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Der Unfall
- 19. Film der ZDF-Reihe "Nachtschicht"
– Premiere am Montag, 31. März 2025 im ZDF als
'Fernsehfilm der Woche' ; bereits seit Samstag, 22.3.2025,
10:00 Uhr, für ein Jahr in der ZDF-Mediathek
war: Nichts kann uns trennen (AT)
"Nachtschicht" holt beste Quote aller Zeiten. Der neueste
Film "Der Unfall" lief am gestrigen Montag mit 5,41
Millionen Zuschauern ab drei Jahren und einem Marktanteil
von 21,1 Prozent.
Quelle: Quotenmeter, 1.4.25
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Im 19. Film der Reihe "Nachtschicht" ermittelt das KDD-Team –
Erichsen (Armin Rohde), Tülay Yildirim (Idil Üner), Ömer Kaplan
(Özgür Karadeniz) und Mimi Hu (Minh-Khai Phan-Thi) – nicht nur gegen
die Kollegen, sondern kommt auch illegalen Geschäften und einem
Menschenschmuggler auf die Spur. Und: Roland Orbach (Maximilian
Brückner) aus dem 16. Film "Cash & Carry" ist zurück – wie er
damals in einem Interview seine Rolle beschrieb: "So ein kleines
rassistisches Arschloch!" ...
Den Film gibt es noch in der ZDF-Mediathek.
Besetzung:
Armin Rohde - Erich Bo Erichsen
Idil Üner - Tülay Yildirim
Özgür Karadeniz - Ömer Kaplan
Minh-Khai Phan-Thi - Mimi Hu
Albrecht Ganskopf - Wachhabender Walter
– Episodenrollen:
Rocío Luz - Mona Nowak
Maximilian Brückner - Roland Orbach
Sogol Faghani - Hasty Rostami
Altamasch Noor - Joon Rostami
Nadeshda Brennicke - Astrid Kühne
Aziz Dyab - Jalil
Marcel Heuperman - Mario Trudda
Selam Tadese - Bas Petros
Gustav Peter Wöhler - Recchtsanwalt Theo Klein
Nazmi Kirik - Akram Luqman
Maryam Abu Khaled - Dora Diarra
Anna Blomeier - Gerichtsmedizinerin |
Stab:
Drehbuch und Regie: Lars Becker
Szenenbild: Daniela Herzberg
Kostümbild: Regina Tiedeken
Maskenbild: Antonia Petschow und Claudia Gaertig
Licht: Yassin Khateeb
Kamera/DoP: Alexander Sachs
Standfotograf: Nik Konietzny
Ton: Christian Wegner
Schnitt: Sanjeev Hathiramani
Musik: Stefan Wulff und Hinrich Dageför
Casting: Sandra Köppe
Produzenten: Wolfgang Cimera und Bettina Wente
Produktionsfirma: Network Movie Film- und Fernsehproduktion
GmbH & Co. KG fürs ZDF
Redakteur ZDF: Daniel Blum
Drehzeit: 19.2. - 22.3. 2024
Drehort: Hamburg |
In Hamburg und Umgebung entsteht derzeit der 19. Film der
ZDF-Kultkrimireihe "Nachtschicht" mit dem Arbeitstitel "Nichts kann
uns trennen". Für Buch und Regie zeichnet wieder Lars Becker
verantwortlich. Der Iraner Joon Rostami (Altamasch Noor) soll von
der Bundespolizei abgeschoben werden. Als er sich im Handgemenge die
Dienstwaffe des Polizisten Roland Orbach (Maximilian Brückner)
schnappt, wird er von dessen Kollegin Mona Nowak (Rocío Luz) in
Notwehr erschossen. Die Fotos eines Pressefotografen belegen
allerdings, dass Joon die Waffe ablegen wollte, bevor auf ihn
gefeuert wurde – was ein anderes Licht auf Monas Notwehr-Aussage
wirft. Das KDD-Team – Erichsen (Armin Rohde), Tülay Yildirim (Idil
Üner), Ömer Kaplan (Özgür Karadeniz) und Mimi Hu (Minh-Khai
Phan-Thi) – ermittelt nicht nur gegen die Kollegen, sondern kommt
auch illegalen Geschäften und einem Menschenschmuggler auf die Spur.
In weiteren Rollen spielen Albrecht Ganskopf, Sogol Faghani,
Nadeshda Brennicke, Aziz Dyab, Marcel Heuperman, Selam Tadese, Nazmi
Kirik, Maryam Abu Khaled, Anna Blomeier, Gustav Peter Wöhler und
andere.
