass
durch meine Erläuterungen schlimme Darstellungen verhindert werden.“
Der Produzent der Serie, Michael Souvignier, versuchte, die Bedenken
auszuräumen. Er betonte, es handele sich um eine fiktionale, historische
Serie: „Es gibt keinen Grund, sich Sorgen zu machen.“
Wirklich? Es wäre doch allzu enttäuschend, wenn es sich beim Oktoberfest
um eine völlig harmlose Veranstaltung handeln würde. Ohne Dramen. Ohne
„schlimme Darstellungen“. Ohne Alkohol womöglich. Niemand würde hingehen.
Und ja, falls Sie sich gefragt haben: auch diese Meldung ist dem
Sommerloch geschuldet. 😉
Quelle: Spiegel, 6.8.20
Riesenärger um neue TV-Serie "Oktoberfest 1900". „Unverfroren und total
daneben“ - Wiesn-Chef und Wirte sauer über Darstellung von Geldgier. Die
neue ARD-Mini-Serie "Oktoberfest 1900" (ab September im TV und auf
Netflix) über das größte Volksfest der Welt verärgert schon vor
Ausstrahlung den Wiesn-Chef und die Festwirte. Lesen Sie exklusiv mit
BILDplus [und am 6.8. in der Druckausgabe], was der Münchner
Wirtschaftsreferent und Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner/CSU („Ein
Oktoberfest nur auf ein machtbesessenes Milieu zurückzudrehen, um
Publikum zu generieren, ist total daneben und unverfroren. Es hat mit
der Wirklichkeit nichts zu tun.“) sowie die Wirte Christian
Schottenhamel und Peter Inselkammer* den Machern vorwerfen. Und was
Produzent Michael Souvignier dazu sagt.
Quelle: Bild, 5.8.20
* Wiesn-Wirte-Sprecher Peter Inselkammer hat die Verantwortlichen laut
Bild-Zeitung beraten. „Ich habe erklärt, wie das Oktoberfest abläuft,
wie Lizenzen vergeben werden, wie Verträge aussehen und wer was
entscheidet“, so der 48-Jährige. Münchner Merkur, 30.1.19
Verzerrte Darstellung? „Rufschädigend“: Wiesnwirte sauer über BR-Serie
"Oktoberfest 1900"
München - In unserer Stadt gibt es viele gute Menschen. Die reinsten und
edelsten unter ihnen aber sind die selbstlosen Wiesnwirte, die (fast)
jedes Jahr Zelte auf der Theresienwiese errichten lassen und den Durst der
Münchner mehr oder weniger mit Freibier stillen, um am Ende mit
Riesenverlusten dazustehen und von Bürokraten schikaniert zu werden.
Daher ist die obergärige Empörung über die ARD-Serie "Oktoberfest 1900"
nur zu verständlich. Sie wird zwar erst im September ausgestrahlt,
Festwirt Christian Schottenhamel nennt den erbitterten Kampf zweier
Brauerei-Clans um gesellschaftliche und wirtschaftliche Vormachtstellung
im München des Jahres 1900 in "Bild" am Donnerstag [s.o.] aber schon jetzt
„rufschädigend“.
Sein Kollege, der Wirtesprecher Peter Inselkammer habe sich vor dem Dreh
mit den Filmemachern getroffen. „Ich habe gehofft, dass durch meine
Erläuterungen schlimme Darstellungen verhindert werden“, sagte er zu
"Bild". Michael Souvignier, Produzent der Serie, betonte, es handle sich
um eine fiktionale, historische Serie: „Es gibt keinen Grund, sich
Sorgen zu machen.“
Die macht sich Schottenhamel trotzdem, weil bei den Zuschauern ja immer
was hängen bleibe. „Auch wenn es eine fiktive Darstellung sein soll,
ist diese negative Darstellung schlimm", sagte er. "Unsere Gäste werden
denken: Das ist heute auch so.“

Die Großbrauer des Braukartells tagen in den
Brauereikatakomben, um darüber zu beraten, wie man mit den
neumodischen Bierburgplänen umgeht. Foto: Stephan Pick/BR |
Wo
kämen wir da hin, denkt sich die CSU, die immer in der ersten
Reihe steht, wenn es ums Bier und ums Verbieten geht. Der dieser
ruhmreichen Partei angehörende städtische Wirtschaftsreferent und
Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner kritisiert: „Ein Oktoberfest
nur auf ein machtbesessenes Milieu zurückzudrehen, um Publikum
zu generieren, ist total daneben. Es hat mit der Wirklichkeit
nichts zu tun.“
Was Wirklichkeit ist, bestimmt in Bayern die CSU. Und wieso darf
die ARD überhaupt erfundene Geschichten senden? Baumgärtner will
allen Ernstes „historisch prüfen lassen“, ob es den
Wirte-Krieg von 1898, auf dem die Handlung der Serie basieren
soll, wirklich gegeben hat. „Davon ist uns hier nichts
bekannt.“
"Prüfen lassen" ist eine schöne Formulierung. Wenn Baumgärtner ein
Buch lesen könnte und den Unterschied zwischen Fiktion und
Wirklichkeit kennen würde, wäre er nicht Wiesn- sondern
Kulturreferent. Wir möchten jetzt ungern eine
Historiker-Kommission arbeitslos machen, die für den
vielbeschäftigten CSU-Mann den legendären Stadtmuseumskatalog "Das
Oktoberfest. Einhundertfünfundsiebzig Jahre Bayerischer
National-Rausch" von 1985 durchblättert. Oder auch Abendzeitung
online oder die Homepage der Kapelle des Augustiner-Festzelts
googelt.
Dort hat man, im Unterschied zur Rathaus-CSU, schon mal von Georg
Lang [das historische Vorbild für Misel Maticevics Curt Prank]
gehört. Um mehr Sitzplätze für die Besucher und Raum für eine
Musikkapelle zu schaffen, hatte sich der eigentlich nicht
Wiesn-berechtigte Nürnberger "Krokodilwirt" 1898 über Strohmänner
fünf Budenplätze gesichert und eine "Bierburg" errichtet. |
Davor war das Bier in kleinen Bretterbuden ausgeschenkt worden, in denen
maximal 50 Personen Platz fanden. Lang schenkte Augustiner aus und stellte
als erster Trachten-Kapellen an. Damit die Gäste mitsingen konnten,
verteilte er Texthefte, in denen auch „Ein Prosit, ein Prosit der
Gemütlichkeit! Eins, zwei, drei – g’suffa“ zu finden war, geschaffen
von einem gewissen Bernhard Dittrich – einem Sachsen aus Chemnitz.
Die heutigen Wiesnwirte denken – natürlich – niemals an die Maximierung
des Bierkonsums. Andererseits könnte man auf die Idee kommen, dass an dem
„machtbessenen Milieu“ der Wiesnwirte doch was dran sein könnte.
Warum springt eigentlich nach der Aufregung einiger Gastronomen gleich der
städtische Wiesn-Referent als beflissener Fernsehkritiker im Quadrat?
Artikel von Robert Braunmüller in der Abendzeitung München, 6.8.20
🍺 Danke lieber Herr Braunmüller für's Graderücken der Geschichte!
😃 Der Artikel vom Spiegel über die Füllung des Sommerlochs war schon
gut, aber Ihr Artikel toppt das noch! ~ EFi

