Der Brandner Kaspar und das ewig' Leben
 Komödie in sieben Bildern von Kurt Wilhelm nach einer Erzählung von Franz von Kobell

  Münchner Volkstheater seit 2005

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Theaterplakat
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Premiere am 7. April 2005
 
Besetzung:
Alexander Duda - Kaspar Brandner
Maximilian Brückner - Boandlkramer
Kathrin von Steinburg / Susanne Brückner - Marei (ab Spielzeit 2013/14 Doppelbesetzung)
Stefan Murr - Florian, Taglöhner
Markus Brandl - Simmerl, Jäger
Wilfried Labmeier - Bürgermeister Senftl / Nantwein (jetzt: Hans Schuler)
Ursula Burkhart - Theres / Traudl
Tobias van Dieken - Kai-Uwe von Zieten / Hans-Joachim von Zieten
Peter Mitterrutzner - Portner Petrus
Hubert Schmid - Erzengel Michael
Agnes Staber - die seelige Afra
Josef Staber - Luzifer
Bauern / Jagdhelfer / Engerl: u.a. Dominikus Brückner, Florian Brückner, Andreas Buntscheck, Simon Daxlberger, Andreas Engelmann, Franz Maier, Sebastian Schwaiger, Franz Staber, Martin Weyerer
Stab:
Regie: Christian Stückl
Bühne: Alu Walter
Kostüme: Ingrid Jäger
Dramaturgie: Volker Bürger
Lichtdesign: Günther E. Weiß
Musik: (Junge) Riederinger Musikanten
Musikalische Mitarbeit: Markus Zwink


Münchner Volkstheater Eintrittskarten für den Brandner Kaspar beim Münchner Volkstheater


Ein Volksstück als Sterbehilfe
Auch in seiner aktuellen Neuauflage ist "Der Brandner Kaspar und das ewig' Leben" ein Dauerbrenner
Einen ungewöhnlichen Erfolg feiert an diesem Samstag das Münchner Volkstheater: die 100. Aufführung der Komödie "Der Brandner Kaspar und das ewig´ Leben". Premiere war vor fast genau zwei Jahren.
Volkstheater-Intendant Christian Stückl als Regisseur ist ein praller Theaterspaß gelungen, an dem in der köstlich ausgespielten Rolle des Boandlkramers wesentlichen Anteil der junge Maximilian Brückner hat, "Shooting Star 2007" bei der Berlinale und seit 2006 auch ARD-Tatort-Kommissar in Saarbrücken.
Dass die Schmonzette nun auch im Münchner Volkstheater zum Hit geworden ist (in der Pause hört man Besucher erzählen, sie seien schon zum dritten oder vierten Mal in der Aufführung und würden demnächst noch Freunde dazu einladen), mag noch einen eigentümlichen Grund haben, über den Kurt Wilhelm bezüglich seines Residenztheater-Erfolgs berichtet hat. Immer wieder sei von einem "Trosteffekt" durch das Stück gesprochen worden. Das habe er anfänglich nicht ernst genommen, bis ihm Angehörige erzählten, dass ein Sterbender vom Brandner-Himmel geredet und dass ihm der Gedanke daran Trost und Hoffnung bedeutet habe. Oder: "Sein letzter Wunsch war, noch einmal den Brandner auf dem Fernseher anzuschauen. Danach ist er ruhig entschlafen."
Kurt Wilhelms Resümee: Ein Märchen, eine Legende kann die Todesangst besänftigen und sich als Trost und wahre Sterbehilfe erweisen.
Friedrich Kraft, Sonntagsblatt Bayern, Ausgabe 16/2007 vom 22. April 2007