Es produziert Network Movie Film- und Fernsehproduktion GmbH,
Wolfgang Cimera und Bettina Wente, Köln. Daniel Blum ist der
verantwortliche ZDF-Redakteur. Ansprechpartnerin: Susanne Priebe,
Telefon: 040 - 66985180, pressedesk@zdf.de
Quelle: ZDF-Pressemappe, Übersicht über aktuelle
ZDF-Dreharbeiten in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern,
Niedersachsen und Schleswig-Holstein

Maximilian Brückner: Shooting
#nachtschicht #hamburg #larsbecker. Instagram, 17.3.24 |

Maximilian Brückner: Ich liebe
Nachtdrehs. Instagram, 17.3.24 |

BTS. Fotoquelle: Minh-Khai Phan-Thi auf
Instagram, 20.3.24 |

BTS. v.l. Aziz Dyab, Altamasch Noor, Rocío
Luz, Maximilian Brückner |

BTS. v.l. Rocío Luz, Aziz Dyab, Maximilian
Brückner, Armin Rohde, Altamasch Noor |
Altamasch Noor: It’s a wrap for me
🎬 NACHTSCHICHT (19) abgedreht. Vielen Dank, dass ich dabei
sein durfte. Ich hatte eine tolle Drehzeit mit wundervollen
Menschen, es war mir ein Fest mit euch 🖤! Liebe geht
auch raus an das gesamte Team! Und ein großes Dankeschön an
Regisseur und Maestro Lars Becker, vielen Dank für dein
Vertrauen in mir 🖤! Instagram, 21.3.24 (mit 2 weiteren BTS
Fotos)

Roland Orbach (Maximilian Brückner), Mona Nowak (Rocío Luz),
Erich Bo Erichsen (Armin Rohde). Foto © ZDF / Nik Konietzny
Inhalt:
Der Iraner Joon Rostami ist illegal im Land – schon wieder – und
soll nun von der Bundespolizei abgeschoben werden. Aber Joon will
nicht. Im Handgemenge schnappt er sich die Waffe des Polizisten
Roland Orbach und nimmt ihn als Geisel. Erst als das KDD-Team
auftaucht, beruhigt sich die Lage, und Joon lässt die Waffe sinken.
Zu schnell und zu missverständlich für die junge Polizistin Mona,
die ihn in vermeintlicher Notwehr vor aller Augen erschießt.
Die Ermittler befragen die Zeugen: Wer war Rostami? Wie ist es zu
dem Handgemenge gekommen? Wo ist seine Familie? Eine Frau berichtet,
dass Rostamis schwangere Frau Hasty am Flughafen in Mario Truddas
illegaler Putzkolonne arbeitet. Weitere Befragungen deuten auf die
Ausübung von Polizeigewalt durch Orbach hin. Ein Zeuge will dies
gefilmt haben, doch der ist plötzlich verschwunden. Die Ermittler
befürchten, dass Orbach oder einer seiner Kumpane den Mann aus dem
Weg geräumt haben könnte, um Beweismittel zu beseitigen.
Die Gerichtsmedizinerin bestätigt schwere frische Verletzungen bei
Rostami, und die Aufzeichnung einer Bodycam zeigt, dass Joon die
Waffe ablegen wollte, bevor er erschossen wurde – was ein anderes
Licht auf Monas Notwehr-Behauptung wirft, und tatsächlich gesteht
Mona, dass sie übermüdet und verkatert war.
Das KDD ermittelt nicht nur gegen die Kollegen, sondern kommt auch
Truddas illegalen Geschäften und dem Menschenschmuggler Bas Petros
auf die Spur. Unterdessen bricht Hasty Rostami auf, um den Tod ihres
Mannes zu rächen.

Joon Rostami (Altamasch Noor, l.) bedroht
Roland Orbach (Maximilian Brückner, M.) mit der Waffe.
Jalil (Aziz Dyab, r.) steht mit gezogener Waffe vor Ihnen.
Foto © ZDF / Nik Konietzny |

Roland Orbach (Maximilian Brückner),
Erichsen (Armin Rohde), Joon Rostami (Altamasch Noor),
Jalil (Aziz Dyab), Tülay Yildirim (Idil Üner), Mona Nowak
(Rocío Luz). Foto © ZDF / Nik Konietzny |
Fragen
an Maximilian Brückner
Was zeichnet die ZDF-Kultreihe "Nachtschicht" von Autor und
Regisseur Lars Becker aus?