Quelle: Maximilian Brückner auf Instagram |
"Oktoberfest
1900" - Hier entfaltet sich das ganze menschliche Drama: Ein
Gespräch mit den Produzenten Alexis von Wittgenstein, Michael
Souvignier und Till Derenbach, den Drehbuchautoren Christian
Limmer und Ronny Schalk, dem Regisseur Hannu Salonen sowie der
federführenden BR-Redakteurin Daniela Boehm.
– Alle Episoden enthalten zu Beginn den Hinweis, dass die
Event-Serie auf wahren Begebenheiten beruht. Was an der erzählten
Geschichte ist tatsächlich historisch verbürgt, was Fiktion? Und
gibt es auch Mischformen bei Personen oder bestimmten Ereignissen?
Alexis von Wittgenstein: Als gebürtiger Münchner hat mich der
Mythos Oktoberfest schon als kleiner Junge fasziniert. Unzählige
Anekdoten und Legenden ranken sich um das größte Volksfest der
Welt. Irgendwann verdichteten sich diese Geschichten zu der
Idee, eine TV-Serie zu kreieren, die aus diesem Reichtum
schöpft, aber doch eine ganz eigene Saga erzählt. Besonders in
ihren Bann gezogen hat meinen Mit-Produzenten Felix von Poser
und mich vor allem die Geschichte des Underdogs Georg Lang. Der
Nürnberger Gastro-Unternehmer mit dem vielsagenden Beinamen
'Krokodil-Wirt' hatte sich zur Jahrhundertwende über Strohmänner
fünf Budenplätze auf dem Oktoberfest ergaunert, um darauf ein
völlig größenwahnsinniges Vorhaben zu realisieren: den Bau einer
'Bierburg' für bis zu 6.000 Gäste – und das als 'Auswärtiger'.
Ein Vorstoß, der das Antlitz des Münchner Oktoberfests
nachhaltig bis heute verändert hat. Langs Bier-Hymne 'Ein Prosit
der Gemütlichkeit' hallt heute noch durch die Bierzelte auf dem
Oktoberfest. Georg Lang diente uns als Inspiration für die Figur
Curt Prank, die aber ansonsten nichts gemein hat mit dem realen
Georg Lang. Eine weitere Persönlichkeit der Wiesn-Historie ist
Coletta Möritz. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts arbeitete
Coletta Möritz als Biermadl in Münchner Gaststätten und auf dem
Oktoberfest. Ohne festes Gehalt lebten die Biermadl damals
allein vom Trinkgeld und rutschten regelmäßig in die
Gelegenheitsprostitution ab. Um ihr Gehalt aufzubessern, stand
Coletta Möritz dem Maler Kaulbach für ein Bild Modell, das sie
quasi über Nacht überall in München bekannt machte. Sie wurde
gewissermaßen das erste bayerische Pin-up-Girl. Durch die
Hochzeit mit einem Münchner Wirt stieg Coletta Möritz
schließlich in bessere Kreise auf und wurde zum Idol für ihre
Standesgenossinnen. Später wurde ihr das Lied 'Schützen-Lisl'
gewidmet, das bis heute ein beliebter Schunkelschlager auf der
Wiesn ist. In unserer Serie hat uns Coletta Möritz zur Figur
Colina Kandl inspiriert. Auch sie hat jedoch ansonsten keine
Übereinstimmung mit der historischen Persönlichkeit Coletta
Möritz.
– Der Titel 'Oktoberfest 1900' lässt vermuten, dass es sich
dabei um ein Historienstück über das weltbekannte Volksfest in
München handelt. Aber die Event-Serie ist ja weit mehr als das.
Was war Ihnen vor allem wichtig zu erzählen? Worum ging es Ihnen
besonders bei der Entwicklung der Geschichte? |
Michael Souvignier: Die Marke Oktoberfest mit all ihren Assoziationen
ist eine großartige Projektionsfläche, um unsere Serie zu etablieren.
Vor dem Hintergrund der aufziehenden Emanzipation von Frau und Bürgertum
in schwierigen Zeiten erzählen wir den Kampf des Nürnberger Großbrauer
und Gastronomen Curt Prank, die größte Bierburg auf der Wiesn
aufzustellen. Dazu sind ihm alle Mittel recht. So handelt unsere Serie
von Eifersucht, Sabotage, Mord und Verrat, aber ebenso von Liebe und
Zusammenhalt. Hier entfaltet sich das ganze menschliche Drama und ist
damit gar nicht mehr ein Historienstück, sondern heutiger, als man sich
dies auf den ersten Blick vorzustellen vermag. Wir erzählen diese
überaus üppige Serie mit Freude und Kraft, einem grandiosen
Schauspielerensemble und auch hinter den Kulissen in allen Bereichen nur
mit den Besten der Besten.
– 'Oktoberfest 1900' blickt über den Bierkrugrand hinaus in die Welt der
Schwabinger Bohème, die München legendär gemacht hat, die Zeit also, in
der das künstlerische München noch etwas galt. Von Franziska zu Reventlow
bis hin zu Thomas Mann, dem Simplicissimus und dem Kosmiker-Kreis lichtert
'Wahnmoching' durch den Film. Warum haben Sie dieses nicht unbedingt
bierzeltaffine Künstlervölkchen in die Geschichte mit einbezogen und
inwiefern erhellt es die Welt des Oktoberfestes, die Sie in Szene setzen?
Alexis von Wittgenstein: Selbst als jemand, der in München
aufgewachsen ist, war mir nicht bewusst, was für eine Hammerstadt
München an der Schwelle zum 20. Jahrhundert war. Zu den oben Genannten
tummelten sich auch so faszinierende Persönlichkeiten wie Wassily
Kandinsky, Rainer Maria Rilke und sogar Wladimir Iljitsch Lenin im
sagenumwobenen Stadtteil Schwabing. Als Gegenentwurf zum
preußisch-industriellen Berlin war München damals geradezu ein
Künstler-Mekka. Wenn man so will, feierte die Party-Crowd, die in den
20ern Berlin bevölkert hat, vor dem Ersten Weltkrieg gesammelt in
München ihre Orgien. Wie hätte man diese goldene Zeit ignorieren können,
wenn man die Chance erhält, seiner Heimatstadt eine historische TV-Serie
zu widmen? Aus Filmemacher-Sicht war es uns aber auch ein Anliegen, eine
Serie zu kreieren, die sich heutig anfühlt und die Zuschauer mit Themen
erreicht, die uns alle in unserem Alltag beschäftigen: Konflikte beim
Generationenumbruch, der Umgang der Gesellschaft mit Homosexualität, die
Überwindung von vorgefertigten Geschlechterrollen oder die
Verwirklichung eines selbstbestimmten Lebensentwurfs, wie ihn uns vor
120 Jahren schon so ureigene Charaktere wie das damalige Münchner
'It-Girl' Fanny zu Reventlow vorlebte. Die Schwabinger Bohème dient uns
auch visuell als Gegenpol zu den pittoresken Bogenhauser Villen der
Brauereibesitzer und den matschigen Gassen der Brauereiarbeiter-Ghettos
in Haidhausen und Giesing. Sie ist das notwendige Ventil zwischen den
bei uns ständig aufeinandertreffenden archaischen Kräften des
ungehemmten Kapitalismus und traditioneller Familienstrukturen. Und sie
lässt uns in unserer Geschichte immer mal wieder aufatmen zwischen den
Ränkespielen der Mächtigen und Skrupellosen, bis sie selbst zum Parkett
für Intrigen und Verrat wird.
– Die reale Handlung scheint an vielen Stellen durchbrochen und überlagert
von einer beinahe mythischen Dimension. Am stärksten sind die Anklänge –
auch in den gewählten Musikzitaten – an Wagners 'Ring des Nibelungen': Der
Prank-Wotan vor seiner Walhall-Bierburg – inwiefern ist 'Oktoberfest 1900'
auch ein Mythosspiel? Und warum diese paradigmatische Überhöhung?
Christian Limmer: Wir entfernen uns von der Realität an vielen Stellen
der Geschichte auf der einen Seite, auf der anderen sind wir im Kern
sehr den realen Ereignissen verbunden. Unsere Figuren entspringen in
ihren Wesenszügen den archaischen Strukturen jeder Geschichte seit
Anbeginn der Menschheit und sind trotzdem sehr real und identifizierbar.
Dieser Kontrast erforderte sowohl ein adäquates Narrativ, als auch die
entsprechende musikalische Untermalung.
– 'Folge deinem Totem' – auch das Unheimliche und Dämonische spielt eine
große Rolle im Film. Am stärksten in der Art und Weise, wie die
Wiesn-Attraktion der Kannibalengruppe inszeniert ist, aber auch an vielen
anderen Stellen. Warum dieser Blick auf das größte Vergnügungsfest der
Welt durch die dunkle Brille einer Traumlogik?
Ronny Schalk: 'Fortschritt versus Tradition' ist der Grundkonflikt der
Serie wie auch der Moderne, in der sie spielt. 'Kannibalen der Südsee',
'Mohren aus Feuerland', 'Hottentotten' – sogenannte 'Völkerschauen'
waren um die Jahrhundertwende extrem en vogue, auch auf dem Oktoberfest.
Die archaische Freude an solchen Schauen, die man heute als verwerflich
und zurecht politisch vollkommen inakzeptabel empfindet, war damals ganz
normal, vielleicht die extremste Form von Traditionalismus, aber auch
Wegbereiter eines europäischen Rassismus. Auffällig ist, dass diese
Dinge gerade zu Beginn der Moderne so gefragt waren – ein Ausdruck von
kolonialistischer Überlegenheit, aber auch Entfremdung. Der moderne
Mensch sehnte sich plötzlich nach dem Grusel des Archaischen, ohne zu
wissen, warum. In seiner abenteuerlichen Theatralik und Übertriebenheit
des 'Fremden' war das in der Schausteller-Branche der damaligen Zeit
vergleichbar mit einem Exploitation-Horrorfilm. Damals nannte man es
'Menschenzoo' und machte es zur Jahrmarktsattraktion. Das Dämonische,
Heidnische, das Fremde, wie auch immer man das bezeichnen will, war bis
in die 30er Jahre der abenteuerliche Nervenkitzel schlechthin, Angst auf
dem sicheren Terrain des Vergnügens. 'Folge deinem Totem', ein Slogan
auf dem Handzettel einer dieser Völkerschauen, zieht sich wie ein Motto
durch die Serie. Ironischerweise wissen unsere Figuren mit dem Begriff
'Totem' gar nichts anzufangen, aber er scheint sie magisch anzuziehen.
Man kann das als Spiegel lesen. Im übertragenen Sinn sind sie selbst die
Kannibalen.
– Was kann uns die Verfilmung dieser Münchner Epoche um 1900
vergegenwärtigen? Für was steht in diesem Zusammenhang das Oktoberfest
quasi als ein Sinnbild?
Daniela Boehm: Technischer und wissenschaftlicher Fortschritt, z.B.
durch die Elektrizität, haben die Industrialisierung mit großen
Schritten vorangetrieben. Emanzipation und die Reformierung der
Gewerkschaften waren große Errungenschaften dieser Zeit.
Vergegenwärtigen kann uns die Verfilmung den schnellen Wandel der Zeit
und dass es bis heute wichtig ist, einige Traditionen zu pflegen und zu
erhalten. Schließlich gilt das Reinheitsgebot in ganz Bayern und die
Betriebsvorschrift, nur Münchner Bier auf dem Oktoberfest auszuschenken,
bis heute.
– Eine vielschichtige Produktion wie 'Oktoberfest 1900' eröffnet für einen
Regisseur viele Spielräume bei der visuellen Umsetzung. Was war Ihnen bei
der Regiearbeit besonders wichtig?
Hannu Salonen: Zwei Aspekte möchte ich gern hervorheben. Zum einen: Es
war mir wichtig, dass die Kamera sehr aktiv an der Erzählung teilnimmt,
am Witz, an der Saftigkeit der Geschehnisse. Eigentlich ist die Kamera
beinahe ein eigenständiger Charakter. Die Kamera verschafft dem
Zuschauer aktiv Zugang zu den Figuren und deren Empfindungen und
Emotionen, zeigt Welten auf, ohne sich zu verstecken. Nah an den Figuren
zu sein war für mich essentiell; aber dann auch zuweilen in die
'Gottesperspektive' zu springen, aus der heraus man wunderbar
hinunterschauen kann, wie die verschiedenen Figuren wie auf einem
Schachbrett miteinander ringen. Zum anderen ging es mir sehr darum, den
Weg aller Figuren nachvollziehbar und verständlich zu machen. Warum
handeln sie so und nicht anders? Dass auch der Zuschauer dabei bisweilen
Geschmack daran findet und mit einem Fuß auf die 'dunkle Seite' tritt,
war essentiell. Das Urteil über das Handeln der Figuren sollte dem
Zuschauer überlassen werden. Dieses Urteil will ich als Regisseur nicht
vorwegnehmen. Was macht einen Mann wie Curt Prank aus? Das zeigen wir
auf. Jeder kann und soll dann selber zu einem moralischen Urteil
gelangen. Aus diesem Grund war es für mich wichtig, Licht und Schatten
zu zeigen, Helligkeit und Dunkelheit. Diesen Kontrast herauszuarbeiten,
fand ich bei der Umsetzung wichtig. So gibt es auf der einen Seite das
sehr helle und fröhliche Oktoberfest, aber wir zeigen auch die Abgründe.
Dementsprechend sind das Licht und der Look sehr unterschiedlich,
bisweilen hell und freundlich, aber oft auch sehr dunkel und mit hohem
Kontrast. Wir haben immer das Extreme gesucht in der Bild- und
Lichtgestaltung, passend zu den Gefühlen unserer Protagonisten.
– Gewalt spielt eine große Rolle im Film. Selbstzweck ist sie freilich
nicht. Worin besteht ihr inhaltlicher wie ästhetischer Aussagewert?
Ronny Schalk: Die Serie hieß in früheren Fassungen 'Blut und Bier',
das erklärt vielleicht einiges. Wie wir wissen, musste alles das, was
wir Zivilisation, Kultur und Fortschritt nennen, die Werte also, mit
denen wir leben und die wir unter dem Begriff Freiheit zusammenfassen,
zu großen Teilen erstmal erkämpft und immer wieder reformiert werden.
Von Leuten, die buchstäblich bereit waren, ihr Leben dafür zu geben.
Curt Prank, einer unserer Hauptcharaktere – eine echte Gründerfigur –
bringt es auf den Punkt: 'Fortschritt ist in der Geschichte der
Menschheit eine Geschichte des Blutes.' Das ist zwar ironisch gemeint,
zieht sich aber wie ein roter Faden durch die Handlung: Fortschritt
überwindet Tradition. Beides fordert seine Daseinsberechtigung in einer
Zeit des Umbruchs ein, eines wachsenden Liberalismus. Einschneidend,
korrupt und durchaus brutal. Die Möglichkeiten der Industrialisierung,
der Gründerzeit des Kapitalismus, waren technologisch betrachtet
revolutionär. Wer die Zeichen der Zeit erkannt hatte, musste schneller
und stärker sein als sein Konkurrent. Genau davon handelt die
Geschichte. Und davon, wie viel Menschlichkeit dabei auf der Strecke
bleibt. Gewalt, physisch wie auch psychisch, ließ sich da dramaturgisch
kaum verhindern.
– Horizontales Erzählen gehört heute bei Event-Serien wie 'Oktoberfest
1900' zum State of the Art. Es fällt darüber hinaus auf, dass die Handlung
nicht einfach chronologisch forterzählt, sondern parallel konstruiert ist,
etwa in der Entwicklung der Schicksale der einzelnen Figuren – teilweise
in Schnitt und Gegenschnitt. Was ist der Gewinn einer solchen Technik
parallelisierender Engführung für die Figurencharakteristik einerseits und
die Dramaturgie andererseits.
Christian Limmer: Die Sehgewohnheiten der Zuschauer haben sich in den
letzten Jahren enorm gewandelt. Durch digitale Techniken und Videospiele
ist das asynchrone Erzählen allgegenwärtig, und nicht jeder Schritt der
Geschichte muss an der Stelle stehen, die seiner chronologischen Logik
entspricht. Die Zuschauer werden dadurch gezwungen, aufmerksam zu
zuschauen und Verbindungen herzustellen, die auf den ersten Blick nicht
ersichtlich sind. Am Ende erfordert das eine stärkere Anteilnahme der
Zuschauer und bewirkt eine intensivere Reise mit den Figuren.
– Bei der Figurengestaltung fällt auf, dass einige Personen in ihrer
Reaktions- und Redeweise in der historischen Zeit verhaftet sind, andere
durchaus aus ihrem Geschichtsrahmen heraustreten und ansatzweise modern
interpretiert werden. Warum haben Sie sich zu einer solchen behutsamen
Aktualisierung entschlossen?
Hannu Salonen: Essentiell für mich war, angesichts einer sehr großen
historischen Produktion nicht etwa in Ehrfurcht vor jener 'Historie' zu
verfallen. Wichtig war, keine Angst zu haben. Vielmehr hatte ich das
Gefühl, dass ich aus dem historischen Kontext ausbrechen muss, um auch
eine Energie, Witz und Wucht zuzulassen, die mir notwendig erschien.
Unser Film nimmt sich historisch nicht total ernst, setzt auf vielen
Ebenen eine moderne Brille auf und geht sehr gezielt mit den
gestalterischen Mitteln um. Dabei ist die Serie in Sachen Ausstattung
äußerst detailgetreu und so weit historisch korrekt, wie es nur ging.
Dabei war mir von vornherein klar, dass die Serie kein folkloristisches
Stück werden darf: weder erzählerisch noch visuell. Die Wiesn sollte die
Bühne bleiben, vor der sich das Leben und die Zeitgeschichte abspielen.
Sie sollte eine Kulisse sein, hinter der sich auch die menschlichen
Abgründe zeigen. Dazu ist sie tatsächlich eine ziemlich perfekte Bühne.
Ronny Schalk: Unser Ansatz war nie, mit der Serie eine historisch
genaue Punktlandung zu setzen, sondern eher den Spirit der Zeit
einzufangen, sprich: eine Serie zu machen, die uns über ein ganzes
Jahrhundert mit diesen Leuten, ihren Konflikten und Empfindungen
verbindet. Was interessiert uns da wirklich? Wie sie gesprochen haben
oder was mir ihre Gefühle über mich im Hier und Jetzt erzählen? Insofern
haben wir einige Figuren sprachlich mit einem gewissen Kolorit
ausgestattet, andere mit einer Haltung, die bewusst eine Brücke zu uns
herüber schlägt.
– Ähnliches gilt auch für den Einsatz der Musik. Von der Opernarie bis zum
englischsprachigen Song, immer wieder tritt die Musik aus dem historischen
Rahmen heraus und spielt teilweise in die Gegenwart hinein. Warum haben
Sie sich für diese Musikauswahl entschieden?
Michael Souvignier: Die Musik zu nutzen, um übergreifend Historie und
Gegenwart zu vermischen, ist eine wunderbare Form und zeigt: Auch eine
Geschichte aus dem Jahre 1900 ist nicht antiquiert oder verstaubt,
sondern ganz im Gegenteil – der Kern des Inhaltes ist heute ebenso
relevant und für die Zuschauer nachvollziehbar. Diese Botschaft soll mit
der Musik neben Rhythmus und dramaturgischer Spannung erreicht werden.
– Authentische historische Drehorte der Münchner Wirklichkeit um 1900 zu
finden, ist kein leichtes Unterfangen. Sie sind deshalb auf andere
Drehorte ausgewichen bzw. haben sich teilweise mit Animationen beholfen.
Wo ist der Film tatsächlich entstanden, was hat den Ausschlag für die
Drehorte gegeben und welches waren die besonderen produktionstechnischen
Herausforderungen bei der historisch möglichst authentischen Realisierung
des Stoffes?
Till Derenbach: Wir haben uns einer langen und intensiven Motivsuche
unterworfen, um den unterschiedlichen Anforderungen der Drehorte
gerechtzuwerden. Unsere Suche erstreckte sich vom Baltikum, Polen,
Tschechien bis nach Ungarn. Letztlich fiel die Wahl auf Tschechien, wo
wir die 'Wiesn' außerhalb Bayerns gefunden haben – einen großen alten
Güterbahnhof in Prag, auf dem das Oktoberfest 1900 aufgebaut werden
konnte. Gleichzeitig haben wir eine alte Brauerei mit Rampe, Innenhof,
Eingangstor, Schuppen und viel Historie in der vorhandenen Bausubstanz
gefunden. Mit diesem Suchergebnis konnten wir die Drehorte außerhalb
Deutschlands erst festlegen. Die Suche nach dem 'Deibel Bräu'-Motiv hat
Monate gedauert, um alle in den Drehbüchern beschriebenen Szenen an
einem Ort umsetzen zu können. Die tschechische Bier-Tradition war ein
weiterer Grund der Entscheidung, und die Nähe zur bayerischen
Architektur sowie die Vielzahl der historischen Drehorte in Tschechien
hat letztendlich den Ausschlag gegeben. Ergänzend zu Tschechien fanden
wir aber auch in München an Originalschauplätzen wie dem Rathaus und in
der Umgebung in Dachau und Landshut geeignete Drehorte. Selbst in
Nordrhein-Westfalen haben wir in einem wunderschönen Motiv das München
von 1900 aufleben lassen. Unablässig ist die Vorabrecherche, die
Malereien, Graphiken, Zeichnungen und Fotos zu studieren, die Bücher
erforschen, um nahe an den Kern oder zumindest die Vorstellung dessen zu
gelangen, was ein modernes und dennoch historisch authentisches Bild der
damaligen Zeit wiedergibt. Heute sind wir überzeugt, dass das Bild vom
Oktoberfest um 1900, welches im Be sonderen unser Szenenbildner Benedikt
Herforth kongenial mit seinem Team entworfen hat, sehr nah am Original
ist und ein absolut authentisches Bild wiedergibt. So war das im Jahr
1900 auf der Wiesn!
– 'Oktoberfest 1900' ist eines der großen Highlights im Programm des
Ersten in diesem Jahr, das der Bayerische Rundfunk federführend mit der
ARD Degeto, dem MDR und WDR in Auftrag gegeben und betreut hat. Was ist
für Sie als federführende Redaktion das Besondere an diesem Projekt, und
welche neuen Perspektiven eröffnet der filmische Blick zurück auf die
Gegenwart dieses heute weltgrößten Volksfests und seines Stellenwerts?
Daniela Boehm: Die Geschichte des Oktoberfests beginnt im Jahr 1810
mit dem Hochzeitsfest von König Ludwig I. und Therese von
Sachsen-Hildburghausen. Die Serie erzählt von der Grundsteinlegung um
1900, ab der sich das Oktoberfest mit dem Bau des ersten Riesenzeltes
schrittweise vom Volksfest zum heutigen Massen-Event entwickelt hat.
Dieser Abschnitt der Oktoberfest-Geschichte wurde noch nie verfilmt und
ist somit eine Weltpremiere. Von damals bis heute entwickelte sich die
sogenannte 'Wiesn' zu einem der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren Münchens
und hat somit schon immer einen sehr hohen Stellenwert. Perspektivisch
sind wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Wandel durch den stetigen
Fortschritt nicht aufzuhalten. Umso wichtiger ist es, in der heutigen
Zeit, eine Balance zwischen Fortschritt und Tradition zu finden und zu
bewahren.
Quelle: Die Macher im Gespräch

|
Die Darsteller und ihre Rollen:
Mišel Matičević - Curt Prank, Martina Gedeck - Maria Hoflinger, Francis Fulton-Smith - Ignatz Hoflinger, Klaus Steinbacher - Roman Hoflinger, Markus Krojer - Ludwig Hoflinger, Mercedes Müller - Clara Prank, Brigitte Hobmeier - Colina Kandl, Maximilian Brückner - Anatol Stifter, Martin Feifel - Alfred Glogauer, Michael Kranz - Alfons Urban, Vladimir Burlakov - Gustav Fierment sprechen
über ihre Rollen.
Maximilian Brückner ist Anatol Stifter: »Die Figur des
Großbrauers Anatol Stifter ist für mich wie ein freies Radikal
in diesem historischen Thriller. Bei dieser Figur sollte man nie
zu wissen glauben, was sie als Nächstes vorhat. Sie ist die
stille dritte Kraft. Ein bisschen wie ein Skorpion, der abwartet
und zum richtigen Zeitpunkt schnell und effektiv zuschlägt.«
Foto: BR/ARD Degeto/MDR/WDR/Zeitsprung Pictures
GmbH / Dusan Martincek |
Quelle: Das Erste, Presseheft
|