Frohlocken und Hosianna
Münchner Volkstheater: "Wenn der Stückl sagt: Spring abi, dann springen sie." Sepp Staber, sozusagen der Vater der Jungen Riederinger, ist ganz Herr der Lage. Aus seinen Augen funkelt's. Eine Mass in der Hand, angelehnt an der Theke der Theaterkasse, hat er das muntere Treiben im Foyer fest im Blick. Längst schon haben die Riederinger München und sein Volkstheater erobert.
Für Intendant Christian Stückl sind sie unverzichtbarer Bestandteil des Ensembles. Wenngleich sie alle im täglichen Leben ihrem "bürgerlichen" Beruf nachgehen. Die Riederinger, diese hinreißenden Plattler, Sänger, Spieler und Musiker, gehören einfach dazu.
"Mia han Hundert" verkündet ihr Plakat, groß aufgehängt an der Fassade des Volksgartens.
Und so passt das Jubiläum des Trachtenvereins perfekt zu dem des Volkstheaters: Am Samstag, den 21. April gab‘s die 100. Vorstellung von Christian Stückls Inszenierung "Der Brandner Kaspar und das ewig‘ Leben". Und das innerhalb von nur zwei Jahren. Respekt.
Frohlocken und Hosianna. Der Stückl und seine Leut‘ haben den 550 Zuschauern den Himmel, den weiß-blauen natürlich, auf Erden beschert: mit dieser temperamentvollen Aufführung zwischen Gaudi und Melancholie. Und natürlich auch mit dem großen Fest danach. Freibier von Paulaner, Bierbänke im Foyer, sieben Blaskapellen. Eine Stimmung, wie man sie sich hier schöner nicht ausdenken kann.
Ein Geben und Nehmen zwischen Bühne und Parkett. Das hochanimierte Publikum zeigte sich von seiner großzügigen Seite. Es bejubelte nicht nur Maximilian Brückners so abgründigen wie abgefeimten Boandlkramer; nicht nur Alexander Dudas deftigen und hinterkünftigen Brandner Kasper; nicht nur die Riederinger und das ganze himmlische Personal.
Nein, Riesenbeifall auch für den einzigen Preußen ­ für Tobias van Diekens virtuosen Kai Uwe von Zieten. Am Ende wurden sie alle gefeiert. Am meisten Christian Stückl, dieser Wundermann, der sich in einer improvisierten Rede bei allen Beteiligten bedankte; zuerst bei der Souffleuse Anna Münzer, "die seit hundert Vorstellungen unten sitzt und darauf wartet, dass irgend jemandem der Text nicht einfällt". Und er verspricht: "Die 1000. Vorstellung werden wir wohl nicht schaffen, aber vielleicht können wir Euch alle zur 200. wieder einladen."
So lange werden die meisten nicht warten wollen. Denn unter den Zuschauern waren jene, die den "Brandner Kaspar" zum ersten Mal sahen, eindeutig in der Minderheit. Nicht wenige waren zum sechsten, siebten, achten Mal oder noch öfter in dieser Aufführung. Wie Siegfried Gerg aus Bad Tölz, der der Truppe sogar bis nach Brasilien nachreiste. Heuer aber hat das Volkstheater ihm etwas ganz Besonderes geboten: Es ließ seinen begeisterten Fan die Vorstellung hinter der Bühne miterleben. Ein Blick ins Paradies. Für die Theaterleute und ihre Besucher ein einziges großes Fest.
Fazit: Kultur & Leben.
Müchner Merkur, 22. April 2007
Spätschicht
Alexander Runte begleitet einen Abend den Inspizienten Danny Raeder und bekommt nicht nur einen Einblick in dessen Arbeit, sondern auch Kunstschnee auf den Kopf.
19:03 Uhr: Bevor es losgehen kann, muß Danny noch hoch hinaus: über eine Leiter klettert er in den Schnürboden oberhalb der Bühne und überprüft von dort die Technik und die Requisite. Doch bei der 109. "Brandner"-Aufführung paßt alles. Sogar die Baumstümpfe stehen diszipliniert an der richtigen Stelle.
19:33 Uhr: Ein kurzer Blick in den Zuschauerraum, dann gibt Danny das Signal: "Los geht's!" - mit dem letzten "Brandner Kaspar" vor der Sommerpause. Während die Jagdgesellschaft zur Musik der Riederinger über die Bühne stapft, tanzen Danny und die Techniker Hip-Hop-Schritte im Takt der Blasmusik.
20:05 Uhr: Im Textbuch blättert Danny eher beiläufig zu den Stellen, an denen er Schauspieler ausrufen, die Techniker zum Umbau herzitieren oder den Beleuchter anweisen muß: "Was das Stück betrifft, sind wir alle schon geschädigt, wir kennen es in- und auswendig", sagt er. Die Honorarabrechnungen für die Gastschauspieler kann er da auch noch parallel unterschreiben. Es bringt ihn noch nicht mal aus der Ruhe, daß es jetzt auf uns runterschneit - die Techniker testen nämlich den Kunstschnee auf unseren Köpfen aus. Herzlichen Dank auch.
21:16 Uhr: Der schönste Moment bei jedem "Brandner" ist für Danny die Pause, denn da bekommt er eine Weißwurst. Und weil er heute Geburtstag hat, gibt es noch einen kleinen Kuchen und ein Ständchen der Riederinger dazu. In den jugendfreien Stellen geht es, so viel darf man verraten, um Schnäpse, die unbedingt getrunken werden müssen.
21:20 Uhr: Die Schauspieler rotten sich um Danny und seine Monitore zusammen. Er steuert mit einem Joystick die Bühnenkamera über den Zuschauerraum und das eigene Publikum hinweg. Fazit: Heute sind nur wenige Trachtler da, die vielen hübschen Frauen machen das aber leicht wett.
22:52 Uhr: Donnernder Applaus und Dannys letzte Amtshandlungen: Zuerst koordiniert er den Schauspielerpulk beim Einzelapplaus, und dann, nach Ende der Vorstellung, ruft er sein Schlußwort ins Mikrofon: "Man sieht sich wieder!" - der nächste "Brandner" kommt bestimmt.
Volksmund Nr. 2, 2007/08


Boandl & Me
Ich gehöre ja zu denen, die mit der Inszenierung im Residenztheater aufgewachsen sind. Um Weihnachten rum wurden wir als so Zehnjährige jedes Jahr entweder zu Humperdincks Oper 'Hänsel und Gretel', ins Ballett oder eben in den 'Brandner Kaspar' mitgenommen. In dem Alter fand ich das Ganze recht beeindruckend, und als die Inszenierung 1975 ins Fernsehen kam, wurde sie bei uns fast zum alljährlichen Allerheiligen-Pflichtprogramm. Aber es dauerte nicht lange, und die gemalten Kulissen und das ganze Künstliche wurden mir zu fad. Und Theater als solches konnte mir auch gestohlen bleiben.

Shakespeare auf Englisch in diversen Inszenierungen in London, Stratford und New York brachte mich Jahre später langsam wieder auf den Geschmack. Dann kam Shakespeare auf Deutsch dazu, und mit dem Besuch von 'Was ihr wollt' auch mein erster Kontakt mit dem Volkstheater.

Aber es brauchte doch tatsächlich die Ausstrahlung einer Aufzeichnung der neuen Brandner-Inszenierung von Christian Stückl an Allerheiligen 2006, die Dokumentation 'Bayernhimmel überm Zuckerhut - der Brandner Kaspar in Rio' im Mai 2007 und Kritiken und Premierenphotos der Stückl'schen 'Peer Gynt'-Inszenierung vom März 2008 mit dem mich höchst beeindruckenden Maximilian Brückner in der Titelrolle, um mich zuerst in besagte Inszenierung zu locken, und um mich danach um Karten für den 'Brandner Kaspar' zu kümmern.
Und das hatte fast gar nichts mit Maxi Brückner zu tun .... aber nur fast ....

Am Samstag, den 19. Juli 2008 war dann also der große Abend: Ich sollte die inzwischen beinahe sagenumwobene Inszenierung (denn für Karten sollte der zukünftige Besucher wie seit der Premiere am 7. April 2005 besser Stunden vor Vorverkaufsbeginn am Theater sein oder eine schnelle Internetverbindung haben, um zumindest eine kleine Chance auf eins der Tickets zu haben) endlich mit eigenen Augen live erleben. Und "erleben" ist auch die richtige Beschreibung für das was da abgeht. Viel Publikum an diesem Abend trug Tracht, und es bestand zum großen Teil aus Riederingern, die, wie mir meine von dort stammenden Sitznachbarn erklärten, immer zu "runden" Vorstellungen, oder zum Saisonende besonders eingeladen würden. Diese Brandner-Vorstellung war die letzte der Saison, und - ebenfalls nach Auskunft meiner Nachbarn - möglicherweise auch Maxis letzte. Schon zur Pause eine Schreckensvision für mich! Es war aber zumindest die letzte Vorstellung mit Souffleuse und Florian Brückner, denn sie wurden an diesem Abend verabschiedet.