Dass man manchmal meint, eine Dokumentation zu sehen – so
authentisch wirken die Filme von Lars. Man merkt das schon
beim Lesen der Bücher, die Lars alle selbst schreibt und
während des Drehs auch ständig weiterentwickelt. Sprache,
Tonus und Emotionen stimmen auf den Punkt. Der einzige
"Makel": Nachtdrehs. Ist einfach nicht meins (lacht).
Ich empfinde es wirklich als Ehre, mit ihm drehen zu
dürfen.
Wie tickt Orbach als Polizist?
Roland Orbach ist das negative Produkt einer
fehlgeleiteten Asylpolitik. Polizisten müssen tagtäglich
die Abschiebepraxis der jeweiligen Regierung umsetzen. Sie
müssen von Mensch zu Mensch diese Entscheidungen umsetzen,
die im Beamtendeutsch sehr abstrakt wirken, in der
Realität aber ihre ganze Grausamkeit entfalten. Irgendwo
in diesem unmenschlichen Vakuum hat Orbach seinen
moralischen Kompass verloren. Er ist Täter und Opfer
zugleich.
Orbach und Erichsen sind sich bereits im 16. Film der Reihe,
"Nachtschicht – Cash & Carry" begegnet. Was denkt Orbach
über Kommissar Erichsen?
Ich glaube, früher haben sie sich vielleicht sogar
respektiert und geschätzt. Aber Stück für Stück hat Orbach
sich eine andere Weltanschauung zusammengebastelt, um sein
Verhalten zu rechtfertigen. Erichsen blieb sich treu.
Was waren die Herausforderungen beim Dreh für Sie?
Die größte Herausforderung war für mich, so viel nachts
zu drehen. Nach ein paar Tagen zehrt das an der Kraft,
macht aber einen großen Teil dieser Reihe aus. Die
Darsteller sehen ständig übermüdet aus und müssen das
nicht behaupten. Damit wird der Name zum Programm.
Quelle: ZDF-Pressemappe, mit weiteren Fotos
Weitere Fotos: Network Movie
Trailer |
Interview
mit Armin Rohde
Was zeichnet diese 19. "Nachtschicht" aus?
Die neue "Nachtschicht" zeichnet sich insbesondere
dadurch aus, dass wir uns mit einem sehr aktuellen und
relevanten Zeitgeschehen beschäftigen, das wir, trotz
seiner Härte und Aktualität, spannend und unterhaltsam
erzählen.
Erichsen und Orbach sind sich bereits im 16. Film der Reihe,
"Nachtschicht – Cash & Carry" begegnet. Was denkt
Erichsen über Orbach?
Da Erichsen selbst schon viele Jahre Polizist ist, weiß
er sehr genau, was der Beruf mit einem machen kann. Durch
seine Erfahrung kann er also bis zu einem gewissen Grad
nachvollziehen, dass jemand wie Orbach durch den Beruf
deformiert wird und sich verändert.
Sie sagten einmal, Sie beurteilen Ihre Figuren beim Arbeiten
nie. Wären Sie dennoch froh, auf einen Kommissar wie
Erichsen zu treffen, wenn Sie Hilfe von der Polizei
bräuchten?
Höchstwahrscheinlich (lacht). Wobei ich stark
hoffe, dass ich mir diese Frage nie stellen muss.
2003 wurde die erste "Nachtschicht" ausgestrahlt. Wie sehr
ist Ihnen Erichsen im Laufe der Jahre ans Herz gewachsen?
Erichsen ist mir schon sehr ans Herz gewachsen. Er ist
mit mir und ich mit ihm gealtert. Wenn man sich alle 19
Folgen hintereinander anschaut, sieht man auch einem
Menschen beim Altern zu. Ich mag die Figur sehr. Wenn wir
drehen, ist oft ein Jahr oder mehr vergangen, dann brauche
ich die ersten zwei, drei Tage Anschub und Hilfe von der
Regie, um wieder in die Rolle zu finden, bis es dann von
alleine funktioniert.
Lars Becker und Sie verbinden inzwischen 29 Filme. Das ist
außergewöhnlich. Was bedeutet Ihnen die Arbeit mit Lars
Becker?
Die Filme stehen und sprechen für sich. Zeitweise denkt
man, sie fungieren als mein Alter Ego. Ich spiele zwei
Kommissare, einen in Hamburg, den anderen in Berlin
["Der gute Bulle"]. Der eine ist ein eher mürrischer
Melancholiker, der andere hat sich, ohne zynisch zu
werden, eine eher offensive Haltung vorgenommen. Die
Zusammenarbeit mit Lars Becker besteht schon seit drei
Jahrzehnten und ist inzwischen ein nicht mehr
wegzudenkender Teil meines Berufsleben geworden, den ich
auf keinen Fall missen möchte.