Regisseur Hannu Salonen auf Instagram, 14.8.20 |
|
Auf der Suche nach großen Serien-Stoffen, die auch international
reüssieren könnten, musste man irgendwann auf das Oktoberfest kommen:
Bier, das beliebteste alkoholische Getränk zwischen Garmisch und
Flensburg, dazu ein Prosit auf die sprichwörtliche Gemütlichkeit – und
dann dieses an Trink- und Sangesritualen reiche, größte Volksfest der
Welt, das jährlich über sechs Millionen Besucher aus aller Herren Länder
anlockt – gibt es etwas Deutscheres?! Aus dem einstmals lokalen Rummel mit
einfachen Bretterbuden, das als ein deftiges Freizeitvergnügen für die
kleinen Leute galt, ist heute eine touristische Massenveranstaltung
geworden: ein globales, internationales Event. Die sechsteilige Serie
„Oktoberfest 1900“ erzählt von einem Wendepunkt in der Geschichte der
Wiesn, die seit 1810 zum bayerischen Brauchtum gehört. Auf dem Weg ins 20.
Jahrhundert setzte sich der Fortschritt gegen die in Bayern so gern
kultivierte Tradition durch: Ausgerechnet ein „Zugereister“, der
Nürnberger Gastro-Unternehmer Georg Lang, revolutionierte das Volksfest
mit dem Bau einer „Bierburg“ für 6000 Gäste. Dieser weitsichtige
Geschäftsmann diente als Inspirationsquelle für die Hauptfigur der
viereinhalbstündigen BR-Serie, koproduziert von der Degeto, dem MDR und
WDR, die an drei Abenden (innerhalb von acht Tagen) im Ersten ausgestrahlt
wird.
Im Mittelpunkt steht Curt Prank (Misel Maticevic), ein Visionär des
aufsteigenden Kapitalismus. Um seine Bierburg bauen zu können, benötigt er
fünf Budenplätze. Die einheimischen Brauer wollen zwar keine auswärtige
Konkurrenz und die kleinen Wirte, die ums Überleben kämpfen, erst recht
nicht, doch mit Hilfe eines Stadtrats (Michael Kranz) kommt Prank seinem
Traum näher. Nur einer, Ignatz Hoflinger (Francis Fulton-Smith), will
seinen Budenplatz nicht verkaufen. Wenig später schwimmt sein Schädel in
der Isar. Seine verschuldete Witwe (Martina Gedeck) will unbedingt ihren
Platz auf der Wiesn behalten, wird allerdings durch eine Intrige
ausgebootet. Ihre beiden Söhne, der Brauerei-affine Roman (Klaus
Steinbacher) und Ludwig (Markus Krojer), dessen Herz mehr für die Kunst
schlägt, müssen mitansehen, wie sich ihre Mutter zunehmend von ihnen
entfremdet und im Wahnsinn zu enden droht. Sie hält den Nürnberger
Großbrauer für den Mörder ihres Mannes. Ganz falsch liegt sie damit nicht.
Und nun hat ihr Sohn Roman auch noch Pranks Tochter Clara (Mercedes
Müller) geschwängert. Im Kampf gegen das Münchner Bier-Kartell würde Prank
mit den Hoflingers gern gemeinsame Sache machen, doch noch hat die
narrische Witwe das Sagen. Aber da gibt es ja noch den Münchner Großbrauer
Anatol Stifter (Maximilian Brückner). Der hat durchgesetzt, dass nur
heimisches Bier beim Oktoberfest ausgeschenkt werden darf, damit er nun
sein Gebräu an Prank gewinnbringend verkaufen kann. Bei dem Geschäft ist
er gar nicht mal so gierig, verlangt aber als persönliche Zugabe Claras
Hand.
Die Charaktere stecken voller Eigen-Sinn. Einige sind wuchtig,
verschlagen, geheimnisvoll, zeigen ihre dunkle Seite. Besonders Misel
Maticevics Prank ist eine Figur von großer Ambivalenz: Obwohl er immer
wieder einen Mann fürs mörderisch Grobe (Martin Feifel) für seine Dienste
in Anspruch nimmt und er seinen Schwiegersohn in spe eines Abends brutal
zusammenschlägt, sammelt der ehemalige Bordellbesitzer im Gegensatz zur
verlogenen feinen Münchner Gesellschaft mit ihrem Standesdünkel zunehmend
Sympathiepunkte. Prank ist zwar alles andere als eine klassische
Identifikationsfigur, doch Maticevic gibt ihn charismatisch. Auch der
jugendliche Liebhaber ist keiner, den der Zuschauer in sein Herz schließt;
dafür ist er anfangs viel zu wankelmütig. Deutsche Produktionen haben also
– was die Zeichnung der „Helden“ angeht – etwas gelernt von den
internationalen Premium-Serien. Lichtblicke im Macho- und Macher-Imperium
des Jahres 1900 bieten neben dem jüngsten Hoflinger-Spross, der seine
Liebe zur Schwabinger Bohème, insbesondere zu einem polygamen Lebemann
(Vladimir Burlakov), entdeckt, zwei Weibsbilder: zum einen Colina Kandl
(Brigitte Hobmeier), die falsche Anstandsdame im Hause Prank, die nicht
ganz unschuldig ist an der vermaledeiten Schwangerschaft und sich deshalb
fortan als Biermadl auf dem Oktoberfest verdingen muss – und dort nicht
nur frivol singend Karriere macht. Sie ist einer realen Person
nachempfunden: Coletta Möritz, die – wenn man so will – als das erste
bayerische Pin-up-Girl bezeichnen könnte. Die andere ist die von Mercedes
Müller verkörperte Clara, die zwar aus Trotz Stifters Heiratsantrag
zustimmt, sich ihr Baby dann allerdings doch nicht nehmen lassen will.
Eine willensstarke Porzellan-Schönheit, die nicht zerbricht an den
Machtspielen der Männer: eine Wunsch-Projektion. Wie alle Figuren in der
Serie ist auch sie 'bigger than life'.
„Diese Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten“, verrät ein Insert vor
jeder Folge. Das mögen die Zuschauer des öffentlich-rechtlichen Fernsehens
gerne lesen. „Oktoberfest 1900“ ergeht sich dann aber erfreulicherweise
nicht in einer naturalistischen Darstellung der realen Wiesn-Wirklichkeit
jener an gesellschaftlichen Umbrüchen reichen Jahrhundertwende. Das
namhafte Autorenteam um Ronny Schalk und Christian Limmer sowie Regisseur
Hannu Salonen machen hier vielmehr aus deutscher Kulturgeschichte einen
wilden filmischen Ritt, der es mit internationalen Serien aufnehmen kann.
Im Detail sind die Geschichten, die hier erzählt werden, nicht
themengesteuert, stattdessen wird die Historie mit archaischen narrativen
Motiven ausstaffiert: Hass, Eifersucht, Verlust, Verrat, Liebe, Triebe,
Intrigen, Sabotage. Ein Sohn schwängert die Tochter des Mannes, der für
den Tod seines Vaters verantwortlich ist. Die Mutter verstößt diesen Sohn,
wird über die Ereignisse irre und von ihrem eigenen Fleisch und Blut
entmündigt. Die Erzählung verläuft sich nicht in den Niederungen einer
rustikalen weißblauen Seifenoper, sondern die Konflikte werden mit
Shakespearscher Wucht ausgelebt, mal als große Oper, in der Prank einen
Zeremonienmeister von Wagnerscher Größe gibt, mal mehr im schmuddeligen
Western-Look. Wenn die Kandl singt, ist der Saloon nicht weit. Dazu
knallen die Maßkrüge, da schwappt das Bier, die Masse grölt – und Prank,
der Herrscher über den kollektiven Rausch, bleibt hinter seiner Maske ganz
kühler Geschäftsmann: „Ich will hier keinen mehr geradeaus gehen sehen.
Ich möchte, dass die Leute saufen, bis sie umfallen.“
Noch ein wenig beiläufiger als in den österreichischen Serien „Freud“ und
„M - Eine Stadt sucht einen Mörder“ fließt der Zeithorizont in
„Oktoberfest 1900“ ein. Zu den Diskursen jener Jahre gehören die
kapitalistischen Verheißungen des freien Wettbewerbs, die Emanzipation der
Frauen oder die Reformierung der Gewerkschaften, die in der Serie
allerdings keine größere Rolle spielt. Dafür schwingt am Rande des
(melo)dramatischen Treibens die kolonialistische Überlegenheit des Westens
in die Handlung hinein: So gerät zu Beginn der Häuptling eines
Samoa-Stammes, der als „die Kannibalen der Südsee“ auf der Wiesn
rassistisch zur Schau gestellt wird, unter Mordverdacht. Auch die
kulturellen Errungenschaften jener Jahre finden in den Geschichten der
Serie ihren Niederschlag. Die Kinematographie steckt in den Kinderschuhen
und Filme wie „Die Reise zum Mond“ finden großen Anklang auf dem
Oktoberfest. Und um offenbar die Befürchtung zu zerstreuen, in der Serie
könnte es zu volkstümlich und zu historisch verstaubt zugehen, haben die
Macher auch die Gegenkultur, die weniger bierzeltaffine Schwabinger
Künstlerszene und den obrigkeitskritischen „Simplicissimus“, in die
Handlung eingebaut. „Wenn man so will, feierte die Party-Crowd, die in den
Zwanzigern Berlin bevölkert hat, vor dem Ersten Weltkrieg gesammelt in
München ihre Orgien“, so Produzent Alexis von Wittgenstein. Ein Hauch
Babylon München also.
Optisch dominiert in „Oktoberfest 1900“ in den ersten drei Folgen das
Dunkle und Düstere, das Rätselhafte und Unheimliche. Das entspricht ganz
der undurchsichtigen Hauptfigur und der Handlung: dem zwielichtigen
Geschacher der Großkopferten aus Wirtschaft und Politik, dem egoistischen
Getriebe um Schanklizenzen, dem brutalen Mord am alten Hoflinger. Immer
wieder schälen sich die Gesichter und Körper aus der schwach beleuchteten
Szenerie. Extreme Kontraste und hohe Schwarzwerte, Licht-, Schatten- und
Farbenspiele sowie eine sehr bewegliche Kamera fordern und beglücken
zugleich das Auge des Zuschauers. Regisseur Salonen, der den
Anthologie-Serien „Verbrechen“ und „Schuld“ nach den Geschichten von
Ferdinand von Schirach einen klaren, reduzierten Look gab, darf für die
Zeitsprung-Pictures-Produktion nun für deutsche Verhältnisse in die Vollen
gehen. Dabei arbeiten der gebürtige Finne, Kameramann Felix Cramer („Die
Braut im Schnee“ / „Tatort - Ich töte niemand“) und Cutter Ronny Mattas
(„Ku’damm 56 + 59“) gern mit kraftvollen, temporeichen Parallel-Montagen:
Am Ende von Folge 1, „Der Visionär“, werden Sex und Gewalt miteinander
verschnitten. Hier das Stöhnen der Lust, dort ein grausiger Todeskampf.
Auch Folge 3, „Liebe und Kapital“, endet blutig. Zwar entkommt Clara den
Klauen der Engelmacherin, doch dafür schlägt der unberechenbare Prank
ihren Liebhaber beinahe tot. Mit Folge 4, „Anstich“, wird die Anmutung der
Serie heller. Die Wiesn macht die Bilder bunter, in den Innenszenen aber
dominieren – den dramatischen Ereignissen angemessen – nach wie vor mehr
die Schatten als das Licht. Mag das Sujet auf dem Papier auch typisch
öffentlich-rechtlich erscheinen, „Oktoberfest 1900“ würde auch Netflix
& Co alle Ehre machen.
Quelle: tittelbach.tv, 28.8.2020
Quelle in voller Grösse: FilmFörderFonds Bayern, Film News Bayern #3, Sept. 2020, S. 28-31
Verbrechen, Machtkämpfe, Intrigen: So hart ging es auf dem Oktoberfest
1900 zu
Das Oktoberfest 2020 fällt aus - nicht aber im Ersten. Die Eventserie
„Oktoberfest 1900“ spürt der Vergangenheit der Wiesn nach - mit großen
Familiendramen, einem machthungrigen Zuagroasten und beeindruckender
Atmosphäre.
Bis das Oktoberfest in München abgesagt wird, muss einiges passieren. In
210 Jahren Historie des Festes, das in der ganzen Welt bekannt ist, taten
der Feierlaune einzig Kriege, Cholera und die Inflation in den
1920er-Jahren einen Abbruch - bis das Coronavirus die Welt überrollte und
eine Wiesn 2020 unmöglich machte. Ganz ohne ihr geliebtes Oktoberfest
müssen aber weder die Münchner noch alle zuageroasten Feierwütigen auch in
diesem Jahr nicht auskommen. Die sechsteilige Serie „Oktoberfest 1900“
blickt ab Dienstag, 15. September, nicht nur in die Vergangenheit des
Volksfestes, sondern lässt auch das pulsierende München um die
Jahrtausendwende aufleben.
Bis einander jedoch vor dem Fernseher zugeprostet werden darf, um dem
historischen Oktoberfest beizuwohnen, geht einige Zeit ins Land. Regisseur
Hannu Salonen lässt seinen Drehbuchautoren Ronny Schalk („Dark“) und
Christian Limmer viel Raum zur Charakterzeichnung, was sich mit
zahlreichen ambivalenten Rollen mit teils imponierender Tiefe bezahlt
macht. Besonders Mišel Matičević, der bereits in „Babylon Berlin“ den
charismatischen Bösewicht gab, stiehlt als fränkischer Bierbaron Curt
Prank allen die Show. Moralisch korrumpiert, größenwahnsinnig und ohne
Rücksicht auf Verluste will sich der Nürnberger Brauer seinen großen Traum
erfüllen: eine „Bierburg“ auf der Wiesn mit Platz für 6.000 Gäste.
Dafür ist es ihm sogar ein willkommenes Mittel zum Zweck, dem blasierten
Widerling Anatol Stifter (Maximilian Brückner) die Hand seiner hübschen
Tochter Clara (Mercedes Müller) zu versprechen. Die junge Dame hat jedoch
ihren ganz eigenen Kopf - sehr zum Leidwesen Colina Kandels (Brigitte
Hobmeier), die auf Geheiß Pranks auf Clara aufpassen soll. Unter der
Machtgier des Wiesnvisionärs zu leiden hat aber vor allem die
alteingesessene Brauerfamilie Hoflinger um Patriarch Ignatz (Francis
Fulton-Smith) und seine Ehefrau Maria (Martina Gedeck).
Wirtschaftlich stehen die Hoflingers mit dem traditionellen Deibel Bräu in
Giesing mit dem Rücken zur Wand. Hohe Schulden nehmen der Familie die Luft
zum Atmen, einzig der Budenplatz auf der Wiesn gibt Anlass zur Hoffnung.
Auch intern kriselt es: Der älteste Sohn der Famlie, Roman (Klaus
Steinbacher), will expandieren und auch Bier in Flaschen verkaufen, um
mehr Kunden zu erreichen. Für Familienoberhaupt Ignatz kommt dieses
Aufbegehren einem Affront gleich. Der sensible Feingeist Ludwig (Markus
Krojer) träumt hingegen von einer Ausbildung an der Kunstakademie, statt
in der Familíenwirtschaft hinter dem Tresen zu stehen - erst recht,
nachdem ihm der Schwabinger Maler Gustav Fierment (Vladimir Burlakov) den
Kopf verdreht.
Von der ARD als „High-End-Serie auf internationalem Niveau“ angepriesen,
wird „Oktoberfest 1900“ den hohen Erwartungen in der Tat gerecht. Dank
großartiger Kulissen - die Wiesn wurde auf einem alten Prager Güterbahnhof
nachgestellt - und einem stimmigen Kostümbild fühlt man sich in die Zeit
um die Jahrtausendwende zurückversetzt. Dann kontrastieren pompöse
Stadtvillen mit Springbrunnen im Garten, dekadenter Empfangshalle und brav
arbeitendem Hauspersonal mit den schmutzigen Gassen des Arbeiterviertels
Giesing und dem avantgardistischen Gebaren der Schwabinger Bohème bei
ihren Partys in schmucken Altbauwohnungen.
Aufgebrochen werden die Rollenbilder der bodenständigen Giesinger und
exaltierten Schwabinger schließlich durch die Hoflinger-Brüder: Während
sich Roman ganz in der Tradition von „Romeo und Julia“ in die scheinbar
unerreichbare Clara verliebt, entdeckt Ludwig sich und seine Sexualität in
der Kunstszene Schwabings. „Wir haben alles, was damals politisch oder im
Kunstbereich Münchens interessant war oder die Großfamilien, das Magistrat
und das liberal-republikanische Dasein anging, recherchiert und daraus
unsere Geschichte entwickelt“, beschrieb Drehbuchautor Ronny Schalk die
Genese der Serie bei einem Settermin im vergangenen Jahr.
Auch in der Figurenzeichnung ließ man sich von realen Vorbildern
inspirieren. Als Vorlage für Curt Prank diente der Nürnberger Wiesnwirt
Georg Lang, der 1898 das erste Mega-Bierzelt errichtete und mit dem
„Prosit der Gemütlichkeit“ auch musikalisch seine Spuren hinterließ. Das
Biermadl Colina Kandl, überzeugend verkörpert von der Münchner
Schauspielerin Brigitte Hobmeier, ist angelehnt an das Leben von Coletta
Mörlitz, die anno dazumal als erstes bayerisches Pin-Up Girl von sich
reden machte.
Dieses Zusammenspiel aus historischer Genauigkeit, künstlerischer Freiheit
und einem Füllhorn an gesellschaftlichen Reizthemen der damaligen Zeit
zeichnet „Oktoberfest 1900“ aus. Sein Übriges tut der gekonnt getimte
Wechsel zwischen Genreelementen: Neben klassischem Familien- und
Historiendrama finden sich mit zahlreichen Aufnahmen nebelverhangener
Gassen auch Kennzeichen des Film noir. Hinzukommen explizite Gewaltexzesse
in der Tradition des Gangsterdramas, die trotz ihrer Drastik die Handlung
vorantreiben und nicht nur zum Selbstzweck inszeniert sind. „Der Film muss
nach etwas schmecken, nach etwas riechen, man muss das Derbe spüren“,
betonte Regisseur Salonen. Ziel erfüllt.
Das Erste zeigt „Oktoberfest 1900“ in Doppelfolgen am Dienstag, 15.
September, Mittwoch, 16. September, und Mittwoch, 23. September, jeweils
ab 20.15 Uhr. Bereits ab Dienstag, 8. September, gibt es alle Episoden in
der ARD Mediathek zu sehen.
Von Julian Weinberger im Weser-Kurier, 1.9.2020
Eine spannende Event-Serie für Wiesn-Freunde und andere
"Oktoberfest 1900" - Der Kampf um das größte Volksfest der Welt
Die Wiesn-Wirte haben sich schon aufgeregt. „Rufschädigend“ sei die Serie.
Die Zuschauer könnten glauben, dass es heute noch immer so brutal zugehe.
Eine bessere Werbung hätten sich die Macher wohl nicht wünschen können.
Die Männer mit ihren Federn und Baströcken am Isar-Strand verwirren einen
am Anfang etwas. Eine Rückblende in die Zeit der Bajuwaren? Nein, die
schauten nicht so aus wie diese "Wilden" aus der Südsee, aus
Deutsch-Samoa. Was das mit der Wiesn zu tun hat? Viel. Denn ab 1875 wurden
dort Völkerschauen mit Menschen aus aller Welt immer populärer, die letzte
fand übrigens 1959 statt. Solche "Kannibalen" gaben einem das Gefühl, was
Besseres zu sein, und zuzutrauen war ihnen eh alles, selbst ein Mord am
ehrwürdigen Giesinger Gasthof- und Brauereibesitzer Ignatz Hoflinger
(Francis Fulton-Smith).
"Oktoberfest 1900" heißt die an historische Gegebenheiten angelehnte
Eventserie, für die Alexis von Wittgenstein das Konzept entwickelt hat. Ab
15. September wird sie an drei Abenden jeweils mit Doppelfolgen im Ersten
ausgestrahlt. Unter der Regie von Hannu Salonen spielt eine Riege von
erstklassigen Schauspielern mit. Geht es nach Maximilian Brückner, der
einen korrupten, reichen Bierbrauer namens Anatol Stifter verkörpert,
sollte man sich das nicht entgehen lassen: „Ein Thriller, ein Drama,
eine Komödie - da ist alles drin.“ Noch dazu, wo in diesem Jahr das
größte Volksfest der Welt coronabedingt ausfallen muss.
Die Handlung:
Hoflinger ist das erste Opfer des aus Nürnberg stammenden Aufsteigers Curt
Prank (Misel Maticevic). Mit seiner Tochter Clara (Mercedes Müller) ist er
nach München gezogen, um seinen Traum von der "Bierburg" für 6.000 Gäste
zu verwirklichen. 20 Mal so groß wie die sonst üblichen Bierbuden auf dem
Oktoberfest soll sie sein. Dafür braucht er die entsprechende Stellfläche;
um diese zu kriegen, ist ihm jedes Mittel recht. Kommt er mit Bestechung
nicht weiter, hilft ihm sein Mann fürs Grobe (Martin Feifel). Den
Gastronom gab es tatsächlich. Er hieß Georg Lang, und in seiner Bierhalle
erklang auch erstmals das Trinklied „Ein Prosit auf die Gemütlichkeit“.
Die Hoflinger-Witwe (Martina Gedeck) kämpft derweil ums Überleben der
Deibel-Brauerei und um das ihre Familie voraussichtlich sanierende
Wiesn-Geschäft. Die Hoffnung möge weiterleben in ihren beiden Söhnen und
in „ihrem guten Bier“, hat ihr der Pfarrer bei der Trauerfeier gewünscht.
In diese Nebenrolle ist sogar ein echter Priester mit Erfahrung als
Wiesn-Kellner geschlüpft: Rainer Maria Schießler.
Auch starke Frauen sind vertreten:
Wie aus einem kraftvollen Sud für ein süffiges Märzenbier haben die Macher
aus dem Vollen geschöpft. In den Prager Studios wurde ein München zur
Prinzregentenzeit geschaffen mit düsteren Ecken samt farbenprächtigem
Oktoberfest, das nichts von der Bussi-Stadt hatte. Dafür gab es eine
Schwabinger Boheme mit Kandinsky, Thoma und Gräfin Reventlow. Als diese
Künstler beim "Oiden Deibel" im Arbeiterviertel Giesing zu Gast sind,
treffen zwei Welten aufeinander. Mittendrin Wirtssohn Ludwig, der als
Zeichner für den "Simplicissimus" entdeckt wird und dessen damals noch
strafbare Homosexualität ihn erpressbar macht.
Das Bierkartell mag eine Sache der Männer sein, die unter sich die Regeln
ausmachen. So gilt seit der Jahrhundertwende, dass nur das Bier von
Münchner Brauereien auf der Wiesn ausgeschenkt werden darf. Doch es gibt
auch starke Frauen in diesem Mehrteiler. Brigitte Hobmeier spielt das
Biermadl Colina Kandl, das mit List zur Anstandsdame von Pranks Tochter
wird. Als sie später in ihren Job als Bedienung zurückkehrt, weiß der Wirt
die rothaarige Schöne auf Plakaten zu vermarkten, die sie Bierkrüge
tragend auf einem Fass zeigen wie die Schützenliesl. Sie wiederum nutzt
ihre Bekanntheit, um für sich und ihre Kolleginnen per Streik bessere
Löhne auszuhandeln.
Vielseitige Serie:
Liebe, Intrige, Gewalt und Humor - die Serie nimmt einen mit in eine
andere Zeit und lässt in Abgründe blicken. Die Wiesn-Besucher kriegen von
all dem, was im Hintergrund abgeht, nichts mit. Sie wollen nur - so wie
heute auch - für einige Stunden dem Alltag entfliehen.
Deshalb ein Prost auf dieses Fernsehevent. Den verärgerten Wiesn-Wirten
sei geraten: „Schwoabts es obe!“ (Spült es runter) - am besten mit einem
kühlen Wiesn-Bier, das es zumindest im Handel auch dieses Jahr geben soll.
Barbara Just, KNA/Domradio.de, 3.9.2020