Vom Aufgehen des Vorhangs an war Stimmung im Saal, besonders gelungene Textpassagen wurden mitgesprochen - ich kam mir ziemlich allein vor. Alle um mich rum lachten immer schon Sekunden bevor es für mich lustig wurde. Meine Erinnerung an die "alte" Inszenierung war wirklich verblaßt, aber bei manchen Textstellen fiel mir die Neufassung schon arg positiv auf.

Ganz zu schweigen vom Boandlkramer! Was mich früher an der piepsigen Stimme und dem Rumgeschleiche so genervt hatte, war jetzt ganz anders: Ein biegliches Männlein, mit einer Stimme die mühelos zwischen Verführung, Wut, Scham und alkoholgeschwängertem Lallen hin und her wechselt, und einer Körperlichkeit, die irgendwie wohl himmlisch sein muß. Wer sonst kann schon auf einem Zeh und Ellbogen zwischen zwei Tischen hängend balancieren und dabei noch Karten spielen?

Maxi hat offensichtlich keinen einzigen Knochen im Körper, so hüpft er rum, rauf und runter, bleibt im Text nicht hängen, und sieht so bemalt wie er ist, irgendwie wirklich ganz dürr und klapprig aus. Was er im wahren Leben definitiv nicht ist - ich hatte ihn ja vorher schon in einigen Filmen erlebt und in Peer Gynt in der Unterhose in der Wüste rumturnen sehen. Schmal ist er ja, aber schön und gut gebaut.

Der ganze Abend war eine Höllengaudi, und wie fast alle wollte ich wiederkommen. Mit einem Mal anschauen kriegst ja höchsten die Hälfte mit! Inzwischen sind's schon einige Male geworden (auch nach Oberammergau* bin ich letzten Sommer deswegen gefahren), sogar in der 1. Reihe saß ich schon mal und es werden, so lange Maxi den Boandlkramer spielt sicher noch einige Besuche dazu kommen. Familie und Freunde waren auch schon mit dabei, und inzwischen gehe ich auch wieder regelmäßig in andere deutschsprachige Inszenierungen und Theater. Sogar wenn Maxi nicht mitspielt .... aber mit ihm auf der Bühne macht's schon mehr Spaß!

Das Bayerische Fernsehen hat sich leider seit 2007 - angeblich wegen der zahlreichen Zuschauerwünsche - entschieden, an Allerheiligen wieder die "alte" Inszenierung ins Programm zu nehmen. Sie geht mir wie damals so auf die Nerven, daß für mich nach höchsten fünf Minuten Schluß ist, ich abschalte und nachschaue, wann denn der Vorverkauf für die nächsten Turnübungen mit’m Boandl und den obdrahten Engerln beginnt.
© EFi, im März 2010



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"How to jump on a Diesch like a Boandlkramer"
vorgeführt im Hofgarten anlässlich der Premiere vom "Räuber Kneissl"-Film am 19. August 2008.
Maxi ist in seine Theaterrolle des Boandlkramers geschlüpft und zeigt die hohe Kunst des Tischspringens.


Den Tod mit Kirschgeist "lallert" machen - Den Tod mit Kirschgeist abfüllen
Panik im Himmel der Bayern. Ein Preuße will rein. Alle Engel - sehr neckische Engerl: halbnackt, nur mit Lederhosen und Flügeln bekleidet - stemmen sich mit Vehemenz gegen die Tür.
Der Portner (Himmelspförtner Petrus), der gerade vom Weißwurst-Essen kommt, muss die Gemüter beruhigen: "Koa Angst, mir lassen s' scho net rei. Sonst wär's ja koa Paradies nimmer", und präpariert sein Personal dafür, dass es sich von den Redelawinen der Preußen nicht beeindrucken lässt: "Die Preußen sprechen ihren ganzen Denkvorgang mit. Der Bayer gibt nur's Ergebnis bekannt."
Das Publikum im Münchner Volkstheater hat auf diese längst sprichwörtliche Pointe nur gewartet und jubelt. Christian Stückls "Der Brandner Kaspar und das ewig' Leben"-Inszenierung, die 2005 Premiere hatte und mittlerweile die hundertsechzigste ausverkaufte Aufführung verzeichnet, ist auf dem besten Weg zum Kultphänomen.
Stückl hat eine kantigere, wildere, eigenwillige Version aus seiner Vorlage geschnitzt: der Dramatisierung des Brandner-Stoffes durch Kurt Wilhelm, die 1975 im Residenztheater uraufgeführt wurde und es zu phänomenalen eintausend Aufführungen brachte.
Und das Volkstheater-Publikum geht begeistert mit. Von Anfang an wird mitgeklatscht, wenn die Riederinger Musikanten aufspielen, viele Zuschauer kennen die Text-Highlights auswendig, und so stellt sich die Vision ein, dass sich demnächst im Volkstheater Szenen abspielen werden wie einst bei der Rocky Horror Picture Show.
Da werden dann im Zuschauerraum als Boanlkramer (der leibhaftige Tod) Maskierte sitzen, neben den Engeln, und jenen (die gestrenge Fraktion), die sich lieber als flammenschwertschwingender Erzengel Michael verkleiden, und die Stimmung wird beim Preußen-Bashing den Siedepunkt erreichen.
Aus: Rainer Gansera, Süddeutsche Zeitung, 15. Oktober 2008



Hilfe für die Münchner Aids-Hilfe

Welt-Aids-Tag 2008 - Vorstellung am 2.12.2008
Schon traditionell zum Welt-Aids-Tag sammelte das Münchner Volkstheater vor ausverkauftem Haus anlässlich ihrer Kultinszenierung "Der Brandner Kaspar und das ewig' Leben" für die Münchner Aids-Hilfe.
Brandner, Boandl und die Jungen Riederinger Musikanten entlockten dem Publikum stattliche 1111 Euro. Damit konnte das Volkstheater das Ergebnis aus dem Vorjahr noch toppen.
Welt-Aids-Tag 2009 - Vorstellung am 2.12.2009
Die Jungen Riederinger spielten in der Pause auf, und bei den Schleifen mußte Nachschub geholt werden.
Dank den Zuschauern und der Besetzung des Brandner Kaspars sowie des Juli Zehs-Stück "Der Kaktus", das parallel in der Kleinen Bühne gezeigt wurde, und einer zusätzlichen Spende kamen 1333 Euro zusammen.
Welt-Aids-Tag 2010 - Vorstellung am 30.11.2010
Dieses Jahr kamen leider nur 898 (905) Euro zusammen, aber da auch heuer wieder die Schleifen kurzzeitig ausgegangen waren, will die Geschäftsführung der Münchner Aidshilfe im nächsten Jahr dafür sorgen, daß das nicht wieder passiert.
Informationen zur Münchner Aids-Hilfe e.V.