Das Deutsche FernsehKrimi-Festival zeichnet Sie für Ihre
herausragenden schauspielerische Leistungen aus, unter
anderem für "Nachtschicht". Freuen Sie sich auf diese
Auszeichnung?
Ich freue ich mich sehr darauf! Es ist doch immer schön,
wenn man Anerkennung für seine Arbeit erfährt. Bei jedem
meiner Preise habe ich es genossen, mich feiern zu lassen.
Aber fast genauso gern, wie selbst gefeiert zu werden,
halte ich eine Laudatio auf andere Kollegen. Ich mag es,
jemand anderem zu sagen, wir finden Dich gut, weil ... Das
mag ich wirklich genauso gerne, wie selbst ausgezeichnet
zu werden. |
"Nachtschicht – Der Unfall". Armin Rohde, Idil Üner, Sogol Faghani,
Rocio Luz, Maximilian Brückner, Lars Becker. Es war (keine) Notwehr!
In Zeiten, in denen der öffentliche Diskurs zum Thema Asyl vor allem
von der AfD-Politiklinie bestimmt wird, ist es ein Verdienst dieser
"Nachtschicht"-Episode, auf die andere verfassungs- und
menschenrechtliche Seite des Asylrechts hinzuweisen. Dies ist aber
nur ein Grund, weshalb "Der Unfall" (Network Movie) mit zu den
besten der immer sehr guten ZDF-Reihe gehört. Was mit der
Erschießung eines Iraners durch eine junge Polizistin beginnt,
entwickelt sich bald zu einem dichten Interaktionsreigen, in den
alle an diesem tödlichen Vorfall und seiner Aufklärung beteiligten
Kräfte spannend eingebunden sind: die Asylbewerber, die
Heim-Security, das LKA, die KDDler, der König der Schleuser, der
Arbeitsvermittler, die Bundespolizei und vor allem jene überforderte
Kollegin. Die Verhöre und polizeilichen Besprechungen sind
konzentriert, sie liefern Fakten, verdichten die Standpunkte und
wirken dank eines physisch agierenden und gut gecasteten diversen
Ensembles lebendig und nie übermäßig wortlastig. Wie meist in Lars
Becker Polizeifilmen trifft auch hier Realismus aufs Genre mit einem
Schuss Utopie.
5 ⭐⭐⭐⭐⭐ von 6 möglichen
Vollständige Kritik von Rainer Tittelbach auf tittelbach.tv

BTS, März 2024 (Aziz Dyab und Maximilian
Brückner). Sogol Faghani auf Instagram |
"Nachtschicht
– Der Unfall". Tödliche Polizeigewalt? Wenn Kommissare gegen
Kollegen ermitteln
Abschiebungen, Menschenschmuggel, Polizeigewalt: Nach
zweieinhalb Jahren kehrt Lars Beckers ZDF-Krimireihe
"Nachtschicht" im neuen Fall "Der Unfall" gleich mit
mehreren harten Themen zurück. Nach dem gewaltsamen Tod
eines Iraners ermitteln die Kommissare um Armin Rohde gegen
die eigenen Kollegen.
Lange mussten sich die Fans außergewöhnlicher Krimis
gedulden: Zweieinhalb Jahre nach dem letzten Film feiert die
ZDF-Thrillerreihe "Nachtschicht" nun mit dem 19. Fall ein
Mini-Comeback. Und das hat es wie gewohnt in sich: Regisseur
und Autor Lars Becker erzählt eine Geschichte von
Polizeigewalt, Abschiebepolitik und menschlichem Versagen -
packend, authentisch und realistisch. Wie viel Brisanz kann
man in einem Krimi unterbringen? "Nachtschicht: Der Unfall"
macht es eindrücklich vor. Hochaktuelle und explosive
gesellschaftliche Themen flankieren die spannenden - und wie
immer mit trockendem Witz garnierten - Ermittlungen des
Hamburger KDD-Teams um Erichsen alias Armin Rohde.