|

Live-Filmtalk mit den Schauspieler*innen Martina Gedeck, Misel
Maticevic, Francis Fulton-Smith, Brigitte Hobmeier und Maximilian
Brückner, dem Regisseur Hannu Salonen und Kreativen aus Redaktion
und Produktion am 8. September, ab 19 Uhr auf DasErste.de/Oktoberfest1900 und auf Facebook.com/DasErste/live/
Danach alle 6 Folgen in der ARD-Mediathek
Am 15., 16., und 23. September in Doppelfolgen im linearen
Fernsehen der ARD/Das Erste, jeweils ab 20:15 Uhr
|
 |
Bierkrieg in München! Unrund, aber wuchtig: Die ARD stellt noch vor
TV-Ausstrahlung ihre Eventserie "Oktoberfest 1900" in der Mediathek
bereit. Sorgt die Serie für einen Skandal? „Ein Prosit der Gemütlichkeit“?
Ach was! Erpressung, Mord, Korruption: Das sind jetzt nur drei von vielen
möglichen Attributen ähnlichen Kalibers, die auf die Miniserie
"Oktoberfest 1900" zutreffen. Der Schauspieler Maximilian Brückner hat
vielleicht Recht, wenn er sagt, dass noch nie in einer deutschen Serie das
gesamte Personal so rau dargestellt wurde. Der Sechsteiler "Oktoberfest
1900" zeigt, was passiert, wenn ein so wichtiger Wirtschaftszweig wie die
Bierproduktion vom Kapitalismus mal eben durch die Konzentrationspresse
gedreht wird. Die einzelnen Akteure wehren sich mit allen ihnen zur
Verfügung stehenden Mittel gegen ihre existenzielle Bedrohung. [...]
"Oktoberfest 1900" ist sehenswert. Das Barocke an der Erzählung, das
Überbordende an Handlung sorgen nicht nur für Störer im Genuss der Serie,
die Wucht der Geschichte überwältigt auch die Zuschauer. Ob die Handlung
ganz plötzlich in Gewalt kippt, ob Schwabings Künstlerszene eine Kneipe
stürmt und bei Drogen und Bier eine wilde Partynacht feiert, bis die
Polizei den Laden stürmt: langweilig wird einem hier nicht.
Vollständiger Artikel von Jürgen Wittner auf Kulturnews, 7.9.2020
Serienevent über die Wiesn: "Oktoberfest 1900" und die Geburt des
Bierzelts
Kein Oktoberfest auf der Theresienwiese 2020. Aber in der ARD Mediathek
kämpfen zwei Bierdynastien um die Vormachtstellung auf dem größten
Volksfest der Welt. Die Serie "Oktoberfest 1900" wagt eine Zeitreise ins
alte München.
Zwei Männer sitzen an einem überdimensionierten Modell des Oktoberfests.
Macht, Gier, aber auch Zukunfts-Visionen liegen in der Luft. Es sind die
ersten Minuten der Serie "Oktoberfest 1900". In sechs Episoden wird die
Geschichte des Nürnberger Großbrauer und Gastronom Curt Prank (Mišel
Matičević) erzählt, der plant, fünf kleine Budenplätze auf dem
altehrwürdigen Oktoberfest zu übernehmen um seinen größenwahnsinnigen
Traum zu verwirklichen - dafür geht er über Leichen. Sein Ziel: „Ich
möchte das Oktoberfest neu erfinden. Die Zeiten der kleinen Wirtsbuden
sind vorbei. Ich baue eine Bude für 6.000 Menschen. Eine Burg, eine
Festung! 6.000 Plätze. Das ist die Zukunft.“
So visionär sein Bierburg-Vorhaben ist, so erbost ist die Welle der
Kritik, die in München über ihn hereinbricht: Sein vermessener Plan drängt
die kleinen Münchner Traditionsbrauereien, wie das Deibel Bräu der
Hoflingers (unter anderem Francis Fulton-Smith, Martina Gedeck), an den
Rand der Existenz. Und die Münchener Großbrauer sorgen sich um das
bayerische Reinheitsgebot - und vor allem um ihre gesellschaftliche und
wirtschaftliche Vormachtstellung.
Das Leben schreibt die besten Geschichten, und so beruht diese Erzählung
auf wahren Begebenheiten: Tatsächlich wurde das Bier im 19. Jahrhundert
auf dem Oktoberfest noch in kleinen Buden ausgeschenkt. Um mehr Sitzplätze
und Platz für eine Musikkapelle zu schaffen, hatte sich 1898 der Wirt
Georg Lang aus Nürnberg über Strohmänner fünf Budenplätze gesichert und
errichtete hier seine riesige "Bierburg". Der Beginn der großen Bierhallen
auf der Theresienwiese.
Ob den Wirte-Krieg daraufhin so stattgefunden hat, ist zwar nicht
überliefert, aber die Serie entspinnt aus dieser revolutionären
Veränderung diverse Handlungsstränge: Eine Romeo-und Julia-Geschichte in
der Curt Pranks Tochter Clara (Mercedes Müller) unerwartet eine
leidenschaftliche Liaison mit dem Hoflinger-Sohn Roman (Klaus Steinbacher)
eingeht. Der Kampf um die Vormachtstellung zwischen Prank sowie seinem
schärfsten Konkurrenten und Gegenspieler Großbrauer Anatol Stifter,
herrlich entrückt und brutal gewinnorientiert gespielt von Maximilian
Brückner. Und auch die tatsächlich prekäre Lage der "Biermadel" wird
erzählt, für die stellvertretend Brigitte Hobmeier als toughe Colina Kandl
kämpft.
Kämpfe ziehen sich wie ein roter Faden durch "Oktoberfest 1900":
Großbrauer gegen Kleinbrauer, Brauer gegen Wirte, die Bohème gegen die
spießige Bürgerlichkeit, Männer gegen Frauen, Jung gegen Alt und - dafür
steht die Zeit um 1900 ganz besonders - der Kampf zwischen noch starker
Tradition und noch frischer Moderne.
Ein besonderer Streitpunkt ist das Flaschenbier: Ignaz Hoflinger: „Ein
Bier aus der Flasche ist kein Bier. Ein gescheites Bier kommt aus dem
Fass.“ Und sein Sohn Roman antwortet: „Wir müssen exportieren.
Und dafür müssen wir Geld ausgeben, investieren. Einen Kredit aufnehmen.
Das macht man heute so.“
Es gibt keine Hänger in diesen sechs Episoden, das Tempo ist von Anfang an
hoch und hält bis zum Ende. Die Story um Macht, Intrigen,
Familienzusammenhalt und Liebe von den Drehbuchautoren Christian Limmer,
Michael Proehl und Ronny Schalk zieht in den Bann und die
Figurenentwicklungen sind spannend und vielfältig - erfreulich vor allem,
wie viele starke, fortschrittliche Frauen-Charaktere gezeigt werden.
„Mein Vater hat mir alles beigebracht übers Brauen - ich wollte so
werden wie er. Dann kam der Ignatz. Ernst hat er mich genommen und stark
waren wir zusammen. Bis du gekommen bist. Dann war ich keine Brauerin
mehr, dann war ich Mutter.“ – Maria Hoflinger, gespielt von Martina
Gedeck, zu ihrem Sohn Roman.
Passend zur Zeit um 1900 ist der Look düster, schmutzig und die Kulisse
der dreckigen Gassen, vollen Wirtshäuser und des farbenprächtigen
Oktoberfests braucht sich nicht hinter historischen Produktion aus dem
Ausland zu verstecken.
Und auch wenn einige Wiesenwirte die Serie "rufschädigend" und "diese
negative Darstellung schlimm" finden, macht es großen Spaß, sich in diesem
Jahr wenigstens auf dem Bildschirm aufs Oktoberfest zu träumen.
Artikel von Marie Müller auf BR KulturBühne, 7.9.2020
ARD-Serie "Oktoberfest 1900" - Bier her, Bier her, oder I fall um, fallera
Blut, Betrug - und noch a Maß, bittschön! Mit der sechsteiligen Serie
"Oktoberfest 1900" liefert die ARD ein opulentes Meisterstück.
Als eine Ersatzdroge eigener Art wird die Sache sowieso funktionieren:
Heuer, wie der Bayer sagt, findet das Oktoberfest Corona-bedingt nicht
statt. Einige Millionen Liter Bier werden nicht ausgeschenkt, viele Promis
werden sich nicht mit ihren Tracht-Experimenten blamieren, unzählige
Alkoholvergiftungen bleiben aus. Und das ist natürlich nur eine kleine
Auswahl der düsteren Aspekte des Treibens auf der Münchner Wiesn, das sich
binnen 210 Jahren zum größten, wohl auch bekanntesten Volksfest der
beinahe zivilisierten Menschheit entwickelt hat.
Betrugsversuch beim Ausschank, sexuelle Übergriffe, Schlägereien sonst
eher friedlicher Leute gehören unbedingt dazu - und die zuletzt
aufgezählten, vornehmlich männlichen Vergnügungen bilden so auch das
dramaturgische Skelett der sechsteiligen Serie, in der nicht nur viel
Gerstensaft, sondern auch viel Blut vergossen wird. Sie ist nicht heiter.
Aber eindrucksvoll.
Das liegt weniger am Drehbuch, das ziemlich vorhersehbar funktioniert. In
finsterer Entschlossenheit werden hier zwei Familien gegeneinander
getrieben, die stur in den Verhaltensweisen ihrer Milieus verhaftet sind:
Der Nürnberger Großbrauer und skrupellose Geschäftsmann Curt Prank, der
auf der Wiesn eine "Bierburg" für 6000 Gäste errichten will, zwanzig Mal
so groß wie die üblichen Bierbuden auf dem Oktoberfest, und der seine
Tochter in die höheren Kreise zu verheiraten beabsichtigt. Und die
katholisch-kleinbürgerliche Familie Hoflinger, deren Deibl-Brauerei im
kapitalistischen wie korrupten Verdrängungskampf unterzugehen droht.
Hier wird gemordet, dort gebetet, hier wird bestochen und dort am Ende das
Messer gezückt. Zudem finden, als wär's ein Stück von Shakespeare, die
Kinder der verfeindeten Familien in Liebe zueinander, und so nimmt das
Drama seinen geregelten Verlauf.
Andererseits: Um diesen Romeo-und-Julia-Plot herum entwickelt der
Regisseur Hannu Salonen, der einige "Tatorte" für den Saarländischen
Rundfunk produziert hat, ein komplexes und faszinierend abstoßendes
Gesellschaftspanorama der bayrischen Hauptstadt um die vorletzte
Jahrhundertwende. Die Boheme- und Künstlergruppe im Schwabinger
"Wahnmoching" - starring: Thomas Mann und Franziska zu Reventlow - hat
exzessiv schwüle Auftritte, die herrschaftliche Münchner Oberschicht dreht
sich in ihren überdekorierten Villen spätfeudal um sich selbst, das
Proletariat schwitzt und leidet wie gemalt. Sogar die kolonialistische
Liebe zum horriblen Naturmenschen hat ihren historisch korrekten Auftritt:
Auf dem "Oktoberfest 1900" werden "echte Kannibalen aus Deutsch-Samoa"
vorgeführt - und natürlich erst mal für eine der diversen Untaten im
Wiesn-Kampf verantwortlich gemacht.
Die Geschichte spielt sich in erheblichem Tempo ab. Kurze Szenen, harte
Schnitte sorgen für eine vorwärtsdrängende Atmosphäre, die exzellente
Kamera (Felix Cramer) überrascht mit ambitionierten Perspektiven, die
Musik (Michael Klaukien) durch Stilreichtum und Ironie - wie der
Untermalung einer Wahnmochinger Orgie mit einer Variation des
psychodelischen Beatles-Hit "Lucy in the Sky with Diamonds". Vor allem
Licht und Soundtrack überführen das Drama immer wieder in traum- und
märchenhafte Sequenzen, machen die Künstlichkeit, als wär's ein
Caravaggio, zur Kunst und die Raserei zum Genuss.
Und schließlich sorgt das exzellente Ensemble dafür, dass das schauerliche
Spektakel beklemmend bleibt bis zum Schluss: Mišel Matičević und Martina
Gedeck als Antipoden geradezu antikischer Gewalt, die jungen Liebenden
Mercedes Müller und Klaus Steinbacher als facettenreiche Verkörperungen
adoleszenten Eigensinns; Maximilian Brückner als lasterhafter Intrigant,
die überragende Brigitte Hobmeier als gequälte Heldin aus dem Proletariat
- durchweg, bis in die Nebenrollen hinein, ist das Schauspiel intensiv und
subtil zugleich.
Die Körper und ihre Schmerzen und Leidenschaften regieren, vom entzündeten
Zahn bis zur entfesselten Libido, von der Selbstzucht der versteiften
Bürger bis zur Hinterzimmerparty ihrer queeren Kinder: ein hitzig
inszeniertes Fest des kühlen Blicks auf Vorfahren, die man sich vom Leibe
halten will.
Die sechs Folgen von "Oktoberfest 1900" sind ab 15. September im Ersten zu
sehen und stehen bereits jetzt in der ARD-Mediathek. Netflix hat die
internationalen Rechte erworben und wird die Serie ab dem 1. Oktober unter
dem Titel "Oktoberfest - Beer & Blood" weltweit in neun Sprachen
auswerten.
Artikel von Elke Schmitter im Spiegel, 8.9.2020
Serie "Oktoberfest 1900": Bayerischer Bierkampf
Auf dem Oktoberfest wird ja ausgiebig die Gemütlichkeit besungen. Aber die
Wiesnwirte zeigten sich Anfang August von ihrer ungemütlichen Seite: Die
ARD-Serie "Oktoberfest 1900" ließ sie erzürnen - schon Wochen vor der
Ausstrahlung. „Auch wenn es eine fiktive Darstellung sein soll, ist diese
negative Darstellung schlimm“, sagte Festwirt Christian Schottenhamel.
„Unsere Gäste werden denken: Das ist heute auch so.“ Und der zuständige
Münchner Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) kündigte gar an,
die faktische Grundlage der fiktiven Serie "historisch prüfen" zu lassen.
Deutschlandweit griffen sommerloch-geplagte Medien die lustige Posse auf,
"Oktoberfest 1900" erhielt somit beste kostenlose PR.
Ab heute (8.9.20) ist die sechsteilige Serie in der ARD-Mediathek zu
sehen, eine Woche später im Ersten. Warum die ganze Aufregung?
"Oktoberfest 1900" erzählt von erbitterten Kämpfen der Brauer und Wirte um
die Jahrhundertwende. Es fließt nicht nur viel Bier, sondern auch viel
Blut. Sollten die Zuschauer, wie Wiesnwirt Schottenhamel annimmt, also
tatsächlich denken, dass es noch heute so zugeht wie in dieser fiktiven
Variante des Jahres 1900 - dann müssten sie den Wirten zutrauen, sich für
eine Wiesn-Konzession gegenseitig umzubringen.
Die Hauptfigur von "Oktoberfest 1900" ist dazu nämlich bereit. Sie basiert
auf einer realen Figur, dem Nürnberger Großgastronomen und Brauer Georg
Lang, der die Wiesn um die Jahrhundertwende revolutionieren wollte. Bis
dahin standen dort viele kleine Bierbuden. 1898 ergaunerte Lang fünf von
deren Stellplätzen und baute darauf seine "Bierburg" mit Musikkapelle und
Platz für 6.000 Gäste. Außerdem brachte er das Lied "Ein Prosit der
Gemütlichkeit" auf die Wiesn und erfand den Zuruf "Oans, zwoa, gsuffa",
der bis heute den Zweck erfüllt, dass es meistens nicht bei ein, zwei Maß
bleibt.
Die von Mišel Matièeviæ gespielte Serien-Version dieses Georg Lang heißt
Curt Prank und ist unübersehbar stark überzeichnet: Er will den Erfolg um
jeden Preis - Gewalt, Erpressung, Mord und Totschlag inbegriffen. Damit
macht er sich selbstredend Feinde: das Kartell der Münchner Großbrauer
samt dem zwielichtigen Anatol Stifter (Maximilian Brückner) und das
Giesinger Brauer-Ehepaar Hoflinger (Martina Gedeck und Francis
Fulton-Smith). Dann verlieben sich Pranks großbürgerlich erzogene Tochter
(Mercedes Müller) und der deftig zupackende Sohn der Hoflingers (Klaus
Steinbacher), und die Konfliktlage wird noch komplizierter.
„Dramaturgisch ist es natürlich sehr viel interessanter, wenn
antagonistische Kräfte aufeinanderprallen, als wenn alle nur zusammen
schunkeln“, sagt der Münchner Produzent Alexis von Wittgenstein. Er hatte
die Idee, eine historische Serie über das Oktoberfest zu drehen. Gemeinsam
mit seinem Münchner Mit-Produzenten Felix von Poser und Headautor
Christian Limmer entwickelte er sein Konzept weiter, und aus der über
200-jährigen Geschichte der Wiesn wählten sie die Jahre um 1900. „Wir
haben versucht, den richtigen Zeitpunkt zu finden, der auch in die
Gegenwart wirkt“, sagt Christian Limmer. „Und wir entdeckten die
Geschichte von Georg Lang.“
Diese war aber nur ein Grund, warum die Macher ihre Oktoberfest-Saga in
die Zeit um 1900 legten. „Das war der Beginn der Moderne, wie wir sie
kennen, in kapitalistischer, kultureller, gesellschaftlicher Sicht. Es war
der Aufbruch ins 20. Jahrhundert“, sagt Ronny Schalk, der als Autor zum
Projekt stieß. „In den Jahren um 1900 war so viel im Umschwung“, ergänzt
Christian Limmer. „Da gab es die Anfänge der Frauenbewegung, die
Schwabinger Bohème, so viele Themen, die uns in die Hände gespielt haben.“
So haben viele historische Figuren Auftritte in "Oktoberfest 1900",
darunter Fanny zu Reventlow, Thomas Mann oder das Münchner Biermadl
Coletta Möritz, der später der Wiesn-Hit "Schützenliesl" gewidmet wurde.
Letztere inspirierte die Macher zu der Figur Colina Kandl, die von
Brigitte Hobmeier gespielt wird. „Erst gab es sogar noch mehr Figuren,
aber wir mussten reduzieren, sonst hätten wir zehn Folgen drehen müssen“,
sagt Limmer. „Bei Albert Einstein taten wir das schweren Herzens, weil wir
die Geschichte seines Vaters toll fanden.“ Dessen Elektrotechnische Fabrik
erleuchtete das Oktoberfest in den 1890ern mit Bogenlampen.
Um das Projekt mit diesem prallen Stoff voranzutreiben, hatte sich Alexis
von Wittgenstein mit dem Kölner Produzenten Michael Souvignier
zusammengetan. Der BR sagte 2016 schon beim ersten Meeting zu, aber die
Entwicklung und die Finanzierung des Großprojekts dauerten lang. „Man
braucht sehr viel Geld, um eine historische Serie zu inszenieren“, sagt
Wittgenstein. „Und durch die Streaming-Dienste haben wir einen ganz
anderen Wettbewerb als noch vor zehn Jahren. Die deutschen Serien wollen
sich an internationalen Serien messen lassen.“ Die Produzenten sammelten
das nötige Geld bei vielen Stellen ein: beim BR, bei ARD Degeto, MDR und
WDR, bei einer tschechischen und drei deutschen Filmförderungen.
Die internationalen Rechte erwarb Netflix - mit Blick auf den Weltmarkt
war es sicher eine kluge Idee, eine Geschichte über das Oktoberfest zu
erzählen. „Das ist eine weltweite Marke aus Bayern, die ungeschützt ist“,
sagt Wittgenstein. „Die Überlegung, wie man aus Deutschland heraus etwas
schaffen kann, das Relevanz hat für die Welt, war ein Hintergedanke, aber
nicht der Motor.“
Um nicht bereits für das deutsche Publikum untertiteln zu müssen, sprechen
die Figuren Hochdeutsch oder bestenfalls mit bairischer Färbung. Gedreht
wurde von Mai bis August 2019 unter der Regie von Hannu Salonen. In den
Bavaria Filmstudios wurden das Interieur einer Schwabinger Bohème-Wohnung
und einer Haidhausener Arbeiterwohnung gebaut, in Dachau Wirtshausszenen
inszeniert. Gedreht wurde außerdem im Münchner Rathaus und in den
Isarauen, und die unterirdischen Gewölbe, in denen sich die Großbrauer
treffen, fanden die Location Scouts in Katakomben unter Landshut.
Außerdem wurde in Nordrhein-Westfalen gedreht und in Tschechien. „Wir
mussten zwangsläufig dorthin ausweichen, weil 2019 extrem viel gedreht
wurde und es sehr schwierig war, in Deutschland für so einen langen
Zeitraum ein komplettes Team zusammenzustellen. Der Fachkräftemängel war
eine richtig große Hürde“, sagt Wittgenstein. Zudem fand man in Tschechien
eine unsanierte Brauerei mit Sudhaus. Auf einem stillgelegten Bahnareal in
Prag wurde eine Oktoberfestgasse gebaut, und in einem Studio die
Innenszenen des Festzelts gedreht. Der Rest dieses historischen
Oktoberfests ist mit visuellen Effekten am Computer entstanden.
Die feiernden Menschen aber waren aus Fleisch und Blut. „Wir haben drei
Tage lang mit 300 komplett ausstaffierten Komparsen gedreht“, sagt
Wittgenstein. „Die Drehtage fingen morgens um 2 Uhr an und dauerten den
ganzen Tag.“ Bekamen die Komparsen wenigstens Bier, um bei passender Laune
zu bleiben? „Nur Alkoholfreies, sonst wären sie nach zwei Stunden
eingeschlafen“, sagt Wittgenstein. „Die Armen hatten auch tolles Essen vor
sich stehen und durften es nicht essen.“
Das Ergebnis wirkt nicht historisch, sondern ziemlich heutig, auch in der
Sprache. „Es ist weniger ein Historienfilm, sondern ein Familienepos, das
vor historischem Setting stattfindet. Wir wollten uns nicht sklavisch an
historische Gegebenheiten halten, sondern in einer mikroskopischen Welt
eine Geschichte erzählen, die jetzt noch interessant ist“, sagt Ronny
Schalk.
Fragt man nach fiktiver Inspiration, nennen die Macher die Gangster-Serie
"Peaky Blinders" oder "Der Pate", vor allem aber betonen sie ihr Ziel,
etwas Eigenes zu schaffen. „Es sollte sich abheben von dem, was wir sonst
so sehen“, sagt Limmer. „Ich wollte nichts machen, was wie "Boardwalk
Empire" aussieht, aber ich wollte das Gefühl haben, mit "Boardwalk Empire"
mithalten zu können.“ Die jüngere Wiesn-Geschichte hat immerhin dazu
geführt, dass die Macher ihren Blick auf die interessante Welt hinter den
Kulissen lenkten. „Was mich auch inspiriert hat, war die Geschichte von
Sepp Krätz, der die Konzession für das Hippodrom verloren hat“, sagt
Alexis von Wittgenstein beim Interviewtag. „Es war spannend: Wer bekommt
dann die Konzession? Ohne die Hintergründe genau zu kennen, fühlt es sich
schon ein wenig danach an, als ob das ein innerer Kreis ist.“
Der fiktive Personenkreis seiner Serie soll länger als nur für sechs
Folgen auf dem Bildschirm zu sehen sein - die erste Staffel endet offen.
„Wir hoffen, dass die Serie in den kommenden Jahren dann parallel zum
Oktoberfest läuft“, sagt Wittgenstein. Falls das Publikum den Daumen hebt
und tatsächlich eine zweite Staffel gedreht wird: Ob die Macher dann
nächstes Jahr wieder auf die (unfreiwillige) PR-Unterstützung der
Wiesn-Wirte zählen können?
Artikel von Dominik Petzold in der AZ München, 8.9.2020
~
Premiere ~
Einstündiger Live-Filmtalk als Premiere von "Oktoberfest 1900" mit
Martina Gedeck, Brigitte Hobmeier, Francis Fulton-Smith,
Maximilian Brückner, Regisseur Hannu Salonen, den Produzenten Till
Derenbach von Zeitsprung Pictures und Alexis von Wittgenstein von
Violet Pictures, Drehbuchautor Ronny Schalk, und per Video aus
Berlin zugeschaltet Misel Maticevic am Dienstag 8. September 2020
ab 19 Uhr im Literaturhaus München, Moderation Christina Wolf. ~
Den Livetalk gibt es zum Wiederschauen hier. Alle Episoden und Videos der Serie
sind in der ARD-Mediathek. ~