Mit dem Brandner Kaspar auf die Wiesn - wie jedes Jahr -
dieses Mal am 4. Oktober 2009
Maxis lange (beinahe echte) Haare und der echte Vollbart sind seiner Rolle im Bergsteigerfilm "Die Route" geschuldet

"In der Normalversion hat er keinen Bart, na. Aber des ist ja eigentlich ... Aber ich finds ja ganz lustig."

"Was mach ma mit dem Bart? Mach ma'n schwarz oder so was?"

"Des schaut ja geil aus!"

Der Boandl das erste Mal ohne Perücke
Niki, Maxi und der Staber Sepp
Besetzung, Stab und Publikum zusammen (fast jedenfalls) im Winzerer Fähndl


Screencaps: EFi  
Balkon-Einlassbandl ins Winzerer Fähndl
Da Boandl & i - auf a Neies!

Am Sonntag, 26. September 2010 nammidogs wars wieda soweit:
Der "Wiesn Brandner" stand aufm Programm vom Volkstheater, wia oiwei zum Beginn von der neien Spuizeit, samt dem gemeinsamen Besuch der Wiesn hinterher. Und dieses Moi war i a mit dabei, zsamm mit einer Freundin. Sonst san scho a ziemlich vui Leit in Tracht im Publikum, aber am Sonntag warn de ohne arg in der Minderheit. Sogar i hob mi in die 'leichte Nichtfaschingskostümierung' gschmissen. Unsere Plätze warn in der Mitte der 2. Reihe, oiso ein wunderbarer ungestörter Blick aufs Wesentliche. Und wos mi jedes Moi wieda fertig macht, is Maxis Kunst selbst wann er auf der Bühne eigentlich 'groß' spuin muaß, er gleichzeitig a ganz 'kloa' und nur mitm Gsicht spuin konn.

Zur neien Saison ist der Bühnenboden frisch renoviert und bemalt worn und die Bodenklappen haben neie Scharniere kriagt. Ma hörts!
De Schauspieler ham ja schon normalerweise an Hauffa Spaß, aber wia i dann späda vom Tobias van Dieken glernt hob, is die Wiesn-Vorstellung jedes Jahr wos Bsonders. Sie ham auf der Bühne scho a ganz schee vui glacht, ned blos mir vor der Bühne.

Und danach samma alle - Schauspieler, Techniker und Publikum, und später san dann a no andere Schauspieler vom Volkstheater nachkemma, aber ohne an Chef Christian Stückl, weil der war ja in Oberammergau - auf d'Wiesn ins Winzerer Fähndl gfahrn.

Da hintere Balkon dort war ganz fürs Volkstheater reserviert, und mir zwoa ham das Glück ghabt, daß unsere Plätze mit am extra guaten Blick auf Maxi in voller Tracht und Pracht (olle Riederinger Manna sauba in die Kurzen, und Agnes Staber im Dirndl, was bestätigt hod: "De mit'm Huat san guat" - nur die Gamsbärte und Federzier hams dahoam g'lassn ghabt) warn. Ah de anderen Schauspieler aus Bayern warn in Tracht.

Und da hob i endlich die Chance ghabt amoi mit Maxi zum reden - und es hod sich bestätigt, was alle, die mit eahm zsamm'arwaten oder eahm interviewen ham derfa, über eahm gsogt oder gschriebm ham - er is einfach a Schatz! Er schaut wirklich guat aus, is super nett und bescheiden, hod an angenehm festen Händedruck - blos leider wuchert scho wieda der Gesichtspelz.
Er konn gar ned verstehen wia dengga auf englisch geht - ja mei, auf deutsch kann ich das halt nicht, und bairisch dengga und dann englisch reden geht a ned! - und dass sich jemand nur wega eahm de Arwat macht a Webseite zum führen.

Sei Bruader Dominikus is mindestens genauso nett, und schaut fast so guat aus wia Maxi. Für den dritten Brückner-Bruader Florian war ja leider die letzte Brander-Vorstellung der letzten Volkstheater-Saison sei letzte. Er hod woi koa Zeit mehr. Oda da Kardinal Richelieu ois neia Dienstherr war einfach zu verführerisch.

Nachdem der Festwirt Peter Pongratz seine Gäste vom Volkstheater begrüßt hatte, wurde der Preuße 'von Zieten' (oda vuimehr der Tobias van Dieken, der eigentlich aus Bonn stammt), zum Dirigieren runter zum Orchester geschickt - es war sei Auftrittsmarsch von der Bühne - den hod er ja im Griff!

As Essen war guad und reichlich, as Bier süffig - aber des von der Traditionswiesn hod mia besser gschmeckt.
Irgendwann war dann Ende mit der Musik und die Ordner ham versucht, uns an die frische Luft zum kriegn. De mehran Leit warn scho weg, aber de Riederinger ham Sitzfleisch. Mia zwoa san dann ganga, aber de warn no guat dabei. Es war zwar zapfig koit, aber mia san ohne Probleme über de ganze Wiesn zum Hauptbahnhof kemma, und ham am Montag koan schweren Kopf ned ghobt.

Leider hod de Kamera, wia schon weiland im August 2008 bei der Premiere vom 'Räuber Kneissl', wos mas neigregnet ghabt hod, scho wiada an Geist aufgem. Aba i glab, i hobs no ned erwähnt - Maxi schaut guat aus und is so was von nett!
© EFi, im September 2010



Mit dem Boandl auf da Roas
Der Brandner Kaspar und der Boandlkramer auf Tournee


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Die 200. Aufführung des Brandner Kaspar im Volkstheater am 11. Dezember 2010 - die Macher im Interview
Intendant Christian Stückl und Schauspieler Alexander Duda über das Erfolgsgeheimnis des Boandlkramer - und wie wir alle den Tod im Leben ganz gern ein bisserl bescheißen. Am Samstag wird der Brandner Kaspar im Volkstheater zum 200. Mal aufgeführt.