Schon der actionreiche Einstieg lässt den Atem stocken: Der
Iraner Joon Rostami (Altamasch Noor) soll abgeschoben
werden, doch er widersetzt sich. In einem Handgemenge
gelingt es ihm, die Waffe des Polizisten Roland Orbach (in
Bestform: Maximilian Brückner) an sich zu reißen. Gerade als
die Situation sich beruhigt, schießt die junge Polizistin
Mona Nowak (Rocío Luz) - aus vermeintlicher Notwehr. Rostami
stirbt vor aller Augen. Was folgt, ist eine
nervenaufreibende Untersuchung, in der sich die Ermittler
plötzlich gegen die eigenen Kollegen stellen müssen.
"Irgendwer muss ja ermitteln", kommentiert Kommissar
Erichsen (Rohde) trocken. Nach Drogendealern, Neonazis,
Zuhältern und Co. nimmt sich Krimi-Experte Becker in einem
gewohnt düsteren Thriller mit gebotener Ernsthaftigkeit und
gehörigem Galgenhumor nun die Abgründe in der Polizei vor.
Das Team rund um Erichsen taucht - mit Hilfe der alten
Bekannten Mimi Hu (Minh-Khai Phan-Thi) - tief in den Fall
ein: War es wirklich Notwehr? Immerhin geht der
nachvollziehbar verstört gespielten Polizistin die
Fluchtgeschichte des Toten ziemlich nahe - "Muss ich aber
ausblenden. Wir schieben ab". Welche Verbindungen gibt es zu
illegalen Machenschaften am Flughafen, wo Rostamis
schwangere Frau Hasty (Sogol Faghani) als Reinigungskraft
arbeitet? Während sie den Tod ihres Mannes nicht wahrhaben
will, ist ihr Chef Mario Trudda (Marcel Heuperman) ebenso
wie Schleuser Bas Petros (Selam Tadese) einer, der "von
Menschen profitiert, die Angst haben". Ein vermisster Zeuge
und eine brisante Videoaufnahme führen die Ermittler auf
eine dunkle Spur.
Es geht um Menschenschmuggel, Ausbeutung und das Schicksal
der von allen Seiten wie Müll behandelten Geflüchteten.
Schonungslos erzählt der Krimi von den Nutznießern der
Verzweiflung - und von jenen, die im Versuch, dem Treiben
Einhalt zu gebieten, selbst ihre Menschlichkeit zu verlieren
drohen. Sie sind „Täter und Opfer zugleich“, wie es
Maximilian Brückner im ZDF-Interview zum Film klug
formuliert.
An seiner Figur, dem autoritären Cop Orbach, zeigt sich
exemplarisch, was der Krimi mit realistischem Blick
herausarbeitet: Strukturelle Probleme innerhalb der Polizei,
von Unterbesetzung bis Überarbeitung, die Mauschelei und
Rassismus begünstigen. Sprüche wie Ausländer hätten "keine
Manieren", "Frauen sind für so einen Einsatz nicht gemacht"
oder "Wer zuerst schießt, überlebt" lassen erahnen, welches
Mindset hier regiert.
Orbach wurde durch die politischen Rahmenbedingungen seiner
Arbeit moralisch deformiert, er ist „das negative
Produkt einer fehlgeleiteten Asylpolitik“ so Brückner:
„Polizisten müssen tagtäglich die Abschiebepraxis der
jeweiligen Regierung umsetzen. Sie müssen von Mensch zu
Mensch diese Entscheidungen umsetzen, die im
Beamtendeutsch sehr abstrakt wirken, in der Realität aber
ihre ganze Grausamkeit entfalten“. Eine harte
Wahrheit, die der "Nachtschicht"-Film wie immer schonungslos
auf den Tisch knallt.
Wie alle "Nachtschicht"-Folgen besticht auch "Der Unfall"
durch eine dokumentarische Nähe. Das Drehbuch werde „während
des Drehs auch ständig weiterentwickelt“, lobt
Brückner die besondere Arbeitsweise von Regisseur Becker.
Visuell sorgt die düstere, kühle Bildsprache für eine
beklemmende Atmosphäre. Auch, weil fast alle Szenen in der
Nacht spielen - das Markenzeichen der beliebten Reihe. Dabei
hinterlassen die Nachtdrehs Spuren, wie Brückner verrät: „Die
Darsteller sehen ständig übermüdet aus und müssen das
nicht behaupten.“
"Nachtschicht - Der Unfall" ist ein Film, der die Zuschauer
herausfordert, der hochrelevante Fragen aufwirft und im
Blick auf gesellschaftliche Missstände die unbequeme
Realität nicht scheut. Mit starken Darstellern, einem
pointierten Drehbuch und einer dichten Inszenierung beweist
Lars Becker erneut, warum "Nachtschicht" zu den besten
Krimireihen im deutschen TV zählt. Das liegt vor allem an
Armin Rohde, dem Erichsen „"schon sehr ans Herz
gewachsen“ sei, wie er gesteht. „"Er ist mit mir
und ich mit ihm gealtert“, so der Schauspieler, der in
diesem April 70 Jahre alt wird. Die kongeniale
Zusammenarbeit mit Becker, die man seit drei Jahrzehnten und
zudem in der nicht minder grandiosen Krimireihe "Der gute
Bulle" bewundern darf, „"ist inzwischen ein nicht mehr
wegzudenkender Teil meines Berufsleben geworden“, Und
das freut auch das Publikum.