v.l. Produzent Till Derenbach von
Zeitsprung Pictures, Drehbuchautor Ronny Schalk,
Moderatorin Christina Wolf, Schauspielerin Martina
Gedeck und Produzent Alexis von Wittgenstein von Violet
Pictures |

v.l. Maximilian Brückner, Brigitte
Hobmeier, Christina Wolf, Francis Fulton-Smith und
Regisseur Hannu Salonen |
|

"Prost" an Ende der Gesprächsrunde.
v.l. Maximilian Brückner, Brigitte Hobmeier, Christina
Wolf, Francis Fulton-Smith, Martina Gedeck und im Insert
Misel Maticevic. Screenshots: EFi
|

Fotos: Felix Hörhager / dpa /
picturedesk.com |

|

v.l. Maximilian Brückner, Brigitte
Hobmeier, Martina Gedeck, Landtagspräsidentin Ilse
Aigner, Francis Fulton-Smith |
 |
Meine
Meinung:
Ich habe gestern sowohl den Livetalk geschaut -
vielleicht hätte man den Gesprächsteilnehmer*innen
die Fragen vorher geben sollen, dann wären es
weniger "ähs" geworden, und eher Aussagen zur
Serie - aber geschenkt, als auch hinterher alle
sechs Folgen am Stück, per Beamer auf einer 3x5
Meter Leinwand. Auf einer Kinoleinwand fände ich
es auch toll - so wie es für die Premiere beim
Filmfest München im Juli 2020 geplant war.
Die Serie ist beeindruckend, visuell und
darstellerisch. Das erklärt auch warum z.B.
Brigitte Hobmeier schon nach dem Lesen ihrer
ersten Szene sofort zugesagt hatte, und ihre
Colina ist wirklich ganz bezaubernd und amüsant.
Maximilian Brückner gibt den Anatol Stifter
dermaßen widerlich überzeugend gut, dass man ihn
'neihauen könnte - aber vermutlich täte dem
Stifter das so richtig gefallen, also lieber
nicht. Maxi kann nicht schlecht spielen, und
Widerlinge mag er offenbar ganz besonders. Für
Zartbesaitete gibt es viel Blut und noch mehr
Morde, aber die meisten "Tatorte" sind grausiger.
Bei Ausstattung, Kostümen und den zumeist
unaufdringlichen visuellen Effekten wurde Wert auf
authentische Durchführung gelegt, und das Geld
dafür ist gut angelegt. Auch alle Rollen sind gut,
und zum Teil überraschend, besetzt und die
Beziehungen untereinander funktionieren. Ein
junges Liebespaar mit noch unverbrauchten
Schauspielern (Mercedes Müller und Klaus
Steinbacher) ist endlich eine Abwechslung zum
Üblichen.
Die Geschichte ohne Unterbrechungen zu sehen
bringt das atemlose Gefühl der 16 Tage Oktoberfest
überzeugend auf den Schirm, aber im Fernsehen
wären 4,5 Stunden am Stück dann doch zu lange. Wer
aber eine bayrisch-gemütliche-folkloristische
Geschichte erwartet, wird enttäuscht werden.
Was allerdings nervt, ist die ebenso permanente
wie nervtötende *Musik- und Gesinge*-Beschallung
jeder Szene - ich meine damit aber nicht Brigitte
Hobmeiers schöne Gesangseinlagen oder das
Titellied. Ob es aber eine Fortsetzung braucht ...
ich glaub' eher nicht. ~ EFi, 9.9.2020 |
|
|
|
Landshut: ARD-Serie "Oktoberfest 1900" in der Burg Trausnitz
gedreht

Der Vorstandsvorsitzende der Capital Bräu AG,
Anatol Stifter (Maximilian Brückner) erklärt seine Strategie vor
dem Münchner Braukartell in den Brauereikatakomben
Fotos: ARD Degeto/BR/MDR/WDR/Zeitsprung Pictures GmbH/Stephan
Pick |

Anatol Stifter (Maximilian Brückner, l.) und die
anderen Münchner Großbrauer haben Curt Prank (Misel Maticevic,
r.) unter einem Vorwand vor das Braukartell geladen, um ihn zu
demütigen
Oben,
hoch über den Dächern Landshuts, liegt er - der Bierkeller
des Münchner Bierkartells beim Oktoberfest um die
Jahrhundertwende. Geheime Dinge werden dort im Bierkeller
besprochen, wenn Maximilian Brückner alias Anatol Stifter
seine Pläne vorm Bierkartell darlegt. Münchner
Bierkartell? Bierkeller? Hoch oben über Landshut? Klingt
komisch, ist aber so: In den unterirdischen Weinkellern
der Burg Trausnitz hat im Juli 2019 ein großes Drehteam um
Regisseur Hannu Salonen seine Kameras und Technik
aufgebaut. Diese imposanten Räume liegen nicht weit von
der Landshuter Altstadt entfernt. Der echte Weinkeller
kann übrigens nur bei Sonderführungen besichtigt werden.
Vollständiger Artikel von Claudia Hagn in Landshuter Zeitung, 11.9.2020 |
|
Gangs von München - Grandioser Regie-Streich: Die Miniserie "Oktoberfest
1900" mit Mišel Matičević ist weit mehr als ein prominent besetztes
Sittengemälde
Wenn es sich nicht gerade um epochale Ereignisse handelt, stellt sich bei
historischen TV-Stoffen stets die Frage: Warum sollten sich
Fernsehzuschauer im 21. Jahrhundert für einen Kampf ums Münchener
Oktoberfest vor 120 Jahren interessieren? Diese famos besetzte Bier-und
Blut-Saga braucht jedoch nur wenige Augenblicke, um jeden Zweifel zu
tilgen. Das liegt auch an der auf wahren Begebenheiten basierenden
epischen Handlung, die alsbald Shakespeare-Format annimmt.
Zu einem „Event“, das den Vergleich mit "Babylon Berlin" durchaus nicht
scheuen muss, wird "Oktoberfest 1900" jedoch durch die Inszenierung Hannu
Salonens. Dank der famosen Bild- und Lichtgestaltung von Kameramann Felix
Cramer fasziniert das mitunter deftig-saftige Sittengemälde mit optischen
Anleihen bei wesensfremden Genres wie dem Western oder dem Horrorfilm.
Diese originelle Art der Umsetzung war Salonens Idee. Der gebürtige Finne
hat ab 1992 an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin studiert und
lebt seit vielen Jahren am Bodensee. Er hat zunächst viel für die
ARD-Sonntagskrimireihen "Tatort" und "Polizeiruf 110" gearbeitet, in den
vergangenen Jahren aber vor allem fürs ZDF gedreht, darunter die zweite
Staffel der Reihe "Schuld" nach Ferdinand von Schirach und einige Beiträge
für "Die Toten vom Bodensee" sowie vor allem die im Februar ausgestrahlte
Serie "Arctic Circle".
Ein Drehbuch, sagt Salonen, enthalte in der Regel keine Anweisungen für
die Umsetzung, das sei Sache des Regisseurs. „Gute Drehbücher zeichnen
sich allerdings durch eine bestimmte Tonalität aus, die mich in diesem
besonderen Fall dazu inspiriert hat, gewisse Stilmittel anzuwenden.“
Bei den historischen Stoffen, die ihm bislang angeboten wurden, sei das
nur ganz selten der Fall gewesen. „Meist stellten die Drehbücher in
solchen Fällen eine sehr ernsthafte Auseinandersetzung dar, was oft dazu
führt, dass die Verfilmungen wie historische Dokumentationen aussehen,
aber ein Film über die Folklore des Oktoberfestes hätte mich überhaupt
nicht interessiert.“
Das Drehbuch von Ronny Schalk und Christian Limmer habe ihm die Chance
eröffnet, einen Film zu drehen, der sich dank expressiver Stilmittel
grundlegend von anderen Werken dieser Art unterscheide ("Oktoberfest
1900", Dienstag, 15. 9., Mittwoch, 16. und 23. 9., jeweils in Doppelfolgen
ab 20 Uhr 15 im Ersten). „Im öffentlich-rechtlichen Historienfilm
versteckt sich die Kamera gern, aber in "Oktoberfest 1900" steht sie
bewusst im Vordergrund, sie wird zu einer weiteren Hauptfigur; und das hat
natürlich auch Einfluss auf die Erzählweise.“
Auf diese Weise, hofft er, hole der Film den Zuschauer aus seiner
distanzierten Beobachterposition heraus und befördert ihn mitten hinein
ins Geschehen. Er wird gewissermaßen Teil der Geschichte. „Aber dann lösen
wir diese Illusion unerwartet wieder auf und wechseln in eine Art
göttliche Perspektive.“
Zwischendurch erinnert die Geschichte allerdings auch an ein Mafia-Epos im
Stil von Martin Scorseses "Gangs of New York". Dazu passt das zentrale
Motiv, denn im Grunde erzählt "Oktoberfest 1900" die Geschichte einer
Rache. Curt Prank musste in jungen Jahren hilflos mit ansehen, wie sein
Vater grausam erschlagen wurde. Mit der entsprechenden Rückblende beginnt
die erste Folge. Vierzig Jahre später ist aus dem Kind ein Mann geworden,
der bei der Durchsetzung seiner Ziele über Leichen geht.
Prank (Mišel Matičević), ehemaliger Bordellbesitzer aus Nürnberg, hat eine
Vision: Anstelle von fünf kleinen Buden will er auf der Theresienwiese
eine „Bierburg“ errichten, in der 6000 Menschen Platz finden. Mithilfe von
Bestechung und Auftragsmord bekommt er den nötigen Platz.
"Bier und Blut" lautete der Arbeitstitel dieses TV-Projekts, und blutig
geht es zwischendurch in der Tat zu. Hintergründig geht es jedoch auch um
Rassismus. Der Mord wird Kannibalen aus Polynesien in die Schuhe
geschoben. Sie sind die Attraktion des Oktoberfests im Jahr 1900. Diese
Ebene, erzählt Salonen, sei in den Büchern nur leicht angedeutet gewesen.
Die Samoaner seien „erst beim Drehen und dann noch stärker im Schneideraum
zu mythischen Figuren geworden, weil sie als Einzige das unmoralische
Handeln der Akteure durchschauen“.
Letztlich gehe es in der Serie um den dünnen Firnis der Zivilisation und
das dünne Eis unserer Moralvorstellungen. Jede Figur trete mindestens
einmal auf die dunkle Seite.
Für die ARD ist "Oktoberfest 1900" ein äußerst ungewöhnliches Projekt, was
sich auch am Interesse von Netflix zeigt. Der Streamingdienst wird die
Serie auf dem Weltmarkt anbieten. Umso dankbarer ist Salonen, dass er
seine „für öffentlich-rechtliche Verhältnisse durchaus extravaganten
Vorstellungen realisieren durfte“.
Artikel von Tilmann P. Gangloff in Der Tagesspiegel, 14.9.2020
"Oktoberfest 1900": Das Bierzelt als menschlicher Abgrund
Die neue ARD-Serie zerlegt den urbayerischen Mythos von Geselligkeit und
Folklore. Die Wiesn ist nichts als Geschäft – und mit Darstellern wie
Mišel Matičević, Martina Gedeck und Klaus Steinbacher ein mitreißendes
Spektakel über Niedertracht in Tracht.
Oktoberfest 1900 klingt allein Dank der Jahrhundert wendenden Jahreszahl
nach einer Serie, die historische Fragen aufwirft. Dabei stellt sie vor
allem eine Grundsatzfrage, die heute so aktuell ist, wie sie es schon im
Circus Maximus des alten Rom war: Was genau feiert der Mensch eigentlich,
wenn er Feste feiert?
Der Feiernde hat darauf viele Antworten: Wir feiern das Miteinander, das
Zusammenkommen, die Hochzeit, den Geburtstag, das erfolgreiche Quartal.
Wir tanzen, wir küssen uns, wir liegen uns in den Armen. Wir feiern das
Leben. Wir ziehen uns dafür gut an oder wir ziehen uns spontan aus. Wir
drehen durch. Wir besaufen uns.
Eine andere Perspektive auf das Feiern hat der Wirt. Für ihn ist all das
ein Geschäft – und wenn das Münchner Oktoberfest das größte Volksfest der
Welt ist, dann ist es natürlich auch eines der größten Geschäfte. Genau
darauf fokussiert die neue ARD-Serie Oktoberfest 1900, in der das Bier
eher appetithemmend aussieht.
Der Nürnberger Bierbrauer Curt Prank, unfassbar böse gespielt von Mišel
Matičević, kommt im Jahr 1899 nach München, um die Wiesn zu
revolutionieren. Aus den kleinen Saufstadeln will er große Bierburgen
machen, tatsächlich die Vorläufer der heutigen Bierzelte. Er zieht damit
den Hass der Münchner Brauereien auf sich, ein Männerbund aus
herrschsüchtigen Despoten wie sie niederträchtiger nicht sein könnten,
angeführt vom Super-Intriganten Anatol Stifter, sehr witzig gespielt von
Maximilian Brückner. Dass da neben dem Bier auch bald Blut fließen wird,
lässt sich dem Stellungskrieg um Schanklizenzen auf der Theresienwiese
schnell entnehmen.
Wo große Geschäfte gemacht werden, entstehen Abhängigkeiten. Die werden in
Oktoberfest 1900 vor allem über die Frauenfiguren erzählt. Die bei Familie
Prank für die Erziehung der Tochter engagierte Anstandsdame Colina Kandl,
ganz toll gespielt von Brigitte Hobmeier, ist das eigentliche Zentrum der
Serie. Sie verkehrt in allen Schichten, die sich auf der Wiesn begegnen –
und als einer der wenigen guten Menschen spiegelt sich in ihrem Kampf ums
Überleben die Bösartigkeit der anderen. “You wanted it darker”, hört man
Leonard Cohen an einer Stelle heiser singen.
Die Anstrengungen der Anstandsdame bei der Erziehung der Prank'schen
Tochter Clara (Mercedes Müller) reichen jedoch nicht weit genug, um sie
von einem Tête-à-Tête mit dem Sohn der Hoflinger-Brauerei abzuhalten,
ausgerechnet der Endgegner ihres Vaters. Die Hoflingers an sich sind eine
so spannende Familie, dass man aus ihnen eine eigenständige Serie als
bayerisches Anti-Buddenbrooks hätte machen können. Aber auch so genügt die
Rolle des Sohnes Roman Hoflinger (super Typ: Klaus Steinbacher) zu der
größten Hoffnung auf eine zweite Staffel. Aber auch der schneidige
Sohnemann ist natürlich böse genug, gegen die eigene Mutter (Martina
Gedeck) ins Feld zu ziehen. Es geht halt ums Geschäft.
Dass zu all den eingefangenen Schichten des historischen Münchens auch die
Schwabinger Bohème zählt, in der hübsche junge Menschen Nietzsche zitieren
und sich in vom Absinth getragenen Sex-Orgien vereinigen, stellt den
Anspruch von Oktoberfest 1900 klar: In der ARD-Primetime mindestens so zu
glänzen, dass die ARD-Mediathek sich anfühlt wie die coolen Produktionen
von Sky, siehe "Babylon Berlin", die einstige Über-Serienschmiede HBO oder
eben Netflix. Dort wird Oktoberfest 1900 übrigens international
ausgespielt werden. Das riesige Freilichtmuseum Bayern mal ein wenig zu
entfolklorisieren, macht mit dieser Serie jedenfalls bösen
Unterhaltungsspaß. Es spricht für die Erzählhaltung, dass es ausgerechnet
die heutigen Wiesnwirte waren, die als Erste in der BILD-Zeitung gegen
Oktoberfest 1900 stänkerten. Die Abgründe sind tief, die Dialoge scharf,
die Schnitte schnell, wenn es passt, und die Bilder einladend. Nicht zum
Feiern, aber zum Hinschauen. Das Bier sieht wirklich unappetitlich aus.
“Oh Bruada, schau hin”, das ist ein altes Tiroler Volkslied, das zu Beginn
der ersten Folge der Serie von einem Chor angestimmt wird, nachdem ein am
Isarufer vor der Stadt kampierender “Kannibalen”-Stamm einen abgetrennten
Schädel aus dem Wasser zieht. Ja, schau hin, Bruada, wie sich der Mensch
beim Feiern auf der Wiesn in einer Bierpfütze spiegelt. Oder schau jetzt
auf die leere Theresienwiese, wo eigentlich in den nächsten Tagen Anstich
gewesen wäre und in zweieinhalb Wochen rund sechs Millionen Besucher
gekommen wären, um – nun ja – zu feiern. Schau hin, wie da jetzt irgendwo
in der Abendsonne auf der leeren Wiese im Staub eine kleine Yogagruppe den
Sonnengruß macht. Recht friedlich. Aber Yoga, Ruhe und Self-Awareness,
auch das soll ja ein Geschäft sein.
Artikel von Ulf Pape auf GQ Germany, 15.9.2020