AZ: Herr Stückl, Herr Duda, das Paradies selbst sieht man im Brandner Kaspar nicht. Aber als der Brandner reinschaut, sieht es aus wie seine Heimat. Ist das bayerischer Größenwahn?
CHRISTIAN STÜCKL: Es ist auf jeden Fall die Gewissheit, dass es dort nicht schlechter ist als daheim. Und es ist eine sehr kindliche Vorstellung. Denn solange wir Kinder waren, haben wir alle ans Paradies geglaubt und hatten da Bilder davon. Erst später kommt man ins Wanken: Wie viel ist dann da? In dem Stück taucht man wieder bissl in die Naivität des Kindes ein.
ALEXANDER DUDA: Deswegen macht es die Herzen auf.
STÜCKL: Meine Tante hat auch gedacht, dass danach nix ist und hat immer so ein Lied gesungen: "30 Jahre in der Gruft, in der Gruft, da kommt der Holzwurm angeschlurft, angeschlurft." Und als sie dann tatsächlich im Sterben lag, hat sie zu meiner Mama gesagt: "Roswitha, hol den Pfarrer. Sicherheitshalber."

AZ: Josef Vilsmair hat nach Ihrem Erfolg mit Bully einen Brandner-Film gemacht. Sind Sie da stolz drauf oder nervt das?
STÜCKL: Vilsmaier ist ja zu mir gekommen und hat gesagt, er möchte den Brückner als Boandl und ihm gefällt auch das Gwand so gut. Und dann möcht er auch noch die Musiker aus Riedering haben. Dann hab ich gsagt: "Soll ich da des Gwand auch gleich mitliefern?" Vilsmaier hat mir vorgeschlagen, ich würde im Abspann als "Himmelsberater" auftauchen. Ich hab' mir nur gedacht: Fällt euch gar nix eigenes mehr ein? Aber letztlich haben wir was angeschoben, so dass der Vilsmair auch gemerkt hat, dass das ein gutes Stück ist.

AZ: Wieso haben Sie ausgerechnet das Stück gemacht, das im Resi Kult war?
STÜCKL: Dieter Dorn hat den Brandner 2001 abgesetzt. Als sie ihn empört gefragt haben, warum, sagte er, den soll der Stückl machen, zu dem passt des. Ich habe ihn angerufen und gesagt: "Dieter, mach du deinen Spielplan und ich mach meinen." Ich hab mich geweigert. Ich wollte mit den Riederinger Musikanten viel lieber die Dreigroschenoper machen. Aber wir haben die Rechte nicht bekommen, dass wir die Musik uminstrumentieren dürfen. Also haben wir gesagt: Bevor wir gar nix machen, mach mer den Brandner.

AZ: Herr Duda, anfangs hieß es, Sie sind viel zu jung für den Brandner. Hatten Sie Bedenken, an einem Denkmal wie Fritz Strasser zu rütteln?
DUDA: Natürlich. Brückner haben auch alle für viel zu jung gehalten. Aber wir haben von Anfang an gesagt, wenn, dann müssen wir so frech sein wie's nur geht. Christian hat uns ordentlich angetrieben.

AZ: Ihr Stimme klingt als Brandner komplett anders.
DUDA: Das ist einigermaßen anstrengend. Und das ganze Gesicht juckt.

AZ: Wie lange dauert die Maske?
DUDA: Eine Stunde, der Bart wird in Stücken angeklebt, damit er beweglich ist, eine Perücke, die Schminke, Augenringe, rote Nase, Falten.

AZ: Maxi Brückner springt aus dem Stand mit den Füßen auf den Tisch. Hat er sich diese Akrobatik selbst ausgedacht?
STÜCKL: Ich mache auf der Bühne sehr viel vor. In dem Fall kann man aber sicher sein, dass ich ihm garantiert nie vorgemacht habe, wie er auf den Tisch springen soll.
DUDA: Das Geniale daran ist, den Tod eben nicht als siechendes Gerippe zu zeigen, sondern als jungen, schnellen Typen. Er trinkt den Schnaps wie ein kleiner Bua, der zum ersten Mal Schnaps trinkt - dadurch wird der Boandl auch so sympathisch.

AZ: Manche Feuilletons behaupten, der Reiz des Stückes sei der respektlose Umgang mit Religion, Tod und Göttlichem.
STÜCKL: Ich denke nicht, dass es respektlos ist. Am Aschermittwoch haben wir zum Beispiel keine Weißwürscht auf der Bühne, sondern Steckerlfische. Der Hintergrund ist: Keiner weiß, wie man mit dem Tod umgehen soll. Und beim "Jedermann" denke ich jedesmal, das ist eigentlich zu schwer. Das Komödiantische ist für mich der einzige Weg, wie man das aushalten kann.

AZ: Also ist der Brandner Kasper eher tröstlich?
DUDA: Auch, ja. Es ist ein naiver Glaube, ein Volksglaube, und der ist ja fröhlich.
STÜCKL: Am letzten Wiesnwochenende gehen wir nach der Vorstellung immer mit allen Zuschauern auf die Wiesn. Da kam eine Frau zum Maxi Brückner, hat ihm einen Kerschgeist mitgebracht, mit ihm getrunken und gefragt: "Gibst ma noch a paar Wochen?" Der Maxi sagt: "Freilich" und sie: "Der Arzt gibt mir keine mehr." Sie wusste, dass sie bald sterben wird, aber sie hat auch gesagt: "Heut hab ich wirklich gelacht." Und es ist ja schon eine schöne Vorstellung, dass die da oben auch mal lachen.

AZ: Selbst in Brasilien haben Sie den Brandner aufgeführt - mit Untertiteln. Kann ein Brasilianer diesen Humor verstehen?
STÜCKL: Bei den Witzen über Jäger und Wilderer hat's nicht funktioniert, den Unterschied gibt's dort einfach nicht. Aber wenn der Petrus sagt: "Ich war grad ganz oben, alle drei haben sie gelacht, und die Maria", dann kapiert nur ein Teil der Münchner, dass es um Dreifaltigkeit geht und sie brauchen lange dafür. In Brasilien dagegen haben alle sofort schallend gelacht.
DUDA: Immer wenn's ins Katholische ging, waren die Brasilianer sofort dabei. Das ist ja auch gelebter Katholizismus: Die Freude darüber, dass der Brandner, der sture Hund, der nicht dran glauben will, am Schluss geläutert wird und oben steht und sagt: Jetzt fängt's Leben erst richtig an.
STÜCKL: Worüber die Brasilianer verwundert waren: Dass bei uns lauter männliche Engel im Himmel waren. Nach deren Vorstellung sind die Engel alle Mädels. Ich hab gesagt, da sollten wir den bayerischen und den brasilianischen Himmel zamschmeißen.