Von Maximilian Haase auf SWYRL, 28.3.25 |
"Der Unfall", die 19. Episode der "Nachtschicht", gehört zu den
stärksten Fällen der Serie. Bewertung: Vier von fünf Punkten.
Vollständiger Artikel "Wir sind alle nur Menschen" von Wolfgang
Platzeck auf WAZ, 30.3.25
"Nachtschicht: Der Unfall" nimmt sich des Reizthemas illegale
Migration an, wenn ein Iraner bei der Abschiebung von einer
Polizistin erschossen wird. Der Krimi spart nicht mit Kritik, ohne
dabei aber zu moralisch zu werden. Vielmehr zeigt der Film ein
System auf, in dem vieles kaputt ist. Auch wenn das insgesamt
weniger originell und humorvoll ist als andere Teile, lohnt sich ein
Blick. 7 von 10 möglichen Punkten. Vollständiger Artikel von Oliver
Armknecht auf Filmrezenzionen, 30.3.25
TV-Tipp: "Nachtschicht: Der Unfall". Seit über zwei Jahrzehnten
erzählt Lars Becker nun schon Geschichten über die nächtliche Arbeit
des Teams vom Kriminaldauerdienst Hamburg. Mit nahezu jedem neuen
Film setzt der Autor und Regisseur einen weiteren Glanzpunkt. Dass
"Nachtschicht" bislang noch keinen bedeutenden Fernsehpreis bekommen
hat, ist erstaunlich. Wie gut der Ruf der Reihe in der Branche ist,
belegt nicht zuletzt die imposante Liste der prominenten
Mitwirkenden.
Vollständiger Artikel von Tilmann P. Gangloff auf evangelisch.de, 31.3.25
🙌 Video
von den Dreharbeiten im März 2024 von und mit Maximilian
Brückner
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"Nachtschicht" holt beste Quote aller Zeiten
Der neueste Film "Der Unfall" lief am gestrigen Montag mit 5,41
Millionen Zuschauern ab drei Jahren und einem Marktanteil von 21,1
Prozent. In den Pandemie-Jahren ging die ZDF-Krimireihe
"Nachtschicht" jährlich auf Sendung und spielte tolle Ergebnisse
ein. Der Film "Cash & Carry" [ebenfalls mit Maximilian Brückner
als Roland Orbach] sicherte sich im Mai 2020 rund sieben Millionen
Zuschauer, "Blut und Eisen" im März 2021 unterhielt 6,29 Millionen
Menschen. Im Oktober 2022 war "Die Ruhe vor dem Sturm" für 5,37
Millionen Zuschauer interessant. Vollständiger Artikel von Veit-Luca
Roth auf Quotenmeter, 1.4.25
Top 5 Einschaltzahlen, Montag 31.3.25 ab 20:15 Uhr, Gesamtpublikum
ab 3 Jahren: 1. Nachtschicht - Der Unfall (ZDF) - 5,41 Mio Zuschauer
= 21,1% Marktanteil
2. 75 Jahre. Fürs Erste! (ARD) - 4,69 Mio ZS = 18,10% MA ; 3. Wer
wird Millionär? (RTL) - 2,99 Mio ZS = 13,4% MA ; 4. Inspector
Barnaby (ZDFneo) - 1,62 Mio ZS = 6,4% MA ; 5. Promis unter Palmen
(Sat.1) - 0,92 Mio ZS = 3,9% MA.
Quellen: AGF/GfK DAP AGF Scope für Quotenmeter und DWDL, 1.4.25
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Trivia:
Maximilian Brückner und Armin Rohde haben nicht nur in "Nachtschicht - Cash & Carry" (2020)
zusammen gespielt, sondern zuvor bereits auch in "Freche Mädchen 2" (2010), "Pregau" (2016), und "Luther - Zwischen Himmel und Hölle" (2017).
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