|
"Oktoberfest 1900" – Der TV-Mehrteiler begeistert: Video
2:59 Min.-Bericht aus der "Brisant"-Sendung vom 16.9.2020, ab
17:35 Uhr in der ARD, mit Ausschnitten aus der Serie, und
Interviewschnipseln mit Mišel Matičević am Set in Prag, mit
Maximilian Brückner und Regisseur Hannu Salonen nach dem
Premieren-Live-Talk vorm Münchner Literaturhaus, und mit Brigitte
Hobmeier in einem Münchner Biergarten.
„Entweder werde ich des Landes verwiesen - zumindest in Bayern,
oder ich werde zum Ehrenbürger. Ich weiß es noch nicht so
genau.“ Hannu Salonen
Colina Kandl auf dem Werbeplakat für die
Wiesnbude vom Lochner-Bräu, gemalt von Gustav Fierment |
|
English
dubbed Netflix-Trailer for "Oktoberfest 1900" – The 6-part series
will be available internationally thru Netflix from Oct 1 on under the title "Oktoberfest:
Beer & Blood": A young girl falls in love with a poor brewer's son.
Their relationship is opposed by the girl's father, a rich mobster who has
come to town to try to bully his way into the inner circle of Munich's
brewery dynasties. Deceit, betrayal and murder ensue when two powerful
family breweries go to war over the world-famous beer festival in early
20th-century Munich.
"Oktoberfest: Beer and Blood": Interview with series director Hannu
Salonen
We chatted with Oktoberfest Beer and Blood director Hannu Salonen about
his bold, provocative, and thrilling new series, releasing on Netflix Oct.
1!
As we dive headfirst into fall, Netflix is gearing up to release another
German series that is sure to enthrall audiences across the globe.
Oktoberfest Beer and Blood is a captivating historical retelling of the
bloody events in the famous German celebration’s early years.
I had the chance to chat with the series director Hannu Salonen (Arctic
Circle) via an email interview. I also watched the first few episodes of
the series, and I think audiences will enjoy it!
Before diving into the interview, let me tell you a little about the
series. Co-written by Ronny Schalk of Dark fame, Oktoberfest Beer and
Blood centers around Curt Prank, a show master and brewer who wants to
change Munich traditions. Beer becomes a mediator between all of the
characters as they fight for power. Family battles, secrets, and power
struggles make it evident that there is no beer without the cost of blood.
Not only is Oktoberfest Beer and Blood a visually stunning period piece,
but it has a lot of surprising comedic moments, heart, romance, and
shocking violence. Who knew beer would be so dramatic?
Show Snob: Oktoberfest is such a renowned festival nowadays, we have a
theme park here, not sure if you’ve heard of it, Busch Gardens — which
promotes Anheuser-Busch — where it’s one of the themes in a section of the
park. But I’ve never known much about its history despite its enduring
popularity. What sparked the idea to explore Oktoberfest’s evolution, and
what made you think it would serve as a great crime drama?
Hannu Salonen: Besides German engineering art, Oktoberfest is one of
the best known German brands globally and the largest folk fest on
earth. But even here, people are not familiar with the origins of
Oktoberfest. It wasn’t always about those huge tents for 10,000 people.
It was quite the opposite. It was more of a bunch of wooden huts with
some farmers showing off their cows and bulls along with a horse race.
We show the transition from one state into another: a man named Georg
Lang came to town and changed everything about Oktoberfest. He was
called “Crocodile Georg,” because he wore boots made out of crocodile
leather. It was practically impossible for an outsider to operate
business-wise during Oktoberfest, but he managed to pull through. In
1898, he built the first huge tent for 6,000 people. He was also a show
business guy and established the idea with the big band, whereas before
his era, only some lonesome piano men and fiddlers had been playing in
the huts. Additionally, he invented THE drinking song called “Prosit auf
die Gemütlichkeit” (“Cheers to the coziness”). Obviously, Georg Lang
served us as a kind of a prototype in this social Darwinist game where
the survival of the strongest prevails. It’s interesting to me because
it feels like even today there’s a type of a hush about this guy – he
was and stayed a stranger. He was like a knife in the flesh of the
mighty ones of Munich at that time and scarcely anybody knows this
backstory. One of my producers who originates from Munich dug out the
character during his search for intriguing aspects about Oktoberfest.
Show Snob: Watching Oktoberfest Beer and Blood, I was reminded of some of
the other big crime dramas like Boardwalk Empire and The Sopranos. Did any
of those series serve as an inspiration for the show?
HS: I gain inspiration from series that adventure into the true depths
of its characters and lets them dive into potentially dark and murky
waters of missing dignity, where moral and ethics share a certain
biblical or at least a mythical dimension in terms of its universality.
So in this genre, you quickly end up with the kind of visual language
and approach that relates to that “Biblicality”. It’s about very archaic
features of the human condition – a touch of Shakespeare always
resonates underneath. I didn’t seek to take after any given show, least
of all a masterpiece like The Sopranos.
Show Snob: Speaking of, Curt Prank is a really layered, complicated man at
the forefront of this show, what were your goals when creating his
character?
HS: The process wasn’t black and white. The complexity of life and
morals were always bound to stay in the foreground and it was essential
to show the inner contradictions of each character. Each of them will
become flawed, most of them are stained with blood in the course of the
show, at least in terms of ethics. In the case of Prank, I really wanted
to characterize a self-made man with an extremely poor background and a
childhood as an orphan without a home. A man who has faced an uphill
battle, but managed to entirely become someone else. For me, Prank is
like a king of entertainment, a pop star of his time. But it was always
about the engine inside of him, the motor – what does this man actually
want to compensate? Of course, he’s a “the end justifies the means” type
of guy, but he certainly just wants to be a good father and an accepted
and beloved member of the establishment. It’s tragic that he probably
never will achieve that status by not having the right pedigree.
Show Snob: I was surprised by how many genuinely humorous moments there
were in the series, did you guys create the series with the intention of
blending genres?
HS: I see myself as a big child in a sandbox playing with my
characters. The sandbox is the setting, in our case, Oktoberfest. The
shovel is perhaps the molding device, it defines the style and the
genre. I just love having different shovels. I make them go together
although they differ in size, color and form. Humor and irony are, to a
certain extent, essential to the whole series. I wanted to be free and
stay childish about the fact that it’s a period piece. Lots of times the
period stuff tends just to be awestruck by history or the setting alone
not waging into the dimension of being courageous enough to mold that
world according to your needs. I didn’t want to make a documentary, it
wasn’t about observing the events from a distance. The opposite was my
goal – to dive into the middle of the whole mess. I wanted the audience
to really feel it, not just be casual observers. Humor is the funny
thing here. This isn’t an easy subject in Germany. I originate from
Finland which culturally has a very dark, kind of low-profile and very
ironic sense of humor. Self-irony is not really a very German character
trait. Nobody understood my jokes when I first came here, but my friends
here are totally different though, modern, self-reflecting people with
tons of humor. I find it kind of funny when this murky character
Glogauer gets the beer tap struck straight into his leg at the end of
episode one. The blood starts pouring from the tap and he struggles to
turn it off. That scene was cut to a bare minimum for broadcast. I hope
we get more confident with what we show on TV because in the tests the
audience loved it.
Show Snob: Could you foresee Oktoberfest Beer and Blood running for
several seasons?
HS: There’s definitely a bunch of intriguing stuff still to be told,
but sometimes there are moments where things tend to repeat themselves
and the conflict ceases to vary. As far as I’ve understood, the fourth
season of Ozark will be the last. I love Ozark but I think it’s
reasonable to bring it to a grand end instead of repeating the same
conflicts manifesting similar predicaments. Head writer Ronny Schalk, DP
Felix Cramer, and I would love to keep having other adventures and
accept new challenges.
Show Snob: Do you think there might be a difference in the way American
audiences respond to Oktoberfest Beer and Blood versus German audiences?
HS: I think this might be the case, even in Germany since the country
is extremely heterogeneous. The North is very different from the South.
The Bavarians will see the show with different eyes. Some people that
hate the folk festival Oktoberfest might not even take a peek because
they despise the beer drinking and bad behaving of today. But, of
course, the show isn’t about that – it’s really about much bigger things
that might be considered as universal. That’s why the series might then
again be perceived in a quite similar way in America as in Europe
despite the cultural differences. The difference is that to the
Bavarians it’s the holy cow here. I’ve always said I’ll either be made
an honorary citizen of the free state of Bavaria or I’ll be expelled.
But seriously, I could imagine Oktoberfest Beer and Blood being quite
accessible to American audiences. Ultimately, it’s a Bavarian western.
Show Snob: Was there anything you guys wanted to have in the series you
were unable to do because of budgetary constraints?
HS: A whole bunch of things! If I started to specify them, it’d take
days. It’s always about the thin line between storytelling and
production value. Neither one must suffer whatever financial constraints
you might have. There’s just no excuse, you have to fulfill both. It’ll
always mean struggle but that’s what I like about it: you stay creative
in the search for optimal solutions. The silver lining is that struggle
forces you to be innovative.
Show Snob: What are you most excited for people to see and what do you
hope viewers take away from the show?
HS: I am very thrilled to see if large audiences embrace such a
radical approach to a period piece, which, for me, was the only proper
way to approach the series. How can you make a show about a character
like Prank without having his energy level? I want to be fearless. If
you have fear you just don’t get there. I could imagine that some people
might reflect upon our story in terms of what it means to a society when
morals and ethics eradicate. What it means if you selfishly just pursue
your own benefits. We see that the characters have in some way stepped
over to the dark side. There’ll always be an excuse for doing the wrong
thing. It’d be great if Oktoberfest Beer and Blood manages to provide a
remedy for a plain but difficult task: doing the right thing.
Interview from Mads Lennon on Show Snob, 9/24/2020
Netflix's Oktoberfest drama tastes like "Peaky Blinders" plus beer - Pour
a glass of deliciously dark new Netflix show "Oktoberfest: Beer and
Blood", brewed from lust and murder.
What are the ingredients for a perfectly-brewed beer? At Oktoberfest, all
you need is hops, yeast, water, lust, betrayal and murder. Bottoms up!
"Oktoberfest: Beer and Blood" is Netflix's gleefully dark new drama about
the early years of the famous beer festival. It isn't a documentary or a
staid period story - packed with buttoned-up old-timey folk being
deliciously nasty to each other. This razor-sharp romp through the
cut-throat world of beer brewing plays more like "Peaky Blinders" with a
creamy foam head. "Deadwood" in lederhosen. "Boardwalk Empire" with
subtitles.
Streaming on Netflix Oct. 1, Beer and Blood opens in 1900 with the city of
Munich about to hold its famous celebration of Germany's revered
beer-brewing tradition. But there's a new face in town with bold new
ideas. Mr. Prank is an outsider with a cunning plan: to replace small
tasting booths with a vast beer palace holding 6,000 revelers. As he
bullies his way into Munich society and onto the Oktoberfest map, only one
rival stands in his way: the small but stubborn family-run Devil's Brew
brewing outfit. And when the beer flows, so does the blood...
From a startlingly unexpected opening image to a shot of candy floss
melting away in a blood-filled puddle as childhood innocence is brutally
swept away, Beer and Blood is packed with striking imagery. Director Hannu
Salonen, cinematographer Felix Cramer and their crew fill the screen with
swaggering visual style, making use of deep shadows and vertiginous drone
shots over epic sweeping vistas. The visuals evoke a luxurious society
where pitiless savagery lurks beneath the stiff collars and stiffer
mustaches. Everyone's greedy and scheming and dangerous in a show that's
lurid and knowing and cheerfully venal. Cheers!
While it's not as mind-bending as Netflix's acclaimed German drama "Dark"
- also written by Beer and Blood co-creator Ronny Schalk - the bustling
cast of characters in the opening episode takes a bit of concentration.
But the various conflicts soon become clear as the characters plot their
way into each others' lives. It's loosely based on the true story of Georg
Lang, an out-of-towner who pioneered the cavernous beer tents we associate
with Oktoberfest today. But it's a history of beer brewing in the same way
"Breaking Bad" is a chemistry lesson.
As the ambitious and devious brewer Mr. Prank, Misel Maticevic towers over
the early episodes. But a subplot involving his daughter and her
mysterious chaperone is absorbingly played by Mercedes Müller and Brigitte
Hobmeier, two women with their own secrets circling each other in a zesty
battle of wills. And Martina Gedeck, who you may have seen in 2006 Oscar
winner "The Lives of Others", gives a delightfully steely performance as a
brewing matriarch who refuses to tap out.
One of the main themes in this turn-of-the-century story is old versus
new: Whether it's son trying to persuade father to switch from kegs to
bottled beer, or ruthless outsider dragging Oktoberfest into a new century
no matter who he has to hurt, tradition and modernity are pitched against
each other - violently, of course.
Crisp and refreshing and sure to leave you dizzy - or maybe with a sore
head - Oktoberfest: Beer and Blood is a tasty tall glass of greed, desire
and ruthless manipulation. Bartender: keep 'em coming!
Review from Richard Trenholm on CNet, 9/25/2020