AZ: Ist das Stück auch was für Nicht-Katholiken?
DUDA: Natürlich. Selbst der ärgste Nichtgläubige steht ja am Ende da mit dem Thema Tod, ob er will oder nicht. Das Stück hat einen gigantischen Kern. Wenn zum Beispiel der Petrus sagt: Es ist im himmlischen Plan nicht vorgesehen, dass einer den Tod beim Kartenspielen bescheißt.
STÜCKL: Man könnte heute in einer modernen Inszenierung zeigen, dass wir das letztlich alle tun würden, wenn wir könnten. Mit Schönheitsoperationen und Antiaging und mit jedem Krankenhaus versuchen wir ja letztlich alle, den Tod ein bissl zu bescheißen.

AZ: Auf Ihrem Brandner-Plakat spricht Franz Josef Strauß vom Himmel herab.
STÜCKL: Das war die Idee von unserem Grafiker.

AZ: Und, sind Sie sicher, dass der Strauß drin ist, im bayerischen Himmi?
STÜCKL: Die Gnade des Herrn ist größer, als wir sie uns vorstellen können. Wahrscheinlich wird er ihn auch genommen ham.
Interview: Tina Angerer

Der Brandner Kaspar wird am Samstag zum 200. Mal im Volkstheater aufgeführt. Ein kleines Glossar zum Stück von Kurt Willhelm.
- Boandlkramer, auch Boandl:
Standesgemäß ist er "zaundürr und klappert", also chronisch unterernährt und "bleich und hohlaugert", mangels Durchblutung. Sein einziger Begleiter ist sein Karren-Ross, mit dem er seine Fuhren absolviert. Das ist also eine Art transzendental reisender Pegasus, vom Boandl wird es aber auch "Krampn" genannt. Dem Boandl ist stets kalt, seine Dienstkleidung ist stark mitgenommen. Angeblich, so behauptet ein Preiß, sei sein Kollege im Nordabschnitt, Gevatter Hein, wesentlich gepflegter. In Bayern hält man das für ein Gerücht.
- Brandner, Kaspar:
Der Wilderer, Witwer, Opa, Schnapstrinker und Kartenspieler ist ein mutiger Mann mit Hang zur Schlitzohrigkeit und einer langen Liste von mehr oder weniger schlimmen Vergehen. Er verdankt seine Erlösung zwei Dingen: Der bayerischen Sündenausnahmeregel "Wuidern guit ned" und dem Humor der Dreifaltigkeit nebst Maria, die sich für die Erheiterung durch Kaspar mit dem Paradies revanchieren.
- Kerschgeist, hinterkünftiger:
Zur äußerlichen Anwendung eignet er sich leidlich, besser zur inneren. Bei den Menschen hilft er gegen Schwindel, schlechte Karten und Todesangst. Den Boandlkramer macht er betrunken. Er friert dann zwar nicht mehr, dafür zockt er fahrlässig. Weswegen der Boandl dem Kerschgeist im Nachhinein das Attribut "hinterkünftig" beifügt.
- Grasober, der:
Beim Schafkopfen eigentlich nur die Nummer zwei, kommt er hier zur größter Geltung, die ein Grasober je erreichen kann. Er verdinglicht quasi das Bayerisch-anarchische, dass sich sogar über das Schicksalsbuch und jeglichen himmlischen Plan hinwegsetzt. Da der Ober sich am Ende der Schnapsorgie (siehe Kerschgeist) auf wundersame Weise im Brandnerschen Stapel befindet, gerät die göttliche Ordnung aus den Fugen. Wäre er im anderen Stapel, wäre das Stück recht schnell aus.
- Himmi, boarischer:
Wir sehen zwar nur die Pforte des zweifellos prächtigen Paradieses, aber offenbar ist der Himmel föderal strukturiert. Wie genau der Preißnhimmi ausschaut, ist zwar nicht überliefert. Klar ist aber, dass in den unsrigen, den Bayernhimmi, niemals nicht ein Preiß rein darf. Petrus: "Sonst wärs ja koa Paradies mehr."

Brandner in Zahlen
- In 200 ausverkauften Vorstellungen seit dem 7. April 2005 sahen im Volkstheater 119 000 Menschen das Stück.
- Der Brandner Kaspar hatte aber noch mehr Zuschauer: 1800 sahen ihn in Rio de Janeiro (2006), 8070 in Oberammergau (2008 und 2009), 1080 in Bozen (2009) und 3413 in Riedering (2007).
- Am ersten Tag des Vorverkaufs kann es sein, daß 150 Menschen für Karten anstehen, bevor die Tageskasse um 11 Uhr öffnet.
- Pro Vorstellung werden 14 Weißwürscht gegessen, das macht insgesamt 2800.
- Für das Gastspiel in Rio wurde ein eigenes Modell des Zuckerhuts gebaut, das dann statt einem Oberammergau-Modell auf der Bühne verwendet wurde.
- Für Maximilian Brückner mussten schon 5 Mal Schal und Zylinder reproduziert werden, da das Material aus Seidenbrokat mit einem speziellen Mittel bearbeitet wird und den Stoff dadurch brüchig werden lässt. Brückner verbrauchte 3 Anzüge und 2 Hosen. Ansonsten ist die Requisite hauptsächlich mit Auffedern der Engelsflügel beschäftigt.
Abendzeitung München, 9. Dezember 2010