"Oktoberfest 1900" / "Arctic Circle" / "Tatort" – Video vom Live-Chat von
GrobiTV mit dem Regisseur Hannu Salonen vom 28.9.2020:
Natürlich vor allem über "Oktoberfest 1900" und den Verkauf als
"Oktoberfest: Beer and Blood" an Netflix, die es in über 190 Ländern ab
1.10.2020 als Stream zur Verfügung stellen, warum die Episoden im
Fernsehen kürzer sind als in der Mediathek, über "Arctic Circle", über das
Filmemachen als solches, wie lange die Vorarbeiten laufen, wie lange die
Post-Produktion dauert, übers Casting, wie er die perfekten Schauspieler
findet, Budgets, die Kosten von Spezialeffekten, wer wieviel Einfluß auf
das Endprodukt hat, warum er mit dem "Tatort" aufgehört hat, seine
Lieblingsfilme, -Serien und -Regisseure, was er gerne mal drehen würde,
wie es mit seinem Projekt über den Beginn der Karriere von Boris Becker
weitergeht, dessen Drehbeginn wegen der Pandemie vom Sommer 2020 auf
Frühjahr 2021 verschoben wurde, und über vieles andere mehr.
Tolles 90-Minuten-Video (nur der Anfang ruckelt) auf YouTube
🍺 – When family gets in the way of good beer. The year is 1900, and beer
in Bavaria is almost as thick as blood. Video chat with "Oktoberfest: Beer
and Blood" creator and producer Alexis von Wittgenstein on One News Page, 9/30/20
🍺 – Netflix’s "Oktoberfest: Beer & Blood" - Interview with series
director Hannu Salonen by Kasey Moore on What's on Netflix, 10/1/2020
🍺 – Director Hannu Salonen and cinematographer Felix Cramer talk
Oktoberfest: Beer & Blood's dark humor, the secrets behind the series,
and more. Interview by Sam Stone on Comic Book Resources
🍺 – German period drama "Oktoberfest: Beer & Blood" promises a lot in
its title. Overall rating 3,5 out of 5. Full season recap and review by
Greg Wheeler on The Review Geek, 10/1/2020
🍺 – "Oktoberfest: Beer & Blood" - This historical thriller is the
closest you’ll get to Oktoberfest this year. Overall rating 3,5 out of 5.
Full season recap and review by Jonathon Wilson on Ready Steady Cut, 10/1/20
🍺 – "Oktoberfest: Beer & Blood" is bigger and darker, than "Dark".
The newest Netflix international original series goes where few dare to
venture. Review by Dais Johnston on Inverse, 10/1/2020
🍺 – "Oktoberfest: Beer and Blood" Ending Explained: German show deserves
Season 2 for Roman Hoflinger to exact revenge. Review by Pathikrit Sanyal
on MEAWW, 10/1/2020
‘Oktoberfest: Beer and Blood’ isn't a limited series says director,
confirms Season 2 is in works
‘Oktoberfest: Beer and Blood’, the six-part German miniseries about the
famous beer festival at the turn of the twentieth century, had a global
Netflix release in several languages. Fans of the show can rejoice, for it
may have a second season, with the makers already chalking out plotlines,
even if it's not been greenlit yet.
The show, loosely based loosely on the life of Georg Lang, tells the story
of the struggle for power between beer dynasties. It examines the idea of
modernity versus traditions, it sees the hungry growth of capitalism, and
it doesn’t work too hard to create an aura of darkness.
Director Hannu Salonen and cinematographer Felix Cramer employed the use
of dark tones and shadows along with lush shots to emphasize how in the
modern well-to-do Munich of 1900, evil and deceit lurked on every corner.
Both Salonen and Cramer spoke to MEA WorldWide (MEAWW) about the show.
Answering the most important question for fans -- whether the show was
going to get a second season -- Salonen said, “I know that in
publications here and there you read that it's like a limited series,
but it was not the idea. It was left open. But of course, Ronny Schalk
(the co-creator) and I, and everyone was planning that this has to go on
because there were plenty of intriguing stuff to be told.”
He added, “I started in January with Ronnie… I mean, you know,
developing the second season as I want, but it hasn't been greenlit.
More or less, the producers, the writers, and I are kind of like
thinking it might go on. And we’re having some fun imagining a second
season. But we don't know.”
Asked if he had any plans for what direction the show would take in a
second season, Salonen said, “I think we will dig deeper into the
characters. There might be some new players coming in -- mighty players.
Obviously, that changes certain things, but we have a lot of stuff that
we can go back onto here. Basically, just the conflicts that we created
in the first season. Of course, we have to continue with them because I
think the audience is also feeling with those characters a bit. So, some
of these going to happen that I can promise.”
Talking about the show’s aesthetics, especially with its comparisons to
‘Peaky Blinders’ or ‘Boardwalk Empire’, Cramer said, “We watched
[Peaky Blinders] of course, and also others series. So, of course, when
you, when you start to do a series like that, you want to get
inspiration from other series that play or are settled at the same time.
But we very soon realized that we couldn't use them as guidelines. So we
came up with the idea -- more to look into the arts at that time. So
like the late romantic painters. Also the music of the time.”
He explained further, “When you see a similarity to ‘Peaky Blinders’,
I think it's more because we use a lot of fog and of course the
locations, the production design, and also the costumes. They are really
very accurate. And that was very important for us.” He also
emphasized that while the British series had a kind of desaturated sepia
tone, ‘Oktoberfest: Beer and Blood’ had a more saturated tone.
Salonen added in this regard, “The deeper we dug into this whole
thing, the less I watched anything. Because this was really important
too, to have our own language. And as I stepped in like two-and-a-half
years ago into the whole thing -- this was in the stage of the outlines
-- and I had a feeling that the whole thing needed something else than
being just a documentary or a historical period piece because that
didn't really interest me.”
Talking about the show addressing an era that prominently does not feature
in American pop culture about Germany, Cramer said, “I think it's
very, very good that we now can show other periods as well because of
course there are two things that people worldwide know about Germany.
The one part is this dark period -- the Second World War. And the other
is Oktoberfest. And I was really amazed that this was one of the first
serious features dealing with the festival. So for us, it's really great
that the biggest folk festival here now has a series about it, and that
is not showing all of us the same period [World War II] of Germany.”
‘Oktoberfest: Beer & Blood’ is now available on Netflix for viewing.
Interview by Pathikrit Sanyal on MEA WorldWide (MEAWW), 10/7/2020
Oktoberfest 1900 - Kritik
Seltene Inbrunst: Oktoberfest 1900 ist eine drastische Miniserie, die das
Abgründige hinter den bürgerlichen Fassaden des Fin de Siècle strahlen und
leuchten lässt, bis daraus Asche wird.
Jahrhundertwende, München. Der durch ein grauenvolles Kindheitstrauma
verwüstete Nürnberger Großbrauereibesitzer Curt Prank (großartig: Mišel
Matičević) will den Biermarkt mit einem Auftritt auf dem Oktoberfest
entern. Zu diesem Zweck lässt er einigen Bierbudenbesitzern ihre Existenz
abkaufen. Wer sich nicht fügen will… der Film erzählt, was dem passiert.
(Historisches Vorbild war Georg Lang, Wirt des Nürnberger „Krokodil“; es
gibt in der ARD-Mediathek eine Doku darüber, „wie es wirklich war“.)
Ich rechnete mit einem gediegenen, historischen Fernsehmehrteiler. Sie
sind manchmal besser als ihr Ruf. Ku'damm ’56 vor allem. Charité. Kundig
und liebevoll geschrieben, sehr gute Schauspieler. Interessante Sets und
Ausstattungen, die ferne Erinnerungsfetzchen triggern.
Oktoberfest 1900 aber kommt nicht gediegen, sondern laut und flashy rüber,
und ich ging auf Distanz. Eine Art Babylon Berlin auf bayrisch, dachte ich
(in den war ich gar nicht reingekommen). Ich wurde misstrauisch, störte
mich an Anachronismen, unterstellte Effekthascherei, fremdelte mit den
neo-expressionistischen, neo-poppigen Stilmitteln, fand die Musik
unpassend gemixt: Tom-Waits-Artiges, dann wieder traditioneller bayrischer
Harmoniegesang... ich machte mir erstmal einen Kamillentee und guckte in
meinen Computer.
Manche Kritiker hatten gesagt, Oktoberfest 1900 interessiere sich zu wenig
für die Zeit, in der er spielt. Aber ich finde das nicht. Seine ästhetisch
und chronistisch strengeren Geschwister orientierten sich vielleicht
faktengetreuer an der wissenschaftlichen Geschichtsschreibung. Aber die
Miniserie geht einen anderen Weg. Eine legitime Variante. Sie scheint mir
inspiriert von dem zu sein, was die leidenschaftlicheren Strömungen der
Kunst und Literatur des Fin de Siècle erzählen. Der frühe Expressionismus
und Dekadentismus mit seinem Interesse an dem mit Mythen verschlungenem
Unbewussten. Alpträumen, skurrilen Karikaturen und aufgeladenen Bildern
von unruhigen Landschaften, Vampiren, fatalen Frauen, dämonisch lockenden
Bars, gespenstischen Jahrmärkten. Eine Zeit, die so viel große,
dunkelmächtige, spannungsvolle Kunst hervorbrachte (Ensor, Kafka, Mahler,
Stuck und so viele andere), kann nicht immer nur so steif gewesen sein wie
Historienfilme sie oft abbilden. Es muss etwas Wogendes, Gewaltiges,
Abgründiges hinter den Augen und den aufwändigen bürgerlichen Fassaden
gewesen sein, im subjektiven Gefühl, das sich Ventile suchte und sie fand.
Sonst hätte Freud nichts zu tun gehabt.
Damals schien alles zu expandieren. Menschen, Häuser, die Damen der
Gesellschaft, alles in dieser monströs blühenden, großmächtigen,
wirtschaftlichen Umbruchszeit takelte sich auf zu einer gruseligen Wucht.
Das Junge, weniger Gepanzerte hingegen, die armen wie die reichen
Königskinder, wurden von ihren elterlichen oder auch ehemännlichen
Herrschern in falsche Leben gezwungen. Umso entfesselter brechen sie hier
aus während des Oktoberfestes und gehen berauscht verloren in der Menge.
Charlie Chaplins Memoiren oder Henry Kings State Fair (1933) erzählen das
auch. Und auch einigen unserer Urgroßeltern wird es nicht anderes ergangen
sein. Sonst wären wir vielleicht nicht auf der Welt.
Sie handeln überschwänglich, überreizt. Machen Sex und bauen Scheiße,
werfen sich aus dem Fenster, schlagen sich, prostituieren sich, kommen ins
Irrenhaus. Oktoberfest 1900 nimmt diesen Rummel wie durch die Augen eines
unsichtbaren Besuchers auf, der selbst die ganze Zeit kaum schläft.
Es gibt viele mäandernde, rote Erzählungsfäden und Geschichten, die an
verschiedenen Orten brodeln und aufkochen. Überall läuft gerade was. Es
ist krass, finster und verrückt, sexuell und blutig. Politik, Feminismus,
Arbeiterbewegung, Streiks, Rassismus, Elend, Angst, Tragödie, alles drin.
Da ist eine Völkerschau mit martialisch kostümierten Samoanern, die
während der tobenden Tage an der Isar campen dürfen/müssen, was viele
Münchner ängstigt. Ein Kinozelt mit Méliès’ Die Reise zum Mond (der
strenggenommen wohl erst um 1902 zur Welt kam). Ein heimlich gedrehter
Schwulenporno, der einen intriganten Skandal verursachen soll. Es gibt
eine unbändige Kellnerin (sehr schön: Brigitte Hobmeier), die sich mit
stupender List und viel Courage durchschlägt. Es gibt einen schüchtern
homosexuellen, künstlerisch veranlagten Bierbrauersohn (Markus Krojer),
der respektlose Karikaturen von Größen des öffentlichen Lebens zeichnet
und den Anschluss an die Jugendstil-Satiriker des „Simplicissimus“ und die
laszive Künstlerszene der Münchner Sezession um Franz von Stuck sucht. Es
gibt einen elektrisierend fiesen, diabolisch narzisstischen Verführer
(Maximilian Brückner). Und es gibt die tief, tief schwarze Witwe eines
Bierbrauers, streng und fest und tödlich eingeschnürt in ihre
Vorstellungen von Ordnung und Anstand, an denen sie stur und aufrecht
festhält, auch wenn in ihr und um sie herum alles zusammenbricht: Martina
Gedeck. An ihr bleibe ich immer wieder fasziniert hängen. Was sie da
macht, wie sie es macht, wie intensiv sie ist. Wie sich der Hass in ihr
sammelt, schleichend, dann galoppierend, bis sich die Überspannung in
einem düster phantasmagorisierenden Wahn entlädt.
Auch die anderen Schauspieler blühen auf in ihren Rollen und spielen mit
einer selten in einem Fernsehfilm zu sehenden Inbrunst. Mit einem
„rustikalen Wumms“, wie ein Freund bewundernd schrieb. Wie sie aus sich
herausgehen können! „Larger than life, endlich!“, schrieb ein anderer
Freund.
Dieses Über-Lebensgroße der enthemmten, hochfahrenden Menschen. Sie
reagieren auf den Schmerz und die Kränkungen, die ihnen geschehen, mit
grimmiger Aggressivität und Rachsucht. Ihre Emotionen feuern zurück. Eine
böswillige Macht- und Habgier vergrößert und verzerrt ihre Wahrnehmung und
verdunkelt die Seelen; sie vergessen, dass sie Menschen sind und werden
Besessene. Das ist mesmerisierend, weil es so strahlt und leuchtet, bevor
daraus Asche wird. (Ich hab nach diesem Film sehr seltsam geträumt. Und
mir im Kiosk Die Psychologie des Bösen gekauft).
Prank und seine Peergroup. Aufstrebende und marktführende Bierbrauer mit
charakterlichen Defekten. Ihre Treffen sehen aus wie ein kafkaesker
Alptraum (oder ein coppolanischer, wie manche Kritiker schrieben). Prank
geht über Leichen für seine Vision einer gewaltigen, biertrinkenden und
geldausspuckenden Unterhaltungsmaschine, der alle folgen, alle dienen, und
deren Erfolg jede Schandtat rechtfertigt. Er ist überall, macht alles
selbst, schreibt sogar zünftig plumpe Sauflieder für sein Zelt. Dann sieht
man ihn dort in der Menge wie ein Höllenmeister die Kapelle dirigieren:
Oans, zwoa, gsuffa. Zwischendurch schnell eine Maß runtergluckern und dann
wieder ins Gewühl. Wenn es Streit gibt, und den gibt es dauernd, fliegen
fürchterlich die Fetzen. Prank hat eine Art, sich seinen Schlagring
überzustreifen… er ist ein sehr funkelnder Mann, und wenn er mit seiner
Gegenspielerin Martina Gedeck aneinandergerät, sehen sie brennend erotisch
aus in ihrem gegenseitigen Hass.
Das Ende ruft nach einer Fortsetzung. Vielleicht werden sie ja doch noch
ein Paar, einig gegen ihre schamlos nachdrängenden, lieblosen und
ungeliebten Kinder. Ich bin gespannt.
Kritik von Silvia Szymanski, critic.de, 15.10.2020
80-Minute Podcast with series director Hannu Salonen and DoP Felix Cramer
on "Visual
Revolutionary", recorded in October 2020.
Episode #153: They join Ric Stovall's podcast to talk about their journey
from film students in Germany to building a career in film and television
that would lead to working together on this beautiful visual presentation
of historical fiction. During our conversation we talk about what they are
currently working on and how it's been effected by Covid, how they went
about creating some of the amazing long one take shots that help to set
Oktoberfest apart from other shows, where they draw creative inspiration
from and how they keep from getting burned out, and the advice they give
to others hoping to one day tell their own stories.

Während der Dreharbeiten auf Schloss Drachenburg
im Sommer 2019. Quelle |
Oktoberfest 1900: Beer and Blood - "Shattering the stereotype of the
“jolly Bavarian,” this series assumes the air of a Shakespearean
tragedy"
Quebecers of a certain age hold fond memories of Montréal’s famed
Bavarian beer hall, the aptly named Le Vieux Munich. Of course, some
former college students may prefer to forget (or be unable to remember)
their visits to this vaunted temple of cheap beer. Located in the heart
of the Latin Quarter at the corner of Saint-Denis and René-Lévesque, Le
Vieux Munich was a nightlife hot spot between 1967 and 1995. Most
popular during the ’70s and ’80s, its decor was a kitschy ode to the
southern German state.
Bavarians have a reputation in their own country as an independently
minded (and somewhat hardheaded) people. Perhaps it’s no coincidence
that Quebec enjoys special trade and diplomatic relations with this
rather distinct region of Germany, famed for its overflowing beer
steins. Here at home, the demand for locally brewed lager shows no signs
of abating, although the Märzen brand remains popular throughout la
belle province. Bavaria has also produced its fair share of filmmakers,
including its renowned enfant terrible, Rainer Werner Fassbinder.
The latest heir to this cinematic tradition, Ronny Schalk, now reigns
over Germany’s television landscape. As one of the writers of Dark, the
streaming juggernaut that ran from 2017 to 2020, Schalk revealed the
commercial potential of foreign productions on that most American of
streaming platforms, Netflix. And Netflix took notice. With Oktoberfest:
Beer and Blood, Schalk makes the leap from dystopian science fiction to
historical drama (although the macabre overtones remain). This new
six-part series, now on Netflix, boasts stunning high production values
that will keep viewers glued to the screen.
The Hops of Wrath
The series’ title lays it all out: the setting (Munich), the dramatic
catalyst (beer) and the genre, with its unabashed nod to Quentin
Tarantino. While it certainly takes liberties with the history,
audiences will quickly become engrossed in this tale of
early-20th-century Germany, a country on the brink of turmoil. There is
a lot to swallow - and digest - in Oktoberfest: Beer and Blood, with its
depictions of rapid industrialization, loosening societal mores, the
declining influence of the bourgeoisie against the rise of scheming
tycoons and the struggle of the lower classes in the face of capitalist
oppression.
The series opens in Munich with the arrival of Curt Prank (a solid
performance from Mišel Matičević / Babylon Berlin’s shifty owner of the
Moka Efti), who is intent on disrupting the local beer cartel, breweries
whose monopoly has gone unchallenged since the founding of Oktoberfest -
“the people’s festival” - in 1810. This newcomer is not exactly welcomed
by Bavarian society. Munich’s upper echelons have nothing but contempt
for Prank, who brazenly parades his money, his leather boots and his
beautiful daughter, Clara (Mercedes Müller), attempting to consolidate
his business by marrying her off to a wealthy local suitor. Prank is
hell-bent on bringing his grand vision to life: an enormous Oktoberfest
tent big enough to hold 6,000 revellers as they quaff beer against a
background of thunderous oom-pah-pah music, shielded from both the rain
and prying Bavarian eyes.
Prank faces obstacles at every turn, from powerful beer kingpins to
small-scale brewers to hard-working families like the Hoflingers, whose
ill-fortune and recalcitrant ways seem ripped from the pages of Romeo
and Juliet. Prank’s rebellious daughter Clara has her own agenda as
well, driven in part by her budding sexuality. Rather than acquiesce to
her father’s demands, Clara sets her eyes (among other things) on the
Hoflingers’ impetuous elder son, Roman (Klaus Steinbacher). Enlisting
the help of her new governess, Colina (Brigitte Hobmeier, who could
easily stand in for actress Hanna Schygulla in a Fassbinder biopic),
Clara pursues a relationship - and plotline - that mixes sex,
motherhood, murder and lies (in a meet-cute worthy of Shakespeare,
neither Clara nor Roman is aware they are members of warring families).
Beer Barrels and Class Struggles
As a work of historical fiction, if not historical accuracy, the series
can claim to be based on real events. The Carl Prank character is
largely inspired by Georg Lang, a native of Nuremberg whose boots earned
him the nickname “Crocodile Lang.” That said, this period piece is all
the more intriguing for its portrayal of the era’s socio-economic
upheavals. While COVID-19 may have put a damper on Munich’s Oktoberfest
in 2020, previous years have attracted crowds upwards of 6 million
people, with 7.5 million litres of beer served in 2018 alone. This
spectacular event is driven by high-powered commercial interests, and
Oktoberfest: Beer and Blood is their compelling origin story: the
collusion of rich merchants, the destruction of small players and the
race for profits on the backs of the working poor. At one point the
series takes a page from Lysistrata, the Greek comedy by Aristophanes in
which women put an end to war by going on a “sex strike.” In this case,
it’s lager, not lovemaking, that gets denied, as waitresses refuse to
serve patrons until they get a wage increase. In that moment, Maria, the
Hoflinger matriarch who harbours a dark past, could be channelling Rosa
Luxemburg.
Blood is thicker than Beer
Martina Gedeck (The Lives of Others, The Baader Meinhof Complex)
delivers an intense performance as Maria Hoflinger, lighting up the
screen at every turn. Unfortunately, while she may evoke shades of
Mother Courage, Maria seems incapable of fending off the evil forces
threatening her family. Meanwhile, the relationship between her reckless
son Roman and his meek younger brother Ludwig (an excellent Markus
Krojer) serves to embody the conflict between entrepreneurial ambition
and artistic aspiration. Ludwig also acts as the viewer’s guide through
Munich’s forbidden underbelly, forerunner to 1920s Berlin, a city that
the more free-spirited of Munich dwellers dream of escaping to.
But the real appeal of Oktoberfest: Beer & Blood lies in the clash
between time-honoured traditions and the promises of the future,
forcefully ushered in with cunning, betrayal and criminal behaviour.
This reimagining of Bavaria as a beer-strewn battlefield will intoxicate
viewers with its technical achievements, grand opulence (it features no
fewer than 4,000 extras) and the outrageous behaviour of its monstrous
protagonists from a bygone era. An era not too distant from our own.
Review from André Lavoie for the Goethe-Institut in Canada, German Series in Canada 2020
|
 |
 |
"Oktoberfest 1900" auf DVD und Blu-ray seit
24.9.2021 bei Leonine Distribution TV SI
Der Kampf zweier Bierdynastien um die Vormachtstellung
auf dem größten Volksfest der Welt. Die entscheidende
Frage jener Episode: was wiegt schwerer, die Familie
oder das Geschäft - oder anders ausgedrückt: Blut oder
Bier?
DVD: Laufzeit ca. 288 Min.; Bildformat: 2,00:1 (16:9
anamorph); Tonformat: DD 5.1; Sprache: Deutsch;
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte; Extras:
Audiodeskription für Blinde und Sehbehinderte; Anzahl
Discs: 2; ASIN: B08JGRF2W9
Blu-ray: Laufzeit ca. 288 Min.; Bildformat: 2,00:1
(1080p/25); Tonformat: DTS-HD MA 5.1; Sprache:
Deutsch; Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte;
Extras: Audiodeskription für Blinde und Sehbehinderte;
Anzahl Discs: 2; ASIN: B08JGVL7SZ |
 |
|
|
“Oktoberfest 1900”: Die Serie zerlegt
den urbayerischen Mythos von Geselligkeit und Folklore. Die Wiesn ist
nichts als Geschäft – und mit Darstellern wie Mišel Matičević, Martina
Gedeck und Klaus Steinbacher ein mitreißendes Spektakel über
Niedertracht in Tracht.
Die sechs Folgen von “Oktoberfest 1900” sind im Stream auf Netflix verfügbar. Ursprünglich startete die
Serie am 8. September 2020 in der ARD.
Das größte Volksfest der Welt ist vor allem dies: Ein Geschäft
"Oktoberfest 1900" klingt allein Dank der Jahrhundert wendenden
Jahreszahl nach einer Serie, die historische Fragen aufwirft. Dabei
stellt sie vor allem eine Grundsatzfrage, die heute so aktuell ist,
wie sie es schon im Circus Maximus des alten Rom war: Was genau feiert
der Mensch eigentlich, wenn er Feste feiert?
Der Feiernde hat darauf viele Antworten: Wir feiern das Miteinander,
das Zusammenkommen, die Hochzeit, den Geburtstag, das erfolgreiche
Quartal. Wir tanzen, wir küssen uns, wir liegen uns in den Armen. Wir
feiern das Leben. Wir ziehen uns dafür gut an oder wir ziehen uns
spontan aus. Wir drehen durch. Wir besaufen uns.
Kampf ums Überleben - mit Bier
Eine andere Perspektive auf das Feiern hat der Wirt. Für ihn ist all
das ein Geschäft – und wenn das Münchner Oktoberfest das größte
Volksfest der Welt ist, dann ist es natürlich auch eines der größten
Geschäfte der Welt. Genau darauf fokussiert die Serie "Oktoberfest
1900", in der das Bier eher appetithemmend aussieht.
Der Nürnberger Bierbrauer Curt Prank, unfassbar böse gespielt von
Mišel Matičević, kommt im Jahr 1899 nach München, um die Wiesn zu
revolutionieren. Aus den kleinen Saufstadeln will er große Bierburgen
machen, tatsächlich die Vorläufer der heutigen Bierzelte. Er zieht
damit den Hass der Münchner Brauereien auf sich, ein Männerbund aus
herrschsüchtigen Despoten wie sie niederträchtiger nicht sein könnten,
angeführt vom Super-Intriganten Anatol Stifter, sehr witzig gespielt
von Maximilian Brückner. Dass da neben dem Bier auch bald Blut fließen
wird, lässt sich dem Stellungskrieg um Schanklizenzen auf der
Theresienwiese schnell entnehmen.
Oktoberfest 1900: Das sind die wichtigsten Rollen
Wo große Geschäfte gemacht werden, entstehen Abhängigkeiten. Die
werden in "Oktoberfest 1900" vor allem über die Frauenfiguren erzählt.
Die bei Familie Prank für die Erziehung der Tochter engagierte
Anstandsdame Colina Kandl, ganz toll gespielt von Brigitte Hobmeier,
ist das eigentliche Bindeglied der Serie. Sie verkehrt in allen
Schichten, die sich auf der Wiesn begegnen – und als einer der wenigen
guten Menschen spiegelt sich in ihrem Kampf ums Überleben die
Bösartigkeit der anderen. “You wanted it darker”, hört man Leonard
Cohen an einer Stelle heiser singen.
Die Anstrengungen der Anstandsdame bei der Erziehung der Prank'schen
Tochter Clara (Mercedes Müller) reichen jedoch nicht weit genug, um
sie von einem Tête-à-Tête mit dem Sohn der Hoflinger-Brauerei
abzuhalten, ausgerechnet der Endgegner ihres Vaters. Die Hoflingers an
sich sind eine so spannende Familie, dass man aus ihnen eine
eigenständige Serie als bayerisches Anti-Buddenbrooks hätte machen
können. Aber auch so genügt die Rolle des Sohnes Roman Hoflinger
(super Typ: Klaus Steinbacher) zu der größten Hoffnung auf eine zweite
Staffel. Aber auch der schneidige Sohnemann ist natürlich böse genug,
gegen die eigene Mutter (Martina Gedeck) ins Feld zu ziehen. Es geht
halt ums Geschäft.
Das spricht für den Erfolg der Serie
Dass zu all den eingefangenen Schichten des historischen Münchens auch
die Schwabinger Bohème zählt, in der hübsche junge Menschen Nietzsche
zitieren und sich in vom Absinth getragenen Sex-Orgien vereinigen,
stellt den Anspruch von "Oktoberfest 1900" klar: Die ARD-Mediathek von
ihrem spießigen Ruch zu befreien.
Das riesige Freilichtmuseum Bayern mal ein wenig zu entfolklorisieren,
macht mit dieser Serie jedenfalls bösen Unterhaltungsspaß. Es spricht
für die Erzählhaltung, dass es ausgerechnet die heutigen Wiesnwirte
waren, die als Erste in der BILD-Zeitung gegen "Oktoberfest 1900"
stänkerten. Die Abgründe sind tief, die Dialoge scharf, die Schnitte
schnell, wenn es passt, und die Bilder einladend. Nicht zum Feiern,
aber zum Hinschauen. Das Bier sieht wirklich unappetitlich aus.
“Oh Bruada, schau hin”, das ist ein altes Tiroler Volkslied, das zu
Beginn der ersten Folge der Serie von einem Chor angestimmt wird,
nachdem ein am Isarufer vor der Stadt kampierender “Kannibalen”-Stamm
einen abgetrennten Schädel aus dem Wasser zieht. Ja, schau hin,
Bruada, wie sich der Mensch beim Feiern auf der Wiesn in einer
Bierpfütze spiegelt. Oder schau die letzten zwei Jahre auf die leere
Theresienwiese, wo eigentlich irgendwann Anstich gewesen wäre und
binnen zweieinhalb Wochen rund sechs Millionen Besucher gekommen
wären, um – nun ja – zu feiern. Schau hin, wie da stattdessen irgendwo
in der Abendsonne auf der leeren Wiese im Staub eine kleine Yogagruppe
den Sonnengruß macht. Recht friedlich. Aber Yoga, Ruhe und
Self-Awareness, auch das soll ja ein Geschäft sein.
"Oktoberfest 1900" im Stream auf Netflix verfügbar. Auch bekannt unter
dem Titel "Oktoberfest: Beer & Blood". Mit Mišel Matičević,
Brigitte Hobmeier, Martina Gedeck, Klaus Steinbacher, Maximilian
Brückner, Mercedes Müller, Francis Fulton-Smith, Markus Krojer. Regie:
Hannu Salonen.
Quelle: "Oktoberfest 1900" - Niedertracht in Tracht von Ulf Pape in GQ, 24.8.2022
Fotos: ORF/Beta
Film/Dusan Martincek
~ ~ ~ ~
~ ~
Oktoberfest
1905
"Oktoberfest 1905" – Produktion:
Zeitsprung Pictures, Köln ; Sender: ARD Degeto, BR, MDR ; Drehbuch:
Ronny Schalk, Dani Merkel, Benjamin Seiler ; Regie: Hannu Salonen
Historienfilm, 2x90 Minuten / 4x45 Minuten. Fortsetzung der
Oktoberfest-Saga "Oktoberfest 1900". Wenn das Alte dem Neuen im Weg
steht, muss es seinen Platz räumen. Oder es wird vernichtet werden.
Roman und Clara Hoflinger hatten einen Pakt mit dem Teufel – und der
fordert jetzt seinen Preis. FilmFernsehFonds Bayern Produktionsförderung
Fernsehfilm und -serie: EUR 550.000 ; Quelle, 3.5.23
Die vielfach ausgezeichnete Saga geht weiter: Hannu Salonen dreht
"Oktoberfest 1905" mit dem bekannten Ensemble um Mišel Matičević, Klaus
Steinbacher, Mercedes Müller, Brigitte Hobmeier und Michael Kranz. Die
Bücher des Zweiteilers verfassten Ronny Schalk, Dani Merkel und Benjamin
Seiler. (Zeitsprung). Film- und Medienstiftung NRW: EUR 400.000 ; Quelle, 21.6.23
Mehr Infos habe ich leider noch nicht. EFi 🙁
Das historische Familiendrama "Oktoberfest 1905" knüpft an die
preisgekrönte ARD-Serie "Oktoberfest 1900" an und erzählt in vier
weiteren Folgen vom unerbittlichen Kampf innerhalb des Brauerei-Clans
Hoflinger-Prank.
Inhalt: München 1905: Curt Pranks (Misel Maticevic) ehrgeizige Ziele,
die Errichtung einer gigantischen Bierburg auf dem Oktoberfest im Jahr
1900 und die Fusion mit Deibel Bräu der Familie Hoflinger, sind
gelungen. Somit sind auch Pranks Tochter Clara (Mercedes Müller) und
Roman Hoflinger (Klaus Steinbacher) nach vier erfolgreichen Jahren in
der Riege der Münchner Großbrauer etabliert. Claras Freundin Colina
Kandl (Brigitte Hobmeier) verbüßt derweil eine Haftstrafe für ihren
gemeinschaftlich begangenen Mord. Trotz aller Schicksalsschläge findet
Colina nach ihrer Entlassung zurück in ein neues, selbstbestimmtes Leben
als Sängerin im Wirtshaus "Deutsche Eiche". Dort lernt sie die Wirtin
Nappi (Lisa Maria Potthoff) und die Liebe kennen. Während Maria
Hoflinger (Martina Gedeck) nach wie vor in der Psychiatrie
weggeschlossen ist, geht der unerbittliche Konkurrenzkampf zwischen
ihrem Sohn Roman und seinem Schwiegervater Prank weiter: Der Hass in der
Familie eskaliert. So drohen sie, nicht nur ihre Bierburg auf der Wiesn
an den undurchschaubaren Konkurrenten Adam Mertz (Rainer Bock) zu
verlieren, auch die Ehe und die Liebe zwischen Roman und Clara stehen
auf dem Spiel.
"Oktoberfest 1905" wird inszeniert von Stephan Lacant, die Kamera führt
Michael Kotschi. Headautor der Serie ist Ronny Schalk. An den
Drehbüchern haben außerdem Dani Merkel, Benjamin Seiler und Dirk Eisfeld
mitgeschrieben. In weiteren Rollen sind u. a. Joyce Ilg, Slavko Popadic,
Marwin Haas, Max Schmidt, Michael Kranz, Eisi Gulp und Stella Goritzki
zu sehen. Gedreht wird seit Mitte März 2024, die Dreharbeiten dauern
noch bis Mitte Mai. Die Drehorte sind in Belgien, Nordrhein-Westfalen
und Bayern. "Oktoberfest 1905" wird voraussichtlich im Herbst 2025 im
Ersten und in der ARD Mediathek zu sehen sein.
"Oktoberfest 1905" ist eine Produktion der Zeitsprung Pictures
(Produzenten: Michael Souvignier, Till Derenbach) und Violet Pictures
(Produzent: Alexis von Wittgenstein) in Koproduktion mit BR, ARD Degeto
Film und MDR, in Zusammenarbeit mit Velvet Films. "Oktoberfest 1905"
wird gefördert von FFF Bayern, Film - und Medienstiftung NRW und
Wallimage. Die Redaktion liegt bei Bettina Ricklefs (BR), Daniela Boehm
(BR), Christoph Pellander (ARD Degeto Film) und Meike Götz (MDR).
Quelle: Presseportal
ARD/Das Erste (mit Pressefoto mit Joyce Ilg, Klaus Steinbacher,
Mercedes Müller, Michael Kotschi (Kamera), Stephan Lacant (Regie),
Martina Gedeck, Misel Maticevic © ARD/BR/ARD Degeto Film/MDR/Zeitsprung
Pictures GmbH/Stephan Pick), 27.3.24
Das historische Familiendrama "Oktoberfest 1905" (BR / ARD Degeto / MDR
– Herbst 2025 im Ersten und in der ARD Mediathek) erzählt in vier
weiteren Folgen (je 45 Minuten) vom unerbittlichen Kampf innerhalb des
Brauerei-Clans Hoflinger-Prank. Der Streit um die Macht flammt wieder
auf, der Hass eskaliert und auch die Liebe steht auf dem Spiel. Es
spielen Martina Gedeck, Mišel Matičević, Klaus Steinbacher, Mercedes
Müller, Brigitte Hobmeier, Lisa Maria Potthoff, Slavko Popadic, Marwin
Haas, Rainer Bock, Daniel Christensen, Michael Kranz, Eisi Gulp u.a.,
Regie: Stephan Lacant. Quelle: Presseheft BR Filmhighlights 2025, 24.1.25
~ ~ ~
~ ~ ~
Trivia:
 |
Im
vielfach preisgekrönten Film "Wer früher stirbt ist länger tot"
von Marcus H. Rosenmüller aus dem Jahr 2006 spielt
Markus Krojer die Hauptrolle des Sebastian Schneider,
der sich verantwortlich für den Tod seiner Mutter fühlt,
weil sie bei seiner Geburt starb. Nach Aussage seines
großen Bruders Franz (Franz-Xaver Brückner) muss
Sebastian deswegen und auch noch wegen seiner anderen
2713 ungesühnten Untaten nach seinem Tod ins Fegefeuer.
Also versucht er alles Mögliche und Unmögliche um
unsterblich zu werden. Klaus Steinbacher (damals noch
Klausi) spielt Toni, einen seiner Klassenkameraden.
Fotoquelle: Klaus Steinbacher auf Instagram, 19.9.20
Maximilian Brückner spielt dort einen Verkäufer in einem
Musikalienladen, aus dem Sebastian eine Gitarre klaut. |
|
|
- 1867 war der Oberpfälzer Schreiner Michael Schottenhamel,
verheiratet mit einer Münchner Wirtstochter zum ersten Mal mit seiner
Bierbude, die Platz für 50 Gäste bot auf der Wiesn vertreten. Dann
1896 begründete Michael I. mit seiner prächtigen Festhalle für den
"Schützen-Wirth", die bereits 1.500 Plätze hatte, entworfen vom
damaligen Münchner Stararchitekten Gabriel von Seidl, die Ära der
Bierzeltarchitektur. Zwar begann die Ära der Bierburgen mit dem Bau
des Winzerer Fähndls bereits 1895, dem schon im Jahr darauf mit dem
Schottenhammelschen (sic!) Schützenwirt ein weiteres großes,
architektonisch anspruchsvolles Zelt folgte, doch handelte es sich
hierbei um abseits des Wirtsbudenrings gelegene Schützenzelte, die
nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit standen. Das Oktoberfest
profitierte von den neuesten technischen Errungenschaften jener Zeit:
Zum allerersten Mal wurde das Schottenhamel-Zelt von elektrischem
Licht beleuchtet. Zuständig für das Einschrauben der Glühbirnen war
ein 17-jähriger Auszubildender namens Albert. Die seinem Vater
gehörende elektrotechnische Fabrik J. Einstein & Cie war mit der
Installation der elektrischen Anlage beauftragt worden.
- Die Figur der Colina Kandl ist angelehnt an Coletta Möritz
(1860-1953), Biermadl im Sterneckerbräu im Tal Nr. 54, heute Nr. 38,
die als 'Schützen-Liesl', 1881 gemalt von Friedrich
August von Kaulbach, als das erste Pin-Up Bayerns gilt. 1882 heiratete
sie den Gastwirt Franz Xaver Buchner, der mehrere Wirtschaften in
München besaß, und 1897 wurde sie dann Festwirtin auf der
Theresienwiese und damit zum Vorbild für alle Biermadl und
Bedienungen. 1900 wurde in München der „Verein für die Rechte der
Biermadl“ gegründet.