200 mal Rumboandln und Tischhupfa ....
Irgendwie ist es zerscht an mia vorbeiganga, daß am 11. Dezember 2010 die 200. Vorstellung vom Brandner Kaspar anstehen tät. Aba dann war ziemlich lang no oa oazinge Kartn frei - i hob länga drüber nochdenkt ob i de wirklich brauch. Aber dann hots mi doch packt, und i hobs packt.
Oiso war i dann hinten bei der Technik (de a ganz entspannte Vorstellung g'habt ham) und des ganze Theater vor mir ausgebreitet, blos de Bühne war scho ganz schee weit weg. Von do hots scho arg kloa ausgschaut. Foit ma sunst gar ned so auf. Aba g'hört ma ois guat.
Jedenfalls ist vorher der Christian Stückl vorn Vorhang getreten und hot versuacht, so was wia a Einleitung zum Abend zum geben. De Idee war gut, nur die Umsetzung is a wenig schwierig worn, weil durch die Gucklecher im Vorhang dauend jemand durche glangt hot und eahm wira Karniggl von oaner Seitn zur andern gscheicht hot. Und dann hams versucht eahm mit Musik von der Bühne zum spuin. Er hod erzeiht, daß wia Dieter Dorn den Brandner ausm Spielplan vom Residenztheater gnommen hod, ein Protestgeschrei durch München ganga ist, aba er sich ned vom Dorn sein Spielplan bestimmen lassen woit. Aber nach ana Zeit hot er zusammen mit den Riederingern und dem Maxi Brückner dann hoit doch beschlossen, den Brandner zum macha, aba hoit ganz anders.
Er hot gsagt, daß normalerweise im Volkstheater ein Stück nach 56 Vorstellungen und ungefähr 30 000 Besuchern abgespielt ist, und dann aus dem Spielplan genommen wird. Beim Brandner habm sie sich schon bei der 100. Vorstellung im April 2007 mordsmäßig g'freit, und jetzt sands schon 200. Und damit hot er nochmals auf die anschließende Feier samt Bierausschank im Foyer hingewiesen und verschwand dann auf seinem Platz am Rand von der 3. Reihe.
Die Aufführung hot jetzt keine Jubiläumsbesonderheiten ghabt, nur der Erzengel Michael hat sich dieses Moi nach seinem besonderen Spezl ausm Taubenzüchterverein erkundigt. Und am Schluß hots dann noch oan von de berühmten Brückner-Sprünge geben, mit dem er dann an Christian Stückl zum Verbeugen mit auf die Bühne zogn hot.
Nach der Vorstellung standen im Foyer schon ein paar Biergartengarnituren, aba i woit einfach nimmer sitzen. Stehtisch hots gottseidank a geben. So ungefähr 200 Leut' sind dageblieben, und natürlich die Mitwirkenden und anderen Beteiligten. Die Riederinger sand Ständchen spielend aus dem Zuschauerraum kemma (ned in de Lederhosen, sondern in der trachtlerischen Winterversion mit langen Stoffhosen). Bis dann der Maxi und der Schmid Hubert kemmma san hods no dauert, de hamm ja erst die ganze Farb aus eanane Gesichtern bringa miassen. Leider wuchert beim Maxi der Gesichtspelz wieder ganz heftig - ma sieht eahm ja kaum mehr vor lauter Haar …. aba bei dene Augn ….
Bier gabs ned in Maßkrügen, sondern in Flaschen (auf Wunsch auch mit Halbekrügerl). Seltsame Markn aus Erding, aber is scho gangga. Zum Raucha san zerscht olle ganz brav vor de Tür naus in de Saukeitn, irgendwann is der Windfang dazukemma. Christian Stückl hot für sich as Rauchverbot im Foyer da scho lang aufg'hebt ghabt, und irgendwann wia de Leut dann weniger worn warn, ham dann olle im Foyer graucht. Der ebenfalls anwesende AZ-Kolumnist Michael Graeter hod lang versuacht, den Stückl rauchend aufs Photo zum kriegn, aba der raucht hoit so schnei, daß des fast den ganzen Abend gebraucht hat.
I hob mi so durchgratscht, mit Leit vom Theater, von dene oaner gmoant hot, daß da Maxi mit dera Roin oid wern konn, und des Stück woi erst dann ausm Spuiplan kummt wenns des erste Moi ned ausverkauft sein soitat, worauf dann jemand g'antwortet hot, daß sich dann sicher Freiwillige finden würden zum Plätzeauffüllen ; mit so ziemlich olle Riederinger, ich bin do jetzad guad informiert, so zum Beispui, daß sie sich scho wieda auf an "Peer Gynt" g'frein - der ist ned abgesetzt, sondern zerscht zwengs anderweitigen Verpflichtungen der Schauspieler und jetziger Schwangerschaft der Hauptdarstellerin nur ausgesetzt. Sie warn scho erstaunt, wia i zuagem hob, daß i zerscht an Peer angschaut hob, und erst hinterher an Brandner, da warat i wahrscheinlich oane von de ganz wenigen. Oda daß Leit zwengs eahna in an Brandner genga. Olle von dene so schrecklich nett, daß mas kam glam konn …
Der Schmid Hubert hot ja schon amoi in einer Version der Dreigroschenoper mitgespielt, aber dieses Moi woit er ned, weil er ja schon in zwoa Produktionen ist, und es zeitlich einfach ned nausganga war.
Oder dann mit Micha Acher, dem immer noch knielädiertem krückebewehrten 1. Trompeter und Arrangeur der Musik der kommenden "Dreigroschenoper", der erzählt hat, daß es da das erste Mal einen Orchestergraben im Volkstheater gibt, anstelle von 1. und 2. Reihe.
Irgendwann wann dann nur noch ein harter Kern da, vor allem aus Riedering (dem ham ja scho auf der Wiesn Sitzfleisch bewiesen), und unter Aufsicht vom Pressesprecher des Volkstheaters und vormaligem Jesus. So uma drei Uhr morgens hod sich die fröhliche Runde aufgelöst, weil die Riederinger gmerkt ham, daß ihre Instrumente im Garderobentrakt eingsperrt worn warn, und nur noch übern Bühneneingang wieder zum kriegn warn. Aba so uma viere war dann wirklich Schluß.
So lang war i scho lang nimma im Theater wia de Nacht .... a ja, a Kamera hob i des Moi glei gar ned mitgnumma.
© EFi, 12. Dezember 2010


Münchner Volkstheater: "Den 'Brandner' mach i net"
Ob auch das aufgesetzt war? Wir wissen es nicht. Selbst Christian Stückl konnte, zumindest nach jetzigem Kenntnisstand, damals nicht erahnen, wie erfolgreich seine Inszenierung des "Brandner Kaspar" werden würde, als sie am 7. April 2005 im Münchner Volkstheater Premiere feierte.

Photo: Falke
(Aber das Photo ist nicht vom 11.12.10, denn momentan trägt der Brückner Max und damit auch der Boandl Gesichtspelz.)
Am Samstag lief die 200. Vorstellung in seinem Haus an der Brienner Straße - und natürlich war diese ausverkauft wie die 199 davor.
Bislang haben also 119 000 Menschen das Stück mit Maximilian Brückner als Boandlkramer und Alexander Duda als schlitzohrigem Brandner, der den Tod um 18 weitere Lebensjahre bescheißt, in München gesehen. Dazu kommen Gastspiele in Riedering (3413 Zuschauer), in Oberammergau (8070 Zuschauer), in Bozen (1080 Zuschauer) sowie in Rio de Janeiro (1800 Zuschauer). Und: Ein Ende des Erfolgs ist nicht abzusehen.
Dabei hatte es gedauert, bis Stückl Gefallen an dem Stoff fand. Als er im Jahr 2002 Intendant am Volkstheater wurde, habe gerade Dieter Dorn, sein Kollege vom Bayerischen Staatsschauspiel, den "Brandner" vom Spielplan genommen. Mehr als 1000 Mal seit ihrer Premiere 1975 war die Kult-Inszenierung von Kurt Wilhelm mit Toni Berger als dem dem Kerschgeist zugeneigten Boandl bis dato im Münchner Residenztheater zu sehen gewesen. Nach Dorns Entscheidung sei der Aufschrei "Der 'Brandner' darf nicht sterben" durch die Stadt gegangen, erzählt Stückl. Dorn sei irgendwann sauer geworden und habe gesagt: "Dann soll ihn der Stückl machen, da passt er auch hin." Worauf der Volkstheater-Chef zum Telefon griff: "Herr Dorn, meinen Spielplan mach i - und den 'Brandner' mach i net."
Drei Jahre später kam der Regisseur im Gespräch mit Schauspieler Maximilian Brückner zu dem Entschluss: "Jetzt mach' man doch. So bled wie möglich." Kurt Wilhelm, ein Ururgroßneffe des "Brandner"-Vaters Franz Ritter von Kobell (1803-1882) sei daraufhin so nervös geworden, dass er bei den Proben dabei sein wollte. "Kommt nicht infrage", entschied Stückl. Kurt Wilhelms Bruder wollte die Musik für die Neu-Inszenierung schreiben. "Kommt nicht infrage", entschied Stückl nochmals.
Der Erfolg sollte ihm Recht geben: Auch in der 200. Vorstellung ist seine kernig-komische Inszenierung quicklebendig. Sie ist ein virtuoses Spiel mit Kitsch und Klischees, ein krachender Lobpreis auf das Leben im Allgemeinen und das Leben in Bayern im Besonderen. Und wenn im Volkstheater Karten für die Vorstellungen in den Vorverkauf kommen, kann es sein, dass das Kassenpersonal bis zu 150 wartende Menschen im Foyer zählt, bevor die Tageskasse um elf Uhr öffnet. So bleibt nur, der Inszenierung mit lachendem Herzen zu gratulieren - und ihr das "ewig' Leben" zu wünschen. Oder zumindest 200 weitere ausverkaufte Vorstellungen. Minimum.
Michael Schleicher, Münchner Merkur, 12. Dezember 2010

Schnaps mit dem Tod
   

Das Volkstheater feiert die 200. Vorstellung des 'Brandner Kaspar'
Fast hätte es den 'Brandner Kaspar' im Volkstheater nie gegeben. Wenn es nach Intendant Christian Stückl gegangen wäre, stünde statt des bayerischen Märchens die preußische 'Dreigroschenoper' auf dem Spielplan. Doch er bekam die Rechte nicht, die Musik mit anderen Instrumenten zu adaptieren, und nahm schließlich doch den Vorschlag Dieter Dorns an, den er zunächst trotzig abgelehnt hatte, weil er sich nicht sein Programm diktieren lassen wollte. Dorn setzte den 'Brandner Kaspar' im Residenztheater nach über tausend Vorstellungen ab, als es Proteste gab, sagte er: "Soll's doch der Stückl im Volkstheater machen, da passt's hin."
Und dann machte es der Stückl doch ("Dann mach mers halt. Aber so bled wie möglich.") und es passte. Die Inszenierung ist ein Riesenerfolg, so gut wie immer ausverkauft, und am Samstag wurde die 200. Vorstellung gefeiert. Rund 120000 Zuschauer haben bisher gesehen, wie Alexander Duda als Brandner den Maximilian Brückner als Boandlkramer überlistet, darunter auch 1800 Brasilianer, als die Inszenierung auf Gastspiel nach Rio de Janeiro reiste.
Zur Jubiläumsvorstellung hatte sich der Großteil des Publikums ordentlich aufgedirndlt - Festtagstracht mit Hut beherrschte den Zuschauerraum, und da einige Burschen auch ihre Halbe mit in den Zuschauerraum nahmen, herrschte Volksfeststimmung im Volkstheater. Große Überraschungen erlaubte sich das Ensemble nicht, aber das braucht das Stück auch nicht mehr. Nur der Erzengel Michael (Hubert Schmid) gestattete sich ein kleines Extempore und nannte den Heiligen Geist seinen Spezl 'aus dem Taubenzuchtverein'. Da konnten sich auch die halbnackerten Engelscharen, gespielt von den Riederinger Musikanten, mit dem Kichern nicht zurückhalten.
Regisseur Stückl war zufrieden mit der 200., mahnte nur an, dass man die Schauspieler ab und zu erinnern müsse, sprachlich nichts zu verschleifen. Ob auch das Volkstheater noch die Tausendste feiern wird? Maxi Brückner, der sein Kostüm nach der Vorstellung gegen eine Lederhose mit gesticktem Monogramm auf dem Quersattel eintauschte, ächzte bei dem Gedanken: "Bis dahin bin ich aber zu alt, um aus dem Stand auf den Tisch zu springen."
Judith Liere, Süddeutsche Zeitung, 13. Dezember 2010
Soweit so gut, nur daß Maxi an dem Abend eine lange dunke Stoffhose zu den besprochenen Hosenträgern trug.


... Weiterhin auf dem Programm steht die erfolgreichste Inszenierung in der Geschichte des Volkstheaters. "Der Brandner Kaspar", den nach Christian Stückls Angaben bei bisher 238 Vorstellungen mehr als 150.000 Menschen gesehen haben, geht in seine sechste Spielzeit. "Er wird wohl einmal pro Monat auf dem Spielplan stehen", sagte er heute bei der Vorstellung des Spielplans 2012/13 in München. ...
dapd, 14. September 2012

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 Seite erstellt am 7. April 2010 von EFi
 - zum 5-jährigen Jubiläum der Premiere -
 - zuletzt ergänzt im Dezember 2016 -
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